Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Livebloggen bei Lautgeben
    Livebloggen bei Lautgeben

    Passend zum TV-Duell auf allen Kanälen gibt es bei Lautgeben eine Liveberichtstattung direkt aus einem IRC-Chat. Hier findet sich die Anleitung zum Livebloggen.

    4. September 2005
  • : 10 Wege, eine Vorratsdatenspeicherung zu umgehen
    10 Wege, eine Vorratsdatenspeicherung zu umgehen

    Die Debatte um eine drohende Einführung der Vorratsdatenspeicherung auf europäischer Ebene wird diesen Monat noch heftig werden. Auf einer niederländischen Webseite finden sich zehn Wege als Beispiele, wie man eine eingeführte Vorratsdatenspeicherung umgehen könnte. Eine Möglichkeit ist, beim chatten auf Multi-Playerspiele umzusteigen oder Chatserver auf anderen Kontinenten zu nutzen. Oder ein Prepaid-Handy zu kaufen (Gibts die noch anonym in Deutschland zu kaufen?), freie WLANs zu nutzen oder sich per Modem auf eine Mailbox in einem anderen Land einzuloggen. Bei letzterem würde sich nur der Anruf zurückverfolgen lassen, nicht aber die Art der Kommunikation. Gleiches gilt für Tunneling zu einem eigenen Server, um die genutzten Protokolle verschleiern zu lassen. Hier hat man doch den praktischen Nutzen, dass wenn die Sicherheitsbehörden im Zuge einer Ermittlung die Herausgabe der Logfiles verlangen, ein nettes Frühwarnsystem vorhanden ist. TOR und Freenet werden auch noch als praktische Tools vorgestellt.

    Und worum gehts jetzt genau in den zehn Vorschlägen? Einerseits können sie später mal genutzt (mehr oder weniger) von Menschen umgesetzt werden, denen ihre eigene Privatsphäre noch wichtig ist. Andererseits wird aufgezeigt, wie idiotisch das Vorgehen ist, wenn diese Wege auch Terroristen und Kriminelle nutzen, was sie in der Organisierten Kriminalität jetzt schon tun, wenn sie nicht ganz dumm sind. Es trifft also den normalen Bürger, der sich nicht schützen kann, weil ihm das notwendige Bewusstsein und Wissen fehlt. Aber dafür werden Unsummen ausgegeben und massiv Bürgerrechte eingeschränkt.

    Der Autor Brenno de Winter schreibt abschliessend:

    This is a non-exhaustive list of examples. It clearly shows data retention is a very ineffective approach, certainly for criminals with the energy to prevent the logging of their internet tracks. Only regular internet users, using regular internet access will be caught by their traffic data. The consequence is that a lot of money and manhours of secret services and law enforcement will be wasted on the wrong kind of investigation. Security expert Bruce Sneier once told: „You can only spend a dollar once. Who spends his money the wrong way, doesn’t increase security but reduces it.”

    [via Maha]

    4. September 2005 2
  • : Die eigene Remixplattform dank Freier Software
    Die eigene Remixplattform dank Freier Software

    ccMixter ist eine Remix-Plattform im Internet, die im vergangenen Jahr von Creative Commons in den USA gestartet wurde. Die Website basiert auf einem eigens programmierten PHP-Backend. Nachdem es vor einigen Wochen schon angekündigt war, wurde dieses CMS mit dem Namen „ccHost“ jetzt unter der GPL veröffentlicht. Auf Sourceforge findet sich der Code.

    Damit ist es jetzt sehr leicht geworden, selber eine Website aufzustellen, die den Nutzern den Tausch und die Bearbeitung von Musikstücken und anderen digitalen Werken ermöglicht. Dabei kann man auch immer sehr schön in einer Baumstruktur sehen, auf welchen vorhandenen Werken eine neuer Song basiert bzw. umgekeht, wo dieser Song schon remixed wurde.

