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Polizei Niedersachsen kurz vor Wechsel zu Windows – aus intransparenten „Wirtschaftlichkeitsgründen“

polizeitux


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Seit gut zehn Jahren arbeitet die Polizei in Niedersachsen mit Linux-Rechnern, das könnte jedoch bald der Vergangenheit angehören. Laut einem internen Schreiben des Landespolizeipräsidenten, das wir hier veröffentlichen, steht am 7. November eine Entscheidung über „das zukünftige Betriebssystem für die polizeilichen Clients“ – in etwa 12.000 PCs – an, die planmäßig bis 2018 umgesetzt werden soll. Und die Tendenz wird in selbigem Schreiben bereits vorweggenommen:

Aktuell gehen wir davon aus, dass es auf Basis einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu einer Systementscheidung entsprechend dem Landesstandard zugunsten Microsoft kommen wird […]

Aus Hintergrundinformationen haben wir erfahren, dass die Realität noch definitiver aussieht, die Entscheidung für einen Wechsel von Linux nach Windows stünde unmittelbar bevor. Aber aufgrund von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, die Windows gewinnen soll? Diese Absurdität fällt wohl jedem auf, der an Open Source Software versus proprietäre Software denkt. So viel Support-, Schulungs- und Wartungskosten kann es doch kaum geben, dass dies den Kauf proprietärer Lizenzen und eventueller ebenso proprietärer Anwendungsprogramme rechtfertigt, oder? Vor allem wenn erstere seit Jahren in Gebrauch ist.

Daher haben wir beim zuständigen niedersächsischen Innenministerium nachgefragt, wie diese Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zu Stande kommen und (keine) Antwort erhalten:

Zu den in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbezogenen Parametern gehört die gesamte IT-Infrastruktur der Polizei Niedersachsen sowie geschützte wirtschaftliche Kennzahlen. Darüber hinaus lassen die darin untrennbar enthaltenen taktisch und technisch vertraulichen Informationen eine Veröffentlichung der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nicht zu.

Man will also nichts sagen. Doch aus unseren Informationen wird klar, dass die Linux-Umstellung von Anfang an krankte und die Ursache keineswegs Linux selbst ist, sondern hanebüchene, vorgeschobene Gründe, die eine halbherzige Umstellung maskieren.

So existieren schon jetzt parallele Windowsrechner auf den Wachen, Mitarbeiter waren „nicht bereit ihr Microsoft-Office“ aufzugeben und auch auf Entwicklerseite scheint die Windowsfraktion dominant zu sein. Fakt ist, dass Nivadis, das „Niedersächsische Vorgangsbearbeitungs-, Analyse-, Dokumentations- und Informations-System„, zwar auf Linux verwendet, jedoch primär auf Windows entwickelt wird, …

…, was zu einem erhöhten Testaufwand führt, da sichergestellt werden muss, dass die Software unter zwei Betriebssystemen läuft, obwohl sie effektiv nur auf einem – nämlich Linux – produktiv genutzt wird.

Und auch die Admins seinen nicht in der Lage, ein Linux-System zu administrieren. Stellt sich die Frage, warum man nicht von Anfang an Linux-affine und -erfahrene Entwickler und Administratoren beschäftigt? Die Probleme im Nachhinein im Betriebssystem zu suchen und sich nicht an die eigene Nase zu fassen, ist an Lächerlichkeit grenzende Inkompetenz und man muss sich fragen, wer für die Auftragsvergabe zuständig ist.

Es gibt noch weitere Scheinargumente, warum Windows bevorzugt wird: Auf den offiziellen Linuxrechnern werden derzeit Funktionalitäten aus Sicherheitsgründen beschnitten, zum Beispiel sind USB-Ports und CD-Laufwerke deaktiviert. Das bringt Frustration, laut unseren Informationen führt das unter anderem dazu, dass man auf den Wachen nicht ohne Weiteres Überwachungsvideos auswerten kann. Die Lösung lag aber keineswegs darin, die Prozesse umzugestalten, nein: Es wurden Windows-PCs aufgestellt, die derartige Sicherheitsbeschränkungen nicht aufweisen. Es scheint gekonnt ignoriert zu werden, dass man hier ein Problem nicht löst, sondern auf fahrlässige Weise wegignoriert. Und das bequeme Anschauen von Überwachungsvideos wird offensichtlich über den verantwortungsvollen Umgang mit den Systemen gestellt.

Realitätsfremd ist auch die Kurzsichtigkeit, die hier herrscht. Denn würde Windows als offizielles System administriert, befände man sich am selben Punkt, Sicherheitsbestimmungen könnten dann nicht mehr einfach unter den Tisch gekehrt werden. Doch das scheint dem Anwender nicht bewusst, der „fälschlicherweise davon ausgeht, mit einem Wechsel des Betriebssystems werden Dinge möglich, die zur Zeit nicht gehen.“ Und offensichtlich ist niemand ernsthaft bemüht, ihn eines Besseren zu belehren.

Man merkt, irgendwas ist hier gehörig faul. Die Umstellung auf Linux bei der Polizei Niedersachsen ist de facto bereits seit Längerem gescheitert und das aus Gründen, die man im wohlwollenden Fall als persönliches Versagen oder als strukturelle Inkompetenz bezeichnen kann. Im weniger wohlwollenden Fall könnte man den Begriff Sabotage wählen. Vor allem wenn man einen weiteren Fakt beleuchtet: Das niedersächsische Innenministerium treibt die Windowsmigration, die unseren Informationen zufolge mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen soll, aus nicht ersichtlichen Gründen voran und erste Schritte hat die Zentrale Polizeidirektion bereits vorweggenommen. Im Mai diesen Jahres seien 1000 Windows-/Office- und Serverlizenzen erworben worden. Unter diesen Umständen fällt es leichter, zu behaupten, es sei wirtschaftlich sinnvoll auf Windows umzusteigen, denn das erste Geld dafür wurde bereits ausgegeben.

Wie und ob überhaupt diese Lizenzen ausgeschrieben wurden, ob nach technischen Merkmalen – „Office-Lösung“ – oder dem direkten Microsoft-Produkt gefragt wurde, teilte man uns auf Nachfrage nicht mit. Dabei dürfte das auch die niedersächsischen IT-Unternehmen interessieren, die Dienstleistungen für Freie Software anbieten. Durch den Um- und Rückstieg auf proprietäre Produkte wird der regionalen Wirtschaftsförderung hier ein riesiger Stein in den Weg gelegt – die Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, wie sie auch so gern von Wirtschaftsminister Gabriel zitiert wird, geht anders. Und gerade in Zeiten nach teilweiser Enthüllung der NSA-Überwachung sollte eine technologische Souveränität ein weiteres starkes Argument gegen den Einsatz proprietärer Lösungen sein, gerade bei sicherheitskritischen Stellen wie der Polizei.

Torsten Grote, Vize-Koordinator der Free Software Foundation Europe in Deutschland, kommentiert:

In Europa wird gerade versucht, die Kontrolle über die staatliche IT-Infrastruktur zurück zu erlangen und verstärkt auf Freie Software zu setzen. Dieser Prozess ist leider langwierig. Da ist es völlig unverständlich, dass gerade die Niedersächsische Polizei statt weiter in die richtige Richtung zu laufen, jetzt einen ganzen Sprung zurück machen will.

Anstatt sich zurück in ein Abhängigkeitsverhältnis zu begeben, muss die öffentliche Verwaltung wieder mehr in Freie-Software-Lösungen investieren!

