Netzpolitik
Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.
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: Sechs Jahre netzpolitik.org
: Sechs Jahre netzpolitik.org Eigentlich wollte ich nur kurz darauf hinweisen, dass wir heute Geburtstag feiern. Aber dann ist der Artikel immer länger geworden. Ich hoffe, das stört nicht.
Heute vor sechs Jahren ging dieses Blog in seiner jetzigen Form online und der erste Artikel wurde gepostet. Der erste Artikel war eine Pressemitteilung zu Softwarepatenten, die ich zusammen mit dem Linuxtag e.V. und der Free Software Foundation Europe geschrieben hatte. Doch dies war nicht das erste Blog unter dieser Domain.
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: Der Google und Verizon – Deal zu Netzneutralität
: Der Google und Verizon – Deal zu Netzneutralität Google und Verizon haben heute ihren Deal präsentiert, wie die beiden Unternehmen sich Netzneutralität vorstellen, bzw. wie man eine starke Netzneutralität irgendwie umgehen kann: A joint policy proposal for an open Internet. Die Kurzzusammenfassung ist: Das alte Internet bleibt – zumindest über Kabel und explizit nicht mobil – irgendwie offen, aber man plant einfach ein Neues, was dann einem Kabelfernsehennetz 2.0 vergleichbar sein wird.
Interessant ist die Einschätzung von Susan Crawford, die in ihrem Blog beschreibt, wie Google und Verizon versuchen, sich mit der Abmachung strengen Regeln zu entziehen, die juristisch einklagbar seien und vollendete Tatsachen zu präsentieren.
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: Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: Entscheidung an der Ruhr?
: Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: Entscheidung an der Ruhr? Ich bin extra früh aufgestanden, weil mir Jens vom Pottblog gestern Abend noch ein Update zum JMStV‑E versprochen hat, das auch für Netzpolitik.org interessant sein könnte. Seit ein paar Minuten ist es online.
Wie wir wissen, ist die Neufassung des Staatsvertrag über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien (JMStV) so gut wie durch. Anfang Juni wurde der von weiten Teilen der vernetzten Zivilgesellschaft abgelehnte Vertrag durch die Ministerpräsidenten der Länder unterzeichnet.
Um, wie geplant, am 1. Januar 2011 in Kraft zu treten, muss er lediglich noch von den Landesparlamente ratifiziert werden. Das ist, üblicherweise, nur eine Formalie. Und hier kommt mit NRW ein sympathisches Bundesland zwischen Rhein und Ruhr ins Spiel, in dem es kürzlich einen Regierungswechsel gegeben hat. Im Grunde stellt sich eine einfache Frage:
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: Radio: Netzpolitik – Nach der Thesenflut
: Radio: Netzpolitik – Nach der Thesenflut Ich war heute beim DRadioWissen-Online-Talk zu Gast und hab eine Stunde mit Mercedes Bunz und Wolfgang Schulz (Hans-Bredow-Institut), moderiert von Vera Linß über „Netzpolitik – Nach der Thesenflut“ diskutiert. Das kann man sich als MP3 anhören.
Und das ist der Begleittext zur Sendung:
Die deutsche Netzdebatte gleicht einem Kulturkampf. Auf der einen Seite die Netzaktivisten, auf der anderen die Wirtschaftslobbyisten. Doch die Unterschiede zwischen den Akteuren nehmen ab. Mittlerweile hat sogar die Politik die Relevanz des Netzes erkannt.
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: NPP096: Netzpolitische Wochenschau KW 29–31
: NPP096: Netzpolitische Wochenschau KW 29–31 Der Netzpolitik-Podcast Folge 096 ist die die Netzpolitische Wochenschau für die letzten drei Wochen. Entgegen der Annahme, dass Sommerpause ist, ist dann doch mehr passiert als wir dachten und so ist wieder eine Stunde Podcast mit dem Überblick über die wichtigsten Meldungen dabei rausgekommen. Wahlweise gibt es die Folge als MP3 oder als OGG.
