Zensur

  • : Flickr in China blockiert
    Flickr in China blockiert

    Nach der YouTube-Sperrung überrascht es nicht, dass auch der online-Bilderdienst Flickr von China aus nicht mehr erreichbar ist. SpOn berichtet:

    In China sieht man seit gestern nur leere weiße Rahmen mit den Dateinamen, wo eigentlich die Fotos zu sehen sein sollten. Gleich, ob man nach London, Heiligendamm oder den Fotos von einer Demonstration gegen eine Chemiefabrik in der chinesischen Millionenstadt Xiamen sucht – das Ergebnis ist immer gleich: leere weiße Bilderrahmen.

    Über die Gründe für diese Blockade gibt es lediglich Vermutungen. Flickr-Nutzer Tang aus Shanghai: „Auslöser waren mit Sicherheit die Fotos von Demonstrationen in Xiamen Anfang Juni und zum Jahrestag des Tiananmen-Massaker in Hongkong.“ Das ist plausibel. Tatsächlich sind bei Flickr knapp 500 Fotos von Demonstrationen gegen eine Chemiefabrik in Xiamen zu sehen, ebenso knapp 100 von einer Gedenkveranstaltung in Hongkong am 18. Jahrestag des Tiananmen-Massakers.

    8. Juni 2007 5
  • : Morgen Abend: Live-Event im Netz von Amnesty International
    Morgen Abend: Live-Event im Netz von Amnesty International

    Amnnesty International UK und der britische Observer veranstalten morgen Abend im Rahmen der irrepressible.info-Kampagne einen Online-/Offline Event rund um die Anstrengungen im Kampf für Meinungsfreiheit im Netz: „Some people think the internet is a bad thing

    Join Amnesty International UK and The Observer for a unique global event. We will use the internet to link activists from around the world to discuss the struggle against internet repression and to celebrate the irrepressible desire of people towards freedom of expression.

    Speakers include:

    * Martha Lane Fox – lastminute.com
    * Clark Boyd – BBC
    * Ron Deibert – Open Net Initiative
    * Sami Ben Garbia – Tunisian cyber-dissident
    * Josh Wolf – US cyber-dissident
    * Morton Sklar –Yahoo! Court case
    * Shava Nerad – The TOR Project
    * Yan Sham-Shackleton – glutter.org
    * Kevin Anderson – The Guardian

    With contributions from:

    * Jimmy Wales – wikipedia
    * Richard Stallman – Free Software Movement
    * Ethan Zuckerman – Global Voices
    * Dan Gillmor – Center for Citizen Media
    * Yu Ling – wife of Chinese cyber-dissident
    * Markus Beckedahl – netzpolitik.org
    * Cory Doctorow – boing boing
    * … and you

    Der Event wird unter www.amnesty.org.uk/webcast um 19:30 (Unserer Zeit) ausgestrahlt. Wer in London ist, kann im „Human Rights Action Centre“ vorbeischauen.

    Ich fühle mich geehrt, bei diesem interessanten Event dabei sein zu können. Zuerst wurde ich angefragt, ob ich live zugeschaltet werden kann. Aber das klappt wohl aus technischen Gründen nicht, bzw. ist diese Idee wohl verworfen worden, weil dabei wohl zuviel schief gehen könnte. Ich sprech später noch einen Podcast ein, wo ich eher die Situation in Europa beschreibe in Zeiten von Vorratsdatenspeicherung und dem Wandel zum Präventivstaat.

    5. Juni 2007 13
  • : Google hält mich für einen Spammer
    Google hält mich für einen Spammer

    Da fragt man sich schon, wie gut die Google-Algorhitmen wirklich sind. Ich wollte gerade mal wieder was in meinem persönlichen Blog schreiben, das bei dem vor einer Weile von Google gekauften Blogger.com läuft. Da erhalte ich folgende Meldung:

    Ihr Blog ist gesperrt. Mithilfe der Blogger-Roboterprogramme zur Spamvermeidung wurde festgestellt, dass Ihr Blog Merkmale eines Spam-Blogs besitzt.

