Digital Rights

  • : Worum gehts bei Digital Rights Management?
    Worum gehts bei Digital Rights Management?

    Da ja heute vermutlich die Begriffe „DRM / Digital Rights Management / Digital Restriction Management“ bis kurz vors letzte Blog und via Presseagenturen bis ins letzte Lokalblättchen gesendet werden, sei hier nochmal auf eine Übersicht verwiesen, worum es bei der Debatte überhaupt geht.

    2. April 2007 2
  • : Privatisierte Zensur: Virtuelle Hausrechte
    Privatisierte Zensur: Virtuelle Hausrechte

    In Teil 4 der Telepolis-Reihe „Zensur zwischen öffentlich und privat.“ geht es heute um privatisierte Zensur: „Virtuelle Hausrechte“.

    Angesichts der Verflechtung von staatlichen Zertifizierungsstellen, Branchenorganen und großen Medienunternehmen stellt sich die Frage, ob es nicht angebracht wäre, Zensur nicht mehr nur als öffentliche Regulierung zu betrachten, sondern als Bestandteil der Kulturindustrie, als „letzten Schliff“ den Medienkonzerne ihren Produkten geben und mit dem sie potentielle Konkurrenz aussperren können. Auch und vor allem weil schon Gesetzgebungskonsultationen immer mehr von Industrie und Branchenverbänden bestimmt sind – wie sich besonders gut am mittlerweile ausgesprochen zensurrelevanten Urheberrecht feststellen lässt.

    2. April 2007
  • : Bundestag tritt für ein modernes Datenschutzrecht ein
    Bundestag tritt für ein modernes Datenschutzrecht ein

    Mal schauen, wieviel Eifer das Innenministerium und die Sicherheitspolitiker zulassen: Bundestag tritt für ein modernes Datenschutzrecht ein.

    Der Deutsche Bundestag hat in seiner gestrigen Sitzung (PDF-Datei) mit Stimmen aller Fraktionen eine Entschließung verabschiedet, in der ein modernes Datenschutzrecht gefordert wird. Auch tritt das Parlament für gesetzliche Bestimmungen zum Datenschutzaudit, zum Arbeitnehmerdatenschutz und zur Genomanalyse ein. Weitere Punkte sind der Datenschutz in der dritten Säule der EU, beim internationalen Zahlungsverkehr, bei der Fluggastdatenübermittlung, beim Einsatz von RFID-Chips, bei der Tätigkeit von Auskunfteien und der elektronischen Gesundheitskarte. Der Beschluss geht auf eine Empfehlung (PDF-Datei) des Innenausschusses zurück, der sich vorgestern mit dem 20. Tätigkeitsbericht des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar, befasst hat.

    Der erste Reflex ist sicherlichbei einer solchen Meldung, zuerst auf alle Politiker einzuschlagen und sie als unglaubwürdig zu bezeichnen. Aber ich mag Verallgemeinerungen a la „Die Politiker„TM überhaupt nicht und für solche Initiativen kann man sie auch mal loben. Sicherlich gibt es viel mehr zu fordern, aber gleichzeitig gibt es auch die Front der Sicherheitspolitiker, die seit Jahren unsere Bürgerrechte beschneidet. Und jede politische Initative, die den Datenschutz und damit unsere Rechte wieder stärken will, und sei es erstmal durch nette Worte, ist in heutigen Zeiten zu begrüssen.

    Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar erklärte dazu auch in einer Meldung:

    Die Unterstützung aller Fraktionen des Deutschen Bundestages unterstreicht die Bedeutung, die dem Datenschutz in einer immer umfassenderen Informationsgesellschaft zukommt. Ich freue mich, dass es bei allen Meinungsverschiedenheiten im Einzelfall möglich war, eine so breite Übereinstimmung in vielen wichtigen Bereichen des Datenschutzes zu erzielen. Das stärkt das Grundrecht aller Bürgerinnen und Bürger auf informationelle Selbstbestimmung und macht Mut, weiter entschieden dafür einzutreten. Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung die Forderungen des Parlaments aufgreift und bei ihrer Arbeit berücksichtigt.

    30. März 2007 1
  • : Tätigkeitsbericht 2007 des ULD
    Tätigkeitsbericht 2007 des ULD

    Anlässlich der Vorstellung der Tätigkeitsberichtes 2007 des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) erklärt dessen Leiter Dr. Thilo Weichert: „Der präventive Datenschutz startet durch“.

