Wikipedia

  • : Google Maps + Wikipedia = WikiMapia
    Google Maps + Wikipedia = WikiMapia

    Das „Geotaggen“, das Markieren von realen Orten auf einer virtuellen Weltkarte im Internet, ist seit der Einführung von Google Maps zum äußerst beliebten Hobby geworden. Verschiedene Spielarten haben sich dabei herausgebildet: Einerseits verbinden Projekte wie Semapedia die physische Welt mit der realen, indem sie in grafische Barcodes Links zur Wikipedia einbetten, um diese dann als ausgedruckte Aufkleber, als „Tags“ an Sehenswürdigkeiten anzubringen. Auf der Google-Maps-Karte sind die Tags auf der ganzen Welt markiert und mit den Wikipedia-Infos versehen.

    Ein weiterer, allerdings nur im Netz statt findender Versuch, kommt von der WikiMapia: Das neue Projekt will ebenfalls Google Maps und die lexikalischen Einträge der Wikipedia verlinken, und fordert die Netz-Community auf, das direkt auf der Weltkarte von Google zu tun. Auf der Internet-Seite der WikiMapia können Interessierte Tags für bestimmte Orte und Sehenswürdigkeiten anbringen und selbstständig mit der entsprechenden Info-Seite auf der Wikipedia verlinken. Zu den neuen Markierungen zählen bislang touristische Örtlichkeiten wie die Notre Dame in Paris, das Opernhaus in Sydney oder der Nürburgring.

    30. Mai 2006 1
  • : iCommons Summit in Brasilien
    iCommons Summit in Brasilien

    Ich habe gerade Glücksgefühle im Körper, da gerade die Zusage für eines der seltenen europäischen Stipendien für den iCommons-Summit angekommen ist. iCommons ist das globale Treffen der Creative Commons Community und die brasilianische Regierung hat nach Rio de Janeiro eingeladen, um viele Aktivisten an einem Ort zu versammeln und die globale Vernetzung zu fördern. Aber es soll nicht nur ein CC-Treffen sein, viele Aktive aus „verwandten Communities“ wie die A2K-Bewegung, die Ubuntu-Community und Wikipedia werden ebenfalls vor Ort sein. Dürfte also sehr spannend werden und ich freu mich sehr darüber. Ohne die Erstattung der Flugkosten und des Hotels könnte ich leider nicht teilnehmen. Ich werde natürlich die Zeit dort nutzen, live von vor Ort zu berichten, viele Interviews zu machen und Euch über das ganze Treffen in diesem Blog ausführlich zu informieren.

    Leider musste ich aber gerade meine Zusage für die spannende Froscon-Konferenz in Stankt Augustin bei Bonn am selben Wochenende zurückziehen, wo ich alternativ sehr gerne hingefahren war.

    18. Mai 2006
  • : Schweiz: Verein Wikimedia CH gegründet
    Schweiz: Verein Wikimedia CH gegründet

    Am Sonntag 14. Mai 06 wurde „Wikimedia CH – Verein zur Förderung Freien Wissens“ gegründet. Der Verein wird eng mit der US Wikimedia Foundation Inc. zusammenarbeiten. Er ist das siebte lokale Förderverein für Wikimedia Projekte. Die Gründungsmitglieder der Wikimedia CH rekrutieren sich aus dem Umfeld der deutsch‑, französisch‑, italienisch- und alemannischsprachigen Wikipedia und es gibt für jede Landessprache ausser Rätoromanisch eine Ansprechspersonen.

    Der Verein organisiert zudem auch gleich den ersten Wikimedia Day in der Schweiz.

    Am 17. Juni wird der Verein an der ETH Zürich den Wikipedia Day 2006 veranstalten. Dabei will die Wikimedia CH den Besucherinnen und Besuchern die freie Online-Enzyklopädie näher bringen. Geplant sind Vorträge, eine Podiumsdiskussion und ein Schreibwettbewerb. Als Referent zugesagt hat unter anderem der im Dezember 2005 in der deutschsprachigen Wikipedia fälschlicherweise totgeschriebene Informatikprofessor Betrand Meyer. Die Aufarbeitung des Falles löste eine öffentliche Diskussion um die Qualität der Freien Inhalte aus.

