Axel E. Fischer erklärt Netzpolitik

Die Deutschlandradio Kultur Sendung „Breitband-Online“ hatte heute den designierten Vorsitzenden der Enquete-Kommission zu „Netzpolitik und digitale Gesellschaft“, Axel E. Fischer (CDU), als Interviewgast dabei. Das ist hörenswert! Diplomatisch gesprochen ist das Interview ein grandioses Lehrstück, wie gut Politiker auf Fragen antworten können, die sie nicht verstanden haben. Respekt an den Moderator, dass er so ernst weiter seine Fragen stellen konnte.


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Im Moment gibt es nur die komplette Sendung als MP3. Das Interview startet ab Minute 6.

(Danke an christoph)

Update: Danke an Scanlines und Marc (und evtl noch mehr) für das Transcript in den Kommentaren.

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53 Kommentare
  1. Ach herrje.

    Wer es sich nicht anhören kann oder möchte oder es nicht durchhält:

    Alfred E. Neuman, äh, Axel E. Fischer weiß offenkundig bei einer Vielzahl von Themen überhaupt nicht, was damit gemeint sein könnte.

    Unter OpenData scheint er sich rein gar nichts vorstellen zu können. Die „Antworten“ sind nicht mal mehr als Worthülsen zu gebrauchen. Das hat schon Loriotqualität.

    Liquid Democracy hält er wohl für ein Wahlverfahren übers Netz, das er mit implizitem Verweis auf das Wahlcomputerurteil eher ablehnend betrachtet.

    Netzneutralität heißt für ihn „gröschtmögliche Freiheit im Netz“ und Medienkompetenz der Nutzer. Von Paketen, ISP etc. spricht er keine Sekunde.

    Abgeordetenwatch hält er für eine Kontaktaufnahmeplattform — die dort stattfindende Öffentlichkeit der Kommunikation begreift er nicht so recht –, die er „nicht so leicht“ findet und es für besser hält, wenn man ihn unmittelbar über E-Mails, Telefon oder Brief kontaktiert.
    Außerdem ist für ihn entscheidend, daß auf diesen Wegen deutlich leichter zu überprüfen sei, wer (also: Identifizierung) denn da etwas von ihm möchte.

    Als „Netzexperte“ mit Affinität zum Thema möchte er sich nicht bezeichnen, sagt das aber nicht so, sondern laviert um die Frage herum, indem er behauptet, es sei total gut, daß sich die Enquete ihre Experten von außen hole.

    Alles in allem: beängstigend.

      1. Wie löst man eigentlich ein kollaboratives Transkribieren am besten? Da muss es doch was geben. Wiki? Wave? SynchroEdit? Google Irgendwas?

        Naja, hier jedenfalls mal via Kommentarpost ohne Zeitindexangabe und Metadaten (Themefeld, etc.) ein schnelles Transkript der ersten 2:30 Min. des Gesprächs.
        Dabei:
        1. Ziele der Enquete
        2. e-Participation
        3. OpenData
        4. Politcamp

        – – – – – – – – – – – – – – – – – –

        Moderator:
        Vor der Sendung hatten wir Gelegenheit mit Axel E. Fischer zu sprechen. Er ist, wie gerade gehört, der designierte Vorsitzende der Enquete-Kommission.
        Welche Formen der Mitwirkung er sich für den 18. Experten, also die Bevölkerung, vorstellen kann, haben wir ihn zuerst gefragt.

        Axel E. Fischer:
        Also wir wollen eine große Transparenz, z. B. wenn wir eine Anhörung planen, daß die Texte für die Anhörung vorher schon im Internet sind, daß dann auch die Bürgerinnen und Bürger über das Internet uns Informationen geben können, was sie jetzt den Sachverständigen z. B. fragen würden, was sie von bestimmten Texten halten bis hin zu Überlegungen, daß man bei einer Anhörung eine sogenannte Twitterwall aufbaut,.wo dann die Möglichkeit ist, online dann quasi mit dabei zu sein und auch Kommentare abzugeben, was dann dem Fragesteller aus der Kommission die Möglichkeit gibt, zu sagen: \Ach, die Frage, die ich auf dem Zettel hab ist weniger interessant als die, die da einer von draußern reintwittert. Ich stell mal die.\
        Diese Möglichkeiten wollen wir alle nutzen bis hin zu Diskussionsforen und mehr.