    Die Politik ist stolz auf erste Plätze in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Sport. Keine derartige Resonanz fand dagegen eine Rangliste, die im November 2006 veröffentlicht wurde. Bei einem internationalen Ranking der renommierten Bürgerrechtsorganisation „Privacy International“ zum Datenschutz landete Deutschland auf Platz 1, während andere fortgeschrittene Informationsgesellschaften wie z.B. Großbritannien und die USA weit abgeschlagen im hinteren Mittelfeld landeten. Dieser Platz 1 ist wohl weniger den Politikern zuzuschreiben, die immer wieder neue Befugnisse für heimliche Ermittlungen, weit im Vorfeld von Gefahren und Straftaten, fordern, als den Kräften in unserer Gesellschaft, die einen vernünftigen Ausgleich zwischen Bürgerrechten und Kontrollbedarf anstreben.

    Das Land Schleswig-Holstein ist nach Überzeugung des ULD an dem positiven internationalen Ranking Deutschlands nicht ganz unbeteiligt. Wir sehen keine Veranlassung, angesichts der rasanten Entwicklung der Überwachungstechnologien resigniert den Kopf in den Sand zu stecken. Daher beginnt der Tätigkeitsbericht 2007 des ULD mit der optimistischen Überschrift: „Der präventive Datenschutz startet durch“ (1.1). Dass diese Überschrift mehr als lautes Pfeifen im finsteren Wald ist, ergibt sich aus den im Tätigkeitsbericht für das letzte Jahr dokumentierten Umstände:

    Der 29. Tätigkeitsberichts im Volltext.

    30. März 2007
  • : „Alltag Überwachung“ zum Download
    „Alltag Überwachung“ zum Download

    Der Dokumentarfilm „Alltag Überwachung“ von Fiete Stegers und Roman Mischel steht jetzt endlich zum Download bereit. Um die Weihnachtszeit gabs den Film in vier Teilen auf den Seiten von Tagesschau.de zu sehen. Jetzt gibts die vier Teile einzeln zum Download als MP4 oder die 350 MB Version komplett.

    Herunterladen und weiterverteilen.

    [via]

    30. März 2007 7
  • : CDU Sachsen fordert Zensur-Infrastrukturen gegen Killerspiele
    CDU Sachsen fordert Zensur-Infrastrukturen gegen Killerspiele

    Während in China Zensur-Infrastrukturen gegen freie Meinungsäusserungen aufgebaut und durchgesetzt werden, kommt die CDU Sachsen mit einer tollen Idee um die Ecke: Die wollen jetzt auch elektronische Filter, um erstmal Killerspiele aus dem Netz zu verbannen: CDU Sachsen will mit elektronischen Filtern gegen „Killerspiele“ vorgehen.

    Sachsens CDU-Landtagsfraktion hat sich für ein härteres Vorgehen gegen so genannte Killerspiele ausgesprochen. Neben Produktion und Vertrieb solle auch der Besitz solcher Video- und Computerspiele verboten werden, hieß es am heutigen Donnerstag auf der Klausurtagung der Fraktion in Glauchau. „Die Verbreitung brutaler Video- und Computerspiele muss effektiv unterbunden werden. Die CDU-Fraktion schlägt dazu geeignete technische Maßnahmen wie beispielsweise elektronische Filter vor. Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich im Bundesrat für notwendige Gesetzesänderungen einzusetzen. Der Besitz der so genannten Killer-Spiele muss verboten werden“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Hähle.

    29. März 2007 9
  • : Video-Plattformen und das Urheberrecht
    Video-Plattformen und das Urheberrecht

    Bei tagesschau.de gibt es ein Interview mit Till Kreutzer zum Thema Video-Plattformen und dem Urheberrecht: „Nicht verbieten, was sich nicht verbieten lässt“.

    tagesschau.de: Der Medienkonzern Viacom hat kürzlich YouTube verklagt, weil auf der Plattform Ausschnitte aus Viacom-Produktionen laufen. Leitet das das Ende der wilden Zeit des Internet-Videos ein?

    Kreutzer: Wahrscheinlich nicht. Viacom wird möglicherweise wie angekündigt gegen Google vorgehen, aber ob YouTube-Besitzer Google haftet, ist eine ganz andere Frage. Das ist bei solchen User-Generated-Content-Plattformen noch ungeklärt und hängt im Einzelfall von sehr vielen Faktoren ab. Nach deutschem Recht gibt es etwa nur eine sehr eingeschränkte Haftung für Plattformanbieter, die grundsätzlich nicht verpflichtet sind, alles zu überprüfen, was die Nutzer einstellen. Die Rechtsprechung zu dieser Frage ist noch sehr uneinheitlich. Die Nutzer können sich allerdings strafbar machen, wenn sie etwas hochladen, für das sie nicht die Rechte besitzen.