    Weia. Jetzt muss ich zwei Tage warten, bis irgendein Mensch dort die Güte hat, meine Anfrage zu bearbeiten und das Blog zu entsperren.

    4. Juni 2007 9
  • : Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft vs Wikipedia
    Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft vs Wikipedia

    Der Wikimedia e.V. hat sich heute vor Gericht gegen die Lobby-Gruppe „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH (INSM)“ durchgesetzt: Wikimedia setzt sich erneut erfolgreich gegen einstweilige Verfügung zur Wehr.

    Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH (INSM) ist heute, 24. Mai 2007, vor dem Oberlandesgericht Köln endgültig mit ihrem Antrag gescheitert, eine einstweilige Verfügung gegen den Verein Wikimedia Deutschland e.V. zu erwirken. Nachdem das Gericht in der mündlichen Verhandlung seine Einschätzung kundgetan hatte, zog der Kläger seine Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil zurück. Anlass für das gerichtliche Vorgehen war ein anonymer Diskussionsbeitrag im Zusammenhang mit dem Artikel über die INSM in der deutschsprachigen Wikipedia.

    Der gemeinnützige Verein Wikimedia Deutschland betreibt die Domain wikipedia.de, von der aus Benutzer automatisch auf die Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia (de.wikipedia.org) weitergeleitet werden. Betreiber der Wikipedia ist aber nicht der Verein, sondern die Wikimedia Foundation, Florida (USA). Dennoch hatte die klagende PR-Agentur versucht, den gemeinnütizen Verein Wikimedia Deutschland für die kritische Meinungsäußerung über die primär von der Industrie finanzierte Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verantwortlich zu machen. “Dieses Vorgehen ist für uns völlig unverständlich”, sagt Kurt Jansson, Erster Vorsitzender von Wikimedia Deutschland, schließlich sei der Verein nicht Betreiber der Wikipedia und habe weder technischen noch redaktionellen Einfluss auf deren Inhalte.[…]

    24. Mai 2007 4
  • : Amnesty International Jahresbericht 2007
    Amnesty International Jahresbericht 2007

    Amnesty International hat gestern den Jahresbericht 2007 veröffentlicht. Hier sind die einzelnen Dokumente:

    Foreword (PDF, 12 pages, 60KB)
    Regional overviews (PDF, 23 pages, 96KB)
    Country entries (PDF, 242 pages, 1MB)
    Year in Campaigning (PDF, 9 pages, 56KB)

    Heise berichtet kurz darüber: Amnesty kritisiert Begünstigung von Internetzensur durch große IT-Firmen.

    „Das Internet ist zur neuen Front im Kampf um das Recht zur abweichenden Meinungsäußerung geworden“, betont die Generalsekretärin von Amnesty International, Irène Khan, im Vorwort des heute veröffentlichten Jahresberichts der weltweit bekanntesten NGO. Der Bericht prangert jedoch nicht nur die Zensurmaßnahmen in verschiedenen Staaten an, sondern weist ausdrücklich auch auf die Mitverantwortung westlicher Firmenpolitik hin. Dass die Regierungen in Weißrussland, China, Ägypten, Iran, Saudi-Arabien und Tunesien „Chat-Rooms überwachen, Blogs löschen und die Arbeit von Suchmaschinen beschränken“ könnten, geschehe mit der „Hilfe der weltgrößten IT-Unternehmen“.

    Es gibt auche ine offizielle Pressemitteilung dazu, auf die Heise sich bezieht: Report 2007: Politics of fear creating a dangerously divided world.

