Linkschleuder

Linktipps der Redaktion

  • : „Wo bist du, Schatz?“– about:blank erklärt Spionage-Apps
    „Wo bist du, Schatz?“– about:blank erklärt Spionage-Apps

    Vom Partner, durch die eigenen Eltern oder die Arbeitgeberin – manche Menschen werden gegen ihren Willen kontrolliert und überwacht. Stalking ist in Deutschland illegal. Trotzdem richten sich Hersteller von Spionage-Apps mit ihren Produkten an niedere Instinkte wie die Eifersucht ihrer vor allem männlichen Kunden.

    In der neuen Folge unserer Webvideo-Formats about:blank interviewt Florian Prokop den Redaktionsleiter der Vice-Technikseite Motherboard, Max Hoppenstedt, um mehr über „Stalkerware“ im privaten Umfeld zu erfahren. Hoppensted sagt, dass der Umfang der Überwachung durch Personen im Umfeld der Betroffenen oft unterschätzt wird, tatsächlich würde es das Ausmaß der staatlichen Überwachung noch übertreffen.

    Das Video findet ihr auch auf YouTube

    16. März 2018 4
  • : „Mesh is in the air!“: Freifunk lädt zu Mai-Veranstaltung nach Berlin
    Freifunk-Installation in Berlin-Kreuzberg
    „Mesh is in the air!“: Freifunk lädt zu Mai-Veranstaltung nach Berlin

    Die Freifunk-Community lädt unter dem Motto „Mesh is in the air!“ vom 7. Mai bis zum 13. Mai nach Berlin, um die beiden Veranstaltungen „Wireless Battle of the Mesh v11 (#WBMv11)“ und das „Wireless Community Weekend 2018“ zusammenzulegen. Die Veranstaltung findet in der c‑base statt.

    The Wireless Battle of the Mesh v11 (#WBMv11) and the Wireless Community Weekend 2018 (#FFWCW18) will be meshed up and co-located in Berlin from May 07 to May 13, 2018. Since it is the 15th anniversary of the WCW, friends and fellows from across the globe celebrate together wireless mesh network technologies and ideas of community networking.

    You can expect to meet with tech experts in mesh technologies, policy discussions, talks, hands on workshops, late night hacking sessions, measurement campaigns and an ongoing barbeque at the riverside. If you are a mesh networking enthusiast, community activist, or simply have an interest in wifi or dynamic routing protocols, you can’t miss this event!

    14. März 2018
  • : John Oliver erklärt Kryptowährungen
    John Oliver erklärt Kryptowährungen

    In der „Last Week Tonight“-Show von John Oliver wurde in der letzten Sendung das Thema Kryptowährungen und Blockchains erklärt und kommentiert. Das ist über 25 Minuten sehr kurzweilig geworden.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    „Cryptocurrencies: everything you don’t understand about money, combined with everything you don’t understand about computers“.

    14. März 2018 2
  • : Netzsperren: Vodafone geht gegen kinox.to-Verfügung in Berufung
    Das Landgericht München I hat Vodafone dazu verdonnert, den Zugang zum Streaming-Portal kinox.to zu sperren.
    Netzsperren: Vodafone geht gegen kinox.to-Verfügung in Berufung

    Als erster Netzanbieter in Deutschland wurde Vodafone vor einem Monat mit einer einstweiligen Verfügung gewungen, Netzsperren zu errichten. Auf dem Streaming-Portal kinox.to seien auch Filme bereitgestellt worden, an denen Constantin Film die Rechte besitze. Um diese mutmaßlichen Urheberrechtsverstöße zu unterbinden und die Webseite nicht mehr erreichbar zu machen, musste Vodafone schließlich (einfach zu umgehende) DNS-Sperren für seine Kabelkunden einsetzen. Vergangene Woche hat Vodafone Berufung gegen das Urteil des Landgerichts München eingelegt, berichtet Heise Online:

    Vodafone argumentiert, dass es als Accessprovider „lediglich neutral den Zugang zum Internet“ vermittelt. Das Unternehmen ist der Auffassung, „dass nach geltendem Recht Vodafone nicht verpflichtet werden kann, Urheberrechtsverletzungen im Internet durch Sperren einzudämmen“, erklärte eine Sprecherin gegenüber heise online. Eine solche Sperrung würde erheblich in den Geschäftsbetrieb sowie in die Netzinfrastruktur von Vodafone eingreifen. Auch die Rechte der Kunden seien beschnitten. Eine Sperrung dürfe nur „auf einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage erfolgen.“ Diese fehle jedoch, weshalb es „der grundsätzlichen gerichtlichen Klärung“ bedarf.