Wir fürchten, dass das Kind für die im Brief erwähnte Entscheidung Anfang November in den Brunnen gefallen ist und man zunächst vor vollendeten Tatsachen stehen wird. Aber es ist offensichtlich wie wacklig die Begründungen sind. Das gibt Raum für öffentlichen Druck, die Verantwortlichen zu einer Auseinandersetzung und der Rechtfertigung ihres Handelns zu zwingen. Etwa wie in München, wo eine in Diskussion gewesene Abkehr vom LiMux-Projekt zurückgenommen wurde, nachdem man keine stichfesten Begründungen vorlegen konnte.

Falls jemand nähere Informationen hat, vor allem zu den erwähnten „Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen“ oder den Ausschreibungen und dem Erwerb von Lizenzen, nehmen wir diese über die üblichen Kanäle gern entgegen.

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72 Kommentare
  1. Sorry aber ziemlich einseitiger Artikel….
    Ich bin kein Windows Fanatiker aber halt auch keiner von Linux.
    Beide Systeme haben Vor- und Nachteile und insgesamt glaube ich das die Umstellung mehr kosten wird als wenn man bei einem System geblieben wäre.

    Workstation Lizenzen bekommt man als Kleinunternehmen um die 50€/Lizenz.
    Wenn ich dafür jeden Mitarbeiter 10 Stunden weniger fördern und schulen muss dann habe ich effektiv 10 Jahre Lizenzkosten raus. Ganz zu schweigen vom Produktivitätszuwachs weil die meisten Mitarbeiter halt das OS kennen.

    Interessant finde ich den Ansatz Linux affine Entwicklung zu betreiben – wie wenn vorher alles auf Windows war? Komplettes Entwicklerteam kündigen und alles neu einstellen?
    Was passiert danach mit den Leuten die an Windows gearbeitet haben?

    Da entstehen Probleme die evtl. keiner als solche festlegen mag aber die halt nun mal vorhanden sind.

    Es ist einfach im Privatgebrauch auf OpenSource umzustellen – bei verketteten Prozessen die über grenzen wie das eigene Wohnzimmer hinweg geht muss man aber an mehr denken als nur Technik Affinität.

    1. Interessant finde ich den Ansatz Linux affine Entwicklung zu betreiben – wie wenn vorher alles auf Windows war? Komplettes Entwicklerteam kündigen und alles neu einstellen?
      Was passiert danach mit den Leuten die an Windows gearbeitet haben?

      Es war noch nie Windows. Das Nivadis-System wurde entwickelt, als das alte – mit UNIX-Systemen -abgelöst werden sollte. Die Auftragsvergabe hat also neu gestartet.

      1. Eure TürsteherInnen-Simulationzicke, die ich inzwischen nicht mehr als KI betrachten kann, hat gerade mal wieder bei der Erwähnung der Kosten von Zerodaisys wie damals Confi einen „comment is awaiting moderation“ geschmissen! :)

    2. „Workstation Lizenzen bekommt man als Kleinunternehmen um die 50€/Lizenz. Wenn ich dafür jeden Mitarbeiter 10 Stunden weniger fördern und schulen muss dann habe ich effektiv 10 Jahre Lizenzkosten raus.“

      Schau Dir lieber mal die Jahreskosten für Enterprise Lizenzen an.

      „Und auch die Admins seinen nicht in der Lage, ein Linux-System zu administrieren.“

      Wer keinen Linux Rechner administrieren kann, der kann auch keinen Windows Rechner administrieren, bei denen ist die Komplexizität nur besser versteckt, aber genauso vorhanden.

      1. die meiste arbeit besteht doch eh aus dem ausfüllen irgendwelcher formulare in einer remote-konsole. ein beamter kurz vor der pensionierung sagte auf meinen interessierten kommentar, es handele sich ja bei seinem computer um einen linuxrechner: „naja, ist halt ein computer, nicht wahr? wo ich das nun eintippe ist doch letztlich egal.“

        ich kann das anhand meiner gespräche mit betroffenen und an dem, was ich von der anlage weiß, nicht nachvollziehen.

        die antworten, von denen der artikel berichtet, legen nahe, dass das auch nicht gewünscht ist.

        .~.

    3. Es ist ganz bestimmt nicht das Versagen der OpenSource-Community, dass unzureichende Standards zum Austausch von Informationen vorhanden sind. Es gibt hier den ein oder anderen großen Betriebssystemhersteller, der absichtlich immer wieder Austauschformate adaptiert hat und wisssentlich so umgeformt haben, dass ein Austausch über Betriebssystemgrenzen hinweg nur noch schwer möglich ist. Beispiele: C# (als „java ersatz“, open office xml, silverlight, ….

    4. Genau, der „““Kandidat“““ hat 99 Punkte, oder 100?
      Ich sehe aber noch das Zusatzproblem, das OpEn source völlig unethisch ist, & immer bleiben wird!!!

      Da die Open Ssource Programmer i.d. Regel unbezahlt arbeiten (vieleviele!) & da menschen Beedürfnisse haben…. besteht leider immerdie massive „“““Chance““““, dass da zusammen wächst,m was zusammen gehört!!!:
      Nämlich,m dass auch diese Leute fair???fahren entwickeln, an Geld zu kommen.
      ein kleines Beispiel wären die Open Source Browser:
      da geht das so: Wer nicht nur programmiert, sondern auch Nutzen davobn haben will, baut anbsichtlichstäänddig Exploits in seinen Code ein & verkauft diese Exploits an Criminals…
      So „“““fair????““ dient eib Open source coder lässig mehr als einer bei Microzoff, & die Quali der Proggs istm was ja auch tägl. Gespräch im Web ist, unter aller sau…

      hier muss nun 2015, nachdem diese Sch—sse nunmehrr 2015 voll eingerissen ist, ein vorläufiges Verbot von Sicherheits-kritischer Open Source her, oder welche alternativen arnmseligen Möglichkeiten werden WIR-Nutzer da jetzt noch haben?????

      Es ist absolut widerlich & zugleich völlig eingängig. die von uns jahrelang geduldeten „““paradisischen““““ Strukturen erzeugen Internet-Unsicherheit & für hacker scheunentor weit offen stehende Rechner in Serie

      Open Source = für hacker offene Rechner! exakt so wird ein Schuh draus, die Blase wird jetzt platzen!!!!!

  2. Ist doch gut das die Polizei das unsichere Windows einsetzt, dann können wir sie leichter Hacken und Cracken. Ei das wird ein Spass ;)

    1. Das ist zwar schön für euch. Ich möchte trotzdem nicht das Geld vom Steuerzahler hinausgeworfen wird an Microsoft. Vielleicht kriegt ja ein Polizist dafür ein bisschen Provision von Microsoft?

    2. Limurx ist noch bei weitem unsicherer, was hacker angeht, weil moderner = den aktuellen u.a. N S A-Trends natürlich „“““““““besser“““, weitergehend angepasst…

      deswegen werfden u.a. auch dauernd neue Dateisysteme kreiert. da fängts schon an….
      Grundsätzlich:
      Jede neue Seite Linux Programm Code ist neben einer so lala Segnung für die Nutzer-Gemeinde immer im Haupt- oder Neben-„Beruf“ auch eine Bewerbung des oft gewissenlosen armnen Coders bei sehr, sehr reichen & einflussreichen Finsterlingen, so den bankstern rothschilds & weiterem feudalat-niazi-pack..
      Das ist unfairmeidbar, —was nichts kostet, taugt auch nichts!!!! —und deshalb ist Open source immer auch ein Trojaner potentziell…

      Schon zur eigenfinanzierung der unbezahlten Eggheads.
      Interessens-Konflikte zu & zu deutlich zu Lasten des kunden….

