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Zu Schäubles Plänen für mehr Internet-Überwachung

Nachdem seit einiger Zeit klar ist, dass Bundesinnenminister Schäuble ab 2007 eine neue Einheit namens „Internet-Monitoring- und Analysestelle“ (IMAS) zu Überwachung von Terroristen im Internet plant und dafür dem Finanzminister 132 Millionen Euro mehr aus den Rippen geleiert hat, hat Spiegel Online mal nachgefragt bei Providern und Terrorismusexperten. Fazit: Bombenbauanleitungen können schon nach geltender Rechtslage…

  • Ralf Bendrath

Nachdem seit einiger Zeit klar ist, dass Bundesinnenminister Schäuble ab 2007 eine neue Einheit namens „Internet-Monitoring- und Analysestelle“ (IMAS) zu Überwachung von Terroristen im Internet plant und dafür dem Finanzminister 132 Millionen Euro mehr aus den Rippen geleiert hat, hat Spiegel Online mal nachgefragt bei Providern und Terrorismusexperten. Fazit: Bombenbauanleitungen können schon nach geltender Rechtslage aus dem Netz genommen werden, und die islamistischen Web-Foren sind eine wichtige Quelle für Forschung und Ermittlung. Und auf Seiten im Ausland hat man eh keinen Zugriff.

Die eigentlich spannende Frage aber, was die IMAS alles können dürfen soll, hat wieder keiner gestellt. Da sie vom Verfassungsschutz geleitet werden soll, wird man sich ja wohl nicht mit Web-Surfen begnügen, sondern auch klandestin im Netz ermitteln. Die Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie der EU sieht übrigens vor, dass die Kommunikationsdaten an alle „relevanten Behörden“ weitergegeben werden sollen. Macht euch schon mal genauermit Tor und ähnlichen Tools vertraut.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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5 Kommentare zu „Zu Schäubles Plänen für mehr Internet-Überwachung“


  1. Wenn ich mal so frei sein darf, für mein eigenes Blog zu werben:
    Hier habe ich eine Anleitung für anonymes Surfen über tor geschrieben, die meiner Meinung recht verbraucherfreundlich ist.


  2. ninjaturkey

    ,

    Ein TOR, wer Böses dabei denkt ;-)


  3. Oopps, warum bin ich denn der Erste, der hier kommentier?! Alle Angst, auf die Monitoring-Liste des Bundesamtes fuer Verfassungsschutz zu kommen?
    Doch wohl eher nicht, oder? Ich jedenfalls bin an keinerlei gegen die Verfassung gerichtete Maßnahmen interessiert. Deshalb lehne ich die von Schäuble geplanten Schritte auch kategorisch ab.


  4. netzpolitik.org: Zu Schäubles Plänen für mehr Internet-Überwachung…

    Bundesinnenminister Schäuble plant in Deutschland ab 2007 eine intensivierte Überwachung von Internet-Aktivitäten mit einer neuen „Internet-Monitoring- und Analysestelle“. netzpolitik.org setzt sich kritisch mit diesen Plänen auseinander und liefert …


  5. […] Aus aktuellem Anlass gibt es einen “Schäuble vs. TerrorAchmed”-Remix des legendären Chatprotokolls von Stophiphop.de zum Thema “Wie wehre ich mich gegen dumme Möchtegern-Hacker?” (via) von Ralf Bendrath um 16:47 | abgelegt in General, Datenschutz, Deutschland Trackback URL | Comment RSS Feed Tag at del.icio.us | Incoming links […]

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