    14. März 2018 3
  • : Massenmedien: Abschied von der „allgemeinen Öffentlichkeit“
    Soziale Netzwerke: Teil einer "Singularisierung" der Öffentlichkeit.
    Massenmedien: Abschied von der „allgemeinen Öffentlichkeit“

    Kultursoziologe Andreas Reckwitz hat für seine Gegenwartsanalyse „Die Gesellschaft der Singularitäten“ den Bayerischen Buchpreis gewonnen. Seine Kernthese: Allgemeine Kriterien verfallen zugunsten einer stärkeren Orientierung am Besonderen und Individuellen.

    In einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur setzt er seine Theorie nun auch in Bezug zum Wandel der Öffentlichkeit:

    Da kann man, denke ich, tatsächlich sagen, dass die Digitalisierung auch dazu führt, dass in jeder Hinsicht so was wie eine allgemeine Öffentlichkeit erodiert und es viele Partikularöffentlichkeiten gibt. Also, einfach gesagt: Auch die alte Industriegesellschaft war ja eine, in der es eine gemeinsame Öffentlichkeit in mancher Hinsicht gab, über – zum Beispiel – die großen überregionalen Zeitungen oder über das staatliche Fernsehen. Das waren ja gewissermaßen Medien, die sich an alle gewandt haben, die auch sehr hohe Einschaltquoten hatten, wo man sagen kann, die verschiedensten Milieus der Gesellschaft haben das rezipiert und hatten, könnte man sagen, eine gemeinsame Debattengrundlage.

    Diese gemeinsame Debattengrundlage sei in den digitalen Medien verloren gegangen, so Reckwitz. Die entstehenden Partikularöffentlichkeiten würden die Mobilisierung von Gruppen erleichtern. Das sei nicht ausschließlich problematisch, allerdings ginge dadurch der für eine Demokratie notwendige Kommunikationsraum verloren.

    13. März 2018 5
  • : „Twitter doch, wenn du dich traust“: Kritik an Spaniens Antiterrorgesetz
    Spaniens Diktator Franco und sein Premierminister Carrero Blanco (Mitte links)
    „Twitter doch, wenn du dich traust“: Kritik an Spaniens Antiterrorgesetz

    Amnesty International kritisiert in einem neuen Bericht „Twitter’ doch, wenn Du dich traust“ die spanische Antiterror-Gesetzgebung als Einschränkung der Meinungsfreiheit, online wie offline. Der im Jahr 2000 eingeführte und 2015 nach den Anschlägen von Paris verschärfte Artikel 579 des spanischen Strafgesetzbuches verbietet die „Verherrlichung des Terrorismus“ und die „Herabsetzung der Würde von Terroropfern“. Das Gesetz sei viel zu vage formuliert und führe immer wieder zu fragwürdigen Verurteilungen. Damit habe es eine abschreckende Wirkung auf die freie Meinungsäußerung, kritisiert Amnesty.

    Unter dem Gesetz wurde etwa eine 21-jährige Studentin für einen Witz auf Twitter verurteilt. Der Guardian berichtet dazu:

    Der wohl berüchtigste Fall [des Antiterrorgesetzes] ist der von Cassandra Vera. Die Studentin erhielt eine auf Bewährung ausgesetzte Gefängnisstrafe und ist für sieben Jahre von öffentlichen Mitteln finanzierten Stellen ausgeschlossen, weil sie einen Witz über die Ermordung eines spanischen Premierministers 1973 twitterte. Veras Verurteilung und die Strafe wurden Anfang März aufgehoben, nachdem Spaniens Höchstgericht urteilte, dass ihr Verhalten vielleicht moralisch verwerflich gewesen sei, dies aber nicht im Verhältnis zur vom Gericht verhängten Strafe stehe.

    Vera hatte im November 2013 über das tödliche Attentat der baskischen Terrorgruppe ETA gegen den von Diktator Franco eingesetzten Premierminister Luis Carrero Blanco gewitzelt: „ETA war damals schwer gegen Dienstwagen. Und kombinierte das mit einem Weltraumprogramm“.

     

    Update vom 16. März 2018: Im ersten Absatz wurde klargestellt, dass das umstrittene Antiterrorgesetz bereits 2000 eingeführt und 2015 nur verschärft wurde.

