EU
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: USA-EU-Abkommen TTIP: Keine Ahnung in Deutschland, Kritik aus Österreich
: USA-EU-Abkommen TTIP: Keine Ahnung in Deutschland, Kritik aus Österreich Auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag (PDF) hin hat die Bundesregierung eingeräumt (PDF der Antworten), dass sie keinen Zugang zu den von den USA vorgelegten Verhandlungsdokumenten zur geplanten Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) hat:
Derzeit hat die Bundesregierung keinen Zugang zu den von den USA vorgelegten Verhandlungsdokumenten. Die Bundesregierung hat mehrfach darauf hingewiesen, dass dies für eine verantwortungsvolle Begleitung des Verhandlungsprozesses, wie es nach den EU-Verträgen in der Handelspolitik vorgesehen ist, unzureichend ist.
Im übrigen werden in der Anfragebeantwortung jedoch vor allem die üblichen Mythen rund um erwartete positive wirtschaftliche Effekte verbreitet:
„Alle vorliegenden Studien zu möglichen makroökonomischen Effekten eines solchen Abkommens deuten auf positive Wachstums- und Beschäftigungseffekte auf beiden Seiten des Atlantiks hin“
An den diesbezüglichen Prognosen werden inzwischen vor allem von gewerkschaftsnaher Seite wie dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) starke Bedenken angemeldet. In einer Analyse der diesbezüglichen Studie (PDF) kommen die IMK-Forscher zu dem Schluss, dass
„[s]elbst in der Bertelsmann-Studie, in der Beschäftigungsgewinne im Exportsektor fälschlicherweise als gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsgewinne interpretiert werden, die Beschäftigungseffekte winzig [sind]“
Besonders eindrücklich ist in diesem Zusammenhang der Vergleich ebendieser optimistischsten Schätzungen mit den jüngsten, krisenbedingten Entwicklungen in Europa:
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: WePromise #08 : Josef Weidenholzer (SPÖ, AT)
: WePromise #08 : Josef Weidenholzer (SPÖ, AT) Joe Weidenholzer kam nach Inkrafttreten des Lissabonvertrags als Nachrücker Ende 2011 ins Europaparlament. Vor seiner politischen Karriere war er als Bürgerrechtler und Ehrenamtler (solidar, momentum, volkshilfe) aktiv.
Im Parlament saß er in dieser Legislaturperiode im Innenausschuss (LIBE), befasste sich dort ausgiebig mit der Datenschutzverordnung, belegte Platz 3 der Top 10 Abgeordneten für besseren Datenschutz auf Lobbyplag und machte zuletzt gute Änderungsvorschläge für den Endbericht des Untersuchungsausschusses zum NSA-Überwachungsskandal. Er hofft, auch dieses Mal wieder mit Listenplatz 5 der österreichischen SPÖ ins Europaparlament zu kommen. Hier erklärt er, warum er WePromise unterstützt:
Er twittert unter @weidenholzer.
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: WePromise #07: Jan Philipp Albrecht (Grüne)
: WePromise #07: Jan Philipp Albrecht (Grüne) Jan Albrecht ist der jüngste deutsche Abgeordnete im Europaparlament, Netzpolitiker, und er kandidiert auch in diesem Jahr wieder für die Grünen auf Listenplatz 6. Denn seine Mission in Brüssel ist noch nicht beendet. Vor mehr als zwei Jahren wurde er zum Berichterstatter für die Datenschutzreform, er befasste sich mit insgesamt 5316 Änderungsanträgen und versucht seitdem, Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten und ihr virtuelles Ich zu geben. Nun muss er für das Parlament mit den EU-Mitgliedstaaten im Rat verhandeln – und dies könnte sich noch ein wenig in die Länge ziehen.
In einem kurzen Video erklärt er nun, warum er für die Europawahl das Projekt WePromise unterstützt und warum er sich für die Charta der digitalen Grundrechte einsetzen wird:
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: Debatte im Europaparlament: Die Vorratsdatenspeicherung ist tot. Nach der Wahl entscheidet sich, ob das so bleibt.
