Zensur
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: Michael Anti on Blogging in China
: Michael Anti on Blogging in China Bei AudioBerkman gibt es den Mitschnitt einer „Berkman Center’s Luncheon Serie„s mit Michael Anti über „Bloggen in China“.
Michael Anti, New York Times Beijing bureau reporter and fellow at Harvard University’s Nieman Foundation, was the guest speaker this week at the Berkman Center’s Luncheon Series. Anti discussed how the recent surge in blogging has changed the state-run media landscape of China and altered the centralized control the ruling party holds over free expression in the world’s most populace nation.
Michael Anti (Zhao Jing), a Nieman Follow at Harvard, is a journalism researcher with the Beijing Bureau of New York Times. He runs several political columns on Chinese top newspapers and magazines. He was a war reporter for a Chinese newspaper in Baghdad in March 2003. His well-known Chinese political blog was shutdown by Microsoft in December 2005. In the wake of this case, he turned to run a collaborative online weekly magazine on International politics. He is an international jury member of Deutsche Welle’s Best of Blogs competition in 2005, 2006 and 2007.
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: Schäuble-Zensur bei StudiVZ?
: Schäuble-Zensur bei StudiVZ? Update: Hat sich wohl erledigt, da es mal wieder einen Datenbankfehler gab und die Umlaute nicht funktionierten. (Trotzdem komisch, dass „Müller“ in „Mueller“ umgewandelt wird, dafür „Schäuble“ nicht in „Schauble“. Siehe Kommentare.)
Ich lasse den Artikel trotzdem mal wegen den anderen Fakten:
Es gibt eine Vielzahl an Gruppen bei StudiVZ, die sich irgendwie mit Schäuble seinem Abbau von Grundrechten beschäftigen. Dies ist für ein zentrales Social-Network nicht ungewöhnlich. Junge Nutzer bevölkern es und kommunizieren mit anderen über Dinge, die sie bewegen. Man kann die Gruppen-Funktionen auch gut zur politischen Vernetzung innerhalb eines Social Networks nutzen, wo man eh einen Teil seiner Freizeit verbringt. Oder man drückt durch die Teilnahme an Gruppen auf seinem Profil die eigene Unterstützung aus. Da heissen dann Gruppen „Wolfgang Schäuble liest meine E‑Mails“ oder „Hilfe, Wolfgang Schäuble hat meine StudiVZ-Seite ausspioniert!“. Die beiden grössten Gruppen sind „“ +++++ SCHÄUBLE SIEHT DICH! +++++ Alle Aktionen – Alle Infos“ (768 Mitglieder) und „Tausche Freiheit gegen Sicherheit – Herr Schäuble bitte melden!“ (1629 Mitgliedern).
Ungewöhnlich ist aber bei StudiVZ, dass man bei der Gruppen-Suche wohl den Namen Schäuble zensiert. Die Gruppen können so nicht über diese Funktion gefunden werden. Verwunderlich ist, dass für den String „Schäuble“ null Treffer erscheinen. Gibt man jedoch nur „uble“ ein, finden sich 85 Gruppen mit dem ganzen Namen „Schäuble“ im Titel.Der Hinweis kam auf der Liste des AK-Vorratsdatenspeicherung. Dort berichtete ein Teilnehmer von der möglichen Filterung. Ich hab gerade mal nachgeschaut und kann das bestätigen. Kann natürlich sein, dass man sich etwas vor den Gruppen fürchtet.Immerhin gibt es da auch Titel wie „Schäuble ist der einzige Behinderte, dem ich eine knallen würde!“ oder „Fick dich Schäuble, du Onkel deiner Kinder“, die beide mehr als grenzwertig in ihrer Aussage sind.Die Frage ist, warum StudiVZ das macht und was die Nutzer dazu sagen? -
: Weltkarte der Web 2.0 Zensur
: Weltkarte der Web 2.0 Zensur Auf Global Voices Advocacy findet sich eine Weltkarte der Web 2.0 Zensur. Einen übersetzten Beitrag dazu, gibt es im deutschen GV Lingua Blog:
Aber trotz des Potentials von Web 2.0 ist freier Zugang zum Internet in Regionen, wo Zensur allgegenwärtig ist und der Staat das Monopol über die Verbreitung von Informationen hat, oft schwer, besonders wenn man den „autoritären Reflex“ bedenkt, der jedes Mal aktiviert wird, wenn sich ein repressives Regime bedroht fühlt. Regierungen, die sich bereits darin hervortun, die traditionellen Medien mundtot zu machen, wenden ihre Anstrengungen seit neuestem dem Internet zu, um alles mögliche zu unternehmen, diesen letzten Zufluchtsort der Kommunikation zu kontrollieren. Der Anstieg nutzergenerierter Web-Inhalte wird von immer mehr Staaten als Bedrohung angesehen, die die Verbreitung mittels legaler und technischer Mittel unterbinden und kontrollieren wollen. Es vergeht kaum eine Woche, ohne dass von der Sperrung einer weiteren wichtigen Webseite durch repressive Staaten berichtet wird. Multimediaportale, soziale Online-Netzwerke, Kartendienste und populäre Web 2.0‑Seiten werden in immer mehr Ländern zunehmend Ziele staatlicher Zensur.