        Moderator:
        e-Participation, also elektronische Teilhabe, ist ja einer der Schlüsselbegriffe, eben auch Teil der Agenda ihrer Kommission.
        Wie könnte e-Participation aussehen, perspektivisch auch für den alltäglichen politisichen Betrieb über das Arbeiten der Enquete hinaus? Was könnten sie sich da vorstellen?

        Axel E. Fischer:
        Wir hoffen, daß das Ergebnis dann ist, daß zum einen natürlich Verwaltungshandeln vereinfacht wird, daß Führerscheine online bestellt werden können mit dem elektronischen Personalausweis, den wir ja einführen wollen. Da wird einiges vereinfacht, bis hin zu der Möglichkeit, die wir im Bereich e-Petitionen schon haben beim Deutschen Bundestag, daß man möglichst den Bürger frühzeitig in Dinge mit einbindet.

        Moderator:
        Im angelsächsischen Bereich macht jetzt OpenData Furore.seit einiger Zeit. Könnten sie sich sowas auch in Deutschland vorstellen? Wie könnte das dann aussehen?

        Axel E. Fischer:
        Also ich will jetzt die Ergebnisse der Enquete-Kommission jetzt nicht vorwegnehmen, aber dieses Thema werden wir uns mit Sicherheit intensiv vornehmen und grundsätzlich vorstellen könnte ich mir schon einiges.

        Moderator:
        Aber sie als Netzexperte und designierter Vorsitzender der Kommission welche Modelle könnten ihnen vorschweben, die man überhaupt erst mal diskutiert in der Kommission, die OpenData betreffen?

        Axel E. Fischer:
        Ich muss was das angeht, diese Dinge mit den Obleuten besprechen, was da in diesem Bereich gemacht werden soll. Wir haben auch die Schwerpunktthemen nur auf diese fünf Bereiche bisher festgelegt und werden in einer der nächsten Wochen, sobald die Kommission mal konstituiert ist, uns das Arbeitsprogramm geben und dann werden wir auch festlegen, was wir im Bereich OpenData machen werden.

        Moderator:
        Es gab jetzt vor einigen Tagen das Politcamp in Berlin, also so eine große Konferenz mit vielen wichtigen Netzakteuren. Politiker trafen auf Netzakteure. Waren sie da eigentlich zu Gast?

        Axel E. Fischer:
        Nein, das war ich nicht.

  2. Haha. Netzexperte. „diese Dinge“, „dieser Bereich“, liquid democracy > „elektronische wahl“, bei „Netzneutralität“ vermutet er, es geht um datenschutz und rennt in die falsche richtung. der hat keine Ahnung, worums eigentlich geht.

  3. Ich hab mein letztes virtuelles Zusammentreffen mit dem Mann noch nicht ganz verdaut. Vielleicht stell ich mir nen Schnaps auf den Tisch und klick dann „play“.

    Das letzte Mal wollte ich per Abgeordnetenwatch mit ihm reden, dort verweist er nur auf Email und wenn man das dann versucht, will er die gesamte Anschrift, um den Fragenden „eindeutig zu ermitteln“.

    Vollständige Doku davon hier: http://bit.ly/bVbYSE

    1. Ich dokumentiere, weil es so unfassbar (sic!) gut passt, noch fix seine Antwort auf die Frage, was er von Abgeordnetenwatch hält:

      – – – – – – – – – – – – – – –

      Axel E. Fischer:
      Bürger, die mit mir in Kontakt treten wollen, können das seit vielen Jahren über elektronische Medien, über meine Internetseite, über E-Mails oder auch telefonisch oder per Brief und ich gehe davon aus, daß man, wenn Anfragen kommen, auch weiß, mit wem man es da zu tun hat. Das ist über abgeordnetenwatch.de nicht ganz so einfach.
      Deshalb hab ich mich bisher in dieser Sache so verhalten, daß ich den Bürgern, die sich an mich wenden, die Möglichkeit gebe, sich direkt an mich zu wenden. Und das funktioniert eigentlich auch ganz gut.

