Wikipedia

  • : Den Koalitionsvertrag in Österreich neu verhandeln
    Den Koalitionsvertrag in Österreich neu verhandeln

    Die Grünen in Österreich lassen in einem Wiki den Koalitionsvertrag zwischen SPÖ und ÖVP unter dem Motto „Neu verhandeln“ neu schreiben: Die Koalition im Wikipedia-Test.

    Ganz wie das Vorbild Wikipedia, auf dessen frei zugänglicher Software die grüne Seite auch basiert, ist der Prozess transparent: Änderungen lassen sich nachvollziehen und können in eigenen Foren diskutiert werden. Anders als bei der Online-Welt-Enzyklopädie, die eigene Administratoren quasi als „Wissens-Sheriffs“ einsetzt, haben die Grünen vorerst aber nicht vor, inhaltlich einzugreifen. „Rassistische, sexistische und andere politisch nicht korrekte Texte werden entfernt. Wir haben aber nicht vor, die Seiten zu redigieren“, meint Vassilakou. Mit Kampfpostern aus anderen Parteien wird gerechnet. „Aber da _glauben wir an die Kraft der Selbstregulation“, meint die grüne Gemeinderätin Marie Ringler, die die Idee für den Koalitionspakt-Elchtest im Netz hatte.

    Dreißig Tage will die Oppositionspartei das rot-schwarze Koalitionsübereinkommen der Kritik der Internet-Community überlassen, danach soll erste Bilanz gezogen werden. Als Vergleich ist das rot-schwarze Original in einer „Read only“-Version abrufbar. „Wir wollten ganz einfach die Alltagspraktiken der Internetgeneration in die Politik transferieren“, sagt Ringler.

    5. Februar 2007 1
  • : BpB: Online-Dossier zu Open Source
    BpB: Online-Dossier zu Open Source

    Die Bundeszentrale für politische Bildung hat ein umfangreiches Online-Dossier zum Thema „Open Source“ heute veröffentlicht. Mit dabei sind einige Interviews, die auf der Wizards of OS 4 gemacht worden sind, darunter auch eines mit mir.

    […]Und mehr noch: Open Source ist zu einer weltweiten sozialen Bewegung geworden, die antritt, nach der Software nun auch Wissen und Kultur zu „befreien“. Von Open Access bis Creative Commons, von Wikipedia bis Edubuntu arbeiten zehntausende Menschen weltweit über das Internet an einem kollektiven Schatz freien Wissens, entdecken neue Formen der Kooperation und des Gemeinsinns, und stören dabei alle Regeln von Urheberrecht und Wirtschaft auf.

    In Interviews und Texten beleuchtet das Dossier das Phänomen „Open Source“ von vielen Seiten, lässt Protagonisten und Kritiker zu Wort kommen und hilft, seine technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Mechanismen zu verstehen.

    11. Januar 2007 1
  • : Wikiasari – eine Weihnachtsgeschichte
    Wikiasari – eine Weihnachtsgeschichte

    Die Weihnachts-Story des Jahres war ja „Wikiasari“. An dem Beispiel konnte man schön beobachten, wie Netz-Journalisten gerne voneinander abschreiben und die Story mit jeder neuen Erscheinung noch grösser wird. Und ziemlich schnell war man von einer Idee bei dem nächsten grossen Ding, nämlich der neuen Konkurrenz von Google. Mit Wikipedia und Community, eigentlich alles dabei, was man aktuell für eine grosse Story braucht. Fehlte nur noch ein Stern und ein paar wandernde Könige mit aktuellen Technikkrimskrams.

    Fragte man aktive Wikipedianer, so schwankten die eher zwischen Amüsement und Genervtsein. Eigentlich fragte kaum ein Journalist mal nach, bevor man die neue Konkurrenz zu Google aus dem Hause Wikipedia verkündete.

    Bei search-lab.de findet sich zu dem Thema jetzt ein Interview mit Kurt Jannson:

    Hallo Kurt, was genau ist dieses neue Wikiasari-Projekt?

    Unter dem Namen “Wikiasari” wird zurzeit in vielen Medien über ein Projekt von Jimbo Wales, dem Initiator des Wikipedia-Projektes, berichtet. Zum ersten Mal hörte ich davon 2002, damals noch unter dem Titel “3apes”. Später hieß es “Wikia”, was dann aber zu dem Namen von Herrn Wales Wiki-Hosting-Service wurde. Der Name “Wikiasari” ist eigentlich auch veraltet, aktuell wird die Projekt-Plattform als “Wikia Search” bezeichnet.