    13. März 2018 4
  • : Studie: Kurzfassungen von Datenschutzerklärungen nutzen wenig
    Studie: Kurzfassungen von Datenschutzerklärungen nutzen wenig

    Kurzfassungen von Datenschutzerklärungen helfen Nutzern kaum dabei, zu verstehen, wie Unternehmen ihre personenbezogenen Daten verarbeiten. So fasst Christiane Schulzki-Haddouti bei heise.de eine Wirksamkeitsstudie [PDF] zu Datenschutz-One-Pagern zusammen. Auf Initiaitve des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz werden diese seit kurzem von Firmen wie Zalando oder der Telekom eingesetzt.

    Das Forschungsinstitut Con Policy hatte für seine (nicht repräsentative) Untersuchung zwei Experimente durchgeführt, unter anderem mit Nutzern des Onlinehändlers Otto.de. Das Ergebnis: Zwar werde der Onepager mehr gelesen als die klassische Formen der Datenschutzerklärung. Zu einem besseren Verständnis der Datennutzung und ihrer Konsequenzen führe das aber nicht.

    13. März 2018 2
  • : Digitalpakt: Bundesregierung will Schulen keine Endgeräte bezahlen
    Digitalpakt: Bundesregierung will Schulen keine Endgeräte bezahlen

    Über den „Digitalpakt #D“ zur Förderung der „Digitalen Bildung“ in Deutschland ist bislang wenig Konkretes bekannt. Lediglich die Höhe der Bundesinvestitionen für die technische Ausstattung von Schulen steht im Koalitionsvertrag: 3,5 Milliarden Euro sollen in dieser Legislaturperiode fließen. Etwas mehr Aufschluss bietet jetzt eine noch nicht veröffentlichte Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP, über die der Tagesspiegel heute berichtet. Ihr zufolge setzt die Große Koalition auf eine „Bring Your Own Device“-Strategie. Schulen sollen im Rahmen des Digitalpakts nicht mit digitalen Endgeräten aufgerüstet werden.

    Voraussetzung für die Realisierung des Digitalpaktes ist eine bislang noch nicht abgeschlossene Bund-Länder-Vereinbarung, in der Details festgelegt werden. Schon bisher war bekannt, dass der Schwerpunkt der Bundesförderung darauf liegen soll, Schulen mit schnellem Internet zu versorgen. Dass gar kein Geld für Endgeräte fließen soll, sei mit den Ländern abgestimmt, heißt dem Bericht zufolge vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bildungsministerium, Thomas Rachel. Dem widerspricht die FDP:

    Aus der FDP heißt es auch, dass die Kulturministerkonferenz (KMK) keineswegs das Modell „Bring Your Own Device“ favorisiere, wie es die Bundesregierung in ihrer Antwort schreibt. Dies werde von den Ländern allenfalls als „Option“ gesehen. Tatsächlich findet sich in dem von der KMK 2016 verabschiedeten Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ keine eindeutige Festlegung auf eben jene Handhabung.

    13. März 2018 9
  • : Facebook behindert Forschung zu „Fake News“
    Die Forschung zu Fake News in sozialen Netzwerken basiert hauptsächlich auf Daten von Twitter, da Facebook seine Daten nicht teilt.
    Facebook behindert Forschung zu „Fake News“

    Der Debatte über den Einfluss von Desinformation im Netz auf Wahlen mangelt es an belastbaren Zahlen. Zu einem guten Teil ist dafür Facebook verantwortlich, denn das größte soziale Netzwerk weigert sich beharrlich, anonymisierte Daten für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen, berichtet Politico.

    Der Einfluss von auf Facebook zirkulierenden Falschmeldungen auf das Stimmverhalten von Wählerinnen, wie zuletzt am Wahlsonntag in Italien, wird vielfach diskutiert, allerdings gibt es bisher kaum überprüfbare Daten über das Ausmaß der verbreiteten Falschmeldungen. Facebook gewährt externen Wissenschaftlerinnen keinen Einblick in anonymisierte Daten und begründet das mit dem Schutz der Nutzerdaten. Zahlen über die Verbreitung von Falschmeldungen beziehen sich daher oft auf Twitter, obwohl Facebook das weit mehr genutzte und deshalb relevantere soziale Netzwerk ist.