EU-Kommissarin Malmström bei der Aussprache im EU-Parlament. : Debatte im Europaparlament: Die Vorratsdatenspeicherung ist tot. Nach der Wahl entscheidet sich, ob das so bleibt. Die EU-Kommission wird die Entscheidung zur Zukunft der Vorratsdatenspeicherung erst nach der Europawahl im Mai treffen. Das kündigte Innenkommissarin Malmström bei einer Aussprache im Europaparlament an. Das Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wird eingestellt, Schweden erhält seine Strafzahlungen zurück.
Gestern Abend hat sich das Europäische Parlament mit dem EuGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung beschäftigt. Eine Stunde lang diskutierte das Plenum in Straßburg über Auswirkungen und Folgen der Entscheidung. Auf europarl.europa.eu gibt es Mitschnitte als Text, Audio und Video.
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: Digitale Gesellschaft startet Kampagne zur Europawahl
: Digitale Gesellschaft startet Kampagne zur Europawahl
Der Digitale Gesellschaft e. V. startet in dieser Woche eine Kampagne zur Europawahl (#EP2014) und beteiligt sich hiermit am paneuropäischen Projekt WePromise.eu. Das Ziel ist es, Grundrechte im digitalen Umfeld auf die Tagesordnung des kommenden Europaparlaments zu setzen.Wir konnten in den letzten zwei Wochen wichtige Erfolge feiern: Das Europaparlament hat für eine gesetzliche Sicherung der Netzneutralität gestimmt, der Europäische Gerichtshof hat die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gekippt.
Jetzt ist es umso wichtiger, dass unsere Grundrechte auch vom kommenden Europaparlament kompromisslos verteidigt werden!
Anhand einer Petition können alle, die sich in den letzten Jahren gegen ACTA, Netzsperren und Überwachungsmaßnahmen in der EU gewehrt haben, den Abgeordneten von vorne herein eine positive Agenda mit auf den Weg geben.
Also macht mit und versprecht Euren Kandidatinnen und Kandidaten am 25. Mai die eigene Stimme – wenn diese wiederum versprechen, sich für digitale Grundrechte einzusetzen. Zudem werden noch freiwillige Helfende gesucht, um die Kandidatinnen und Kandidaten anzuschreiben. Wer Interesse hat mitzuhelfen, kann sich bei support(at)wepromise.eu melden.
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: Internes Dokument der EU-Kommission: USA wollen transatlantisches Datenschutz-Abkommen verwässern
US-Justizminister Holder und EU-Justizkommissarin Malmström. : Internes Dokument der EU-Kommission: USA wollen transatlantisches Datenschutz-Abkommen verwässern Die USA wollen EU-Bürger auch beim Datenaustausch zur Strafverfolgung als Menschen zweiter Klasse behandeln. Das geht aus einem Arbeitsdokument zum ersten transatlantischen Datenschutzabkommen hervor, das wir veröffentlichen. Geheimdienste und „nationale Sicherheit“ werden darin gleich komplett ausgeklammert.
Erstes transatlantisches Datenschutzabkommen
Seit fast vier Jahren verhandelt die EU-Kommission über das erste Datenschutzabkommen mit den USA. Hintergrund waren die Auseinandersetzungen um transatlantische Datenübermittlungsabkommen wie Bankdaten bei SWIFT und Reisedaten bei PNR. Statt bei jeder neuen Datenübermittlung erneut über Datenschutzbestimmungen zu verhandeln, sollten einmal datenschutzrechtliche Grundsätze erarbeitet werden, die dann für alle Abkommen im Strafverfolgungsbereich gelten. Eigentlich eine gute Idee, wenn denn dieses Datenschutz-Rahmenabkommen solide ist.