    15. Mai 2006
  • : Keine Berufung im Fall Tron.
    Keine Berufung im Fall Tron.

    Das Landgericht Berlin hat eine Berufung des Wikipedia-Urteils im Falle „Tron“ zurückgewiesen. Auch wenn es rechtlich erlaubt ist, den Realname von Tron zu verwenden, sollte man es aus Respekt gegenüber den Eltern trotzdem nicht tun.

    12. Mai 2006 3
  • : achtung berlin – media showcase berlin brandenburg
    achtung berlin – media showcase berlin brandenburg

    Vom 11. bis 17. Mai 2006 findet im Hackesche Höfe Filmtheater das zweite „achtung berlin – new berlin film award“ – Festival statt. Über 100 lange und kurze Spiel- und Dokumentarfilme aus oder über Berlin werden dort gezeigt. Am kommenden Wochenende (13.–14. Mai) gibt es den „media showcase berlin brandenburg“, welchen wir von newthinking communications in Kooperation mit dem „achtung berlin e.V.“ veranstalten.

    Der media showcase berlin brandenburg ist die zentrale Plattform für aktuelle und innovative Medienprojekte aus der Region Berlin-Brandenburg. In der Verbindung von Ideenlabor, Media Lounge und Book Lounge führt der media showcase berlin brandenburg in die verschiedenen Branchenfelder ein, zeigt was in der Region produziert wird und vernetzt die Akteure untereinander.

    Die vier Schwerpunkte des „media showcase“ sind „Videoblogging – Ausblick auf die Filmproduktion der Zukunft“, „Games Industry – Nachwuchsförderung“, „Mobile Entertainment“ und „Medien im Raum“.

    Spannend dürfte vor allem der Schwerpunkt „Videoblogging – Ausblick auf die Filmproduktion der Zukunft“ sein, welcher Samstag von 13 Uhr bis 14:30 Uhr stattfindet. Schon am Vormittag führt Verena Dauerer um 10:30 Uhr in das Thema ein. Zusammen mit Oliver Passek werde ich um 13 Uhr in dem Vortrag „Hollywood 2.0 vs. Citizen Journalism“ die Top-Down Strategie der Filmindustrie und ihren Distributionskanälen den Bottum-Up Prozessen aus dem Netz gegenüberstellen. Im Anschluss daran stellt Stefan Kluge das „Open Source Film Netlabel“ „VEB Film Leipzig“ vor, die letztes Jahr den ersten Creative Commons Film „Route66“ veröffentlicht haben und das Netz als Vertriebsweg nutzen. Abschliessend präsentiert unser Chef-Techniker Marc Washeim eine Beta-Version des „newthinking median studio“, unsere Distribution für Video- und Soundbearbeitung, welche komplett aus Freier Software besteht.

    Sonntag um 15:30 Uhr wird noch Martin Schmidt im Rahmen des Schwerpunktes „Medien im Raum“ „Semapedia – Die Verknüpfung der physischen Welt mit Wikipedia“ vorstellen.

    Das Programmheft der „achtung berlin“ kann hier als PDF heruntergeladen werden.

    9. Mai 2006 1
  • : Veranstaltung: Die wunderbare Wissensvermehrung
    Veranstaltung: Die wunderbare Wissensvermehrung

    In der Telepolis-Buchserie ist das Buch „Die wunderbare Wissensvermehrung – Wie Open Innovation die Welt revolutioniert“ aktuell erschienen. Passend dazu gibt es am kommenden Montag, den 15. Mai, in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin eine Veranstaltung mit dem Untertitel „Wie weit trägt das Paradigma „Open Innovation“ für eine nachhaltige Wissensgesellschaft?“

    19.00 Uhr Begrüßung
    Olga Drossou, Heinrich-Böll-Stiftung

    19.15 Uhr Buchvorstellung: Die wunderbare Wissensvermehrung – Wie Open Innovation die Welt revolutioniert
    Florian Rötzer, Herausgeber der Telepolis-Buchreihe

    19.45 Uhr Podiumsdiskussion:

    - Grietje Bettin (MdB, Medienpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen)
    – Florian Rötzer (Chefredakteur Telepolis)
    – Klaus Landefeld (Vorstand eco – Verband der Deutschen Internetwirtschaft)
    – Rainer Kuhlen (Professor für Informationswissenschaft, Konstanz)

    Moderation: Stefan Krempl, Journalist

    21.00 Uhr Imbiss

    Montag, 15. Mai 2006, 19.00 ‑21.00 Uhr auf der Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung in den Hackeschen Höfen in Berlin, Rosenthaler Str. 40/41, Aufgang 1, 5. Etage

    Infos und Anmeldung (bis zum 11.5.06) bitte an medien@boell.de

    9. Mai 2006
  • : Wikipedia Relaunch
    Wikipedia Relaunch

    Die Wikipedia hat einen Relaunch bekommen. jetzt sieht alles ein wenig mehr nach „Web 2.0“-Design aus. Die runden Ecken scheinen ja gerade in Mode zu kommen. Wirkt aber sympathisch.

