Auch dieser Newsletter, den wir drei Mal pro Woche verschicken, ringt um eure Aufmerksamkeit. Falls ihr also bis hierher gekommen seid: Danke.
Denn es ist ja nicht so, als hättet ihr gerade nicht genug zu tun: Die Union macht im Bundestag gemeinsame Sache mit Faschisten, im Wahlkampf scheint es nur noch das Thema Migration zu geben, während so viele der real existierenden Probleme keine Rolle mehr spielen. Selbst die Grünen steigen bei diesem populistischen Eskalationswettbewerb mit ein. Mehr denn je gilt in diesem Bundestagswahlkampf die populistische Strategie, die Trumps Wahlkampf-Manager schon vor Jahren ausgerufen hatte: „Flood the zone with shit“. Man behauptet so lange unfundiert Dinge, bis die Wahrheit darunter vollkommen verschüttet liegt.
Wie können Medien in dieser Situation noch sinnvoll umgehen mit unfundierter Hetze, etwa mit einem Kanzlerkandidaten, der von täglichen Gruppenvergewaltigungen durch Geflüchtete spricht? Oder mit Politiker:innen, die trans* Personen zu einer Bedrohung erklären, statt ihnen ein Recht auf Schutz vor Gewalt zuzugestehen? Und wie bewahren wir uns bei dieser programmierten Bullshit-Überlastung noch den Glauben an die Demokratie? Damit beschäftigt sich unsere Kolumnistin Bianca Kastl diese Woche.
Von ihr kommt auch der Schlusssatz: „Das Falsche vom Kurs abzubringen, wird nicht einfach.“
Bleibt trotzdem dran und danke für die Aufmerksamkeit
Chris
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Die Berliner Polizei verbreitet ein manipuliertes Foto des Protestbusses des Zentrums für politische Schönheit – ohne die Veränderung transparent zu machen. Mehrere Medien übernehmen das Bild. Die Künstlergruppe wirft der Polizei zudem fortlaufende Schikanen vor.
Politische Inhalte werden teilweise von Social-Media-Plattformen blockiert oder versteckt. Um den algorithmischen Filtern zu entwischen, entwickeln die Nutzer:innen eine eigene Sprache.
Italien dementiert, Kritiker*innen seiner Migrationspolitik mit Trojanern angegriffen zu haben. Auch in Deutschland soll es Betroffene geben. Die Bundesregierung gibt sich unwissend. Der Spähsoftware-Hersteller hat einen Briefkasten in Hamburg.
Was haben fragwürdige Wahlversprechen, ritualisierte Forderungen nach mehr Überwachung und Aufmerksamkeitsgetriebenheit gemeinsam? Sie alle verdunkeln das, worum es eigentlich geht. Zeit für mehr Klarheit, findet unsere Kolumnistin.
Die 6. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 18 neue Texte mit insgesamt 2.532.577 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.
Lisa Ling war Technikerin im US-Drohnenprogramm. Im Interview spricht sie über die unsichtbare „Kill Cloud“ hinter den Drohnen und wie sich die gleiche Technik im Büroalltag und im Krieg wiederfindet.
Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.
ispa
Die österreichischen Internet-Provider haben eine Broschüre zum Thema Sexting und Cyber-Grooming für Eltern erstellt. Die juristischen Hinweise beziehen sich zwar auf die Rechtslage im Nachbarland, aber Tipps gegen Sextortion und dergleichen gelten gewiss über Landesgrenzen hinweg.
heise online
Der Cyber Resilience Act stellt unter anderem Anforderungen für Softwareprodukte hinsichtlich ihrer Sicherheit. Linux Foundation und OpenSSF haben nun eine Initiative gegründet, die dem Open-Source-Ökosystem bei der Umsetzung helfen soll.