    The goal of this project is to spread media content that is licensed under Creative Commons throughout the web in much the same way that weblogs spread CC licensed text. The more installations of ccHost and its variations, the more content there will be available for enjoyment and artistic re-use in a sane and legal setting.

    Neben dem ccMixter-Projekt läuft bereits die Film-Remix-Börse Open Source Cinema mit dem ccHost-System.

    (via Creative Commons)

    3. September 2005
  • : CT – Special über Blogs
    CT – Special über Blogs

    Mario Sixtus hat mal wieder über Blogs geschrieben, diesmal in der aktuellen CT. Ein Auszug des Offline-Textes ist auf der CT-Seite zu finden: Medienmacht Blogs.

    Und hier ist daraus mal ein kleiner Auszug, weil mir oft die Frage gestellt wird, was denn jetzt Foren und Weblog sunterscheidet. Finde die Erklärung hier ist ganz gelungen:

    Auch von einer Blogosphäre zu sprechen, ist genau genommen illegitim, vielmehr existieren abertausende Communities, die locker untereinander vernetzt sind und deren Grenzen sich überlagern. Gerade diese Heterogenität ist der Grund dafür, dass sich Informationen bisweilen in Flächenbrandgeschwindigkeit verbreiten. Web-Foren sind dagegen meist in sich geschlossene Systeme mit eng abgezirkelten, thematischen Grenzen. Ebenso gleichen Mailing-Listen und Usenet-Gruppen quasi-geschlossenen Veranstaltungen. Die offenen, informellen Kreise der Blogger sind jedoch anfällig für Informationen und Neuigkeiten aus allen Richtungen – und sie plappern diese gerne weiter.

    3. September 2005
  • : Wikipedia gewinnt Digital Lifestyle Award
    Wikipedia gewinnt Digital Lifestyle Award

    Die Wikipedia wurde heute in Berlin mit dem 1. Preis des Digital Lifestyle Awards in der Kategorie Internet Community ausgezeichnet und setzte sich dabei gegen so harte Konkurrenz wie Ebay durch. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung durch den 1. Vorsitzenden des deutschen Wikimedia-Vereins, Kurt Jansson, der sich mit seinem Bühnenauftritt allerdings gedulden musste, bis der Chef von Sony-Deutschland den Preis in einer anderen Kategorie für seine Firma entgegengenommen hatte. Der Digital Lifestyle Award wurde in Kooperation mit der IFA, der heute eröffneten Internationalen Funkausstellung Berlin vergeben. Der dazugehörige Wikipedia-Artikel überzeugt qualitativ bisher leider nicht, obwohl die Zielgruppe der IFA und der Wikipedia ähnlich ist und der Artikel an sich ein Aushängeschild für die Wikipedia sein könnte.

    [Danke an Mathias -> Grossartige Sache!]

    2. September 2005
  • : Lessig gibt Public Domain noch 35 Jahre
    Lessig gibt Public Domain noch 35 Jahre

    Wie lange wird es noch gemeinfreie Werke geben (Der englische Begriff dafür ist Public Domain)? Dazu zählen beispielsweise Werke, deren Autoren schon länger als 70 Jahre tot sind (USA 95 Jahre wegen der Mickey Mouse).

    Lawrence Lessig gibt der Public Domain in einem Artikel für Foreign Policy noch 35 Jahre:

    So, for example, the United States has radically increased the reach of copyright regulation. And through the World Intellectual Property Organization, wealthy countries everywhere are pushing to impose even tighter restrictions on the rest of the world. These legal measures will soon be supplemented by extraordinary technologies that will secure to the owners of culture almost perfect control over how “their property” is used. Any balance between public and private will thus be lost. The private domain will swallow the public domain. And the cultivation of culture and creativity will then be dictated by those who claim to own it.

    Schuld ist u.a. der Kampf gegen „Piraterie“.