Und das sind die Themen:
Liquid-Feedback vor Start bei der Piratenpartei
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: Datenspuren 2010 – Mind the Gap
: Datenspuren 2010 – Mind the Gap Am 16. und 17. Oktober 2010 findet wieder die Datenspuren-Konferenz des Chaos Computer Club Dresden im Kulturzentrum Scheune unter dem Motto „Mind the Gap“ statt. Bis zum 5. September läuft ein Call-for-Papers, Submissions können im Pentabarf angelegt werden.
Darum gehts:
Ein neues Jahrzehnt bricht an – der Zug in die digitale Realität der Informationsgesellschaft rollt und rollt. Wir wollen die Weichen stellen, welche ihn ins Licht führen statt durch den Untergrund gegen die Wand. Zum siebenten Mal lädt der Chaos Computer Club Dresden zu den Datenspuren. Unter dem Motto „Mind the Gap“ geht es um den Diskurs der aufgeklärten Netzgemeinschaft, Ideenaustausch, Diskussionen, Wissen, kreative Visionen unserer Zukunft im Netz, Chaos, Spaß am Gerät, Datenschutz, Handhabung öffentlicher und privater Daten, Formung der Informationsgesellschaft und der uns umgebenden Realität. Wir suchen Vorträge und Workshops zu den Themen Privatsphäre, Datenschutz, neue Technologien und dem ganzen Drum und Dran. Bringt Licht in den Tunnel und begleitet uns auf der Reise in die Zukunft.
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: Kurzprotokoll der ersten Enquete-Anhörung
: Kurzprotokoll der ersten Enquete-Anhörung Die Bundestagesverwaltung hat ein Kurzprotokoll der ersten Anhörung der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft veröffentlicht (PDF). Das Kurzprotokoll gibt ist leider kein Wortprotokoll, sondern nur eine Zusammenfassnug der Redebeiträge. Aber auf 51 Seiten (Inklusive Anwesenheitslisten, etc.) findet man eine gute Zusammenfassung der mündlichen Stellungnahmen. Unsere Live-Kommentierung der Anhörung findet man hier. Darin eingebunden ist auch das vollständige Video der Anhörung. Toll wäre ja noch ein Wortprotokoll, das man durchsuchen und aus dem man direkt zitieren könnte.
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: USA: Google will Verizon Schnellstraßen abkaufen (Update)
: USA: Google will Verizon Schnellstraßen abkaufen (Update) Nochmal Update: Google widerspricht und sagt, New York Times – Story sei falsch, aber die New York Times widerspricht Google und sagt, sie habe sehr gute Quellen. Mehr dazu unten!
In den USA stehen laut New York Times der Provider Verizon und Google vor einer Einigung darüber, dass Googles IP-Pakete priorisiert durch das Verizon-Netz geroutet werden: Google and Verizon in Talks on Web Priority. In der Diskussion um Netzneutralität nannten die großen Provider immer Google als Bild, warum man unbedingt Netzwerkmanagement machen muss, weil von Seiten Google ja X% des Internetverkehrs kommen würden.
The prospect of a Google-Verizon agreement infuriates many consumer advocates, who feel that it would concentrate in a few corporations control of what to date has been a free and open Internet system in which consumers decide which companies are successful. “The point of a network neutrality rule is to prevent big companies from dividing the Internet between them,” said Gigi B. Sohn, president and a founder of Public Knowledge, a consumer advocacy group. “The fate of the Internet is too large a matter to be decided by negotiations involving two companies, even companies as big as Verizon and Google.”
Wenn Google und Verizon sich einigen, dass Google eine Art Internetmaut für die Bevorzugung seiner Dienste zahlt, gibt es ein Problem: Google kann es sich leisten, aber was ist mit kleinen Unternehmen und ihren Services, was ist mit unseren Blogs und Podcasts? Ist das gerecht und sozial, das die Unternehmen die Schnellstraßen im Netz zugeteilt bekommen, die dafür ausreichend zahlen können? Was bedeutet das für Meinungsfreiheit, wenn die Zugangschancen nicht mehr dieselben sind? Was bedeutet es für den Wettbewerb und Innovation, wenn die großen Player eine Priorisierung kaufen können und die kleinen Wettbewerber dafür nicht ausreichend Geld in der Portokasse haben?