    Abgesehen davon war die Idee nicht wirklich neu, den menschlichen Faktor in die Bewertung von Suchergebnissen einzubeziehen. Nicht nur deshalb hat Yahoo beispielsweise del.icio.us gekauft, um genau diesen Faktor zu bekommen. Allerdings hat Yahoo damit anscheinend so einige Probleme bei der Integration. Ich bin einer Meinung mit Kurt, dass Suchmaschinen mittelfristig sowohl durch Algorithmen und Künstlicher Intelligenz auf der einen Seite, als auch mit mit dem menschlichen Faktor von (individualisierten) Massen zu einem Ergebnis kommen.

    3. Januar 2007 2
  • : Bild.de zu blöd für Content-Klau bei Wikipedia?
    Bild.de zu blöd für Content-Klau bei Wikipedia?

    Bild.de klaut bei Wikipedia, verletzt die FDL-Lizenz und ist auch noch so blöd, einen Fehler einzubauen: Bild.de falscher als „Wiki-Fehlia“.

    Erstaunlicherweise gleicht die Bild.de-Antwort in großen Teilen einem entsprechenden Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia, das von „Bild“ und Bild.de unlängst mehrere Tage „Wiki-Fehlia“ genannt und als „unzuverlässig“ dargestellt wurde. Genauer gesagt, weicht die Bild.de-Erklärung nur an einer einzigen Stelle vom Wikipedia-Text ab.

    5. Dezember 2006 3
  • : Lokale Färbungen Zensur der chinesischen Wikipedia
    Lokale Färbungen Zensur der chinesischen Wikipedia

    Die Wikipedia wird von China aus mal blockiert, und mal nicht. Das ist man gewöhnt, das macht kaum Schlagzeilen. Der eigentliche Kampf um die Inhalte wird vermutlich auch von den Netz-Zensoren geführt, die in China teils undercover, auf jeden Fall aber zahlreich unterwegs sind. Beim Linuxinsider.com liest man über das Beispiel von Mao Zhedong (Mao Tse-tung, 毛泽东/毛澤東):

    Indeed, in its present form, the Chinese Wikipedia introduction to Mao could hardly be more anodyne: „One of the main founders and leaders of the Communist Party of China, the People’s Liberation Army and the People’s Republic of China,“ it reads. „He introduced a series of political movements such as the Great Leap Forward and the Cultural Revolution. He had a great influence over 20th-century China and the world.“

    On the evidence of entries like this, for the moment, the fight over editorial direction of Wikipedia in Chinese is being won by enthusiasts who practice self-censorship.

    Auch das verwundert nicht. Zensur funktioniert nicht gut, wenn sie alleine von einer Instanz geführt und betrieben wird. Wenn allzu heikle Themen immerzu vermieden werden (hier z.B. von den gemeinen Leuten auf der Straße, den Intellektuellen, Ausländern, Touristen, …) dann funktioniert sie am besten und am schärfsten. Soziale Kontrolle wirkt wie eine Schere in den Köpfen. Man einigt sich auf einen kleinen gemeinsamen Nenner, der möglichst Implikationen vermeidet.

    Die üblichen heißen und gemiedenen Themen sind natürlich Erstbesiedlung und heutiger Status von Taiwan (das selbstredend ein eigenständiger, souveräner Staat ist, außer in den Augen der chinesischen Regierung), das Tiananmen-Massaker von 1989, und anderes. Erstaunlich auch, dass die Inhalte der chinesischen Wikipedia vor allem von Überseechinesen erstellt werden. Dazu Jimbo Wales:

    said that divergence was not unique to China; English- and French-language entries on the same topics in some cases began quite differently but over time became similar the broader the access. He expects the same phenomenon to affect Chinese entries.

    Dann kann die Zukunft ja besser werden. Immerhin steht nach wie vor fest, dass Taiwan die technologische Führung übernommen hat. Schließlich ist es Republik, seit zwei Jahrzehnten demokratisch und respektiert die Menschenrechte.