      Moderator:
      Der Wert ist ja bei Abgeordnetenwatch, daß diese Kommunikation transparent und nachvollziehbar für Dritte stattfindet, eine Art Forum eben. Viele ihrer Abgeordnetenkollegen nehmen das ja wahr. Ist das Leichtfertigkeit oder wie schätzen sie das ein?

      Axel E. Fischer:
      Ich glaube, daß jeder seinen eigenen Arbeitsstil hat und das ist auch gut so. Man kann immer in der Rückschau bewerten, ob es dann von Erfolg gekrönt war oder weniger von Erfolg gekrönt war. Ich habe mich dazu entschieden das ähnlich zu machen wie es auch Wolfgang Schäuble es gemacht hat, weil es bisher keinerlei Probleme im Wahlkreis oder sonstiger Art gab, daß Menschen, die mich angeschrieben haben, keine Antwort bekommen haben.
      Für mich ist dann doch schon wichtig, mit wem ich es da zu tun habe und das ist halt auf dem anderen Wege deutlich einfacher zu überprüfen als über so ein Online-Forum.

      – – – – – – – – – – – – – – – – – –

      Diesen fanatischen Wunsch danach, zu wissen, „mit wem man es denn zu tun hat“, habe ich selbst schon bei „offiziellen“ Stellen unzählige Male erlebt.

      Unter „Identifikation“ verstehen diese Menschen einen Namen, der auch wie ein Name klingt und eine Adresse, die wie eine Adresse aussieht.
      Daß Hartmut Fischer, Seeweg 12 genauso viel und wenig aussagt wie scanlines@isp.net scheint der Generation Kugelschreiber nicht mehr beizubringen.
      Sie wollen zumindest das Gefühl der Kontrolle über eine Kommunikation.

  4. AUTSCH… Das schmerzt besonders, da ich ja als „Netzpolitikerin“ (blöde Bezeichnung irgendwie ;o) meinen Beitrag geleistet habe, das Thema Netzpolitik in den Reichstag zu schaffen. „Axel E. keine Ahnung was ich da soll“ als Vorsitzender ist eine Ohrfeige und eine klare Aussage darüber, wie ernst die CDU das Thema nimmt.

  5. Ich kann nur den Kopf schütteln. Da sieht man mal, dass das der Beste ist, den die CDU hat. Wieder ein Grund, diese Partei als überholt und nach hinten gerichtet anzusehen.

    Er hat sich so offensichtlich lächerlich gemacht und sein eigenes Armutszeugnis ausgestellt.

    Oh meine Güte

    Klarmachen zum Ändern!!!

  6. Wieso kann denn jemand nicht mit seinem Namen eine Frage unterzeichnen? Ich finde das selbstverständlich und eingedenk der Tatsache, dass da allerlei krudes Volk im Web unterwegs ist, finde ich das nur verständlich. Schon mal was von Online-Stalking gehört? Naja, wem stelle ich denn genau diese Frage ^^

  7. „weil es bisher keinerlei Probleme im Wahlkreis oder sonstiger Art gab, daß Menschen, die mich angeschrieben haben, keine Antwort bekommen haben.“

    ROFLMFAO

    Ja, Antwort bekommen hatte ich, aber meine Fragen wurden dabei nicht beantwortet. Wenn ich nur dran denke, für was für nen Textbaustein ich ihm meine Adresse gegeben habe… Aber ich musste es einfach rausfinden.

  8. Ich bin auch erstaunt darüber, wie sich Hr. Fischer aus dem Dialog ausklinkt. Der Ausdruck „eindeutig ermittelbare Adresse“ klingt für mich klar nach Drohgebärde.

    Was können wir tun, um es ihm (solchen Politikern) abzugewöhnen, eigene Spielregeln aufzustellen?

    @Uwe-Jürgen Ness Es gehört bereits zu den Spielregeln von Abgeordnetenwatch, Name und Vorname zu nennen. Ich denke, das ist auch völlig ausreichend. Schliesslich ist es für die Beantwortung einer Frage nicht relevant, welcher eindeutig ermittelbare Bürger sie stellt, sondern lediglich ihr Inhalt.

