Kultur

Google zensiert Musik-Blogs?

Google zensiert wohl Musik-Blogs. Das berichtet das empfehlenswerte Musik-Blog Palms Out Sounds, die Opfer von Löschungen wurden. Dabei ging es nicht um Content, der auf Blogger.com (aka Blogspot) gehostet war, sondern schlicht um Links:

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This first started a couple of months ago, but only hit Palms Out about a month ago. Without warning, Google removed three old posts from the blog, and offered no explanation. They then followed by removing Remix Sunday 131, and 132- and offered a brief explanation. Keep in mind, there is no actual copyrighted content uploaded by Palms Out that is hosted on any of Google’s servers, only hyperlinks.

Palms Out Sounds erklärt, dass man die Erlaubnis zum posten der Links hatte. Auf Anfrage rückt Google bisher keine Informationen raus, warum die Postings mit Verweis auf die US-Copyright-Gesetzgebung gelöscht wurden.

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7 Kommentare
  1. Wär nett wenn ihr den Titel des Artikels ändert in „Wir haben keine Ahnung vom amerikanischen Urheberrecht“.

    Wenn in den USA ein Internet-Dienst-Bereitsteller einen DMCA-Antrag erhält ist er gesetzlich gebunden, den Inhalt des Antrages (sofern der Antrag keine Formfehler enthält), den Inhalt zu entfernen. Wird dem nicht Folge geleistet hat der Antragstellende das Recht den Internet-Dienst-Bereitsteller vor Gericht zu zerren.

    Um dies zu vermeiden wird das Material erstmal entfernt und dann nach weiteren Schritten, nach Einigung mit dem Antragsteller oder eingehenderer Prüfung des DMCA-Antrages wiederhergestellt.

    Abgesehen davon sind ALLE nötigen Informationen die Palms Out von Google haben wollen könnte in dem Zitat in diesem Post gegeben: http://palmsout.blogspot.com/2008/11/brief-word-about-remix-sunday.html

    Spezifisch: „http://www.google.com/dmca.html“ und „Blogger can reinstate these posts upon receipt of a counter notification pursuant to sections 512(g)(2) and 3) of the DMCA.“

    Ganz ehrlich, Netzpolitik. Macht euch das Spass Fehlinformationen zu verbreiten weil ihr bestimmte Organisationen nicht mögt oder seid ihr einfach zu faul um Nachforschung zu betreiben? (Wobei ich hier eigentlich Lesen sagen sollte, da nicht mehr nötig is.)

  2. Vom amerikanischen Urheberrecht hab ich auch weniger Ahnung als vom US-amerikanischen Copyright, da hast Du Recht. Ich kenne auch die Take-down-when-notice Regelung, auf die Google sich beruft. Ansonsten zitiere ich aus den Blog von Palms Out Sounds und weiß auch, dass diese schon die richtigen Experten gefragt haben. Palms Out Sounds schreibt ja auch, dass Google eher unkooperativ ist und sie sich jetzt eine eigene unabhängige Server-Plattform aufbauen.

    We are in the process of file counter claims because we get permission to post the music on Palms Out, and we don’t believe we have done anything wrong, but unfortunately, Google is not playing by the rules. They only offer us the URL of the removed blog posts, they don’t tell us which link is causing the problem. This means that we cannot reference any content in our counterclaims.

    Insofern weise ich gerne den Vorwurf zurück, ich würde hier mit Spaß Fehlinformationen verbreiten. Dem ist nicht so. Das hat auch nichts damit zu tun, ob ich jetzt Google mag oder nicht. Aber zur besseren Verständlichkeit hab ich jetzt ein „bisher“ im Text eingefügt, um Missverständnisse zu vermeiden.

    1. Das Problem hierbei ist: Mehr weiss Google bisher auch nicht. Wie es bei DMCAs üblich ist, sendet der Antragsteller nur eine URL, die auf den verstossenden Inhalt verweist und die URL muss dann entfernet werden. Diese URL wird in diesem Fall die URL zum Blog gewesen sein. Ich kenne das schon, da ich selber eine Seite betreibe wo ich des Öfteren solche Schreiben bekomme.

      Der Antragsteller wird diese Anträge en masse ausgeschickt haben, so dass es für Google keinerlei Sinn macht erst langwierig zu prüfen ob die Inhalte verstossen oder nicht, da es ihnen Geld kosten würde (und soweit ich weiss ist Blogger ein kostenloser Dienst, oder?).

      Wenn man dann diese Seite hier liest: http://www.google.com/dmca.html (unten), sieht man da vor allem diesen Passus: „and that you will accept service of process from the person who provided notification under subsection (c)(1)(C) or an agent of such person.“ Das heisst auf Deutsch, dass man sich bereit erklärt, sich dem Gerichtsverfahren entgegenzustellen, wenn es denn kommt. Sobald Google das schriftlich hat und somit keiner legalen Gefahr mehr ausgesetzt ist, verwenden sie gerne die Zeit darauf das zu prüfen.

      Aber ohne das haben sie alle Informationen gegeben, die sie können und keinerlei Anlass weitere Kosten auf sich zu nehmen oder sich in Gefahr zu geben.

      Letztendlich: Der Vorwurf ergibt sich hauptsächlich aus deiner Titel-Wahl. Mit der Behauptung dass Google zensiert, ohne dass du dies weiter qualifizierst, erweckst du den Eindruck, dass Google dies aus eigenem Antrieb tun würde. Besser wäre gewesen: „Google von US-Gesetz zur Zensur von Musik-Blogs gezwungen“. Ich muss hierbei aber auch zugeben, dass ich dort ein gewisses emotionales Investment habe, da ich mir des öfteren auch Vorwürfe wie Nazi und Zensur anhören darf, nur weil ich das Gesetz befolge dem meine Hardware unterworfen ist.

      1. Ok, wenn es die Titel-Wahl ist, hab ich mal ein Fragezeichen dahinter gesetzt. Mir ist schon bewusst, dass es betriebswirtschaftlich für Google sicherlich einfacher ist, bei Erhalt eines anwaltlichen Schreibens erstmal was runter zu nehmen. Allerdings entstehen dabei auch Chilling Effects und die sind nicht ganz umproblematisch: http://www.chillingeffects.org/

        1. In dem Fall, schönen Dank für die Korrigierungen, und ich denke es ist auch gegeben, dass ich sage: Entschuldigung für meinen groben Tonfall.

          Was die Chilling Effects betrifft, auch diese werden von Google auf ihrer DMCA-Seite erwähnt. Ich muss auch aus Erfahrung hier sagen: Sie sind sogar noch nett, indem sie die Möglichkeit überhaupt geben. Viele amerikanische ISPs betrachten DMCAs nach Löschung für abgehandelt und schliessen Webseiten von zahlenden Kunden oft nach mehreren Anträgen ganz ohne dem Kunden irgendeine Art der Gegenwehr zu bieten.

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