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: Killer-Spiele und die Wertedebatte
: Killer-Spiele und die Wertedebatte Einen langen und sehr interessanten Artikel über kulturelle Zensur am Beispiel von Computerspielen und anderen Werken bietet Telepolis: „Warum mit den „Killerspielen“ auch Werte verteidigt werden.“
Die Debatte um so genannte „Killerspiele“ auf Computern und Spielkonsolen und die Forderungen nach einem Verbot jener haben zu verhärteten Fronten zwischen Spielegegnern in etablierten Medien, Politik und konservativen Forscherkreisen einerseits und Spielern und Unterhaltungsindustrie andererseits geführt. Dazwischen steht eine Gruppe von Normalbürgern wie auch gesellschaftlichen Entscheidungsträgern, welche in dem vermeintlich banalen Thema keinen Diskussionswert erkennen können und sich deshalb zu dem Thema eher ausweichend äußern. Doch die ethischen Fragen um die „Killerspiele“ und ihr Verbot gehen weiter, als es die reine Spielediskussion vermuten lässt, und auch weiter, als es mancher Spieler vermutet, der sich zunächst nur gegen die Wegnahme seines Lieblingsvergnügens wehrt. Geht es hier wirklich nur um ein perverses Freizeitvergnügen und die Frage, wie weit man es tolerieren oder ab wann man es verbieten sollte? Oder sind hier nicht doch elementare bürgerliche Werte in diesem Staat betroffen?
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: Shi Tao und Wang Xiaoning: Yahoo zahlt Entschädigung, keine Strafe
: Shi Tao und Wang Xiaoning: Yahoo zahlt Entschädigung, keine Strafe Wer die taz liest hat es schon gesehen: Yahoo zahlt Chinas Dissidenten aus von Ben Schwan.
Es war ein Fall, der für mehr als nur schlechte Presse für den Internet-Giganten Yahoo sorgte: Der Portalbetreiber, wie viele wichtige US-Web-Konzerne auch in China vertreten, soll 2002 und 2004 so bereitwillig mit den kommunistischen Behörden zusammengearbeitet haben, dass zwei Internet-Demokratie-Aktivisten im Gefängnis landeten. Dort sitzen Wang Xiaoning und Shi Tao noch immer – verurteilt zu zehn Jahren für „Subversion des Staates“ (Xiaoning) und angeblichen „Verrat von Staatsgeheimnissen an ausländische Websites“ (Tao). Beide hatten sich zuvor in Internet-Postings für mehr Demokratie ausgesprochen.
[…] Das Zivilverfahren wurde nun außergerichtlich beigelegt. Wie am Dienstag bekannt wurde, zahlt Yahoo den beiden Familien eine nicht näher bezeichnete Summe, gibt seine Schuld – wie bei solchen Ausgleichen üblich – allerdings auch nicht offen zu. […]
Dass dadurch das Verfahren um Jahre verkürzt wurde mag eine gute Sache sein, vor allem dann, wenn beide Journalisten tatsächlich freigelassen werden können. Abwägen in so einer Lage ist schwierig und immer, von Europa aus, überheblich. Vielleicht kann die PR aber ja noch etwas bewirken, anstatt nur weißzuwaschen.