  9. @ an_fi
    Siehst Du und warum in aller Welt schreibst Du jetzt gerade unter einem Nickname? q.e.d. wuerde ich mal sagen, oder?

    Ausserdem kann ja jeder sich einen Nick oder einen Fakernamen zu legen. Da das Ganze für alle ja öffentlich sein soll, sollte auch der Fragesteller mit offenen Visier „kämpfen“ und seine Postadresse angeben. Ich empfehle allen MdBs, mit denen ich zu tun habe, NICHT an Abgeordnetenwatch teilzunehmen und zwar genau so lange, wie das nicht der Fall ist. Im Übrigen hast Du – glaube ich – überhaupt gar keine Idee, was einem so ins Abgeordnetenbüro an anonymen Trash, kombiniert mit Drohungen, Verleumdungen etc. so reinflattert, wenn die Leute einigermassen prominent sind, was bei dem Typen von CDU aber ja nicht der Fall ist.

    1. Da du ja so für Transparenz in allen Lebenslagen bist, schlage ich vor, dass du nicht nur deinen Namen und Vornamen (Uwe-Jürgen Ness), sondern bitte auch Postanschrift und Telefonnummer hier publizierst. Dann werde ich vielleicht auch mal über dein lächerliches „q.e.d.“ nachdenken.

      Ich bin im übrigen kein Volksvertreter auf Abgeordnetenwatch, sondern ein „Normalo“ auf Netzpolitik.de. Ich finde, das ist irgendwie ein Unterschied, du etwa nicht?

      „Ich empfehle allen MdBs, mit denen ich zu tun habe, NICHT an Abgeordnetenwatch teilzunehmen und zwar genau so lange, wie das nicht der Fall ist.“

      Möglicherweise ist es ein Teil des CDU-Netzpolitik-Problems, dass sie Beratern wie dir Gehör schenken.

      Der Rest deines Textes ist anmaßend. Du kennst mich nicht, insofern brauchst du auch nicht darüber spekulieren, was ich weiß und was nicht. Ich werde daher nicht darauf eingehen.

  10. OMG – der Typ hat doch keinen blassen Dunst wovon er redet. Herr hilf! Diese „Personen“ wollen unser Land regieren?

    Kompetenz scheint für diese Kommission nicht relevant gewesen zu sein. Vielleicht sollte ich mich auch mal zur Wahl aufstellen lassen.

    Ich werde dann Experte für den Agrarsektor. Zwar habe ich noch nie eine Kuh aus der Nähe gesehen und interessiere mich für Bauern nur vom Hörensagen, aber das spielt ja in der Politik auch keine Rolle – da darf bekanntlich jeder mal ran!

    Ich würde dann beschließen, dass Kühe nach 22 Uhr nicht mehr rülpsen dürfen und Stiere in der Öffentlichkeit nicht mehr ihr Gemächt zur Schau stellen – natürlich wegen der armen Kinder!

  11. Nicht 100% perfekt, aber AEF redet ja auch kein Bilderbuchdeutsch:

    1. Ziele der Enquete
    2. e-Participation
    3. OpenData
    4. Politcamp

    – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    Moderator:
    Vor der Sendung hatten wir Gelegenheit mit Axel E. Fischer zu sprechen. Er ist, wie gerade gehört, der designierte Vorsitzende der Enquete-Kommission.
    Welche Formen der Mitwirkung er sich für den 18. Experten, also die Bevölkerung, vorstellen kann, haben wir ihn zuerst gefragt.

    Axel E. Fischer:
    Also wir wollen eine große Transparenz, z. B. wenn wir eine Anhörung planen, daß die Texte für die Anhörung vorher schon im Internet sind, daß dann auch die Bürgerinnen und Bürger über das Internet uns Informationen geben können, was sie jetzt den Sachverständigen z. B. fragen würden, was sie von bestimmten Texten halten bis hin zu Überlegungen, daß man bei einer Anhörung eine sogenannte Twitterwall aufbaut,.wo dann die Möglichkeit ist, online dann quasi mit dabei zu sein und auch Kommentare abzugeben, was dann dem Fragesteller aus der Kommission die Möglichkeit gibt, zu sagen: Ach, die Frage, die ich auf dem Zettel hab ist weniger interessant als die, die da einer von draußern reintwittert. Ich stell mal die.\nDiese Möglichkeiten wollen wir alle nutzen bis hin zu Diskussionsforen und mehr.