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: Piratenpartei: Flaute und Spaß dabei
: Piratenpartei: Flaute und Spaß dabei Suedeutsche.de hat einen aktuellen Erlebnisbericht über die Piratenpartei verfasst: Flaute und Spaß dabei.
Dem Hype folgt die Ernüchterung: Die so furios gestartete Piratenpartei scheint eine Entwicklung im Zeitraffer durchgemacht zu haben. In Berlin entdeckt sie die Langsamkeit für sich. In welche Richtung soll sich die Partei entwickeln? Ein Ortsbesuch.
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: Der Trend geht zur Internetthese
: Der Trend geht zur Internetthese Die Sendung Breitband bei Deutschlandradio Kultur hat heute über den Trend zur Internetthese berichtet: “Das Netz ist groß – Alle verfassen Internetthesen, was bringt das?”
Der Trend geht zur Internetthese. Im Herbst erschien das Internet-Manifest mit 17 Thesen zu Internet und Journalismus. Jetzt schwappte eine regelrechte Thesenschwemme durchs Netz. Innenminister Thomas de Maiziére stellte 14 Thesen zu “Perspektiven deutscher Netzpolitik” vor. Das Blog Aggregat 7 antwortete mit “Zehn Thesen”, der Chaos Computer Club mit elf “Forderungen für ein lebenswertes Netz”. Derzeitiger Thesen-Rekordhalter ist Blogger 137b zeitweise. “Das Netz ist groß”, lautet seine erste These, “Und eine Antwort auf alle Fragen”, schließt Nummer 42. Wir sprechen mit Markus Heidmeier über die verschiedenen Ansätze und wollen wissen: Woher kommt der Thesen-Boom, und was bringt er? Sind Internetthesen monologische Mantras oder sinnvoller Dialog?
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: Der Netzpolitik-iRights-Podcast: Netzrecht im Gespräch 001
: Der Netzpolitik-iRights-Podcast: Netzrecht im Gespräch 001 Wir haben ein neues Podcast-Format. Zusammen mit Till Kreutzer von iRights werde ich mich jetzt regelmäßig einmal im Monat über die aktuellen netzpolitischen Themen und Ereignisse unterhalten, und diese aus juristischer Sicht und dabei allgemeinverständlich Revue passieren lassen.
In der ersten Ausgabe des Netzpolitik-iRights-Podcast mit dem derzeitigen Titel „Netzrecht im Gespräch“ unterhalten wir uns über die Themen Leistungsschutzrecht, das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof gegen den Perlentaucher und was man alles beachten sollte, wenn eine Abmahnung mit der Post kommt. Neben einem allgemeinen Überblick über die jeweiligen Debatten und Themen besprechen wir auch, welche konkreten Auswirkungen diese u.a. für jeden Blogger haben.
Der Podcast liegt als MP3 (51 MB) und OGG auf dem Server.
Abschließend haben wir uns noch nicht für eine genaue Subheadline entschieden. In die engere Auswahl sind bisher „Rechtsfahrplan fürs Internet“, „Netzrecht im Gespräch“ und „Netzrechtliche Gespräche“ gekommen. Was sagt Ihr?
Über Feedback freuen wir uns wieder in den Kommentaren.
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: CCC: Forderungen für ein lebenswertes Netz
: CCC: Forderungen für ein lebenswertes Netz Der Chaos Computer Club hat nun eigene Thesen zur Netzpolitik als „Forderungen für ein lebenswertes Netz“ vorgelegt. Die gefallen mir sehr gut.
Forderungen für ein lebenswertes Netz
Der Chaos Computer Club (CCC) hat seit Beginn seines Bestehens die Chancen und Möglichkeiten, die das vernetzte Leben mit sich bringt, erkannt und propagiert. Viele der ursprünglichen – damals noch futuristisch anmutenden – Visionen sind inzwischen nicht nur Realität, sondern Selbstverständlichkeiten in der Mitte der Gesellschaft geworden. Der Einzug des Internets in den Alltag fast der gesamten Bevölkerung hat uns Datenschutzsorgen gebracht, aber auch zu einer Demokratisierung, einer Bereicherung aus wissenschaftlicher, sozialer und künstlerischer Sicht geführt. Die Selbstheilungskräfte des Internets haben dabei viele befürchtete dystopische Auswüchse ohne staatliches Eingreifen verhindern können. Aus unserer Sicht liegt der aktuellen Diskussion eine Fehleinschätzung zugrunde, an welchen Stellen Regulierungsbedarf notwendig ist und an welchen nicht.