      Niox für sicherheits-kritische Bereiche = z.B. Browsere, Operating sy<stem, = Os…….

      1. Mach beim nächsten mal lieber die richtigen Pilze auf die Pizza! :)

        Natürlich ist open-source auch eine Form der Eigenwerbung, wie die Mappe beim Künstler. Zielgruppe sind da aber nicht zwanghaft Deine Para-Bankster. ;)

    1. genau…

      genau genommen hätten uns die schon bekannten Skandale auch gereicht…
      I T Technik, sauber & n i c h t ein ähnlicher Dreck, wer würde da nicht „DU“ zu sagen?

      Aber es sieht wohl anders aus, & wir müssen uns diesen Zahn wohl ziehen (lassen)
      Dein Computer ist, seit wann?, (nicht nur aber auch ) dein Feind!!
      Open Source befeuert diese Entwicklung m.E. ja sogar noch..
      aua, nicht hauen, bin schon weg

  3. Ich arbeite seit über 30 jahren im IT Bereich (Infrastructure/Security) und bin sowohl in der UNIX/Linux Welt als auch in der Windows Welt zuhause und ich finde den Artikel vielleicht etwas zu einseitig, denn es wurden einige nicht unwesentliche Apsekte NICHT berücksichtigt.

    Das Betriebssystem als solches stellt bei Behörden und auch bei Unternehmen im Client Bereich KEIN Kostenfaktor dar, da es in den meisten Fällen bereits mir der jeweiligen Hardware ausgeliefert wird. Gerade in Behörden und grösseren Unternehmen ist bei Angebotsverhandlungen etc das OS *KEIN* Thema.
    OS-Kosten auf Client-Seite ist also 0:0

    Der nächste Punkt, den „LINUX-Freunde“ gerne ignorieren ist, dass Linux Derivate im Desktop-Bereich (Clients) kaum verbreitet ist (das „fühlt“ der Linux Fan natürlich ganz anders). Lt. Netsharemarket liegt der Linux-Anteil im Desktopsegment bei UNTER 2%.
    Die Mehrzahl der Mitarbeiter werden Zuhause eher einen Windows-Rechner haben, als ein Linux-System. Diese Tatsache ist ein nicht unwichtiger Aspekt bei der AKZEPTANZ eines Client-Systems.
    (siehe auch das WIN8 Debakel, dass bei XP/7 Nutzern zu irrititationen führte)

    Was „OPEN-SOURCE“ betrifft, so scheint man gerne zu vergessen, dass wohl die wenigsten der Benutzer die Zeit und vor allem die Qualifikation haben, sich mit fremden und zusammengewürftelten Code zu beschäftigen. Und das OPEN-SOURCE per se „sicherer“ ist, weil ja „jeder“ (wer denn?) den code prüfen kann, ist ein Wunschdenken (siehe bash, OpenSSL, siehe DRUPA usw. usw.)

    Viele Grüsse
    -h

    1. „OS-Kosten auf Client-Seite ist also 0:0“

      Bekommt man die Enterprise Lizenzen für die zentrale Verwaltung jetzt plötzlich geschenkt? :)

      Als Firma zahlt man zweimal für Windows, die OEM Lizenz beim Kauf anteilig im Kaufpreis und die EL mit zusätzlichen jährlichen Kosten für den laufenden Betrieb.

      Ausser Du hast es nur mit Mini-Buden zu tun… Aber so eine Landespolizei ist halt keine Mini-Bude.

      Die Linux Mehrkosten hat man nach der ersten 0day Welle wie bei Conficker wieder raus, das sind eingesparte Kosten die gerne vergessen werden.

      scmagazine.com/report-31-percent-of-detected-threats-in-2014-attributed-to-conficker/article/370605/

      1. Die rede war von dem Client OS.
        In meiner DE Infrastructure (Mini Bude?) habe ich ca. 2000 Clients und in EMEA ca. 35.000 und weltweit ca. 200.000 PC-Clients. Die CALs werden über entsprechende Core/Enterprise Vereinbarung gekauft, was letztendlich pro Client Centbeträge/Monat sind (je nach Afa Laufzeit). Und wenn Du mir ein LINUX-Dienstleister/Distributer zeigt, der eine Umgebung a la Exchange, Sharepoint, SQL, CRM, SCCM, Backoffice etc. KOSTENLOS zur Verfügung stellt, dann freue Dich doch.

        Bei der Gegenüberstellung LINUX/Windows macht man es sich etwas zu einfach, denn gerade in grossen/Intrenationalen Umgebungen muss man die geschäftsprozesse optimal abbilden und wenn dies heisst, dass in einem Bereich „mehr Geld“ ausgegeben werden muss, um aber dafür im Gesamtüberblick effektiver arbeiten zu können, dann spielen eben sehr viele FAKTOREN eine Rolle und nicht nur die Beschränke Sicht auf Hardwarekosten oder Betriebssystemkosten.

        Die Gegenüberstellungen von Windows/Linux finden immer nur punktuell statt, da eben die Geschäftsprozesse in Unternehmen/Behörden nicht in ein Schema F gepresst werden können.

        LINUX da, wo es „Sinn“ macht und Windows dort, wo es Sinn macht. Ziel ist die Abbildung einer zuverlässigen, prozessoptimierten IT-Infrastructur, die als Gesamtheit monitär betrachtet werden muss und nicht auf einzelne Lizenzkosten.

        MfG

      2. Wir sind gar nicht so weit voneinander weg, wenn Du aus der „zuverlässigen, prozessoptimierten IT-Infrastructur“ eine „für Polizeidaten angemessen sichere, zuverlässige, prozessoptimierte IT-Infrastructur“ machst.

        Es ist unter Windows deutlich schwerer die notwendige Zugriffs-Sicherheit herzustellen, nicht nur serverseitig, sondern auch bei den Rohdaten auf dem Desktop des Polizisten. Das ist Fakt.

        Und Sicherheit muß m.E. bei der Polizei und polizeilichen Daten an erster Stelle stehen.

        Wobei ich bzgl. Usability bei Linux-Desktops keine Probleme mehr sehe. Nimm ein Xubuntu 14.04. als Beispiel, ich kenne keinen altgedienten Windows User, der das nicht auf Anhieb bedienen könnte, wenn Du ihm die Bedien-Leiste vorher nach unten verlegst. Und auch Linux Desktops kann man problemlos zentralisiert ausrollen und managen… Etwas Fortbildung schadet nie! ;)

    2. Die Kostenfrage mag ungeklärt sein. Die Akzeptanzgeschichte sollte sich irgendwie in den Griff kriegen lassen. Man darf natürlich nicht den Fehler machen, bei der Schulung zu sparen oder bei der Wahl des Desktops (ja, bei Linux gibt es den Fluch der Wahl) zuwenig Wert auf eine schicke Oberfläche zu legen.

      Malware auf Behördenrechnern ist jedoch kritisch zu sehen, und was ist Windows, wenn nicht als Betriebssystem getarnte Malware?

