Digital Rights
-
: Mitmachen: Verfassungsbeschwerde gegen ELENA
: Mitmachen: Verfassungsbeschwerde gegen ELENA Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und der Foebud e.V. rufen zur gemeinsamen Verfassungsbeschwerde gegen ELENA auf. Da kann man kostenfrei mitmachen. Die einzige Herausforderung: Man muss innerhlab der kommenden Woche ein Formular ausdrucken, ausfüllen und zur Post bringen.
Mit dieser Verfassungsbeschwerde wollen wir ELENA, den “Elektronischen Entgeltnachweis” kippen. Wir wollen erreichen, dass die zentrale Datenbank mit sensiblen Arbeitnehmerdaten gelöscht wird. Zeigen Sie der Politik und dem Verfassungsgericht, dass auch Sie eine Vorratsdatenspeicherung Ihrer Arbeitsstunden, Krankheitstage, Urlaubstage, etc. ablehnen!
Weitere Informationen zu ELENA finden Sie auf dieser Seite. Sie können auch den ELENA-Flyer des AK Vorratsdatenspeicherung herunterladen oder über den Shop des FoeBuD e.V. bestellen. Geben Sie den Flyer an Verwandte, Freunde und Bekannte weiter, denn auch deren Daten werden wahrscheinlich in der zentralen ELENA-Datenbank gespeichert.
Machen Sie mit!
So funktioniert’s:1. Füllen Sie die Formulare auf diesen Seiten aus.
2. Anschließend erhalten Sie eine Email.Klicken Sie den darin enthaltenen Link an.
3. Laden Sie die vorausgefüllte Vollmacht herunter.
4. Drucken Sie die Vollmacht aus und unterschreiben Sie sie eigenhändig.
5. Schicken Sie die Vollmacht per Post sofort an die eingedruckte Adresse.Letzter Versendetermin ist der 25.3.2010. Später eintreffende Vollmachten können nur noch symbolisch gewertet werden.
Die Teilnahme an der Verfassungsbeschwerde ist kostenfrei. Uns entstehen allerdings hohe Kosten. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen.
-
: Geheime Kommandosache – Der Kampf gegen Online-Piraterie
: Geheime Kommandosache – Der Kampf gegen Online-Piraterie Das ACTA-Abkommen wird immer mehr in den Medien thematisiert. Am Wochenende berichtete bereits die Sendung Breitband im Deutschlandradio Kultur und interviewte dazu u.a. Michael Geist und die grüne EU-Abgeordnete Ska Keller (MP3). Heute befragte mich das Radiofeuilleton im Deutschlandradio Kultur dazu (MP3)
-
: Making Sense of Privacy and Publicity
: Making Sense of Privacy and Publicity Die Internetforscherin Danah Boyd hat auf der SXSW einen interessanten Vortrag über „Making Sense of Privacy and Publicity“ gehalten und das Transcript ihrer Rede online gestellt. Hat jemand vielleicht einen Link zum Audio- oder Video-Mitschnitt der Rede?
-
: DLF: Freie Fahrt für Filesharer?
: DLF: Freie Fahrt für Filesharer? Die Sendung „Computer & Kommunikation“ beim Deutschlandfunk hat heute über die Abmahnpraktiken gegen Tauschbösennutzer berichtet: Freie Fahrt für Filesharer?
Das Fazit:
Die Abmahnwelle gegen Tauschbörsenteilnehmer wird also trotz gefallenem Vorratsdatenspeicherungsgesetz weiterrollen. Der Unterhaltungsindustrie, vor allem der Musikindustrie, ist das sehr peinlich. Man spricht in der Branche nicht gern darüber, dass man schnüffelt und abmahnt, denn eigentlich findet man freie Netze, Piratenpartei und Grenzen testen ja okay und will auf die Kids, die Kunden von morgen, nicht wie die Polizei wirken. Aber man tut es.
-
: Paralleluniversum Internet – Wem gehören unsere Daten?
