Web 2.0 im Medien-Fokus

Die ZEIT hat Tim O´ Reilly rund um „Web 2.0“ befragt: Neue Wetten in Silicon Valley.

ZEIT: Diese Amateuerfilmchen sind für kurze Zeit witzig, aber auf Dauer nicht auszuhalten. Wetten, dass die geklauten Schnipsel aus kommzerziellen Produktionen am Ende siegen?

O’Reilly: Diese Sicht auf das Raubkopieren führt doch am Thema vorbei. Mit diesen kurzen Filmchen sehe ich ein ganz neues Medium entstehen, an das sich die Leute freilich erst gewöhnen müssen. Bei den digitalisierten Musikstücken fing es damals mit Raubkopien an, doch inzwischen wird mit kommerziellen Musikdiensten wie iTunes viel Geld verdient. Man kann fast sagen, dass die Piraten die Bahn bereitet haben, sie haben die Leute an dieses neue Format gewöhnt.

Auch spannend ist in der aktuellen ZEIT ein Artikel über Wikipedia: Die anarchische Wiki-Welt.

Wikipedia ist das Konversationslexikon der Neuzeit. Nichts anderes war das erste Brockhaus-Lexikon. Als Gegenmodell zu den französischen Experten-Enzyklopädien sollte es die Bürger aufklären. Die Artikel waren meinungsstark und sehr sendungsbewusst. So wie bei Wikipedia. Wikipedia regt zum Diskutieren an. Aber Verlass darauf ist nicht. Noch nicht?

Währenddessen gibt es im aktuellen Print-Spiegel einen eher langweiligen und schlechten Artikel über „Web 2.0“ und auch die Welt muss das Thema aufgreifen: Endlich geht es um Geld. Allerdings geht es bei dem „Die Welt“-Artikel eher darum, dass dieses komische Sternchen mit den über eine Millionen MySpace-Kontakten jetzt auf dem kommenden Playboy zu sehen ist. Das ist dann wohl auch „Web 2.0“ und das ist ähnlich schlecht wie der Spiegel-Artikel.

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