    28. April 2006 4
  • : Computer und Nachhaltigkeit
    Computer und Nachhaltigkeit

    In der Ausgabe von „Aus Politik und Zeitgeschichte“ vom 30. Januar mit dem Thema „Digitalisierung und Datenschutz“ ist ein Artikel von Dennis Mocigemba mit dem Titel „Computer und Nachhaltigkeit“ zu finden. In dem Beitrag geht es u.a. um Fragen der digitalen Spaltung, Elektroschrott, Softwarepatente, Wikis und Freier Software.

    Nachhaltigkeitsdebatten im Sinne von Aushandlungsprozessen zwischen ökonomischen, sozialen und ökologischen Interessen finden sich innerhalb der IT-Welt zuhauf, auch wenn sie selten explizit mit dem Begriff Nachhaltigkeit assoziiert werden. Manche dieser Debatten existieren bereits seit Jahrzehnten, andere sind noch jung. Einige vermögen weltweit die Gemüter zu erhitzen, andere sind von lokal begrenztem Interesse. Die Liste ließe sich mit Schlagworten wie Datenschutz, Bildschirmarbeitsverordnung, Social Software, E‑Government oder Software-Piraterie beliebig erweitern.

    Sicherlich wird man den Debatten nicht immer vollständig gerecht, wenn man sie auf ihren normativen Grundgedanken, nämlich den Ausgleich zwischen ökonomischen, sozialen und ökologischen Interessen reduziert. Der Vorteil einer solchen Reduktion besteht allerdings darin, diese Debatten für Außenstehende zu öffnen und ihnen zu vermitteln, worum es geht und ob sie selbst betroffen sind. Dies ist die Grundlage für die Partizipation möglichst breiter Bevölkerungsschichten an der Beantwortung der Frage: „In welcher Welt wollen wir mit welcher Technik leben?“ Eine solche Partizipation wiederum ist eine notwendige Voraussetzung für das, was die Bundesregierung als Nachhaltigkeit definiert: ein gesellschaftlicher Zustand, der in einem diskursiven Verfahren als wünschenswert und gerecht ermittelt wurde.

    27. April 2006
  • : Mal wieder: Wikipedia in politischer Kampagne missbraucht
    Mal wieder: Wikipedia in politischer Kampagne missbraucht

    Ein weiteres Beispiel, wie die Wikipedia in politischen Kampagnen missbraucht wird, kann man bei First Coust News finden: Cox to ‚Deal With’ Wiki-Attack.

    Konkret geht es wohl um einen Vorwahlkampf der Demokratischen Partei für den Governeur-Kandidaten in Georgia.

    Secretary of State Cathy Cox spoke out Wednesday about allegations that the manager for her gubernatorial campaign altered an online biography for her opponent on the Wikipedia Website. The biography added details about the arrest of Lt. Gov. Mark Taylor’s son on DUI charges after a deadly car accident that killed his friend.

    26. April 2006
  • : Congresspedia
    Congresspedia

    Ein neues Projekt aus den USA ist die Congresspedia. Der Name sagt schon alles, es ist ein Wiki, wo Bürger gemeinschaftlich Informationen über den US-Kongress, seine Arbeit und den beteiligten Politikern sammeln sollen.

    26. April 2006
  • : Die Offenheit in der digitalen Ökonomie
    Die Offenheit in der digitalen Ökonomie

    Das Komitee für wirtschaftliche Entwicklung in Washington, D, C., (CED – Committee for economic development) hat den Bericht „Open Standards, Open Source, and Open Innovation: Harnessing the Benefits of Openness“ veröffentlicht. Erarbeitet wurde die Studie vom Digital Connections Council (DCC), der gleichfalls vom CED, einer wirtschaftlich geführten „Public Policy Group“ und „unabhängigen und überparteilichen Organisation aus Führern der Wirtschaft und der Bildung“, finanziert wird. In „Open Standards, …“ wird betont, dass im Namen der Innovation und des ökonomischen Wachstums der USA die „Offenheit“ (openness) bei der Schaffung von Software ausgebaut werden muss. „Offene Standards werden bei der digitalen Technologie gebraucht, um im Informationszeitalter weiter zu entwickeln und das wirtschaftliche Wachstum zu vermehren“, erklärt Paul Horn, Vorsitzender des DDC und Senior Vice President / Research bei IBM beim CED, und geht noch einen Schritt weiter: „Open Innovation regt außerdem den Handel jenseits der Grenzen von Software und Informationstechnologie an, bis hin zu physischen Waren.“

