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: Bundestag: Öffentliche Anhörung zur Änderung des Passgesetzes
: Bundestag: Öffentliche Anhörung zur Änderung des Passgesetzes Heute im Bundestag informiert über eine spannend klingende Anhörung im Innenausschuss am kommenden Montag: Öffentliche Anhörung zur Änderung des Passgesetzes.
Berlin: (hib/BOB) In einer öffentlichen Anhörung des Innenausschusses am kommenden Montag, den 23. April, steht die Änderung des Passgesetzes für die neuen biometrischen Ausweise auf der Tagesordnung. Gegenstand der Beratungen ist ein Gesetzentwurf der Bundesregierung (16/4138), der vorsieht, dass Pässe und Reisedokumente künftig neben Fotos auch Fingerabdrücke enthalten sollen. Zur Begründung heißt es, der Rat der Europäischen Union habe „die Aufnahme des Gesichtsbildes sowie von Fingerabdrücken in elektronischer Form“ im Dezember 2004 verbindlich festgeschrieben. Da die EG-Verordnung eine elektronische Speicherung dieser so genannten biometrischen Daten vorsehe, strebe der Gesetzentwurf auch ein „durchgängig elektronisches Verfahren der Passbeantragung“ an. Neben dem Gesetzentwurf sind auch zwei Anträge der FDP (16/3046, 16/854), ein Antrag der Grünen (16/4159) und ein Bericht aus der vergangenen Legislaturperiode des Büros für Technikfolgenabschätzung, der sich mit der Biometrie und den Ausweisdokumenten befasst, Gegenstand des Hearings.
Klingt erstmal stinklangweilig. Aber die eingeladenen Sachverständigen klingen nach spannender Unterhaltung:
Zu der Anhörung sind eingeladen: Professor Christoph Busch vom Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung aus Darmstadt; Lukas Grunwald von der DN-Systems Enterprise Internet Solutions GmbH aus Hildesheim; Sönke Hilbrans von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz e.V. aus Berlin; Professor Andreas Pfitzmann von der Technischen Universität Dresden; Peter Schaar, der Bundesdatenschutzbeauftragte; Gerhard Schabhüser, Abteilungsleiter Kryptographie BSI aus Bonn und Jörg Ziercke, der Präsident des Bundeskriminalamtes aus Wiesbaden. Der Anhörung beginnt um 14 Uhr im Paul-Löbe-Haus, Raum 2 300, und wird bis ungefähr 17 Uhr dauern.
Anmelden muss man sich wahrscheinlich heute noch beim Sekretariat des Innenausschusses (Auf Budnestag-Homepage zu finden). Ich werd wohl leider keine Zeit haben um hinzugehen und mit zu bloggen.
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: Copycrime.eu: Kampagne gegen die IPRED2
: Copycrime.eu: Kampagne gegen die IPRED2 Während im Bundestag noch über die EU-Richtlinie zur Durchsetzung von Geistigen Eigentumsrechten (IPRED) verhandelt wird (Das ist die mit evtl. 50 Euro gedeckelten Abmahnkosten), gibts auf EU-Ebene seit einigen Monaten schon längst die Debatte um eine Erweiterung. Diese läuft unter dem Namen IPRED2 und soll einige Dinge ändern, was einige Kreise aus politischen Gründen in der ersten Runde nicht durchbekamen. Diese Debatte hat wiederum Einfluss auf viele andere Dinge. In der ersten Version gab es zivilrechtliche Sanktionsmassnahmen gegen „Produktpiraten“. Das können kommerzielle Produktfälscher sein (Organisierte Kriminalität), aber auch Nutzer von Tauschbörsen. Grund sind bewusst fehlerhafte und ungenaue Formulierungen. Das bekommt man natürlich auch besser hin – wenn man es will. Die zweite Version soll aus zivilrechtlichen Sanktionen gleich strafrechtliche Mittel machen. Das freut die Musik- und Filmindustrie und die CDU/CSU, weil man dann z.B. an die Verbindungsdaten der Vorratsdatenspeicherung herankommt. Und Filesharer leichter in den Knast zu bringen sind und nicht nur pleite geklagt werden können.
Da die EU-Richtlinie noch in der Diskussion ist, kann man sich noch dafür einsetzen, dass wenige Knackpunkte zu Gunsten von Verbraucher- und Bürgerrechten verbessert werden. Die EFF-Europe hat dazu eine kleine englisch-sprachige Webseite aufgesetzt: Copycrime.eu.
On April 24th, the European Parliament will vote on IPRED2, the Second Intellectual Property Enforcement Directive. With one stroke, they risk turning thousands of innocent EU citizens and businesses into copycriminals. Only you can stop them. Sign our petition now!
Dort kann man eine Petition unterschreiben und bekommt detaillierte Informationen, was man den eigenen EU-Parlamentarierer per Brief, Fax, Telefon oder Mail noch mitteilen sollte. Im Gegensatz zum Bundestag ist sowas auf EU-Ebene deutlich wirkungsvoller, wie wir damals schon bei der Debatte um Softwarepatente feststellen konnten. Um Softwarepatente geht es bei dieser Richtlinie übrigens auch wieder. Also: Informiert Euch und macht mit!
Detaillierte Informationen finden sich auch beim FFII zu dieser Richtlinie.
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: J!Cast von der re:publica: Darf ich das bloggen?
: J!Cast von der re:publica: Darf ich das bloggen? Eines der gelungensten Panels auf der re:publica war zum Thema „Darf ich das bloggen?“ Dies hatten wir quasi als Bildungsfernsehen konzipiert und es hat auch gut geklappt. Laura Dierking hat alles selber für den J!Cast mitgeschnitten und ist schon vor uns online. Hier ist die 49 MB grosse MP3.