    Und:

    tagesschau.de: Was könnten Politik und Medienindustrie besser machen?

    Kreutzer: Für die Medienkonzerne wäre es viel besser, den Leute auf positive Weise den Wert von kreativen Inhalten näher zu bringen und zu zeigen, dass es sinnvoll ist, wenn Künstler an ihren Werken verdienen. Stattdessen veranstalten die Unternehmen Abschreckungskampagnen, bei denen es sinngemäß heißt: Jeder, der eine CD brennt, ist ein Verbrecher. Dafür haben die Nutzer aber kein Verständnis. Der Gesetzgeber sollte meiner Ansicht nach prüfen, ob es nicht sinnvoller wäre, ein Modell mit erweiterten Vergütungspflichten wie die Abgaben auf Kopierer und CD-Brenner einzuführen, statt etwas zu verbieten, was sich nicht verbieten lässt.

    29. März 2007
  • : Bundestag bekommt den ePass erklärt
    Bundestag bekommt den ePass erklärt

    Der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages erklärt den ePass im „Aktuellen Begriff“.

    Seit dem 1. November 2005 werden in der Bundesrepublik Deutschland elektronische Reisepässe ausgegeben. Diese sind mit einem Chip versehen, auf dem neben den Personendaten auch ein Lichtbild des Ausweisinhabers gespeichert sind. Derzeit wird erprobt, weitere biometrische Daten, wie z.B. Fingerabdrücke, auf den Chip zu speichern. Dieser Aktuelle Begriff beschreibt die Funktionsweise des E‑Passes und die dazu notwendigen Ausleseverfahren und Abgleichmöglichkeiten mit bestehenden oder noch …

    Der Zeitpunkt für die Erklärung eines „Aktuellen Begriffes“ scheint mir perfekt gewählt.

    29. März 2007 1
  • : Lobbyistenmystizismus und Konsumrevolte
    Lobbyistenmystizismus und Konsumrevolte

    Peter Rantasa, Direktor des mica – music information center austria, hat beim ORF einen netten Artikel zu Digitaler Musik und DRM geschrieben: Lobbyistenmystizismus und Konsumrevolte.

    Neutrale Studien, die Auskunft über Geldflüsse und ‑verteilung im Musikgeschäft geben, wären dringend nötig. Viele Zahlen basieren heute weitgehend auf Industrieschätzungen. Und wenn wir die Fakten besser sehen, wird sich die Frage von selbst beantworten, ob wir es hier tatsächlich bloß mit Ideologien zu tun haben, wie uns der Vertreter der derzeit wirtschaftlich dominanten Großunternehmen nahe gelegt hat, oder mit konkreten Verteilungskämpfen um Modernisierungsgewinne im Zuge eines technischen Strukturwandels – mit einer echten Chance auf Emanzipation bisher benachteiligter Gruppen. Die laufenden Diskussionen um Privatkopie, Leermedienabgabe oder „Cultural Flat Rate“ werden uns zeigen, was wir gelernt haben.

    29. März 2007 1
  • : Chinesische Blogger gestalten Blog-Digest-Magazin
    Chinesische Blogger gestalten Blog-Digest-Magazin

    Bei virtual china gefunden:

    Check out the new Chinese weekly online magazine, Memedia, a cooperative effort among over 100 (and counting) prominent Chinese bloggers. It looks like a blog but at present is a weekly, with hopes to eventually become a daily. So far, issues no. 1 and 2 offer super condensed, link-heavy news about web, tech, media, and international events–it’s a mirror of the collective wisdom of the participants, with links leading back to blog posts on their own sites. Memedia describes itself as follows:

    Coming from the combination of three terms, Me/Meme/Media. Memeda will provide interesting things, important things, diverse things, for us to enjoy together.…

    This is an open, collaborative project. Each person has the opportunity to contribute, and you can participate in our public Skype channel, providing clues to news or introducing your latest discovery.

    Klingt nach bookmarken/abonnieren und regelmäßig lesen. Notiz für mich: Ob Politik da ausgespart bleibt? (Und wann wird mein chinesisch endlich gut genug sein, dass ich die Texte in Kurzzeichen flüssig lesen kann?)