    Auf 72 Seiten, auch als PDF-Download verfügbar, werden unter anderem Offene Standards, Open-Source-Software und Open Innovation jeweils eingehend angesprochen und Empfehlungen für deren Einsatz gegeben: So empfiehlt der DDC, dass Regierungen Offene Standards so weit wie möglich unterstützen sollten, und das durch das größtmögliche Mitwirken aller. Bei der Open-Source-Software sieht der DDC eine friedliche Koexistenz von proprietärer und offener Software. Es müsse eine Interoperabilität gewährleistet sein, deshalb dürfe die US-amerikanische Regierung auch nicht eine bestimmte Lizenz verlangen, noch von dem Bürger erwarten, Hard- und Software eines bestimmten Herstellers zu nutzen.

    Bei der Open Innovation verweist der DDC auf neue Innovationsprozesse wie die „peer production“, das Zusammentragen, Schaffen und Verwalten von Information durch den Beitrag vieler. Dabei führt sie die Online-Enzyklopädie Wikipedia und die Käuferrezensionen bei eBay an. Regierungen sollten diese Entwicklungen unterstützen. Darüber hinaus spricht sich der DDC gegen schärfere Gesetze zugunsten des geistigen Eigentums aus – es sei denn, die Befürworter dieser neuen Gesetze könnten beweisen, dass sie der Gesellschaft durch einen größeren Zugang zur Technologie nutzen.

    25. April 2006
  • : Ist das die Welt in der ich Leben will?
    Ist das die Welt in der ich Leben will?

    Was ist der Unterschied zwischen Microsoft Corp und 1000 Bloggern? Microsoft hat ein Gesicht und eine Stimme, wird dadurch gehört und wahrgenommen. Wenn der chinesische Regierungschef Mr. Bill Gates besucht kommt das zur Prime Time auf allen Fernsehkanälen, würde er 1000 normale Blogger besuchen, so käme das höchstens in die Regionalpresse. Das Muster läßt sich beliebig fortsetzen. Der potenzielle Verlust von 200 Jobs bei Bertelsmann wiegt schwerer als 10 000 Jobs bei den namen- und gesichtslosen IT-Kein- und Kleinstbetrieben. Kein Gesicht gleich keine Stimme gleich keine Publicity.

    Die Frage, die sich mir stellt: ist das wirklich so, oder kann man mit den modernen Technologien ein so lautes Rauschen erzeugen, dass man wahrgenommen wird? Kann man mit Hilfe von Blogs ein Gegengewicht zu der Lobbymaschine der allgegenwertigen Gesichter erzeugen? Ich weiß es nicht. Aber es ist es wert in einem Experiment erprobt zu werden.

    Auf netzpolitik.org wird fast täglich über neue Gesetze und Entwicklungen berichtet, die unsere Welt nachhaltig verändern werden. Doch wie wird diese Welt aussehen? Lasst uns in der Bloggosphäre unsere Visionen einer Zukunft sammeln, in der wir nicht leben möchten. Wenn das Experiment klappt und wir genügend Visionen zusammenbekommen, so wird das Rauschen so laut sein, dass man uns hören wird. Wenn das Experiment nicht klappt, so bekommen wir vielleicht wenigstens ein paar anschauliche Argumente, welche Folgen diese Veränderungen dieser Zeit mit sich bringen könnten.

    Wie sieht das Experiment aus: Wenn ihr Blogger seit, so berichtet über dieses Experiment und verfasst eventuell eine oder mehrere Visionen und lasst uns dies über Trackbacks wissen. Wenn ihr kein eigenes Blog habt, so könnt ihr eure Kommentare und Visionen direkt in den Kommentaren hinterlassen.