Leider sind die Verhandlungen nach ein paar ersten Runden schnell wieder eingeschlafen, vor allem während der Präsidentschaftswahl in den USA 2012 bewegte sich nichts. Erst Ende letzten Jahres wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen, nach dem „Sommer von Snowden“ und Druck vom EU-Parlament. Vor dem Hintergrund des Überwachungsskandals versprach die Kommission großspurig die „Wiederherstellung des Vertrauens in die Datenströme zwischen der EU und den USA“:
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: WePromise #06: Christian Engström (Grüne/Piraten)
: WePromise #06: Christian Engström (Grüne/Piraten) Christian Engström zog 2009 als erster Pirat ins Europaparlament. Er sitzt im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) und im Rechtsausschuss (JURI) und schlug dort zuletzt gute Änderungen vor, um die Netzneutralität EU-weit zu sichern. Dieses Mal kann es jedoch eng für die schwedischen Piraten werden – es ist nicht sicher, ob sie ihre Sitze erhalten können. Engström ist Listenkandidat 1, er twittert unter @Engstrom_PP und erzählt hier (Schwedisch mit Untertiteln), warum er sich in der kommenden Legislaturperiode für digitale Grundrechte und die Reform des Urheberrechts einsetzen wird – sollte er wiedergewählt werden:
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: Bundestag diskutiert Netzneutralität hinter verschlossenen Türen
: Bundestag diskutiert Netzneutralität hinter verschlossenen Türen Hinter verschlossenen Türen hat heute wieder mal der Ausschuss für digitale Agenda im Bundestag getagt. Wir können daher leider auch nur darüber berichten, was der Bundestag als Pressemitteilung rausgegeben hat. Thema war die EU-Entscheidung in erster Lesung zur neuen Telekommunikationsverordnung und hier besonders die Debatte um Netzneutralität. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries (SPD), erklärte dem Ausschuss, dass mit einer nationalen Lösung erstmal nicht zu rechnen sei und man den europäischen Prozess abwarte.
Was die Haltung der Bundesregierung zur Netzneutralität angeht, so verwies die Staatssekretärin auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD. Darin finde sich die Aussage, dass die Koalition für den diskriminierungsfreien Transport aller Datenpakete im Internet einstehe. Zudem sei festgehalten, dass das sogenannte Best-Effort-Internet, das für die Gleichbehandlung der Datenpakete stehe, weiterentwickelt werden solle und nicht von einer Vielzahl von „Managed-Services“ verdrängt werden dürfe.
Ja, das ist richtig. Vergessen wurde hier aber der entscheidende Satz im Koalitionsvertrag, dass das mit dem diskriminierungsftreien Transport aller Datenpakete dann doch nicht so ernst gemeint ist: „Zudem müssen Mobilfunkanbieter Internettelefonie gegebenenfalls gegen separates Entgelt ermöglichen.“ Und ungeklärt ist immer noch, was eine „Vielzahl von Managed Services“ denn genau sind, ob man da von einem Dutzend oder nur Tausend redet.
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: Jacob Appelbaum zur Europawahl: Werdet aktiv!
: Jacob Appelbaum zur Europawahl: Werdet aktiv! Bevor wir mit unserer Serie der Kandidaten zur Europawahl weitermachen, erklärt uns Jacob Appelbaum (@ioerror) warum es jetzt wichtig ist, sich für digitale Grundrechte in der EU einzusetzen.
Er betont, dass wir jetzt aktiv werden und die Europawahl dazu nutzen können, etwas zu verändern und jede/r daher die die Petition WePromise mitzeichnen sollte.
In einem kurzen Statement spricht er über Punkt 5 der Charta für digitale Grundrechte: „Ich setze mich gegen flächendeckende, unkontrollierte Überwachungsmaßnahmen ein.“ Untertitel gibt es wie immer auch:
Hier ist eine Übersicht über alle deutschen Kandidaten zur Europawahl, die bereits versprochen haben sich für bessere Netzpolitik in Europa einzusetzen.
