Technologie

All Your Apps Are Belong to Apple

Apple untersagt allen App-Entwicklern in einem Lizenzvertrag, diesen zu veröffentlichen. Die Electronic Frontier Foundation hat nach dem US-Informationsfreiheitsgesetz (FOIA) bei der NASA angefragt und dadurch den Lizenzvertrag erhalten. Fred von Lohmann schreibt über die kritischen Punkte: All Your Apps Are Belong to Apple: The iPhone Developer Program License Agreement.


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Kurzzusammenfassung: Das sieht nicht gut aus. Apple darf alles und die Lizenznehmer, also die Entwickler, die Mehrwerte schaffen und das Ökosystem App-Store mit Leben füllen, haben kaum Rechte. Glück im Unglück: Wenn was schief läuft und die App z.B. irgendwie verschwunden ist, zahlt Apple bis zu 50$ Schadensersatz.

Hier ist das PDF.

25 Kommentare
  1. stop apple-bashing.

    niemand wird gezwungen, apps für apple zu entwickeln. niemand wird gezwungen, apps zu kaufen und iphones zu benutzen.

    bitte auf dem teppich bleiben.

  2. Da züchten sie ein zweites Microsoft – nur schlimmer – weil sie Microsoft nicht mögen. Ich werde diese Applejünger nie verstehen. Was gefälliges Gehäusedesign doch so alles ausmachen kann. Es lebe der Schein.

  3. @neolith: Najü, schauen wir uns den Skandal doch mal in Ruhe an:

    So what’s in the Agreement? Here are a few troubling highlights:

    Ban on Public Statements

    Man darf aösp nicht über Vertragsbestandteile sprechen. Das mag man nicht toll finden, ist aber bei vielen Verträgen so. Enwickler, die noch nie ein NDA unterschrieben haben, dürfen gerne den ersten Stein werfen.

    App Store Only

    Na sowas: Mit dem Apple-SDK darf man nur für den App-Store entwickeln, nicht aber für die Konkurrenz? Auch diese Klausel ist wohl kaum geeignet, einen Sturm der Entrüstung zu begründen.

    Ban on Reverse Engineering

    Ok, das ist nicht nett, inbesondere Apple da sich auch Dinge verbittet, die unter „fair use“ fallen – aber als Vertragsbestandteil auch nicht weiter ungewöhnlich.

    No Tinkering with Any Apple Products

    Apples Business sind Appliances. Also mehr oder minder geschlossene Systeme (der iPod ist so erfolgreich, weil es so ein System ist: Hardware – Software – Shop).

    Man kann das – gerade als OSS-Evangelist – doof finden (In der angesprochenen Klausel geht’s um das Öffnen/Cracken u.a. von iPods), dann sollte man aber auch so konsequent sein und auf eine Geschäftsbeziehung mit Apple verzichten.

    Kill Your App Any Time

    Die Möglichkeit, auf Kunden-iPhones rumzulöschen, ist natürlich ein ziemlich harter Keks. Wirklich? Klar, wenn sie missbraucht würde. Ich sehe in der Section 8 eher eine Notbremse für Malware.

    Wir erinnern uns: Amazon hat eine entsprechende Klausel bereits angewendet und Bücher von George Orwell auf dem Kindle remote gelöscht. Apple meines Wissens nicht.

    We Never Owe You More than Fifty Bucks

    Naja, auch hier sehe ich wenig Grund für Hysterie. Die Argumente von von Lohmann („if Apple botches an update, accidentally kills your app, or leaks your entire customer list to a competitor) sind wohl kaum geeignet, einen Entwickler dauerhaft um den Schlaf zu bringen. Zumal auch diese Klausel nicht ungewöhnlich ist. In Punkt 7 der Terms bei Sourceforge heißt es beispielsweise:

    You agree that Geeknet has no responsibility or liability for the deletion or failure to store any Content or other communications maintained on or transmitted via SourceForge.net. […] Geeknet encourages you to make – and update frequently – backup copies of Your Content.