Vom 11.–13.4. fand in Berlin die Konferenz re:publica statt und der J!Cast war so live wie ein Podcast eben sein kann mit dabei. Diese Sonderausgabe ist der 90-minütige Mitschnitt eines Podiumsgesprächs zum Thema „Darf ich das bloggen?“ mit Udo Vetter, Rechtsanwalt aus Düsseldorf und Blogger unter www.lawblog.de, und Matthias Spielkamp, Redakteur der preisgekrönten Urheberrechtsseite „iRights.info“.
In der Diskussion geht es vorwiegend um Abmahnungen, Rechtsverletzungen in Blogs und Haftungsfragen. Natürlich sind auch Fragen aus dem Publikum mit dabei.
Wir hoffen ja, dass wir nächste oder übernächste Woche die meisten Aufzeichnungen online haben.Das ist aber noch eine Menge Arbeit.
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: Vorratsdatenspeicherung: Reaktionen auf den Kabinettsbeschluss
: Vorratsdatenspeicherung: Reaktionen auf den Kabinettsbeschluss Hier sammeln wir mal Statements der Verbände, Parteien und Institutionen, sowie Pressestimmen. Das meiste, was seit Mittag durch die Medien segelt, ist die dpa-Meldung. Manche remixen auch dpa, ddp und AP. Aber kaum eigenständiges bisher zu finden. Wer weitere Links zur Dokumentation hat, bitte in den Kommentaren posten.
Hier erklärt die Bundesregierung, was man tolles geleistet hat: Besserer Rechtsschutz bei heimlichen Überwachungsmaßnahmen.
Presseberichterstattung:
Heise: Scharfe Reaktionen auf Kabinettsbeschluss zur Vorratsdatenspeicherung
Welt: Wie viel Überwachung darf es künftig sein?
Zeit.Zünder: So Leute wie uns.
Tagesschau: Zypries erklärt die Vorratsdatenspeicherung: „Wir bauen die Bürgerrechte aus“.
Netzeitung: Breite Kritik an Zypries’ Speicher-Gesetz
Deutschlandfunk: „Maßlos“ – Bundesdatenbeauftragter Schaar kritisiert Pläne zur Vorratsdatenspeicherung. (MP3)
Stern: Bei Anruf Überwachung.
Heise: Bundesregierung segnet Vorratsdatenspeicherung ab.
Zeit: Innere Sicherheit: Wachsende Konfusion.
Focus: Zypries weitet Überwachung aus.
Golem: Regierung beschließt Vorratsdatenspeicherung.
Futurezone: Deutschland beschließt Data-Retention.
Zeit: Kabinett: Umstrittene Vorratsdatenspeicherung beschlossen (Remix aus dpa und Eigenleistung)
Spiegel: Kabinett beschließt Vorratsdatenspeicherung. (Remix aus Agenturmeldungen)
Focus.de: Vorratsdatenspeicherung beschlossen. (Remix aus Agenturmeldungen)
FR: Kabinett beschließt Datenspeicherung. (dpa-Meldung)
Verbände:
Bitkom will die Party bezahlt haben: Vorratsdatenspeicherung noch nicht durchdacht.
Eco: Wirtschaft nicht zum Büttel staatlicher Überwachung machen.
Dazu Oliver Süme, Vorstand Recht und Regulierung des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft, eco: „Das Novum der Vorratsdatenspeicherung liegt darin, dass unbescholtene Personen unter Generalverdacht gestellt werden, wenn sie per Internet und Telefon kommunizieren. Dabei folgt diese Maßnahme einem allgemeinen Trend, dass Internetprovider und Telekommunikationsunternehmen Daten über Bürgerinnen und Bürger ‚im Auftrag’ des Staates sammeln müssen und dafür die Kosten zu tragen haben, während gleichzeitig immer mehr Behörden Auskünfte einholen dürfen. Die Unternehmen werden wider Willen zum Hilfsscherriff gemacht. Originär staatliche Aufgaben werden in einem Maße auf die Wirtschaft übertragen, das über die Sozialpflichtigkeit der Unternehmen weit hinaus geht, da die enormen Kosten der Vorratsdatenspeicherung bei weitem nicht angemessen erstattet werden.“
DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband: Der gläserne Journalist – Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung gefährdet Pressefreiheit.
„Wir können nur hoffen, dass dieses Vorhaben doch noch auf juristischem oder politischem Wege gestoppt werden kann. Die angeblich zu erwartenden Erfolge in der Verbrechensbekämpfung stehen in keinem Verhältnis zu den Konsequenzen für die Pressefreiheit in Deutschland“, so Thomas Dreesen, Vorstandssprecher des DFJV. „Wir fordern die Regierung auf, die Rechte von Journalisten endlich wieder zu stärken und nicht ständig zu versuchen, diese weiter zu schwächen“, so Dreesen weiter.
Deutscher Journalistenverband (DJV): Gesetz zur TK-Überwachung hebelt Informantenschutz aus.
