Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Offener Brief ans EP wegen Vorratsdatenspeicherung
    Offener Brief ans EP wegen Vorratsdatenspeicherung

    Privacy International hat mit Unterstützung der European Digital Rights Initiative einen offenen Brief an die Mitglieder des LIBE-Ausschusses im Europaparlament zum Thema Vorratsdatenspeicherung geschrieben:

    London/Amsterdam, 26 September 2005

    Privacy International, supported by European Digital Rights, has prepared an urgent letter to the members of the LIBE committee of the European Parliament. On 27 September they will have a renewed vote about data retention.

    PI and EDRI urge all parties to reconfirm their initial rejection of the principle of systematic surveillance of all 450 million EU citizens and residents. The fact that meanwhile, the European Commission has launched a proposal for a directive does not free the Commission from the need to prove this measure is absolutely necessary in a democratic society.

    In fact, on analysis of the proposal, PI and EDRI find that the Commission proposal is even more invasive and costly than the Council’s proposed Framework Decision.

    26. September 2005
  • : IRC-Chat zum Anti-Zensur Leitfaden
    IRC-Chat zum Anti-Zensur Leitfaden

    Morgen gibt es um 16h CET einen IRC-Chat zum aktuellen Anti-Zensur Leitfaden von Reporter ohne Grenzen:

    Do you have questions about, criticisms of, or reactions to the Reporters Without Borders Handbook for Bloggers and Cyber-Dissidents? Global Voices will be hosting a live online chat to discuss the book on Tuesday September 27th at 11:00amNewYork / 15:00GMT / 18:00Cairo / 23:00Beijing.

    Reporters Without Borders Internet director Julien Pain will be there to answer your questions and discuss your reactions to the handbook. We are inviting all of the contributors to join us.

    Wenn es zeitlich klappt, werde ich auch dabei sein.

    26. September 2005 1
  • : Open Source Marketing
    Open Source Marketing

    Die „dotcom“-Blase ist geplatzt – Open Source Software schickt sich an, die neue „große Nummer“ der Geschäftswelt zu werden. Allerdings unterscheidet sich das Open-Source-Business weitgehend vom inhaltlich eher schwachbrüstigen Marketingboom der Neunziger Jahre.

    Zack Urlocker, Vize-Präsident der Firma MySQL, hat in einem Interview mit MarktingSherpa seine Sicht der Dinge dargelegt und auf Fehler im Open Source Marketing hingewiesen.

    Grundsätzlich so Urlocker, müssen sich die Firmen darüber klar sein, dass sie mit technisch versierten Kunden interagieren. Denn eine großer Anteil der Kundschaft ist selbst in Open Source Projekten engagiert. Mit leeren Phrasen und großen Versprechungen ist darum im Open Source Business nicht viel zu holen.

    Es geht um Inhalte, um präzise Informationen und konkrete Antworten. Urlocker macht gravierende Fehler aus, die die Erfolgaussichten eines auf Open Source setzenden Unternehmens empfindlich stören können und gibt Tipps für eine erfolgreiche Marketingstrategie.

    Mehr als in anderen Branchen ist Ehrlichkeit über die Lizensierung und eine transparente Unternehmensstruktur und ‑philosophie von Nöten. Denn OSS-Firmen sind in großem Maße auf die Unterstützung aus der Community angewiesen. Nicht nur, dass die Entwickler untereinander on- und offline kommunizieren und somit an der Meinungsbildung über das Unternehmen, letztlich also an dessen Erfolg beteiligt sind. Auch die Pläne und die Strategie der Firma müssen offen kommmuniziert werden, da die Ressource – die Software – ursprünglich aus der Open Source Community kommt und diese daher über die weitere Verwendung ihrer Entwicklung informiert werden will.

    Das Motto lautet also, nicht nur Open Source vorgeben, sondern Open Source sein.

    Wichtig ist es laut Urlocker, Informationen über das Unternehmen und Produkte nicht nur über die klassischen Wege zu publizieren, sondern alternative Strategien zu entwickeln. Zielgruppengerechte Kommunikation lautet das Stichwort. Als Beispiel nennt Urlocker die MySQL-Roadmaps, die die Pläne des Unternehmens für die kommenden zwei Jahre offenlegen und nicht nur in offiziellen Portale sondern auch auf Entwicklerseiten gepostet werden.

    Open Source Software ist den proprietären Gegenstücken in vielerlei Hinsicht überlegen. Nichts desto trotz wollen Kunden nicht bevormundet, sondern sachlich von einem Produkt überzeugt werden. Laut Urlocker sei eine „religiöse“ Idealisierung Freier Software und die Brandmarkung aller proprietärer Konkurrenzprodukte daher oftmals eher verkaufsstörend. Vielmehr käme es darauf an, Kunden durch klare Aussagen von den Vorteilen einer Open Source Lösung zu überzeugen.