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: Technische Beschreibung der Internetzensur in Birma
: Technische Beschreibung der Internetzensur in Birma Die OpenNet Initiative hat eine ausführliche technische Beschreibung der Internetzensur in Birma veröffentlicht: Pulling the Plug: A Technical Review of the Internet Shutdown in Burma. Den Text gibt es auch als PDF.

This bulletin examines the role of information technology, citizen journalists, and bloggers in Burma and presents a technical analysis of the abrupt shutdown of Internet connectivity by the Burmese government on September 29, 2007, following its violent crackdown on protesters there. Completely cutting international Internet links is rare. Nepal, which severed all international Internet connections when the King declared martial law in February 2005, is the only other state to take such drastic action. Although extreme, the measures taken by the Burmese government to limit citizens’ use of the Internet during this crisis are consistent with previous OpenNet Initiative (ONI) findings in Kyrgyzstan, Belarus, and Tajikistan, where authorities controlled access to communication technologies as a way to limit social mobilization around key political events. What makes the Burmese junta stand out, however, is its apparent goal of also preventing information from reaching a wider international audience.
The shutdown of Internet connectivity was precipitated by its use by citizens to send photographs, updates and videos that documented the violent suppression of protests in Burma, information that contributed to widespread international condemnation of the Burmese military rulers’ gross violations of human rights. We examine the impact of communication technology in shaping these key political events in Burma, the limitations of these tools, and the prospects for the next round of information wars.
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: Kleine Anleitung zur Umgehung von Internet-Zensur
: Kleine Anleitung zur Umgehung von Internet-Zensur Veröffentlichung des Citizen Lab (University of Toronto) mit dem Titel “Everyone’s Guide to By-Passing Internet Censorship for Citizens Worldwide.”
When choosing a circumvention technology, it is important for the potential circumvention provider and user to determine what works best for their situation. The decision to use circumvention technology should be taken seriously, carefully analyzing the specific needs, available resources, and security concerns of every-one involved. There is a wide variety of technologies available for users who want to circumvent Internet filtering. However, using them for successful and stable circumvention service depends on a variety of factors, including the user’s level of technical skill, potential security risk, and contacts available outside the censored jurisdiction. We outline some general considerations in choosing circumvention technologies for potential users and then for providers.
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: China: Eine Reise in das Herz der Internetzensur
: China: Eine Reise in das Herz der Internetzensur Reporter ohne Grenzen hat zusammen mit den Chinese Human Rights Defenders einen Report über die Schlüsselmechanismen der chinesischen Online-Zensur erstellt: A “Journey to the Heart of Internet censorship” on eve of party congress. Hier ist der Report zu finden.
“This system of censorship is unparalleled anywhere in the world and is an insult to the spirit of online freedom,” the two organisations said. “With less than a year to go before the Beijing Olympics, there is an urgent need for the government to stop blocking thousands of websites, censoring online news and imprisoning Internet activists.” This report shows how the CCP and the government have deployed colossal human and financial resources to obstruct online free expression. Chinese news websites and blogs have been brought under the editorial control of the propaganda apparatus at both the national and local levels.
The use of the Internet keeps growing in China. The country now has more than 160 million Internet users and at least 1.3 million websites. But the Internet’s promise of free expression and information has been nipped in the bud by the Chinese government’s online censorship and surveillance system. “Journey to the Heart of Internet Censorship” explains how this control system functions and identifies its leading actors such the Internet Propaganda Administrative Bureau (an offshoot of the Information Office of the State Council, the executive office of the government), the Bureau of Information and Public Opinion (an offshoot of the party’s Publicity Department, the former Propaganda Department) and the Internet Bureau (another Publicity Department offshoot).
The report also documents how the Beijing Internet Information Administrative Bureau has in practice asserted its daily editorial control over the leading news websites based in the nation’s Capital. It gives many examples of the actual instructions issued by officials in charge of this bureau. The last part of the report gives the results of a series of tests conducted with the mechanism of control through filtering keywords. These tests clearly show that, though there are still many disparities in the levels of censorship, the authorities have successfully coerced the online media into submission to censor themselves heavily on sensitive subjects.
Der Report empfiehlt die Nutzung von Proxy-Servern und die Nutzung von „neueren Internettechnologien“ wie Blogs, Diskussionsforen und VOIP.