: Paralleluniversum Internet – Wem gehören unsere Daten? Im WDR5 gab es gestern in der Sendung „Redezeit“ den Themenschwerpunkt „Paralleluniversum Internet – Wem gehören unsere Daten?“ Als Gast war Matthias Bäcker dabei, der Juniorprofessor für Öffentliches Recht an der Uni Mannheim ist.
Entscheidet die Freiheit im Internet über die Freiheitlichkeit der globalisierten Gesellschaft? Oder wird die virtuelle Parallelwelt des Internets immer mehr zum Tummelplatz für Kriminelle und muss deswegen strengstens überwacht werden? Nach der Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung durch das Bundesverfassungsgerichts ist die „Freiheit im Netz“ einmal mehr in der Diskussion. Alle Staaten müssen sich die Frage stellen, wem die Daten ihrer Bürger gehören. Und wie sie mit Konzernen wie Google umgehen, der den Umgang mit den persönlichen Daten seiner User für eigene kommerzielle Zwecke perfektioniert hat. Matthias Bäcker, Juniorprofessor für Öffentliches Recht an der Universität Mannheim, zu der schwierigen Frage: Wieviel Freiheit braucht – bzw. verträgt – das Netz?
[Danke an Gusson]
-
: Alice Schwarzer und zu Guttenberg für Netzzensur
: Alice Schwarzer und zu Guttenberg für Netzzensur Bei Maybritt Illner ging es gestern um „Wer stoppt die Scheinheiligen?“. Mit dabei waren u.a. Alice Schwarzer, die Ehegattin unseres Verteidigungsministers zu Guttenberg (Innocence in danger) und unsere Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger. Während es eigentlich um die zahlreichen Missbrauchs-Skandale innerhalb der katholischen Kirche ging, gab es auch einen Abstecher zu den Netzsperren. Alice Schwarzer forderte diese vehement und Sabine Leutheuser-Schnarrenberger hielt gut dagegen. Dann kam zu Guttenberg und forderte eine bessere Netzzensur mit Hybrid-Sperren. Der etwas erschreckende Dialog zu dem Thema findet sich in einer vier Minuten Version bei Youtube:
Hier ist die komplette Sendung in der Mediathek.
-
: Lawrence Lessig: Internet is freedom
: Lawrence Lessig: Internet is freedom Lawrence Lessig hat am 11. März vor dem italienischen Parlament eine Rede über „Internet is Freedom. A new frame to a central theme.“ gehalten. Ein Video findet sich bei blip.tv:
-
: Linkliste zum Welttag gegen Internetzensur 2010
: Linkliste zum Welttag gegen Internetzensur 2010 Zum Welttag gegen Internetzensur 2010 darf natürlich auch eine kleine Linkliste nicht fehlen.
GlobalVoices.org: Global Voices Authors Speak Out Against Censorship Bei Global Voices Advocacy findet sich die „Access Denied Map“.
Die OpenNet Initiative bietet eine „Global Internet FIltering Map“. Ebenfalls empfehlenswert ist das „Year in review 2009″.
Eine weitere animierte Karte bietet der britische Guardian: Internet censorship: who controls what.
Seit einigen Jahren läuft schon die Amnesty-Kampagne irrepressible.info. Amnesty International Deutschland fordert in einer heute gestarteten Online-Petition die Freilassung der ägyptischen Bloggers Karim Amer: Freiheit für Karim!
Von Freedom House gibt es den „Freedom on the Net: A Global Assessment of Internet and Digital Media“-Report.
Welche Links fehlen noch?
-
: Datenbrief: Denn sie sagen nicht, was sie tun
: Datenbrief: Denn sie sagen nicht, was sie tun Constanze Kurz vom CCC hat in der Sonntaz in einer Kolumne über den Datenbrief geschrieben: Denn sie sagen nicht, was sie tun. (Übrigens schöne Überschrift!) Dabei geht sie auch auf zahlreiche kritische Kommentare ein, wie sie sich z.B. hier in der Diskussion finden.