Weitere Videos findet ihr hier. -
: EU-Kommission Malmström zweifelt, ob neue Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung kommt
: EU-Kommission Malmström zweifelt, ob neue Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung kommt Die schwedische EU-Kommissarin für Inneres, Cecilia Malmström, hat sich gestern nach dem EuGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung mit Journalisten aus Schweden getroffen. Laut dem Medium dn.se erklärte sie, dass es noch ungewiss sei, ob die EU-Kommission einen neuen Anlauf zur Wiedereinführung einer Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung starten würde.
Hier ist eine Übersetzung von Google (von uns leicht modifiziert):
Die Entscheidung des Gerichts war keine große Überraschung, nach der Kritik des Generalanwalts. Aber wir hatten keine Hinweise darauf, im Voraus von dem, wie das Urteil wird. Jetzt gibt es die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung nicht mehr und wir müssen überlegen, was ist es, an ihrer Stelle zu kommen. Aber wahrscheinlich wird es keine neue geben, betont sie.
Falls die EU-Kommission von sich aus keinen neuen Anlauf unternehmen möchte, kann natürlich der EU-Rat über die Ratspräsidentschaft einen neuen Richtlinienanlauf pushen. Zudem ist ungewiss, wer nach der EU-Wahl in der EU-Kommission sitzen und sowas entscheiden wird.
Fun-Fact: Es scheint derzeit auch unklar zu sein, ob die EU-Staaten ihre Geldbuße zurück gezahlt bekommen, die nicht rechtzeitig die jetzt für grundrechtswidrig erklärte Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umegsetzt haben. Deutschland ist da fein raus, weil die Strafzahlungen zwar immer arumentativ im Raum standen, aber nie durchgesetzt wurden.
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: Vorratsdatenspeicherung ist weg. Ganz sicher?
: Vorratsdatenspeicherung ist weg. Ganz sicher? Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat heute entschieden, dass die EU-Richtlinie zu Vorratsdatenspeicherung nicht mit der Wahrung der Grundrechte vereinbar ist. Wie wir gestern berichtet haben, hatten Datenschützer aus Österreich und Irland die Richtlinie angegriffen. Die Richter entschieden heute in ihrem Urteil, die Richtlinie sei gänzlich ungültig und stellten fest …
… dass der Unionsgesetzgeber beim Erlass der Richtlinie 2006/24 die Grenzen überschritten hat, die er zur Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit im Hinblick auf die Art. 7, 8 und 52 Abs. 1 der Charta einhalten musste.
Die Vorratsdatenspeicherung ist damit ohne die Möglichkeit einer Nachbesserung aufgehoben, was Deutschland sehr entgegenkommen dürfte, da nun keine Verhängung von Zwangsgeldern innerhalb einer Übergangsfrist mehr droht, auf die die EU-Kommission geklagt hatte. Deutschland hatte nämlich bis heute keine nationale Umsetzung der nun vergangenen Richtlinie durchgeführt.