    24. April 2006 20
  • : Konferenz: Wizards of OS 4
    Konferenz: Wizards of OS 4

    Hätte ich eigentlich schon viel früher bloggen sollen: Zückt Eure (virtuellen) Terminkalender und tragt Euch den 14.–16. September ein, denn da wird die 4. Wizards of OS – Konferenz hier in Berlin stattfinden, an der ich nicht ganz unbeteiligt bin. Der bisherige Arbeitstitel lautet: Information Freedom Rules.

    24. April 2006
  • : Access to Knowledge – Konferenz
    Access to Knowledge – Konferenz

    In den USA findet an der Yale University gerade die Access to Knowledge – Konferenz statt. Mir hat leider niemand die Fahrtkosten finanziert, so dass ich neidisch bei Karsten Gerloff mitlese, der von dort bloggt. Leider scheint es keinen Stream von der Veranstaltung zu geben, zumindest habe ich nichts gefunden. Aber es gibt ein Konferenz-Wiki.

    Bei Heise fand sich gestern schon ein Artikel: Offensivstrategien beim Wissenszugang gefordert.

    Interessant sind auch die „A2K Conference Resources“.

    Und bei Technorati findet man schon verschiedene Blog-Quellen, die von der Konferenz berichten. Sehr interessant ist das Live-Bloggen bei Lawmeme.

    24. April 2006
  • : Tibet-Gaming über Bande
    Tibet-Gaming über Bande

    Wikipedia enthält einen Artikel zu Tibet.

    Das ist gelogen.

    Die deutschsprachige Wikipedia enthält einen Artikel mit dem Titel „Tibet“. Noch dazu eine Kategorie „Tibet“ mit 48 Artikeln und 6 Unterkategorien und insgesamt 250 Artikel mit Tibet-Bezug. In der englischen Sprache sind es knapp doppelt so viele.

    Insgesamt wurde der Tibet-Artikel bisher ungefähr 600 Mal bearbeitet und trägt seit Februar 2006 in der deutschsprachigen Wikipedia das halb-Gütezeichen „Lesenswerter Artikel“.

    In der FAZ ist heute ein Artikel „Bestenfalls Blauäugig“ von Klemens Ludwig über diesen Artikel zu lesen. Aufhänger ist eine Pressemitteilung der Tibet Initiative Deutschland vom Febuar 2006.

    TID kritisiert Wikipedia

    Stichwort „Tibet“ verbreitet offizielle chinesische Sichtweise

    Nun muss man wissen, daß es der Anspruch der Wikipedianer ist, die Sache genau zu nehmen. Im Grunde kann man nur hoffen, daß Wikipedia genau dies tut, nämlich die Sichtweise der chinesischen Regierung zu verbreiten. Was Wikipedianer nicht machen, ist, sich die regierungschinesische Sichtweise anzueignen. Dieser Unterschied hat gewaltige Konsequenzen.

    Er ist im Handbuch unter Wikipedia:Neutraler Standpunkt dargelegt:

    Ein guter Artikel stellt u.a. auch die verschiedenen Standpunkte zum Thema dar. Sofern die verschiedenen Standpunkte ähnlich ausführlich beschrieben sind, stellt der Artikel als gesamtes den neutralen Standpunkt dar. So ist es bei vielen Artikeln möglich neben dem Befürworter- auch den Gegner-Standpunkt zu beschreiben (z.B. in einem Abschnitt der mit ‚Kritik’ betitelt wird).

    Hand in Hand mit der Neutralität geht übrigens auch die Pflicht, Quellen zu nennen. Klingt trivial, ist es aber nicht immer. Wikipedia ist kein Ort, um die Frage der ethnischen Zusammensetzung Tibets (oder die Frage, wie viel Gebiet Tibet genau ist) zu klären. Wir verweisen auf belastbare externe Quellen, die dies mit eigenen Worten darstellen.

    In der FAZ lässt sich die TID zitieren:

    Unsere wichtigste Quelle sind die Flüchtlinge in Indien.

    Das ist insofern schwierig, als dass „Ich hab’s von einem Flüchtling in Indien“ als Beleg wenig hilft. Eine wissenschaftliche Fachpublikation, die mit einer gesicherten Methodik solche Aussagen auswertet, ist da schon etwas anderes.

    Was gestern und heute einzelne Wikipedianer aufgeregt hat, ist die Tatsache, daß der FAZ-Autor offenbar Mitglied der TID ist und mal ihr erster Vorsitzender war. Wäre da nicht noch im Artikel dafür etwas Platz gewesen? Stand nicht ein Kollege bereit, der hier den Artikel hätte schreiben können?