    [via]

    4. Dezember 2006 2
  • : Iran sperrte Wikipedia und andere Seiten
    Iran sperrte Wikipedia und andere Seiten

    Im Iran gab es wieder massive Internet-Sperrungen. U.a. wurde die englischsprachige Wikipedia für einen Tag ausgeblendet, dazu noch Seiten wie Amazon, Imdb, Youtube und die NYT. Mehr dazu im britischen Guardian: Censorship fears rise as Iran blocks access to top websites

    Last week Mohammed Tourang, head of the information bureau’s cultural committee, warned Iranian websites of stricter rules by announcing steps to stamp out „immoral and illegal“ content. He said site owners would be given official reminders to eliminate forbidden material. Special attention would be paid to content judged to be a threat to national unity or insulting to sacred religious texts and symbols. Students and academics say the move limits their ability to conduct research.

    4. Dezember 2006
  • : 500000 deutschsprachige Wikipedia-Artikel
    500000 deutschsprachige Wikipedia-Artikel

    Herzlichen Glückwunsch:

    Der deutschsprachige Teil der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Nacht zum Donnerstag, 23. November 2006, die Marke von 500.000 Artikeln überschritten. Das offene Nachschlagewerk, bei dem jeder Internetnutzer nicht nur Artikel lesen, sondern auch schreiben und bearbeiten kann, setzt damit sein rasantes Wachstum fort. Mit 500.000 Artikeln und über 200 Millionen Wörtern ist die Wikipedia in weniger als sechs Jahren zum größten deutschsprachigen Nachschlagewerk aller Zeiten geworden.

    Mehr gibt es dazu in einer Pressemitteilung des Wikimedia e.V.: Wikipedia: 500.000 Artikel bei der größten deutschsprachigen Enzyklopädie.

    23. November 2006 1
  • : China, Wikipedia: wieder unzensierter Zugang?
    China, Wikipedia: wieder unzensierter Zugang?

    Dass die Wikipedia in China nur eingeschränkt zugänglich ist galt fast schon als Gemeinplatz. Details konnte man teils hier nachlesen. Doch ich lese gerade verwundert, dass offenbar wieder alles unzensiert zugänglich sein soll, sowohl auf chinesisch wie auch auf englisch:

    „Nobody knows what the Wikipedia unblocking means and how long it’s going to last,“ Berkman fellow Rebecca MacKinnon said in an article in today’s Boston Globe. The article continues, „[i]ndeed, the Chinese government denies censoring the Internet at all, despite widespread complaints that many Western news and information services are inaccessible. Because of these official denials, said MacKinnon, ‚it makes it difficult to figure out why anything happens.’ “

    Womöglich war das auch nur ein Test oder ein Versehen, denn inzwischen soll die Aufhebung der Blockade selbst schon wieder aufgehoben worden sein.

    Bei so einer Informationslage möchte man gerne eine Außenstelle China haben oder sowas.

    [via]

    19. November 2006 4
  • : Ausgerechnet: Bild-Zeitung warnt vor Wikipedia
    Ausgerechnet: Bild-Zeitung warnt vor Wikipedia

    Die Bild-Zeitung möchte witzig sein: So unzuverlässig ist Deutschlands beliebtestes Internet-Lexikon.

    Warum ist es gefährlich, sich auf Wikipedia zu verlassen?
    Niemand weiß, wer hinter den Einträgen steckt – ob Experte, Laie oder Spaßvogel. Immer wieder schreiben Internet-Vagabunden mit erfundenen Identitäten absichtlich Fehler in Einträge.

    Eigentlich kann man ja froh sein, dass die Bild-Zeitung ihre Nutzer nicht auffordert, die Artikel direkt zu verbessern. Sonst würden die noch die Wahrheiten der Bild-Zeitung dort eintragen.

    14. November 2006 11
  • : Aktion:Remixt Lessig!
    Aktion:Remixt Lessig!

    Anfang letzter Woche hatten wir die Chance, ein Interview mit Lawrence Lessig in Berlin zu machen. Lawrence Lessig ist Autor mehrerer Bücher, ein US-amerikanischer Jura-Professor an der Stanford Law School und Mitgründer von Creative Commons. Im Moment ist er für ein Jahr Fellow an der American Academy in Berlin und hat sich hierher zurückgezogen, um zwei weitere Bücher zu schreiben. Trotz Erkältung und Husten hatte er sich fast eine Stunde Zeit genommen, verschiedene Themen ausführlich zu erklären. Auch wenn wir gerne noch viel mehr Themen angeschnitten hätten.

