EU

  • : WePromise #04: Marietje Schaake (ALDE)
    WePromise #04: Marietje Schaake (ALDE)

    Marietje Schaake, liberale Europaabgeordnete, kandidiert auch in der diesjährigen Europawahl wieder für die niederländische Partei D66. Das Wall Street Journal nannte sie die „netzpolitischste“ Politikerin Europas: „Europe’s most wired politician“.

    Sie setzt sich vor allem für Netzneutralität, Internetfreiheit und das Multi-Stakeholder-Prinzip in der Internet-Governance-Debatte ein. Sie twittert recht fleißig unter @MarietjeSchaake. In einem kurzen Videokommentar für die WePromise-Kampagne erklärt sie, warum sie versprochen hat, die Charta der digitalen Grundrechte zu unterstützen und warum Wählende ebenfalls unterzeichnen sollten (NL mit Untertiteln):

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    Im Europaparlament ist sie Mitglied im Ausschuss für Kultur und Bildung (CULT) und Stellvertreterin im Ausschuss für internationalen Handel (INTA). Was sie bisher über verschiedene Themen im Europaparlament gesagt hat, kann man hier nachlesen.

    26. März 2014
  • : WDR-Dokumentation über EU-Datenschutzreform
    WDR-Dokumentation über EU-Datenschutzreform

    BjggU6KCMAAdI0OFür den WDR hat der ARD-Korrespondent Christian Feld eine 29 Minuten lange TV-Dokumentation über die politischen Prozess der Europäischen Union am Beispiel der Datenschutzreform gedreht. „Das Wunder von Brüssel: Die schwere Geburt eines Gesetzes“ wird heute Abend um 22 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt. Internetbesitzer können die Doku jetzt schon sehen, denn sie steht schon in der WDR-Mediathek, zumindest bis sie wieder depubliziert werden muss.

    Er stemmt einen Maßkrug auf dem Oktoberfest mitten in Europas Hauptstadt, steigt in die Katakomben des EU-Parlamentes und erkauft sich in Litauen ein Interview. Dabei geht Brüssel-Korrespondent Christian Feld nur einer ganz einfachen Frage nach: Warum ist es eigentlich so schwer zu verstehen, was „da in Brüssel“ passiert? Die WELTWEIT-Reportage blickt hinter die Kulissen der oft so kompliziert scheinenden EU.

    Unsere Empfehlung ist: Unbedingt anschauen! Da könnt ihr was über Politik und Netzpolitik lernen.

    25. März 2014 3
  • : WePromise #03: Cornelia Ernst (Die Linke)
    WePromise #03: Cornelia Ernst (Die Linke)

    Cornelia Ernst hat uns neulich erklärt, warum sie digitale Grundrechte unterstützt und auf WePromise versprochen hat, diese auch in Zukunft zu verteidigen – sollte sie über ihren Listenplatz 3 wieder ins Europäische Parlament gewählt werden.

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    Sie sitzt im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres und war dort Schattenberichterstatterin für die Datenschutzreform, die Europas Bürgern mehr Privatsphäre bringen soll. Auf Lobbyplag, das Abgeordneten Noten für ihre Einstellung zum Datenschutz gibt, schaffte sie es auf den zweiten Platz der Top 10.

    Wie sie sich im EU-Parlament in der jetzigen Legislaturperiode zu diversen Themen geäußert hat, kann man hier nachlesen.

    24. März 2014 1
  • : 3sat über TTIP: Gefährliche Geheimnisse
    3sat über TTIP: Gefährliche Geheimnisse

    3sat zeigt heute Abend um 20:15 Uhr die Dokumentation „Gefährliche Geheimnisse“ über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. Vorab gibt es diese schon im Netz zu sehen.

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    „Wie USA und EU den Freihandel planen: In diesen Wochen verhandeln die USA und die EU hinter verschlossenen Türen über ein Freihandelsabkommen, das 2015 in Kraft treten soll. Die Geheimverhandlungen bedrohen massiv die Rechte der Bürger in Europa.“

    Dazu passt auch meine heutige Kolumne bei n24.de: Freihandelsabkommen mit Chancen – aber viel mehr Risiken.