    Moderator:
    e-Participation, also elektronische Teilhabe, ist ja einer der Schlüsselbegriffe, eben auch Teil der Agenda ihrer Kommission.
    Wie könnte e-Participation aussehen, perspektivisch auch für den alltäglichen politisichen Betrieb über das Arbeiten der Enquete hinaus? Was könnten sie sich da vorstellen?

    Axel E. Fischer:
    Wir hoffen, daß das Ergebnis dann ist, daß zum einen natürlich Verwaltungshandeln vereinfacht wird, daß Führerscheine online bestellt werden können mit dem elektronischen Personalausweis, den wir ja einführen wollen. Da wird einiges vereinfacht, bis hin zu der Möglichkeit, die wir im Bereich e-Petitionen schon haben beim Deutschen Bundestag, daß man möglichst den Bürger frühzeitig in Dinge mit einbindet.

    Moderator:
    Im angelsächsischen Bereich macht jetzt OpenData Furore.seit einiger Zeit. Könnten sie sich sowas auch in Deutschland vorstellen? Wie könnte das dann aussehen?

    Axel E. Fischer:
    Also ich will jetzt die Ergebnisse der Enquete-Kommission jetzt nicht vorwegnehmen, aber dieses Thema werden wir uns mit Sicherheit intensiv vornehmen und grundsätzlich vorstellen könnte ich mir schon einiges.

    Moderator:
    Aber sie als Netzexperte und designierter Vorsitzender der Kommission welche Modelle könnten ihnen vorschweben, die man überhaupt erst mal diskutiert in der Kommission, die OpenData betreffen?

    Axel E. Fischer:
    Ich muss was das angeht, diese Dinge mit den Obleuten besprechen, was da in diesem Bereich gemacht werden soll. Wir haben auch die Schwerpunktthemen nur auf diese fünf Bereiche bisher festgelegt und werden in einer der nächsten Wochen, sobald die Kommission mal konstituiert ist, uns das Arbeitsprogramm geben und dann werden wir auch festlegen, was wir im Bereich OpenData machen werden.

    Moderator:
    Es gab jetzt vor einigen Tagen das Politcamp in Berlin, also so eine große Konferenz mit vielen wichtigen Netzakteuren. Politiker trafen auf Netzakteure. Waren sie da eigentlich zu Gast?

    Axel E. Fischer:
    Nein, das war ich nicht.

    Moderator:
    Da gab es einen Schlüsselbegriff, Liquid Democracy, das soll ein neues Demokratiemodell sein, können Sie sich so etwas vorstellen, dass sowas praktikabel ist?

    Axel E. Fischer:
    Wir werden mit Sicherheit in diesem Bereich auch über die Frage einer Teilnahme an einer elektronischen Wahl diskutieren. Ob sowas wirklich praktikabel ist muss man im einzelnen sehen, dass muss man dann auch überprüfen. Ich persönlich habe was das angeht, weil das Grundgesetz ja zur Frage wie Wahlen abzulaufen haben klare Ansätze hat, muss man Fragen ob das möglich wäre. Ob die Wahl dann auch gleich, allgemein und so weiter ist.

    Mod:
    Jetzt gibt es ja einen weiteren Begriff der explizit genannt wird in dem Antrag der im Bundestag beschlossen wurde, da geht es um die Netzneutralität, ein umstrittener Begriff. Wie würden Sie Netzneutralität definieren?