    Als Ratschlag, der auch ausserhalb der Wikipedia hilfreich sein könnte, bleibt mir wieder Wikipedia:Neutraler Standpunkt:

    Wer in einem sehr emotionalen Verhältnis zu einem bestimmten Thema steht, sollte auf eine Mitarbeit in dem betroffenen Themengebiet verzichten, um die Neutralität nicht zu beeinträchtigen.

    Disclaimer: Der Autor ist Wikipedianer.

    Leserbrief von Elisabeth Bauer, Wikipedianerin und im Artikel zitiert an die FAZ, hierher in Kopie:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Mit einigem Befremden habe ich als Pressesprecherin der Wikipedia Ihren
    Artikel „Bestenfalls Blauäugigkeit“[1] gelesen. Es wäre vielleicht
    angebracht gewesen, bei einem Beitrag über Vorwürfe der Tibet Initiative
    Deutschland e.V. gegen Wikipedia den Hintergrund des Autors als
    ehemaligem ersten Vorsitzenden dieses Vereins[2] zu erwähnen. Die
    Presseerklärung auf der Website der TID zu diesem Fall[3] ist der
    Wikipedia niemals zugegangen. Von dort behaupteten Kontaktaufnahmen bzw.
    einem Angebot zur Mitarbeit ist uns nicht bekannt. Dagegen steht seit
    21. Dezember 2005 auf der Diskussionsseite des Tibetartikels eine
    bislang unbeantwortete Einladung an die TID zur Mitarbeit am Artikel[4].

    Die Mitarbeit an der Wikipedia und Korrekturen an Artikeln stehen
    prinzipiell allen offen. Als Enzyklopädieprojekt müssen wir allerdings
    darauf bestehen, dass insbesondere umstrittene Behauptungen mit
    anerkannten Quellen belegt werden, mögen sie auch noch so wahr sein.
    Darauf wird bei jeder Bearbeitung hingewiesen. Die Wikipedia-Richtlinie
    des Neutralen Standpunkts fordert, ebenso die offizielle chinesische
    Sichtweise wie anerkannte kritische Sichtweisen darzustellen. Nach der
    Richtlinie sollen Artikel selbst nicht Position beziehen, sondern
    konkurrierende Darstellungen so neutral wie möglich beschreiben. So
    finden sich im Artikel „Tibet“ zum Beispiel neben den offiziellen
    chinesischen Bevölkerungsangaben auch die Schätzungen der tibetischen
    Exilregierung. Chinesische wie exiltibetische Darstellungen sind als
    solche kenntlich gemacht.

    Insofern kann ich die Vorwürfe („Bestenfalls Blauäugigkeit“) nicht ganz
    nachvollziehen. Als offene Enzyklopädie muss sich Wikipedia der
    Einflußnahme zahlreicher Interessen- und Lobbygruppen erwehren. Die
    freiwilligen Autoren achten deshalb zunehmend darauf, dass nur
    ausreichend belegte Angaben Eingang in Artikel finden.

    Eine Korrektur noch: Wikipedia-Artikel haben keinen alleinigen Autor,
    wie der Artikel suggeriert. Am Artikel über Tibet etwa arbeiten vier bis
    fünf Autoren regelmäßig mit, nicht mitgerechnet diejenigen freiwilligen
    Mitarbeiter, die alle Änderungen auf unkommentierte Textlöschungen und
    unbelegte Behauptungen überprüfen und gegebenenfalls rückgängig machen.
    Die Behauptung, der Autor einer Passage hätte Änderungen selbst
    zurückgesetzt, erscheint mir deshalb etwas gewagt.

    mit freundlichen Grüßen,
    Elisabeth Bauer

    [1]
    http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~EC7764D4EE9CC432C9C0157FA5433AC54~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    [2] http://www.tibet.de/tib/tibu/2004/tibu70/70tid.html
    [3]
    http://www.tibet-initiative.de/frames.html?Seite=/Kap9/9–4/Kap9_4-135.html
    (auf der Diskussionsseite des Artikels in der Wikipedia findet sich
    lediglich eine anonym eingestellte anderslautende, angeblich von der
    Tibetinitiative stammende Presseerklärung, die aber wiederum nicht auf
    deren Website zu finden ist)
    [4]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Tibet#Ausschließlich_antichinesische_Haltung_ist_unangebracht

    Anmerkung:

    Elisabeth Bauer war als Wikipedianerin an der Formulierung von Texten aus dem Handbuch beteiligt, so auch an den Texten zum Neutralen Standpunkt.