Der DJV sieht jetzt Bundesrat und Bundestag in der Pflicht, notwendige Änderungen im Gesetzentwurf vorzunehmen. Es sei Aufgabe des Parlaments, die weitere Aushöhlung von Informantenschutz und Freiheit der Berichterstattung zu verhindern. Wenn der Entwurf Gesetzeskraft erlange, könnten Journalistinnen und Journalisten nicht mehr für die Anonymität ihrer Informanten garantieren. Damit werde die Pressefreiheit in Deutschland weiter eingeschränkt. DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken: „Ein Klima der Angst in Redaktionen vor Ausspähung ihrer elektronischen Kommunikation behindert den kritischen Journalismus, auf den Demokratie und Staat dringend angewiesen sind.“
ULD: Weichert zur TK-Überwachung: „Kabinettsbeschluss sofort wieder einstampfen“
„Dieser Gesetzentwurf darf es nicht bis ins Bundesgesetzblatt schaffen: Die Bundesjustizministerin tut so, als wäre die sechsmonatige Vorratsspeicherung von TK-Verkehrsdaten nichts Besonderes und Neues. Tatsächlich würde das Gesetz uns mit einem Schlag in eine voll überwachte Informationsgesellschaft katapultieren. Für die vage Aussicht, den einen oder anderen Kriminellen zu fangen, werden 100 Prozent der Bevölkerung bei der Nutzung von Telefon, Handy, SMS, E‑Mail und Internet überwacht. Dies ist eindeutig verfassungswidrig. Professionelle Kriminelle können sich der beabsichtigten Überwachung mit einfachen technischen Mitteln entziehen. Betroffen sein werden die Rechtschaffenen, die Gefahr laufen, unverschuldet in belastende Ermittlungen hineingezogen zu werden.
Parteien:
FDP: VAN ESSEN: Reformvorschläge zur Telefonüberwachung sind unzureichend.
Linkspartei: Nein zur Vorratsdatenspeicherung.
Grüne Jugend: Rechtspolitischer Wahnsinn der Großen Koalition.
Grüne: Ein Volk unter Generalverdacht – Rechtsstaat schützen statt Abbau von Bürgerrechten.
Grüne Fraktion: Schwarz-Rot setzt Speicherungswut fort.
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: Heute Abend: Talkshow zur Vorratsdatenspeicherung auf Phoenix
: Heute Abend: Talkshow zur Vorratsdatenspeicherung auf Phoenix Heute Abend gibt es bei Phoenix eine Talkshow zur Vorratsdatenspeicherung um 22:15 Uhr. Und Fragen kann man auch stellen, wie mich Torsten gerade hinweist:
Ihre Meinung ist uns wichtig! Beteiligen Sie sich an der PHOENIX Runde und mailen Sie uns Ihre Fragen zum Thema bis 20.00 Uhr an runde@phoenix.de.
Torsten hat auch gleich ein paar Fragen vorformuliert:
* Herr Bosbach, bekommen Sie nicht Bedenken, wenn der Innenminister eines Rechtsstaates von der Unschuldsvermutung abgeht?
* Landet man in einer Anti-Terror-Datei, wenn man Stasi‑2.0‑Aufkleber verbreitet?
* Lesen Sie ab und an Emails auf dem Bildschirm oder lassen Sie sie sich ausdrucken?Update: Danke für den Kommentar. Die Diskussion ist jetzt als Stream verfügbar. Aber lohnt sich höchstens, um die schlimmsten Zitate von Bosbach raus zu sampeln. Das war echt langweilig. Merkwürdig kam mir die Argumentation vom dem Kriminalisten und Bosbach vor, die ständig mit „mehr deutsche Tote nach dem 11. September als zur RAF-Zeit argumentierten“. Dass die nicht in Deutschland gestorben sind, sondern in anderen Ländern, wurd enicht erwähnt. Und interessant, dass dies nun eines der neuen „Killerargumente“ für den Abbau von Bürgerrechten ist.
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: Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung
: Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung Gerade war ich in der Bundespressekonferenz, wo Justizministerin Brigitte Zypries u.a. den Kabinettsbeschluss zur Vorratsdatenspeicherung vorstellte. Da wird es noch einige Berichterstattung geben, eine grosse Anzahl an Fernsehsendern war da für die einminütige Statement-Zusammenfassung, aber auch Heise und Telepolis. Ich konzentriere mich jetzt nur mal auf meien Mitschriften zur Vorratsdatenspeicherung. Das andere war mir zuviel Neuordnung Strafgesetzordnung und dementsprechende juristische Sprache, um auf die schnelle alles mitzutippen. Das ist jetzt alles Mitschrift und ich bemühe mich weitgehend alles richtig wiedre zugeben. Sollte man aber mal mit den Phoenix-Pressekonferenz abgleichen, die hoffentlich jemand aufzeichnet.
Zypries: Die Vorratsdatenspeicherung sei ja eine Regelung, die schon lange in der Diskussion sei. Da habe es „schon viel Ärger gegeben“. Zypries warf ein, dass man mit dem Vorwurf konfrontiert werde, „dass es nicht ginge, dass wir das umsetzen“. „Und das wir uns mehr hätten dafür auf EU-Ebene einsetzen müssen“. „Wir haben Widerstand geleistet gegen eine exzessive Formulierung und der Entwurf sah vor, bis zu 36 monate zu speichern, auch Anrufversuche, dass man Bewegungsbilder beim Handy speichern wollte, der vorsah, dass Geräteerknnung der computer gespeichert würden“. Die Bundesregierung hätte sich auf „EU-Ebene am massivsten und nachträglichsten dagegen gewandt“, man „wäre aber mit wehenden Fahnen untergegangen“. „Wir mussten mitverhandeln, um eine Verhältnismässigkeit zu erreichen, die unserer Verfassung entgegen kommt.“
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: Wirtschaft stützt Schäubles Plan für heimlichen PC-Zugriff?
: Wirtschaft stützt Schäubles Plan für heimlichen PC-Zugriff? Ich wunderte mich gestern Abend, als die Meldung „Wirtschaft stützt Schäubles Plan für heimlichen PC-Zugriff“ über dpa tickerte. Zumal da eigentlich nicht viel drin stand, ausser etwas Schizophrenie. IT-Sicherheit soll erhöht werden, man hat Angst vor Wirtschaftsspionage und irgendwie will man aber trotzdem Online-Durchsuchung. Klang unlogisch für „die“ Sicherheitsbranche. Zumal ich als Blogger die „Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft e.V.“ jetzt nicht wie „Die Wirtschaft„TM bezeichnet hätte. Aber Journalismus ist manchmal etwas anders.
