Generell

PR-Empfehlungen der CIA für Afghanistan-Einsatz

Bei Wikileaks finden sich PR-Handlungsempfehlungen der CIA, wie man der deutschen und französischen Bevölkerung das militärische Engagement in Afghanistan verkaufen kann: CIA report into shoring up Afghan war support in Western Europe, 11 Mar 2010. (PDF)

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Ein Ausschnitt:

Germans Worried About Price And Principle Of ISAF Mission. German opponents of ISAF worry that a war in Afghanistan is a waste of resources, not a German problem, and objectionable in principle, judging from an INR poll in the fall of 2009. Some German opposition to ISAF might be muted by proof of progress on the ground, warnings about the potential consequences for Germany of a defeat, and reassurances that Germany is a valued partner in a necessary NATO-led mission.

• Underscoring the contradiction between German pessimism about ISAF and Afghan optimism about the mission’s progress could challenge skeptics’ assertions that the mission is a waste of resources. The same ABC/BBC/ADR poll revealed that 70 percent of Afghans thought their country was heading in the right direction and would improve in 2010, while a 2009 GMF poll showed that about the same proportion of German respondents were pessimistic about ever stabilizing Afghanistan.
• Messages that dramatize the consequences of a NATO defeat for specific German interests could counter the widely held perception that Afghanistan is not Germany’s problem. For example, messages that illustrate how a defeat in Afghanistan could heighten Germany’s exposure to terrorism, opium, and refugees might help to make the war more salient to skeptics.
• Emphasis on the mission’s multilateral and humanitarian aspects could help ease Germans’ concerns about waging any kind of war while appealing to their desire to support multilateral efforts. Despite their allergy to armed conflict, Germans were willing to break precedent and use force in the Balkans in the 1990s to show commitment to their NATO allies. German respondents cited helping their allies as one of the most compelling reasons for supporting ISAF, according to an INR poll in the fall of 2009. (C//NF)

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19 Kommentare
  1. Ich sehe einfach nur ein grundsätzliches Problem für die USA darin, dass wir andere Vorstellungen von dem Afghanistan-Einsatz haben. Während die USA am liebsten alles bombardieren und niederreißen will, setzt Deutschland stärker auf Hilfe zur Selbsthilfe.

    Kürzlich eine gute Karikatur dazu von Haitzinger gesehen, auf welcher ein US-amerikanischer Soldat mit fettem Raketenrucksack einen kleinen Deutschen mit Rettungskoffer und Sandkastenschaufel herumschubste ;)

  2. Finde ich jetzt nicht sonderlich dramatisch, diese Ausführungen. In Deutschland herrscht ja teilweise eine realitätsferne Einstellung zum Krieg, die wirklich nichts mit notwendiger globaler Politik zu tun hat. Deutschland ist halt ein enorm in die Globalisierung eingebundes Land und Kopf in den Sand stecken ist halt nicht. Krieg ist leider manchmal unvermeidlich und anstatt pazifistisch-selbstgerecht rumzumeckern während die Leute dort Aufbauhilfe gebrauchen könnten, sollte man doch eher mal konstruktiv überlegen, wie man den Einsatz optimal über die Bühne bringt ohne gleich in Nazivergleiche zu verfallen, wie man es oft praktiziert wird.

    Bewusste Meinungsmanipulation ist natürlich immer abzulehnen und auch der Punkt der auf das Schüren von Terrorängsten abzielt ist ziemlich kritisch anzusehen, aber ansonsten haben sie schon erkannt woran es mangelt. Das war jetzt ein eher genereller Beitrag, das soll natürlich nicht heißen, dass ich solche Einmischung der USA gutheiße.

    1. @BLUBB
      Ein Krieg ist für mich dann unvermeidlich, wenn ich angegriffen werde. Und er darf sich dann nur gegen den Angreifer richten.
      Und jetzt erklären Sie uns doch bitte einmal wen die Afghanen denn wann angegriffen haben sollen.
      Ich kann mich da irgendwie an nichts erinnern.
      Und jetzt kommen Sie bitte nicht mit dem 11.9.
      Das waren nicht die Afghanen und nicht einmal die Taliban.
      Das war nämlich Al Kaida. Viele Attentäter lebten in Deutschland und wurden aus Pakistan finanziert.
      Ich glaube, dass ist vielen Deutschen bewusst. Wenn wir also diesen Krieg ablehnen, tun wir dies weil er uns nicht gerechtfertigt erscheint. Und nicht, weil wir feige den Kopf in den Sand stecken.

  3. Es ging mir hier speziell um die Aufbau- und Entwicklungshilfe. Natürlich befürworte auch ich keine unmotivierten Angriffskriege, aber es ist auch so, dass dort auch die Bevölkerung dort von den Taliban terrorisiert wird. Mit Liebe und gutem Willen hält man diese leider nicht davon ab, die Entwicklungsarbeit zu sabotieren.