    „Just as global warming requires global action based on international cooperation, the human rights meltdown can only be tackled through global solidarity and respect for international law.“

    24. Mai 2007 1
  • : Zahlen spazieren führen
    Zahlen spazieren führen

    In unserem Posting „Die verbotene Zahl“ hatten wir dazu aufgerufen, den String „09 f9 11 02 9d 74 e4 d8 f1 56 c5 63 56 88″ in kreativer Form zu verwenden. Eine weitere Idee hab ich eben per Mail zugeschickt bekommen: Einfach eine kleine Spontan-Demo veranstalten:

    Ein kleines Video der Aktion gibt es als MP4 zum Download oder hier zum anschauen. Etwas Musik im Video hätte diesem sicherlich nicht geschadet. Hier bietet sich der grosse Pool an Creative Commons lizenzierter Musik an.

    22. Mai 2007
  • : Das Web und die Meinungsfreiheit
    Das Web und die Meinungsfreiheit

    Gestern gab es einen längeren Beitrag über Cyber-Dissidenten in der Deutschlandfunk-Sendung „Wissenschaft im Brennpunkt“: „Zensur im globalen Dorf – Das Web und die Meinungsfreiheit“.

    Auf dem Weltinformationsgipfel in Tunis hat „Reporter ohne Grenzen“ eine Liste der „15 größten Feinde des Internets“ veröffentlicht, dazu gehören zum Beispiel China, Kuba und Iran. So hat die chinesische Regierung einen systematischen Filter aufgebaut mit dem klangvollen Namen „Programm des goldenen Schutzschildes“. Und bei Yahoo und Google tauchen bestimmte Suchbegriffe erst gar nicht auf. Dennoch proben immer mehr Dissidenten den Aufstand per Mausklick.

    Hier ist die MP3 zum anhören.

    21. Mai 2007 2
  • : ONI-Studie: Zensur nimmt überall auf der Welt zu
    ONI-Studie: Zensur nimmt überall auf der Welt zu

    Je weniger überraschend die Erkenntnisse einer Studie, desto wichtiger kann es sein, auf sie hinzuweisen: die OpenNet-Initative (mit neuer Webseite, “the first ONI Woodstock, without the drugs”) verzeichnet eine „deutliche Zunahme“ der Zensur von Online-Inhalten, von der Sperrung ganzer Webseiten bis zur gezielten Filterung. In der letzten Zeit hatte auch dieses Blog von mehreren Fällen berichtet, und auf ein Podcast-Interview aufmerksam gemacht. Die Daten wurden traditionell offline auf einer Konferenz in Oxford (England) präsentiert. In 25 der 41 untersuchten Länder wurde dabei Online-Zensur festgestellt. Die ausführlichen Ergebnisse werden im November als Buch erscheinen. Im März hieß es dazu:

    Zehn Länder, darunter China, Iran, Tunesien, Burma oder Usbekistan, bezeichnet Deibert als dauerhafte Zensierer. Es häufen sich jedoch auch die Sperrungen ganzer Angebote wie Bloganbieter (beispielsweise LiveJournal in China) oder YouTube in der Türkei. Die Genauigkeit, unerwünschte Inhalte zu erkennen und unzugänglich zu machen, sei auch durch kommerzielle Produkte verstärkt worden, mit denen sich Inhalte in der jeweils lokalen Sprache durch Erkennung bestimmter Begriffe identifizieren lassen: „Früher hat eine Regierung beispielsweise CNN geblockt. Jetzt aber geht es gegen Blogs in Farsi, Chinesisch oder Arabisch, während die westlichen Medien relativ zugänglich bleiben. Es sind die lokalen Themen, die kontrolliert werden sollen. Die Menschen vor Ort lesen die Artikel auf der Website von CNN eher nicht.“

    Zusammengefasste Information gibt es auch in den Länderprofilen und kategorisierten interaktiven Karten.