    28. März 2007
  • : Teste deine IT-Skillz mit dem BITKOM
    Teste deine IT-Skillz mit dem BITKOM

    Anfang der Woche im Radio, im Nachlauf zu Cebit: ein Sprecher der bitkom preist den it-fitness-Test an, mit dem man, so schien es, seine IT-Fertigkeiten prüfen kann. Sinngemäße Pointe: Wenn man nicht weiß was Internet ist braucht man den Test auch nicht. Wenn man das Multiple Choice-Verfahren durchsteht winkt eine Urkunde zum Ausdrucken und an die Wand hängen.

    Zu den Initiatoren jedenfalls gehören, wen wunderts, Microsoft Deutschland und andere Größen, die einen neutralen, vielseitigen und aussagekräftigen Test versprechen könnten, dabei aber versagen. Hier ein Auszug:

    Das Internet steht grundsätzlich ALLEN zur Verfügung.

    [ ] WAHR
    [ ] FALSCH

    Für die 42 Fragen hat man geschlagene 90 Minuten Zeit, so niedrigschwellig ist das gedacht. Und man darf anhand von Screenshots die Bedienoberflächen von allzu bekannten Office-Produkten kennenlernen – teilweise. Auf meinem Bildschirm blieben manche Fragestellungen einfach auch einfach unsichtbar, wenn man „auf die richtige Stelle auf der Grafik“ klicken sollte (wohl eher krudes JavaScript im Hintergrund). Zum Gück liegt das Kompetenzmonopol für Computerwissen nicht alleine beim Bitkom.

    UPDATE: Hihi, ich hab mich mal launisch durch die sichtbaren Fragen durchgeklickt und absichtlich manches falsch beantwortet – und lande dennoch „ganz oben“:

    Siegerpodest

    (Klick für Originalgröße)

    28. März 2007 13
  • : Die politische Bedeutung drahtloser Community-Netzwerke
    Die politische Bedeutung drahtloser Community-Netzwerke

    Bei Golem gibt es einen Artikel zu der politischen Bedeutung drahtloser Community-Netzwerke: Freie Netze zwischen Anarchie und Hierarchie.

    In den wenigen Jahren, in denen die Free-Networks-Bewegung nun aktiv ist, ist die technische Entwicklung extrem schnell vorangeschritten, was zu deutlich mehr Stabilität und geringeren Zutrittsbarrieren für technisch weniger versierte User geführt hat. Damit besteht nun das Potenzial für eine Erweiterung um einige neue, nicht technische Aspekte, was sich einerseits bereits jetzt durch großes Engagement der Community im Bereich der Entwicklungshilfe abzeichnet und andererseits durch spezifische lokale Anwendungen und Inhalte (Local Content), die innerhalb der Netze angeboten werden, noch gestärkt werden kann.

    28. März 2007 2
  • : Dürfen die das?
    Dürfen die das?

    Onlinejournalismus.de hat Thomas Hoeren und Till Kreutzer zu verschiedenen rechtlichen Fragestellungen rund ums Publizieren im Netz befragt: Weblogs, Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Und die Fragen sind mal nicht die üblichen Verdächtigen, sondern durchweg interessant. Bei der re:publica wird es auch ein Panel zu diesem Thema geben, dazu eine „Law-Lounge“.

    Wie sieht es im Einzelnen aus? Darf ein Blogger etwa einen Brief veröffentlichen, den er von einer Behörde erhalten hat?

    Kreutzer: Bestimmte Briefe wie etwa reine Verwaltungsakte haben keinen oder nur schwachen Persönlichkeitsbezug, was bedeutet, dass deren Veröffentlichung auch keine Persönlichkeitsrechtsverletzung darstellt. Jedenfalls hat das BVerfG beim Brief eines Amtswalters einen geschwächten Persönlichkeitsschutz angenommen

    Hoeren: Soweit der Datenschutz beachtet wird – ja. Wichtig ist, dass Namen von Beamten, die den Brief unterzeichnet haben, geschwärzt werden. Das ist wie bei der Veröffentlichung von Urteilen. Schauen Sie sich dazu einmal die unzähligen Jura-Weblogs an. Dort werden eine Vielzahl von Urteilen im Volltext ins Web gestellt. Dabei sind fast immer die Namen der Parteien und der Richter unkenntlich gemacht worden. Soweit sich dort doch Namen finden, ist bei den juristischen Blogs davon auszugehen, dass vorher die Zustimmung eingeholt wurde.