Heute les ich dann beim Bundestrojaner-Blog, dass der Vorsitzende dieser Wirtschaftsvereinigung, die via dpa/Handelsblatt die Online-Durchsuchung gut findet, vorher beim Verfassungsschutz und im Innenministerium gearbeitet hat. Welch ein Wunder. Und das erklärt auch die tolle Überschrift: „Wirtschaft für Online-Durchsuchung“. Nennt man das jetzt Spin?
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: Zypries-Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung
: Zypries-Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung Die morgige Pressekonferenz zum Kabinettsbeschluss zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung ist örtlich verschoben, wie ich gerade von der Pressestelle des Bundesjustizministerium erfahren habe. Statt im BMJ findet sie in der Bundespressekonferenz statt (Nicht zu verwechseln mit dem Presse- und Informationsamt). Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Pressekonferenz im Vorfeld schon viel Aufmerksamkeit erzeugt hat. Muss es aber nicht. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich morgen ab 12:30h mehr oder weniger live von dort berichten. Oder im Anschluss.
Hinweis von Ralf: Im Anschluss zeigt Phoenix eine Aufzeichnung im Fernsehen. Gut zum mitschneiden. Vielleicht gibt es ja Aussagen, die man mal in Mash-Ups verwerten kann.
Update: Meine Teilnahmebestätigung ist da mit folgendem Hinweis:
Sie können an dieser Bundespressekonferenz ohne Fragerecht teilnehmen.
Ist ja erstmal schön, dass man als Blogger zugelassen wird. Aber wie lange wird es dauern, bis Blogger auf Pressekonferenzen der Bundesregierung auch mal Fragen stellen dürfen? Und wie wird das derzeit geregelt: Dürfen nur bei der Bundespressekonferenz akkreditierte Journalisten Fragen stellen oder Besitzer eines Presseausweises? Ich frag mal nach.
Nochmal Update: Wieder was gelernt. Die Bundespressekonferenz ist ein privatwirtschaftlicher Verein, wo man Mitglied werden kann. Feste zahlen 30 Euro, Freie 20 Euro Mitgliedsgebühr – pro Monat. Dafür darf man auch Fragen stellen und bekommt wohl auch sein eigenes Fach, wo dann Pressemitteilungen, etc. abgelegt werden. Mittelfristig sollte ich vielleicht einfach mal versuchen, Mitglied werden. Aber wie ich gerade nachlese, dürfte das nicht so einfach sein. Es gibt nämlich eine Satzung und die sagt folgendes zum Mitgliederstatus:
Die Korrespondententätigkeit muss hauptberuflich als angestellte® Redakteur(in) oder freie® Journalist(in) für Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Wochen- und Monatszeitschriften, Nachrichtenagenturen, Presse- und Informationsdienste oder elektronische Medien ausgeübt werden, die ausschließlich gegen Entgelt verbreitet werden. Den in Satz 2 aufgeführten Medien sind Hörfunk- und Fernsehanstalten gleichgestellt. Gleichgestellt sind auch Korrespondentenbüros, die ihre journalistische Arbeit den in Satz 2 aufgeführten Medien gegen Entgelt zur Verfügung stellen.
Das dürfte ein Ausschlusskriterium für Online-Journalisten und/oder Blogger sein. Oder irre ich mich da? Eigentlich schade, dass ein Fragerecht an die Bundesregierung bei Pressekonferenzen in der Bundespressekonferenz so stark reglementiert werden. Ich hab gerade nicht das Gefühl, dass dies so noch zeitgemäss ist. Bei Pressekonferenzen in Ministerien darf ich Fragen stellen.
(ironie)Vielleicht ist es ja auch eine bekannte Strategie der Bundesregierung, dass man Pressekonferenzen, wo viel zivilgesellschaftliche Kritik geäussert werden dürfte, bewusst dorthin verlegt? Ich weiss es gerade auch nicht.(/ironie)
Update: Wer sich für die Arbeit und Aufgabe der Bundespressekonferenz interessiert, kann dies in den Kommentaren finden. Die Arbeitsweise ist sinnvoll. Mal schauen, wann ein Blogger in Deutschland mal professioneller Parlamentsberichter wird.
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: What the fuck is informationelle Selbstbestimmung?
: What the fuck is informationelle Selbstbestimmung? Der AStA von der der FH Münster hat die Broschüre „What the fuck is informationelle Selbstbestimmung“ herausgegeben. Diese gibts als PDF zum Download.
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: Liberale in Europa: Norwegen vs. Deutschland
: Liberale in Europa: Norwegen vs. Deutschland Andere Länder, andere Sitten: Die norwegischen Liberalen fordern beim Urheberrecht genau das Gegenteil, was die FDP in Deutschland fordert: Norwegens Liberale wollen Filesharing legalisieren.
Norwegens liberale Partei „Venstre“ hat sich unter dem Motto „Culture wants to be free!“ die Legalisierung von Filesharing, das teilweise Verbot von digitalem Rechte-Management (DRM) und die Modernisierung des Urheberrechts auf die Fahnen geschrieben.
Hier nochmal die Kurzzusammenfassung:
Norwegische Liberale: Weg mit DRM, Filesharing legalisieren und die Laufzeiten des Urheberrechts verkürzen.
FDP: DRM ist toll, Privatkopie schadet und Filesharing bestrafen.Ich würde Norwegen wählen.