    Anmerkung 2: FAZ.NET hat einen redaktionellen Kodex, der hier unter Umständen einschlägig sein könnte.

    18. April 2006 6
  • : PC Praxis: „Besser als Brockhaus“ und das Urheberrecht
    PC Praxis: „Besser als Brockhaus“ und das Urheberrecht

    In der aktuellen Ausgabe der PC Praxis liegt eine DVD mit Inhalten der Wikipedia. Auf dem Cover steht „Wikipedia auf DVD – Gratis: 350.000 – Lexikon-Artikel komplett gratis – Besser als Brockhaus – Wikipedia PC Praxis Edition 2006“.

    Bei Lichte handelt es sich um einen SQL-Dump der jeweils aktuellen Artikelversion und beigelegt XAMPP, also Apache, MySQL und PHP und Mediawiki.

    Was fehlt, sind offenbar gänzlich alle Versuche, sich an die (sperrige) Lizenz zu halten, unter der Wikipedia steht. Versionsgeschichten fehlen und damit auch die Autorennamen.

    Neben möglichen markenrechtlichen Problemen wegen der Nutzung des Logos verstößt nach dem aktuellen Kenntnisstand diese DVD gegen das Urheberrecht in zigtausendfacher Weise. Ob einer der Autoren nun, da die Lizenzbedingungen nicht eingehalten wurden, beispielsweise eine branchenübliche Kostennote an den Verlag Data Becker schickt (der übrigens selbst in den letzten 10 Jahren ein Lexikon herausgebracht hat), kann nur spekuliert werden.

    Wäre Wikipedia eine klassische Firma, so wäre es vielleicht wahrscheinlicher, daß über einen Anwalt eine strafbewerte Unterlassungserklärung per FAX an den Verlag geschickt wird, Vertragsstrafen ausgehandelt werden und im Zweifelsfall ein Gericht eine einstweilige Verfügung gegen den Verlag und Distributoren erwirkt, diese Zeitschrift nicht mehr auszuliefern.

    Wikipedia ist keine klassische Firma.

    Welche sozialen und freundlichen und effektiven Möglichkeiten stehen den Beteiligten offen, die Lizenzbedingungen durchzusetzen? Von Harald Welte kennen wir gute Beispiele, daß eine einzige Person recht viel in dieser Richtung erreichen kann.

    15. April 2006 5
  • : Lokalisierte Ranglisten von Alexa
    Lokalisierte Ranglisten von Alexa

    Die Amazon-Tochter Alexa beglückt die Internetwelt schon seit einiger Zeit mit bunten Graphiken. Auch wenn die Datenbasis nicht ganz so klar ist wie manche hoffen, so geben die Zahlen auf alexa.com einen guten Hinweis darauf, wie populär einzelne Seiten sind. Bisher geschah dies primär auf einer weltweiten Basis.

    Nun gibt es von Alexa Ranglisten jeweils bezogen auf die Klickgewohnheiten von Einwohnern eines Landes.

    Ich bin das mal für Wikipedia durchgegangen, die Kürzel beziehen sich jeweils auf das Land (nicht die Sprache):

    Länder mit XX haben wikipedia.org nicht in der gemessenen Top100 von Alexa.

    07 DE
    08 AT
    08 CH

    08 NZ
    09 PL
    10 CO
    10 PK
    11 PT
    12 CA
    12 GB
    12 NL
    12 PR
    12 RO
    12 UK
    13 FR
    13 IE
    13 IL
    13 IT

    67 VN
    73 LB
    73 QA
    86 TH
    97 HK
    XX KR
    XX SA
    XX TW
    XX ZH

    Die Zahlen sind jeweils immer mit Vorsicht zu betrachten. Schaut man sich einmal die Situation in Deutschland an, zeigt sich die gewisse Googledominanz:

    1. google.de
    3. google.com
    15. blogger.com
    17. 72.14.203.104
    75. 72.14.207.104
    100. google.co.uk

    14. April 2006
  • : What is wrong with Britannica comparisons?
    What is wrong with Britannica comparisons?

    Das britische Magazin „BBC Focus“, das sich bescheiden „the world’s best science & technology monthly“ nennt, hat in der aktuellen Ausgabe einige Informationsdienste in englischer Sprache getestet. Für kleine Werte von „Test“.