    Was ich sagen will: mit Pazifismus hilft man diesen Menschen auch nicht, sondern liefert sie eher ihrem Schicksal aus. Solange Deutschland an sich selbst die Ansprüche stellt Menschenrechte usw. global zu fördern, muss man sowas halt in Kauf nehmen. Alternative Strategien scheinen mir die „Raus aus Afghanistan“-Befürworter nämlich auch nicht zu haben.

  4. er Krieg in Afghanistan war richtig. Die Taliban haben zum einen pre 9/11 deutsche als GEißeln festgesetzt, was allein einen Militäreinsatz rechtfertigen würde. Zum anderen boten die Taliban jenen zuflucht, die unseren engen Allierten (!) angegriffen haben. Ich hätte es den Amis nicht übel genommen hätten die gleich den Verteidigungsfall ausgerufen.

    Wie auch immer. Wir sind drin und müssen nun mit den KOnsequenzen leben. Rückzug bedeutd das Land wieder den Warlords zu überlassen. Und es sollte doch jedem klar sein, das wo gehobelt wird nun mal späne fallen.

    Was Irak angeht, so ist dies eine ganz andere Sache. DIe USA haben mit seltsamem Begründungen einen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen und anstatt bin Laden auszuräuchern ein Machtvakuum im Herzen des Nahen und Mittleren Osten geschaffen. Ich selbst habe den Krieg zu keiner zu befürwortet und rechne es SChröder als seine einzige gute Tat hoch an, das er uns da rausgehalten hat.

    Wie dem auch sei, wenn wir international gewicht haben wollen, müssen wir zeigen das wir bereit sind für unsere Werte global einzustehen und diese auch am Hindukusch zu verteidigen.
    Das dies nun eine Sache ist bei denen Soldaten sterben ist trauige realität.

    1. @Jaquento: Nein der Krieg war nicht richtig, er ist illegal und auch aus moralischer Sicht ein Verbrechen.
      Illegal ist er weil er nicht durch die UN-Charta oder andere Völkerrechtliche übereinkommen gedeckt ist. Es gibt keine schlüssige völkerrechtliche Erklärung dazu wie sich dieser Krieg rechtfertigt, außer durch das Faustrecht des stärkeren. Wenn du mal die Sicherheitsratsbeschlüße liest werden dir so schöne Formulierungen auffalenn wie; anerkennung des Recht auf Selbstverteidigung „im Rahmen der Charta“, oder da ist davon die Rede die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Etwas wandelt sich nicht von Unrecht zu Recht weil die starken Nationen es dulden oder befürworten.
      Der Krieg ist auch moralisch verwerflich, weil er im Hinblick auf seine legitimen Ziele (Verhinderung weiteren Terrorismus, Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen) versagt (es hat in all den Jahren noch keinen rechtstaatlichen Prozess gegen irgendeinen Verantwortlichen des 11. Septembers gegeben) hat oder sogar Kontraproduktiv ist, denn in Deutschland ist die Gefahr von Terroranschlägen durch unser militätisches Eingreifen gestiegen und nicht gesunken. Dazu kommen die vielen zivilen Opfer und Kriegsverbrechen, gezielte Tötungen und so weiter. Wußtest du das man um den gefürchten Taliban messud gezielt und chirugisch zu töten 16 Versuche brauchte bei denen mehr als 200 Menschen getötet wurden?
      Wer so was rechtfertig ist dumm oder böse.

  5. Ich habe zwar nichts anderes erwartet, aber mir wird trotzdem schlecht, wenn ich so etwas lesen muss.

    O brave new world, that has such people in’t!

  6. Krieg ist immer die schlechteste aller Lösungen und eine Eroberung die schlechteste Form eines Krieges.
    Das Einmarschieren ist der leichteste Teil, das Halten ist der komplizierteste.
    Die Römer haben gezeigt wie man das am besten macht. Man muss Infrastruktur bauen, viel Geld investieren und den Leuten zeigen wie viel besser man unter den Invasoren leben kann. Aber die Römer wollten das Land auch behalten. Die Amerikaner wollen nur nicht das sie weiterhin „böse“ sind. Sie sind nicht bereit das Land auf zu bauen, Arbeitsplätze zu schaffen und das leben dort schnell und nachhaltig für alle zu verbessern. Das kann nur nach hinten los gehen. Was sehen denn die Staatsbürger dort. Eine fremde Macht ist Einmarschiert hat viel kaputt gemacht rennt herum und bringt Leute um, die versuchen das Land von den Invasoren zu befreien. Viel aufgebaut wird da nicht und wenn, dann für die Invasoren. Den Leuten geht es dort jetzt schlechter als vor der Invasion. Ich verstehe nicht wie die Amerikaner gedacht haben wie es laufen würde. Dachten sie, sie würden mit offenen Armen empfangen?

