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Wofür so eine Patentbehörde alles gut ist

Wofür so eine Patentbehörde alles gut ist, sieht man in den USA. Dort werden Studien finanziert, die dann feststellen: Filesharing macht unbedarfte Nutzer zu Kriminellen. Wissen wir doch schon. Aber Schuld sind nicht die Tauschbörsen, sondern die Urheberrechtsgesetze. Das kann man auch ohne Studie herausfinden.

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Nutzer von P2P-Filesharing-Programmen würden häufig ohne ihr Wissen zu Urheberrechtsverletzern, warnt des US Patent and Trademark Office (USPTO). Die US-Behörde malte in einer jetzt veröffentlichten Auftragsstudie (PDF-Datei) ein düsteres Szenario und forderte weitere Untersuchungen, um die betrügerische Natur gebräuchlicher P2P-Software festzustellen. Durch automatische Redistribution von lokal gespeicherten Mediendateien, Suchläufe und automatische Freigabe bestimmter Datenbereiche sorgten die P2P-Distributoren dafür, dass Dateien vom Rechner des Nutzers auch ohne dessen Wissen und Zutun im entsprechenden Netz verbreitet würden, meint man beim USPTO. […] Den P2P-Programmierern und Plattformanbietern wird in dem Bericht eine erhebliche kriminelle Energie im Bemühen unterstellt, urheberrechtsrelevante Daten aus dem Fundus des Nutzers verfügbar zu machen.

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2 Kommentare
  1. Gabs das nicht schonmal? Nun hat man also gemerkt, dass Klagewellen gegen Filesharer etwa so viel bringen, als wolle man mit einem Kleenex den Bodensee aufwischen. Den Gesetzgeber hindert noch eine letzte Schamgrenze, für jedes gezogene Musikstück das Überfallkommando loszuschicken. Also packen wir das Übel mal wieder an der Wurzel, (vgl.: Napster) und kriminalisieren Hersteller und Vertreiber der Software. Also auf in die nächste Runde, obwohl auch hier am Ende wieder der (Filesharer-) Igel stehen und rufen wird: „Ik bin allhier!“ ;-)

  2. Dies ist wieder so ein Fall, der ganz deutlich macht, wie Politiker manipuliert werden beziehungsweise wie sich Politiker manipulieren lassen.

    Die Ergebnisse der P2P-Softwarestudie sind (so weit ich das nach einem flüchtigen Querlesen beurteilen kann) in Ordnung. Aber was wird daraus gemacht?

    Im Vorwort der Studie sagt Jon Dudas (Under Secretary of Commerce for Intellectual Property):

    „Vor einem Jahrzehnt hätte niemand gedacht, dass Urheberrechtsverletzungen eine Gefahr für die persönliche oder die nationale Sicherheit darstellen könnten. Heute ist diese Gefahr real und wir müssen ihre Gründe verstehen und Lösungen dafür finden.“

    Aber hat nicht der Rootkit-Skandal um ein von Sony BMG benutztes DRM-System genauso eindeutig bewiesen, dass vom Digital Rights Management ebenfalls eine große Gefahr für die „persönliche oder die nationale Sicherheit“ ausgeht?

    Welche Konsequenzen wurden gezogen? Wo sind die Politiker, die dem gefährlichen Treiben von Bertelsmann, Sony und all der anderen DRM-Verbreiter ein Ende bereiten? Wo verstecken sich die (wenigen) Politiker, die den Verlautbarungen der Medienindustrie nicht ungeprüft vertrauen und die ein Bewusstsein für die tatsächlichen Probleme, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Urheberrecht und DRM entwickelt haben?

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