    [via, via]

    20. Mai 2007 2
  • : Zensurforscher: Wir mögen’s gern geregelt
    Zensurforscher: Wir mögen’s gern geregelt

    Bei Stern.de gab es gestern ein spannendes Interview mit dem Zensurforscher Roland Seim: „Wir mögen’s gern geregelt“.

    Deutschland hat unter den demokratischen Staaten jetzt schon das strengste Jugendschutzgesetz, und Rufe nach einer Verschärfung werden dennoch immer wieder laut. Warum sind wir Deutschen so viel besorgter als unsere europäischen Nachbarn?

    Ich vermute, in Deutschland ist die Neigung ausgeprägter, den Staat für alles Mögliche verantwortlich zu machen, als in anderen Ländern. Wir mögen es gerne geregelt. Gesetze, die einem die Grenzen des Erlaubten zeigen und Behörden, die sie überwachen. Im Zweifel beschwert man sich und delegiert ansonsten die Verantwortung, um selbst möglichst wenige Entscheidungen treffen zu müssen. Verbotsforderungen sind ein üblicher Reflex bei Überforderung mit komplexen Situationen. Nach einem Amoklauf ist es einfacher, rasch ein „Killerspiel-Verbot“ zu verlangen, als nachhaltig die Krisenverursachung zu beheben.

    Und das ist im Ausland anders?

    Traditionell liberalere und tolerantere Gegenden wie die Benelux-Länder oder Skandinavien haben ein entspannteres Verhältnis zur Obrigkeit. Dort käme man kaum auf die Idee, wegen eines mutmaßlich schädlichen Einflusses von Medien die Bürgerrechte einzuschränken. In den USA hingegen meinen viele allen Ernstes, ein Amoklauf wäre schnell vorbei, wenn auch die Lehrer bewaffnet wären.

    11. Mai 2007
  • : Iran filtert MMS auf „unmoralische Inhalte“
    Iran filtert MMS auf „unmoralische Inhalte“

    So unklar die Definition von „unmoralisch“, so hübsch die Formulierung bei The Inquirer: Schäubles Traum: Iran filtert Kommunikation. Bei Reuters steht das so:

    “ … in order to prevent possible misuse of MMS, immoral actions and social problems, the Telecommunications Ministry will filter immoral MMS,“

    Nicht nur die Pressefreiheit wird beschränkt, wie auch regelmäßig im Jahresbericht 2007 der Reporter ohne Grenzen aufgeführt, sondern auch die private Kommunikation. Träumt Schäuble als nächstes davon?

    3. Mai 2007 3
  • : Top 10 der Presseunfreiheit: Äthopien, Gambia, Russland (und andere)
    Top 10 der Presseunfreiheit: Äthopien, Gambia, Russland (und andere)

    Im China Herald heute, anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit, wird auf den Jahresbericht 2007 des Committee to Protect Journalists verlinkt:

    The African nations of the Gambia and the Democratic Republic of Congo join Russia and Cuba among the world’s worst “backsliders” on press freedom.

    “Democracy’s foothold in Africa is shallow when it comes to press freedom,” said CPJ Executive Director Joel Simon. “These three African nations, as diverse as they are, have won praise at times for their transition to democracy—but they are actually moving in reverse on press issues. Journalists in Ethiopia, Gambia, and DRC [Kongo] are being jailed, attacked, and censored, a picture far worse than what we saw only a few years ago.”

    China ist hier nicht mehr in den Top Ten. Die Reporter ohne Grenzen haben eine ähnliche, nicht ganz deckungsgleiche Liste im Jahresbericht für 2007:

    “The report lists the worst violations in repressive countries, including major culprits North Korea, Eritrea, Cuba and Turkmenistan, but also looks at democracies, where progress needs to be made too,” the organisation says.

    “A disturbingly record number of journalists and media workers were killed or thrown in prison around the world in 2006 and we are already concerned about 2007, as six journalists and four media assistants have been killed in January alone,” the report’s introduction says.