Es hat sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, obwohl die Idee bereits einige Monate kursierte: Der Vorschlag eines Datenbriefs, mit dem jeder informiert wird, wenn über ihn irgendwo Daten gespeichert werden, wird überraschend rege debattiert – innerhalb und außerhalb des Netzes. Selbst amtierende Bundesminister schließen sich der Forderung an. Dabei ist die Idee absichtlich eher unscharf umrissen und zunächst zur Diskussion gestellt, um Pro- und Kontra-Argumenten, gerade auch für die praktische Umsetzung, Raum zu geben. […] Bei Firmen wie Auskunfteien, deren Geschäftszweck das Verkaufen und Weiterreichen persönlicher Daten ist, hält sich das Mitleid allerdings in Grenzen. Nur weil es sich eingebürgert hat, dass jeder alles sammelt, was er nur kriegen kann, um es kommerziell zu verwerten, rechtfertigt das noch keinen gesellschaftlichen Schutzraum. Ein Ziel hat der Vorschlag bereits erreicht: Viele Menschen denken darüber nach, welche Daten über sie wo gespeichert sind. Und bei den Datenkrakenlobbyisten fallen die Masken.
-
: Nutzerorientierte Ausrichtung des Urheberrechts
: Nutzerorientierte Ausrichtung des Urheberrechts Der Hamburger Justizsenator Dr. Till Steffen (Grüne) hat heute ein Diskussionspapier für ein nutzerorientiertes Urheberrecht vorgestellt. Davon gibt es eine 2‑Seiten verständliche Zusammenfassung als PDF (Die konkreten Vorschläge hab ich mal hier in den Text rein kopiert habe) als auch ein 19-Seiten langer ausführlicher Text in juristischer Sprache verfasst. Die Punkte sollen in den Bundesrat zur Diskussion eingebracht werden.
Vorschläge:
Reform des „Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte“ (UrhG) und Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).Umbenennung, Definition einer neuen Zweckbestimmung (§ 1 UrhG) und neue Inhaltsbestimmung des Gesetzes (§ 11 UrhG). An diesen Stellen sollten zukünftig die Rechte der Nutzer ausdrücklich genannt werden. Damit können die „Schranken“ des Urheberrechts nicht mehr als Ausnahmen aufgefasst werden. Eine Interpretation des Gesetzes muss damit den Interessensausgleich berücksichtigen.
-
: Welttag gegen Internetzensur 2010
: Welttag gegen Internetzensur 2010 Heute ist wieder „Welttag gegen Internetzensur“. Reporter ohne Grenzen hat wieder den jährlichen Bericht „Feinde des Internets“ (PDF) veröffentlicht. Auf 62 Seiten wird beschrieben, welche Länder Netzzensur-Infrastrukturen betreiben, wer konkret die Feinde des Netzes sind und welche Länder auf der Beobachtungsliste stehen.
Ein paar Zahlen: 60 Staaten haben Netzzensur-Infrastrukturen, 120 Blogger und Internet-Dissidenten sitzen im Gefängnis (72 in China, 17 in Vietnam und 12 im Iran), 12 Staaten sind die „Feinde des Internets“
Die Liste der „Feinde des Internets“ enthält wieder die Staaten China, Iran, Birma, Nordkorea, Turkmenistan, Kuba, Saudi-Arabien, Ägypten, Usbekistan, Syrien, Tunesien und Vietnam. Zu den elf Staaten, die „unter Beobachtung“ stehen, finden sich u.a. die Türkei, Russland und Australien.
Die Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen findet sich hier: „Welttag gegen Internetzensur“: Liste der „Feinde des Internets“ unverändert / Türkei und Russland erstmals „unter Beobachtung“.
-
: Leistungsschutzrecht wird konkretisiert
: Leistungsschutzrecht wird konkretisiert Das ominöse Leistungsschutzrecht schaffte es ohne jegliche Konkretisierung in den Koalitionsvertrag von Schwarz-Gelb. Monatelang fragten nicht nur wir uns, was denn so genau dahinter stecken kann und was die Politik darüber weiß, was der Öffentlichkeit vorenthalten wird. Die Lobbyisten der Verlagsbranche, vor allem der laute und omnipräsente Springer-Lobbyist Christoph Keese, gaben nur Nebelkerzen ab.