    Passend dazu ist auch eine fiktive Satire im Blog von Mathias Schindler über „Raubkopierer und Plünderer“ mit einem schönen Plädoyer gegen DRM:

    Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, daß ein Hurricane der Stufe 5 nur ansatzweise soviel Schaden anrichten kann wie langfristig eine wildgewordene Musikindustrie mit einem kaputten Geschäftsmodell. Der Kultur-Sandsturm DRM, der unseren Kindern unsere Werke verschließen wird wie es keine Hieroglyphen besser konnten, lässt sich derzeit noch nicht einmal ansatzweise in einem Schadensgeldbetrag ausdrücken.

    Eine Industrie, die es schafft, daß die Forderung nach der Erschießung von Musiktauschern nicht binnen Sekunden als Satire aufgefasst wird, ist eine Bedrohung für das, was wir Zivilisation nennen.

    2. September 2005
  • : Am Wochenende: „Metarheinmain-Chaosdays“ in Darmstadt
    Am Wochenende: „Metarheinmain-Chaosdays“ in Darmstadt

    Dieses Wochenende findet folgender spannender Event in Darmstadt statt:

    Vom 2. bis 4. September finden in Darmstadt die „Metarheinmain-Chaosdays“ statt, eine Veranstaltung für alle am Bereich Informationstechnologie (IT) Interessierte. In Kooperation mit dem Fachbereich Informatik der TU Darmstadt richten die regionalen Chaostreffs des Chaos Computer Clubs im Rhein-Main-Gebiet und die Hochschulgruppe Chaos Darmstadt e.V. die inzwischen dritte Konferenz dieser Art aus. Dabei stehen der Informationsaustausch und die Förderung von Kontakten zwischen Entwicklern, Anwendern und Wissenschaftlern im Mittelpunkt. Es werden aktuelle Themen aus allen Gebieten der Informationstechnologie diskutiert, Schwerpunktthemen sind IT-Sicherheit, Kryptographie, Biometrie, Überwachung und Datenschutz. Daneben sollen verschiedene Großprojekte des Chaos Computer Clubs besprochen und bewertet werden.

    Die Metarheinmain-Chaosdays sind bewusst für ein breites Publikum offen, um möglichst vielfältige Perspektiven berücksichtigen zu können und auch gesellschaftskritische Aspekte der IT-Umsetzung näher ins Blickfeld zu rücken. +Es werden mehrere hundert Teilnehmer erwartet.

    Weitere Informationen: Veranstaltungsort: Audimaxgebäude der TU Darmstadt, Karolinenplatz 5. Zeit: Freitag, 02.09.2005, 16 Uhr bis Sonntag, 04.09.2005, 16 Uhr. Eintrittspreise: 13,37 Euro, bei Voranmeldung 3,37 Euro Rabatt.

    2. September 2005
  • : Bundestag migriert erfolgreich die Server auf Linux
    Bundestag migriert erfolgreich die Server auf Linux

    Diese Woche hörte man des öfteren von Internetproblemen im Deutschen Bundestag. Grund dafür war die lange geplante Migrations-Vorbereitung der Server und des Verzeichnisdienstes auf Linux und OpenLDAP. Heute wird freudig verkündet, dass alles prima geklappt hat:

    „Das Zusammenwirken von Windows-PCs mit einer komplexen Open-Source-System-Umgebung und einem Open LDAP-Verzeichnisdienst wurde in dieser Größenordnung bisher erstmalig realisiert“, so der Sprecher weiter. Die Entscheidung, im Server-Bereich Open Source Software einzusetzen, basierte auf der Erwartung höherer Systemstabilität von Linux-Systemen. Darüber hinaus wolle der Bundestag seine Abhängigkeiten zu Monopolunternehmen der Software-Industrie minimieren.

    Die Vorsitzende der IuK-Kommission des Ältestenrates, Susanne Kastner: „Die Migration ist bisher reibungslos verlaufen. Es freut mich außerordentlich, dass wir diese Umstellung auf Open Source gemeistert haben.“ Dadurch entspreche man immerhin als erstes Land Europas den selbst gesetzten Zielen einer Nutzung von offenen Standards.