    20. März 2014 10
  • : EU: FDP, CDU/CSU und Linke stimmten gestern gegen Netzneutralität
    EU: FDP, CDU/CSU und Linke stimmten gestern gegen Netzneutralität

    Gestern hat der federführende Industrieausschuss (ITRE) im EU-Parlament über die Telekommunikationsverordnung abgestimmt. Die Mehrheit im ITRE stimmte leider für eine Formulierung, die sogenannte Specialized Services undefiniert und im vagen lässt, dass darunter alle möglichen Ideen und Geschäftsmodelle wie das Drosselkom-Modell fallen können. Damit droht ein Zweiklassennetz und das ist nicht die Netzneutralität, die wir meinen.

    Mittlerweile haben wir die Liste, wer dafür und wer dagegen gestimmt hat.

    19. März 2014 13
  • : Twitter-Netzwerke der EU-Parlamentarier
    Bild: Axel Maireder und Stephan Schlögl, CC BY-SA 4.0
    Twitter-Netzwerke der EU-Parlamentarier

    Nachdem der „Twitter-Trick“ (SpOn) des aktuellen EU-Parlamentspräsidenten und Spizenkandidaten der S&D‑Fraktion Martin Schulz bereits einen Vorgeschmack auf die steigende Bedeutung von Twitter im EU-Wahlkampf gegeben hatte  – Schulz hatte seinen Parlaments-Account zu seinem Wahlkampf-Account umfunktioniert – , haben jetzt die beiden österreichischen Kommunikationswissenschaftler Axel Maireder und Stephan Schlögl die Twitter-Netzwerke der EU-Parlamentarier visualisiert.

    18. März 2014 1
  • : EU-Parlament: Industrieausschuss stimmt gegen Netzneutralität
    EU-Parlament: Industrieausschuss stimmt gegen Netzneutralität

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    Der Industrieausschuss im EU-Parlament (ITRE) hat heute über den del Castillo-Report abgestimmt, dem Entwurf für eine EU-weite Telekommunikationsverordnung. Dabei setzte sich die konservative Mehrheit mit 34 Ja-Stimmen gegenüber 22 Nein-Stimmen in der entscheidenen Abstimmung über die Definition von „Specialized Service„s durch. Wir kennen diese Art von Diensten aus der Drosselkom-Debatte, wo die Deutsche Telekom vno „Managed Services“ spricht. Wir warten noch auf die Stimmzettel um genau das Verhalten der deutschen EU-Abgeordneten im ITRE-Ausschuss analysieren zu können.

    Der Spin von EU-Kommission und Konservativen (und der Telekommunikationsindustrie) wird jetzt wohl sein, dass man Netzneutralität gestärkt habe. Aber das ist reines Blendwerk, weil man gleichzeitig mit einer ungenauen Definition von Specialized Services den Tor zum Zweiklassen-Netz weit aufreisst und die Telkos dort einfach ohne Regeln machen lässt. Das Ziel ist, Netz-Überholspuren an große Unternehmen zu verkaufen, unsere Blogs, StartUps und Communities werden dann über die Trampelpfade geschickt. Die Message ist: Mehr Drosselkom wagen.

    Alle EU-Abgeordneten stimmen in zwei Wochen darüber ab

    Die heutige Abstimmung im federführenden Ausschuss gilt als wichtige Empfehlung für die Abstimmung im Plenum des EU-Parlaments, die bereits in zwei Wochen Anfang April stattfindet. Es gibt eine theoretische Chance, dass sich bis dahin noch andere Mehrheiten finden, die „Specialized Services“ besser eingrenzt und Netzneutralität konkreter und stärker definiert. Aber dafür muss auch was getan werden. Meckern kann man immer noch später. Auf SavetheInternet.eu finden sich viele Hintergrundinformationen.

    Bei der Abstimmung über den ganzen Bericht gab es 29 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen bei 17 Enthaltungen (die vor allem aus dem Lager der Sozialdemokraten kamen).

    Der Digitale Gesellschaft e.V. sagt dazu in einer Pressemitteilung:
    Abstimmung zur Netzneutralität: Weniger Verbraucherschutz, mehr Netzsperren!

