Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Filesharing steigt
    Filesharing steigt

    Wollte ich eigentlich schon letzte Woche bloggen: Im vergangenen Monat August waren zu jedem beliebigen Zeitpunkt rund 9,6 Millionen Menschen in Filesharing-Netzen unterwegs, die die Analyse-Firma BigChampagne berichtet. Im August 2004 waren dies nur durchschnittlich 6,8 Millionen.

    Damit nicht genug tat BigChampagne-Chef Eric Garland seine Meinung zu dieser Entwicklung auch noch öffentlich kund: „Der Abschreckungsplan der Musikindustrie geht nicht auf. Filesharing war nie so beliebt wie heute. Die Leute haben inzwischen alle Mahnungen und juristischen Drohungen vernommen. Aber das reicht nicht, die Leute sind davon nicht eingeschüchtert“, meinte er. Faktum ist, dass weder der Schuldspruch gegen KaZaA in Australien noch das Urteil des US Supreme Court gegen Grokster und Morpheus das Nutzeraufkommen in P2P-Netzen entscheidend verringern konnten.

    [via Tonspion]

    12. September 2005
  • : Beckstein will mehr Zensur
    Beckstein will mehr Zensur

    Also wenn ich mir um eine Person richtig Sorgen mache bei einem möglichen Machtwechsel in Deutschland, dann ist es Beckstein. (Ich weiss, Schily ist eigentlich genauso schlimm, aber der bekommt wenigstens ab und zu Probleme mit seinen Regierungsfraktionen im Bundestag, was bei Beckstein nicht zu erwarten ist) Noch nicht im Amt, fordert er in einem Handelsblatt-Interview vom morgigen Dienstag mehr Zensur im Netz:

    „Man kann sich Rezepte herunterladen, wie man ohne großen Aufwand sehr schwer nachweisbare Sprengstoffe herstellt“, sagte Beckstein dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Damit braucht man kaum noch chemisches Spezial-Know-how, um extrem gefährliche Sprengkörper herzustellen – das geht mit Hausmitteln.“ Dies sei ungeheuer gefährlich, aber „schwer in den Griff zu kriegen“. Möglicherweise könnten hier Filterprogramme, die sich im Kampf gegen Kinderpornografie als gute Lösung erwiesen hätten, Abhilfe schaffen.

    Wer weiss, wofür er sonst noch alles Filter haben möchte – Gefahren fürs bayrische Kleinbürgertum gibt es ja genug im Netz und viele Firmen machen Lobbying für Filter, um ihre Produkte zu verkaufen und versprechen das Blaue vom Himmel. Die Kollateralschäden für ein demokratisches und offenes Netz werden dabei leider immer völlig ausgeblendet.

    12. September 2005 2
  • : Überblick über EU & Informationsgesellschaft
    Überblick über EU & Informationsgesellschaft

    Scheint gerade ein Europa-Aktionstag zu sein. Europa-Digital gibt einen Überblick über die EU-Politik zum Thema Informationsgesellschaft. Recht gelungen, wie ich finde (allerdings komplett unkritisch), denn man findet viele Links, Erklärungen zu den einzelnen Forschungsprogrammen und die einzelnen Akteure: Das Dschungelbuch: Die EU-Informationsgesellschaft

    # Die Akteure.
    # Die Instrumente
    # Die rechtlichen Grundlagen.
    # Die Entwicklung.
    # Die Chronologie im Überblick

    12. September 2005
  • : Europaparlament-Relaunch
    Europaparlament-Relaunch

    Das Europaparlament hat endlich mal einen Website-Relaunch gemacht und das Ergebnis sieht gar nicht schlecht aus. Dazu muss man allerdings sagen, dass alles besser ausgesehen hätte als die vorherige Version, wovon ich jetzt leider keinen Screenshot zum zeigen habe – die war echt kein Vorbild für Usability. Das ist die neue auch nicht gerade, aber es finden sich einfach viel mehr Informationen.

    In der Mitteilung zum Relaunch heisst es:

    Diese erste Etappe war bereits durch die bisherige Website erfüllt, auf der man sämtliche Dokumente abrufen konnte. Das war zwar möglich, aber nicht immer leicht, vor allem für Personen, die wenig mit den technischen Termini oder der Organisations- und Funktionsweise unserer Verfahren vertraut sind. Die neue Website soll die Breite der Bereitstellung der Dokumente beibehalten und stellt sich das Ziel, sie im doppelten Wortsinn verfügbar zu machen: verfügbar und verständlich, indem die Nutzer der Website bei der Recherche bestmöglich unterstützt werden.