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: Zehn Thesen zur Netzpolitik von Pavel Mayer
: Zehn Thesen zur Netzpolitik von Pavel Mayer Pavel Mayer hat als Antwort auf die 14 Thesen unseres Innenministers zur Netzpolitik eigene „Zehn Thesen zur Netzpolitik“ aufgestellt. Hier ist die Kurzversion, die Langversion in seinem Blog hat noch ausführliche Begründungen für die Thesen.
These 1 – Im Netz entscheidet sich die Zukunft
Die Forderung daraus: Das Netz braucht oberste politische Priorität.These 2 – Das Netz verlangt nach Wahrhaftigkeit, Offenheit und Transparenz
Die Forderung daraus: Politik in Zeiten in der globalen Informationsgesellschaft muss maximal offen und transparent sein.These 3 – Das Netz ist privater und öffentlicher Lebensraum von Menschen
Die Forderung daraus: Netzpolitik gehört in Hand der Netzbürger.These 4 – Das Netz spiegelt die reale Welt, doch es ist von anderer Natur
Die Forderung daraus: Gesetze der realen Welt dürfen nicht einfach auf das Netz angewendet werden. -
: Verlinkungen
: Verlinkungen Hier sind mal wieder viele Links der vergangenen Tage in einem Link-Überblick.
Heise: EU-Kommissarin Kroes sieht Open Source auf dem Vormarsch.
Als Beispiele nennt sie die Stadt München und die Open-Source-Richtlinien der englischen und der niederländischen Regierung. Die drei wichtigsten EU-Länder in Hinblick auf den Einsatz von Open Source seien Frankreich, Spanien und Deutschland. Die Erfahrungen seien positiv: Open Source spare Geld und verringere die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern.
Hier ist ihre Video-Ansprache: [GUADEC2010] Neelie Kroes on open source and the importance of communities.
Dazu passend Pro-Linux: EU führt Open-Source-Projekte fort.
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: Junge Union macht jetzt auch Netzpolitik
: Junge Union macht jetzt auch Netzpolitik Die Junge Union hat auf ihrem kleinen Parteitag namens Deutschlandrat einen Beschluss zum Thema „Freiheit und Verantwortung – Plädoyer für eine moderne Netzpolitik“ (PDF) beschlossen. Das ist erfreulich, weil man nun auch mal eine eigene aktuelle Positionierung hat. Ich wünsche mir ja schon lange, dass sich der Unions-Nachwuchs mal etwas mehr in die Partei-interne Debatte einmischt und Netz-freundlichere Positionen einfordert.
Doch leider wagt man das nur zaghaft und auch nur in einzelnen Punkten. In großen Teilen werden die Programme der CDU-geführten Ministerien gelobt. Die unterstützt man irgendwie alle und so ist der Antrag in Teilen eine Verbeugung vor der Politik der Bundesregierung und keine eigene Leistung einer Positionierung. Hier hätte man durchaus die Möglichkeit gehabt, mehr eigene Akzente für eine zukunftsfreundliche Netzpolitik zu setzen.
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: Internet-Community soll Knigge fürs Netz schreiben
: Internet-Community soll Knigge fürs Netz schreiben Die Springer-Zeitung die Welt arbeitet gerade an besseren Umgangsformen im Netz. Das ist ja der neue Renner unter konservativen Spitzenpolitiker_innen. Gestern gab es in der Welt gleich zwei Artikel zum Thema. Erstmal fordert unsere Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner „eine Art Knigge für das Internet“. Der soll aber aus der ominösen Internet-Community kommen:
WELT ONLINE: Brauchen wir also doch differenziertere Regeln für das Internet?