    Drei Fachwissenschaftler schauten sich jeweils einen Artikel von Encyclopaedia Britannica, Encarta, Infoplease und Wikipedia an:

    *Vogelgrippe
    *George Stephenson
    *Planetesimal

    Das Resultat nach Punkten am ende: Infoplease 2/5; Encarta 3/5; Britannica 3/5; Wikipedia 4/5.

    Wenngleich der Artikel selbst nicht online ist, gibt es auf der Mailingliste der englischsprachigen Wikipedia eine kleine Zusammenfassung.

    Kann denn nicht endlich mal einen Lexikon-Vergleich anstellen?

    14. April 2006 1
  • : Planetopia sucht… und findet nicht
    Planetopia sucht… und findet nicht

    Auf Winfuture tauchte ein seltsames Posting auf:

    Hallo,

    wir von Planetopia Online suchen Menschen, die negative Erfahrungen mit Wikipedia gemacht haben.
    Gesucht werden demnach alle, die dort in irgendeiner Form verleumdet wurden, deren Angaben unberechtigt als falsch gewertet wurden oder die durch falsche Angaben Probleme bekommen haben.
    Sollte jemand Interesse haben, seinen Fall vor der Kamera zu schildern und uns bei unserem Beitrag zu unterstützen, würde ich mich über eine Email freuen.

    Oliver L[…]

    News and Pictures Fernsehen GmbH & Co. KG
    Redaktion „Planetopia Online“
    Otto-Schott-Str. 9
    55127 Mainz
    Tel.: 06131/600-[…]
    Fax: 06131/600-[…]
    […]@mscrm.de
    www.planetopia.de

    In einem kurzen Telephonat mit dem entsprechenden Autor konnte bestätigt werden, daß dieses Posting authentisch ist. Der Thread wurde auf Winfuture gesperrt.

    Im Telephonat erwähnte dann Herr L. noch, daß sich bislang niemand gemeldet hat. Die Schlussfolgerung, daß es vielleicht doch nicht solche Fälle wie erhofft gibt, hat er noch nicht gezogen.

    Man sei nun an einem Beispiel, wo ein Mensch offenbar gesperrt wurde, obwohl er sinnvolle Edits vorweisen könne. Oder so ähnlich, man sei sich da aber noch unsicher.

    Na, weckt das vielleicht Erinnerungen?

    11. April 2006 17
  • : Lack of choice, lack of innovation
    Lack of choice, lack of innovation

    Vom 2. bis 4. März 2006 fand in Mainz der 10. Bundeskongress der Bundeszentrale für Politische Bildung statt. Als Sponsor trat das Bibliographische Institut & F.A. Brockhaus auf, das gerade dabei ist, die 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie für Geld an den Mann und an die Frau zu bringen.

    Sektion 8 des Kongresses galt der Frage (plus der eingekapselten Behauptung) Wissen ist Macht – wer verfügt über das im Internet vermittelte Wissen?, es nahmen dort Jeanette Hoffmann, Erik Möller und Bernd Kreissig teil, moderiert wurde diese Veranstaltung von Thorsten Schilling.

    Bernd Kreissig ist (einer von zwei) Geschäftsführer(n) der BIFAB-Tochter „Brockhaus Duden Neue Medien“, die beispielsweise im Auftrag des Verlages Produkte wie den „Brockhaus multimedial“ herstellt. Kreissig war für den BIFAB-Vorstandssprecher Alexander Bob eingesprungen, der zwar noch mit dem Beitrag „Die Grenzen freier Inhalte“ eingetragen war, diesen dann aber aus Zeitgründen nicht mehr einhalten konnte. Kreissigs Ersatzleistung lief ebenso unter diesem Titel, die 13 Thesen des Theologen stammen jedoch nach eigener Aussage vollständig aus seiner Feder. Der eigentliche Vortrag auf diesem Kongress orientierte sich recht nah an dem Text auf dem Thesenpapier, wie man auf MP3 bei mediaculture-online.de nachhören kann.

    Ich möchte einmal exemplarisch eine dieser Thesen aufgreifen und ein wenig Material dazu beisteuern, das meinetwegen auch dazu geeignet sein kann, Kreissigs Aussagen zu stützen. Vielleicht klappt es sogar, ein wenig über die Grenzen der Thesen hinaus einen Blick auf die aktuelle Situation von über das Internet vermittelten Inhalten zu werfern und (jetzt wird es spekulativ) auf die Zukunft.

    8. April 2006 2