    [via de.internet.com]

    2. September 2005
  • : DW: Politische Blogs in Deutschland
    DW: Politische Blogs in Deutschland

    Die Deutsche Welle hat in ihrem englischsprachigen Angebot einen Artikel über politische Blogs in unserem Lande veröffentlicht: Blogs Making Baby Steps in German Politics. Ich wurde auch im Vorfeld dazu befragt, wie denn die USA und Deutschland zu vergleichen seien und werde dort u.a. mit der Aussage gequotet, dass Deutschland im Vergleich immer noch ein Entwicklungsland in Sachen politischer Blogs ist.

    Zum Thema politische Blogs kann ich jetzt auch noch auf einen grossartigen Beitrag auf Lautgeben verlinken, wo Joerg Olaf Schaefers mal die SpOn/Bild Kampagne gegen Trittin hinterher recherchiert hat: Who cares about the Flut-Opfers? Scheint gerade einigen Impact in der Blogosphäre zu haben, die Links und Trackbacks steigen immer noch ständig.

    2. September 2005 1
  • : Rebirth wird kostenlos zur Verfügung gestellt
    Rebirth wird kostenlos zur Verfügung gestellt

    Eines meiner Lieblingsprogramme aus dem letzten Jahrtausend wurde jetzt mehr oder weniger freigegeben: Rebirth von Propellerheads. Hier aber frei im Sinne von kostenlos (Freibier) nach Registrierung und nicht im Sinen von Freiheit (Freie Software). Trotzdem ist das hier eine Erwähnung wert, weil ich viele Stunden davor dass, an den Knöpfen drehte oder Beats einprogrammierte. Aktuell wurde auch ein Rebirth-Museum eingerichtet. Rebirth emuliert einen Roland TB-303-Bass-Line-Synthesizer sowie die Drumcomputer Roland TR-808 und TR-909.

    Heise berichtet noch über Plug-Ins und Mods:

    Im ReBirth-Museum stehen neben einem CD-Image der Software auch diverse Mods und Songs zum Download, die teilweise von Benutzern eingesandt wurden, sowie Plug-ins von Drittherstellern, welche beispielsweise Fähigkeiten zur Synchronisation mit anderen Midi-Sequenzern nachrüsten. Ein ReFill genanntes Paket steht auf der Propellerhead-Homepage selbst zum Download. Es handelt sich dabei um ein umfangreiches Paket von knapp 100 MByte Größe, das ebenfalls diverse Mods und Songs enthält.

    2. September 2005
  • : EFF-Sonderseite zu DRM in Musik Online-Shops
    EFF-Sonderseite zu DRM in Musik Online-Shops

    Eine neue Sonderseite der Electronic Frontier Foundation ist A User’s Guide to DRM in Online Music. Die Seite ist echt klasse, für Verbraucher werden die Restriktionen durch das verwendete DRM aufgezeigt und das Marketing entlarvt. Im Gegensatz zu CDs kauft man nicht mehr einen Tonträger, sondern man kauft ein Nutzungsrecht (Welches aber natürlich auch wieder entzogen werden kann). Verbraucherrechte werden damit beschnitten. Solche Seiten sind wichtig, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die „tolle neue DRM-Welt“ keine tollen Neuerungen für die Konsumenten von Musik bringen, sondern Probleme.

    Untersucht werden die Restriktionen von Apple, Microsoft, Real Networks und Napster 2.0. Alternativen ohne DRM gibt es übrigens auch.

    2. September 2005
  • : Massachusetts mag Open Source
    Massachusetts mag Open Source

    Die Netzeitung berichtet über die schrittweise Migration der Verwaltung des US-Bundesstaates Massachusetts hin zu Freier Software:

    Einen schrittweisen Wechsel von Microsoft-Anwendungen zu Open-Source-Software hat der US-Bundesstaat Massachusetts angekündigt. Ab 2007 sollen alle Behörden auf das Open-Document-Format und den Industriestandard PDF umgestellt werden.