Auf dem Kölner Medienrechtsforum wurde er laut Heise heute etwas konkreter als sonst: Leistungsschutzrecht: Nicht nur Google soll zahlen. Die Vorstellung der Verleger (Lauthals vorgetragen von einer armen Firma wie Springer) ist, dass eine Art neue VG Wort alle PCs in deutschen Unternehmen zur Kasse bittet. Die Idee hatte Keese schon in groben Zügen auf einer Diskussion in Berlin vorgetragen, die ich hier kommentiert habe. Eine neue Verwertungsgesellschaft soll geschaffen werden, weil man ja in der VG Wort mit den Urhebern/Journalisten teilen müsste.
Demnach planen die Verleger in Kürze eine Kartellausnahmegenehmigung zu stellen, um eine neue Verwertungsgesellschaft zu gründen. Zahlen sollen in Zukunft nicht nur Portale wie Google, die kostenfrei abrufbare Inhalte systematisch auswerten, sondern jeder gewerbliche Nutzer der Verlagsangebote im Internet. Dabei nannte Keese explizit die schätzungsweise 20 Millionen gewerblich eingesetzten PCs in Deutschland.
Weil:
„Wir sehen, dass die Abonnements von Zeitungen und Zeitschriften in den meisten Unternehmen zurückgehen – das hängt natürlich auch damit zusammen, dass wir so gute Webseiten machen“, begründete Keese die Notwendigkeit einer neuen Zahlungspflicht.
Man muss sich das jetzt mal konkret anschauen: Springer & Co wollen, dass rund 20 Millionen gewerblich genutzte PCs zur Kasse gebeten werden, damit sie mehr Geld haben. Als nächstes kommt dann die Musikindustrie, weil auf gewerblich genutzten PCs auch Musik gehört werden kann und wer folgt als nächstes? Und wozu wird das noch führen könnte: Arbeitnehmern wird der Internetzugang gekappt, damit die Unternehmen Geld sparen, falls es Sonderregelungen gibt. Und wer kontrolliert eigentlich, wieviele PCs in Unternehmen stehen?
Hoffen wir mal, dass die Politik einen solchen Unsinn nicht mit macht und Springer & Co den Vogel zeigt. Bei einer Schwarz-Gelben Regierung mit engen Verbindungen zu Springer bleibt zwar noch ein Restrisiko, aber in einer Güterabwägung zwischen der kompletten Wirtschaft und einer kleinen (wenn auch mächtigen) Branche sollte einer Ablehnung bei dieser konkreten Vorstellung nichts im Wege stehen.
-
: Nackt aber sicher? Wie viel Sicherheit verträgt die Demokratie?
: Nackt aber sicher? Wie viel Sicherheit verträgt die Demokratie? Auf die Quarks & Co Sendung über „Nackt aber sicher? Wie viel Sicherheit verträgt die Demokratie?“ hatten wir schon hingewiesen. Davon gibt es jetzt Videos auf der Webseite und eine 96 MB große MP4 der kompletten Sendung.
Bringen immer neue Scanner tatsächlich mehr Sicherheit? Oder geben wir die Freiheit auf, die wir eigentlich schützen wollen? Als Gäste im Quarks & Co-Studio: der Psychologe Thomas Kliche. Er erklärt warum die Angst unser Verhalten bestimmt. Und der Soziologe Andrej Holm. Er wurde als Terrorist verhaftet, bis der Bundesgerichtshof den Haftbefehl aufhob.
[Danke an Nils]
-
: Die Zukunft des Internets zwischen Kultur und Recht
: Die Zukunft des Internets zwischen Kultur und Recht In der Sendung artmix.gespräch auf Bayern2 gab es vergangene Woche ein Gspräch von Ania Mauruschat mit dem Internetforscher Urs Gasser vom Berkman Center über „Die Zukunft des Internets zwischen Kultur und Recht“.
