Datenschutz

10 Wege, eine Vorratsdatenspeicherung zu umgehen

Die Debatte um eine drohende Einführung der Vorratsdatenspeicherung auf europäischer Ebene wird diesen Monat noch heftig werden. Auf einer niederländischen Webseite finden sich zehn Wege als Beispiele, wie man eine eingeführte Vorratsdatenspeicherung umgehen könnte. Eine Möglichkeit ist, beim chatten auf Multi-Playerspiele umzusteigen oder Chatserver auf anderen Kontinenten zu nutzen. Oder ein Prepaid-Handy zu kaufen (Gibts die noch anonym in Deutschland zu kaufen?), freie WLANs zu nutzen oder sich per Modem auf eine Mailbox in einem anderen Land einzuloggen. Bei letzterem würde sich nur der Anruf zurückverfolgen lassen, nicht aber die Art der Kommunikation. Gleiches gilt für Tunneling zu einem eigenen Server, um die genutzten Protokolle verschleiern zu lassen. Hier hat man doch den praktischen Nutzen, dass wenn die Sicherheitsbehörden im Zuge einer Ermittlung die Herausgabe der Logfiles verlangen, ein nettes Frühwarnsystem vorhanden ist. TOR und Freenet werden auch noch als praktische Tools vorgestellt.


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Und worum gehts jetzt genau in den zehn Vorschlägen? Einerseits können sie später mal genutzt (mehr oder weniger) von Menschen umgesetzt werden, denen ihre eigene Privatsphäre noch wichtig ist. Andererseits wird aufgezeigt, wie idiotisch das Vorgehen ist, wenn diese Wege auch Terroristen und Kriminelle nutzen, was sie in der Organisierten Kriminalität jetzt schon tun, wenn sie nicht ganz dumm sind. Es trifft also den normalen Bürger, der sich nicht schützen kann, weil ihm das notwendige Bewusstsein und Wissen fehlt. Aber dafür werden Unsummen ausgegeben und massiv Bürgerrechte eingeschränkt.

Der Autor Brenno de Winter schreibt abschliessend:

This is a non-exhaustive list of examples. It clearly shows data retention is a very ineffective approach, certainly for criminals with the energy to prevent the logging of their internet tracks. Only regular internet users, using regular internet access will be caught by their traffic data. The consequence is that a lot of money and manhours of secret services and law enforcement will be wasted on the wrong kind of investigation. Security expert Bruce Sneier once told: „You can only spend a dollar once. Who spends his money the wrong way, doesn’t increase security but reduces it.”

[via Maha]

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2 Kommentare
  1. 2te alternative und ganz simpel ;) man baut njetzwerkkarte, modem und isdn-karte aus und lebt nur noch offline ;)

    wobei gut wäre das für wirklich niemanden, was daduirch dann alles für arbeitsplätze verloren gehen würden…
    wobei, webdesigner etc. könnte man zu irrenwärtern umschulen lassen um die ganzen heise und golem trolle zu betreuen :)

    etwas zynismus und/oder ironie muss ja auch mal sein^^

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