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: Zentrales Melderegister?
: Zentrales Melderegister? Heise: Datenschützer gegen zentrales Bundesmelderegister.
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix hat Pläne für ein Bundesmeldegesetz und ein damit möglicherweise verknüpftes einheitliches Melderegister für alle Bundesbürger als „Rückfall in die Zeit des zentralen Einwohnerregisters der ehemaligen DDR mit seinen Personenkennzeichen“ zurückgewiesen. Diese Vergangenheit sei bei der deutschen Einigung als unvereinbar mit dem Grundgesetz angesehen und deshalb abgeschafft worden, gibt Dix zu bedenken. Die dezentrale Verarbeitung von Meldedaten hat sich seiner Ansicht nach im vereinten Deutschland bewährt. Eine zentrale Datenhaltung dürfte dagegen Begehrlichkeiten nicht nur bei den Sicherheitsbehörden, sondern auch bei anderen öffentlichen Stellen und Unternehmen wecken. Der Polizei und den Geheimdiensten etwa würde bei zukünftigen bundesweiten Rasterfahndungen der Zugriff auf einen „riesigen Datenbestand“ eröffnet.
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: Deutsche Welle: Blogs im Iran
: Deutsche Welle: Blogs im Iran Die Deutsche Welle lädt am heutigen Montag, den 16. April 2007, 19.00 Uhr, im Berliner Literaturhaus (Fasanenstraße 23, Charlottenburg) zu einer Blogpräsentation ein. Experten geben in deutscher Sprache einen Einblick in die iranische „Blogosphäre“.
Anlass: Deutsche Welle startet neues Internet-Angebot für Iran Etwa 70 Prozent der Bevölkerung im Iran sind 30 Jahre und jün¬ger.
Unter den rund 75 Millionen Einwohnern haben Schätzungen zufolge bereits knapp elf Prozent einen Zugang zum Internet. Das ist der Hauptgrund für den Start der eigenen Online-Redaktion. Das Radio-Programm in Farsi der Deutschen Welle gibt es schon seit 45
Jahren.Zur Veranstaltung:
Es wird eine Präsentation geben, und danach eine Diskussionsrunde zur Rolle und Wirkung des Internets als Plattform für freie Meinungsäußerung im Iran am Bespiel iranischer Weblogs.Anwesend:
Pantea Kiani (Pseudonym), Journalistin und Bloggerin, www.ghorbatestan.com, www.ghorbatestan.blogspot.com
Professor Nima Mina, Vergleichende Literaturwissenschaften, School of Oriental and Asian Studies, London
Professor Udo Steinbach, GIGA Institut für Nahost-Studien
Herr Mahmoud Tadjallimehr, Dipl. Ingenieur, Publizist und Experte für technische Internetfragen.
Dr. Jamsheed Faroughi, Leiter DW-RADIO/persisch
Dr. Mohammad-Reza Nikfar, DW-WORLD.DE/persian
Moderation: Farhad Payar, DW-WORLD.DE/persian -
: Argumente gegen DRM
: Argumente gegen DRM Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat in einem Blog-Posting verschiedene Argumente gegen DRM zusammen gefasst: Note to content owners: DRM doesn’t work.
There are some ideas that are broken, but attractive enough to some people that they are doomed to be tried again and again. DRM is one of them. […]
Here are some reality bites:
* Any DRM that involves offline key storage will be broken. …
* The alternative to offline key storage is streaming-only access, and that is equally unprotectable. …
* It only takes one crack. … you cannot plug all the holes. …
* Someone will find a business model that doesn’t depend on the old way of thinking, and if it is not you, then they will eat you alive.… -
: Keine Fortschritte bei SWIFT?
: Keine Fortschritte bei SWIFT? Über die Datenschutzprobleme bei SWIFT (SWIFT standardisiert den Zahlungsverkehr der europäischen Finanzinstitute untereinander) hatten wir schon mehrmals berichtet. Laut SWR gibt es keine Fortschritte, irgendwas zu verbessern und es könnte noch schlimmer werden. Der Artikel ist interessant, weil die Geschichte und Rolle von SWIFT erklärt und über die letzten Entwicklungen berichtet: US-Geheimdienst vor Kontrolle deutscher Bankdaten.
Bislang allerdings ist nichts passiert. Bis zu den Osterfeiertagen kamen nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) keine konkreten Vorschläge zur Lösung des Problems – weder von SWIFT noch von den Deutschen Banken. Nur Absichtbekundungen habe es gegeben, erklärt Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, enttäuscht: „Diese Rückmeldungen sind nicht so, wie wir sie uns gewünscht hätten. Es ist angekündigt worden, dass man Verbesserungen einführen will, aber damit ist das Grundproblem noch nicht aus der Welt geräumt, nämlich der doch sehr weitgehende Zugriff der US-Behörden, ohne dass eine unabhängige Datenschutzkontrolle drauf schaut.“
Allerdings könnte das Problem noch größer werden. Erst vor wenigen Tagen haben sich die EU-Finanzminister unter dem Stichwort „SEPA“ darauf geeinigt, dass künftig der ganze europäische Zahlungsverkehr, inklusive Inlandsüberweisungen, über SWIFT abgewickelt werden soll. Für Peter Schaar in der jetzigen Form unvorstellbar: „Wenn diese Daten, wie es geplant ist, auch über SWIFT laufen, würde das ohne eine Veränderung des Systems bedeuten, dass man dann auch diese Daten den Amerikanern für ihre Recherchen zur Verfügung stellt. Das ist mit unseren Vorstellungen von Souveränität schwer zu vereinbaren.“
Wir haben letztes Jahr mal Musterbriefe online gestellt und eine kleine Aktion zu Swift gestartet: Aktion: Die CIA spioniert – auch auf Deinem Konto? Frag Deine Bank!