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: CDU/CSU-Fraktion findet jetzt Netzneutralität toll
: CDU/CSU-Fraktion findet jetzt Netzneutralität toll Wir freuen uns, dass die CDU/CSU-Bundstagsfraktion sich darüber freut, dass das EU-Parlament heute in Brüssel deutlicher engagierter für Netzneutralität gestimmt hat als es zu erwarten war. Möglicherweise liegt das auch daran, dass nicht alle EU-Abgeordneten der CDU/CSU überhaupt zur Abstimmung vor Ort waren.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung verkünden jetzt der Sprecher für Digitale Agenda der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Jarzombek, und der zuständige Berichterstatter Andreas Nick:
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: EU-Parlament stimmt für Netzneutralität
: EU-Parlament stimmt für Netzneutralität
Das EU-Parlament hat heute in den entscheidenden Abstimmungen für Netzneutralität gestimmt. Das ist ein großer Erfolg, mit dem wir ehrlich gesagt nicht gerechnet haben. Wir haben trotzdem bis zur letzten Minute dafür gekämpft und sind jetzt weitgehend glückliche Sieger. Ich sage weitgehend, weil es natürlich bessere Regeln mit noch weniger Schlupflöcher geben könnte, aber es uns auch darum ging, Mehrheiten zu organisieren. Noch auf dem 30c3 zwischen Weihnachten und Neujahr waren wir in unserem Vortrag zum Thema Netzneutralität pessimistisch. Es ging um die EU und das Thema Netzneutralität interessierte nach Snowden kaum jemanden. Über die EU verteilt gab es nur wenige dutzend Aktivisten, die überwiegend in ihrer Freizeit an dem Thema dran blieben und die Savetheinternet.eu – Kampagne aufgezogen und dafür Verbündete gefunden haben. Wir haben nicht aufgegeben, weil das Thema zu wichtig dafür war und ist. Umso erfreulicher ist es, dass wir heute im EU-Parlament Mehrheiten bei Umformulierungen im Gesetzestext errungen haben. Danach sah es in den letzten Wochen nicht aus. Da soll noch jemand sagen, dass Abstimmungen nichts bringen und die EU immer nur falsche Politik macht. Wir warten auf die Abstimmungslisten um uns bei den deutschen Politikerinnen und Politiker bedanken zu können, die pro Netzneutralität gestimmt haben.
Aber wie schon geschrieben, perfekt ist das noch nicht. Da ginge noch mehr, wie die Digiges in einer ausführlichen Pressemitteilung zur Bewertung zusammenfasst: Änderungen zur Netzneutralität: Erforderlich, aber nicht hinreichend.
“Wir freuen uns, dass das Europäische Parlament einige wichtige Schritte zur Sicherung der Netzneutralität unternommen hat. Die heute beschlossenen Änderungen waren dringend erforderlich, um die Zukunft des freien und offenen Internet zu sichern, sie sind dafür aber keineswegs hinreichend. Der Verordnungstext enthält weiterhin Lücken, die den Telekommunikationsunternehmen die Auslagerung von beliebten Online-Inhalten auf kostenpflichtige Spezialdienste erlauben.”
So gehts weiter:
Die Debatte und der Gesetzesprozess ist noch nicht vorbei. Das war nur die erste Lesung, wenn auch eine vielleicht entscheidende Schlacht. Im weiteren Verlauf haben wir schlechtere Karten gegenüber den Lobbys der Telekom-Industrie, weil jetzt die Regierungen im EU-Rat mitreden werden.
Wenn Euch das Thema am Herzen liegt, dann unterstützt vor allem diejenigen finanziell, die sich für lange Zeit schon für das Thema einsetzen und damit auch nicht aufhören werden, wenn die Aufmerksamkeit wieder weg ist. Im deutschsprachigen Raum sind das vor allem der Digitale Gesellschaft e.V. aus Deutschland und die Initiative Netzfreiheit aus Österreich gewesen.
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: ZDF & NDR: Netzneutralität wünschenswert
: ZDF & NDR: Netzneutralität wünschenswert Heute Mittag stimmt das EU-Parlament über Netzneutralität ab. Gestern Abend berichtete das Zapp-Medienmagazin auf NDR über die Debatte und zeigte dabei seltene Aufnahmen aus unserem Newsroom: Netzneutralität: Bleibt das Internet offen?
Zwei Welten prallen aufeinander bei der neuen EU-Verordnung. Am Donnerstag stimmt das EU-Parlament über einen Entwurf für die Regulierung des Internet ab. Für die Einen ist die Verordnung nicht weniger als der Anfang vom Ende des freien Internet für alle EU-Bürger. Die Anderen finden, dass gerade die Verordnung überhaupt erst die Grundlage für ein diskriminierungsfreies Internet schafft.
Heute Morgen winkte dann Leonhard Dobusch live aus dem ZDF-Morgenmagazin zum selben Thema: „Netzneutralität wünschenswert“.