    Schnittstellen für die Bereitstellung von anonymisierten Daten existieren bereits für „öffentliche“ Facebook-Seiten. Technische Hürden müsste Facebook also kaum überwinden, sondern mehr politische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

    Politico schreibt (unsere Übersetzung):

    „Ohne Zugang zu Facebooks privaten Datensätzen sind Fake-News-WissenschaftlerInnen auf Datensätze von anderen sozialen Netzwerken angewiesen, um stellvertretend anhand dieser Daten ein Verständnis von der Verbreitung von Desinformationen auf Facebook zu bekommen. Viele (…) beruhen auf Twitter, hauptsächlich, weil die Beiträge auf dieser Plattform fast immer öffentlich sind.“

    „[Facebook] gewährt keinen Zugang zu anonymisierten Daten für individuelle „private“ Facebook-Seiten (solche, die Du und ich nutzen, um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben), welche – und das ist wichtig – den Löwenanteil der Online-Aktivitäten repräsentieren, also der Ort, wo die meisten Desinformationen erstellt und geteilt werden. (…) Ein Anfang für Facebook wäre, verifizierten WissenschaftlerInnen im Interesse der Allgemeinheit Zugang zu ihren Daten zu gewähren“

    12. März 2018 6
  • : Projekt für Schüler: Bayerischer Rundfunk erklärt Medien
    Auch Digital Natives müssen kritisch mit Online-Medien umgehen.
    Projekt für Schüler: Bayerischer Rundfunk erklärt Medien

    Die öffentlich-rechtlichen Sender wenden sich mit neuen Beiträgen auf der Website „so geht MEDIEN“ an Schulen und Lehrer. Seit 2016 bieten sie dort schülerfreundliches Material zum Thema Medienkompetenz im digitalen Zeitalter an: Wie erkenne ich Falschmeldungen? Was besagt das Urheberrecht? Warum gibt es ARD, ZDF & Co. überhaupt?

    Die Inhalte sind bewusst interaktiv und multimedial gestaltet worden, um für das Thema zu interessieren:

    „so geht MEDIEN“ setzt bewusst auf das „Medium“ Internet, um Medienkompetenz zu vermitteln. Denn die Digitalisierung schreitet rasch voran und viele Jugendliche nutzen in erster Linie ihr Smartphone, um sich zu informieren. Im Idealfall setzt eine Lehrkraft „so geht MEDIEN“ online im Unterricht ein und überträgt den Schülerinnen und Schülern ab und zu Aufgaben, die sie mit dem Smartphone oder Tablet lösen – zum Beispiel das große „so geht MEDIEN“-Rätsel oder eines der vielen Quiz. Da aber Schulen nicht immer auf dem neuesten Stand der Technik sein können, werden die allermeisten Inhalte auch zum Download angeboten.

    Konzipiert wurde das Projekt vom Bayerischen Rundfunk und wird sukzessive erweitert. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale hat es bereits ausgezeichnet. Für Erwachsene und Lehrer findet sich gleich noch eine Erklärung zum Rundfunkbeitrag in den Links.

    12. März 2018
  • : Datenschützer fordern verpflichtende Updates für das Internet der Dinge
    Der Fitnesstracker sammelt Informationen über Herzfrequenz und Schlafrhytmus
    Datenschützer fordern verpflichtende Updates für das Internet der Dinge

    Von der Kaffeemaschine bis zum Sexspielzeug: Immer mehr Geräte sind mit dem Internet verbunden. Fehlende Sicherheitsupdates gefährden jedoch den Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzer. Welche Regelungen dabei helfen könnten, das Internet der Dinge sicherer zu machen, stellt die Internationale Arbeitsgruppe zum Datenschutz in der Telekommunikation in einem Empfehlungspapier [pdf] vor.

    Von Politik und Regulierungsbehörden wünscht sich die Arbeitsgruppe die Förderung von Projekten, die an Aktualisierungen arbeiten und die Formulierung konkreter Anforderungen an die Sicherheit von Geräten im Internet der Dinge, etwa durch eine Zertifizierung.

    Eine der Empfehlungen an die Gesetzgeber lautet:

    Festlegung von Anforderungen an die Sicherheit von IoT-Geräten, die an Privatpersonen verkauft werden, inklusive der Verpflichtung zur Bereitstellung von Informationen über die installierte Firmware, über den Zeitraum, in dem Updates für die Firmware der Geräte für bekannte Lücken zur Verfügung gestellt werden, und über das Verfahren, das Privatpersonen befolgen müssen, um sicherzustellen, dass auf das Produkt die neuesten Sicherheitsupdates angewendet werden.

