finnland
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Amnesty-Report: Versammlungsfreiheit in Gefahr
Die Polizei tritt Protesten in Europa zunehmend repressiv entgegen. Hier ein Beamter bei einer Klima-Demo im französischen Sainte-Soline. Amnesty-Report: Versammlungsfreiheit in Gefahr Amnesty International schlägt Alarm: Friedlicher Protest und das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit werden in Europa zunehmend eingeschränkt. Behörden überwachen Demonstrierende immer ausgeklügelter und schrecken sie vom Protest ab – auch in Deutschland.
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Kostenfreier Online-Kurs: Kurs zu künstlicher Intelligenz auf Deutsch übersetzt
Autonome Fahrzeuge wären ohne künstliche Intelligenz undenkbar Kostenfreier Online-Kurs: Kurs zu künstlicher Intelligenz auf Deutsch übersetzt An künstlicher Intelligenz interessierte Menschen dürften sich freuen: Seit Kurzem gibt es den viel gelobten Online-Kurs „Elements of AI“ auf Deutsch. Die Entwickler:innen wollen möglichst vielen Menschen mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen die Grundlagen der Technologie näher bringen.
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: Finnische Journalistin: Mein Jahr als Troll-Magnet
: Finnische Journalistin: Mein Jahr als Troll-Magnet Die finnische Fernsehjournalistin Jessikka Aro untersucht seit September 2014 russische Online-Propagandastrategien und die Rolle der so genannten Trolle.
Wegen ihrer Recherchen für den öffentlich-rechtlichen Sender Yle gerät Aro schnell selbst ins Visier der Informationskrieger. In einem Artikel auf Kioski beschreibt sie ihr Jahr als Troll-Magnet. Ihre Darstellung erschien schon im November 2015, gibt aber gute Einblicke wie eine Diffamierungs- und Einschüchterungskampagne gegen Journalisten funktioniert:
At first I followed the activities of the group but left after being constantly and frantically tagged in troll comments: I was blamed for the bloodshed in Ukraine, my looks and mental health were questioned, I was sexually harassed and called a russophobe. My story was falsified and people wished my death of a uranium poisoning. The point of the trolls was clear: recruited pro-Putin bloggers do not exist.
Jessikka Aro lässt sich nicht einschüchtern. Sie arbeitet weiter an diesem Thema und berät mittlerweile Kolleginnen und Kollegen, die von ähnlichen Aktionen betroffen sind.
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: Vorratsdatenspeicherung nach dem EuGH-Urteil: Warum es keinen nationalen Alleingang geben darf
Vorratsdatenspeicherung. Symbolbild. Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/jurvetson/449483/">Steve Jurvetson</a>. Lizenz: CC <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">BY 2.0</a>. : Vorratsdatenspeicherung nach dem EuGH-Urteil: Warum es keinen nationalen Alleingang geben darf Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Vorratsdatenspeicherung heben immer mehr Mitgliedsstaaten ihre entsprechenden Gesetze auf. Eine juristische Analyse verdeutlicht derweil, dass sich auch Mitgliedsstaaten an das Urteil des EU-Gerichts halten müssen. Ein nationaler Alleingang sollte damit ausgeschlossen sein – egal, wie oft und laut er gefordert wird.
Die Vorratsdatenspeicherung war die größte in offenem Verfahren beschlossene anlasslose Massenüberwachung der EU. Gleich mehrere nationale Umsetzungen wurde von Obersten Gerichten für verfassungswidrig erklärt und verworfen, darunter auch in Deutschland. Nachdem auch noch das oberste EU-Gericht die komplette Richtlinie als unvereinbar mit Grundrechten und damit null und nichtig erklärt hat, sollte die Vorratsdatenspeicherung eigentlich tot sein.
Dennoch vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein verstrahlter Hardliner mit absurden Metaphern oder durchgeknallten Unterstellugen die Wiedereinführung dieser Überwachungsmethode fordert. Wir könnten das jedesmal bloggen: Gelegenheiten gibt es genug und Klicks hat jeder gerne. Aber es ist nicht nur billig, sondern auch kontraproduktiv.
Man muss das mal ganz klar sagen: Die Vorratsdatenspeicherung ist tot. Und das muss sie auch bleiben.
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: Finnland: lapsiporno.info kritisiert Blocklisten und steht nun selbst drauf
: Finnland: lapsiporno.info kritisiert Blocklisten und steht nun selbst drauf
Der höchste finnische Gerichtshof hatte am Montag das Urteil verkündet, dass es rechtmäßig sei, die Website lapsiporno.info (Kinderpornographie.info) des finnischen Software-Entwicklers und Internet Aktivisten Matti Nikki auf der nationalen Blockliste weiterhin eingetragen zu lassen. Finnland benutzt seit 2007 Blocklisten, die durch die Internet Service Provider mehr oder minder freiwillig implementiert werden müssen – technische Umsetzung ist dabei ähnlich der des deutschen ‚Zugangserschwerungsgesetzes’. Nikki hatte angeprangert, dass die – durch die finnische Polizei verwaltete – Liste geheim sei. 2008 hatte er dann eine Liste von 1047 geblockten Websites veröffentlicht: 1% der Einträge waren explizit Kindesmissbrauchs-Dokumentation, bei 2–3% war es fraglich, 90% enthielten legale Pornographie oder waren Kinder-Modelseiten. Der Rest war völlig irrelevant oder tote Links. -
: Gesetzgebung crowdsourcen: Finnland bekommt ein neues Urheberrecht
: Gesetzgebung crowdsourcen: Finnland bekommt ein neues Urheberrecht Finnland wird vielleicht bald zum ersten Land, das über ein von der Bevölkerung geschriebenes Urheberrecht abstimmen wird. Seit dem die Finnen vor kurzem ihre Verfassung änderten, können Bürger/innen Gesetzvorschläge machen. Sobald ein Vorschlag innerhalb von sechs Monaten 50.000 Stimmen bekommt, wird er im Parlament abgestimmt.