    Zwar wurden die für die Netzneutralität bedrohlichsten Passagen des Verordnungsentwurfs ein wenig entschärft, zugleich aber der Verbraucherschutz geschliffen und Hintertüren für die Einführung von Netzsperren sperrangelweit geöffnet. “Der Zugang zum offenen Internet und die Wahlfreiheit bei Diensten, Inhalten und Endgeräten muss als einklagbares Recht der Nutzerinnen und Nutzer ausgestaltet werden. Indem sich der Ausschuss einer solchen Formulierung in den Weg stellt, verweigert er Verbraucherinnen und Verbrauchern das nötige Rüstzeug zur effektiven Verteidigung ihres Netzzugangs und beschert ihnen stattdessen neue Rechtsunsicherheiten.

    18. März 2014 7
  • : WePromise #01: Claude Moraes über die Massenüberwachung durch die NSA und europäische Geheimdienste
    WePromise #01: Claude Moraes über die Massenüberwachung durch die NSA und europäische Geheimdienste

    WePromise ist das Projekt zur Europawahl, mit dem wir netzpolitische Themen proaktiv auf die Agenda aller Kandidierenden setzen können. Was genau dahinter steckt und wie es funktioniert, berichteten wir bereits hier und dort. Um das Projekt zu verbreiten, wurde jetzt eine Thunderclap-Kampagne gestartet, die nur noch sechs(!) Unterstützer braucht, um das Ziel von 100 gleichzeitig ausgesandten Tweets zu erreichen soeben erreicht hat (danke an alle!).

    Wir werden zudem hier im Blog in den kommenden Wochen eine Reihe Videos posten, auf denen Kandidierende für die Europawahl erklären, warum sie sich für Themen wie Datenschutz, Netzneutralität, Urheberrechtsreform, Transparenz und Freie Software einsetzen. Im ersten Video, das wir nun hier veröffentlichen, erklärt Claude Moraes, britischer Europaabgeordnete und Kandidat für den Wahlbezirk London, seine Arbeit zur Massenüberwachung durch die NSA und europäische Geheimdienste:

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    18. März 2014 2
  • : EU-Datenschutzgrundverordnung passiert erste Lesung im EU-Parlament
    EU-Datenschutzgrundverordnung passiert erste Lesung im EU-Parlament

    Heute hat das Plenum des Europaparlaments in Strassburg über die Datenschutzreform abgestimmt. Bei dem Gesetzesvorhaben, das Anfang 2012 von der Europäischen Kommission vorgeschlagen worden war und anschließend in den Ausschüssen des Parlaments bearbeitet und verändert wurde, besteht im Parlament weitgehend Einigkeit, während sich der Rat der Mitgliedsstaaten immernoch schwer tut, zu einer gemeinsamen Position zu kommen und das Paket Richtung Abschluss zu schieben. Bei 653 abgegebenen Stimmen entfielen 621 für den von Berichterstatter Jan-Philipp Albrecht ausgehandelten Text in erster Lesung, 10 stimmten dagegen und 22 Enthaltungen waren dabei.

    Parallel wurde auch das Schwesterdokument, die Datenschutzrichtlinie für Polizei und Justiz des Berichterstatters Dimitrios Droutsas abgestimmt. Dabei stimmten 371 dafür, 276 dagegen und es gab 30 Enthaltungen.

    Gestern berichteten wir über die Debatte im Plenum: Europaparlament: CDU fühlt sich beim Datenschutz für Polizei und Justiz übergangen.

    12. März 2014
  • : Digitale Selbstbestimmung: Machtprobe mit Silicon Valley
    Digitale Selbstbestimmung: Machtprobe mit Silicon Valley

    Die FAZ hat eine längere Geschichte zu den Hintergründen der EU-Datenschutzgrundverordnung mit einigen deutschen Protagonisten zwischen EU-Parlament, Facebook und Bundesinnenministerium. Und das ist lesenswert: Digitale Selbstbestimmung: Machtprobe mit Silicon Valley.

    Als Fazit fassen die Autoren auch die vermutliche Position unseres Bundesinnenministeriums zusammen, die wir in ihrer Logik eigentlich auch nie richtig verstanden haben:

    In der Diskussion geht es also nicht nur um das Recht des Einzelnen, sondern auch darum, ob europäische Unternehmen mit globalen Konkurrenten auf Augenhöhe bestehen können. Vom Datenschutz bleibt in dieser Diskussion nur ein Rumpf namens Persönlichkeitsrecht. Im Grunde geht es um einen Paradigmenwechsel, bei dem aber auch Deutschland wenig Erfahrung hat. In Wirklichkeit ist die Bundesregierung selbst überrumpelt von dem atemberaubenden Tempo, in dem die großen Netzunternehmen Daten abschöpfen. Es ist nicht einmal klar zu unterscheiden, ob es politischer Wille oder bloße Verzweiflung ist, dass sie sich in dieser Lage auf eine Position zurückzieht, die am Ende nichts anderes als eine Preisgabe sein könnte.