    Und dazu gibt es Ticker-mässig Interviews und Beiträge in vielen verschiedenen Sprachen. Zu den aktuellsten gehören auch einige mit einem Netzpolitik-Focus:

    Zum Thema Bürgerrechte gibt es ein Interview mit Jean-Marie Cavada, dem Vorsitzenden des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres zu den Themen Überwachung, Biometrie, etc: Terrorismus: Wir brauchen Ausgewogenheit zwischen der Freiheit des Einzelnen und dem Schutz der Zivilgesellschaft.

    Die UNESCO setzt sich für kulturelle Vielfalt ein und das Europaparlament ruft alle europäischen Nationalstaaten auf, dies zu unterstützen und mit einer Stimme zu sprechen: Das Europäische Parlament, Vorkämpfer der kulturellen Vielfalt.

    Spannend ist natürlich die Debatte um Softwarepatente, welche auch auf der Startseite zu finden ist: Software-Patente: Die „historische Abstimmung“ des Europäischen Parlaments beendet die Auseinandersetzung.

    [Danke an Roland für den Hinweis per Mail]

    12. September 2005 1
  • : EU-Event in Strassburg zu Menschenrechte in der Informationsgesellschaft
    EU-Event in Strassburg zu Menschenrechte in der Informationsgesellschaft

    Am Montag und Dienstag veranstaltet das „Council of Europe“ in Strassburg eine Veranstaltung zum Thema „Human Rights in the Information Society: Responsible Behaviour by Key Actors“. Zu der Veranstaltung wird es noch einen Web-Cast geben.

    Building an inclusive Information Society, based on respect for human rights, requires new forms of solidarity, partnership and cooperation among governments, civil society, the private sector and international organisations. Through open discussions and exchanges of information worldwide, a multi-stakeholder governance approach will help shape agendas and devise new regulatory and non-regulatory models which will account for challenges and problems arising from the rapid development of the Information Society.

    The Council of Europe is inviting interested representatives of states, industry (e.g. internet service providers, mobile phone operators, gaming industry, software manufacturers, etc), civil society and the media, as well as other organisations, institutions and experts, to take part in the Pan-European Forum on “Human Rights in the Information Society: Responsible Behaviour by Key Actors” which will take place at the Council of Europe, Strasbourg, on 12 and 13 September 2005.

    In the light of a recent Declaration of the Committee of Ministers on Human Rights and the Rule of Law in the Information Society and Council of Europe priorities regarding the protection of children and internet content, the Forum will identify and discuss responsible and irresponsible behaviour by key actors in the Information Society and how states, industry and civil society can work together (inter alia through partnerships, policy making, greater awareness and education) to ensure the promotion and protection of human rights in the Information Society.

    11. September 2005
  • : Heute Abend 22:30h: Matrix auf ORF
    Heute Abend 22:30h: Matrix auf ORF

    Heute Abend um 22:30h läuft für eine halbe Stunde im ORF-Radio die Sendung „matrix – computer & neue medien“:

    Die Sendung widmet sich den beiden Prix Foren „Net.Vision“ und „Digital Communities“, die von „matrix“ und der „Ars Electronica“ veranstaltet werden. Zu hören sind Ausschnitte aus den Diskussionen vom 5. und 6. September im Linzer Brucknerhaus.

    Wie steht es um die Vision eines demokratischen, offenen Netzes? Wie relevant ist die Freiheit der Codes für soziale Innovationen? Thematisiert wird die subversive Kraft von digitalen Tools wie Processing (Siegerprojekt in der Kategorie „Netvision) oder BitTorrent, einem Tauschprogramm, das mittlerweile den Großteil des P2P-Datenverkehrs verursacht.

    In der zweiten Konferenz wird die Bedeutung der „Digital Communities“ für die öffentliche Meinungsbildung und ihr Beitrag zur Kommunikationskultur diskutiert. Welche Bedürfnisse und Interessen treiben digitale Gemeinschaften an? Von Akshaya (Siegerprojekt aus Indien), das in Kerala Zugang zur IT-Infrastruktur schafft, bis zur „Free Software Foundation“: So unterschiedlich die Beweggründe zur Vernetzung sind, gemeinsam ist ihnen die Vision einer lebendigen Netzkultur abseits profitorientierter Interessen.

    Den Web-Stream findet man hier.

    11. September 2005
  • : Die Welt über Vorratsdatenspeicherung
    Die Welt über Vorratsdatenspeicherung

    „Die Welt“ berichtet über Vorratsdatenspeicherung und erwähnt EDRi dabei: EU-Justizminister können sich nicht auf Speicherdauer von Telefondaten einigen

    „Unschuldige und unverdächtige Nutzer von Telekommunikationsdiensten würden quasi „auf Vorrat“ überwacht. Ähnlich sehen das auch Dänemark und nicht eingeladene Organisation wie European Digital Rights. Deren Sprecher Sjoera Nas organisiert eine Petition an die Europäische Kommission, um das Vorhaben zu verhindern. Seiner Meinung nach ist das Monitoring „ineffektiv und verstößt gegen die Europäische Konvention der Menschenrechte“. Eine Alternative sieht er in einer Auflage für Telekomfirmen, bestehende oder künftige Daten von Verdächtigen offenzulegen. “

    Lustigerweise wurde leicht verpeilt, dass Sjoera eine Frau ist.

