Beschimpfungen, Drohungen und Tritte waren nicht die einzigen Übergriffe, welche die Polizei auf Pressevertreter rund um den G20-Gipfel in Hamburg verübte. In mindestens einem Fall richtete ein Beamter von eingesetzten Spezialkräften sein Gewehr auf einen Pressefotografen. In anderen Fällen entzog das Bundeskriminalamt Pressevertretern ihre offizielle Akkreditierung.
Der Chefreporter der Bild-Zeitung beobachtete folgendes auf der Straße:
Das Verhalten der Polizisten löst bei Journalistenverbänden Empörung aus. Cornelia Haß, die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), sagt: „Es kann nicht sein, dass Journalistinnen und Journalisten von den Einsatzkräften an der Ausübung ihres Berufs gehindert werden. Die Öffentlichkeit muss sich ein differenziertes Bild von der Situation in Hamburg machen können. Die Freiheit der Berichterstattung muss zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein.“ Die dju plant, gerichtlich gegen die Akkreditierungspraxis des BKA vorzugehen.
Hendrik Zörner, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, fragt: „Hat die Polizei gezielt Jagd auf Journalisten rund um den G20-Gipfel gemacht?“ und verweist auf den Fall von Flo Smith, einem Fernsehjournalisten, dessen Team von der Polizei mit Pfefferspray bedroht wurde. Zörner forderte in einem offenen Brief vom BKA Aufklärung über Polizeigewalt und über die Entziehung von Presseakkreditierungen durch die Behörden.
Martin Hoffmann vom European Centre for Press & Media Freedom sagt, das Verhalten zeige, dass Polizisten in Journalisten eine Bedrohung sehen würden. Er fordert, dass in der Ausbildung von Polizisten die Rechte von Journalisten besser verankert werden.
Update:
Arnd Henze von der Tagesschau nennt in seinem ausführlichen Artikel