    Weiter heißt es in dem Papier, dass die Hersteller besser über Updates informieren und sie über die gesamte unterstützte Lebensdauer bereitstellen sollen. Unterstützt ein Hersteller ein Gerät nicht mehr, sei auch die „Freigabe von Quellcode im Rahmen einer Open-Source-Lizenz“ möglich. In der Arbeitsgruppe sind Datenschutzbehörden, aber auch Regierungsstellen, Vertreter internationaler Organisationen und Wissenschaftler aus aller Welt vertreten.

    12. März 2018 1
  • EU-Kommission: Datenschutz in Freihandelsabkommen nicht verhandelbar
    EU-Kommission Datenschutz in Freihandelsabkommen nicht verhandelbar

    Bereits Ende Januar hat die EU-Kommission beschlossen, den Transfer und den Schutz personenbezogener Daten künftig von Freihandelsabkommen ausklammern zu wollen. In einer Presseerklärung hielt die Kommission fest: „Da der Schutz personenbezogener Daten in der EU ein Grundrecht ist, kann er nicht Verhandlungsgegenstand im Kontext von EU-Freihandelsabkommen sein.“ Für die Regelung transnationaler Datenflüsse gebe es geeignetere Instrumente, etwa das Mittel der Angemessenheitsentscheidung.

    In der Vergangenheit gab es immer wieder Anlass zur Sorge, dass europäische Datenschutzstandards über den Umweg von Freihandelsabkommen ausgehebelt werden. Die EU-Kommission folgt mit ihrer Entscheidungen dem Drängen des EU-Parlaments und von Organisationen der digitalen Zivilgesellschaft.

    European Digital Rights (EDRi), die Europäische Verbraucherschutzorganisationen BEUC und der Transatlantic Consumer Dialogue begrüßten den Schritt dementsprechend. Gleichzeitig fordern sie von der Kommission eine baldige Publikation des tatsächlichen Beschlusstextes und mehr Informationen darüber, wie die Entscheidung sich im Detail auf Freihandelsabkommen auswirken wird.

    12. März 2018 5
  • : Cyborgs? about:blank erklärt elektronische Implantate
    Cyborgs? about:blank erklärt elektronische Implantate

    Vom Herzschrittmacher bis zum implantierten RFID-Chip für Mitarbeiter, die möglichen Einsatzgebiete und Beweggründe für elektronische Implantate sind vielfältig. Manche Menschen, die ihre physischen und mentalen Fähigkeiten mit Hilfe von Technologien erweitern, bezeichnen sich als Cyborgs. In der neuen Folge unseres Webvideo-Formats about:blank stellt Florian Prokop Pioniere auf dem Gebiet vor und fragt, ob elektronische Implantate, trotz Sicherheitslücken, in Zukunft verpflichtend werden könnten.

    Cyborg leitet sich von „Cybernetic Organism“ ab, auf Deutsch wird er teilweise mit Maschinenmensch übersetzt, parallel wird auch der Begriff Bodyhacking verwendet. Darunter fallen verschiedene Technologien, deren einzige Gemeinsamkeit ihre elektronische Komponente ist. Das umfasst sowohl RFID-Chips (Radiofrequenzidentifikation) als auch herkömmliche Prothesen. Davon profitieren können Menschen, die sich freiwillig dafür entscheiden, gleichzeitig wird im Video auf die Gefahr des Trackings von Mitarbeiterinnen, drohende Verpflichtung und einen Fall von Sicherheitslücken bei Herzschrittmachern in England verwiesen.

    Das Video findet ihr auch auf YouTube

    12. März 2018 1
  • : Studie über Twitter: Menschen neigen zum Verbreiten von Fake News
    Alles Fake News. Twitter hat der Präsident noch nicht beschuldigt.
    Studie über Twitter: Menschen neigen zum Verbreiten von Fake News

    Das US-Magazin Science hat vor kurzem eine Studie des Massachusetts Institute of Technology zu Fake News veröffentlicht. Computerlinguist Soroush Vosoughi und seine Kollegen untersuchen darin mehr als 4,5 Millionen Tweets der vergangenen zwölf Jahre. Das Ergebnis: Falschmeldungen werden von menschlichen Nutzern auf Twitter im Durchschnitt fast doppelt so häufig geteilt wie andere Inhalte. Eine Falschmeldung erreicht 1.500 Nutzer außerdem 6 Mal so schnell wie eine als wahr eingestufte Nachricht.