Futurezone
Laut der US-Forscherin Danah Boyd sind nicht soziale Medien für die gesellschaftliche Spaltung verantwortlich, sondern etwa wachsende ökonomische Ungleichheit. Boyd warnt vor den Gefahren von sogenannter Künstlicher Intelligenz und politisch mächtigen Milliardären.
epicenter.works
In Österreich steht eine Koalition aus Rechtsextremen und Konservativen vor der Tür. epicenter.works analysiert die wichtigsten netzpolitischen Punkte eines durchgesickerten Verhandlungsprotokolls: Der Pakt rüttle an der grundsätzlichen Ausrichtung Österreichs als liberalem Rechtsstaat, so die Digital-NGO.
taz
Der Podcast „Sockenpuppenzoo“ untersucht, wie rechte Gruppen versuchten, die deutschsprachige Wikipedia zu manipulieren. Wikipedianer:innen deckten das Netzwerk auf, kämpften beharrlich gegen Falschinformationen und verteidigten so die Neutralität der Online-Enzyklopädie.
heise online
Die BundID soll zur DeutschlandID weiterentwickelt und entsprechend umbenannt werden. Das Nutzer:innenkonto des Bundes soll es ermöglichen, sich bundesweit bei Verwaltungsdiensten anzumelden und mit Behörden zu kommunizieren.
Tagesschau
Gefälschte Accounts mit vermeintlichen Rechtsaußen-Influencerinnen versuchen im Bundestagswahlkampf, Stimmung für die AfD und gegen vulnerable Gruppen zu machen. Vor allem auf X sind die Accounts mit KI-generierten Bildern junger Frauen erfolgreich. Eine Spur führt zum rechtsextremen Compact-Magazin.
Ars Technica
In einem Gerichtsverfahren versucht sich Meta gegen den Vorwurf zu verteidigen, zum Trainieren seiner KI-Modelle massenhaft das Urheberrecht verletzt zu haben. Interne E-Mails zeigen nun, dass Meta sehr wohl wusste, was es tut.
Correctiv
Auf TikTok kursiert offenbar eine Entscheidungshilfe zur Bundestagswahl, die viele gefälschte Positionen fast aller Parteien enthält - nur die Positionen der AfD sind korrekt wiedergegeben. Correctiv klärt über die Manipulation auf, die schon zur Europawahl im Umlauf war.
The Guardian
Während des Super Bowls, und damit zur besten Sendezeit, wollte Google sein KI-Tool Gemini bewerben. Den Werbespot musste der Konzern jedoch überarbeiten, weil darin Käse über Käse verbreitet wurde.
The Guardian
Wollte die US-Behörde ICE so tun, als gäbe es noch mehr Deportationen als sowieso schon seit dem Machtwechsel? Diesem Verdacht ging der Guardian nach. Denn plötzlich hatten alte Pressemeldungen Updates - sodass die Google-Suche jede Menge vermeintlich aktuelle Abschiebe-Meldungen anzeigte.
ntv
Üblicherweise sind linke Politiker:innen keine TikTok-Superstars, doch die Vorsitzende der Linken im Bundestag geht immer wieder viral. Was macht Heidi Reichinnek anders? Und was bringt das für die Partei?
Liebe Leser:innen, mein Kollege Markus hat die Bundesregierung und andere politische Akteur:innen wieder gefragt, warum sie nach all den Vorfällen weiter auf der Musk-Plattform X präsent sind. Die Pressestelle der Grünen im Bundestag antwortete dabei wohl unfreiwillig komisch. Die Vorgänge auf X seien „zweifellos indiskutabel“. Aber man „diskutiere“ in der Fraktion noch die Konsequenzen. Das […]
Liebe Leser*innen, sobald etwas schiefläuft, fordern Überwachungsfans mehr Überwachung. Als am 3. Januar in Zehntausenden Berliner Haushalten der Strom ausfiel, konnte man praktisch die Uhr danach stellen. Und siehe da: Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sprach sich für verstärkte Videoüberwachung aus – auch das Modewort KI durfte nicht fehlen. Warum diese Forderung nicht sinnvoll ist und […]
Liebe Leser:innen, jetzt ist aber auch bald gut mit Chaos Communication Congress, könnte man meinen. Es ist immerhin schon der 5. Januar. Aber es gab einfach so viele motivierende Inhalte beim jährlichen Hacker:innentreffen in Hamburg, deshalb lest und hört ihr bei uns weiterhin einiges davon. So etwa eine Live-Aufzeichnung unseres Podcasts Off/On mit Einblicken in […]
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