Aigner: Wir bräuchten einen Ehrenkodex, eine Art Knigge für das Internet, zehn goldene Regeln – kurz, knapp und klar.
WELT ONLINE: Wer soll einen solchen Knigge aufstellen?
Aigner: Solche Regeln können nur aus der Internetcommunity kommen. Es wäre schön, wenn die Nutzer selbst Vorschläge machen würden. Orientieren könnte man sich dabei auch an den sozialen Netzwerken, die bereits eine „Netiquette“ haben.
Die einzigen zehn Regeln, die ich für die Offline-Welt kenne, sind die zehn Gebote aus der Bibel. Die sollen auch mal in Stein gemeisselt gewesen sein. Ob diese das Vorbild für die Idee waren? Mal schauen, wann der erste Politiker fordert, dass die Enquete-Kommission mal den Knigge schreiben soll. Man könnte Ilse Aigner auch den Tip geben, dass es eine „Netiquette“ auch schon vor Social Networks gab.
Praktisch, dass in derselben Ausgabe die Deutsche Telekom gleich „101 Regeln für das digitale Benehmen“ präsentiert. Das sind zwar einige zuviel, aber die Welt-Redaktion hat sich wahrscheinlich sehr gefreut, weil man diese 101 Regeln gleich in einer umfangreichen Klickstrecke unterbringen kann. Dazu gibt es noch einen Artikel mit Stilblüten wie:
Wenn es um die Manieren der Gesellschaft 2.0 geht, ist das Zeugnis weitgehend vernichtend: Auf digitale Weise bohren wir in der Nase, kauen Fingernägel und kippeln mit den Stühlen.
Regel 9 der Telekom ist übrigens:
Nutze die „ Copy & Paste“ Funktion, um Namen anderer nicht versehentlich falsch zu schreiben.
Das klingt schon ziemlich golden.
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: Freitags-Links
: Freitags-Links Ich bin gerade wieder viel unterwegs und komme kaum zum ausführlichen bloggen, daher hier wieder nur die Links, die sich in meinem Browser angesammelt haben:
Es ist Freitag und es belschleicht mich das Gefühl, dass Freitags immer Ole Reißmann auf SpOn über ACTA & Co schreiben darf. So auch heute: Frontalangriff auf Filesharer.
Millionenfach werden Filme und Musik illegal im Internet getauscht. Die Rechteinhaber drängen seit Jahren auf harte Strafen bis hin zum Netzentzug. Eine Gruppe von Industriestaaten plant jetzt internationale Abkommen – und den Einstieg in die Nutzerüberwachung.
The Pirate Bay hatte ein kleines Sicherheitsleck und jetzt scheinen wohl 4 Millionen Nutzerdaten im Umlauf zu sein: The Pirate Bay: 4 Millionen Nutzerdatensätze abgegriffen.
Ein argentinischer Hacker hat vier Millionen Datensätze des umstrittenen Torrent-Trackers The Pirate Bay abgegriffen. Laut dem renommierten Security-Journalisten Brian Krebs enthalten die Daten Login-Namen, E‑Mail-Adressen, Passwort-Hashes, IP-Adressen und hochgeladene Torrents von registrierten Nutzern. Der 23-jährige Argentinier „Ch Russo“ konnte gegenüber Krebs glaubhaft belegen, dass er tatsächlich im Besitz von Login-Daten ist.
Bahnbrechende Erkenntnis einer US-Studie: Blogger müssen besser werden. Konkret geht es um die Frage, ob Blogger in den USA den Wegfall von Ressourcen und Berichterstattung bei klassischen Medienunternehmen kompensieren können. Wenig überraschendes Ergebnis: Auch Blogger können sich Geld nicht herzaubern und so fehlt es meist an finanziellen Ressourcen, um gut ausgestattet berichten zu können.