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: China scheint RSS zu zensieren
: China scheint RSS zu zensieren Ars Technica berichtet, dass „The Great Firewall of China“ nun wohl auch RSS-Feeds zensiert: China’s Great Firewall turns its attention to RSS feeds.
Unfortunately, China appears to have finally gotten wise to RSS as of late—reports have been popping up from our readers and around the web of not being able to access FeedBurner RSS feeds as early as August of this year. More recent reports tell us that the PSB appears to have extended this block to all incoming URLs that begin with „feeds,“ „rss,“ and „blog,“ thus rendering the RSS feeds from many sites—including ones that aren’t blocked in China, such as Ars Technica—useless.
So what is a feed-deprived Internet user in China to do? Well, there are a few workarounds, some of which may be simpler than others. Some of our readers in China tell us that web-based feed aggregators, such as NewsGator Online, (sort of) help provide access to RSS feeds. One reader says that if he has the aggregator set to display the full post (or however much of the post is made available) and clicks through to read more, everything is just fine. On the other hand, if he has it set to just display a stub from the feed and clicks the title to read more, „that is when you get the ’server stopped responding’ error so familiar to users behind the [Great Firewall]!“
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: Razzien bei Internetnutzern in Bangladesh
: Razzien bei Internetnutzern in Bangladesh e‑bangladesh.org berichtet von Razzien bei Internetnutzern in Bangladesh: Crackdown on internet users in Bangladesh. Demnach ziehen Staatsvertreter von Haus zu Haus und von ISPs zu ISPs, um alle Internetnutzer zu erfassen. Vielleicht ist man dort von der Situation in Birma aufgeschreckt, wo die Informationskontrolle durch das Regime nur durch das Abschalten des Internets weitgehend ermöglicht wurde?
RAB (Rapid Action Battalion) members assisted by BTRC (Bangladesh Telecommunication Regulatory Commission) officials are conducting house-to-house searches in Dhaka, Chittagong and Sylhet pinpointing each and every internet user with a fast connection. In an unprecedented move that clearly violates privacy rights and threatens freedom of speech and communication, a special cell comprising RAB and BTRC officials are now collecting user details — name, address, login and usage statistics — from all the ISPs (Internet Service Provider) in order to profile more than 450,000 internet subscribers in the country.
Officials from different ISPs in Dhaka, Sylhet and Chittagong have confirmed to E‑Bangladesh that they were verbally instructed late September by the authorities to:
# Provide a list of all their subscribers with name, address and connection details.
# Share the admin password of internet gateway servers.
# Facilitate installation of “traffic scanners” provided by RAB on gateway routers.A memo issued by BTRC that instructed ISPs to share/reveal sensitive private data of internet users, business details and technical information was leaked to E‑Bangladesh. This memo, BTRC/E&O/ISP-Gen.(302)/2007–1697, issued on September 26, was signed by Dilshat Ara Shela, Assistant Director Engineering & Operations, BTRC. It instructed and advised 72 ISPs in Dhaka, Chittagong and Sylhet:
# To provide BTRC with details of bandwidth lease and usage.
# To provide details of “corporate/dedicated/shared” clients: Name, address, IP.
# To provide copies of technical agreements with connectivity providers.
# To reveal individual client MRTG URL with user id and password.“ISPs must have complete information regarding the exact location of the client,” the memo advised. Failure to comply with BTRC demands may result in closure of the ISP, it warned.
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: Rumänien: Justizminister zensiert Blog
: Rumänien: Justizminister zensiert Blog Die ganz normalen Bürgerpflichten, gegen Korruption und Filz gerichtet, finden auch in Rumänien immer mehr in Blogs statt, wie es scheint. Dem Justizminister ist das nicht geheuer und ein Grund, den Zugang zumindest im eigenen Haus zu sperren:
Seit Beginn seiner Amtszeit steht der neue Justizminister Tudor Chiuariu wegen des Verfahrens bei Ausschreibungen von Posten in seinem Ministerium in der Kritik. Einen Blog, in dem junge Richter die Vorgänge kommentierten, ließ der Minister für sein Haus sperren. Dorin Petrisor kommentiert: „Viele Richter, vor allem junge, verbreiten ihre Meinung per Internet. Sie kommentieren in Blogs den Filz der rumänischen Justiz und enthüllen die schmutzigen Arrangements im Justizministerium… Einer der Richter beschrieb in seinem Blog die fehlerhafte Art und Weise, wie das Ministerium Posten ausschreibt, er benannte die Interessenskonflikte und zeigte, wie der Minister die Ausschreibungsregeln änderte, um eigene Regeln zu etablieren. Es war eine wahre Anklageschrift gegen die Einfältigkeit, mit der die Justiz derzeit verwaltet wird.