    Der Erfolg gibt MySQL-Vize Urlocker recht. Der gibt wiederum einen Einblick in die Marketing-Strategie seines Unternehmens.

    Die MySQL-Website bietet für alle Kundengruppen die passend aufbereiteten Informationen. So gibt es beispielsweise die Developer Zone, wo Buchauszüge, Best practise Berichte, aktuelle Artikel, Blogs und andere Materialien zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren haben sich so genannte Webinars bewährt. In diesen Online-Präsentationen widmen sich Experten technischen Belangen, beantworten Fragen und treten in den „direkten“ Austausch mit interessierten Entwicklern. Newsletter ergänzen dieses Informationsangebot.

    Ähnlich erfolgreich sind Fallstudien bekannter Firmen, die Einzelheiten über die Implementierung von MySQL beschreiben. Wichtig hierbei ist es das die zur Verfügung stehenden Dokumente, tatsächlich eine Entscheidungshilfe geben, d.h. relevante und ehrliche Informationen zu Technik, Motivation, Implementationsstrategie und auftretenden Problemen liefern.

    White Papers sind ebenfalls eine beliebte Informationsquelle, für die Entwickler sogar bereit sind einvorgeschaltetes Online-Formular auszufüllen. Dieses beschränkt sich auf wenige, wesentliche Angaben, nämlich eMail, Titel, Firma und das geplante Einsatzgebiet von MySQL. Beim zweiten Download eines White Papers wird die Person per Cookies identifiziert und muss lediglich die Frage nach der gesuchten Anwendung beantworten.

    Darüber hinaus haben sich auch Firmen-Weblogs als Ergänzung der traditionellen Pressearbeit bewährt. Einzelne Mitarbeiter berichten hier, aber auch auf Community-Website und in Entwickler-Foren von ihrer Arbeit und stehen als Ansprechpartner bei technischen Fragen bereit.

    Auf diese Weise kann der enge Kontakt zu der Entwickler-Community, die so wichtig für Open Source Unternehmen ist, gehalten werden, unabhängig davon wo diese sich im Web bewegen und welchen Informationsstil sie bevorzugen.

    26. September 2005
  • : Nachrichtenüberblick 26.09.
    Nachrichtenüberblick 26.09.

    Ralf Grötker hat für Telepolis ein interessantes Buch zum Thema Data-Mining rezensiert: Wir machen mit!

    Der amerikanische Journalist Robert O’Harrow, Jr., Reporter der Washington Post und Mitglied des Center for Investigative Reporting, hat in einem umfangreichen Buch zusammengetragen, wie nach den Anschlägen auf das World Trade-Center Adresshändler, Kreditwürdigkeits-Prüfer, Data-Miner und andere im Bereich „Sicherheit“ tätige Unternehmen ganz aus eigenem Antrieb heraus sich ihren Datenbanken an der Suche nach den Attentätern beteiligt haben. Es geht um Freundschaften, Lobbyismus und Private-Public-Partnerschaften, um Karrierewege und Unternehmensgeschichten.

    Zack Urlocker, Vize-Präsident für Marketing-Fragen beim Open-Source-Hersteller MySQL, gab dem Online-Dienst Marketingsherpa.com ein Interview zum Thema Open Source Marketing. Pro-Linux hat die Zusammenfassung: Prinzipien des erfolgreichen Open-Source-Marketings.

    Die Businessweek widmet Tagging einen eigenen Artikel: Tagging: Keeping Tabs On The Net.

    Richard Stallman nennt erste Details zur GPL3.

    Wolfgang Kleinwächter berichtet auf Telepolis über den Internet Governance Showdown beim Weltgipfel zur Informationsgesellschaft: US-Regierung will weiter die Kontrolle über die zentrale Rootzone behalten .

    Wenns um Citizen Journalism geht, muss immer wieder das süd-koreanische OhMyNews herhalten. Jetzt wieder auf Telepolis: „News Guerrillas“ auf dem Vormarsch.

    Mario Sixtus hat zwei Links zu einer abstrusen Story aus London. Ein normaler Bürger wurde von der Polizei in einer U‑Bahnhaltestelle als potentieller Terrorist festgenommen und festgehalten. Sein Vergehen? Er war mit einem Rucksack und einer Jacke in die U‑Bahn gelaufen, hatte die Polizei keines Blickes gewürdigt, auf sein Handy geschaut und auf die Bahn wartend einen ausgedruckten Artikel aus der Tasche gezogen, um diesen zu lesen. Zu viele Anhaltspunkte dafür, dass er ein Attentat plant. Bei der Hausdurchsuchung wurden auch noch merkwürdige technische Geräte wie ein Weltempfänger gefunden. Die Story hat es mittlerweile auch in den Guardian geschafft.