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: re:publica – Interviews als Podcast
: re:publica – Interviews als Podcast Einer der liegengebliebenen To-Do´s für die re:publica war bei mir noch Podcasting-Interviews mit verschiedenen Referenten zu machen. Das hat mir aber jetzt Nicole Simon abgenommen, die schon verschiedene interessante Interviews gemacht hat. Weitere folgen noch und Freitag bin ich dran. Hier ist der Podcast-Feed. Und das sind die Interviews:
# Johnny Haeusler (Spreeblick)
# Dirk Olbertz (Blogscout)
# Julian Kücklich über Utopien
# Rainer Kuhlen über Verantwortung für eigene Werke
# Nico Lumma über die Chancen von Politik in D.
# Andrea Götzke über Netz für Entwicklungsländer
# Ahmet Emre Acar über Computerspiele
# Thomas Knüwer über die Zukunft von Zeitungen
# Torsten Kleinz über Trolle
# Ralf Bendrath über Vorratsdatenspeicherung
# Martin Haase über Wikipedia
# Udo Vetter über sein Anwaltsblog
# Jan Schmidt über Wissenschaftler in der Blogosphäre
# Matthias Oborski
# Volker Grasmuck
# Falk Lüke
# Hugo E. Martin
# Stephan Baumann
# Markus BeckedahlDie Interviews bieten einen schönen Überblick über das vielfältige Programm der „re:publica – Leben im Netz“, das wir gestaltet haben. Ich freu mich, dass es nächste Woche live geht.
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: Schäuble vs. Hirsch vs. Zypries
: Schäuble vs. Hirsch vs. Zypries Wolfgang Schäuble gab dem Handelsblatt ein Interview zum Bürgerrechtsabbau: „Fingerabdrücke auch bei Passämtern hinterlegen“.
Wo sind denn die Grenzen?
Die Grenzen gibt die Verfassung vor. Kein Mensch will die Verfassung verletzen. Es muss auch klar sein, dass solche Informationen auch nur dann verwertet werden dürfen, wenn sie ein Richter daraufhin vorher überprüft hat, ob sie nicht den unantastbaren Kernbereich privater Lebensgestaltung verletzen . An der Umsetzung dieser Vorgaben arbeiten wir jetzt und die Aufregung darüber ist völlig aufgeblasen. Der Verfassungsstaat hat eben die Aufgabe den Bürgern im Rahmen der Gesetze Sicherheit zu leisten.
[…]
Können sie die Kritik nachvollziehen, dass sich die Innenminister immer mehr Kontrollmöglichkeiten zu Lasten der Bürgerrechte verschaffen?Diese Sicht ist naiv. Den schlimmsten Angriff auf die Persönlichkeitsrechte erfährt man durch einen Anschlag gegen Leib und Leben, oder wenn jemand die Daten und die Identität eines unbescholtenen Bürgers für kriminelle Zwecke missbraucht. Es ist doch meine Aufgabe, für die Sicherheit der Menschen zu sorgen. Die große Mehrheit der Bevölkerung sieht das übrigens auch so.
Ich sehe das nicht so und bin wohl auch tierisch naiv. Der ehemalige Innenminister Burkhard Hirsch sieht das auch nicht so und ist dann auch naiv. Er schreibt heute in der SZ, dass „Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die Rechtsordnung dieses Landes verteidigen will, indem er sie abschafft“. Der Artikel heisst „Der Staat als Herrschaftsmaschine“ und
kommt hoffentlich nochist online.Die Zeit freundlicher Kritik und ständiger Mahnung, bei der Terrorismusbekämpfung Augenmaß zu wahren, geht zu Ende. Nun ist Widerstand geboten. Unter der neuen „Sicherheitsarchitektur“, die der Innenminister Schäuble plant, verbirgt sich die Verwandlung der Bundesrepublik in einen Überwachungsstaat.
[…]
Egon Bahr hat geschrieben, Staatsräson gehe vor Menschenwürde. Das ist falsch. Ohne Achtung vor der Menschenwürde verliert der Staat jede Räson. Er wird zur Herrschaftsmaschine, die man fürchten muss, aber nicht mehr achten kann. Wir, die Bürger dieses Landes, haben Anspruch auf ein Parlament, das der Regierung nicht blindlings gehorcht, sondern sie kontrolliert. Wir haben Anspruch darauf, dass unsere Verfassung nicht als Steinbruch zur gefälligen Benutzung freigegeben und nur ihre Belastbarkeit erprobt wird, anstatt sie zu verteidigen und zu achten. Wir haben Anspruch darauf, dass unsere Repräsentanten begreifen: Sie sind keine Obrigkeit, die das Recht hätte, uns in bester Absicht zu entmündigen. Wir erwarten von den Mitgliedern der Bundesregierung, dass sie in derselben Weise Haltung, Verstand und Augenmaß bewahren, wie die Richter des Bundesverfassungsgerichts es gezeigt haben. Unsere Bürgerrechte sind kein lästiger Bremsklotz, sondern der Kern unserer Rechtsordnung. Die Stärke eines Staates besteht nicht darin, dass der Bürger ihn fürchtet, sondern dass er ihn als seinen Staat begreift und darum bereit ist, in ihm Verantwortung zu übernehmen und ihn zu verteidigen. Niemand wird einen Staat achten und verteidigen, der ihn als potentiellen Straftäter behandelt. Wir, die wir so denken, lassen uns nicht als liberale Restposten aus diesem Staat von denen herausdrängen, die ihre Sicherheit mit unserer Freiheit bezahlen wollen. „Man bekämpft die Feinde des Rechtsstaats nicht mit dessen Abbau, und man verteidigt die Freiheit nicht mit deren Einschränkung“, hieß es in einem Aufruf der Humanistischen Union von 1978. So ist es, und so bleibt es.
