Forschungsprojekt: Online-Befragung zu Polizeigewalt

Auf einer dunklen straße stehen mehrere Polizisten vor Streifenwagen.
Das Thema Polizeigewalt ist bisher nahezu unerforscht (Symbolbild). Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com AJ Colores

Bei Demonstrationen, Sportevents oder auf offener Straße – immer wieder werden Personen zu Opfern rechtswidriger polizeilicher Gewalt. Die Nachrichten gehen kurz durch die Medien, aber „Strafanzeigen gegen Polizisten führen auffällig selten zu einem Verfahren und fast nie zur Verurteilung der Beschuldigten“, wie der Deutschlandfunk schreibt. Dadurch entsteht ein bislang unerforschtes Dunkelfeld: Wie vielen Menschen ist Körperverletzung durch PolizistInnen widerfahren? In welchem Kontext haben die Übergriffe stattgefunden? Wie sind die Opfer im Nachhinein mit der Situation umgegangen?


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Eine Forschungsgruppe der Ruhr Uni Bochum führt in diesem Zusammenhang nun die quantitative Online-Studie „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamte“ durch. Zusammen mit qualitativen ExpertInneninterviews soll das Projekt erste empirische Erkenntnisse zu Polizeigewalt liefern. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG):

An der Studie können Betroffene teilnehmen, denen rechtswidrige körperliche Gewalt durch die Polizei in Deutschland widerfahren ist. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert ca. 30 Minuten.

Hier geht es zu der Online-Befragung.

5 Kommentare
  1. Danke für diesen wichtigen Artikel mit dem Link zu der wichtigen Umfrage Marie.

    Ich finde es nur bedenklich, dass hier lediglich von körperlicher Gewalt ausgegangen wird; polizeiliche Repression hat sehr viele Gesichter…
    Psychische Gewalt wäre eines davon, vielleicht berücksichtig die nächste Umfrage das ja…

  2. Vorsicht!
    Ich habe den Fragebogen ausgefüllt. Danach steht das ERgebnis der „Forschung“ schon von vornherein fest: Die Polizei handelt mit rechtswidriger Gewalt.

    Dieser Fragebogen richtet sich ausschliesslich an „polizeiliche Opfer“ und stellt keinerlei Fragen zu Tatort, Tathergang, Ursache der Polizeigewalt, sondern überlässt diese Schildung vollkommen der subjektiven Betrachtungsweise des vermeintlichen Opfers. Die Fälle sind nicht nachprüfbar, die Verhältnismässigkeit auch nicht. Es wird auch nicht darauf hingewiesen, dass die Polizei imNotfall Gewalt anwenden darf und muss, um Rechtsgüter zu schützen.

    Die Befragung ist unwissenschaftlich und nicht verwertbar.

  3. Es geht um die Gewinnung erster empirischer Erkenntnisse zur Auslotung eines Dunkelfeldes.
    Die Befragung polizeilicher Gewaltanwendung geschieht aus der Perspektive der Opfer.
    Dass diese Sicht eine subjektive ist, dürfte den Forschenden bekannt sein.

    1. Die empirischen Erkenntnisse werden das „Dunkelfeld“ gar nicht ausleuchten, weil sich aus der Befragung keine Anhaltspunkte dafür ergeben, ob die Angaben wahr sind und ob es sich ggf. um rechtswidrige Gewalt oder um rechtmäßigen Zwang handelt. Diese Differenzierung kommt in der Befragung gar nicht vor. Also kann sie ein vermeintlichen Dunkelfeld gar nicht erfassen.

      Man könnte so etwas übrigens durch entsprechende Befragungstechnik erreichen. Eine solche wird aber nicht eingesetzt. So wird das „Ergebnis“ der Befragung nur zur Verleumndung polizeilichen Handelns nutzen können.

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