    Die Kleine Zeitung aus Österreich hat einen Artikel über die Creative Commons Lizenzen. Der Artikel ist nciht schlecht, leider macht der Autor den Fehler, die Überschrift „Ein Leben (fast) ohne Copyright“ zu titeln. Dies ist falsch, da die Creative Commons Lizenzen Nutzungsfreiheiten ermöglichen – auf voller Basis des Urheberrechts / Copyrights.

    In den USA ist die Debatte um Softwarepatente, welche es dort schons eit vielen Jahren gibt, wiedre leicht entbrannt. CNet widmet der Frage einen längeren Artikel: How open? That’s the big patent question.

    Ein Interview mit dem Wikipedia-Gründer Jimbo Wales findet sich bei C‑Span.

    Schon von letzter Woche, aber sehr interessant, ist der Artikel „How open source gave power to the people“ in der internationalen Financial Times.

    Immer wieder liefert die TAZ Artikel, die sich so sympathisch macht. Dieser hier, „Arschlochalarm!“ von Tom Schimmeck, ist zwar schon eine Woche alt, passt aber prima zur heute startenden „Du bist Deutschland“-Kampagne, welche wiederum bei Lobbycontrol thematisiert wird.

    Der Europäische Datenschutzbeauftragte gibt eine Stellungnahme zur Vorratsdatenspeicherung ab: „So geht das aber nicht. Aber die Dienste interessiert EU-Recht ohnehin nicht“.

    Manchmal hat auch die Berliner Morgenpost interessante Artikel. Heute z.B. folgender: Informatiker durchsuchen geheime Internetseiten.

    Die gemeinsame EU-Forschungsstelle (GFS) im italienischen Ispra entwickelt nun Softwaremodule für die europäischen Geheimdienste, um im so genannten Schatten-Web („dark web“) und in geschlossen Benutzergruppen („hidden web“) organisierte Gewaltkriminalität zu enttarnen.

    Es gibt wieder eine Ausgabe von RadioTux zum downloaden. Themen diesmal sind die Linux-Distribution Ubuntu, ein Bericht über die Wikimania und ein Interview mit Richard Stallman über GNU/Linux und andere Dinge.

    In Schottland wurde ein Hochsicherheitsgefängnis für 3 Millionen Pfund mit biometrischen Zugangssystemen ausgestattet, welches den Fingerabdruck nutzte. Allerdings hatten die Insassen ziemlich schnell verstanden, wie das System zu überlisten ist und viele Gefangene wanderten innerhalb der Haftanstalt für einen Monat unbemerkt herum. Jetzt gibt es wieder „normale“ Schlüssel, was von der Verwaltung als billiger angesehen wurde, als noch mehr Geld in die „High-Tech“-Anschaffung zu stecken mit der Hoffnung, dass es irgendwann mal vernünftig klappt.

    The Economist schreibt über eine aktuelle Studie der OECD zum Thema OpenAccess und Online-Publishing: The paperless library.

    Die BBC hat einen schönen Artikel darüber, dass das Netz dem Major-Oligopol in der Musikbranche einiges an macht entziehen kann: Net takes power from music’s big four

    26. September 2005 3
  • : Godcasting erreicht Deutschland
    Godcasting erreicht Deutschland

    Prima, jetzt gibts Godcasting auch in Deutschland:

    hr3, das Pop- und Rockradio des Hessischen Rundfunk, bietet jetzt auch „Godcasting“ auf der Website hr3.de an. „Godcasting“ sind Podcasts mit religiösem Inhalt. Hierfür ist das Programm des Kirchenfunks online, der in hr3 dienstags, donnerstags und sonntags „Moment Mal“ mit religiösen Gedanken zum Tag sendet. Diese Sendungen stehen dem Nutzer als „Godcast“ auf Abruf zur Verfügung.

    Lustigerweise habe ich mir irgendwann mal die Domain godcasting.de geholt. Kann man vielleicht noch was mit anfangen in Richtung Citizen Preaching.

    25. September 2005
  • : finetunes im Interview
    finetunes im Interview

    Bei Antifreeze gibt es ein Interview mit Felix Segebrecht, Marketing Manager bei finetunes. Die Indie-Plattform hat bei unserem DRM-Test am Besten abgeschnitten, da weitestgehend keine Restriktionen eingesetzt werden (nur Wasserzeichen) und meist MP3- und OGG-Songs angeboten werden.

    24. September 2005
  • : 3Sat: Eine kurze Geschichte des PCs
    3Sat: Eine kurze Geschichte des PCs

    3Sat hat eine kurze Geschichte des PCs veröffentlicht. Der Beitrag füllt mehrere Seiten und ist interessant.