    In der Studie heißt es:

    Wir haben die Meldungen in Übereinstimmung mit sechs unabhängigen Organisationen als wahr oder falsch klassifiziert. Unwahrheiten verbreiteten sich in allen Informations-Kategorien signifikant weiter, schneller und tiefgehender als die Wahrheit. Die Effekte waren ausgeprägter für politische Falschmeldungen als für Falschmeldungen über Terrorismus, Naturkatastrophen, Wissenschaft, städtische Legenden oder Finanzen. Wir haben ermittelt, dass falsche Meldungen überraschender sind als wahre. Das impliziert, dass Menschen mehr dazu neigen, überraschende Informationen zu teilen. [Eigene Übersetzung]

    Die Aktivitäten von Social Bots sind nicht Bestandteil der Studie. Vielmehr sei es insbesondere menschliches Verhalten, das zur weiten Verbreitung von Falschmeldungen beitrage. So wie auch im echten Leben Gerüchte als besonders interessant wahrgenommen werden, gehen sie laut den Forschern in den sozialen Medien häufiger viral. Fake News könnten nicht allein durch technische Maßnahmen verhindert werden, sondern man müsse beim Menschen ansetzen.

    Besonders viele Retweets gab es 2016 im Wahlkampf der US-Präsidentschaftskandidaten. Die damalige Beliebtheit von Verschwörungstheorien auf Twitter fand bereits die Universität Oxford heraus: Insbesondere in den sogenannten Swing States, in denen der Wahlausgang traditionell besonders knapp ausfällt, war dies der Fall. Viele Nutzer sozialer Medien können nicht unterscheiden, ob Informationen wahr oder falsch sind.

    9. März 2018 7
  • : Netflix wird zum Politikmedium: Barack Obama bekommt eigene Show
    Mit Plänen für eine eigene Sendung macht Ex-Präsident Obama sein Image zur Ware. Im Bild: Puppen von Prominenten. Von links nach rechts: Ein Ninja-Turtle, Jesus, Obama und sein Nachfolger Donald Trump
    Netflix wird zum Politikmedium: Barack Obama bekommt eigene Show

    Der Videostreamingdienst Netflix plant, mit selbstproduzierten Inhalten in das politische Tagesgeschäft einzugreifen. Laut einem Bericht der New York Times befindet sich Netflix in „fortgeschrittenen Gesprächen“ mit Barack Obama über eine eigene Sendung mit dem früheren US-Präsidenten. Mit der Obama-Show und angekündigten Talk-Formaten versucht Netflix, das mit dem Polit-Thriller „House of Cards“ seinen ersten großen Hit landete, zunehmend selbst die politische Agenda zu setzen.

    Die New York Times berichtet:

    Unter den Bedingungen des vorgeschlagenen Deals, der noch nicht abgeschlossen ist, bezahlt Netflix Obama und seine Frau Michelle für exklusive Inhalte für den Streamingdienst, der weltweit 118 Millionen Abonnenten hat. Die Zahl der Folgen und das Format für die Sendung sind noch nicht entschieden. […] Eine Idee für die Sendung ist, dass Obama Unterhaltungen über die Themen moderiert, die seine Präsidentschaft dominierten – Gesundheitsversorgung, Wahlrecht, Einwanderung, Außenpolitik und Klimawandel. Alles Themen, die die amerikanische Wählerschaft auch in der Amtszeit von Präsident Trump polarisieren.

    Der Streamingdienst bietet Obama damit künftig ein Podium, um wieder in der US-Politik mitzumischen. Dabei könnten Technologie-Themen eine prominente Rolle spielen: Zuletzt hatte sich der frühere US-Präsident in einer nicht zur Veröffentlichung bestimmten Rede an der US-Universität MIT zum Plattform-Kapitalismus geäußert. Firmen wie Google und Facebook, aber auch Twitter, müssten als Teil ihres Geschäftsmodells anerkennen, dass sie kommerzielle Unternehmen seien, aber zugleich ein öffentliches Gut anböten. „Sie sind nicht nur unsichtbare Plattformen, sie formen unsere Kultur in machtvoller Weise.“ Die Worten kamen überraschend für einen Politiker, der in seiner Amtszeit eng mit den Technologiefirmen des Silicon Valley verbunden war.