„In Brüssel spielt sich eine Lobby-Schlacht zur Netzneutralität ab“, sagt der Netzaktivist und Juniorprofessor für Organisationstheorie, Leonhard Dobusch. Der Ausgang der EU-Debatte sei offen.
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: WePromise #05: Martin Ehrenhauser (NI)
: WePromise #05: Martin Ehrenhauser (NI) Martin Ehrenhauser sitzt derzeit als fraktionsloser Abgeordneter (NI) im Europaparlament. Dieses Jahr tritt er in Österreich für das Bündnis „Europa anders“ (Piraten, KPÖ, Wandel) an und erklärt uns nun in einem kurzem Video, warum er die Kampagne We Promise zur Europawahl unterstützt:
In der letzten Legislaturperiode hat @mehrenhauser sich an vielen wichtigen europäischen, netzpolitischen Diskussionen beteiligt und sich für Grundrechte im digitalen Umfeld eingesetzt. Er ist Autor einer Studie über die Lobbyorganisationen GESA und EOS „Lobbyismus der Sicherheitsindustrie in der Europäischen Union“ (in Zusammenarbeit mit NP-Blogger Alexander Sander).
Im Februar 2011 deckte er in Zusammenarbeit mit der Financial Times Deutschland einen Skandal um das sogenannte SWIFT-Abkommen auf, das US-Terrorfahndern viel tiefere Einblicke in die Finanzen europäischer Bürger als bislang behauptet wurde.
Und er war einer derjenigen, der sich im Parlament am vehementesten gegen die Vorratsdatenspeicherung von Fluggastdaten gewehrt hat. Weiterhin hat er viele gute Änderungsanträge für den Schutz von Whistleblowern während der Diskussion um die Beamtenreform eingebracht und sich erfolgreich für mehr Kontrolle der Geheimdienste eingesetzt.
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: 20.000 Faxe zur Rettung der Netzneutralität verschickt
: 20.000 Faxe zur Rettung der Netzneutralität verschickt
Morgen findet im EU-Parlament die entscheidende Abstimmung zum Thema Netzneutralität statt. Die Mehrheiten sind immer noch unklar und jede einzelne Stimme zählt. In den vergangenen drei Monaten hat die Kampagnenplattform SaveTheInternet.eu mit diversen Tools eine Brücke nach Brüssel und Straßburg gebaut, so dass Bürgerinnen und Bürger ihre EU-Abgeordneten kontaktieren konnten. Bisher wurden darüber alleine 20.000 Faxe verschickt, die garantiert nicht in einem Spamfilter gelandet sind. Hier ist ein Auszug aus der aktuellen Pressemitteilung von SaveTheInternet.eu, die u.a. vom Digitale Gesellschaft e.V., der Initiative Netzfreiheit und European Digital Rights durchgeführt wird: „Entscheidende Abstimmung zur Netzneutralität: 20.000 Faxe an EU-Abgeordnete versendet“.
Obwohl die Europäische Kommission wiederholt beteuert, die Netzneutralität zu sichern, würden nach dem bisherigem Vorschlag die sogenannten Drosselkom-Pläne der Deutschen Telekom bald in der gesamten EU erlaubt sein. Auch normale Online-Dienste (wie z.B. Spotify oder Netflix) könnten dann auf einer Überholspur zu “Spezialdiensten” werden. Diese Spezialdienste sind so ungenau definiert, dass damit viele Schlupflöcher für Telekommunikationsunternehmen entstehen, die Netzneutralität auszuschalten. Wenn einzelne Partnerdienste bevorzugt werden, werden automatisch alle anderen benachteiligt. Das geht zu Lasten von Meinungsfreiheit, Meinungsvielfalt und Innovation. Damit wird der Einstieg in ein Zweiklassen-Netz geschaffen.. Netzneutralität gilt zudem nach dem bisherigen Entwurf nur, bis das monatliche Datenvolumen erschöpft ist, danach könnte der Provider wieder diskriminieren.