    Das klingt erstmal so, als wenn OpenOffice zuerst eingeführt wird. Microsoft sträubt sich ja dagegen, das Open-Document-Format zu unterstützen, welches OpenOffice als Standard etabliert. Auchd ie EU-Kommission und einige EU-Nationalstaaten präferieren dieses nachhaltigere und offenere Format. Die Entscheidung wird übrigens als Signalwirkung gewertet.

    [Via Schockwellenreiter]

    2. September 2005
  • : Spanischer Internet-Aktivist erliegt Krebs
    Spanischer Internet-Aktivist erliegt Krebs

    Manchmal gibt es traurige News jenseits von Bürgerrechtsabbau & Co. Diese hier ist so eine. Chris Nicol, ein vor allem im WSIS-Prozess sehr engagierter Netz-Aktivist aus Barcelona, hat es leider nicht geschafft, seinen Krebs zu besiegen. Chris gründete die spanische Netz-NGO Pangea, eine Mitgliedsorganisation der Association of Progressive Communications, in deren Vorstand er auch sass.

    APC schreibt über ihn in einem Nachruf u.a. folgende Worte:

    On Monday 29 August 2005 the APC network lost someone who was a colleague, a leader and a friend.

    Chris Nicol, member of the APC council and also of the APC executive board, died in Barcelona after more than a year of struggling against cancer. For much of the time during this battle Chris was winning, continuing to work, travel and network when the difficult cycle of surgery and treatment left him with any spare time.

    Chris was an Australian who had been living in Barcelona for around 25 years. He also spent time in Nicaragua in the period just after the Sandinistas overthrew the Somoza dictatorship. Chris worked in the British Council in Barcelona for many years, he taught English and set down roots in Catalunya in many ways – politically, culturally, socially and through his long relationship with his partner Chenchy. Chris was also active in the Barcelona solidarity movement with the Zapatistas, organising, raising funds, helping out where he could. And he loved music, wine, and nature.

    He was deeply committed to APC strengthening its advocacy role, to being more than a provider of member services. He was one of the first people in APC to raise the issue of free software, to start using GNU/Linux on his desktop, and to develop projects to support organisations in migrate their desktop environments to free and open source software.

    Er ist u.a. Autor von “ICT Policy: A Beginner’s Handbook”, einem wirklich gut gelungenem Leitfaden für Netzpolitik mit vielen Illustrationen und einsteigerfreundlichen Texten, wo drin der gesamte Komplex Netzpolitik anschaulich vermittelt wird.

    Die PDF-Fassung kann als 6.2MB grosses (gepacktes) File heruntergeladen werden, ebenso gibt es eine HTML-Version davon.

    Wirklich schade, mit ihm konnte man eine Menge Spass haben und er war eine tolle Persönlichkeit, mit dem man sehr interessante Gespräche führen konnte.

    1. September 2005
  • : Zivilgesellschaft soll aus Informations-Weltgipfel rausfliegen
    Zivilgesellschaft soll aus Informations-Weltgipfel rausfliegen

    Nachdem die Bundesregierung bereits ihren zivilgesellschaftlichen Delegationsmitgliedern einen Maulkorb erteilt hat, sollen die NGOs offenbar aus dem ganzen Nachfolgeprozess zum Weltgipfel Informationsgesellschaft herausfliegen. In den bisherigen Entwürfen stand zur Implementierung der Gipfelbeschlüsse recht vielversprechend etwas von „Multi-Stakeholder Teams“ und solchen Sachen. Das ist auch nötig. Die internationale WSIS-Zivilgesellschaft hatte bereits am Ende der ersten Gipfelphase festgestellt:

    „Die Regierungen wissen, dass sie diese Themen nicht allein bewältigen können. Jeder Mechanismus für die Periode nach dem Gipfel in Genf, der nicht eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und anderen relevanten Akteuren beinhaltet, ist nicht nur prinzipiell unakzeptabel, sondern auch zum Scheitern verurteilt.“