      1. „Malware auf Behördenrechnern ist jedoch kritisch zu sehen, und was ist Windows, wenn nicht als Betriebssystem getarnte Malware?“

        *Gähn*
        Wie ich bereits weiter oben anmerkte, komme ich ursprünglich aus der UNIX Welt und ich behaupte einfach mal, dass ich relativ sicher bin über das, was ich schreibe und „vertrete“ (in meinen Projekten) Ich könnte jetzt sehr, sehr viele Verweise auf Sicherheitsprobleme vor allem im Bereich Linux/FreeBSD etc. liefern, aber ich denke, die kennst Du selbst bzw. solltest Du kennen.
        Ich ergreife hier „keine Partei“ (wir sind in einem IT-Forum und nicht im Kindergarten), denn es geht schlicht und ergreifend um Sachlichkeit. Wenn ich mir einen Marktanteil von Linux-Derivaten im Desktop Bereich anschaue (ca. 1.7%) und OSX bei ca. 5%), so solltest Du Dir einfach die Frage stellen, ob das Eine mit dem Anderen nicht etwas zu tun hat.
        Und nochmal: Es geht um die Abbildung von Geschäftsprozessen und diese sind von vielen Faktoren abhängig und beziehen sich nicht nur auf das OS eines Clients.
        Was ich letztendlich von Microsoft halte (oder Apple) spielt keine Rolle, denn wenn ein „Freidenkender LINUX User“ letztendlich Services a la Salesforce, facebook, twitter, dropbox, instagram, icloud oder was auch immer benutzt, ist es hinfällig, denn die Daten liegen auf einem US Server und unterliegen somit dem Patriot act. in wie weit du ein Windows OS als „Malware“ bezeichnest, erschliest sich mir nicht und ich würde gerne Details wissen, denn gerade die umfangreichsten Internet Threats obliegen beispielsweise OpenSSL oder Bash

        Mir kommen solche Dikussionen teilweise vor, wie damals zu AMIGA und ATARI zeiten… wobei diese damals teilweise „seriöser“ geführt wurden

      2. „Services a la Salesforce, facebook, twitter, dropbox, instagram, icloud oder was auch immer benutzt, ist es hinfällig, denn die Daten liegen auf einem US Server und unterliegen somit dem Patriot act.“

        Das ist der Scheixx von dem es wegzukommen gilt, das ist die Herausforderung. Es ist ok, wenn Du Dich hast korrumpieren lassen. Du darfst natürlich den Scheck gegen die Freiheit tauschen, aber Du solltest diese Vorgehensweise nicht zur Maxime erheben, denn der Scheck bleibt weg, wenn das Monopol erst mal erreicht ist. Seitdem der Kapitalismus „gesiegt“ hat ist der Mittelstand ärmer geworden, schon gemerkt? Woran das wohl liegt?

        Ausserdem war kooperatives Multitasking eine blöde Idee, aber der Guru und Arexx haben einen auf OS/2 vorbereitet… :)

      3. Das Betriebs-System Windoof hat sich halt qualitativ sehr gemausert, liniux ist stehen geblieben, bzw. oftoft waren die neuen Distros auch mal schlechter als die alten.
        Ubuntu, Suse..
        Bei Ubuntu werden regelmässig, konstant seit 5,6 Jahren, Müllprogramme mitgeliefert, die nicht ernsthaft funktionieren (Gspot…., was noch?, vergessen), Ubuntu 11 brauchte oft nach install 3 Tage , bis erste Desktop-Icons erschienen, wenn der Nutzer überhaupt so lange durchhielt, & den Müll nicht vorher wieder löschte. Dualboot mit Windoof ist die Mindest-Vorraussetzung, mit solchen Linuxen überhaupt noch einen PC beibehalten zu könnnen, fast nichts von meiner externen Hardware funktioniert unter linux

        Sicherheits-Aspekte btr. Hackern sehen wohl so aus, dass natürlich quelloffene Software vielviel leichter zu hacken ist! Andere www-Sicherheitsaspekte eher kreuzweise, aber auch das fast nur, weil es unter VirenProgrammern halt ne menge Windoof-hasser gibt, ein eher psycholiogisches Problem, dsass man de facto zwar Windoof anlasten kann, , ethisch aber nicht. Kompliziert. Solange das nicht in den Griff zu kriegen ist, kann man weder linux noch windoof fürs Internet empfehlen, sondern wohl nur Android, I-OS & vlt. noch Apple Desktop? Unter windoof müsste der Sandbox Betrieb Standard sein, aber nahezu NULL Notebooks können im Bios die Hardware-Virtualisierung enablen, gerüchteweise haben die eingesetzten CPu`S in Notebooks die auch garnicht!!! Ein unhaltbarer Zustand, der Speichermangel bei 2-4 Gb Ram kommt noch dazu , & macht Sandbox schneckenlangsam..

        Internet Sicherheit hier also sogar schon durch fette Hardware-limitationen eh auf niedrigem Niveau abgewürgt?

    3. „Das Betriebssystem als solches stellt bei Behörden und auch bei Unternehmen im Client Bereich KEIN Kostenfaktor dar, da es in den meisten Fällen bereits mir der jeweiligen Hardware ausgeliefert wird. Gerade in Behörden und grösseren Unternehmen ist bei Angebotsverhandlungen etc das OS *KEIN* Thema. OS-Kosten auf Client-Seite ist also 0:0“

      Die Hardware wäre billiger, würde diese ohne OS ausgeliefert.

      „Was “OPEN-SOURCE” betrifft, so scheint man gerne zu vergessen, dass wohl die wenigsten der Benutzer die Zeit und vor allem die Qualifikation haben, sich mit fremden und zusammengewürftelten Code zu beschäftigen.“

      Aua.

    4. „(siehe bash, OpenSSL, siehe DRUPA usw. usw.)“

      Da hatte ich mit meinem Ubuntu System kein Problem.
      Wie lange wartet man bei MS noch mal auf ein Sicherheitsupdate?

  4. Man sollte auch nicht unterschätzen, welcher Aufwand für die Integration von anderer vorhandener Hardware betrieben werden muss. Treiber und ähnliches ist für Windows in der Regel vorhanden, für Linux werden meist nur sehr rudimentäre Treiberpakete angeboten. Kommen dann noch Scanner oder ein komplexer Workflow für die Datenverarbeitung dazu, kann das sehr aufwendig werden.

    1. Hardware, die älter als etwa 6 Monate ist, macht wirklich selten Ärger. Muß halt beim Einkauf drauf geachtet werden, einmal ins Forum schauen sollte reichen. Treiberprobleme neigen unter Linux dazu, nach einigen Monaten von allein zu verschwinden. Natürlich muß der Admin so kompetent sein, daß er das dann einrichten kann.

    2. hallo parka boy

      lass mal den parka an, sonst wirds kalt*g*

      naja, wie auch immer, diese einstellung ist so 90er, heutzutage haben wir den support und ich hatte die letzten 15 jahre kein geraet, dass ned auf anhieb funktioniert haette.

    3. „Treiber und ähnliches ist für Windows in der Regel vorhanden, für Linux werden meist nur sehr rudimentäre Treiberpakete angeboten.“

      Kann ich nicht bestätigen. Bestes Beispiel ist mein Laptop, den ich nicht von Windows 7 auf Windows 8 upgraden konnte da Sony (Vaio) den Support für mein Gerät eingestellt hat und somit keine Treiber mehr für Win8 bereitgestellt hat. Habe nun Ubuntu 14.04 LTS draufinstalliert und die gesamte Hardware wurde erkannt. Selbst meinen Drucker musste ich nur aus einer Liste aussuchen und aktivieren. Fertig! Man muss schon sehr sehr exotische Hardware haben damit diese nicht von Linux erkannt wird. Vorteil ist jetzt, ich habe ein Betriebssystem was schneller bootet und flüssiger läuft als Windows 7 zuvor und einen garantierten Supportzeitraum von 5 Jahren seitens Canonical. Was will man mehr?

      1. Man muss aber auch sehr seltsame Hardware haben wenn Windows 7 Treiber unter Windows 8 nichtmehr funktioniert.

        Ich habe aus Spaß auf einem uralten Eeepc 1000HE Windows 10 installiert und selbst da gab es alle Treiber.