    Axel E. Fischer:
    Also für mich heisst das ganz klar das wir im Internet die größtmögliche Freiheit geben müssen. Diese teilweise übertriebene Regelungswut muss man versuchen zurückzuhalten. Selbstverständlich ist für mich das die Freiheit des Einzelnen dort aufhört, wo er die Freiheit eines Anderen einschränkt, wie es im Grundgesetz auch steht, aber das ist für mich der Hauptpunkt. Größtmögliche Freiheit im Netz garantieren, und das wird auch Aufgabe der Enquete sein, dies so zu machen, dass damit die Sicherheit auch gewährleistet ist. Das die Nutzer auch etwas an Medienkompetenz gewinnen. Denn es ist manchmal interessant wie über die Frage von Daten im Netz diskutiert wird, wer darf welches sehen und man in bestimmten Foren selbstverständlich alle Daten freigibt, und sich gar nicht drum kümmert, weil man das Gefühl hat man sitzt in seinem eigenen Zimmer, quasi im Privaten, sitzt am PC und tigert eigentlich durch die Welt. Und, ja, gibt der Öffentllichkeit viel Dinge Preis die man vielleicht gar nicht Preis geben wollte. Das hat dann mit Medienkompetenz zu tun, auch das wird mit der Zukunft

    Moderator:
    Wir hatten ja gerade schon mal das Thema Partizipation, Teilhabe, Digital Divide, also digitale Spaltung. Nun gibt es ja schon seit längerer Zeit Projekte außerhalb des Bundestages, wo Bürger die Chance haben sich an Abgeordnete zu wenden. Abgeordnentenwatch.de ist so ein Beispiel, was halten Sie von dieser Plattform. Ich hab da mal nachgesehen da sind ja drei Fragen an Sie gerichtet worden, oder fünf Fragen glaub ich sogar und Sie haben zweimal mit einer Standard e-Mail geantwortet, während andere Kollegen da teilweise 40, 50, 100 Antworten in persönlicher Art und Weise da formulieren. Ist das ein Angebot, dass Sie interessiert, oder halten Sie das für nicht adequat?

    Axel E. Fischer:
    Bürger, die mit mir in Kontakt treten wollen, können das seit vielen Jahren über elektronische Medien, über meine Internetseite, über E-Mails oder auch telefonisch oder per Brief und ich gehe davon aus, daß man, wenn Anfragen kommen, auch weiß, mit wem man es da zu tun hat. Das ist über abgeordnetenwatch.de nicht ganz so einfach.Deshalb hab ich mich bisher in dieser Sache so verhalten, daß ich den Bürgern, die sich an mich wenden, die Möglichkeit gebe, sich direkt an mich zu wenden. Und das funktioniert eigentlich auch ganz gut.

    Moderator:
    Der Wert ist ja bei Abgeordnetenwatch, daß diese Kommunikation transparent und nachvollziehbar für Dritte stattfindet, eine Art Forum eben. Viele ihrer Abgeordnetenkollegen nehmen das ja wahr. Ist das Leichtfertigkeit oder wie schätzen Sie das ein?

    Axel E. Fischer:
    Ich glaube, daß jeder seinen eigenen Arbeitsstil hat und das ist auch gut so. Man kann immer auch hier in der Rückschau bewerten, ob es dann von Erfolg gekrönt war oder weniger von Erfolg gekrönt war. Ich habe mich dazu entschieden das ähnlich zu machen wie es auch Wolfgang Schäuble das gemacht hat, weil es bisher keinerlei Probleme im Wahlkreis oder sonstiger Art gab, daß Menschen, die mich angeschrieben haben, keine Antwort bekommen haben.Und für mich ist dann doch schon wichtig, mit wem ich es da zu tun habe und das ist halt auf dem anderen Wege deutlich einfacher zu überprüfen als über so ein Online-Forum.

    Moderator:
    Nun gibt es ja auch eine ganze Reihe weiterer Vertreter Ihrer Fraktion die schon seit längerem, in Sachen Web 2.0 beispielsweise, auch sehr aktiv waren. Deswegen gab es ja hier und da einige Überraschung, das Sie zum Vorsitzenden gemacht wurden. Würden Sie sich als Netzexperte bezeichnen?

