Wie The Intercept berichtet, löschte Facebook im Fall der von Polizisten getöteten Korryn Gaines Videos und ihre Profile bei Instagram und Facebook auf Polizeianfrage. Und das während der betreffenden Konfrontation. Die Polizei nutzte dafür das Portal, das Facebook Strafverfolgern zur Verfügung stellt.
Dass Facebook von der Polizei zu Ermittlungszwecken genutzt wird, ist bekannt. Dass Facebook in den USA auf Anfrage der Polizei ihr nicht genehme Inhalte zensiert, stellt allerdings eine neue Dimension da. Lee Rowland von der American Civil Liberties Union (ACLU) äußerte sich gegenüber „The Intercept“ wie folgt:
„Wenn der Eindruck entsteht, dass sich Social Media Unternehmen in einer öffentlichen Diskussion durch Zensur auf eine Seite schlagen, gehen sie das Risiko ein, ein staatliches Propagandamittel zu werden“.
Der Ruf nach Transparenz gegenüber Facebook wird lauter. Verständlicherweise, denn die Plattform kann wegen ihrer schieren Größe mittlerweile entscheiden, was die Öffentlichkeit zu sehen bekommt und was nicht. Dies spielt vor allem eine Rolle, wenn die betreffenden Videos als einzige ein andere Sichtweise als die der Polizei und damit des Staates zeigen.