    9. September 2005 1
  • : PM: Linux-Verband kritisiert ARD wegen Schleichwerbung für Microsoft
    PM: Linux-Verband kritisiert ARD wegen Schleichwerbung für Microsoft

    Der Linux-Verband hat eine interessante Pressemitteilung veröffentlicht:

    Der Linux-Verband hat der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) Schleichwerbung für Microsoft vorgeworfen und sie aufgefordert, die in ihrer Wahlberichterstattung implementierten Logos der Firma Microsoft zu entfernen. Der Verband prüft, welche juristischen Schritte gegen diese Schleichwerbung in Informations- und Nachrichtensendungen eingeleitet werden sollen.

    Anlass der Beschwerde der Interessenvertretung der im Umfeld des freien Betriebssystems Linux tätigen Firmen ist die Einblendung des Logos in Grafiken mit Umfrage-Ergebnissen, die in verschiedenen Sendungen, so zum Beispiel bei Sabine Christiansen am 4. September gezeigt wurden. Der Verband vermutet, das die gesamte Wahlberichterstattung, soweit sie Grafiken des Dienstleisters dimap/infratest verwendet, zu großen Teilen mit einem dauerhaft sichtbaren Microsoft-Logo ausgestrahlt wird.

    Der Hinweis, Grafik-Sponsoring sei von den Landesmedienanstalten als Information und damit als zulässig bewertet worden, könne als Rechtfertigung nicht akzeptiert werden, da sich dies allenfalls auf Sportsendungen beziehe, betonte Geese. An politische Sendungen könne jedoch nicht der gleiche Maßstab angelegt werden. Insbesondere wenn öffentlich-rechtliche Nachrichtensendungen mit Werbung durchmischt würden, leide deren Glaubwürdigkeit und Authentizität. Daher sei für die Zuschauer Schleichwerbung eine Beeinträchtigung der politischen Information, urteilt der Linux-Verbandsvorsitzende.

    Ob und welche juristischen Schritte gegenüber den Sendanstalten eingeleitet werden können, wird laut Geese noch geprüft.

    9. September 2005 1
  • : EDRi-gram Nummer 3.18 vom 8. September erschienen
    EDRi-gram Nummer 3.18 vom 8. September erschienen

    Das neue EDRi-gram Nummer 3.18 vom 8. September der European Digital Rights Initiative ist soeben erschienen.

    1. UK Presidency attacks European Convention of Human Rights
    2. UK police workshop and paper on data retention
    3. New French anti-terrorism surveillance plans
    4. Preview Montreux conference Data Protection Authorities
    5. UK wants to ban viewing of violent porn
    6. Finnish ISPs must voluntarily block access
    7. UK cancels Internet voting plans
    8. New court case Microsoft against European Commission
    9. Petition update

    8. September 2005
  • : Datenvorratspeicherung bekommt Gegenwind
    Datenvorratspeicherung bekommt Gegenwind

    Die Innen- und Justizminister der EU werden morgen in Newcastle einen neuen Entwurf zur verpflichtenden Speicherung aller Verkehrsdaten für Internet und Telefon diskutieren. Das Papier soll dann nächste Woche in Brüssel in Arbeitsgruppen weiter poliert werden.

    Währenddessen wird der Widerstand gegen diese Pläne immer stärker. Die EDRI-Unterschriftensammlung gegen die EU-Pläne hat bereits über 41.000 Unterstützer bekommen. Deutschland liegt inzwischen auf Platz zwei nach den Niederlanden, wo die Kampagne gestartet wurde. Wir können aber ruhig noch ein wenig aufholen! Unterschreiben kann man hier.

    Auch die Provider laufen Sturm gehen die Pläne der EU. EuroISPA, eco-Forum und andere werden morgen direkt vor den EU-Ministern ihre Bedenken vortragen, und nächsten Dienstag gibt es in Brüssel ein Treffen zwischen ISPs und EU-Parlamentariern, um sich weiter zu besprechen. BITKOM, VATM und BDI haben ebenfalls kürzlich ihre Position gegen die Pläne veröffentlicht.