    Das Ergebnis ist hier zu sehen. Ich habe das ganze Interview in kleine Teile geschnitten, so dass immer ein Block aus Frage und Antwort besteht. Beim schneiden kam die Idee, das ganze Interview gleich unter die Creative Commons Lizenz zu stellen, die am meisten Freiheit gewährt und alles zum Remixen unter der CC-Namensnennung auch zur kommerziellen Nutzung frei zu geben. Die einzelnen Blöcke sind alle als .dv-Dateien in einem beinahe unkomprimierten Zustand (Vorsicht: Teilweise sind die Dateien über 1 GB gross!**). Gleichzeitig finden sich hier bearbeitete Versionen in OGG Theora und weitgehend als AVI mit dem NetzpolitikTV-Intro, was der Wetterfrosch mal erstellt hatte.***

    Es gibt sicherlich viele Leser und Leserinnen, die begnadeter im Videomixen sind als ich es mit meiner knappen Zeit im Moment bin und wahrscheinlich jemals sein werde. Deshalb macht damit, was Ihr wollt: Die einzige Regel ist, die Creative Commons Namensnennungs-Lizenz zu befolgen. Alle Remixe müssen einen Verweis auf netzpolitik.org haben*. Das ist alles. Das Videomaterial kann mit Unterstiteln versehen werden, anders zusammengestellt werden, man kann meine Rolle als Interviewer einnehmen und bessere Fragen stellen, man kann Musik unterlegen, Special-Effects einfügen, einzelne Teil-Aspekte in eigene Videoproduktionen eingebunden werden oder wieso nicht eine Best-of-Zusammenfassung machen? Ich bin gespannt, was dabei kreatives herauskommt. Ergebnisse können und sollen am besten in den Kommentaren verewigt werden.

    Und hier ist das Interview:

    9. November 2006 10
  • : Netzpolitik-Podcast: Interview mit Lawrence Lessig
    Netzpolitik-Podcast: Interview mit Lawrence Lessig

    Hier ist ein ca. 50 Minuten langes Interview mit Lawrence Lessig über Creative Commons, Netzneutralität, Kopierschutz, Web 2.0, Free Culture und vielen mehr. Megr über Lawrence Lessig gibt es auch in der deutschen und englischen Wikipedia.

    Das Interview gibts als MP3 (112kb/s, 40 MB) und OGG (32 MB).

    Etwas mehr Inhalt gibt es morgen dazu. Die Videorohdateien sind irgendwann diese Woche mal hochgeladen. Ich wollte ein paar bearbeitete Ogg-Theora Schnipsel bei Sevenload reinstellen, die werden da aber nicht akzeptiert. Schade.

    6. November 2006 2
  • : Wikimedia bleibt gemeinnützig und kauft Server
    Wikimedia bleibt gemeinnützig und kauft Server

    Das Finanzamt für Körperschaften I in Berlin hat vor wenigen Tagen die Gemeinnützigkeit des Vereins Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. bestätigt. Damit ist der Verein weiterhin – zunächst bis Oktober 2011 – berechtigt, Zuwendungsbestätigungen auszustellen. Mitgliedsbeiträge und Spenden können in Deutschland also auch in Zukunft von der Steuer abgesetzt werden.

    Aber auch die konkrete Förderung des Zugangs zu Freiem Wissen gehört zu den Zielen des Vereins. Vor wenigen Tagen hat der Verein 15 neue, leistungsfähige Server bestellt. Voraussichtlich in drei bis vier Wochen werden die Systeme im Wert von über 50.000 Euro einsatzbereit sein und das bestehende europäische Rechenzentrum von Wikimedia ergänzen. „Damit werden die derzeit vorhandenen Kapazitäten in Amsterdam mehr als verdoppelt“, freut sich der Erste Vorsitzende Kurt Jansson und erhofft sich davon „spürbare Effekte beim Zugriff auf die freie Enzyklopädie Wikipedia und ihre Schwesterprojekte“. Allerdings zeige die Erfahrung auch, dass solche Effekte nicht sehr lange anhalten, zumindest wenn die Projekte weiterhin so rasant wachsen wie bisher. Wikimedia sei auch in Zukunft auf Spenden angewiesen, um die technische Infrastruktur kontinuierlich ausbauen zu können.