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: Free Burma / Birma / Myanmar
: Free Burma / Birma / Myanmar Die TAZ berichtet über den von Oslo aus sendenden Exilsender Democratic Voice of Burma: Die Quelle im Hinterhof.
„So einen Stress haben wir noch nicht erlebt“, sagt Khing Maung Win. Er ist Redaktionschef der Democratic Voice of Burma (DVB), eines TV- und Radiosenders, der seit 15 Jahren aus einem Osloer Hinterhof sendet. In diesen Tagen hat man die Sendungen über Kurzwelle und Satellit von den üblichen zwei auf neun Stunden verlängert. Und die Telefone stehen nicht still. Von Medien in aller Welt wird DVB in diesen Tagen der Proteste gegen die birmesische Militärjunta zitiert. CNN, BBC, eine Lokalzeitung in Nordnorwegen, eine indische Radiostation – sie alle bekommen von dem Exilsender Informationen. „Wir geben alles, was wir wissen, gern an andere Medien weiter“, sagt der Redaktionschef.
Avaaz.org, sowas wie ein internationales MoveON.org, hat eine Online-Peition, die an die chinesische Regierung gerichtet ist: Seite an Seite mit der burmesischen Demokratiebewegung.
Nach jahrzehntelanger brutaler Militärdiktatur erheben sich die Bürger von Burma – und sie brauchen unsere Unterstützung. Die Proteste begannen mit Mönche und Nonnen: Aus Dutzenden wurden erst Hunderte, dann Tausende und nun schliesst sich die breite Bevölkerung an. Die letzten Proteste der Demokratiebewegung, im Jahre 1988, wurden vom Militär brutal im Keim erstickt. Doch falls die Weltöffentlichkeit die Bewegung unterstützt, kann es diesmal anders herauskommen. Wir werden unsere Petition an die Medien und die Mitglieder des Sicherheitsrates senden (insbesondere an China, den Hauptprotektoren der Militärdiktatur). Wir müssen der burmesischen Demokratiebewegung unsere volle Unterstüzung zusichern:
Da gibt es schon über eine halbe Million Unterschriften.
Bei der Heinrich-Böll-Stfitung findet sich ein ausführlicher „Hintergrund zu den aktuellen Entwicklungen in Myanmar/Burma“:
Die seit zehn Tagen von buddhistischen Mönchen angeführten landesweiten Protestmärsche haben die isolierte südostasiatische Militärdiktatur Myanmar / Burma schlagartig auf die Titelseiten der internationalen Medien katapultiert. Die Ausweitung und neue, politische Qualität der Protestwelle überraschte nicht nur internationale Burma-Experten, sondern offensichtlich auch die burmesische Militärregierung, die Bevölkerung und selbst ihre zentralen Akteure, die buddhistischen Mönche.
Empfehlenswert sind auch die englischsprachigen Plattformen Irrawaddy.org und Mizzima.com, die ausführlich über Birma/Burma/Myanmar berichten.
John Palfrey vom Berkman Center wurde von der Technology Review zur Internetzensur interviewt: Burma’s Internet Crackdown.
TR: How does this shutdown compare with other state-controlled actions you’ve documented?
JP: I’ve never seen anything like this cutoff to the Internet at such a broad scale so crudely and completely. They’ve taken the nuclear-bomb approach. We’ve witnessed what appear to be denial-of-service-type attacks during elections, for instance, but nothing so large-scale like this shutdown. Still, information has leaked out. So the military junta has found that given the many roots to the global telecommunications infrastructure, it’s very hard to cut off a place entirely.
TR: How, exactly, have people been getting information out?
JP: I really don’t know. We’ve tried not to ask people what they are doing in unprotected e‑mails, because of possible surveillance. There’s a „first, do no harm“ principle here.
TR: Generally, then, what’s the next step for Burmese citizens?