Es sei allerdings wichtig zu verstehen, wie Bürgerjournalismus und klassische Medien derzeit nebeneinander existieren. Künftig könnte es sein, dass die Blogger eine größere Verantwortung im Mediensystem übernehmen müssen. „Wenn Medienunternehmen zu weiteren Einschnitten gezwungen werden und nicht mehr in der Lage sind, die gleiche Informationsabdeckung für ihre Gemeinde zu liefern wie früher, wird der Bürgerjournalismus möglicherweise einspringen müssen“, sagt Duffy. Bisher ist er laut Studie dazu nicht in der Lage. Aber genau deshalb sei es wichtig, diese Websites zu untersuchen. So könne man die Blogger darauf hinweisen, was sie tun müssen, um ihre Qualität weiter zu verbessern und langfristig zu überleben.
Sebastian Sooth hat sich mal den Jahresbericht 2009 des Petitionsausschuß des Deutsche Bundestages angschaut und kommt zu dem wenig überraschenden Ergebnis:
Dass man aber das Recht des Bürgers, sich mit einer Petition an seine Volksvertretung zu wenden, so weit verwaltet, dass es nur im Ausschuss landet und dann im Sammelverfahren durchgewunken wird, ohne zumindest den Ausschuss kurz was zum generellen Stand der Dinge, zu den aktueller Eingabetrends o.ä. sagen zu lassen, oder wenigstens unkompliziert nähre Informationen zu Inhalten und Tendenzen zu erfahren (ohne extra Verwaltungsgang), das finde ich dann doch etwas zu wenig.
Ich hab viele Zuschriften bezüglich des dämlichen Klarnamenzwangs bei „World of Warcraft“ bekommen und würde das gerne ausreichend kommentieren, aber bis nächste Woche fehlt mir die Zeit dazu. Daher sei hier erstmal auf Christian Stöckers Kommentar bei SpOn verwiesen, der das schon getan hat: Facebook verdirbt die Sitten.
Heinz Müller statt Tollagorim – Orks, Elfen und Zauberer sollen künftig gefälligst im „World of Warcraft“-Forum sagen, wie sie wirklich heißen. Das will der Betreiber Blizzard erzwingen. Online-Rollenspieler sind wütend über den Schritt, hinter dem der gewaltige Einfluss von Facebook steckt.
Wer zu der WoW-Sache noch gute Links hat: BItte in den Kommentaren ergänzen!
Heise: Australien verschiebt Internetfilter auf 2011.
Die australische Regierung hat ein Gesetzesvorhaben aufgeschoben, nach denen Internetprovider Webseiten mit kinderpornografischen oder zu Gewalt aufrufenden Inhalten blockieren sollen. Der für Breitband, Kommunikation und Digitale Ökonomie zuständige Minister Stephen Conroy hat erklärt, zunächst sollten die Richtlinien für die Blacklist der verbotenen Inhalte überprüft werden. Dazu sollen auch Experten aus den australischen Bundesstaaten und Territorien herangezogen werden. Laut einem Bericht der australischen Tageszeitung Sidney Morning Herald verzögere sich dadurch der Start des Internetfilters auf nächstes Jahr.
Heise: Türkei will Internet-Kontrolle verstärken.
Die türkische Regierung will die Internet-Überwachung mit einer neuen Polizeistelle weiter verstärken. Nach Beratungen des Innen- und des Justizministeriums solle ein „Zentrum für IP-Verfolgung“ eingerichtet werden, berichteten türkische Medien am Freitag. Aufgabe der neuen Einheit sei es, „schädliche Seiten“ und ihre Betreiber ausfindig zu machen. Danach werde binnen 24 Stunden ein Gerichtsbeschluss für die Sperrung von Seiten angestrebt. Über Strafen für Betreiber werde noch beraten.
Gute Übersicht und Linkliste bei Mobileactive.org: Mobile Audio recording in the filed.
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: NRW-Koalitionsvertrag aus netzpolitischer Sicht
: NRW-Koalitionsvertrag aus netzpolitischer Sicht In NRW haben Rot-Grün ihren Koalitionsvertrag präsentiert. Darin finden sich einige positive Punkte wie bessere und unabhängigere Datenschutzaufsicht, OpenGovernment, Bekenntnis zur Privatkopie und Netzneutralität sowie öffentliche WLAN-Zugänge. Den Punkt „Die Rechte der Nutzerinnen und Nutzer sichern“ könnte man auch so verstehen, dass man den Jugendmedienschutzstaatsvertrag ablehnt, auch wenn das explizit nicht drin steht. Aber wer weiß?