Abgeordnete können morgen die Netzneutralität sichern, indem sie für die Änderungsanträge 234–246 stimmen. Es stehen über savetheinternet.eu verschiedene Kommunikationswege nach Brüssel offen: Neben dem versenden von kostenlosen Faxen kann auch kostenfrei über das Netz angerufen werden – ein Service, der möglicherweise je nach Abstimmungsverhalten demnächst nicht mehr möglich sein könnte.
EU-Kommissarin Neelie Kroes hat an alle EU-Abgeordneten einen Brief verschickt und verkündet darin, dass mit dem Verordnungsentwurf die Netzneutralität bereits gesichert sei. Bei EDRi.org findet sich eine Analyse des Briefes, warum das nicht so stimmt, wenn man die Verordnung liest: Commissioner Kroes’ letter to MEPs on net neutrality – now with subtitles.
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: The Internet is ours: Startups für Netzneutralität
: The Internet is ours: Startups für Netzneutralität
Eine neue Kampagnenseite aus dem Startup-Umfeld sammelt junge und innovative Unternehmen, die sich für starke Netzneutralität positionieren wollen: The internet is ours: Startups for net neutrality. Auf der Kampagnenseite gibt es einige Hintergrundinformationen und die Möglichkeit, eine Petition zu unterzeichnen. The beauty of the current state of the Internet is that anyone with a computer and an Internet connection has the power to make an impact on the world. For those who are driven and passionate, the possibilities are endless. To limit net neutrality would drastically bring down the freedom and openness of the Internet as we know it.
Noch wichtiger ist für Startups, bis Morgen unsere liberalen und konservativen EU-Abgeordneten zu kontaktieren und diese davon zu überzeugen, dass Netzneutralität auch wichtig für junge Gründer sind. Auf savetheinternet.eu finden sich dazu Infos.
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: Es wird knapp: Donnerstag stimmt EU-Parlament über Netzneutralität ab
: Es wird knapp: Donnerstag stimmt EU-Parlament über Netzneutralität ab
Am Donnerstag stimmt das Europaparlament in erster Lesung über die „Verordnung eines europäischen Binnenmarktes für Telekommunikation“ (#ConnectedContinent) ab. Ein zentraler Konflikt dieser Verordnung ist die Frage, ob es starke Regeln zur Sicherung von Netzneutralität in der EU geben soll, oder ob die Telekommunikationsunternehmen weitreichende Freiheiten gewährt bekommen. Abgeordnete pro Netzneutralität sollen für Ammendments 234–246 stimmen
Unsere Empfehlung ist ganz klar: Wir brauchen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, denn Internet ist ein öffentliches Gut. Es gibt einen Haufen Änderungsanträge (Im EU-Parlament auch Ammendments genannt) zu dem Verordnungsvorschlag. Für die Netzneutralitätsdebatte sind vor allem die Änderungsanträge 234–246 relevant. EU-Abgeordnete, die für Netzneutralität eintreten, stimmen auch für diese Änderungsanträge aus den Reihen von Sozialdemokraten (S&D), Liberalen (ALDE), Grünen (Verts/ALE) und Linken (GUE/NGL) ab.
Was man immer beachten sollte:
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: WePromise Organisationen & Unterstützer #01: Wikipedia
: WePromise Organisationen & Unterstützer #01: Wikipedia Wikimedia Deutschland war die erste Organisation, die das EU-Wahlprojekt WePromise tatkräftig unterstützen wollte. Nur kurze Zeit später traf die Filmcrew von EDRi und GoVeto in Straßburg auf Wikipedianer, wo dieses nette Video entstand:
Mittlerweile sind viele Organisationen Partner des Europawahlprojekts WePromise geworden, hierzu zählen unter anderem Reporters without Borders, der vzbv, FSFE… Netzpolitik ist natürlich auch mit dabei.