JP: Unfortunately, if the Internet is cut off entirely, it’s hard to imagine a good way around the blocking. Satellite imagery has gotten in and out, it seems, so perhaps there’s hope through that technology, but it would be very risky for those on the ground participating in such a system. The hope, I suppose, is that the military junta restores at least some form of Internet and cell access. The most clever people in Burma will find a way to use it to get information through the blockages. But the future of access to information about Burma, and by people within Burma, looks bleak.
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: China: Pakt zur Selbstdiziplinierung
: China: Pakt zur Selbstdiziplinierung Das Deutschlandradio hat am Samstag über den „Pakt zur Selbstdiziplinierung“ in China geschrieben, wo Unternehmen wie Yahoo und MSN mit der chinesischen Regierung kooperieren.
Mit dem Slogan „Einer weiß es immer“ warb vor einiger Zeit Yahoo in Deutschland für einen seiner zahlreichen Suchdienste. Auf dem chinesischen Markt würde diese Werbung seltsam klingen, denn dort wissen vor allem Sicherheitsdienste, wer was im Internet tut. Westliche Firmen sind dabei fleißige Zuträger.
Hier ist die MP3.
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: Jugendmedientage 2007
: Jugendmedientage 2007 Am Freitag war ich bei den Jugendmedientagen 2007 in Leipzig, um über „Grenzenlos 2.0″ zu diskutieren. Das war eine sehr nette Diskussion mit vielen interessierten jugen Menschen. Zu den Jugendmedientagen kommen junge Menschen zwischen 15 und 25. Das Durchscnittsalter lag wohlbei 18,5 Jahren. Die Teilnahme kostet 50 Euro, dafür werden die Fahrtkosten und die Unterkunft übernommen und man erhält ggf. Schulfrei. Wer also jung ist und Interesse hat, sollte sich bei der Jugendpresse Deutschland informieren, wann die nächsten Jugendmedientage 2008 stattfinden. Dort erhält man übrigens auch einen Jugendpresseausweis, was für junge Blogger auch interessant sein dürfte.
Über die Diskussion wurde anschliessend auch ein Podcast gemacht: Netz-Freiheit für alle. (MP3)
29.09.2007: In der Anonymität der Netzes kann gebloggt, gepodcastet und vieles mehr werden, was des Menschen Herz bewegt. Der Autor und Journalist Farhad Payar, Karolin Sengebusch vom Eurient e.V., der ARD-Auslandskorrespondent Andreas Franz und Markus Beckedahl von netzpolitik.org diskutierten über Meinungs- und Pressefreiheit und die Möglichkeiten und Chancen des Web 2.0. Steffi Hanschke war dabei.
Jan Schmidt war auch vor Ort und hat ausführlich über verschiedene Veranstaltungen gebloggt:
Abends diskutierten zum Thema “Grenzenlos 2.0″ Farhad Payar (Deutsche Welle), Karolin Sengebusch (Eurient), Markus Beckedahl (netzpolitik.org) und Andreas Franz (MDR) – auch das eine sehr spannende Runde, in der es zunächst um die Potenziale des Internets ging, Gegenöffentlichkeiten zu schaffen und auch über Ländergrenzen hinweg politische Unterstützung zu mobilisieren. Später schwenkte auch diese Diskussion zumindest für eine Weile auf Themen wie Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner um; Markus Beckedahl fasste dies prägnant zusammen: “Das Internet kann beides sein – Instrument für freie Meinungsäußerung UND Werkzeug der staatlichen Überwachung.” Auch hier hat mich die lebhafte Diskussion mit dem Publikum (per Mikro und per Chatwall) sehr begeistert; es klingt pathetisch und altersweise, aber es ist meines Erachtens tatsächlich ungeheuer wichtig, dass junge (wie ältere) Leute die “Werkzeughaftigkeit” des Internet erkennen und sehen, dass es für ganz unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden kann, weswegen gerade im Umgang mit persönlichen Daten besondere Vorsicht geboten ist.
Seine Einschätzung zu der lebhaften Diskussion mit den jungen Menschen teile ich. Hatte nicht so eine gute Diskussion über die Chancen und Risiken des Internets erwartet. Das hat echt Spass gemacht.
Das Jugendmedien-Blog informiert regelmässig über „junge Medien“ aus Deutschland.