    Das zum Image unserer Bundesregierung, dass das Bundesinnenministerium unseren starken Datenschutz in die EU tragen will.

    12. März 2014 1
  • : „Framing“: Wie sich die ACTA-Gegner durchsetzten.
    Die Argumente der ACTA-Befürworter (linke Seite) und der ACTA-Gegner (rechts) kamen in den 248 untersuchten Artikeln unterschiedlich häufig vor. Die von den Gegnern artikulierten Sorgen um Bürger-/Grundrechte und Rechtssicherheit sowie die Kritik am Verfahren bekamen mehr Raum.
    „Framing“: Wie sich die ACTA-Gegner durchsetzten.

    Ein Gastbeitrag von Katrin Tonndorf, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für computervermittelte Kommunikationen der Universität Passau.

    ACTA. Diese vier Buchstaben machten das Urheberrecht 2012 zum Tagesschau-Thema. Auf einmal wurden große Debatten zu einem netzpolitischen Problem geführt, über das bisher nur die Unterhaltungsindustrie mit ein paar Netzaktivisten stritt. Beide Interessengruppen versuchten, mit ihrer Sichtweise die Öffentlichkeit zu überzeugen. Welches „Framing“ sich durchsetzte, untersuchten Kommunikations- und Politikwissenschaftler der Uni Passau.

    Der Konflikt um die Neugestaltung des Urheberrechts beginnt bereits weit vor ACTA. Seit die Filesharing-Plattform Napster und ihre Nachfolger die Geschäftsmodelle der klassischen Medienindustrie infrage stellten, hat die Unterhaltungsindustrie ihren Einfluss auf die Politik genutzt und erfolgreich für die Verschärfung des Urheberrechts geworben. Ergebnis dieser Bemühungen sind unter anderen das DMCA-Gesetz in den USA und die IPRED-Richtlinie in Europa. Trotz der Mobilisierungsversuche von Netzaktivisten erhielt IPRED 2004 in der öffentlichen Berichterstattung nur wenig Aufmerksamkeit und wurde ohne größere Komplikationen vom EU-Parlament angenommen.

    11. März 2014
  • : Neu angemalt: SavetheInternet.eu – Rettet die Netzneutralität
    Neu angemalt: SavetheInternet.eu – Rettet die Netzneutralität

    Savetheinternet.eu ist die europäische Kampagne verschiedener Bürgerrechtsorganisationen wie dem Digitale Gesellschaft e.V., der Initiative Netzfreiheit, European Digital Rights und La Quadrature du Net für die Rettung der Netzneutralität. Die kann demnächst auf EU-Ebene durch schlechte Formulierungen abgeschafft und das Internet in ein Zweiklassen-Netz nach Vorbild der Drosselkom-Idee umgebaut werden. Die Kampagnenseite wurde von fleißigen Helfern neu angemalt und das sollte für Euch ein weiterer Grund sein, da mal vorbei zu klicken und vor allem aktiv zu werden. Hinterher könnt Ihr Euch immer noch beschweren. Jetzt heißt es erstmal machen und selbst unsere Rechte und die Netzneutralität schützen.

    Save the Internet - Kontaktiere deine EU-Parlamentarier noch heute! 2014-03-11 16-16-37

    11. März 2014 3
  • : Neue Transparenzoffensive beim Freihandelsabkommen TTIP
    Neue Transparenzoffensive beim Freihandelsabkommen TTIP

    Die Zeit der Leaks rund um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP hat gerade begonnen. Bereits vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Zeit-Online die Position der EU-Kommission in den Freihandelsgesprächen.

    Es ist ein brisantes Papier, und die EU-Kommission weigert sich, es zu veröffentlichen: ihren Entwurf für das Freihandelsabkommen (TTIP), das derzeit zwischen den USA und der EU verhandelt wird. Das Papier formuliert die Wünsche, mit denen die Kommission in die Verhandlungen geht. […] Umstritten sind vor allem die Investitionsschutzklauseln, um die es im zweiten Kapitel geht. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der Liberalisierung von elektronischen oder Finanzdienstleistungen. Auch diese Punkte stehen in der Kritik.