    Die neuen Entwürfe zum Gipfel-Follow-Up, die gerade erschienen sind, enthalten nur noch Hinweise auf einen Nachfolgeprozess im Rahmen der klassischen bestehenden UN-Bürokratie. Internationale Diplomatie und UN-Bürokraten sollen also die globale Informationsgesellschaft bauen? Das kann nicht funktionieren. Eine Reihe von netzpolitischen Gruppen hat heute eine Erklärung an die Gipfel-Organisatoren geschickt, in der sie dieses Vorgehen scharf kritisieren.
    Die Verhandlungen zum 2. Weltgipfel, die in den nächsten Tagen in Genf starten und am 19. September richtig losgehen, dürften also spannend werden.
    (Mehr dazu schreibe ich später heute Abend auf www.worldsummit2005.de. Dort gibt es dann auch die Stellungnahme der NGOs.)

    1. September 2005
  • : Komische Argumentation von Merkel zum Ausbau der Videoüberwachung
    Komische Argumentation von Merkel zum Ausbau der Videoüberwachung

    Das Handelsblatt schreibt über Merkels Forderung nach einem Ausbau der Videoüberwachung:

    Merkel will Videoüberwachung in Deutschland ausbauen

    In Deutschland soll nach dem Willen der Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) die Videoüberwachung deutlich ausgedehnt werden. Als Begründung sagte Merkel: „Die Londoner hätten ihre Terroristen nie gefaßt, wenn sie keine Videokameras in den U‑Bahn-Eingängen gehabt hätten.“

    Bin gerade über die Argumentation ein wenig verwundert. Dachte eigentlich, die Terroristen hätten sich selbst in die Luft gesprengt…

    1. September 2005 2
  • : Leggewie im Tagesschau-Interview
    Leggewie im Tagesschau-Interview

    Die Tagesschau hat Claus Leggewie zum Thema eGovernment, Online-Wahlen und digitaler Demokratie befragt: „Bundestagswahl online wäre zu riskant“

    tagesschau.de: Worin liegen Chancen und Gefahren der digitalen Demokratie?

    Leggewie: Mit Demokratie hat E‑Government nur unter dem Aspekt der Output-Legitimation zu tun. Bürger freuen sich, wenn der Staat funktioniert und leistungsfähig ist. Für digitale Administration, auch Online-Wahlen, hat man Millionen investiert, für die Nutzung des Internet als Medium politischer Bürgerkommunikation und Partizipation, also für Input-Legitimation, aber relativ wenig.

    Millionen Ausgaben für eGovernment finde ich ja noch etwas untertrieben. Aber die Kritik teile ich auch.

    1. September 2005 2
  • : Deutsche Welle startet BestofBlogs 2005
    Deutsche Welle startet BestofBlogs 2005

    Die Deutsche Welle hat heute ihren Nominierungsprozess für ihre Weblog Awards „Best of Blogs“ gestartet. Dort werden im kommenden Monat Vorschläge für 13 Kategorien entgegen genommen. Anscheinend bin ich auch schon für den Reporter ohne Grenzen Special-Preis für Meinungsfreiheit vorgeschlagen worden. Ich freue mich ja über sowas, aber der Text klingt doch etwas merkwürdig, wie ich finde.

    Update: Wahrscheinlich können auch mehr Vorschläge für ein Blog eingereicht werden. Wer netzpolitik.org gerne nominiert sähe, kann natürlich eine schönere Begründung schreiben. Trotzdem danke für die erste.

    1. September 2005 2
  • : Nachrichtenüberblick 01.09.
    Nachrichtenüberblick 01.09.

    Am Dienstag strahlte das ARD-Magazin PlusMinus einen Beitrag zum Thema „Getarnte Lobby – Wie Wirtschaftsverbände die öffentliche Meinung beeinflussen“ aus. Hab ich leider verpasst, aber es gibt ein lesenswertes Transcript dazu. Hauptthema ist die „Initiative Neue Marktwirtschaft“. Frage mich gerade nur, warum die keinen Stream anbieten. Das schafft doch selbst das ZDF bei seinen Magazinen.