  5. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sind ein formelles Muss vor Investitionsentscheidungen in Behörden. In Polizeibehörden werden sie gerne „ergebnisorientiert“ gestaltet, siehe dazu die „Tipps zur Erstellung ergebnisoptimierter Vorstudien“ für den Verwaltungspraktiker [http://blog.polygon.de/2013/04/24/20-tips-fur-die-erstellung-ergebnisoptimierter-vorstudien/73).
    Wenn das Dokument mal erstellt ist und eine Empfehlung (an das Innenministerium) ausspricht, prüft kein Mensch mehr, welcher (mitunter blühende) Unsinn darin steht und was alles nicht berücksichtigt und berechnet wurde.
    Es ist halt, siehe oben, ein „formelles Muss …“

  6. Ob nun Windows oder Linux, ich glaube ja, dass das Problem nicht beim Betriebssystem zu suchen ist.

    Die Polizei ist notorisch unterbesetzt. Stress und Überarbeitung werden sich irgendwann bei den betroffenen Polizisten den Weg bahnen.
    Trotzdem bekommt man eher Sach- als Personalmittel und genau deshalb kommen solche Entscheidungen zustande …
    Es sind (kauf-)technische Lösungen für soziale oder operative Probleme. Wie gut das funktionieren wird, kann man sich vorstellen.

    Oder wie in dem Beispiel:
    Wenn man den USB Port des Window Rechners , statt des Linux Rechners sperrt, dann wird da halt noch ein Windows Rechner daneben stehen, bei dem es funktioniert.

    1. Eben! Dort scheint Bequemlichkeit vor Sicherheit zu stehen und DAS ist das Besorgniserregende! Die Damen und Herren dort bei der Polizei sche*ßen auf Sicherheit und Datenschutz. Hauptsache der USB-Stick mit dem neuesten Kinofilm kann angeschloßen werden.

  7. Jutta Kreyss, IT-Chefin von München, hat am 21. Oktober in Hamburg einen Vortrag gehalten, bei dem am Rande deutlich wurde, welcher Gegenwind Free/Open-Source-Software so entgegenbläst: Der damalige Oberbürgermeister Ude ist nach Einführung von LiMux von Bill Gates höchstpersönlich bedrängt worden, zu Microsoft zurückzukehren. Und später hat dann auch Obama bei einem München-Besuch massives Microsoft-Lobbying bei Ude versucht.
    Hübsch der Wortwechsel zwischen Ude und Gates, von dem Jutta Kreyss erzählt hat. Gates: „So what do you want?“ Ude: „Freedom.“ Gates: „What kind of freedom?“ Ude: „Freedom from you.“

  8. Hallo,
    ich möchte dies auch gerne verstehen. Darum versuche ich das Ganze einmal zusammenzufassen. Ich verstehe den Artikel wie folgt: Es war UNIX. Es kam Linux. Es soll kommen Windows. Das Problem beid er Polizei war, dass sie ihre Überwachungsvideos nicht anschauen konnte. Dieser Mangel resultiert aus den Sicherheitseinstellungen. Die Polizisten brachten sich daraufhin ihre eigenen Computer mit. Wo haben die die Computer her? Haben die die Computer/Laptop von zu Hause mitgebracht und dort aufgestellt? Auch frage ich mich: Wieso programmiert jemand für Windows, wenn es dafür eigentlich keine Verwendung gibt? Es gibt ja nur Linux-Clients. Welchen Sinn macht das?
    Wenn die Administratoren vorher UNIX-Server und UNIX-Clients(?) administriert haben, wieso haben die dann solche Probleme ein Linux-System zu administrieren? Da es vorher kein Windows gab, weder als Server noch als Client, wieso sollte es dann wirtschalftlich sein, einen völlig neuen Workflow zu erarbeiten? Und wie möchte man den laxen Umgang der Sicherheitspolicies, seitens der Polizisten, mit Windows Herr werden? Offensichtlich scheint es so, als wenn die sich darum keine großen Gedanken machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für einen Administrator eine große Sache gewesen wäre einen Computer aufzustellen an dem die Polizisten Videos anschauen können.
    Ich wäre dankbar für eine eine Erhellung.

    Netten Gruß
    Jonas

    1. jonas, ich finde die gründe auch nicht nachvollziehbar.

      ich glaube, das mit dem „es war, es kam, es soll kommen“ reicht schon, um den sachverhalt darzustellen.

      .~.

  9. Sehr guter Artikel!
    Wäre die Polizei Niedersachsen nicht verpflichtet, diese „Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen“ offenzulegen, da es doch schließlich um Steuergelder geht?

  10. Passende Schlagzeilen der letzten Jahre:

    „Microsoft unter Korruptionsverdacht“
    „US-Behörden ermitteln gegen Microsoft wegen Bestechung“
    „Korruptionsskandal in Rumänien: Microsoft schmierte Politiker“
    „China: Microsoft in Schmiergeldaffäre verwickelt“
    „Microsoft: Wurden Regierungen bestochen?“

    Wenn ich einem Bekannten glauben darf, der in einem der bundesweit größten Rechenzentren arbeitet, verhält sich MS in Deutschland in diesem Punkt nicht anders als in China, Italien, Russland, Rumänien oder Brasilien.

  11. Die Koalitionsvereinbarung 2013 bis 2018 der Landesregierung sagt:

    „Medienpolitik für Transparenz, Teilhabe und Meinungsvielfalt

    Die rot-grüne Koalition wird

    den weitgehenden Einsatz von Freier Software und Open Source in allen Behörden und Bildungseinrichtungen fördern. Darüber hinaus wird sie prüfen, wie dort der Einsatz von Tablets und Laptops zu verstärken ist.“

  12. Ist nur ein Gedanke: Aber es muss schon irgendeinen besonderen Grund geben, von „never change a running system“ abzuweichen. Vielleicht geht es gar nicht um bisherige Software etc., sondern eben um ein neues Programm, das nur unter Windows und nichtmal mit WINE läuft, dass diesen Aufwand nötig macht? Vielleicht irgendwas zum Überwachen oder zum bundesweiten oder internationalen Datenaustausch?

  13. Hallo,
    die Gründe für den Umstieg könnten u.a. sein:
    – das es, bis zum Jahr 2008, keinen funktionierenden Virenschutz gab (es wurde zwar einer installiert, doch der riss die Performance in den Keller, er musste wieder deinstalliert werden)
    – dass das Office-Paket erhebliche Sicherheitsrisiken sowie in der Bedienung und Funktionalität erhebliche Nachteile aufweist,
    – der Browser kam aus dem Jahr 2004,
    – das Programm zum Anzeigen von PDF-Dateien völlig veraltet war (Version 8),
    – die Schnittstelle zum BKA nur unzureichend umgesetzt wurde,
    – zusätzlich zu allem, kam auch noch eine wesentlich längere Bearbeitungszeit der einzelnen Vorgänge (um 150%)
    Diese Informationen stammen alle aus dem Bericht des Landesrechnungshof NRW vom 20.05.2008.

    Nette Grüße
    Jonas

    1. „keinen funktionierenden Virenschutz gab“, ein Betriebssystem wo man einen extra Virenschutz installieren muss entlarvt sich selbst. Das „Argument“ zeigt Parallelen zum eCall System, welches angeblich für schnelle Reaktion im Notfall sorgen soll. Richtig wäre gewesen sich mit der Unfallvermeidung zu beschäftigen. Sprich das Viren gar keine Angriffsfläche haben.