    Drei grüne Europaabgeordnete haben vergangene Woche die Webseite ttip-leak.eu gestartet und dort das deutschsprachige TTIP-Mandat für die Geheimverhandlungen zwischen EU und USA veröffentlicht.

    Wir wollen die TTIP-Verhandlungen transparent machen. Dazu gehört, dass das Mandat öffentlich zugänglich ist. Außerdem fordern wir für die Zukunft ein Mitentscheidungsrecht des Europaparlaments bei der Erstellung von Verhandlungsmandaten.

    Die Grünen haben auch ein TTIP-Blog gestartet. Wir freuen uns, dass transparente Leaks mittlerweile Teil des Wahlkampfes geworden sind.

    10. März 2014 4
  • : #BlameTheGame – Not the Messenger: Für mehr Whistleblower-Schutz im EU-Parlament
    #BlameTheGame – Not the Messenger: Für mehr Whistleblower-Schutz im EU-Parlament

    Mit Asyl für Edward Snowden von Seiten des EU-Parlaments sieht es schlecht aus. Das hat man bei der letzten Diskussion im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres für den Bericht zum Überwachungs- und Spionageskandal bereits gesehen. Ursprünglich gab es zwei Änderungsanträge  (1–265266–521) die  explizit Asyl für Snowden forderten, einer davon von den Grünen im Parlament:

    Calls on EU Member States to drop criminal charges, if any, against Edward Snowden and to offer him protection from prosecution, extradition or rendition by third parties, in recognition of his status as whistleblower and international human rights defender.

    Berichterstatter Claude Moraes lehte beide Änderungsanträge ab und markiert generelle Bemerkungen über mehr Whistleblower-Schutz als äußerste Grenze. Am 11. März soll die finale Abstimmung in der Plenarsitzung des Parlaments erfolgen. Obiger Änderungsantrag wird als Amendment 1 nochmals eingebracht.

    Aus diesem Anlass haben die Grünen die Kampagne #BlameTheGame gestartet, seinen Europa-Abgeordneten zu kontaktieren und dazu aufzufordern, sich für mehr Whistleblower-Schutz einzusetzen. Prinzipiell eine gute Sache, die man unterstützen kann. Wer sich aber verständlicherweise nicht im Rahmen einer parteispezifischen Aktion beteiligen will, kann seine Abgeordneten auch eigenständig kontaktieren. Weitere Änderungsanträge, die sich mit Whistleblowern beschäftigen, sind die Amendments 2 und 29.

    7. März 2014 2
  • : Mitgliedstaaten sollen EU-Parlament überzeugen, eine Vorratsdatenspeicherung von Reisedaten einzuführen
    Mitgliedstaaten sollen EU-Parlament überzeugen, eine Vorratsdatenspeicherung von Reisedaten einzuführen

    Die Europäische Union hat sich einst von den Amerikanern bei den Verhandlungen um die Übermittlung von Fluggastdaten über den Tisch ziehen lassen. Die Daten wecken nun auch bei anderen Staaten Begehrlichkeiten. Gleichzeitig wird ein europäisches System vorangetrieben, die Mitgliedstaaten sind aufgefordert das EU-Parlament zu überzeugen.

    Fluggastdaten werden von Airlines gesammelt, um den Service zu garantieren und zu verbessern. Darunter sind etwa Informationen zu Essenswünschen, Angaben zum Gepäck und Mitreisenden sowie Kreditkartendaten. Insgesamt werden bis zu 60 Einzeldaten bei einem einzigen Passagier pro Flug gesammelt. Diese Daten werden bereits an die USA und Australien übermittelt und dort für 15 Jahre bzw. für 5,5 Jahr auf Vorrat gespeichert.