    XfuerGruen ist eine grünen-nahe und wie ich finde auch kreative Wahlkampfseite, die ungewöhnliche Wahlwerbespots von Filmern, Animationskünstlern und anderen Kreativen anbietet. Besonders nett finde ich die PDF-Präsentation eines Künstlers. Mal was anderes. Spiegel berichtet heute darüber: Guerilla-Clips für die Netzgemeinde.

    Die Futurezone berichtet über die bevorstehende Migration der Südkoreanischen Post hin zu Linux. (Pro-Linux hat auch einen Artikel):

    4.748 Rechner erhalten Linux als Betriebssystem, gab die Post bekannt. Damit unterstützt die Post auch die Initiative des Landes, statt Microsoft-Betriebssystemen Linux einzusetzen. Zudem wolle die Post damit Geld sparen, gab sie weiters bekannt.

    Der Petitionausschuss im Bundestag experimentiert in den kommenden zwei Jahren ein wenig mit eDemocracy: Neue Wege zum Petitionsausschuss

    Zudem können die Petentinnen und Petenten Eingaben, die von allgemeinem Interesse sind, nun auch öffentlich einreichen und in einem zugehörigen Diskussionsforum Dritten die Möglichkeit zur Unterstützung und zu Kommentaren geben. Das Instrument der „Öffentlichen Petition““ soll zunächst in einem auf zwei Jahre angelegten Modellversuch erprobt werden; damit „wollen wir“, so Guttmacher, „ein öffentliches Diskussionsforum im parlamentarischen Raum einrichten, bei dem der Bürger selber die Themen vorgibt“.

    Ich frage mich ja noch, ob die URL http://itc2.napier.ac.uk/e‑Petition/bundestag/ richtig vertrauenswürdig aussieht. Ein Unterverzeichnis auf www.bundestag.de würde sich hier besser eignen. Aber vermutlich wird das noch geändert.

    1. September 2005 1
  • : Heise-Verlag legt Verfassungsbeschwerde ein
    Heise-Verlag legt Verfassungsbeschwerde ein

    Sehr sympathisch und notwendig: Heise legt Verfassungsbeschwerde gegen Link-Verbot ein

    Der Heise Zeitschriften Verlag wird gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München Verfassungsbeschwerde einlegen. Am 28. Juli 2005 hat das OLG entschieden, dass der zum Verlag gehörende News-Dienst heise online keinen Link zum Software-Hersteller Slysoft setzen darf. Durch dieses Verbot werde die in Artikel 5 des Grundgesetzes garantierte Freiheit der Presse ihrer Ansicht nach unzulässig eingeschränkt, erklärte die Verlagsleitung.

    1. September 2005
  • : EU Kommisarin mag Wikipedia
    EU Kommisarin mag Wikipedia

    Viviane Reading, EU Kommisarin für Informationsgesellschaft und Medien, mag die Wikipedia. Auf Publictechnology findet sich der Volltext einer Rede über Medien und Globalisierung, wo sie folgendes über Wikipedia sagte (Ins Deutsche übersetzt von Mathias Schindler):

    Wenn Sie sich Wikipedia anschauen, die neue Internet-Enzyklopädie, zu der tausende freiwilliger Mitarbeiter aus der ganzen Welt durch das Schreiben von Artikeln beitragen, sehen Sie die ersten Zeichen einer neuen enzyklopädischen Bewegung in unseren Zeiten. Und die Qualität dieser Internet-Enzyklopädie ist beeindruckend, vermutlich durch die vielen Beiträge und die Kontrolle des Schreibprozesses durch konkurrierende Gleichgesinnte rund um den Globus.

    Bin mal gespannt, ob sie sich auch mal über Freie Software positiv äussert.

    1. September 2005