Verwirrung: Kim Dotcom gründet eine Partei. Der Guardian titelt „Kim Dotcom to launch ‚Megaparty’ for New Zealand elections“. Dabei heißt die Partei eigentlich „Internet Party“:
My new political party won’t be named Mega Party. We are the Internet Party. Here’s our logo for the first time. pic.twitter.com/0bkhRV5oQV
— Kim Dotcom (@KimDotcom) 14. Januar 2014
Aber eine „Megaparty“ gibt es auch, die heißt aber „PartyParty“ und findet am 20. Januar, dem Vorabend von Kims Geburtstag und dem zweiten Jahrestag der Schließung von Megaupload, statt. Mittlerweile sind die Karten dafür ausverkauft, obwohl der Veranstaltungsort, die Vector Arena in Auckland, 20.000 Menschen fasst. Für den Launch der „Internet Party“ wird es eine noch Extra-Party geben. Ganz schön viel Party auf einmal, deshalb der Reihe nach:
Kim Dotcom, alias Kimble, bürgerlich Kim Schmitz, war Betreiber von Megaupload und wurde am 19.01.2012 wegen Copyrightverstößen festgenommen. Der gebürtige Deutsche lebt zurzeit in Neuseeland. Dort will er nun eine Partei gründen, das hatte er via Twitter mehrmals angedeutet, wie im September 2013:
WOW! I’m getting so many encouraging messages about my plans for a new political party. Thank you. Like to help me? Email: twitter@kim.com
— Kim Dotcom (@KimDotcom) 1. September 2013
Die Partei, die „Internet Party“ heißen wird, soll einem Interview mit The Guardian zu Folge für mehr Jobs in der Technikbranche sorgen, Safe-Harbour-Gesetze einführen und damit Technologieunternehmen nach Neuseeland locken. Auch die Überwachungskrise gibt ihm Anlass für politische Mission: „Wir sind alle Kinder Assanges, das Internet ist von den Menschen für die Menschen“.
Funfact hierbei ist, dass Kim gar kein neuseeländischer Staatsbürger ist und deshalb nicht selbst gewählt werden kann. Der Vorstand einer Partei zu sein wird dadurch jedoch nicht verhindert, erklärte er torrentfreak.com.
Wie erfolgsversprechend Kims Unterfangen sein wird, werden die Wahlen im November zeigen (vorausgesetzt, er erfüllt die Auflagen zur Parteigründung wie 500 wählbare Mitglieder). In Neuseeland gibt es, wie in Deutschland, eine Fünfprozenthürde zum Einzug ins Parlament. Doch auch wenn er diese Hürde nicht überwindet könnte er einen Einfluss auf die Wahl nehmen, indem er Wähler von anderen Parteien abzieht, denn seine Beliebtheit in Neuseeland ist groß. Außerdem sind zur bevorstehenden Wahl viele neue „Mikroparteien“ entstanden, die die insgesamten Mehrheitsverhältnisse ins Wanken bringen könnten.
Die große Frage wird sein, ob die Partei ernstgenommen werden kann oder ein weiteres Element in Kims Selbstinszenierung ist.