  14. Wenn ich die Wahl nur zwischen Linux und Windows hätte, würde ich mich auch für Windows entscheiden. Und Windows kann ich nicht ausstehen. Der Wechsel sagt also etwas über Linux aus und bitte keine absurden Verschwörungstheorien, die nur davon ablenken sollen, warum Linux schlechter ist. Wenn’s nicht so wäre, käme es häufiger auf privaten Rechnern zum Einsatz. Trotz oder gerade wegen vorinstalliertem Windows (8).

    1. *Gähn*, das nächste mal bitte besser Trollen. Schon allein der Vergleich Linux (Kernel) vs. Windows (Produktbezeichnung für verschiedene Betriebssysteme) zeigt das du keine Ahnung hast.

  15. Der Artikel ist ziemlich unsachlich und schlecht recherchiert.

    In Wikipedia findet man die Vorgeschichte zu Nivadis:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nivadis
    Bei 80 Mio € Entwicklungskosten für Nivadis und ca 12.000 Arbeitsplätzen, sind das über 6.000 € pro Arbeitsplatz. Das ist die Differenz Licence Fee Microsoft zu Linux irrelevant, wenn es Performance-Probleme oder Integrationsprobleme gibt.

    Probleme gab es auch z.B. auch bei der Einführung von Inpol-neu:
    „Anbindung an Inpol-Neu?
    Weniger innovativ schätzen die Niedersachsen offenbar das Fahndungssystem des Bundeskriminalamts (BKA) „Inpol-Neu“ ein. Zwar soll Nivadis eine Schnittstelle zum BKA-System enthalten. Eine echte Server-Server-Kopplung aber lasse die BKA-Komponente „Inpol-Land“ nicht zu, moniert Köhler. Mit der „proprietären Schnittstelle“ von Inpol-Neu sei es seiner Behörde nicht möglich, Geschäftsprozesse komplett abzubilden. Die Polizei Niedersachsen habe sich deshalb eine eigene Schnittstelle zum System des Bundes gebaut.“
    http://www.channelpartner.de/a/polizei-niedersachsen-fahndet-mit-linux-pcs,1058957

    Wenn ich mich richtig erinnere, steckt hinter diesen smarten Formulierung, dass die Hersteller der zweiten Version von Inpol-neu (die erste war mit 150 Mio DM Schaden gegen den Baum gefahren) die Keckheit besaßen, für den Client einen Microsoft Explorer >= Version 6 zu fordern, in den ein Oracle-Plugin reinmusste. Dass diese Dorfdeppen nicht mit internationalen Standards umgehen konnte, brachte Niedersachsen dazu, die Arschkarte und Mehrkosten zu haben. Salopp formuliert: was kann Niedersachsen dafür, wenn sie Linux machen und die anderen ihnen so Kosten reinwürgen? Soll man dann aber von Niedersachsen erwarten, dass sie die anderen 15 Bundesländer und den Bund erziehen, internationale Standards zu verwenden in der IT? Diese 17 Chaoten kommen doch nicht mal im Datenschutz auf einen grünen Zweig: Niedersachsen fängt mit Facebook Schwerverbrecher und schützt die Bürger und an der Ostsee sagen die Datenschützer, Facebook sei Teufelszeug und lassen Mörder lieber frei rum laufen. Salopp gesagt.

    Kurz gesagt: die IT-Infrastruktur der Polizei eine Bundeslandes auf die Lizenzkosten für da PC-Betriebssystem zu reduzieren, ist ein bisschen einfältig. Dabei kann man doch heute alles in diesem Internet recherchieren, ohne dass man mühselig Zeugen interviewen müsste :-)

    1. Ich reduziere letztlich gar nichts auf Lizenzkosten. Aber ich will ernsthafte Zahlen sehen, wie die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zu Stande kommen. Die stehen nicht in diesem Internet, da man sich hinter irgendwelchen geheimen Kennzahlen versteckt.

      1. „Ernsthafte Zahlen“?!

        Wenn Sie damit Zahlen meinen, die objektiv, vollständig und nachvollziehbar erhoben wurden und geeignet sind, eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nach WiBe zu begründen, geht Ihr Ansatz an der Wirklichkeit in deutschen (Polizei-)Behörden vorbei. So ist jedenfalls meine Erfahrung (ich bin seit fast 20 Jahren Projektleiterin in IT-Projekten mit deutschen Polizeibehörden). In den Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen bzw. Vorstudien steht, was die Entscheider gerne begründet haben wollen – also die zuvor längst getroffene Entscheidung.

        Wenn Sie „ernsthafte Zahlen“ sehen möchten, bzw. die dort angesetzten Zahlen, wird Ihnen wohl nur der Weg über das Informationsfreiheitsgesetz bleiben. Meine Erfahrung in gleicher Situation ist: Da wird dann gemauert bis zum Klageverfahren. Gerne stehe ich für einen „Informationstaustausch“ zur Verfügung.

      2. Nun, man kann es wollen sich auf „ernsthafte Zahlen“ zu kaprizieren. Aber dann sollte man nicht solchen ideolgischen Unsinn selbst in die Welt setzen:
        „Aber aufgrund von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, die Windows gewinnen soll? Diese Absurdität fällt wohl jedem auf, der an Open Source Software versus proprietäre Software denkt. So viel Support-, Schulungs- und Wartungskosten kann es doch kaum geben, dass dies den Kauf proprietärer Lizenzen und eventueller ebenso proprietärer Anwendungsprogramme rechtfertigt, oder? Vor allem wenn erstere seit Jahren in Gebrauch ist.“
        Irgendwas „absurd“ zu nennen, ohne es zu begründen, ist unsachlich und demagogisch.
        Ich habe oben das Zitat gebracht, dass Niedersachsen selbst eine Schnittstelle für INPOL-neu programmiert hat, weil der Hersteller der ursprünglichen Schnittstelle am Client einen Windows-Explorer mit Oracle-Plugin voraussetzte. Das hat nicht (gar nichts) mit Support-, Schulungs- und Wartungskosten zu tun. Der „absurde“ Vergleich also ist unsachlich und betrachtet die Total Cost of Ownership von Linux nicht. Man könnte auch böswillig formulieren, dass das eine irreführende Demagogik ist, die sich nicht an der Sache ausrichtet.
        Ich habe mich damals auch gewundert, als die Niedersachsen sich so dogmatisch Linux von Mummert haben aufschwatzen lassen. Möglicherweise auf dem Unix-Hintergrund.
        Niedersachsen hat ja einige IT-Flops am Mainstream vorbei gehabt: Baan als ERP (mit toller Success-Story des Leiferanten: http://de.wikipedia.org/wiki/Baan), über 10.000 qualifizierte Signaturen am ERP (ohne gesetzliche Notwendigkeit, dann auch wieder losgeworden, weil zu teuer).
        Viel schwerer wiegt m.E., dass die Polizeien nicht bundeseinheitliche Software haben. Bei Kaufleuten reicht weltweit SAP, nicht ein ERP für nur drei Kunden wie es bei den Fachanwendungen unserer geliebten Polizei ist. Diese föderale Chaoswirtschaft in der Bund-Länder-Desorganisation hat bei Fiscus 250-Mio DM gekostet. Da sind die Clients TCOs schon fast Peanuts.
        Zu Annette Brückner: ich finde eine monetäre WiBe auch schöner. Aber bei Polizeien ist der Nutzen schwer monetär zu fassen (10 Mörder acht Wochen schneller gefasst bringt 300 T€ Nutzen, der 200 T€ Invest rechtfertigt?). Deshalb lässt die WiBe ja auch Nutzwertrechnung zu (in den Operation Research kennt man dazu auch noch die Delphi-Methode, also die Befragung von Experten. Das wäre schon also OK.). Aber wenn man monetär die IT bewerten will, dann reicht es nicht, sich von den Lizenzkosten von Linux blenden zu lassen, sondern muss auch die Kosten der Folgeschäden von Linux mit berechnen wie z.B.:
        – Mehraufwand bei der Übernahme der INPOL-neu Lösung
        – Unterlaufen der Sicherheitspolicies durch Windows (USB und DVD, s.o.)
        – Unterlaufen der Policies durch Einsatz von MS-Office statt Open-Offfice (MS-Office und die diversen Openoffice-Varianten haben nun mal Inkompatibilitäten wie ich letzte Woche wieder bei MS-Visio und Libre-Office-Draw 4.3 lernen durfte. Dann kostet die Zusammenarbeit mit anderen Länderpolizeien eben Mehraufwand.