    1. November 2006
  • : Chinesische Internetzensur wird intelligenter?
    Chinesische Internetzensur wird intelligenter?

    Die Wikipedia war lange Zeit in China gesperrt. Nun wurde sie wieder frei geschaltet – irgendwie. Denn die chinesische Zensur scheint mittlerweile etwas mehr „sophisticated“ (intelligenter) zu sein. Peter Schink fragte einen befreundeten Journalisten in China, wie der aktuelle Stand ist. Vorher wurden gleich ganze IPs gesperrt, nun scheint man in der Lage zu sein, nur bestimmte Inhalte unter einer IP zu zensieren, oder nicht? Was gefährlicher sein kann, weil man die Zensur weniger spürt. Praktische Hilfe gibts dazu vermutlich wieder von den üblichen westlichen Firmen.

    Hat jemand dazu vielleicht noch mehr Quellen für eine Verifizierung?

    Update:

    Spiegel-Online: Wikipedia ist in China wieder zugänglich.

    Ebenfalls unklar ist, ob auch die chinesischsprachige Wikipedia-Seite aus der Volksrepublik angesurft werden kann. Die meisten Internetnutzer haben keinen Zugriff, doch in einigen Teilen Shanghais ist die chinesische Version völlig unzensiert verfügbar. „Informationen über das Tiananmen-Massaker oder die in China verfolgte Falun-Gong-Bewegung in chinesischen Zeichen, das wird bestimmt bald abgestellt“, glaubt Julien Pain, Leiter der Internetabteilung von Reporter ohne Grenzen. „Wir gehen davon aus, dass die chinesische Firewall gerade aktualisiert wird, so dass es im Moment zu Unregelmäßigkeiten kommt. Das gesamte Ausmaß werden wir erst in den nächsten Tagen erkennen können“, sagt Pain.

    12. Oktober 2006 3
  • : AFP zieht Wikipedia-Content zurück
    AFP zieht Wikipedia-Content zurück

    AFP reagiert auf die Anfrage von Mathias Schindler wegen der Leihung von Wikipedia-Inhalten und macht was? Sie haben den Artikel zurück gezogen und zwar mit dieser Begründung:

    Zwar sind in dem fraglichen Hintergrundartikel (der als Feiertagswiederholung auch am Dienstag, 3. Oktober, um 10.20 Uhr ausgesendet wurde) nach unserem Kenntnisstand keinerlei falsche Informationen verbreitet worden – die Fakten stimmen mit den Angaben in einer bereits vorliegenden entsprechenden AFP-Dokumentation überein, die ebenfalls Basis des fraglichen Artikels war. Ein Sprecher der betroffenen Wikipedia-Autoren besteht jedoch darauf, dass bei einer erneuten Verwendung des Artikels neben der Quellennennung auch auf die Lizenz, auf der der Artikel über Amische basiert, hingewiesen wird. Zudem soll ein Link zur Versionsgeschichte bzw. zur Liste der Autoren dieses Artikels genannt werden. Da diese Angaben in unserem Hintergrund nicht vorhanden sind, bitten wir Sie darum, den Text so nicht mehr zu verwenden.

    Ist ja voll dreist, dass die Wikipedia auf die Einhaltung ihrer Lizenz pocht. Wenn das jeder so mit dem Urheberrecht machen würde…

    6. Oktober 2006
  • : AFP leiht sich Content von Wikipedia
    AFP leiht sich Content von Wikipedia

    Die Nachrichtenagentur AFP hat sich anscheinend in einem Artikel über die Gruppe der Amish zahlreiche Formulierungen aus einem Wikipedia-Artikel dazu geliehen. Das ist ja im Grunde kein Problem und eher eine Chance, denn die Freie Lizenz lädt gerade dazu ein. Und auch das Zitatrecht bietet ausreichend Freiraum, wenn man die Lizenz nicht mag. Allerdings hat man bei dem AFP-Artikel vergessen, die Quelle anzugeben. Mathias Schindler hat mal nachgefragt und von AFP erfahren, dass „Wikipedia bei AFP nicht als zitierfähige Quelle gelte“ und man deshalb auf eine durchaus übliche „Wiederholungsmeldung“ mit Quellenangabe verzichten möchte.

    Die ganze Geschichte mit viel mehr Einzelheiten gibt es im Blog von Mathias. Hier nur ein kleiner Ausschnitt: Einladung zum Textvergleich.

    AFP darf natürlich in seiner Policy festhalten, dass sie aus diesen oder anderen oder jenen Gründen Wikipedia-Texte nicht verwenden. Wenn sie es doch tun, ist diese Policy kein Grund, eine Nennung der Quelle zu verweigern.