    9. März 2018 5
  • : EU-Kommission: Ungleichheit im IT-Bereich setzt sich fort
    EU-Kommission: Ungleichheit im IT-Bereich setzt sich fort

    Zum Weltfrauentag hat die EU-Kommission eine Studie zum Geschlechterverhältnis im IT-Bereich veröffentlicht. Laut der Studie arbeiten in der Branche dreimal so viele Männer wie Frauen.

    Als Hauptgründe macht die Studie nach wie vor weitverbreitete Vorurteile gegenüber Frauen sowie Tokenismus aus. Letzteres äußert sich beispielsweise darin, dass Frauen zu Konferenzen eingeladen werden, um zu erzählen, wie es ihnen als Frauen in der Tech-Branche geht. Dabei dreht es sich oft mehr darum, den Anschein von Diversität zu erwecken, anstatt einfach eine Expertin für ein bestimmtes Thema einzuladen.

    Zudem leiten Frauen nur etwa 15 Prozent der Start-ups. Das mag auch daran liegen, dass Gründerinnen 2016 lediglich knapp fünf Prozent des globalen Risikokapitals erhalten und damit schlechtere Chancen haben, ihr Unternehmen aufzubauen. Die Studie hält nicht zuletzt fest, dass die Ungleichheit sich auf die Technologien auswirkt, die Teil unseres Alltags werden:

    Technologie reproduziert die Werte ihrer Entwickler und Entwicklerinnen und der Informationen, auf die sie sich verlassen. Es ist klar, dass vielfältigere Entwickler-Teams dabei helfen können, Vorurteile zu erkennen und sie zu verhindern. [Eigene Übersetzung]

    8. März 2018
  • : Facebook-Bug gab Werbekunden die Telefonnummern von Nutzern preis
    Durch mehrere "Filterungsvorgänge" konnten die Forscher Nutzer ausspähen.
    Facebook-Bug gab Werbekunden die Telefonnummern von Nutzern preis

    Eine Schwachstelle in der Werbe-Schnittstelle von Facebook hat es Forschern ermöglicht, sich persönliche Daten von Nutzern zu verschaffen. Neben dem bekannten Microtargeting nach Kategorien wie Arbeiter, Mittelklasse oder Oberschicht steht Werbetreibenden auf der Plattform noch ein weiterer Weg zum gezielten Werben und Überzeugen zur Verfügung. Sie können Facebook Tabellen mit persönlichen Daten von Kunden, Sympathisanten oder Wählern zur Verfügung stellen. Die Plattform gleicht diese mit den Profilen von Nutzern ab und zeigt ihnen, der „Custom Audience“, dann Werbebanner an.

    Die Forscher hatten die Schwachstelle bereits im Dezember beim Unternehmen gemeldet und dafür eine Belohnung von 5000 US-Dollar bekommen. Facebook schloss die Schwachstelle für den Upload von Kundendaten am 22. Dezember und erklärte, es gäbe keine Hinweise darauf, dass sie von Angreifern ausgenutzt wurde. Zur Schwachstelle schreibt Wired:

    In einem Beispiel brachten die Forscher Facebook dazu, die Telefonnummern von 19 Freiwilligen aus Boston und Umgebung sowie Frankreich preiszugeben. Sie hatten den Forschern die mit ihrem Facebook-Account verbundenen E‑Mail-Adressen gegeben. [Eigene Übersetzung]

    Ende Februar trat ein Mitglied des Forschungsteams bei der PrivacyCon der US-amerikanischen Federal Trade Commission auf. Im zehnminütigen, sehenswerten Vortrag (Video, ab 01:02:30) beschrieb er ihren Angriff als eine Art Suchanfrage an die umfangreichen Datenbanken des „Datenhändlers des 21. Jahrhunderts“. Sie luden verschiedene Tabellen mit jeweils unterschiedlichen persönlichen Informationen hoch. Facebook errechnete die gesammelte Größe des Publikums. Durch die Überschneidungen konnten die Forscher dann schrittweise, durch weitere Anfragen mit modifizierten Tabellen, die Telefonnummern ermitteln. Dafür mussten sie nicht bezahlen, da sie nicht wirklich Werbung kauften.