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: Jugendmedientage: Grenzenlos 2.0 – Die große Freiheit?
: Jugendmedientage: Grenzenlos 2.0 – Die große Freiheit? Ich bin morgen Nachmittag in Leipzig, um bei den Jugendmedientagen 2007 an einer Diskussion über „Grenzenlos 2.0 – Die große Freiheit?“ teilzunehmen. Mit dabei sind Farhad Payar von der Deutschen Welle, Ines Braune, Orient- und Medienwissenschaftlerin aus Leipzig und ein Vertreter von Reporter ohne Grenzen.
Das Internet macht es möglich: Über Blogs und E‑Mails lassen sich Informationen rasend schnell verbreiten. Moderne Programme wie Google Earth machen sichtbar, was gut versteckt werden sollte. In der Anonymität des Netzes kann geschrieben werden, was schon immer ein Misstand war. Regimekritik im Web und die grenzenlose Fülle an Informationen, die das Internet bietet, wird autoritären Staaten immer mehr zum Dorn im Auge. Ist das viel gepriesene Web 2.0 dabei tatsächlich ein Segen für die Meinungs- und Informationsfreiheit in Staaten, die ihren Bürgern das freie Wort auf der Straße verbieten? Wie frei sind Blogger, Pod- und Videocaster wirklich in ihren Äußerungen? Sind Informationen und die Weiten des Webs für sie tatsächlich „grenzenlos“? Wir diskutieren mit Menschenrechtlern, Webaktivisten, Bloggern und Journalisten aus Ländern mit eingeschränkter Meinungs- und Pressefreiheit über die Möglichkeiten und Chancen des Web 2.0.
Die Jugendmedientage 2007 werden von der Jugendpresse Deutschland organisiert.
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: Internetzensur in Burma
: Internetzensur in Burma Während in Burma die Mönche gegen das Regime demonstrieren, sorgen fleissige Blogger an den Universitäten erfolgreich dafür, dass Informationen darüber in die Aussenwelt dringen. Mehr dazu hat der Inquirer: Myanmar boggers outwit censors und ausführlicher die BBC: Burma cyber-dissidents crack censorship. Mehr Informationen über die Internet-Zensur in Burma hat wie immer die OpenNet-Initiative. Ausführlich über die Proteste berichtet das Deutschlandradio im „Hintergrund Politik“. Das ist als MP3 verfügbar: Barfuß gegen die Diktatur – der Kampf für Demokratie in Myanmar.
Update: Spiegel berichtet jetzt auch und orientiert sich an der BBC: Bloggen für die Freiheit.
Nochmal Update:
GlobalVoicesOnline: Myanmar: Voices from the Region.
Heise: Menschenrechtler beklagen schwierige Informationsbeschaffung über Lage in Burma.
Time.com: Exclusive: Monks vs. Police in Burma.
Tagesschau: Militär droht Demonstranten mit „extremen Aktionen“.
OpenNetInitiative: Myanmar: a difference between movements.
Reporter ohne Grenzen: News blackout accompanies military crackdown on protests. -
: Zensur-Kollateralschäden bei Arcor
: Zensur-Kollateralschäden bei Arcor Die Zensur von drei Webseiten mit pornografischem Inhalt durch die Firma Arcor hat kleine Kollateralschäden verursacht. Wie Spiegel-Online berichtet, wurden IP-Adressen zensiert. Und damit eine grosse Menge weiterer Webseiten, die jugendfrei waren und mit dem Inhalt nichts zu tun hatten. Toller Zensur-Aktionismus durch Arcor. Aber das verdeutlicht auch ein wenig die schädlichen Seiten von Internet-Filterungen:
Laut der Adress-Datenbank des Dienstleisters Domaintools.com gehört die IP-Adresse 64.202.189.170 zu einem Server des US-Providers GoDaddy. Unter dieser Adresse sind neben Pirvatamateure.com laut Domaintools aber insgesamt fast 3,5 Millionen einzelne Websites hinterlegt. Unter anderem diese harmlosen Angebote:
* die Bollywood-Fanseite Barathstars
* der Linux-Kernel-Debugger Linice
* der Hersteller von Energieführungen für die Automobilindustrie Kabeltrax
* die W‑LAN-Initative Fon-City
* der Industrial Ethernet KongressDiese Seiten und andere harmlose Angebote waren bei Tests heute Vormittag von privaten Arcor-Internet-Zugängen im Ruhrgebiet und in Hamburg nicht zu erreichen. Fehlermeldung: „Netzwerk-Zeitüberschreitung“. SPIEGEL-ONLINE-Leser berichteten schon am Wochenende von ähnlichen Zugangs-Problemen aus dem Arcor-Netz.