Seite 75: „Wir verbessern den Datenschutz“
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: Statistiken zur Enquete-Anhörung
: Statistiken zur Enquete-Anhörung Die Bundestagesverwaltung hat Web-Statistiken rund um die Anhörung der Enquete-Kommission Netzpolitik und digitale Gesellschaft am vergangenen Montag bekannt gegeben. Den Live-Stream haben insgesamt 1833 Zuschauer mit einer durchschnittlichen Dauer von knapp 26 Minuten angeschaut. Das vierstündige Video steht seitdem im Netz, innerhalb der ersten rund 20 Stunden wurde es 366x angeschaut, die Ansichtsdauer betrug in den ersten Stunden 15 Minuten, danach knapp 27 Minuten.
Bei twicker.net findet man Statistiken rund um den Hashtag #eidg. Aber ich weiß nicht, wie aussagekräftig die Zahl von 300 Tweets am Montag ist und ob die Zahlen auch korrekt sind:
Heute im Bundestag hat auch über die Anhörung berichtet: Experten: Deutschland hängt im internationalen Vergleich bei Digitalisierung zurück. Irgendwie kommt mir der Bericht aber etwas einseitig vor, weil die ersten 60% des Artikels sich um wirtschaftliche Themen drehen, die in der Anhörung zeitmäßig vergleichbar gering gegenüber gesellschaftlichen Fragen diskutiert wurden. Zudem hat die Redaktion Peter Kruse als Sachverständigen vergessen, der taucht gar nicht auf.
Martin Weigert hat auf Netzwertig noch ein paar Zitate der Sachverständigen gesammelt.
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: Heute live: Anhörung der Enquete-Kommission zu Netzpolitik
: Heute live: Anhörung der Enquete-Kommission zu Netzpolitik Heute findet ab 13:00 Uhr die vierte Sitzung der Enqute-Kommission Netzpolitik und digitale Gesellschaft im Deutschen Bundestag mit einer Anhörung statt. Die Anhörung wird im Live-Stream von bundestag.de gesendet. Ich werde von vor Ort mitbloggen und hier in diesem Artikel live kommentieren.
Update: Hier ist die Aufzeichnung:
Gibts auch als 3,5 GB Download.
Sieben von neun eingeladenen Sachverständigen haben schon schriftliche Stellungnahmen abgegeben. Das reicht vom Umfang von ganz kurz und mit wenig Argumenten (Lars Hinrichs) bis zu kleinem Buch (Jörg-Müller Lietzkow). Man muss auch keine Fragen beantworten, wie Peter Kruse zeigt, der die Stellungnahme eher für Eigen-PR nutzt und zehn Thesen präsentiert. Interessant sind die Antworten von Thomas Hoeren, Rainer Kuhlen und Wolfgang Coy.
Hier sind die direkten Links:
Stellungnahme des Sachverständigen Prof. Dr. Wolfgang Coy
Stellungnahme des Sachverständigen Lars Hinrichs
Stellungnahme des Sachverständigen Prof. Dr. Thomas Hoeren
Stellungnahme der Sachverständigen Marie-Thérèse Huppertz
Stellungnahme des Sachverständigen Dr. Peter Kruse
Stellungnahme des Sachverständigen Prof. Rainer Kuhlen
Stellungnahme des Sachverständigen Jörg-Müller Lietzkow
Stellungnahme des Sachverständigen Michael Schwemmle
Update: Sitzung beginnt. Bundestagsverwaltung hat endlich mal WLAN an den Start gebracht.
Erster Redebeitrag von Peter Bisa. Hat keine Stellungnahme abgegeben, weil ihm die Zeit zu knapp war. „Wenn, dann soll man es richtig machen“. Hat dafür Thesen vorbereitet. Will, dass Chancen mal diskutiert wird. Er ist nämlich oft im Ausland unterwegs.
These 1: Das deutsche Datenschutzniveau ist weltweit Spitze und er will aus der Stärke einen Standortvorteil machen. „Security from Germany“. Silversurfer finden das gut.