Brigitte Zypries verweist dann auch darauf, dass Schäuble etwas zuw eit geht. Mal schauen, ob das der Wiefelpütz von der SPD auch so sieht.
Spiegel-Online: Zypries weist Schäuble in die Schranken.
Man solle den Menschen nicht „vorgaukeln, dass es diesen absoluten Schutz doch geben könnte, wenn man nur immer weiter die Gesetze verschärfe“. Zugleich wies sie Schäuble in die Schranken. „Die akustische Wohnraumüberwachung zur Strafverfolgung fällt in meine Zuständigkeit und nicht in die des Bundesinnenministeriums.“ Zypries sieht keinen Grund, die bestehenden Möglichkeiten zur Wohnraumüberwachung zu erweitern. Die Nutzung von gespeicherten Fingerabdrücken aller Bundesbürger zur Gefahrenabwehr wäre aus ihrer Sicht „verfassungsrechtlich höchst bedenklich“. Sie warnte davor, „öffentlich Debatten zu führen, die den Menschen Angst machen und die in die Irre führen“.
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: J!Cast 30: Persoenlichkeitsrechte in Second Life
: J!Cast 30: Persoenlichkeitsrechte in Second Life Der J!Cast 30 behandelt „Persoenlichkeitsrechte in Second Life“.
Die Geschichte von Anshe Chung, der Second Life-Millionärin, die bei einer Online-Konferenz von fliegenden Penissen belästigt wurde, ging durch die Nachrichten. Vergeblich versuchte ihr Ehemann, gegen das zugehörige Youtube-Video Urheberrechte geltend zu machen. Bestehen hier tatsächlich Urheberrechte? Wenn ja: woran und vor allem nach welchem Recht? Und kann nicht auch Persönlichkeitsrechte verletzen, wer eine Figur in der virtuellen Parallelwelt beleidigt? Diesen Fragen nach Persönlichkeitsrechten in dem Online-Spiel Second Life geht Dr. Ulf Müller, Mitarbeiter am ITM und Habilitand bei Prof. Hoeren mit mir nach.
Die MP3 ist ca. 13 MB gross.
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: CDU-Wunschliste für noch mehr Überwachung
: CDU-Wunschliste für noch mehr Überwachung Jetzt gibt es dann wohl den Wolfgang-Katalog I.
Der Rabenhorst hat die Punkte mal zusammengefasst: Die Kriegserklärung der Großen Koalition der großen Brüder.
* Präventive(?) Rasterfahndung für das BKA.
* Präventive(?) Online-Durchsuchung für das BKA und nicht nur für die Geheimdienste.
* Instrumentalisierung der LKW Maut-Daten für Fahndungszwecke bei schweren Straftaten und Terrorismus. Referentenentwurf dazu wird Mitte April aus der Schublade gezaubert, interne Absprachen zwischen Toll Collect und BKA bereits durchgeführt.
* Änderung des Passgesetzes, damit die in den RFID-Chips der ID-Dokumente gespeicherten biometrischen Daten auch bei den Meldeämtern gespeichert werden.
* Umgehung des Gebots der Achtung des Kernbereichs privater Lebensgestaltung beim Großen Lauschangriff über die Erfindung des „Richterbands“, so dass sichergestellt ist, dass zunächst und trotzdem komplette Gesprächsinhalte aufgezeichnet werden könnten.
* Ausweitung der Telekommunikationsüberwachungsbefugnisse für Geheimdienste über Änderung des G‑10 Gesetzes.Heribert Prantl kommentiert in der SZ: Minister Dr. Wolfgang Maßlos.
Es geht nicht um die üblichen Verschärfungen der Sicherheitsgesetze, wie sie seit dreißig Jahren zum Alltag gehören. Der Schäuble-Plan ist vielmehr ein Plan zum Umbau des Rechtsstaates in einen Präventions- und Sicherheitsstaat.
Schäuble missachtet die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Er missbraucht ein von ihm propagiertes, ungeschriebenes „Grundrecht auf Sicherheit“ zur Banalisierung aller anderen Grundrechte. Schäuble hat ein Puzzle der rechts- und innenpolitischen Maßlosigkeit vorgelegt.
Den gewünschten Zugriff auf die Mautdaten kommentiert Don Dahlmann.
Heise: Schäubles lange Liste für weitere Ermittlungsbefugnisse.
Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hat am Donnerstag in einer Koalitionsrunde umfangreiche Forderungen zum Ausbau der Überwachung im Rahmen der Terrorismusbekämpfung gestellt, die von Präventivbefugnissen für das Bundeskriminalamt ( BKA) über Vereinfachungen beim großen Lauschangriff bis zu Rasterfahndungen reichen. Bereits aktuell verfolgte Gesetzesänderungen zum Zugriff der Ermittler auf die Maut-Daten im Lkw- Bereich sowie auf Festplatten privater PCs und Speicherplattformen im Internet über die heftig umstrittenen Online-Durchsuchungen durften auf der langen Wunschliste nicht fehlen.