    Eine kurze Geschichte des PCs – Von den Anfängen einer Erfolgsmaschine

    Vor 30 Jahren, 1975, begann mit dem ersten „Personal Computer“ die technische Revolution, die unsere Welt bis heute entscheidend verändert hat: Privatpersonen begannen kleine Computer für zu Hause zu besitzen – persönliche Computer also. Vor 20 Jahren gab es das erste Windows. Eine grafischen Oberfläche, die zwar von konkurrierenden Vorbildern inspiriert wurde, sich aber heute auf fast jedem PC der Erde findet und spätestens seit Windows 95 Computer leichter bedienbar und populärer werden ließ.

    Es scheint sich dabei um einen Remix der Dokumentation „Triumph of the Nerds“ zu handeln. Einen Stream gibt es leider nicht:

    Aus lizenzrechtlichen Gründen ist uns das Streamen der Dokumentation „Eine kurze Geschichte des PC’s“ nicht möglich.

    Einziger Kritikpunkt: Die Doku endet mit dem Konflikt MacOS/Windows. Linux kommt nicht mehr vor. Liegt wohl daran, dass die Doku aus dem Jahre 1996 ist.

    Update: Kommt übrigens am heutigen Samstag um 17h auf 3Sat.

    23. September 2005 1
  • : Nachrichtenüberblick 23.09.
    Nachrichtenüberblick 23.09.

    Der Verband der deutschen Internetwirtschaft ist bei der Vorratsdatenspeicherung umgekippt und begrüsst den Richtlinienentwurf der EU-Kommission, aber nicht ohne kleine Änderungen zu fordern. Trotzdem unschön, es war aber voraussehbar, dass sie kippen, sobald finanzielle Angebote der Regierungen für die Kostenübernahme gemacht werden.

    Das Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch wurde aktualisiert. Und steht hier unter einer Creative Commons Lizenz zum kostenfreien Download bereit.

    Die 74. Generalversammlung der Internationalen Kriminalpolizeilichen Organisation (IKPO) ist in Berlin zuende gegangen. In der nicht-öffentlichen Sitzung tagten 600 Delegierte von Interpol. Heise berichtet darüber: Mit Datenbanken gegen den Terror.

    In Österreich tobt die Debatte um die drohende Einführung von biometrischen Merkmalen im Pass. Offen ist eigentlich nur noch, ob Fingerabdrücke im Pass ab 2008 verbindlich sind, oder erst später.

    ZDNet hat den Red Hat-Anwalt Mark Webbink zu Patenten und anderen Fragestellungen interviewed.

    Ein chinesisches Gericht hat den Online-Journalist Zhen Yichun nun wegen Subversion zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die ist der dritte derartige Fall in diesem Jahr in China. Mehr bei der Futurezone.

    IP-Watch hat ein aktuelles Interview mit Markus Kummer, Head der U.N. Working Group On Internet Governance.

    23. September 2005 2
  • : Nachrichtenüberblick 22.09.
    Nachrichtenüberblick 22.09.

    Die Futurezone berichtet über neue RFID-Chips, welche bei BMW in Neuwagen eingebaut werden. Diese aktiven Chips sind bis zu einer Entfernung von 90 Metern auslesbar.

    Und hier macht sofort die nächste Meldung Sinn: Heise berichtet über eine Grundrechtsklage, welche beim hessischen Staatsgerichtshof eingegangen ist. Diese soll klären, ob Kennzeichenlesegeräte gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verstoßen.

    Weitere News gibt zur Strafanzeigen-Maschinerie, welche nach eigenen Angaben 20000 Nutzer von Filesharing-Börsen automatisiert „Denkzettel“ verpassen will. Die Staatsanwaltschaften werden sich über die vermehrte Bürokratie freuen. Die haben ja sonst nichts zu tun…

    Spiegel-Online widmet sich dem Märchen vom Disclaimer. Der ist sinnlos, viele Menschen denken aber, sich mit einem Disclaimer vor Anzeigen schützen zu können.

    Bei Politik-Digital wird über die Studie „Internet im Wahlkampf 2005“ des Lehrstuhls für Politikwissenschaft II der Universität Bamberg berichtet. Diese geht der Frage nach, wie sich Akzeptanz und Nutzung von politischen Weblogs im Laufe des Wahlkampfs verändert haben.

    Gestern schon berichtete die Netzeitung über die geplante EU-Fernsehrichtlinie. Diese sollte im Auge behalten werden, denn dadurch kann massiv Innovation wie Podcasting und Streaming reguliert werden. Und nicht nur das, auch Kopierschutztechnologien sollen für digitale Medien darüber gesetzlich verankert werden.