    Axel E. Fischer:
    In einer Enquete Komission nimmt man sich die Experten von Außen, das ist ja genau der Vorteil der Enquete Kommission, das man bei 17 Abgeordneten, die mit den Themen auf unterschiedlichster Ebene befasst waren, auch 17 Sachverständige, Experten von Außen, dazu nimmt. Das ist ja auch der Reiz davon, dass die Abgeordneten ihren eigenen Horizont erweitern.

    Moderator:
    Aber aktuell? Würden Sie sich aktuell als Netzexperte bezeichnen? Das wäre doch wünscheswert für die Bürger das in der Enquete Kommission Parlamentarier sitzen, die eine Affinität zu dem Thema haben. Man wird doch den Eindruck nicht los das es hier und da eher um eine Weiterbildungsmaßnahme geht, für Parlamentarier in Sachen Netzkultur.

    Axel E. Fischer:
    Nein, da will ich schon massiv widersprechen. Um eine Weiterbildungsmaßnahme geht es ganz bestimmt nicht. Es ist ja zusammengewürfelt aus unterschiedlichen Fähigkeiten, die gesamte Kommission.Es hat ja jeder seinen eigenen Einstiegspunkt in den Bereich. Und es ist ja keiner Experte in allen Bereichen. Sondern die Arbeit in einer Kommission, da muss man sich gegenseitig ergänzen.

  12. Irgendwie will ich der CDU nicht glauben, dass sie wirklich mit uns diskutieren will und Axel E.Fischer ist ein weiterer Grund dafür.
    Für den bräuchten wir bald mal einen passenden Namen, vielleicht irgendwas mit Schaf …

    Gute Nacht

  13. Oh man, wie peinlich, Herr Fischer. Immerhin sieht er ein, kein Experte zu sein. Es scheint aber nicht der Fall zu sein, dass er seine Wissensdefizite aktiv beheben will.

  14. oje – davon kann man sich ja was versprechen…
    danke fürs Protokollieren, ihr Fleißigen!

    So jung und dynamisch er sich auf seiner Seite gibt – so verkorxt scheint er in Strukturen festzuhocken, die aus der Mitte des letzten Jahrhunderts stammen.
    (passt zu dem Kommentar „Jungs gestriger Politikstil“
    http://www.tagesschau.de/kommentar/kommentarjung104.html )

    Schon mal was davon gehört, dass es um Inhalte, nicht um Personen geht? Man will doch Infos über Sachthemen – da ist es zweitrangig, wer dahintersteht, weil das auch andere interessieren könnte…

    Könnte jemand diesen Diskussionslink auf seine Facebook-Seite posten, damit es seine knapp 70 „Fans“ auch mitbekommen können? Oder macht er dann eh gleich von seinem „Hausrecht“ Gebrauch und löscht es gleich ;)
    Ich bin noch nicht in Fb., (weil ich die aktuellen Testergebnisse schon erwartete).

  15. Hallo!Ich echt war erst ein bisle amüsiert, aber jetzt schließlich bin ich sauer!das dieser mann auch noch so dreißt ist,und den reporter widerspricht,so nach dem motto: was glauben sie eigentlich,das ich als politiker mir nach hilfe holen muss.dieser e.fischer ist einfach ne arme sau!sorry!ganz schlimm.

    sehr hat mir es auch geholfen, dieses youtube video anzuschauen!
    das nimmt diesen fischer noch mal komplett auseinander.nein,eigentlich,er erklärt das video nur wie übertrieben wenig ahnung der fischr hat!ganz schlimm.
    Gruß André Nagy

    link zum video:
    http://www.youtube.com/watch?v=Ale_EfY9AOc

  16. @André Nagy

    Der Macher des videos hat anscheinend selbst keine Ahnung von liquid democracy… was er darunter versteht ist eher Direktdemokratie.

  17. @scanlines http://etherpad.com/

    Danke an Dich und @Marc. Dank eurer Arbeit kann ich das überhaupt verfolgen (ca. 600 kbit/s).

    „Deshalb hab ich mich bisher in dieser Sache so verhalten, daß ich den Bürgern, die sich an mich wenden, die Möglichkeit gebe, sich direkt an mich zu wenden.“

    m( m( m( OMG.