Der Vorschlag „Urheberrecht mit Verstand“ für ein faires und modernes Urheberrecht hat es nun geschafft. Inhalt des Gesetzes ist :
- Entkriminalisierung von privatem Filesharing
- Strafreduzierungen
- Fair Use
- Verbot missbräuchlicher Klauseln in Plattenverträgen
Straßenkünstler Sampsa und die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation Finnland (Effi) unterstützten den Vorschlag:
We’ve begun working closely with European Digital Rights members globally to ensure that when the vote hits the floor in 2014, the pressure is still on so copyright law will be changed forever,
erklärte Sampsa gegenüber Torrentfreak.
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: Urheberrechtrechtsreform zwischen Geheimverhandlungen und Crowdsourcing
Nina Paley, CC-BY-SA : Urheberrechtrechtsreform zwischen Geheimverhandlungen und Crowdsourcing Auf unterschiedlichen Ebenen – von internationalen Verträgen über die supranationale EU-Ebene bis hin zu einer nationalen Initiative in Finnland – wurden in den letzten Tagen Initiativen zur Reform des Urheberrechts bekannt, die schön die Bandbreite an möglichen Herangehensweisen illustrieren.
Transatlantisches Freihandelsabkommen (TAFTA)
Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz wurde bekannt, dass im Zuge der Verhandlungen rund um ein transatlantisches Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU auch Änderungen an Urheberrecht bzw. Copyright behandelt werden sollen. Über den konkreten Verhandlungsstand ist in bester ACTA-Tradition jedoch nichts bekannt. Monika Emert kann in ihrem Bereicht für heise.de deshalb auch nur spekulieren:
Unter dem Einfluss einer starken Unterhaltungsindustrie wird dabei gerade US-Unterhändlern nachgesagt, dass sie für Maximalforderungen im Urheberrecht eintreten.
In eine ähnliche Richtung gehen auch die Eindrücke der liberalen EU-Abgeordneten Marietje Schaake, die Emert in ihrem Beitrag zitiert:
Ich höre immer wieder, dass die USA und die EU in der Frage Schutz des Geistigen Eigentum gespalten seien. Tatsächlich aber gehen die Gräben quer durch die Gesellschaft auf beiden Seiten des Atlantik.
Ein umfassendes Abkommen wie TAFTA sei aber schwerer wegen einzelner Bestimmungen zu kippen als das beim Spezialabkommen ACTA der Fall war.
Angesichts des Lobby-Drucks von Seiten großer US-Unternehmen und dem schon bekannten Muster geheimer Verhandlungen scheint TAFTA also kaum das Forum für jene ausgewogene Reformen zu sein, die das Urheberrecht mit digitalem Alltagshandeln wieder versöhnen könnten; eher im Gegenteil, es würde mich nicht wundern, sollten einige Zombie-Passagen aus ACTA im Kontext von TAFTA wiederauferstehen.
EU-Ebene: „Lizenzen für Europa“
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: Gerichte in Finnland und New York: WLAN-Inhaber nicht für Urheberrechtsverletzung verantwortlich
: Gerichte in Finnland und New York: WLAN-Inhaber nicht für Urheberrechtsverletzung verantwortlich Die Betreiberin eines offenen WLANs ist nicht für darüber begangene Urheberrechtsverletzungen verantwortlich. Diese Entscheidung eines finnischen Gerichts könnte Auswirkungen auf EU haben. Ein New Yorker Richter geht noch weiter: Auch der Inhaber einer IP-Adresse haftet nicht.
Eine finnische Frau soll 6.000 Euro zahlen, weil über ihren Internet-Anschluss Urheberrechtsverletzungen begangen worden sein sollen. Sie betreibt ein offenes WLAN und war zur Tatzeit gar nicht zu Hause. Ein Bezirksgericht hat jetzt entschieden, „dass ein WLAN-Inhaber nicht für Vergehen Dritter verantwortlich gemacht werden kann“.
Noch besser: Das Gericht leitete das Urteil von den finnischen Umsetzungsgesetzen dreier EU-Richtlinien ab: E‑Commerce-Richtlinie, Urheberrechtsrichtlinie und Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Gegenseite kann noch Berufung einlegen. Auch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ist möglich.