    Monika Ermert berichtet für Heise über ein Panel auf der WSIS-Prepcom in Genf, welches Menschenrechtsverletzungen in Tunesien thematisiert. Tunesien ist der Ausrichter des World Summit on the Information Society, welcher in zwei Monaten stattfindet. Menschenrechte werden vom dortigen Regime regelmässig mit Füssen getreten, eine freie Meinungsäusserung gibt es praktisch nicht.

    AOL hat in den USA eine Studie zum Thema Blogs in Auftrag gegeben. Überraschungen gibt es kaum, bis auf die Tatsache, dass fast die Hälfte der Befragten das Schreiben von Weblogs als Art Therapie ansehen. Befragt wurden nur US-Bürger…

    Die Firma hinter der populäre Filesharing-Börse WinMX hat den Dienst aufgegeben. Slyck weisst auf zehn Alternativen hin, die weiterhin funktionieren.

    22. September 2005
  • : SPAM-Beschwerdestelle
    SPAM-Beschwerdestelle

    Der Bundesverband der Verbraucherzentralen will SPAM zugeschickt bekommen. Nicht zum Spass, sondern für die neue SPAM-Beschwerdestelle. Nach einer Prüfung sollen rechtliche Schritte gegen die Versender und Auftraggeber unternommen, im Optimalfall Gewinne abgeschöpft und Unterlassungsklagen gestellt werden. Ich weiss zwar nicht, ob sie wissen, was da auf sie zukommen könnte, aber eine Beschwerdestelle finde ich notwendig. SPAM-Mails bitte an beschwerdestelle@spam.vzbv.de schicken.

    22. September 2005 2
  • : EDRi-gram, Nummer 3.19
    EDRi-gram, Nummer 3.19

    Gestern ist das EDRi-gram Nummer 3.19 vom 21. September 2005 mit folgenden Themen erschienen:

    1. Data retention proposal European Commmission
    2. Draft directive data protection in EU police co-operation
    3. UK supermarket Tesco sells personal data
    4. New Dutch database to create lifelong record for every baby
    5. Data Protection Commissioners Conference in Montreux
    6. EDRI-event at Data Protection Conference in Montreux
    7. Spanish gaming programmer faces prison sentence
    8. Human rights in the information society on CoE agenda
    9. Petition update
    10. Support EDRI!
    11. Recommended reading: camera surveillance and workplace privacy

    22. September 2005
  • : Handbuch für Blogger und Internet-Dissidenten
    Handbuch für Blogger und Internet-Dissidenten

    Reporters sans frontieres (Reporter ohne Grenzen) haben heute das „Handbook for bloggers and cyber-dissidents“ veröffentlicht. In dem 46 seitigen Handbuch werden nicht nur Blogs und die vielen Fachbegriffe drumherum erklärt, es gibt beispielsweise auch Tipps und Tricks, wie anonym gebloggt werden kann und wie man sich ein Blog einrichtet. Eine grossartige Sache.

    Blogs get people excited. Or else they disturb and worry them. Some people distrust them. Others see them as the vanguard of a new information revolution. Because they allow and encourage ordinary people to speak up, they’re tremendous tools of freedom of expression.
    Bloggers are often the only real journalists in countries where the mainstream media is censored or under pressure. Only they provide independent news, at the risk of displeasing the government and sometimes courting arrest.
    Reporters Without Borders has produced this handbook to help them, with handy tips and technical advice on how to to remain anonymous and to get round censorship, by choosing the most suitable method for each situation. It also explains how to set up and make the most of a blog, to publicise it (getting it picked up efficiently by search-engines) and to establish its credibility through observing basic ethical and journalistic principles.

    Einige Berichte von Bloggern sind auch enthalten. Ein Beitrag ist auch von mir über netzpolitik.org und meine Motivation zu bloggen dabei, den ich vor gut einem halben Jahr für das Buch in englisch geschrieben habe. Das Buch gibt es für 10 Euro in französisch und englisch bei Reporters sans Frontiers zu kaufen, es kann aber auch wahlweise in französisch oder englisch als 1,6MB grosse PDF-Datei heruntergeladen werden. Ich weiss jetzt nicht genau, was Stand der Dinge ist. Geplant ist, noch andere Sprachen wie chinesisch, arabisch und farsi folgen zu lassen, allerdings nicht gedruckt sondern nur im Netz. Da bin ich mal gespannt.