        Wenn sich unsere geliebten Polizeien dann mit unsachlichen Anwürfen bewerfen lassen, dann befürchten die halt, dass es nicht um eine sachliche Diskussion um die Optimierung der IT-Kosten geht, sondern eher um ideologisch Fundamentalkämpfe verblendeter Ideologen. Wem mach das da schon Spass, mit zu diskutieren als Polizist? Ich fände auch eine Tabelle schön, wo die IT der Landespolizeien der mit sauberer TCO aufgeführt werden. Bisher tut sich die öffentliche Hand mit Benchmarken schwer. In Niedersachsen wird nicht mal kaufmännisch gerechnet sondern kameral wie ein Kleinbetrieb in der Einnahme-Überschuss-Rechnung :-)

  16. Nur mal so in die Runde gefragt:
    Ihr wisst schon, dass das Bundesministerium des Innern mit „Microsoft Ireland Operations Limited“ (Sitz im Jahr 2006 [1] in „Carmenhall Road Sandyford Industrial Estate Dublin 18 Ireland z. Hdn. EOC Program Operations Dept.“) – die deutsche Niederlassung (Microsoft Deutschland GmbH) ist hier nur der Vermittler – einen Vertrag über „Microsoft Volumen Licensing Select (Vertrag Verwaltung)“ und einer entsprechenden Zusatzvereinbarung namens „Microsoft Volumen Licensing Select Vertrag (Zusatzvereinbarung)“ (den so genannten Konditionenverträge [2]) geschlossen hat.

    Es gibt auch eine aktualisierte Version des unter [1] verlinkten Formulars [3].

    Da, es rund 10 autorisierten Handelspartnern (Large Account Reseller; LAR) im Bundesgebiet gibt, die miteinander im Wettbewerb stehen, sind die Lizenzkosten nicht nach einem festen Schema festgelegt. Sondern werden im Rahmen eines durchzuführenden Vergabeverfahrens (z. B. von der Stadt Dortmund [4]) festgelegt, wobei der Preis des (zuschlag erhaltenden) Anbieters genommen wird.
    Einer dieser LARs dürfte (mit größer Wahrscheinlichkeit) die co.Tec Gesellschaft für Softwaredistribution mbH [5] sein. Denn sie bietet Software auf Grundlage des Rahmenvertrages [6] als so genannter „Academic Select Vertrag“ [7] an.

    [1] http://www.bay-gemeindetag.de/kxw/common/file.aspx?inline=true&resizeimages=true&data=7EcaY2XnJcXCKNX/5jhoy6g/wXGwM5wUwfcLw5yP4uA4OGp0zg9MyO2dl37U03oLig9EXkguIMhvsBCGvpckVhzNEmmvjMfWriJrk7uYpa0L8XSmenr/xA==
    [2] http://www.cio.bund.de/Web/DE/IT-Beschaffung/MS-Konditionenvertraege/konditionenvertraege_node.html
    [3] http://www.computacenter.de/software-newsletter/pdf/2011-BMI-Select-Beitritt.pdf – 2011
    [4] http://ausschreibungen-deutschland.de/171066_Handelspartnerermittlung_zum_Microsoft_Select_Volumenlizenzvertrag_BMI_72S700000_Beitritt_2014_Dortmund
    [5] http://www.cotec.de/impressum
    [6] http://www.cotec.de/microsoft/rahmenvertraege/
    [7] http://www.cotec.de/microsoft/rahmenvertraege/baden-wuerttemberg/

  17. @ Anna Biselli:
    Wäre als Autorin eines so stark gefärbten Beitrags nicht ratsam, in einem Disclaimer darauf hinzuweisen, dass Sie für die newthinking communications GmbH tätig sind? Eine Firma , die z.B. „auf Basis existierender Open Source Plattformen individuelle, maßgeschneiderte Kundenlösungen … konzipiert und entwickelt“?

    1. @ Roderich:
      Dann müssten Sie auch an Herrn Beckedahl den Hinweis geben, solch einen Disclaimer bei seinen Beiträgen zu setzen. Denn er ist „Mitgründer und Gesellschafter der newthinking communications GmbH“ [1].

      Wenn ich mir jedoch die FAQ-Seite von netzpolitik.org [2] anschaue, dann ist dort die Frage „Hinter netzpolitik.org steckt die newthinking communications GmbH. Inwiefern ist die Redaktion unabhängig vom Agenturgeschäft?“ aufgelistet.
      Die Antwort lautet dazu:
      „Rechtlich steht die newthinking communications GmbH hinter netzpolitik.org[…]. Allerdings sind Redaktion und Agentur inhaltlich getrennt.“

      Von daher sehe ich (persönlich) keine Veranlassung einen solchen Disclaimer zu setzen.

      Daneben vergass ich in obigem [3] Kommentar die drei Worte „Gruss BBiwy Referenzen“ einzufügen, diese scheinen wohl beim Tippen des Kommentars in das Kommentarfeld verloren gegangen zu sein.

      Gruss

      BBiwy

      Referenzen:
      [1] http://newthinking.de/about/mitarbeiterinnen/
      [2] https://netzpolitik.org/faq-fragen-und-antworten/
      [3] https://netzpolitik.org/2014/polizei-niedersachsen-kurz-vor-wechsel-zu-windows-aus-intransparenten-wirtschaftlichkeitsgruenden/#comment-1631210

  18. Das erinnert an die Niedersächsischen Justizbehörden, die voreilig auf Vista umstellen wollten, „weil das neu ist“, so die Begründung und „Die Zeiten, in denen örtliche Systemverwalter mühsam von PC zu PC laufen mussten, um manuell Software aufzuspielen oder um Anwendern bei Problemen beizustehen, bald endgültig der Vergangenheit angehören“. Jetzt bitte tiiiiief einatmen! :)
    Klar dass diese Frohe Botschaft von der Info-Seite des Justizministeriums bald gelöscht wurde und nur noch bei Heise lagert.
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Niedersaechsische-Justiz-arbeitet-bereits-mit-Vista-127984.html