    Kurz: Irgendwie ist der Skandal überschaubar.

  4. Ich breche nur eine einzige Lanze für das Apple iPhone/den iPod Touch: die Empfindlichkeit derer Touchdisplays ist ungeschlagen. Der einzige Grund, warum ich einen iPod Touch besitze und keinen Zune oder sonstwelchen MP3 Player. Er tut seinen Dienst.

    Die Restriktionen seitens Apple sind mir dennoch ein Graus und ich würde sie nach kräften boykottieren, bzw. tue dies auch (ich hoffe, ich mache mich nicht strafbar, wenn ich keine Apple Produkte über den iPod hinaus kaufe).

    Es kann nicht sein, dass Microsoft juristisch zu Offenheit und Flexibilität gezwungen wird, ob seiner Marktmacht, Apple, das allein aufgrund seiner Restriktivität keine solche besitzt, aber tun, lassen und erzwingen kann, was es will.

    Das ist auch kein Apple Bashing, sondern eine reine Tatsachenfeststellung.

  5. Solange die Firma Apple Patente an ihrer Technik hält – solange sind in der Tat manche Menschen „gezwungen“ Apple zu benutzen. (Multitouch etc. ) Fast jeder Apple Nutzer wird bestätigen, dass er jetzt nicht mehr ohne kann.
    Und solange haben wir ein Recht an Apple rumzumeckern.

  6. @Jörg-Olaf Schäfers (#7)

    Verstehe ich dich richtig? Weil andere rumferkeln sind Schweinereien okay?

    @SeveQ (#10)

    iPod? Sind das nicht die Dinger, die eine mittelmäßige Singalqualität haben, die man wegwerfen kann wenn der Akku verschlissen ist (was früh der Fall ist, weil der Akku weder entnehmbar ist, noch das Device einen Memory-Card-Slot hat) und die keinerlei offenen Formate unterstützen (OGG, FLAC, APE)?

    Kauf dir beim nächsten mal lieber einen richtigen MP3-Player. Es gibt so viel mehr als iPod und Zune:
    http://anythingbutipod.com/

  7. gnoffo schrieb:
    „stop apple-bashing.

    niemand wird gezwungen, apps für apple zu entwickeln. niemand wird gezwungen, apps zu kaufen und iphones zu benutzen.

    bitte auf dem teppich bleiben.“

    Genau! Und niemand zwingt uns dazu in Deutschland zu wohnen. Also macht es keinen Sinn sich gegen die Vorratsdatenspeicherung oder Internetzensur zu wehren.

  8. @ Ranjit:

    Deutscher Staatsbürger zu sein ist für die meisten nicht freiwillig, sondern etwas, in das man hineingeboren wird und das man nicht so leicht aufgeben kann. Und auch einfach nur aus Deutschland wegziehen ist praktisch gesehen auch nicht gerade einfach. Also macht es durchaus Sinn, sich mit dem Staat, in dem man nun mal lebt, auseinanderzusetzen.
    Aber wer Apple-Zeug benutzt, der tut das absolut freiwillig, er kann jederzeit und ohne Probleme wechseln oder hätte von Anfang an darauf verzichten können. Deswegen darf man über die VDS jammern, aber nicht über Apple.

    1. > Deswegen darf man über die VDS jammern, aber nicht über Apple.

      Oh, über Apple jammern ist also Verboten? Bekommt man dafür Zuchthaus, oder so?

      Zum Glück darf man in Deutschland noch Geschäftspraktiken von Firmen kritisieren, auch wenn man vielleicht nicht abhängig von diesen Firmen ist.

  9. an all die empfindlich getroffenen iPhone-Besitzer mit der üblichen Floskel „man wird ja nicht zu Apple-Produkten gezwungen“:
    seid mal ganz ehrlich zu euch selbst: habt ihr damals beim Lidl-Bashing mitgemacht? hm? Nur so ein bisschen im Bekanntenkreis? Falls ja, bitte einfach mal nicht zu weit aus dem Fenster lehnen!