    Seit einigen Jahren wird auch auf EU-Ebene versucht eine Vorratsdatenspeicherung von Reisedaten einzuführen. Bisher fand sich im EU-Parlament keine Mehrheit, daher ist der Prozess ins Stocken geraten. Die Kommission hat bereits versucht den Prozess vorbei am Parlament zu beschleunigen und hat eine Ausschreibung über 50 Mio. Euro veröffentlicht, um den Aufbau der Kapazitäten für das Überwachungssystem vorzubereiten. Frankreich ist seither treibende Kraft und verdient 17 Mio. Euro mit dem Aufbau des EU-PNR Systems. Nun geht die Kommission noch weiter. In einem internen Papier heißt es, dass die EU Kommission nun von den Mitgliedstaaten „Überzeugungsarbeit gegenüber dem EU-Parlament“ erwartet um dort endlich eine Mehrheit für die lang ersehnte Vorratsdatenspeicherung zu bekommen.

    Abseits davon hat die Übermittlung von Fluggastdaten an die USA und Australien aber auch Begehrlichkeiten bei anderen Staaten geweckt. Die Verhandlungen mit Kanada etwa stehen kurz vor dem Abschluss. Aber auch Mexiko will die Fluggastdaten und bemüht dafür den gleichen Verhandlungstrick wie die Amerikaner. Sie drohen mit Bußgeldzahlungen gegenüber europäischen Airlines, sollten diese die Daten nicht zur Verfügung stellen. Ab 1. Januar sollten diese Bußgelder eingezogen werden, allerdings konnte die Kommission die Bußgeldandrohung auf zunächst unbestimmte Zeit verschieben. Um eine möglichst einheitliche Linie zu finden, wie künftig mit Anfragen von Drittstaaten umgegangen werden soll, will die Kommission noch vor dem Sommer eine entsprechende Rechtssetzungsinitiative veröffentlichen. Wie aber den genannten Staaten sowie weiteren Staaten die schon Interesse bekundet haben, wie Südkorea oder Vereinigten Arabischen Emiraten, erklärt werden soll, dass all diese Staaten keinen Anspruch auf ein Abkommen wie die USA mit einer Speicherfrist von 15 Jahren haben sollen, bleibt fraglich.

    Crosspost von nopnr.org

    7. März 2014 5
  • : Online-Petition für digitale Grundrechte in der EU: Kein aussichtsloser Kampf
    Online-Petition für digitale Grundrechte in der EU: Kein aussichtsloser Kampf

    wepromiseeuEs sind nur noch 75 Tage bis zur Europawahl. Durch die Presse gehen etliche Berichte und Befürchtungen, dass EU-feindliche Kräfte in mehreren Mitgliedstaaten große Erfolge erzielen werden. Auch in Deutschland machen rechtsextreme Parteien für ihre Wahlkampagnen gegen Asylsuchende Stimmung – als Kollateralschaden lässt sich seit Anfang 2014 ein drastischer Anstieg von Angriffen auf Asylbewerber beobachten.

    Den Wahlerfolg können wir vermutlich nicht komplett verhindern, aber wir könnten uns aktiv daran beteiligen, den Trend so klein wie möglich zu halten – indem wir am 25.Mai wählen gehen.

    Klar haben uns manche Vorschläge gestört, die in letzten Jahren aus Brüssel kamen. Jedes Mal berichteten wir hier und sind in so einigen Fällen auf die Straße gegangen. In der letzten Legislaturperiode kam aber auch durchaus Gutes aus den EU-Institutionen: 2010 konnten wir verbindliche Websperren verhindern. 2012 konnten wir die EU-Abgeordneten überzeugen gegen das internationale Handelsabkommen ACTA zu stimmen und es somit verhindern. Und im September letzten Jahres richtete das Parlament als erste demokratisch gewählte Institution in der EU eine Untersuchungsgruppe zum Überwachungsskandal ein – der Bericht wird kommende Woche verabschiedet.

    Jetzt haben wir die Chance, dem neuen Parlament von Anfang an unsere Anliegen mit auf den Weg zu geben. Wir können unseren Abgeordneten zeigen, dass wir Europa nicht in eine vollüberwachte digitale Zukunft schlittern lassen wollen. Wir können jetzt unterstreichen, dass wir eine europaweite gesetzliche Verankerung der Netzneutralität und eine Reform des Urheberrechts brauchen. Wir können den Politikern sagen, dass wir sie gerne wählen werden, wenn sie sich für das Recht auf Anonymität und Verschlüsselung einsetzen.