    Zudem ist die Aktion von AFP natürlich brandgefährlich. AFP selbst wird zu einem Risiko für die Firmen, die AFP-Texte verwenden. Wer weiss, welche Autoren in ihren Rechten durch AFP verletzt werden und dann Vergütung bei Zeitungen geltend machen wollen. Und ob diese Zeitungen sich dann an AFP schadlos halten?

    3. Oktober 2006 5
  • : Wikipedia im ZDF
    Wikipedia im ZDF

    Mathias Schindler und Frank Schulenburg von Wikimedia Deutschland waren gestern im ZDF, um die Arbeitsweise der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu erklären. In der ZDF-Mediathek gibt es den Beitrag noch in unfreier und unfreundlicher Version zu sehen. Mein Browser ist erstmal abgestürzt, danke ZDF.

    2. Oktober 2006 3
  • : Erster Entwurf der GNU Free Documentation License
    Erster Entwurf der GNU Free Documentation License

    Heise berichtet über den ersten Entwurf der aktualisierten GNU Free Documentation License, welche die FSF jetzt veröffentlicht hat:

    Um die Neufassung der am meisten verbreiteten Open-Source-Lizenz, der GNU General Public License (GPL), hat sich – spätestens seit der Veröffentlichung des zweiten Entwurfs diesen Sommer – eine erhitzte Debatte entwickelt. Jetzt hat die Free Software Foundation (FSF), die „Mutter“ der GPL und diverser anderer Open-Source-Lizenzen, den ersten Entwurf der GNU Free Documentation License (GSFDL), Version 2.0, zur öffentlichen Diskussion freigegeben.

    Per Jabber hab ich gerade mal Mathias Schindler vom Wikimedia e.V. angefragt, was denn die Meinung der Wikipedia-Community zu diesem Schritt ist. Hier ist die Antwort:

    „Wikipedia ist das derzeit größte Projekt, das die GFDL nutzt. Und insofern sind wir auch schon an die Grenzen dessen gestossen, was die alte GFDL leisten kann. Ich finde es sehr gut, dass die FSF hier versucht, auf unsere Probleme einzugehen, die ja auch an anderer Stelle aufkamen, teilweise jedoch andere Probleme betrafen. Jetzt ist erstmal in Ruhe eine Leserunde angesagt. Und dann kann man schauen, ob sich die Situation unter der neuen Lizenz verbessern würde.“

    27. September 2006
  • : Web 2.0 im Medien-Fokus
    Web 2.0 im Medien-Fokus

    Die ZEIT hat Tim O´ Reilly rund um „Web 2.0“ befragt: Neue Wetten in Silicon Valley.

    ZEIT: Diese Amateuerfilmchen sind für kurze Zeit witzig, aber auf Dauer nicht auszuhalten. Wetten, dass die geklauten Schnipsel aus kommzerziellen Produktionen am Ende siegen?

    O’Reilly: Diese Sicht auf das Raubkopieren führt doch am Thema vorbei. Mit diesen kurzen Filmchen sehe ich ein ganz neues Medium entstehen, an das sich die Leute freilich erst gewöhnen müssen. Bei den digitalisierten Musikstücken fing es damals mit Raubkopien an, doch inzwischen wird mit kommerziellen Musikdiensten wie iTunes viel Geld verdient. Man kann fast sagen, dass die Piraten die Bahn bereitet haben, sie haben die Leute an dieses neue Format gewöhnt.

    Auch spannend ist in der aktuellen ZEIT ein Artikel über Wikipedia: Die anarchische Wiki-Welt.

    Wikipedia ist das Konversationslexikon der Neuzeit. Nichts anderes war das erste Brockhaus-Lexikon. Als Gegenmodell zu den französischen Experten-Enzyklopädien sollte es die Bürger aufklären. Die Artikel waren meinungsstark und sehr sendungsbewusst. So wie bei Wikipedia. Wikipedia regt zum Diskutieren an. Aber Verlass darauf ist nicht. Noch nicht?

    Währenddessen gibt es im aktuellen Print-Spiegel einen eher langweiligen und schlechten Artikel über „Web 2.0“ und auch die Welt muss das Thema aufgreifen: Endlich geht es um Geld. Allerdings geht es bei dem „Die Welt“-Artikel eher darum, dass dieses komische Sternchen mit den über eine Millionen MySpace-Kontakten jetzt auf dem kommenden Playboy zu sehen ist. Das ist dann wohl auch „Web 2.0“ und das ist ähnlich schlecht wie der Spiegel-Artikel.