  10. @Tharben: Nein, das war ein pawlowscher Reflex. Ich finde es allerdings in der Tat erstaunlich, wie blindwütig inzwischen auf Apple eingedroschen wird (Dabei gäbe es durchaus das eine oder andere Argument).

    @schomsko:

    Fast jeder Apple Nutzer wird bestätigen, dass er jetzt nicht mehr ohne kann.

    Herrje, more drama! Natürlich könnte ich ohne. Ich will aber nicht. Ansonsten das, was Hyperboreas schreibt.

  11. @Birne: Nunja. Was sich Lidl geleistet hat, bewegte sich dann doch noch auf einem anderen Level.

    Würde man die gleichen ideologischen Maßstäbe, nach denen Apple tlw. verteufelt wird, auch auf andere Hersteller/Lebensbereiche anwenden, müssten wir uns nach guter christlicher Sitte tagaus/tagein kasteien.

  12. Apple = meiner Meinung nach Faschistenfirma (muss nicht stimmen). Deswegen entwickle ich nichts für sie und kaufe ich auch nichts von denen. Und Mr. T würde sagen „I pity the fool who does“. ^^

    1. @Joerg-Olaf:
      aber genauso wie bei Apple gilt: man wird nicht gezwungen bei Lidl einzukaufen. Also wozu überhaupt die Aufregung?

      [/ironie]

      „man wird nicht gezwungen von ihnen Produkte zu kaufen“ ist einfach ein ganz billiges „Argument“, egal ob bei Apple oder Lidl.

  13. Wahrscheinlich ist das Argument so billig, weil es so offensichtlich ist.

    Natürlich ist es erlaubt, über Apples Vertragsbedingungen zu jammern. Etwas anderes zu behaupten ist albern. Und ob man jetzt lieber kritisiert oder jammert, irgendwie muß die Information ja zumindest raus – damit dann eben jeder die Möglichkeit hat, selbst zu entscheiden, ob er unter diesen Umständen auf Geschäfte mit Apple verzichtet oder nicht. Damit meine ich nicht nur die Anbieter von Apps, sondern auch die Endkunden.

    Manche Verhaltensweisen der obersten Weisen finde ich im Übrigen wirklich sehr schemelhaft.

  14. Apple unterscheidet sich, Netzpolitik und Freiheitsfragen der NutzerInnen betreffend, einfach durch _nichts_ von anderen Firmen, erst recht nicht von Microsoft.
    Wenn man den Kauf von Apple-Produkten also ausgerechnet mit der Firmenpolitik von bspw. Microsoft begründet, dann ist das schon eine extreme Denkverrenkung, nur um sich den Kauf seines shiny/hippen iPhone rechtzufertigen.

    Und ja: andere Firmen sind da nicht wesentlich anders. So what?! Die sollte man darum eben genauso kritisieren. Und dann ist das eben kein Kasteien, sondern ein Eintreten für Freiheitsrechte.

  15. @Hyperboreas: Wieso soll ich nicht über untragbare Verhältnisse bei Apple jammern dürfen? Oder gar was dagegen unternehmen? Ich hab eine Vorstellung wie eine freie und faire Welt funktioniert. Und die funktioniert mit Apple nicht. Und mit der BILD-Zeitung auch nicht. Usw.

    Sicher kauf ich mir kein Apple Gerät, abgesehen davon, daß die alle unbrauchbar sind, muß ein solches Vorgehen unbedingt erstickt werden, sonst machen das morgen noch andere und übermorgen alle.

    Wie einfach die meisten Menschen mit einigen wenigen Kleinigkeiten beeindruckt werden können und sich den Mächtigen ergeben, schockiert mich. Deshalb muß das Vorgehen von Apple aufs schärfste kitisiert und boykotiert werden.

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