Öffentlichkeit

Chinesische Internetzensur wird intelligenter?

Die Wikipedia war lange Zeit in China gesperrt. Nun wurde sie wieder frei geschaltet – irgendwie. Denn die chinesische Zensur scheint mittlerweile etwas mehr „sophisticated“ (intelligenter) zu sein. Peter Schink fragte einen befreundeten Journalisten in China, wie der aktuelle Stand ist. Vorher wurden gleich ganze IPs gesperrt, nun scheint man in der Lage zu sein, nur bestimmte Inhalte unter einer IP zu zensieren, oder nicht? Was gefährlicher sein kann, weil man die Zensur weniger spürt. Praktische Hilfe gibts dazu vermutlich wieder von den üblichen westlichen Firmen.


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Hat jemand dazu vielleicht noch mehr Quellen für eine Verifizierung?

Update:

Spiegel-Online: Wikipedia ist in China wieder zugänglich.

Ebenfalls unklar ist, ob auch die chinesischsprachige Wikipedia-Seite aus der Volksrepublik angesurft werden kann. Die meisten Internetnutzer haben keinen Zugriff, doch in einigen Teilen Shanghais ist die chinesische Version völlig unzensiert verfügbar. „Informationen über das Tiananmen-Massaker oder die in China verfolgte Falun-Gong-Bewegung in chinesischen Zeichen, das wird bestimmt bald abgestellt“, glaubt Julien Pain, Leiter der Internetabteilung von Reporter ohne Grenzen. „Wir gehen davon aus, dass die chinesische Firewall gerade aktualisiert wird, so dass es im Moment zu Unregelmäßigkeiten kommt. Das gesamte Ausmaß werden wir erst in den nächsten Tagen erkennen können“, sagt Pain.

3 Kommentare
  1. kann nicht inzwischen jeder 2. kleine Router Schlagworte rausfiltern? Also meiner kann das. Bei mir werde ich dann umgelenkt zu einer Seite ROUTERIP/block.html … das gleiche kann doch auch eine große Firewall machen, bzw. wenn sie die Sachen verstecken will, dann leitet sie es halt an eine etwas andere Adresse um. Aber ich glaube bei Wikipedia wird es schwer, Zensur zu verstecken. Wenn man etwas eingibt, und 3 Sekunden später ist der Artikel wieder weg, dann stimmt da was nicht. Und in dem Spiegel-Artikel stehen genug Schlagworte. Wenn einfach mal alle Seiten, die diese Schlagworte enthalten, mit einem 404 beantwortet werden (bzw mit einem Redirect zu der örtlichen Polizeistelle, die dann über ihr Log sofort weiss, bei wem sie vorbeischauen muss), dann ist die Zensur schon schlimm genug. Wenn die Seiten IP-basiert gefiltert werden würde, könnte man das ja superleicht umgehen, indem auf allen möglichen Seiten rund um die Welt Skripte laufen, die eine Webseite runterladen, selber wieder anbieten, mit Links, die so modifiziert wurden, dass sie dieses Skript wieder aufrufen. So ein Skript zu erstellen ginge schnell* und könnte sich auch gut verbreiten…. (Naja, Seiten wo ein Login, bzw. sonst eine Eingabe, nötig sind, sind so nicht ganz trivial zu erreichen, aber auch dafür würde sich eine Lösung finden.) Wie ist es eigentlich mit Anonymisierungsnetzwerken… da übergeht man ja auch die IP, oder nicht?

    Zusammenfassung: Wenn die wirklich effektiv zensieren wollen, geht das garantiert nicht per IP. Außer sie haben eine White-List…
    Aber das dem auch nicht der Fall ist, hat ja schon Kommentar 1 verdeutlicht.
    —————————–
    * das IP-Übergehungs-Skript in Kurzform
    change URL
    wget URL
    change Links
    output HTML-Code

    change URL würde aus http://www.skriptseite.de/http/www/zensierteseite/com
    http://www.zensierteseite.com machen
    change Links würde das ganze umgekehrt machen.

  2. Im Moment ist die Wikipedia zumindest aus Peking wieder zugänglich, nur einzelne Seiten sind gesperrt (da wird wohl der Inhalt zensiert) – und natürlich die chinesische Version der Wikipdia.

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