    3. Mai 2007 1
  • : Markt für Nachrichten in China jetzt international konzessioniert
    Markt für Nachrichten in China jetzt international konzessioniert

    Im Rennen um die millionenschwere Erlaubnis, den chinesischen Markt mit finanziellen und anderen Nachrichten versorgen zu dürfen haben sich vier Bewerber durchgesetzt:

    The four agencies are Reuters Asia/Pacific Limited, part of the Reuters Group, JiJi Press of Japan, ET Net Limited of Hong Kong and NNA China Limited, which is affiliated to iNews Net Asia based in Japan.

    Man weiß ja, was da in etwa zu erwarten sein wird. Es haben ja nicht die Reporter ohne Grenzen oder andere kritische Organisationen ausgesucht… sondern Xinhua, der staatliche noch-Monopolist. Oder macht sich China auch hier vorübergehend für den Westmarkt und Olympia fit? Bei danwei.org waren schon letzten September die üblichen Beschwerden zu hören. Als Leckerli führt man dort ein Zitat an, das man sich auf der Zunge zergehen lassen will:

    From time immemorial Chinese newspapers … have been little more than mere official publications over which the Government has always exercised a rigid censorship. It is gratifying to notice, however, that the power of the Press is beginning to make itself felt even in China, and there can be no doubt that newspapers will become increasingly an important factor in … affairs, moral, religious and political…

    …What has been done is utterly insignificant compared with what will be accomplished when freedom of speech and of the Press are fully accorded. As a recent Chinese writer says, “a free Press would become the people’s most effective weapon against public outrages and political intrigues. It would be a deadly weapon against corruption, a guillotine over the heads of unscrupulous officials, the relentless foe of oppressors of the poor and a powerful factor for the proper administration of national affairs.”
    —North China Herald, July 26, 1907

    Es bleibt immer noch die Möglichkeit, dass auch der chinesische KommunismusStaatskapitalismus wie alle vorhergehenden Dynastien nur eine vorübergehene Zeit markiert.

    [via ABM]

    2. Mai 2007
  • : Aktuell: a2k – Konferenz
    Aktuell: a2k – Konferenz

    Wolfgnag Kleinwächter berichtet für Heise von der a2k-Konferenz, die gerade an der Yale-University in den USA stattfindet: Zensur als Handelshemmnis?

    Nach Auffassung von Andrew McLaughlin, Chief Policy Adviser von Google, sollten Einschränkungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung im Rahmen der laufenden Verhandlungen der „Doha Round“ der World Trade Organization (WTO) als Handelshemmnis qualifiziert werden. McLaughlin kritisierte auf der Jahreskonferenz „Zugang zu Wissen“ (A2K2) der Yale University in New Haven indirekt die US-Regierung, die bei bilateralen Verhandlungen zu so genannten Freihandelsabkommen (Free Trade Agreements) zwar sehr nachdrücklich darauf dränge, den mangelnder Schutz von geistigem Eigentum zu beseitigen, aber weit weniger die Respektierung des Informations- und Meinungsfreiheit an Handelserleichterungen binde.

    Heise: Ein Internet „des Volkes, durch das Volk und für das Volk“

    In weniger als fünf Jahren wird jeder Bewohner Pekings freien drahtlosen Zugang zum breitbandigen Internet haben. Dies prophezeite Kai-Li Kan, Direktor des Instituts für Informationsindustrie der Pekinger Universität für Post und Telekommunikation auf der 2. Konferenz „Zugang zu Wissen“ (A2K2) der Yale University in New Haven. Das vor kurzem gestartete Projekt „Wireless Peking Commune“ (WBC) ziele darauf, aus der 15-Millionen-Metropole eine „Wireless City“ zu machen. Demnach werden zunächst 3000 Zugangspunkte auf der Basis des WLAN-Standards 802.11g mit 54 MBit/s eingerichtet.