    Dies geht auf WePromise.EU – dort könnt ihr eine Petition unterzeichnen und somit versprechen, am 25. Mai wählen zu gehen und Eure Stimme denjenigen zu geben, die Grundrechte im digitalen Zeitalter verteidigen.

    Kandidaten aus 11 verschiedenen Mitgliedstaaten haben bereits die 10-Punkte-Charta für digitale Grundrechte unterzeichnet, die von der europäischen Bürgerrechtsorganisation EDRi entwickelt wurde. Jeden Tag kommen mehr Kandidaten hinzu, einige von ihnen haben wir sogar vor die Kamera bekommen. Hier ist nun der Trailer, der die erste Saison mit kurzen Interviews einläutet. Wer bei der Kampagne helfen will, kann sich gerne bei uns melden: volunteer(at)wepromise.eu

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    7. März 2014
  • : Letzte Chance: Mitmachen bei der EU-Urheberrechtskonsultation
    Letzte Chance: Mitmachen bei der EU-Urheberrechtskonsultation

    Morgen endet die Frist um sich bei der EU-Konsultation zur Modernsierung des Urheberrechts zu beteiligen. Wie bereits berichtet, gibt es Ausfüllhilfen wie youcan.fixcopyright.eu oder copywrongs.eu die es leichter machen, die für einen selbst relevanten der 80 Fragen herauszupicken und zu beantworten.

    Wikimedia weist auch nochmal darauf hin: Die letzten Stunden der Urheberrechtskonsultation.

    Nach unserer aktuellen Einschätzung wird eine Überarbeitung der sogenannten “InfoSoc-Richtlinie” ein größeres Projekt für die kommende Legislaturperiode des europäischen Parlaments 2014–2019 werden. Die Ergebnisse der Konsultation stellen dafür einen wichtigen Baustein dar und wir laden alle Personen und Verbände ein, sich ebenfalls, wenn nicht schon längst geschehen, an der Konsultation zu beteiligen. Dies ist auch auf deutsch möglich, z.B. bei fixcopyright.eu oder copywrongs.eu.

    4. März 2014 6
  • : Neuer Verhandlungsstand von CETA (Kanada/EU) geleakt
    Neuer Verhandlungsstand von CETA (Kanada/EU) geleakt

    Über das „Comprehensive Economic and Trade Agreement“ (CETA), was zwischen EU und Kanada verhandelt wird, hatten wir im Nachgang von ACTA berichtet. Kanada und die EU verhandeln seit einigen Jahren über dieses Freihandelsabkommen und als Verhandlungspartner von ACTA hatten sie ähnlich schwammige Passagen zur Durchsetzung von Urhebererchten, Patenten und Markenrechte in dem damals geleakten Zwischenstand. Die Piratenpartei hat einen neuen Zwischenstand der Verhandlungen geleakt (PDF). Freihandelsabkommen gibt es immer wieder, die EU ist dabei recht aktiv und wir sind auch nicht aus Prinzip dagegen.

    Das eigentliche Problem dabei ist, dass diese immer intransparent im Verborgenen unter Mitwirkung einflußreicher Industrie-Lobbys verhandelt werden und die Politik (EU-Parlament und Nationalstaaten) das Ergebnis dann abnicken soll. Und das vor allem im Bereich geistige Monopolrechte weitere Grenzen ausgedehnt werden, die in der Regel zu Lasten der Allgemeinheit gehen und zudem den Status Quo zementieren. Mit anderen Worten: Wenn man z.B. das Urheberercht reformieren will, können bereits bestehende Handelsabkommen dieses mit dem Hinweis erschweren „Aber mit Staat XY haben wir uns doch bereits auf YZ geeinigt und das müssen wir jetzt erfüllen“. Bilaterale Abkommen wie CETA erschweren zudem einen Refomprozess auf internationaler Ebene, wie z.B. im Rahmen der WIPO, da sich die Vertragspartner dazu verpflichten, die miteinander verhandelten Standards auch einzuhalten.

    3. März 2014 3
  • : EU-Umfrage zu Internetgeschwindigkeit: Deutschland blockt primär Videostreams
    EU-Umfrage zu Internetgeschwindigkeit: Deutschland blockt primär Videostreams

    In einer Pressemitteilung hat die EU-Kommission heute bekanntgegeben, dass für 24% der europäischen Internetnutzer spürbar Inhalte geblockt werden. Das geht aus einer Umfrage zur Wahrnehmung der Internetgeschwindigkeit und Servicequalität  hervor, die von der Europäischen Kommission im Januar durchgeführt wurde. In Deutschland lag der Prozentsatz der Betroffenen mit 14% unter diesem Durchschnittswert.