    Das Europaparlament ist mehrheitlich gegen die Pläne der EU-Minister. Einerseits, weil der Berichterstatter Alexander Alvaro sich massiv gegen die Massenüberwachung der Kommunikation in Europa ausgesprochen hat, zum anderen, weil das Parlament sich übergangen fühlt. Die EU-Minister wollen die Sache als „Rahmenabkommen“ in der Innen- und Justizpolitik durchsetzen, wo das Parlament immer noch keine echten Mitbestimmungsrechte hat. Am 21. September wird die Kommission ihren Entwurf für eine EU-Richtlinie veröffentlichen. Einen Entwurf dafür hat EDRI schon vor Wochen veröffentlicht. Hier könnte das Parlament zwar ein Veto einlegen, dafür ist der Entwurf der Kommission teilweise noch schärfer als der der Minister. Viele Abgeordnete haben inzwischen auch den Eindruck, die britische EU-Präsidentschaft geht zu weit. Innenminister Clarke hat ja gerade gefordert, die Europäische Menschenrechtskonvention einzuschränken (via Rabenhorst). Dieser Schritt könnte für die britische Regierung nach hinten losgehen, zumal selbst der Präsident des europäischen Polizisten-Verbandes EuroCOP sagt, dass Data Retention nichts bringen wird.

    EDRI, Privacy International und andere werden nächste Woche vor der Weltkonferenz der Datenschutzbeauftragten in Montreux eine eigene Veranstaltung zu Datenvorratsspeicherung und Biometrie durchführen. Ich werde das Panel zu Data Retention moderieren. Besonders freut mich, dass unter anderem Hielke Hijmans zugesagt hat, der gerade die Stellungnahme des EU-Datenschutzbeauftragten Hustinx zur Datenvorratsspeicherung vorbereitet.

    Wenn es gelingt, die „Regenbogen-Koalition“ von Europaabgeordneten, Industrie und Cyber-Rights Gruppen zusammenzuhalten und vielleicht noch die Verbraucherschützer und Organisationen wie Amnestie für das Thema zu interessieren, haben wir gute Chancen, dass die Massenüberwachung in der EU nicht passieren wird. Zumal auch die Mitgliedsstaaten noch zu uneinig sind bezüglich der Speicherfristen und vieler Details. Es wird auf jeden Fall ein heisser Herbst! Hilfe und Spenden sind dabei sehr willkommen. Aktionsideen, viele Hintergrundinfos und auch deutsche Banner gibt es im Kampagnen-Wiki .

    8. September 2005 3
  • : CCC warnt vor Biometrie-Desaster bei neuen Reisepässen
    CCC warnt vor Biometrie-Desaster bei neuen Reisepässen

    Die neueste Stellungnahme vom Chaos Computer Club: CCC warnt vor Biometrie-Desaster bei neuen Reisepässen

    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat kürzlich die „BioP2-Studie“ zur Leistungsfähigkeit biometrischer Verfahren für die neuen Reisepässe („ePass“) veröffentlicht. Der Chaos Computer Club (CCC) warnt nach Auswertung der Studie nachdrücklich vor dem Einsatz der offensichtlich untauglichen Biometriesysteme. Angesichts der unzulänglichen Technik und den enormen Kosten droht der Bundesrepublik ein neues Hi-Tech-Debakel.

    Die Kritikpunkte im Überblick:

    8. September 2005 2
  • : Neuigkeiten zur Vorratsdatenspeicherung
    Neuigkeiten zur Vorratsdatenspeicherung

    Die Diskussion rund um die Vorratsdatenspeicherung wird immer abstruser. Die Futurezone berichtet nun, dass Firmen verpflichtet werden sollen, alle Bewegungen ihrer Mitarbeiter mitzuprotokollieren und ein halbes Jahr zu speichern. Ob das für jeden kleinen mittelständischen Betrieb gilt, weiss ich nicht, von Ausnahmen stand dort nichts: Speicherpflicht von Internet-Logfiles

    Zugriffsdaten aus Firmennetzen
    In den Erläuterungen zum neuen EU-Dokument heißt es, für Kriminelle und Terroristen solle es nicht möglich sein, ihre Kommunikation „hinter einer Firma zu verstecken“. Zugriffsdaten aus Firmennetzen würden für die Ermittler zwar nicht direkt auf eine Person hinweisen, seien aber ein „nützlicher Anfangspunkt für weitere Untersuchungen“.

    Währenddessen fand am Mittwoch im EU-Parlament in Strassburg eine dreieinhalbstündige Plenardebatte zu diesem Thema statt. Heise berichtet ausführlich darüber: EU-Parlament debattiert über Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten.