    25. September 2006 1
  • : The Wealth of Networks: Interview mit Yochai Benkler, Teil 1
    The Wealth of Networks: Interview mit Yochai Benkler, Teil 1

    Yochai Benkler ist Jura-Professor an der Yale University und war einer der Keynote-Speaker auf dem Wizards of OS 4‑Kongress. Benkler ist im Moment einer der angesagtesten Analysten der Peer-Produktion: Sein Buch „The Wealth of Networks” wurde unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht und hat bislang einiges an Aufsehen erregt. Im folgenden Interview, das eine Teilniederschrift des Netzpolitik-Podcasts mit Yochai Benkler ist, nimmt er unter anderem die Peer-Produktion in einer vernetzten Ökonomie und Gesellschaft zum Gegenstand. Außerdem wird darin Freie Software als erstes erfolgreiches Beispiel für neue kollaborative Produktionsprozesse erklärt, wie und ob dies auf die Produktion von kulturellen Güter übertragen werden kann.

    Netzpolitik: Was bedeutet genau „Der Reichtum der Netzwerke“ („The Wealth of Networks“)?

    Yochai Benkler: Wir erfahren durch die digitalen Netzwerke eine Dezentralisierung der grundlegenden Fähigkeiten des Produzierens und Austauschens von Informationen, Wissen und Kultur. Als Resultat haben wir Innovation und ökonomische Produktion der am weitesten fortgeschrittenen Art. Darunter fällt zum Beispiel die Entwicklung einer ausgearbeitetsten Software, die in völlig neuen Modellen gebaut wird: dezentralisiert und ziemlich abhängig von sozialer Motivation und sozialen Strukturen, anstatt von Märkten, Firmen oder Regierungen abhängig zu sein. Zu diesen wirtschaftlichen Auswirkungen sehen wir, die wir in komplexen modernen Ökonomien leben, dass wir uns alle verschiedentlich innerhalb eines Kontextes der Massenmedien weiter entwickelt haben. Zum ersten Mal sehen wir nun was mit der Demokratie passiert, wenn Leute und Gruppen in verschiedenen Größenordnungen selbst entscheiden, was für sie wichtige Nachrichten sind und was sie abdecken oder berichten und kommunizieren. Auf einem größeren Level können Leute aktiv partizipieren und Kultur produzieren und ihre Geschichten als Text, Video oder Radiosendung vermitteln – im Gegensatz zu einer relativ kleinen Anzahl von Kulturschaffenden, die industriell hochwertig produzieren.

    Netzpolitik: Und wie behandelt das Ihr Buch?

    Yochai Benkler: Mit dem „Reichtum der Netzwerke“ meine ich, dass ein Set von technologischen Konditionen Individuen und Gruppen zu einer größeren praktischen Kapazität und Autorität verholfen hat. Und das alles in einer Informationsumgebung, die wir als ökonomische Aktoren und noch wichtiger, als politische und soziale Wesen einnehmen. Ich habe mein Buch unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, um mit dem Grad, bis zu dem sich die akademische Presse von der traditionellen Presse zu einer genuinen Plattform für Konversation und Ausbildung wandeln kann, zu experimentieren. Es ist nicht nur als einfacher Download erhältlich, sondern in einem Wiki, damit Leser Anmerkungen machen können, Kommentare abgeben oder die Untersuchungen auf den neusten Stand bringen.

    Netzpolitik: Wie beurteilen Sie die Free Software innerhalb der digitalen Revolution?

    Yochai Benkler: Freie Software hat auf einer größeren Ebene das erste beobachtbare wie effektive Beispiel für das Phänomen der Peer-Produktion geliefert. Wenn jemand im Jahr 2001 gefragt hätte: ‚Was würde passieren, wenn man im Internet tausend kleine Artikel-Teile hochlädt und jedem zur Verfügung stellt, ohne dass er sich einloggen müsste oder angeben, wieso er das tut?‚ Fünf Jahre später haben wir mit Wikipedia eine Enzyklopädie, die vielleicht nicht die beste ist, aber eine plausible Konkurrenz zur Encyclopaedia Britannica darstellt. Die kommerziellen Anbieter hätten dich damals für verrückt gehalten.