     

    8. März 2018
  • : Vorwurf gegen Telekomanbieter A1 in Österreich wegen Sammelwut bei Kundendaten
    Bei jedem Anruf, jeder SMS und jedem Webseiten-Aufruf fallen Verkehrsdaten an.
    Vorwurf gegen Telekomanbieter A1 in Österreich wegen Sammelwut bei Kundendaten

    Das österreichische Telekommunikationsunternehmen A1 soll über Jahre hinweg Telefon- und Internetdaten von Kunden illegal gespeichert haben. Das berichtet die Tageszeitung Kurier unter Berufung auf den Anwalt Ewald Scheucher. Dieser hat den Fall bei der österreichischen Datenschutzbehörde angezeigt. Von der Speicherung könnten Tausende Privatpersonen und Unternehmen betroffen sein.

    A1 speicherte demnach Verbindungsdaten, besuchte Internetseiten und Standortdaten von Kunden, die sich über die Höhe ihrer Rechnungen, zu schnell verbrauchtes Datenvolumen oder zu langsame Verbindungen beschwerten, schreibt der Kurier:

    Der Kurier konnte in eine Datei mit insgesamt 14.328 Bearbeitungsfällen einsehen. Besonders pikant ist dabei, dass offenbar auch der Senderstandort des Handykunden abgefragt wird. Auch die Internetadressen der Kunden werden gespeichert, sprich alle Homepages, die der betroffene Kunde angesurft hat und wie lange er dort verweilte. Im Bearbeitungsfall einer namhaften Druckerei (aus dem Jahr 2013) ist zum Beispiel ersichtlich, dass jemand Internet-Pornoseiten aufgesucht hat.

    Zwar sieht das Telekommunikationsgesetz in Österreich eine längere Speicherung im Falle von Rechnungsanfechtungen vor, diese muss aber auf das Nötigste begrenzt werden, heißt es in dem Bericht. Beschwerden über die Rechnungshöhe oder das Datenvolumen seien zudem kein ausreichender Grund für solch eine Vorratsdatenspeicherung, sagte Anwalt Scheuer dem Kurier.

    8. März 2018
  • : Hausdurchsuchungen in Nordkorea-Affäre bei Österreichs Verfassungsschutz
    Österreichs Innenminister Kickl im Parlament in Wien
    Hausdurchsuchungen in Nordkorea-Affäre bei Österreichs Verfassungsschutz

    Eine handfeste Affäre mit politischen Obertönen erschüttert das österreichische Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Den Verfassungsschützern wird die Weitergabe gefälschter nordkoreanischer Pässe zum Vorwurf gemacht. Die Affäre gewann vergangene Woche an Fahrt, als eine auf Straßenkriminalität spezialisierte Polizeieinheit am Amtssitz des BVT eine Hausdurchsuchung durchführte und BVT-Chef Peter Gridling vernahm. Damit erhält der Fall eine politische Note, denn Chef der Einheit ist Wolfgang Preiszler, ein Funktionär der Rechtsaußenpartei FPÖ von Innenminister Herbert Kickl. Auch dürften nun die ersten Köpfe rollen: BVT-Chef Gridling nahm inmitten der schweren Vorwürfe gegen seine Organisation plötzlich Urlaub, berichtet der Standard. Seine Amtszeit laufe in einigen Tagen aus.

    Das Wiener Blatt macht in seinem Bericht die problematische Natur des Vorgangs deutlich:

    Laut den Anwälten der beschuldigten BVT-Mitarbeiter sollen bei der Hausdurchsuchung ganze Festplatten kopiert worden sein. Dabei handelt es sich um heikle Daten: Das BVT ist für Ermittlungen gegen Links- und Rechtsextremisten, Terroristen und ausländische Spione zuständig. Die Daten des BVT werden in einem eigenen System gespeichert, Zugriffe darauf werden streng protokolliert. Diese Informationen wurden nun offenbar von der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität kopiert und an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

    Seit knapp drei Monaten regiert in Österreich eine Koalition aus der konservativen ÖVP und der FPÖ, deren tiefe Verbindungen in rechtsextreme Kreise in den vergangenen Wochen immer deutlicher wurden. Ein Spitzenkandidat der FPÖ bei einer Landtagswahl trat nach einer Affäre um ein Liederbuch mit Nazi-Texten seiner Burschenschaft zurück. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache selbst war in seiner Jugend in der Neonazi-Szene unterwegs. Seit ihrem Regierungsantritt bemüht sich die FPÖ, Spitzenpositionen in Ämtern und staatlichen Unternehmen mit ihren Leuten zu besetzen. Innenminister Kickl möchte inzwischen ein Paket mit neuen Überwachungsmaßnahmen im Eilverfahren durch das Parlament bringen. Die Orbanisierung Österreichs schreitet munter voran.

    8. März 2018 9