    Sehr lesenswert ist auch der Beitrag „Clarke vor dem Europäischen Parlament“ bei raben.horst. Kai Raven hat dort nochmal die Passage aus der der Rede von Charles Clark, Innenminister von Grossbritanien, gepostet, in der dieser die EU-Menschenrechtskonvention in Frage stellt. Klar, Menschenrechte sind auch echt hinderlich, wenn man das Organisierte Verbrechen, Terroristen und Drogenhändler bekämpfen will. Sagen doch auch die Chinesen immer…

    8. September 2005
  • : Seltsame Kundenbindungsstrategie bei E‑Plus
    Seltsame Kundenbindungsstrategie bei E‑Plus

    Komische Sache: Joerg Olaf schreibt gerade bei Yamb über seine aktuellen Erfahrungen mit E‑Plus, und mir kommt das alles sehr bekannt vor. Seit sechs Jahren bin ich dort Kunde und mein letzter Vertrag lief letzten Monat aus.

    7. September 2005 7
  • : Auch eine Art Netzpolitik: Parteien im Chat
    Auch eine Art Netzpolitik: Parteien im Chat

    Am kommenden Freitag, den 9. September lädt heise online zum Chat mit Vertretern der fünf großen Parteien ein. Inhaltlich geht es vor allem um:

    Forschung und Spitzentechnologieförderung, Verbraucherschutz, geistiges Eigentum, innere Sicherheit und Medien & Internet – Themen, die auch die unter dem Dach von heise online vertretenen Publikationen immer wieder aufgreifen.

    Stefan Krempl, der den Chat auch moderiert, hatte in den vergangenen Wochen für heise online die Wahlprogramme der Parteien zu diesen Themen durchforstet und zusammengefasst: Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU, Die Linke.PDS, FDP und SPD.

    Aussagen zum Komplex „geistiges Eigentum“ fehlen leider bei fast allen Parteien, nur die Grünen sind nicht ganz so weit hinterher. Ob die Poliker glauben, dass sich die Bürger nicht dafür interessieren? Oder fehlt hier ganz einfach das grundsätzliche Know-How? Es gibt sicher genug Fragen, mit denen man den Parteienvertretern im Chat auf den Zahn fühlen kann.

    6. September 2005 2
  • : Ars Electronica – Digital Communities
    Ars Electronica – Digital Communities

    Gestern kam ich leider nicht mehr dazu, die Ars Electronica besuchen zu können. Ganze 8h brauchte ich von Berlin nach Linz, da Air Berlin „nur“ zwei Stunden Verspätung hatte und sich der Umstieg in Wien immer weiter hinausverzögerte. Aber Abends in Linz angekommen, konnte ich mal die offenen Hotspots ausprobieren – und sie klappen. Meistens jedenfalls und es kommt auch ganz darauf an, wo am Hauptplatz man sitzt. Sowas wünsche ich mir auch für Berlin, im Park sitzen und WLAN haben.

    Hier startet jetzt der heutige Tag und in einer ersten Session werden die Preisgewinner des Prix Ars im Bereich „Digital Communities“ vorgestellt. Dieses Jahr musste die sechsköpfige Jury aus 350 Projekte die Gewinner auswählen. Letztes Jahr ging es noch um die volle Bandbreite an Communities. In der zweiten Runde in diesem Jahr ist die Latte etwas höher gelegt worden. Nur eine Community haben reicht diesmal nicht, sondern der soziale Impact auf die Gesellschaft wurde dieses Mal mit in die Wertung eingerechnet. Und die Bedeutung für den Erhalt und Ausbau von Meinungsfreiheit.

    Das Ambiente ist wirklich nett, viele Beamer, etwas festlich und angenehmes Licht. Überhaupt finde ich die ganze Ars Electronica, bzw. den kleinen Teil, welchen ich bisher gesehen habe (Anscheinend gibt es sechs verschiedene Festivalorte in Linz) sehr ansprechend. Viele interessante Multimedia-Installationen und draussen ist Sommer. Später gibts Bilder. Meine Kamera zeigt mir leider im Moment an, dass ich neue Batterien brauche, die ich erst am Nachmittag holen kann.

    Die Gewinner des Prix Electronica sind:

    * Akshaya (Goldene Nica)
    * Free Software Foundation
    * Telestreet / New Global Vision
    * BitTorrent (Sonderpreis)

    Das Akshaya-Projekt ist das erste grosse „e‑literacy“-Projekt in Indien. Im Malappuram Bezirk des indischen Bundesstaates Kerala wurde eines der grössten WLAN-Netze der Welt aufgebaut. In einem Testprojekt wurden 600 Telecenter in Dörfern angeschlossen. Das Ziel ist, 600,000 Haushalte mit mehr als 3.6 Millionen Menschen in weniger als sechs Monaten den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Jedes der Telezentren hat mindestens 5 Computer, einen Drucker, Scanner und Breitbandnetz. Die Telecenter sind geographisch so angelegt, dass möglichst alle Häuser im Umkreis von 3km liegen. Die bisherigen Erfolge werden hier aufgelistet.