    Mal ehrlich: Ist es unmodern geworden, sich vor irgendeinem Interview, egal, mit wem, vorzubereiten? Zu meiner Zeit war das noch üblich.

    All denen, die das so furchtbar komisch finden: Das sind eure, unsere Volksvertreter. Die entscheiden.

    Statt euch darüber zu amüsieren, wie der Mensch ‚vorgeführt‘ worden ist, denkt mal lieber darüber nach, zu welchen Konsequenzen das führt, daß solche Luschen die Weichen stellen. Damit müssen wir dann nämlich alle leben. Und das wird kein bißchen witzig.

  18. ich kenn einige junge menschen, die sehr sehr viel mehr in diesem bereich drauf haben als diese person..
    es ist so lächerlich aber gleichzeitig auch so unglaublich traurig :/

    das freie internet ist in gefahr, die wichtigste erfindung/Technologie in den letzten jahren!!
    und kaum einer macht was.. und von der CDU muss man ja schon garnichts mehr sagen *kopfschüttel*

  19. na, ist der Uwe-Jürgen Ness in die Tonne gefallen? bei seinem Wort genommen, warte ich jedenfalls auch noch darauf, dass er seine Adresse nennt

    ich würde auch mal sagen, dass diese Art Haltung Teil des Problems ist, jedenfalls nicht Teil der Lösung (konstruktive Ansätze vermag ich nicht zu erkennen). Das Problem mit Spam oder anonymer Schmutzmail etc. lässt sich auf die Weise ja auch nicht lösen, oder wird nur ein Troll darauf verzichten, weil er anschließend aufgefordert würde, doch bitte seine Klardaten anzugeben? *augenroll*

    lieber Uwe-Jürgen, ich erkläre ihnen auch gerne, warum das mit den Pseudonymen sinnvoll und sogar nötig ist: das Internet ist nunmal *jedem* zugänglich, also würde die legitime Ausübung meiner staatsbürgerlichen Rechte gegenüber dem Abgeordneten somit selbst einer (potentiellen) Überwachung unterliegen: durch Arbeitgeber, Polizeibehörden (die ja auch gern in social nets fishen), sonstige Dritte etc. etc. – und damit meine Möglichkeit, hier meine Rechte auszuüben, entweder auf eine Weise beschränkt, mit der ich potentiell bei niemandem anecken kann, oder inhaltlich entwertet. Daher ist es eben gerade sinnvoll und für das Recht der freien Meinungsäußerung etc. essentiell, dass in einem Bereich, der durch das Netz für alle, jederzeit, und bis in einen ungeklärte Zukunft zugänglich ist, ein gewisser Schutz durch Anonymität hergestellt werden kann.

    und bitte, \…mit offenem Visier kämpfen…etc\? Gottverdammt, das sind *vom Volk gewählte Vertreter*, die das aber, so implizieren Sie, offensichtlich gleich aus ihrem Gedächtnis zu tilgen oder in einem sehr eigenen Sinne zu interpretieren scheinen. Es geht nicht darum, dass hier ein MdB als Teil der Volksvertretung mit seinem Souverän \kämpft\, sondern einfach gerade den Pflichten und Aufgaben nachkommt, für die er gewählt wurde! Sollte ihm das zuviel sein, kann er jederzeit sein Mandat abgeben, ich rücke gerne für ihn nach und beantworte mit Freuden jede sinnvolle (natürlich auch unter Pseudonym) gestellte Frage.

  20. Na dann ist doch alles klar, oder? Die CDU schickt demonstrativ einen ahnungslosen als Vorsitzenden in die Kommission um das Signal sozusagen als broadcast an die Bürger zu senden: Bildet euch mal nicht ein, dass sich bei uns irgendwas machen lässt. Wir ziehen unseren dämlichen Stiefel der totalen Lernresistenz stumpf durch! Noch gibt es schließlich genug alte Leute und Salonnazis, die uns wählen und ebenfalls keine Ahnung haben!

  21. @Marc:

    Zum gemeinsamen Texte verfassen Etherpad:

    * opensource
    * leider etwas ohne Weiterentwicklung zur Zeit
    * zum Nutzen und Testen: piratenpad.de oder pad.spline.de

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