-
: All Your Apps Are Belong to Apple
: All Your Apps Are Belong to Apple Apple untersagt allen App-Entwicklern in einem Lizenzvertrag, diesen zu veröffentlichen. Die Electronic Frontier Foundation hat nach dem US-Informationsfreiheitsgesetz (FOIA) bei der NASA angefragt und dadurch den Lizenzvertrag erhalten. Fred von Lohmann schreibt über die kritischen Punkte: All Your Apps Are Belong to Apple: The iPhone Developer Program License Agreement.
Kurzzusammenfassung: Das sieht nicht gut aus. Apple darf alles und die Lizenznehmer, also die Entwickler, die Mehrwerte schaffen und das Ökosystem App-Store mit Leben füllen, haben kaum Rechte. Glück im Unglück: Wenn was schief läuft und die App z.B. irgendwie verschwunden ist, zahlt Apple bis zu 50$ Schadensersatz.
-
: Heute: EP debattiert über ACTA
: Heute: EP debattiert über ACTA Heute Abend debattiert das Europaparlament in Straßburg über das Anti-Piraterieabkommen ACTA. Der Programmpunkt zu ACTA kommt theoretisch um 21 Uhr, praktisch kann es durch Verzögerungen auch 22 Uhr werden. Hier ist der Live-Stream.
Es gibt auch einen interfraktionellen Antrag zu ACTA. Der schwedische Pirat Christian Engström hat ihn online gestellt (Passenderweise in einem piratigen doc-Format). Michael Geist hat den Inhalt in einem Blog-Beitrag gepostet: Joint European Parliament ACTA Transparency Resolution Tabled.
Das Blog Digitale Linke verweist auf drei Entschließungsanträge zum Thema:
- Entschließungsantrag PPE und ECR (B7-0158/2010)
– Entschließungsantrag Verts/ALE (B7‑0154/2010)
– Entschließungsantrag GUE/NGL (Vorabversion als .pdf)Eine Zusammenfassung bietet die Futurezone: ACTA: Vor Ultimatum des EU-Parlaments
In einem Entschließungsantrag fordern Vertreter aller Fraktionen des Europaparlaments die EU-Kommission ultimativ auf, den Text des bisher geheim gehaltenen „Anti-Piraterie“-Abkommens ACTA zu veröffentlichen. Die Parlamentarier fordern ihre durch den Lissabon-Vertrag erweiterten Rechte ein und drohen mit „angemessenen Gegenmaßnahmen“.
Gestern berichtete Golem über ein vertrauliches Papier aus dem EU-Rat, was auf 44-Seiten (PDF) das Horrorkabinett dokumentiert: EU will mit ACTA deutlich über Trips hinausgehen.
Die Verhandlungsführer der EU wollen das geplante Anti-Piraterie-Abkommen ACTA so ausgestalten, dass Urheberrechtsverletzer in jedem Fall mit hohen Schadensersatzzahlungen rechnen müssen. Diensteanbieter sollen auch ohne vorherige Anhörung nach Gerichtsbeschluss den Zugang zu Inhalten sperren müssen. […] Das Papier mit dem Titel „ACTA-Verhandlungen – EU Vorschlag – mögliche Verhandlungsspielräume“ vermittelt den bisher umfangreichsten Eindruck von der Zielsetzung der EU-Verhandlungsführer.
-
: Anonymisierungsdienste und die Haftung für Rechtsverletzungen
: Anonymisierungsdienste und die Haftung für Rechtsverletzungen Der J!Cast – Podcast Folge 79 behandelt das Thema „Anonymisierungsdienste und die Haftung für Rechtsverletzungen“:
In Zeiten der „Datensammelwut“ und des An- und Verkaufs von Daten ist es erstaunlich, dass sogenannte Anonymisierungsdienste in der allgemeinen Wahrnehmung eine noch untergeordnete Rolle spielen. Diese Dienste ermöglichen es, sich gegen das Sammeln von Daten beim Internetsurfen zu schützen, was insbesondere für Freunde des Selbstdatenschutzes von Interesse ist. Zu der technischen Umsetzung, der Nutzung der Angebote zum Selbstdatenschutz und der Haftung von Anbietern dieser Dienste bei Rechtsverstößen sprach Christoph Golla mit Dr. Marco Rau , Rechtsanwalt bei Buse Heberer und Fromm in Frankfurt, und Herrn Martin Behrens , Systemadministrator bei Global Aid Network.