    Muss ich noch was über die Free Software Foundation schreiben? Wenn eine Organisation diesen Preis verdient hat, dann eindeutig die FSF mit ihrer 20-jährigen Geschichte und ihrem grossartigen Beitrag zur Entwicklung Freier Software. Die Vision und Ausdauer über 20 Jahre spielten eine grosse Rolle bei der Auswahl. Die Ethik der Freiheit dahinter und die Pionierarbeit für Offene Standards waren richtig ausschlaggebend.

    Telestreet / New Global Vision sind Community-TV Projekte auf Basis Freier Software und p2p-Software. Mein Italenglisch (Englisch mit starkem italienischem Akzent) ist leider nicht besonders trainiert, so dass ich hier für die nähere Beschreibung auf die Ars-Seite zurückgreifen kann. Jetzt spricht gar einer nur auf Italienisch, hab mir leider kein Übersetzungstool geholt, um jetzt über Kopfhörer was zu hören. Die gezeigten Videos und Tools sehen aber cool aus und sind ein guter Weg, in Berlusconi-Land mit Bürger-Medien eine kritische Öffentlichkeit abseits der gleichgeschalteten Massenmedien zu schaffen.

    New Global Vision und Telestreet sind Projekte, die gegen die Monopolstellung der großen TV-Stationen auftreten. Bürger können eigene Fernsehprogramme gestalten. Durch wechselseitige Verlinkung und Zusammenarbeit erreichen beide Projekte zusammen eine optimale Kombination der Medientechnologien Fernsehen und Internet.

    Telestreet hat einen Weg gefunden, mit relativ geringem Aufwand so genannte „Straßen-TV-Sender“ zu gründen. Auf diese Weise wurden in Italien bereits 250 Mini-Sender ins Leben gerufen, die jeweils von 10–15 Menschen betrieben werden. Mit Hilfe von Antennen auf privaten Häusern wird ein Sendebereich von jeweils etwa 300 Metern abgedeckt. Werden mehr Antennen zusammengeschaltet, vergrößert sich dieser Bereich entsprechend.

    Telestreet ermöglicht erstmals einen einfachen Zugang zum Medium Fernsehen. Beiträge können von jedem gestaltet und auch gesendet werden – eine Videokamera und ein PC reichen als Ausrüstung.

    New Global Vision ist das erste frei zugängliche Archiv Italiens, das unabhängiges Videomaterial abseits der großen TV-Sender und Medienkonglomerate zur Verfügung stellt. Es wurde von einer Gemeinschaft von Künstlern, Web-Designern, Videokünstlern, Technikern und Hackern geschaffen, die ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen einbrachten. Das Projekt entstand unmittelbar nach den Ereignissen von Genua im Jahr 2001. Es gab eine große Menge an Videomaterial von Demonstranten, das jedoch von den Massenmedien weitgehend ignoriert wurde. Eine Vielzahl freier politischer Gruppierungen fühlte sich zensiert – das Bedürfnis nach einer Plattform, auf der man unabhängig Videomaterial einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen konnte, erwachte. New Global Vision bietet nun auch Amateurfilmern die Möglichkeit, ihr Material schnell zu publizieren.

    Den Sonderpreis der Jury in der Kategorie „Digital Communities“ bekam BitTorrent. Die p2p-Software revolutioniert wie kaum eine andere Technik vorher die Distributionswege digitaler Medien.

    Letztes Jahr gewannen übrigens u.a. Creative Commons und die Wikipedia den Prix Ars Electronica.

    Nach der Preisverleihung und einer kleinen Pause fand der Table Talk zum Thema „Welche Bedürfnisse und Interessen treiben eine Community an?“ im selben Saal statt. Diesen fand ich sehr angenehm, nicht nur wegen der bequemen Sessel, die um einen Tisch herum aufgestellt waren. Ist mal etwas anderes als die typische Podiumsdiskussion, wo man die Diskussionspartner immer nur von der Seite sieht und frontal zum Publikum sitzt. Ich hatte vorher gefragt, ob ich livebloggen darf. Allerdings sass letztes Jahr an derselben Stelle Joi Ito und tat genau das und es wurde eher als kontraproduktiv empfunden. Also habe ich nur ein paar Fotos gemacht, das Notebook in der Tasche gelassen undmich geärgert, dass ich noch keine Zeit hatte, mir einen brauchbaren MP3-Player zum aufnehmen zu kaufen, um die Diskussion aufzunehmen und zu podcasten (Nochmal danke an all die Kommentare in meinem Beitrag dazu).