    Die Umfrage geht auch weiter darauf ein, bei welchen Aktivitäten konkret Einschränkungen wahrgenommen werden. Da zeichnet sich für die Freiheit des deutschen Internetverkehrs ein anderes Bild: Nämlich dass Deutschland zwar beim freien Download von Inhalten klar unter dem Durchschnitt von Blocking und Drosselung liegt, dafür aber vor allem beim Streaming eingreift. Zum Beispiel bei Videos, wo bei Breitbandzugang durchschnittlich 37% aller von Blockierungen betroffenen Europäer Einschränkungen wahrnehmen, dafür aber 55% aller betroffenen Deutschen.

    Aus der Befragung geht auch hervor, dass ein Großteil der Bevölkerung gar nicht über die Geschwindigkeit und Limitierungen des eigenen Internetzugangs Bescheid weiß. Nur 26% gaben an, sich etwaiger Einschränkungen im vereinbarten Datenvolumen bewusst zu sein und rund zwei Drittel der Kunden kannten ihre vertraglich vereinbarte Downloadgeschwindigkeit nicht.

    Die Ergebnisse der Studie nutzt die EU-Kommissarin und Vizepräsidentin der Kommission Neelie Kroes dazu, die Wichtigkeit des freien Internets zu propagieren und sich als glühende Verfechterin der Netzneutralität zu positionieren:

    Mein Ziel ist es, die Verbraucher zu schützen, indem wir ihnen ein offenes Internet in Europa garantieren und ihnen neue Rechte und Transparenz bezüglich ihrer Internetverbindung geben. Mein Ziel ist es auch, Innovation zu schützen, sodass jeder durch und im Internet an Innovationen arbeiten kann ohne ihm zu schaden. Das würde letztlich zu mehr Wettbewerb und Auswahl führen, zum Vorteil der Verbraucher.

    Doch entgegen der schönen Worte: Der Vorschlag der Kommission könnte genau das Gegenteil bewirken und gefährdet die Netzneutralität. Und da die Abstimmung zu den Änderungsvorschlägen des EU-Parlaments am Kommissionsvorschlag verschoben wurde, bleibt noch etwas Zeit, dem etwas entgegenzusetzen und an der Rettung der Netzneutralität mitzuwirken.

    27. Februar 2014 3
  • : Netzneutralität in der EU: Abstimmung im Industrieausschuss wurde verschoben
    Netzneutralität in der EU: Abstimmung im Industrieausschuss wurde verschoben

    Gestern sollte der Industrieausschuss im EU-Parlament über die Connected Continent-Verordnung „über Maßnahmen zum europäischen Binnenmarkt der elektronischen Kommunikation“ abstimmen, wo es auch um die Regelung von Netzneutralität geht. Umstritten ist vor allem ein Punkt zu „Specialized Services“, der Geschäftsmodelle wie das Drosselkom-Modell legalisieren würde. Da es im Vorfeld zu keinen Kompromissen kam, war für gestern eine Kampfabstimmung mit einem knappen Ergebniss zu erwarten. Daraus ist nichts geworden: Es lagen nicht für alle Änderungsanträge Übersetzungen in die verschiedenen EU-Sprachen vor. Auf Basis der Geschäftsordnung wurde die Abstimmung verschoben.

    Nächster Ausschusstermin mit Abstimmungsmöglichkeit soll in zwei Wochen sein. Das bedeutet für Befürworter von Netzneutralität in der EU zwei Wochen mehr Zeit, um sich an unsere EU-Abgeordneten (vor allem im Industrieausschuss) zu wenden. Unklar ist immer noch das Abstimmungsverhalten der Liberalen, während die Konservativen wohl vor allem für eine unklare Formulierung von Specialzed Services und damit für die Einführung eines Zweiklassennetzes stimmen wollen.

    Auf savetheinternet.eu stehen alle Informationen, die man braucht, um sich als interessierter Bürger an EU-Abgeordnete zu wenden. Die Zeit ist genau jetzt.

    25. Februar 2014 2