-
: Jonathan Zittrain on the Historical Record in the Digital Age
: Jonathan Zittrain on the Historical Record in the Digital Age Interessanter Vortrag von Jonathan Zittrain über „The Historical Record in the Digital Age“:
Zu einem ähnlichen Thema wird es auch auf der re:publica 2010 einen Vortrag von Julian Assange und Daniel Schmidt von Wikileaks.org geben: „History is the only guidebook civilization has — but who is the publisher?”
-
: Lösungen und Wege im Kampf gegen die Kinderpornographie
: Lösungen und Wege im Kampf gegen die Kinderpornographie Die FDP-Fraktion lädt am 17. März zur Anhörung „Lösungen und Wege im Kampf gegen die Kinderpornographie“ in Berlin ein. Zur Anhörung kann man sich anmelden, sie findet von 14–17 Uhr statt. Aus der Ankündigung:
Durch die aktuellen Fälle von Kindesmissbrauch ist eine bereits lang überfällige Diskussion wieder ans Tageslicht gekommen. Zur öffentlichen Anhörung der FDP-Fraktion wurden Fachreferenten aus verschiedenen Bereichen eingeladen. Nach einem Grußwort von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wird es zunächst um Fragen rund um die Hintergründe und Ursachen des Kindesmissbrauchs und des Konsums von Kinderpornographie gehen. Prof. Beier von der Charité Berlin wird hierzu über die psychotherapeutische Behandlung pädophiler Täter und Tatgeneigter sprechen und dabei die Möglichkeiten der Prävention solcher Straftaten aufzeigen.
-
: EuGH: Datenschutz muss unabhängig von Politik werden
: EuGH: Datenschutz muss unabhängig von Politik werden Der Europäische Gerichtshof hat heute in einem Urteil bekannt gegeben, dass der Datenschutz in Deutschland unabhängiger sein muss. Aus der Urteilsbegründung:
Mit ihrer Klage beantragt die Kommission der Europäischen Gemeinschaften, festzustellen, dass die Bundesrepublik Deutschland gegen ihre Verpflichtungen aus Art. 28 Abs. 1 Unterabs. 2 der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr (ABl. L 281, S. 31) verstoßen hat, indem sie die für die Überwachung der Verarbeitung personenbezogener Daten im nichtöffentlichen Bereich zuständigen Kontrollstellen in den Bundesländern staatlicher Aufsicht unterworfen und damit das Erfordernis der „völligen Unabhängigkeit“ der mit dem Schutz dieser Daten beauftragten Stellen falsch umgesetzt hat.
Pressereaktionen:
Spiegel-Online: Europa befreit Datenschützer von politischem Druck.
Heise: EuGH: „Völlige Unabhängigkeit“ der Datenschutzaufsicht zu gewährleisten.
Die Richter wenden sich mit der Entscheidung gegen die Empfehlung des Generalanwalts Jan Mazak vom November, was selten vorkommt. Dieser hatte in seinem Schlussantrag die Meinung vertreten, aus einer staatlichen Aufsicht der Kontrollstellen sei nicht zu schlussfolgern, dass sie ihre Arbeit nicht vollkommen unabhängig im Sinne der EU-Vorgaben durchführen könnten. Der EuGH hielt dagegen, dass die Datenschutzaufsicht im privaten Bereich „jeglicher äußeren Einflussnahme entzogen sein“ müsse, „die ihre Entscheidungen steuern könnte“. Dies sei erforderlich, um in allen Mitgliedstaaten ein gleich hohes Niveau des Schutzes natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten zu schaffen, und trage so zum „freien Datenverkehr“ im Binnenmarkt bei. Die Grundrechte müssten in der EU überall auf gleichem Niveau gewahrt werden.
Peter Schaar hatte vorgestern schon dazu gebloggt: Nach dem Urteil ist vor dem Urteil – Zur Unabhängigkeit der Datenschutzaufsicht.