    Mittlerweile gibt es auch eine deutschsprachige Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen dazu:

    „Weblogs faszinieren und polarisieren die Internetnutzer: Manche Menschen trauen ihnen nicht, andere sehen in ihnen eine Revolution für die Informations-Gesellschaft“, sagt Elke Schäfter, Geschäftsführerin von ROG Deutschland. „Da sie jedem die Möglichkeit geben, seiner Stimme Gehör zu verschaffen, sind sie ein wichtiges Element für Meinungsvielfalt. Gerade in Ländern ohne freie Medien sind Weblogs ein hervorragendes Instrument, um unabhängige Information und Meinungen zu verbreiten. Hierfür leistet das Handbuch einen wertvollen Beitrag.“

    22. September 2005 3
  • : TV-Tipp: Hybrid – Wir leben im Paradoxon
    TV-Tipp: Hybrid – Wir leben im Paradoxon

    Dokumentation des Festivals Ars Electronica 2005

    Montag, 26.09.2005 um 23:10 Uhr auf 3Sat

    Film von Bernhard Hain

    [via Nicorola]

    21. September 2005
  • : EU-Kommission legt Entwurf der Vorratsdatenspecherungs-Richtlinien vor
    EU-Kommission legt Entwurf der Vorratsdatenspecherungs-Richtlinien vor

    Huete ist mal wieder Tag der Vorratsdatenspeicherung. Die EU-Kommission hat sich auf einen offiziellen Richtlinienentwurf geeinigt und diesen heute präsentiert.

    Heise geht, wie immer, recht ausführlich auf die Thematik ein: EU-Kommission legt Entwurf zur Speicherung von Telefon- und Internetdaten vor

    Ansonsten umfassen die zwei Seiten langen Anforderungswünsche nach wie vor sämtliche Daten, welche die Quelle, das Ziel, die Art und im Mobilfunk den Ort einer Kommunikation bestimmen. Dies können etwa dynamische oder feste IP-Adressen sein, aber auch nähere Angaben zu verschickten SMS. Dabei würden auch die Kommunikationsinhalte erfasst, die laut des Papiers eigentlich nicht gespeichert werden sollen. Bei den zu identifizierenden Kommunikationsgeräten liegen die Interessen nicht nur bei IMSI- und IMEI-Nummern von Handys, sondern auch bei den MAC-Adressen von Netzwerkkarten in Computern. Insgesamt könnten die Daten bei entsprechender Auswertung ein komplettes Profil der elektronischen Kommunikationsnetzwerke eines Nutzers ergeben und somit auch einen begehrten Angriffspunkt für Cybergangster bilden.


    Golem zitiert Thilo Weichert
    , den Leiter des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein:

    „Die umfassende Verbindungsdatenerfassung ist ebenso wie die längerfristige Speicherung dieser Daten nach deutschem Recht verfassungswidrig. Es würde sich um eine Rundumüberwachung ins Blaue hinein handeln. Diese kann nicht damit gerechtfertigt werden, dass im Glücksfall hierdurch vielleicht einmal ein Terroranschlag aufgeklärt werden kann. Selbst das Ziel der Bekämpfung schrecklicher Verbrechen kann es nicht rechtfertigen, das Kommunikationsverhalten der europäischen Bevölkerung zu 100 Prozent elektronisch zu erfassen und zur Rasterung bereit zu halten.“

    Die Futurezone weiss über noch weitergehende Pläne zu berichten: Parallel-Duell um Datenspeicherpflicht

    Manch anderen Staaten geht der Ratsentwurf – der vom Ansatz her im Widerspruch zur EU–Richtlinie zum Datenschutz und zu bestehenden nationalen Datenschutzgesetzen steht – noch nicht weit genug.

    Neben Verkehrsdaten von E‑Mail – wer hat wann wem eine Mail geschickt bzw. eine erhalten – und VoIP-Telefonaten verlangt eine nordische Allianz von Dänemark, Schweden, Litauen und Estland sowie Belgien auch die Speicherpflicht von Web-Logfiles, Chat, FTP-Übertragungen und Peer-to-Peer-Verbindungen.

    Und auchd ie Deutsche Welle berichtet heute: Heißt Daten speichern Terroristen fassen?

    Der Europa-Abgeordnete Alexander Alvaro sieht das Papier der Kommssion mit gemischten Gefühlen. Auf Anfrage von DW-WORLD erklärte der FDP-Politiker und Berichterstatter des Parlaments zur Datenspeicherung im Vorfeld der Entscheidung, dass die Kommission noch mehr Daten speichern wolle als im ursprünglichen Vorschlag der britischen Ratspräsidentschaft vorgesehen. Er bemängelte darüber hinaus die Schaffung eines neuen Expertengremiums bei der Europäischen Kommission, das entscheiden soll, ob künftig mehr oder weniger Daten gespeichert werden: Es unterliege keinerlei parlamentarischer Kontrolle. Der Kommissionsvorschlag enthalte aber auch einige positive Punkte. Erstmalig werde festgelegt, dass die Wirtschaft eventuelle Mehrkosten erstattet bekomme, auch wenn die Regelung den Mitgliedstaaten überlassen werde. Zudem wolle die Kommission eine regelmäßige Evaluierung durchführen, ob die Erfassung der Daten nützlich sei.