Ein Richter in New York geht noch darüber hinaus. In einer Empfehlung vertritt er die Auffassung, dass auch der Inhaber einer IP-Adresse nicht für darüber begangene Vergehen verantwortlich gemacht werden kann. Anlass waren die bekannte Masche, IP-Adressen in Peer-to-Peer Netzwerken zu sammeln und die Anschlussinhaber dahinter zu ermitteln, um von diesen Strafzahlungen zu verlangen.
Die Einschätzung des Richters ist so schön, dass wir sie übersetzt haben:
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: Finnische Internetsperren treten in Kraft
: Finnische Internetsperren treten in Kraft Am 26. Oktober 2011 beschloss ein finnisches Gericht, die Seiten des Pirate Bay im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen im Netz zu sperren. Heute ist diese Internetsperre in Kraft getreten. Dies hatte jedoch, wie Torrentfreak berichtet, zwei ungewollte Konsequenzen: Zum einem gab es einen Kollateralschaden, denn die Seite der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Finnland (EFFI) wurde versehentlich gesperrt. Und zum anderen gibt es bereits jetzt schon hinter den Kulissen Anstrengungen, die Internetsperren wirkungslos zu machen – wie John Gilmore bereits 1993 sagte: “Das Internet interpretiert Zensur als technischen Defekt und routet um sie herum”.
Folgende Domains und IP-Adressen werden nun vom finnischen Internetzugangsanbieter Elisa gesperrt:
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: Recht auf Breitband in Finnland
: Recht auf Breitband in Finnland Am 1. Juli ist in Finnland das Grundrecht auf Breitbandzugang in Kraft getreten. Jeder Bürger hat das Recht auf einen 1 MBit/s Zugang. Gegenüber der BBC erklärte die finnische Kommunikationsministerin Suvi Linden:
„We considered the role of the internet in Finns everyday life. Internet services are no longer just for entertainment.“ „Finland has worked hard to develop an information society and a couple of years ago we realised not everyone had access,“ she said.
Nach Angaben der BBC sind in Finnland schon 96% der Bevölkerung online. Das ist ganz schön viel. Bis 2015 möchte Finnland übrigens 100 MBit/s verbindlich anbieten. Das Ziel der digitalen Agenda der EU-Kommission ist übrigens:
Zielvorgabe der Strategie Europa 2020 sind Internetgeschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit/s für alle europäischen Bürger und Anschlüsse mit 100 Mbit/s oder mehr in der Hälfte aller europäischen Haushalte.
Ein Recht auf Breitbandzugang wäre doch mal eine tolle Idee für Thomas de Maiziere, wo doch eine seiner Thesen ist:
These 7 – Staatliche Grundversorgung sicherstellen. Das Internet ist eine Basisinfrastruktur unseres Zusammenlebens geworden. Der Staat hat eine Verantwortung dafür, dass das Internet flächendeckend zur Verfügung steht und sichere Basisdienste bereitgestellt werden.
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: Finnland schafft Recht auf Breitbandzugang
: Finnland schafft Recht auf Breitbandzugang Finnland schafft im kommenden Juli ein Recht auf 1 MBit Breitband-Internetzugang. Das soll aber nur ein Zwischenschritt sein für das nächste Ziel in 2015, wo man 100 MBit anpeilt. Das berichtet der finnische TV-Sender YLE: 1Mb Broadband Access Becomes Legal Right.
Ein schönes Beispiel für unsere Politiker. Die Bundesregierung will zwar bis Ende 2010 jeden Haushalt mindestens mit einer 1‑Megabit-Verbindung versorgt wissen, aber ein Recht auf Breitbandzugang klingt doch etwas anders. Mal schauen, wann weitere englischsprachige Artikel aus Finnland kommen, die beschreiben, wie genau sie sich das vorstellen.
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: Trailer von Iron Sky
: Trailer von Iron Sky Die finnischen Macher von Star Wreck haben einen ersten Trailer ihres Nachfolge-Projektes veröffentlicht: „Iron Sky“. Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft. Im Jahre 1945 sind die Nazis auf den Mond ausgewandert und im Jahre 2018 kommen sie zurück auf die Erde. Wie bei der Star Treck-Parodie „Star Wreck“ erwartet einen sicherlich wieder lustiger finnischer Humor, gute Animationen und eine kollaborative Entwicklung. Der Trailer und das letztendliche Ergebnis stehen selbstverständlich unter einer Creative Commons Lizenz.
Im Gegensatz zu Star Wreck wird Iron Sky direkt in englisch verfilmt. Geplant wird mit einem Budget von fünf Millionen, was von finnischen Produzenten bereitgestellt wird. Immerhin war Star Wreck der erfolgreichste finnische Film. Dies lässt gleich viel mehr Produktion zu als ein Studio im WG-Wohnzimmer wie beim Erstlingswerk. Dabei wird man die gesammelten Erfahrung in der Online-Kollaboration ausbauen und viel mehr Beteiligung zulassen. Das Drehbuch hat Johanna Sinisalo geschrieben, die wohl die bekannteste Drehbuchautorin Finnlands ist.
Ich bin gespannt auf das Endergebnis. Das scheint das bisher grösste Open-Movie Projekt zu werden.