Heise: Polizeigewerkschaft kritisiert Schäuble-Katalog.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, hat einen Vorstoß aus dem Bundesinnenministerium kritisiert, die ab dem November 2007 anfallenden Fingerabdruckdaten zunächst bei Reisepässen, dann bei Personalausweisen in den jeweiligen Meldeämtern für künftige Fahndungszwecke zu speichern. Eine Art erkennungsdienstliche Behandlung der Gesamtbevölkerung hält Freiberg der Arbeit seiner Kollegen nicht für zuträglich: Eine bundesweite Fingerabdruck-Datei lege den Grundstein zu einer umfassenden Datensammlung über jeden einzelnen Bürger, das sei keine vertrauensschaffende Maßnahme für die Arbeit der Polizei und überdies ungesetzlich, erklärte Freiberg in einer Mitteilung: „Das wäre der Einstieg in eine bundesweite Fingerabdruck-Kartei und damit nach Auffassung der GdP ein grober Verstoß gegen das verfassungsmäßige Recht jedes Einzelnen auf die so genannte informationelle Selbstbestimmung.“
Heise: Bundesdatenschützer kritisiert Pläne für schärfere Sicherheitsgesetze.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat die Vorschläge von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) für eine rasche Verschärfung zahlreicher Sicherheitsgesetze kritisiert. Größere Befugnisse des Bundeskriminalamtes (BKA) bei der Verbrechensvorbeugung sehe er „ziemlich kritisch“, sagte Schaar im WDR. „Denn gerade in diesem Vorfeld weiß man ja erst mal noch nicht so genau, wonach man sucht und nach wem man sucht.“ Er sei gespannt, „wie eine solche Regelung aussehen soll, die ganz gezielt terroristische Straftäter treffen soll und nicht etwa den normalen Bürger oder jemanden, der im Internet surft“.
Taz: Schäuble braucht Goodwill der Länder.
So gesehen, ist es ganz schön kühn, wie Schäuble nun vorgeht. Er will nicht nur, dass das BKA Gefährder beobachten oder befragen kann, das BKA soll auch Sonderbefugnisse erhalten, die derzeit nicht einmal den Landespolizisten zur Verfügung stehen, zum Beispiel die Nutzung der Mautdaten oder das heimliche Ausspähen von Computern. Schäuble muss sein Projekt nun politisch und rechtlich wasserdicht machen. Auf beiden Ebenen haben die Länder ein Wort mitzusprechen. Für die Änderung des BKA-Gesetzes ist nicht nur eine Mehrheit im Bundestag erforderlich, sondern auch im Bundesrat. Verlangt Schäuble zu viel, könnte er an den Ländern scheitern, die keine zentrale Super-Polizei wollen. Rechtlich wird es nicht nur um die Grundrechte der Bürger, sondern auch um die Rechte der Länder gehen. Die Grundgesetzänderung vom letzten September sieht nämlich enge Grenzen für die präventiven BKA-Befugnisse vor.
Man darf ja gar nicht daran denken, was die noch alles machen, wenn tatsächlich mal ein Terroranschlag in Deutschland passiert. Und die Politiker Handlungsbereitschaft im medialen Gewitter zeigen wollen.
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: re:publica – Programm in schön
: re:publica – Programm in schön Das re:publica – Programm gibt es jetzt auch in schön im Pentabarf-System zum rumklicken. Das kennen viele wahrscheinlich schon vom Chaos Communication Congress. Alle weiteren Infos zur Konferenz finden sich im re:publica – Blog. Mittlerweile gibt es noch mehr Workshops und Vorträge. Insgesamt schon über 70 Veranstaltungen in drei Tagen.
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: Weg mit DRM – Heute EMI
: Weg mit DRM – Heute EMI Wenigstens schonmal ein Anfang: Online-Musik: Die digitale Mauer fällt bei EMI.
Es sind nicht die Beatles, wie manche Berichte seit der Ankündigung der Veranstaltung am gestrigen Sonntag spekulierten. Die Fab Four haben einmal die Musikbranche revolutioniert, heute sorgte dafür Eric Nicoli. Der CEO des Major Labels EMI läutete auf einer kurzfristig angekündigten Veranstaltung am heutigen Montagnachmittag das Ende des digitalen Rechtemanagements (DRM) ein. EMI, bisher in Sachen Kopierschutz und Piraterie-Bekämpfung eine feste Stimme im Chor der Big Four, der vier großen Musikkonzerne, weicht von der bisher eisern verfolgten Linie ab und will das digitale EMI-Repertoire online künftig ohne digitale Kopierschutztechniken verkaufen. Das kündigte EMI-Chef Eric Nicoli am heutigen Montagnachmittag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Steve Jobs in der umdekorierten EMI-Kantine London an. Welches Format die Songs haben, soll der jeweilige Betreiber eines Online-Musikshops selbst entscheiden können, laut EMI ist MP3, WMA, ACC und „jedes andere Format“ möglich. Das Angebot soll die bislang verfügbaren digitalen EMI-Angebote, die auf DRM setzen, ergänzen; dazu gehören auch die Abo-Dienste.
Ich warte erstmal die Taten ab. Bisher sind es ja nur Ankündigungen. Und spannend bleibt, wieviel Backkatalog ohne DRM veröffentlicht wird und was nicht. Dann wird es interessant sein zu schauen, wann die anderen drei Majors kippen. Und wie die IFPI den Sinneswandel kommuniziert. Letzteres dürfte sogar lustig werden. Gibts Wasserzeichen statt Kopierschutz? Dann sind wir in der nächsten Debatte. Bleibt noch die Filmindustrie. Während die „Musikindustrie„TM relativ klein ist, ist Hollywood eine ganz andere Grösse. Und bei denen ist der DRM-Zug gerade erst angefahren, der bei der Musikindustrie vor langem schon aus den Schienen gesprungen ist.
Hie rist die PM von EMI: EMI Music launches DRM-free superior sound quality downloads across its entire digital repertoire.
Bei Nicorola gabs ein Live-Blogging: Das Ende von DRM? Live-Blogging von der EMI/Apple-Pressekonferenz.
Golem: DRM ade.