    Lustig ist die Tagesschau: Die liefert gleich ein paar skurriler Argumente mit, weshalb wir jetzt die komplette Überwachung brauchen: Telefon- und E‑Mail-Daten sollen gespeichert werden

    Die EU-Kommission in Büssel hat einen Gesetzentwurf zur höchst umstrittenen Speicherung aller Telefon- und E‑Mail-Verbindungen beschlossen. Die Daten sollen der besseren Terror-Bekämpfung dienen. Jugendliche sollen vor Radikalisierung geschützt, Hasspropaganda über Internet oder Satellit verhindert werden. „Wir können nicht erlauben, dass junge Leute im Fernsehen Aufrufe zum Hass sehen“, sagte Justizkommissar Franco Frattini. Zugleich betonte er, dass die Meinungsfreiheit aber nicht eingeschränkt werden solle.

    Kann es sein, dass die Herren und Damen in ihrem Übereifer, die Welt vor dem Bösen zu retten, ein klein wenig durchdrehen? Mit der Argumentation müsste man das Fernsehen verbieten. Auf dem Weg dahin erstmal noch die Berichterstattung über Bekenner-Videos unter Strafe stellen und nicht alle Kommunikationsdaten der europäischen Bürger speichern.

    Jetzt gibt es auch einen Kommentar der Frankfurter Rundschau: Brüsseler Zauberlehrlinge

    Aber auch in der Polizei gibt es Stimmen, die vor der Datenflut warnen, die hier aufgestaut werden soll, wobei der prinzipielle Nutzen für die Fahndung herausgestrichen wird. Das ist ein Argument, das gewichtig ist. Allerdings gerät dabei leicht aus dem Blick, dass den Brüsseler Zauberlehrlingen die Bändigung der technischen Möglichkeiten, derer sie sich bedienen wollen, auch entgleiten kann. Bank‑, Telefon‑, Internet‑, Versicherungs‑, Passagier- und Gesundheitsdaten, biometrische Daten in Pässen, Videoüberwachung und Bewegungsprofile: Die Sammelwut braucht Grenzen.

    21. September 2005 1
  • : WordPress: Spam-Karma 2 läuft rund
    WordPress: Spam-Karma 2 läuft rund

    Danke für den Hinweis in dem Beitrag zum Thema Spaminator: Spam Karma 2 läuft prima und filtert jetzt wieder alle Poker/SCO/Pillen – Trackbacks raus.

    Leider hat sich als Kollateralschaden der Hinweis darauf in den Kommentaren ins Datennirvana veranschiedet. Ich weiss jetzt leider nicht, wem ich dafür danken kann.

    20. September 2005 1
  • : DRadio über CCC-Kritik zum Thema Biometrie
    DRadio über CCC-Kritik zum Thema Biometrie

    Constanze Kurz war für den Chaos Computer Club beim Deutschlandradio und hat dort zur CCC-Kritik an den tollen neuen Biometrie-Systemen Rede und Antwort gestanden. Das Transcript der Sendung vom vergangenen Samstag ist jetzt online: Bitte nicht lächeln!

    20. September 2005 1
  • : Nachrichtenüberblick 20.09.
    Nachrichtenüberblick 20.09.

    Apple will den Rechteinhabern nicht mehr dafür zahlen, dass sie Lieder via iTunes verkaufen. Eigentlich nichts neues, mich wundert immer, dass die alten Dinosaurier denken, sie könnten ihr Krüppel-DRM noch teurer verkaufen und der Markt wäre dafür da.

    Vielleicht gibts bald neue Ermittlungen der EU-Wettbewerbshüter gegen die Firma Microsoft. Nach Informationen der New York Times liegen neue Beschwerden gegen das Marktgebahren von Microsoft vor – wer hätte das gedacht? Heise und Golem berichten darüber.

    Microsoft feiert dafür seinen 30. Geburtstag und befindet sich nach Meinung von „Der Standard“ in einer Midlifecrises.

    Die größte chinesische Suchmaschine Baidu darf nach Ansicht eines Gerichtes in Peking keine MP3-Suchmaschine mehr anbieten. Das Tool war wohl so gut, dass chinesische Internetnutzer gar nicht auf Filesharing-Tools zurückgreifen mussten. Das Unternehmen will jetzt in Berufung gehen.

    Wo wir bei China sind: Der San Francisco Chronicle schreibt über das Problem von US-Hightech-Firmen, in China Geschäfte zu machen. Das Dilemma ist ja weitgehend bekannt: Freie Meinungsäusserung ist nicht und nur wer Zensurtechnologien unterstützt, darf in den Markt rein. Makaber sind die Argumentationsversuche der Unternehmen, weshalb man trotzdem daran glaube, unter diesen Bedingungen die Freiheit nach China zu bringen. Da hilft wohl nur noch ein Verbraucher-Boykott.