    Durch ihre Traditionen bei der Software-Entwicklung von vor den 80ern und wegen ihrer messbaren Produktivität hat die Freie Software ein überaus starke Existenzberechtigung bewiesen. Außerdem hat sie gleich ein Idiom oder eine Metapher geliefert, damit die Leute das ganze Phänomen verstehen können, das sich so sehr von der industriellen, kapitalistischen Produktionsweise unterscheidet. Gleichzeitig unterscheidet es sich aber auch ganz und gar vom Kommunismus. Denn dieser ist, ebenso wie der industrielle Kapitalismus, ein Produkt der industriellen Ökonomie. In der Informationsökonomie der Netzwerke sind die Produktionsmittel jedoch nicht eine große Firma, die der Partei gehört, sondern der Computer, das Videotelefon oder eine Kamera, die jedem gehört. Dann spricht man nicht von einer Form des Kollektivismus, sondern von einer Form der individuellen Freiheit. Es gibt nämlich eine neue Form der Ausdifferenzierung, auf verschiedene Arten Information zu schaffen und auszutauschen. Das charakterisiert die Informationsökonomie der Netzwerke. Für diese neue Umgebung ist sie die zentrale Nutzerschnittstelle zwischen Markt und Nicht-Markt, zwischen Individuum und Kollaborative.

    Netzpolitik: Kann man die Entwicklung Freier Software mit der Schaffung von Kulturgütern vergleichen?

    Yochai Benkler: Verschiedene kulturelle Formen haben verschiedene Charakteristiken. Mehr oder weniger werden sie bestimmten Strukturen unterworfen, um sie für Leute in ihrer Freizeit fassbar zu machen. Und das ohne Bezahlung. Bei Musik zum Beispiel macht es die Kohärenz eines Stückes ziemlich schwierig, dass es von einer großen Gruppe produziert werden kann, wo jeder einen kleinen Beitrag zuliefert. Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, wie Künstler von ihrer Kunst leben können. Ich denke auch, dass wir weniger das Auftauchen einer neuen Starkultur erleben werden. Bei Filmen sieht es anders aus: Man sollte Film nicht als Hollywood-Blockbuster, sondern als visuelle, stimulierende kulturelle Narrative verstehen. Dann sehen wir das schon bei den Massive Multiplayer Online Games, die eine Plattform werden, indem sie genau das tun. Bei YouTube ist am Ende das Output nicht eine kohärente, hochqualitative Hollywood-Narrative, sondern ein Pastiche. Die kulturellen Formen werden sich ändern müssen. Aber haben wir die Bücher für das Fernsehen aufgegeben, oder Zeitungen für das Radio?

    Coming soon: Im zweiten Teil des Interviews nächste Woche erklärt Yochai Benkler, was vernetzte kollaborative Prozesse für politische Prozesse und Teilhabe bedeuten können.

    Hier gibt es das ganze Interview als MP3 in englischer Sprache.

    Peter Bihr hatte auch noch die Gelegenheit, Yochai Benkler morgens früh zu interviewen und hat das Interview in kleinen Teilen auf Youtube gepackt: 1, 2, 3, 4

    19. September 2006
  • : Netzpolitik-Podcast mit Yochai Benkler
    Netzpolitik-Podcast mit Yochai Benkler

    Yochai Benkler ist Jura-Professor an der Yale University und war als einer der Keynote-Speaker auf der Wizards of OS 4. Ich hab erst zuletzt sein Buch „The Wealth of Networks“ (PDF) gelesen, was unter einer CC-Lizenz veröffentlicht wurde und eines der interessantesten Bücher ist, das ich dieses Jahr gelesen habe.

    In diesem Interview geht es um „The Wealth of Networks“ und konkret um Peer-Production in einer vernetzten Ökonomie und Gesellschaft, um Freie Software als erstes erfolgreiches Beispiel für neue kollaborative Produktionprozesse, wie und ob dies auf die Produktion von kulturellen Güter übertragen werden kann und was vernetzte kollaborative Prozesse für politische Prozesse und Teilhabe bedeuten. Alles sehr interessant und ich war echt froh, einen der wenigen kurzen Interview-Slots bekommen zu haben.

    Erstmal gibts das ca. 20 Minuten lange Interview nur als MP3, später nach der WOS4 auch als befreites OGG.

    15. September 2006 11