    Interessant sind hier auch die Beschreibungen aus anderen Ländern und Kontinenten. Alle bekommen offenes WLAN, und wann reagiert Berlin endlich mal?

    30. April 2007
  • : Das geplante neue Pressegesetz der Slowakei
    Das geplante neue Pressegesetz der Slowakei

    In der SME wird über das geplante Pressegesetz in der Slowakei berichtet (Artikel ist derweil offline). Offenbar mag die Regierung die freie, unabhängige Presse nicht mehr und will ein neues Pressegesetz durchsetzen:

    Seit Monaten beschwert sich die slowakische Regierung unter Ministerpräsident Robert Fico darüber, viele Medien seien regierungskritisch. Die Medien berichteten nicht objektiv, lautet der Vorwurf. Fico will nun ein neues Pressegesetz schaffen, wonach die Regierung alle vermeintlich nicht-objektiven Artikel oder Sendungen mit ‚Gegendarstellungen’ beantworten können soll. Medienvertreter fürchten massive Eingriffe in die Pressefreiheit. Marian Lesko kommentiert: „Der Premier hat keine Berechtigung, seine persönliche Meinung zum Gesetz zu machen. Seine Behauptung, die Bürger hätten keine objektiven Informationen, ist subjektiv, von Partei- und Machtinteressen deformiert. Seine Auffassung, dass die Hälfte der Informationen, die die Journalisten über die Regierung verbreiten, fehlerhaft ist, lässt ahnen, welches Ausmaß die ‚Gegendarstellungen’ annehmen könnten. Das Prinzip der redaktionellen Unabhängigkeit wäre dann nur noch ein leeres Wort.“

    Klingt Panne – die sind in der EU (impliziert: da darf man sowas nicht; Kritik muss erlaubt sein und muss gehört werden können). Und Fico ist doch eigentlich Sozialdemokrat? Oder doch auf dem konservativen ‚dritten Weg’?

    [via eurotopics]

    27. April 2007
  • : Free Kareem
    Free Kareem

    Bisschen kurzfristig: Aber wer morgen früh in Berlin Lust und Zeit hat, kann zwischen 11:00 bis 11:30 Uhr vor den Ägyptischen Botschaft für die Freilassung des Ägyptischen Bloggers Abdelkareem Nabil Soliman demonstrieren. Morgen finden in verschiedenen Städten und Ländern kleine Kundgebungen statt.

    [via]

    26. April 2007 1
  • : Access Denied: The Practice and Policy of Global Internet Filtering
    Access Denied: The Practice and Policy of Global Internet Filtering

    Bei MediaBerkman gibt es mal wieder einen interessanten Podcast: Access Denied: The Practice and Policy of Global Internet Filtering. Diesmal geht es um:

    Rob Faris, the OpenNet Initiative’s Research Director and John Palfrey, one of the project’s Principal Investigators, lead a discussion of Internet filtering and provided a glimpse of the results of ONI’s first global survey of Internet censorship.

    Die MP3 ist ca. 70 Minuten lang.

    26. April 2007 2
  • : Nationale Internetkontrolle sichert die Stabilität des Staates
    Nationale Internetkontrolle sichert die Stabilität des Staates

    Bei heise.de heute: China will Internet und amtliche Informationen besser kontrollieren. Inhaltlich wenig Neues, dafür aber drastisch formuliert:

    Nach einem Treffen des Politbüros über die Informationspolitik am Vortag sagte Präsident Hu Jintao, die Entwicklung und Verwaltung des Internet „muss der fortschrittlichen sozialistischen Kultur und der korrekten Führung der Propaganda folgen“. Ideologisch müsse die Führung des Marxismus gefestigt werden. „Ob wir das Internet in den Griff bekommen, hat Auswirkungen auf die Entwicklung der sozialistischen Kultur, die Sicherheit der Informationen und die Stabilität des Staates“

    Das Internet in den Griff bekommen… das heißt in China immer auch, die eigenen User in den Griff bekommen und einzuschüchtern. Die Medien, Blogger eingeschlossen, können bei Verstoß mit fetten Geldstrafen bedacht werden. Auch das Re-Posten eines älteren Artikels kann Menschen in den Knast bringen, jetzt wirds nicht nur Leben ruinieren sondern auch teurer. Das Verfahren dazu wird sogar „standardisiert“.
    Weitere Details zur Lage in China in diesem Blog, oder an anderer informierter Stelle.

