China plant allgegenwärtige Videoüberwachung mit Gesichtserkennung bis 2020

Auf Schritt und Tritt überwacht. China führt den orwellschen Überbietungswettbewerb derzeit international an. (Symbolbild) CC-BY-ND 2.0 Konrad Lembcke

In China werden Systeme zur Gesichtserkennung im großen Maßstab ausgebaut. Von der Schließtechnik in Wohnhäusern bis zur vernetzten Überwachungskamera nutzen die Systeme nun auch Gesichtsbiometrie und Mustererkennung.

Simon Denyer hat sich in der Washington Post die ambitionierten Überwachungspläne angesehen, für die staatliche Stellen Hand in Hand mit der Sicherheitsindustrie arbeiten:

Bis zum Jahr 2020 will Chinas Regierung laut offiziellen Dokumenten die Videoüberwachung „allgegenwärtig, vollständig vernetzt, immer funktionstüchtig und voll steuerbar“ machen und dabei Data Mining mit ausgefeilter Video- und Bildanalyse kombinieren.

Hinzu kommen die Pläne für ein Social Scoring System, in dem Menschen von der Kreditwürdigkeit bis hin zur „politischen Zuverlässigkeit“ bewertet werden. China ist derzeit Vorreiter im orwellschen Überbietungswettbewerb.

Doch auch in westlichen Demokratien werden diese tief in die Grundrechte eingegreifenden Technologien von Innenpolitikern vorangetrieben. Am Berliner Bahnhof Südkreuz testet das Innenministerium Gesichtserkennung, der amtierende Minister fordert den bundesweiten Einsatz der Technologie.

Eine Ergänzung
  1. Das Zeitalter der Aufklärung war einmal. Es kommt ein neues Zeitalter des Biedermeier. Nur, dass dann nicht einmal die eigenen vier Wände noch privat sein werden.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.