    Auch die Teilnehmer waren sehr interessant. Georg Pleger von Creative Commons Österreich berichtete über ein Jahr Creative Commons Lizenzen in Österreich und wie mühsam es ist, bei Entscheidungsträgern sehr niedrigschwellig Bewusstsein für Open Content zu schaffen.

    Sehr interessant war Roman Bleichenbacher von Codecheck.ch. Die Plattform war eigentlich die Diplomarbeit von Roman und wächst kontinuierlich. Die Idee dahinter ist ein System, wo Verbraucher ihren Barcode, bzw. die Ziffernfolge eingeben können und Produktinformationen erhalten. Die Produktinformationen werden in einem kollabrativen Prozess gesammelt. Jeder kann daran teilnehmen, man muss sich nur registrieren. Seine Ideen gehen mittlerwile weiter. Ein grosses Problem ist noch die digitale Spaltung, nicht jeder hat heute Zugang zum Netz. Eine Möglichkeit wäre, Codecheck mit einem Text-to-Speech System auszustatten, damit Konsumenten am Telefon die Ziffern eines Barcode diktieren können und das System die Informationen aus der Datenbank vorliest.

    Franz Schmidtbauer war als Jurist und u.a. als Webmaster der österreichischen Richtervereinigung geladen. Seit 1995 arbeitet er daran, das Bewusstsein bei Richtern für den Komplex Technik & Gesellschaft zu erhöhen. Eine sehr mühseelige Aufgabe, wie er berichtet. Er plädierte u.a. für eine Neuausrichtung der Grundrechte im digitalen Zeitalter, inklusive eines Recht auf Anonymität, da die Entwickler unserer Verfassung das digitale Zeitalter und seine Probleme noch nicht voraussehen konnten. Er berichtete hauptsächlich über absurde Gesetzgebung in Österreich (Läuft genauso wie in Deutschland) im Bereich Bürgerrechte und Datenschutz. Ein passender Kommentar von ihm war, dass die Menschen, welche bei unserer Diskussion nach 10 Sekunden wegen zuvieler Fachwörter aussteigen würden, als Richter oder Politiker über die Zukunft des Netzes entscheiden.

    Ich war hauptsächlich als „Blogger“ geladen und berichtete ein wenig über meine Arbeit und dieses Blog. Eine Frage an mich bezog sich auf das in Österreich eingeführte Telemediengesetz. Dies sieht eine Impressumspflicht für jede Webseite vor, d.h. auch jedes Blog ist verpflichtet, einen Realnamen und die Stadt anzugeben. Meine Position ist, dass es weiterhin Räume im Netz geben muss, wo man genau wie im realen Leben Anonymität ausleben kann. Dies ist gerade für eine freie Meinungsäusserung wichtig. Im Zeitalter von Google & Co werden Informationen vielleicht für immer gespeichert. Was ist beispielsweise mit Weblogs, wo Schwerkranke anonym von ihrem Leidensweg bloggen. Sollen diese durch eine Impressumspflicht und die Speicherung in Suchmaschinen für ihr Leben stigmatisiert werden? Wo sie gerade durch die (Pseudo-) Anonymität im Moment die Möglichkeit haben, offen über ihre Leiden zu berichten und Gleichgesinnte zu finden, ohne das ein Text eindeutig ihnen zuzuordnen ist? Das Beispiel kann auf beliebige Sachverhalte übertragen werden. Franz Schmidtbauer pflichtete mir bei, erklärte aber das dieses Gesetz komplett unnützig sei und niemand dafür belangt würde, wenn er/sie aufs Impressum verzichtet.

    Donatella Della Ratta berichtete über ihre Arbeit als Journalistin bei einer unabhängigen italienischen Zeitung namens „Il Manifesto“. Die Zeitung gehört den Journalisten und existiert wohl seit 30 Jahren. Aufgrund des Berlusconi Medienmonopols ist es gerade in Italien für die Menschen wichtig, alternative Medien zu schaffen.

    Eine Zusammenfassung der Diskussion wird am kommenden Sonntag, den 11.9. um 22:30 in der Sendung Matrix im ORF-Radio gesendet. Wer nicht in Österreich sitzt, kann den ORF Livestream übers Netz empfangen.

    Mehr von der Diskussion stecken noch in meinem Kopf. Ich hoffe, ich komme später noch dazu, alles weitere niederzuschreiben. Jetzts chaue ich mir erstmal das Ars Electronica Center an, bevor es schliesst.

