Kultur

Killer-Spiele und die Wertedebatte

Einen langen und sehr interessanten Artikel über kulturelle Zensur am Beispiel von Computerspielen und anderen Werken bietet Telepolis: „Warum mit den „Killerspielen“ auch Werte verteidigt werden.

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Die Debatte um so genannte „Killerspiele“ auf Computern und Spielkonsolen und die Forderungen nach einem Verbot jener haben zu verhärteten Fronten zwischen Spielegegnern in etablierten Medien, Politik und konservativen Forscherkreisen einerseits und Spielern und Unterhaltungsindustrie andererseits geführt. Dazwischen steht eine Gruppe von Normalbürgern wie auch gesellschaftlichen Entscheidungsträgern, welche in dem vermeintlich banalen Thema keinen Diskussionswert erkennen können und sich deshalb zu dem Thema eher ausweichend äußern. Doch die ethischen Fragen um die „Killerspiele“ und ihr Verbot gehen weiter, als es die reine Spielediskussion vermuten lässt, und auch weiter, als es mancher Spieler vermutet, der sich zunächst nur gegen die Wegnahme seines Lieblingsvergnügens wehrt. Geht es hier wirklich nur um ein perverses Freizeitvergnügen und die Frage, wie weit man es tolerieren oder ab wann man es verbieten sollte? Oder sind hier nicht doch elementare bürgerliche Werte in diesem Staat betroffen?

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5 Kommentare
  1. Also ich als Homosexueller finde die ganze Schwulendebatte hier mal wieder vollkommen lächerlich, denn vor etwa einem Jahr da hab ich mir auch für ca. 300 Euro die Casio EX-S770 Kamera gekauft. Diese war im Sommer schon schrott, weil irgendwie Sandkörner in die Kamera gekommen sind. Fand ich schon wunderlich, weil ich nur in Strandnähe war. Kostete mich dann 100 Euro Reperatur, weil Casio dafür keine Garantie übernehmen wollte. Vor zwei Monaten hab ich sie zurückbekommen. Heute dann der nächste Schaden: Das Display ist kaputt. Einfach so. Ohne Display ist die Kamera aber weitgehend wertlos. Mal schauen, was Casio sagt und ob diesmal die Garantie wenigstens zieht. Ich ärgere mich nur, dass ich soviel für eine Kamera ausgegeben habe, die innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal kaputt ist. Und mich jetzt wieder mit dem Casio-Support rumärgern darf. Nochmal bin ich nicht bereit, Geld dafür auszugeben.

  2. Es ist doch mittlerweile ziemlich eindeutig bewiesen das gewaltverherrlichende Spiele die Aggressivität steigern und das Gewaltbreitsein steigert. Ich erlebe es täglich bei einigen Mitschülern, wie sie sich förmlich im Spiel verfangen. Auch wenn es schrecklich klingt, mich würde es nicht wundern, wenn diese Gewalt auf die Realität übergeht. Die Menschen bekommen durch diese Spiele eingebleut, es sei normal, andere Menschen zu killen, entwickeln einen gewissen Reiz dafür.

  3. Ich bezweifle das. Wo sind denn die „eindeutigen“ Beweise bitte ?

    Vor einiger Zeit habe ich mit einem Bekannten geredet, der ganz ernsthaft meinte, „virtuelle“ Kinderpornografie (also Zeichnungen ohne reale Vorbilder) würde Leute zum Missbrauch anleiten und man sollte hart dagegen vorgehen. Als ich ihn nach Studien zum Thema fragte (und auf die Kunstfreiheit pochte), meinte er, das sage einem der gesunde Menschenverstand. Tatsache: Dieser Mensch spielt seit Jahren Counterstrike und ist auf keines meiner Argumente eingegangen.

    Den Beckstein machen und an „den gesunden Menschenverstand“ zu appellieren ist nichts als populistischer Schwachsinn, der erwähnte g.M. ein undefinierbares Bauchgefühl.

  4. Alles, was es rund um Killerspiele und Amokläufe zu sagen gibt, hat das Bundesinnenministerium 2006 bereits gesagt. Hier die teils wörtliche, teils sinngemäße Zusammenfassung:

    Weder für die Gewalt an Schulen noch für die Gewalt junger Menschen im öffentlichen Raum sind Zuwächse zu erkennen. […] Printmedien, aber auch Funk und Fernsehen haben mehrfach Einzelfälle im Detail nachgezeichnet und von dort ausgehend Generalisierungen vorgenommen. […] Gleichzeitig nahm parallel zu einem Anstieg der Anzeigequote die Tatschwere der von Opfern polizeilich angezeigten Gewaltdelikte zwischen 1998 und 2000 signifikant ab. Ebenso nahm die Befürwortung von Gewalt sowohl unter Jugendlichen als auch unter ihren Bezugspersonen deutlich ab. […] Es lassen sich keine Anhaltspunkte dafür finden, dass sich die Situation generell verschärft haben könnte.

    mehr unter:
    NetReaper – Der Knast wartet – ein paar Monate noch

  5. Dem kann ich nur – wenn auch etwas verspätet – beipflichten.
    Interessant ist aber auch folgender Absatz aus dem Telepolis Artikel:

    „Wer kennt nicht das ungute Gefühl im Bauch, dass ein 8-jähriger nicht auf dem Bildschirm mit der Kettensäge Gegner zerstückeln sollte? Wer hat vielleicht das Gefühl, dass auch bei Erwachsenen damit kranke und gefährliche Triebe gezüchtet werden könnten? Genau dieses Bauchgefühl sprechen auch einschlägige Journalisten und Politiker an. Manche bezeichnen es als „gesunden Menschenverstand“, andere eher als „gesundes Volksempfinden“, und ob die Konsequenzen daraus gesund sind, ist unsicher.“

    Und gerade dieser Passus rechtfertigt auch das heute im Bundestag verabschiedete Jugendschutzgesetzt samt seiner Kriterienverschärfung.

    Gruß
    W.

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