  19. Vielleicht sollte man sich aus der Bashing-Ecke, was ist besser, Linux vs. Windows, mal lösen, und das Thema mit der gebotenen Sachlichkeit betrachten. Die vermisse ich übrigens auch bei der Autorin des Artikels. Vielleicht würde mit Ihnen auch jemand reden, wenn Sie sachliche Fragen stellen würden.
    Und einen Erlass, der Ihnen auf was für welche Wege zugeleitet worden ist, zu veröffentlichen, bevor eine abschließende Entscheidung getroffen wurde, finde ich gelinde gesagt, nicht in Ordnung.
    Mich würde mal interessieren, wie ihre Firma reagiert, wenn man interne Dokumente veröffentlicht. Aber nun zum Thema:
    Man neigt dazu, wenn etwas nicht erfolgreich verläuft, die Akteure zu kritisieren, ja, sie sogar als inkompetent darzustellen. Dazu sei gesagt, dass die Polizei Niedersachsen es sehr wohl geschafft hat, 15.000 Linux-Clients zu betreiben, 10 Jahre lang, und soweit mir bekannt ist, auch sehr effizient. Dafür gebührt Ihnen aus meiner Sicht zunächst einmal Respekt und nicht der Vorwurf der Unfähigkeit! Aber parallel dazu hat sich für alle die Aufgaben, die sich mit der Linux-Umgebung nicht realisieren ließen, eine Windows-Welt etabliert. Und nach 10 Jahren sicherlich nicht immer nur Freude über die Linux-Welt oder der Windows-Welt muss die Frage nach dem, wie es weitergehen soll, auch gestattet sein.
    In einer Projektgruppe, an der vor allen Dingen nicht die IT-Planer und Entwickler, sondern die Polizeien vor Ort beteiligt waren, ist man zu der faktischen Feststellung gekommen, dass sich mit der Linux-Welt nicht alles machen lässt. Von zukünftigen Herausforderungen, bspw. mobiles Arbeiten, ganz zu schweigen. Man muss immer eine Windows-Umgebung nebenbei betreiben. Und diese Feststellung hat nichts mit Unvermögen zu tun, sondern auch mit solchen Dingen wie Aufwand und Nutzen, und der Geschwindigkeit, in der eine (EDV-)Lösung für ein Problem verfügbar gemacht werden kann. Also ist die Frage, so mit zwei Plattformen weitermachen, oder zu einer Einplattformstrategie zu kommen, bestimmt nachvollziehbar.

    Wenn man jetzt dabei noch sieht, dass der Rest der Landesverwaltung Niedersachsen bereits Windows einsetzt, und die zentrale Infrastruktur, die dafür erforderlich ist, schon da ist, wird auch vielleicht dem Laien besser verständlich, warum die Entscheidung, nur noch Windows zu betreiben, und dies auch wirtschaftlicher ist, ein bisschen deutlicher. Und das die Polizei keine konkreten Details zu ihrer technischen Infrastruktur herausgeben will, sollte doch wohl verständlich sein. Wenn man die Allianz-Versicherung fragt, würde die ihre Technik auch nicht offen legen. Noch nicht mal Eisen-Karl würde das freiwillig tun!

    Und ich glaube auch, dass die Polizei dort, wo sie gute Erfahrungen mit Linux gemacht hat, diese auch beibehalten wird. Bspw. bei den Java-Applikationsservern für Nivadis.

    Insgesamt vermute ich auch, dass einige Dinge teurer werden, insbesondere durch die Lizenzkosten, aber in vielen anderen Dingen wird man auch erheblich weniger Aufwände haben. Daher ist es für mich nachvollziehbar, dass eine Einplattformstrategie unter Windows letztendlich wirtschaftlicher ist.

  20. „…dass sich mit der Linux-Welt nicht alles machen lässt. Von zukünftigen Herausforderungen, bspw. mobiles Arbeiten, ganz zu schweigen. Man muss immer eine Windows-Umgebung nebenbei betreiben.“

    Als langjähriger mobiler Android(-Linux) und Kali-Linux User bin ich jetzt offen gestanden einigermassen überrascht! Geht das echt alles nicht, was ich so mache? Ich sollte das glaube ich mal meinen Geräten erklären, daß sie nicht funktionieren können und schon gar nicht in heterogenen Umgebungen, RFC konform geht halt nur auf Windows! :)

    Hatte wenigstens jemand vor Absonderung eines „geht mit Linux nicht“ Vorurteils mal die einschlägigen Profis befragt? BSI, Secunet, Credativ, G10code vielleicht mal so als Idee?

    Das alles war ja schon mal weiter, ich erinnere an den Behördendesktop.
    de.wikipedia.org/wiki/Beh%C3%B6rdendesktop und natürlich SINA Linux

    1. Doch, es geht alles, im privaten Umfeld zumindest. Ich selbst setzte im privaten Umfeld auch nur Linux ein, und brauche kein Windows (mehr). Aber in einer Firma, in der es häufig darum geht eine fertige Lösung einfach einsetzen zu können, in der die Frage, wie schnell und zu welchen Kosten man eine Lösung betriebsfertig zum Laufen bekommt, bei denen Menschen etwas machen wollen/müssen, ohne sich zunächst im Detail mit einigen Dingen in der Software auseinander setzen zu wollen, da geht es nicht. Da geht man häufig den einfacheren Weg. Und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, sollte man dafür auch Verständnis haben.
      Und man sollte die Aufwände in heterogenen Umgebungen nicht unterschätzen. Firmen, in denen Software für verschiedene Betriebssysteme entwickeln können da sicherlich ein Lied von singen.
      Linux auf den Desktop zu bringen ist eine ziemliche Herausforderung, die man nicht unterschätzen sollte. Es stimmt, Ansätze dazu gab es schon immer, aber sowohl der Caldera-Desktop-Client, wie auch der zitierte Behördendesktop waren nicht erfolgreich und wurden eingestellt. Und das lag nicht daran, dass man es nicht versucht hätte.

      1. Eine Polizei ist aber kein Wirtschaftsunternehmen, keine Firma, da gelten auch andere, notwendige Sicherheitsstandards. Und es werden da keine Kredite oder Rücklagen verheizt, sondern unsere Steuergelder.

        Welche ist denn „die Killerapplikation“, die nur unter Windows läuft?

        Wer kommt für die Mehraufwände auf, wenn mal wieder etwas neues aus der Conficker Klasse umgeht? Wer übernimmt die Verantwortung, dass es keine „ungewollten Datenabflüsse“ gibt, die es ohne Windows Lücken, gewollte und ungewollte, nicht gäbe?

        Das ganze liest sich so eher wie „wir wollen aber und basta“.

        Um es auf den Punkt zu bringen, sind die bestehenden Sicherheitsbedenken denn inzwischen ausgeräumt?

        https://www.bsi.bund.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Presse2013/Windows_TPM_Pl_21082013.html
        http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/OED_Verwaltung/Informationsgesellschaft/trusted_computing.pdf

        Oder soll heute schon veraltete Software ausgerollt werden (W7)? ;)

  21. […]So existieren schon jetzt parallele Windowsrechner auf den Wachen, Mitarbeiter waren “nicht bereit ihr Microsoft-Office” aufzugeben und auch auf Entwicklerseite scheint die Windowsfraktion dominant[…]

    Lies sich auch einfach nur als empirischer Hinweis lesen, dass PolizeiBeamte strukturbedingt ein wenig unflexibler sind.
    Der angehäufte Schlafmangel oben drauf.

    1. Wohl eher verstoßen die Polizeibeamte hier gegen elementare Sicherheitsvorkehrungen wenn diese ihre privaten windowsverseuchten Rechner mitbringen (dürfen).

  22. Wer Open-Source betreiben will, braucht Experten. Bei Windows kann man alles bei Microsoft kaufen. Bei der Polizei sollten die Experten, die die Software erstellen und betreiben, schon Beamte sein (Hoheitliche Aufgabe). Aber welcher gute Informatiker mit Studienabschluss will bezahlt werden wie seine Kollegen, die als Streifenpolizist arbeiten (und seit ihrem Schulabschluss gutes Geld verdient haben), in der Hoffnung, nach 30 Jahren das Gehaltsniveau einer Grundschullehrerin erreicht zu haben.

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