    6. September 2005 1
  • : Wikimedia Foundation erreicht vorzeitig ihr Spendenziel
    Wikimedia Foundation erreicht vorzeitig ihr Spendenziel

    Das ist doch eine erfreuliche Nachricht:

    Auf 220.849,26 US-Dollar stand der Spendenzähler in der Nacht vom 5. auf den 6. September. Drei Tage vor dem geplanten Ende hat die Wikimedia Foundation, Betreiberin der Wikipedia und anderer Projekte damit ihr selbstgestecktes Spendenziel von 200.000 Dollar übertroffen. Das Geld wird zum Großteil in die Anschaffung weiterer Server für die Aufrechterhaltung der Webseiten gehen. Zusammen mit Großspenden ist damit die absehbare Zukunft der Wikipedia gesichert – dem Wachstum zum trotz. Laut Alexa.com gehört Wikipedia mittlerweile zu den 50 am häufigsten besuchten Adressen weltweit. Der Jüngste „Traffic Rank“ sieht wikipedia.org auf Platz 39. Bei aller Umzuverlässigkeit der Zahlen lässt sich dennoch ein gewisser positiver Trend ablesen.

    Seit Mai 2005 hat sich die Zahl der Zugriffe auf die Wikimedia-Server verdoppelt, wie diese Grafik anschaulich zeigt:

    Zugriffsstatistik Wikipedia 200509

    [Danke an Mathias für den Hinweis]

    6. September 2005
  • : Blogger – das neue Medien-Proletariat?
    Blogger – das neue Medien-Proletariat?

    Wired hat jetzt auch ein Special zum Thema „Citizen Journalism“. Im Einführungsbeitrag wird gleich von „the new proletariat press“ gesprochen. Ist sonst aber lesenswert: Everyone’s a Reporter – A guide to grassroots journalism.

    5. September 2005
  • : Am Donnerstag: „Linux in Berlin“
    Am Donnerstag: „Linux in Berlin“

    Logo Linux in BERLINAm kommenden Donnerstag, den 8. September veranstalten wir die zweite „Linux in BERLIN“ im „the media centre“. Auf der halbtägigen Veranstaltung präsentieren Firmen und Projekte freie Lösungen mit dem Schwerpunktthema „Linux und Open Source für kleine und mittelständische Unternehmen“. „Linux in BERLIN“ klärt als Informationsplattform über die Potenziale Freier Software und Offener Standards auf.

    Ein spannendes Vortragsprogramm stellt verschiedene innovative und offene Lösungen vor. Verschiedene Workshops und eine Ausstellung runden das Programm der zweiten „Linux in BERLIN“ ab. Zu Weblogs gibt es auch zwei Workshops. Einmal werde ich Möglichkeiten von Weblogs im Unternehmenseinsatz vorstellen und Carsten von newthinking wird ausführlich in WordPress als Blog-Software einführen.

    Der Unkostenbeitrag für die Veranstaltung beträgt 5,- Euro (3,- Euro für Schüler/Studenten ermässigt). Die Teilnahme ist kostenlos, wenn Sie sich vorher bei uns per e‑Mail an linuxinberlin@newthinking.de anmelden. Die Voranmeldung ist nur bis Mittwoch, 7.9. 23:00 Uhr möglich.

    Das Programm im Überblick:

    5. September 2005
  • : Gleich gehts zur Ars Electronica 2005
    Gleich gehts zur Ars Electronica 2005

    Gleich werde ich über Wien nach Linz in Österreich zur Ars Electronica 2005 fahren. Dort bin ich eingeladen, einem Table Talk zum Thema „Welche Bedürfnisse und Interessen treiben eine Community an?“ am morgigen Dienstag zu sprechen. Schade, dass ich momentan keine Zeit habe, um mehr von der Ars Electronica mitzubekommen, die schon am 1.9. begonnen hat. Das Programm ist auf jeden Fall spannend und ich werde mal viele Bilder machen und Mittwoch dannw ieder zurück nach Berlin kommen. Vielleicht klappt ja auch ein Liveblogging direkt von der Diskussion.

    5. September 2005
  • : Kazaa schuldig gesprochen
    Kazaa schuldig gesprochen

    Nach einem langen Prozess hat ein australischen Gericht Kazaa für schuldig gesprochen, das tauschen urheberrechtlich geschützter Werke möglich gemacht zu haben. Jetzt müssen Filter eingebaut werden. Allerdings hat dieses Urteil wahrscheinlich weniger Auswirkungen auf Filesharing-Software wie jetzt überall kommuniziert wird – wer nutzte in den letzten Jahren noch Kazaa? Die Firma hinter Kazaa hat jetzt einige Probleme, aber es gibt ja noch Filesharing-Tools wie eMule und Bittorrent.

    Hier einige Berichterstatung dazu:

    Futurezone: Für Tauschbörsen wird es eng
    Golem: Herbe Schlappe für Kazaa
    de.internet.com: Australisches Gericht: Kazaa verletzt das Urheberrecht
    Netzeitung: Kazaa muss Kopierschutz-Filter einbauen

    5. September 2005