    Die FEC will Blogs in den USA regulieren. Im Gegensatz zu unserem Lande werden dort politische Blogger gebeten, Stellungnahmen abzugeben. Auch wenn das wohl eher wie ein Feigenblatt wirkt, klingt es doch erstmal sympathischer.

    In Wien findet die 3. Plone Konferenz statt. Mir bleibt nur ein Blick aus der Ferne und solidarisch basteln wir im Moment auch mit Plone herum. Mal schauen, wann die Seite steht.

    Zwischenstand unserer EDRi-Kampagne gegen die Vorratsdatenspeicherung: 47534 Unterstützer sind bisher dabei – und es sollen noch viel mehr werden. Also fleissig unterschreiben, wer es noch nicht getan hat.

    Neuigkeiten zu Ubuntu: Heise weiss von Ubuntu-Erweiterungen für Schulen zu berichten. Und Mad Penguin hat einen ersten Blick auf das Preview von Ubuntu 5.10 geworfen.

    Neues von der RFID-Front: Mastercard will ab Ende des Jahres in den USA die ersten 4 Millionen Kreditkarten mit eingebautem Chip ausliefern.

    Wie die Netzeitung berichtet, haben US-Forscher eine Methode entwickelt, anhand von Tippgeräuschen den eingegebenen Text zu rekonstruieren. Damit erübrigen sich dann Keylogger, wenn das funktionieren sollte.

    Es gibt News zur Gesundheitskarte: Ulla Schmidt nutzt ihre letzte Chance und will als Gesundheitsministerin vollendete Tatsachen schaffen:

    „Ein so wichtiges Projekt wie die elektronische Gesundheitskarte muss rasch nach vorne gebracht werden. Umso mehr bedaure ich, dass die Selbstverwaltung zurzeit die erforderlichen Beschlüsse nicht fassen kann, da sie sich untereinander blockiert.“

    Die New York Times hat einen lesenswerten Artikel zum Thema WIFI-Meshing in Katastrophengebieten: Talking in the Dark.

    20. September 2005
  • : Tour-bloggen aus Amiland
    Tour-bloggen aus Amiland

    Martin Kretschmann, einer meiner Lieblings-DJs (Acid Pauli) und Teil der genialen Bands Notwist und Console ist mit einem neuen Projekt auf US-Tour und bloggt mit dem Titel „Mongolian Coach Tours“ bei der Zeit .

    20. September 2005 1
  • : Prepcom3 – Webcast
    Prepcom3 – Webcast

    Die ITU bietet auf ihrer Webseite einen sporadischen Webcast der Prepcom3 an.

    20. September 2005
  • : Podcasting unter Linux
    Podcasting unter Linux

    Julius Stiebert hat auf Pro-Linux einen längeren und lesenswerten Artikel zum Thema Podcasting unter Linux veröffentlicht: iPod, Podcasts und Linux

    Es ist offensichtlich: Es gibt, wie so oft, einige Programme unter Linux, die zum Verwalten des iPods oder zum Empfangen von Podcasts gedacht sind. Doch leider gibt es nur verhältnismäßig wenige, an denen aktiv gearbeitet wird. Wirklich schade ist vor allem, dass derzeit noch keine iPod-Verwaltung auch selber Podcasts empfangen kann.

    Letztlich macht Gtkpod noch den besten Eindruck, vor allem, da es stetig weiterentwickelt wird. Folgt hier in Zukunft die Unterstützung für Podcasts und Fotos, wird die Applikation wohl zur ultimativen iPod-Verwaltung. Allerdings hinterlassen gelegentliche Abstürze einen bitteren Nachgeschmack, so dass man sich in jedem Fall auch GNUpod anschauen sollte, das nicht weniger funktional ist. Für Konsolen-Freaks stellt sich die Frage natürlich gar nicht erst.

    Bei den Podcast-Empfängern sieht es ähnlich aus: Wer die Konsole bevorzugt, hat eine Auswahl an unterschiedlichen Skripten, die sich im Grunde aber nichts nehmen. Bei den grafischen Anwendungen macht gPodder einen interessanten Eindruck und könnte in Zukunft noch wesentlich interessanter werden. Derzeit triumphiert aber ohne Zweifel iPodder, das eigentlich alles bietet, um sich ständig die neusten Podcasts aus dem Netz zu ziehen.

    Doch im Endeffekt ist es wie immer: Wer die Wahl hat, hat die Qual – und demnach sollten Sie selber austesten, welches Programm ihnen am besten gefällt! Das Angebot ist vorhanden.

    20. September 2005