Arcor hat jetzt verkündet, die Zensur zu beenden: Arcor stoppt den Porno-Filter. Wer noch bei Arcor ist, sollte sich vielleicht mal nach einem anderen Provider umschauen.
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: Weitere Tor-Razzia in Deutschland
: Weitere Tor-Razzia in Deutschland In Düsseldorf ist der Betreiber eines Tor-Anonymisierungs-Servers Nachts von der Polizei besucht worden und seine Computer wurden beschlagnahmt. Er wird verdächtigt, in einem Forum über ein mögliches Bombenattentat auf ein Ministerium geschrieben zu haben. Hat er natürlich nicht, das lief über seinen Tor-Server und wurde von jemandem anderen geschrieben. Die ganze Story findet sich hier:
Die Aktion führt leider dazu, dass er seinen Service einstellt: Tor madness reloaded.
The consequences: I’ve shut down my Tor-server. I can’t do this any more, my wife and I were scared to death. I’m at the end of my civil courage. I’ll keep engaged in the Tor-project but I won’t run a server any more. Sorry. No.
Der Server wurde übrigens nicht beschlagnahmt. Zeigt einiges von der IT-Kompetenz der ermittelnden Polizei und des Staatsschutzes.
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: Der frattinizer als Download
: Der frattinizer als Download Auf Spreeblick findet man eine nette Idee, wie man den für Sicherheit, Freiheit und Recht zuständigen EU-Kommissar Franco Frattini dabei unterstützen kann, „böse“ Wörter aus dem Internet zu zensieren: Den Frattinizer. Das ist eine JavaScript-Datei, die man in das eigene Blog einbinden kann, um Wörter wie „Bombe“ oder „Terrorismus“ mehr oder weniger zu entfernen.
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: Internet-Zensur zur Terror- und Porno-Bekämpfung?
: Internet-Zensur zur Terror- und Porno-Bekämpfung? Jetzt war Markus schneller, aber ich schreibe es trotzdem nochmal, damit es auch jeder versteht: EU-Kommissar Frattini fordert, daß Internet-Zugangsanbieter (ISPs) ihre Kunden nicht mehr nach gefährlichen Wörtern googeln lassen. Keine Gelegenheit mehr für „Wirtschaftsexperimente“, „Killfiles“ oder „Terrorismusbekämpungsergänzungsgesetze“, das kann man ja wirklich niemandem zumuten. Den passenden Kommentar gibt es bei Fefe.
Realität geworden ist das allerdings jetzt schon in der Spezialvariante „no sex, please“:
Kunden des Providers Arcor können auf eine ganze Reihe von Porno-Angeboten im Internet nicht mehr zugreifen. Auf Anfrage von heise online bestätigte Unternehmenssprecher Paul Gerlach, dass diverse Seiten nicht mehr aus dem Arcor-Netz erreichbar seien. In den betreffenden Angeboten seien „pornografische Inhalte ohne – oder ohne ausreichende – Altersverifikation frei zugänglich“.
Das Ganze erinnert natürlich an die Nazi-Sperrverfügung des Regierungspräsidiums Düsseldorf, nur mit dem Unterschied, dass Nazi-Werbung in Deutschland generell illegal ist, während die Vertragskunden von Arcor in der Regel volljährig sind (oder kann man auch als Minderjähriger einen DSL-Vertrag abschließen?) und sich damit völlig legal pornografische Inhalte ansehen können. Ausserdem hat Arcor nach eigener Aussage diese Filtermaßnahme „freiwillig „ergriffen, ohne behördliche Verfügung. Soweit ich die Rechtslage überblicke, ist ein ISP nicht verpflichtet, irgendwas zu blocken, was nicht bei ihm selber gehostet wird.
Wann fängt wohl die Telekom an, Telefonsex zu zensieren? Ach nee, daran verdienen sie ja mit.