    UPDATE: Auch bei boingboing wird berichtet, auch von einem Insider.

    24. April 2007
  • : 30’000 und kein Ende
    30’000 und kein Ende

    Der Mythos der 30000 ist auch bei den großen Presseagenturen durchgesickert. Daraus hat der Spiegel in der ganz eigenen Mischung einen Artikel (Die neue Architektur der Zensur), aber kaum neue Erkenntnisse gemacht. Es werden v.a. die anderen Dauerbrenner der von westlichen Firmen gebauten und re-exportfähigen Technologie erwähnt.

    24. April 2007 2
  • : Blogger-Registrierung in Weissrussland
    Blogger-Registrierung in Weissrussland

    Das Regime in Weissrussland will eine Registrierung für Online-Publikationen einführen. Dies wird von den Reporter ohne Grenzen kritisiert, wie die Futurezone berichtet: Weißrussland setzt Blogger unter Druck.

    Die „Vereinigung zur Verteidigung der Rechte von Journalisten“ [BAJ] warnte am 12. April in einer Pressekonferenz vor einem in Minsk vorgelegten Entwurf für ein „Gesetz über Information, Informationstechnologie und den Schutz von Information“. Der Entwurf sieht ein System zur Registrierung sämtlicher Medien, also auch Online-Publikationen, vor. Noch ist unklar, ob die Registrierung verpflichtend oder bloß „empfohlen“ sein wird. In jedem Fall sei ein derartiges Gesetz in einem Staat wie Weißrussland der sich auf der Liste der „13 Feinde des Internet“ befindet, besonders beunruhigend, so ROG.

    Die Originalmeldung findet sich hier: Opposition activist arrested for article posted online.

    23. April 2007 2
  • : Jingjing und Chacha patroullieren jetzt landesweit
    Jingjing und Chacha patroullieren jetzt landesweit

    Die beiden knuffigen, mit Einschüchterung beauftragten virtuellen Polizisten Jǐngjǐing (警警) und Cháchá (察察) gehen jetzt chinaweit auf Streife. Offenbar ist die Januar 2006 in Shenzen gestartete Aktion bereits jetzt ein Erfolg für die Meinungsunfreiheit. Schon früh wurde u.a. beim shanghaiist berichtet und korrekt vermutet, dass in China bald landesweit eingeschüchtert werden wird. Jetzt, wie futurezone und berichten, ist es soweit. (Wenn es nicht schon vorher so war.)

    Die Namensgebung nimmt ein Prinzip der chinesischen Wortbildung auf: die Verdopplung eines Wortes ändert die Bedeutung, in Bezug auf Versuch, Wiederholung, oder Kürze. Das Wortspiel wird sich den meisten hier nicht erschließen: Jingcha, oder besser in Hanyu Pinyin Jǐngchá 警察 bedeutet auf Mandarin Polizist. In falscher Aussprache der Töne entstehen schräge, jedenfalls nicht sachdienliche Bedeutungen 敬茶 (jìngchá – Tee servieren) or 惊诧 (jīngchà – überrascht, überwältigt sein). Eine propere Übersetzung der Namen hierzulande könnte etwa „ein bißchen Einschüchtern“ oder „kleine Patroullie“ lauten.

    Wenn der Wolfgang-Katalog bei uns durchkommt, dann braucht die Bundesregierung so etwas auch, oder? Man muss sich ja populär halten…

    16. April 2007 3