  7. Alter, sag mal wer hat denn heute jubelperser.exe komilliert? Kann mal jemand den Prozess abschiessen, die Kommentare sind ja unsäglich.
    Krieg ist immer automatisch falsch. period. Inhumanes Kommentatorenpack ;)

  8. Krieg ist immer automatisch falsch. Das bedeutet Frieden ist immer automatisch richtig. Erzählt das mal all den Verfolgten, Gefolterten und Unterdrückten da draußen. In deren Ländern herrscht auch Frieden.

  9. Es gibt tatsächlich einen triftigen Grund für die Aktionen im nahen Osten.

    Es wurde hier schon angeschnitten:
    > Man muss Infrastruktur bauen, viel Geld investieren und den Leuten zeigen wie viel besser man unter den Invasoren leben kann.

    Mit Infrastruktur sind im nahen Osten solch simple Dinge wie Wasser und Strom gemeint. Auch wenn diese in gewissen Maßen für die breite Bevölkerung vorhanden sind, sind sie immer noch sehr stark unter der Kontrolle einer Militärregierung die solche Grundgüter nur für die Regierung und das Militär in den Art und Weise zur Verfügung stellt wie sie hier in Deutschland oder Amerika dem normalem Bürger zur Verfügung stehen.

    Dies ist Absicht, denn es hält die Bürger zu beschäftigt um sich weiterzubilden und mit ihrem Leben mehr zu machen als fürs Überleben zu arbeiten. So behalten sie ihre Macht.

    Das Grundziel der amerikanischen Kampagne ist es tatsächlich diese Länder zu „zivilisieren“, so dass die Infrastruktur dort mehr dem westlichem Vorbild ähnelt, anstatt von Dritte-Welt-Ländern. Nur lässt sich dies nicht anstellen wenn es gegen die Interessen der lokal Herrschenden geht, weswegen als erster Schritt, so paradox es klingt, die Infrastruktur zerstört werden muss die unter der Kontrolle der Herrschenden ist und nur ihnen zu Gute kommt.

    Interessanterweise werden diese Beweggründe nicht verwendet um die breite amerikanische Masse zu informieren, da diese letztendlich zu egoistisch ist. Amerikanisches Geld und Menschenleben verwenden um die Kopftuchleute zu zivilisieren liesse sich nicht verkaufen. Dem amerikanischem Volk Angst davor zu machen wie böse diese Kopftuchmänner doch sind und dass sie unbedingt demokratisiert werden müssen lässt sich an die breite amerikanische Masse jedoch bestens verkaufen.

  10. Krieg ist immer falsch. Im Falle der Verteidigung gegen einen unmittelbaren militärischen Angriff lässt er sich nur nicht vermeiden. Wer den Krieg in Afghanistan mit Menschenrechten rechtfertigt, muss auch bereit sein, Nordkorea oder China anzugreifen, den einen oder anderen lateinamerikanischen Staat sowie halb Zentralafrika. Wer damit Terror- und Mordkommandos stoppen will (wir haben ja weder Polizei noch Geheimdienste), muss neben Iran, Jemen, Somalia und Pakistan (und einigen anderen) auch Amerika und Israel in die engere Wahl nehmen.
    Wer Hunger und Elend beseitigen will, sollte sich ernsthaft fragen, ob hunderte von Milliarden Dollar nicht besser in Hilfsprogrammen angelegt sind, ohne dass dabei zu tausenden Menschen getötet, zu hunderttausenden traumatisiert und in Millionen auf Generationen ein Hass geweckt wird, der nicht mehr zu beziffern ist.
    Nennt mir EINEN gerechten Krieg der letzten hundert Jahre, der sich nicht im Nachhinein als falsch und von anderen als den verlauteten Gründen geführt darstellte. In dem die beteiligten Soldaten mehr waren als Test-Dummies und Kanonenfutter für kommerzielle und Machtinteressen. Nur einen. es gibt keinen. Kommt jetzt bitte nicht mit Amerika im 2. Weltkrieg. Amerika hat mit den Kriegsparteien gute Geschäfte gemacht, sich selbst aber herausgehalten. Nach Pearl Harbour wurde ausschließlich Japan der Krieg erklärt, worauf Deutschland und Italien den USA den Krieg erklärten – und sich damit zum Glück endgültig überschätzten.
    Nein – Krieg ist IMMER falsch!

  11. @ninjaturkey:

    Alle Hilfsprogramme der Welt nützen nichts wenn sie von den Machthabenden mit Korruption und brutaler Gewalt zweckentfremdet oder gleich ganz blockiert werden.

    Auch: Überall auf einmal kann man nicht eingreifen, aber irgendwo muss ein Anfang gemacht werden.

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