    27. März 2007
  • : Dokumentation: Suspect Nation
    Dokumentation: Suspect Nation

    Bei Google-Video findet sich eine Dokumentation über Videoüberwachung vom britischen Channel 4: „Suspect Nation“. Wurde im November wohl zum ersten Mal ausgestrahlt und ist 47 Minten lang. Kann man sich auch bei Google-Video herunterladen.

    Hier klicken, um den Inhalt von video.google.com anzuzeigen.

    [via]

    26. März 2007 4
  • : Grünes Fachgespräch zu „Bürgerrechtsschutz im digitalen Zeitalter“
    Grünes Fachgespräch zu „Bürgerrechtsschutz im digitalen Zeitalter“

    Heute fand im Bundestag ein Fachgespräch der Grünen Fraktion zum Thema „Bürgerrechtsschutz im digitalen Zeitalter“ statt. Eingeladen hatten die Abgeordneten Silke Stokar, Wolfgang Wieland und Jerzy Montag. Referenten waren vielfältig vorhanden, vom Chaos Computer Club über BKA-Chef Ziercke bis hin zu verschiedenen Professoren aus verschiedenen Bereichen. Hier sind mal meine ausführlichen Mitschriften der Diskussion, die ich schon weitgehend in Prosa-Text umgewandelt habe. Der Rest folgt vielleicht auch noch.

    26. März 2007 10
  • : Technische Zensur – kurz erklärt
    Technische Zensur – kurz erklärt

    Bei Telepolis gibt es den dritten Teil der Reihe „Zensur zwischen öffentlich und privat.“. Thema ist heute die „Technische Zensur“: Von Tittmoning nach Tuntenhausen.

    Neben der institutionellen ist auch eine „technische“ Zensur denkbar, etwa durch Filterprogramme. Problematisch daran ist zum einen, dass komplexe rechtliche Abwägungsprozesse zugunsten eines „lieber zu viel als zu wenig“ aufgegeben werden. Zum anderen öffnet die im Zusammenhang mit technischer Zensur häufig angestrebte „Selbstverwaltung“ den Bereich der Zensur für wirtschaftliche Interessen.

    26. März 2007
  • : BKA-Chef im TAZ-Interview zur Online-Durchsuchung
    BKA-Chef im TAZ-Interview zur Online-Durchsuchung

    Die Taz hat BKA-Präsident Jörg Ziercke zur Online-Durchsuchung befragt: „Am Computer des Täters ansetzen“. Scheint keine Satire zu sein, obwohl die Antworten etwas darauf hindeuten. Ich geh gleich mal rüber in den Bundestag zur Datenschutz-Anhörung der Grünen, das scheint ja lustig zu werden, wenn man sich das hier durchliest:

    taz: Herr Ziercke, Sie diskutieren heute bei einem Gespräch der Grünen mit dem Chaos Computer Club über die heimliche Online-Durchsuchung von Computern. Ein Treffen der besten Hacker der Republik?

    Jörg Ziercke: Eine polizeiliche Online-Durchsuchung ist kein Hacking. Hacker nutzen Sicherheitslücken aus, um Computersysteme anzugreifen. Hierbei gehen sie üblicherweise ziellos vor, das heißt tausende PC werden gleichzeitig attackiert in der Hoffnung, dass zumindest einige der Zielsysteme noch nicht über die neuesten Sicherheits-Updates verfügen. Die Online-Durchsuchung ist dagegen ein polizeiliches Werkzeug, das im Einzelfall gegen tatverdächtige Schwerstkriminelle zum Einsatz kommen kann – kontrolliert und hochprofessionell.

    Dass Herr Ziercke die Online-Durchsuchung technisch nicht ganz versteht, wissen wir schon aus verschiedenen Interviews. Aber anscheinend hat ihm jetzt die Öffentlichkeitsabteilung des BKA einen Hinweis gegeben, dass er seine technische Unkenntnis nicht jedem Journalisten beweisen muss:

    Wie wird die Online-Durchsuchung eines Computers dann technisch ablaufen?

    Jörg Ziercke: Das kann ich natürlich nicht öffentlich erläutern.

    26. März 2007 7
  • : Chaosradio am Mittwoch: Der Bundestrojaner
    Chaosradio am Mittwoch: Der Bundestrojaner

    Am kommenden Mittwoch, den 28.3. gibt es auf Fritz-Radio um 22 Uhr wieder ein dreistündiges Chaosradio. Thema diesmal ist „Der Bundestrojaner“. Im Studio sind Frank Rieger, Constanze Kurz und Andreas Bogk. Die Qualität der Telefonanrufer ist nicht planbar.

    Die Sicherheitsbehörden möchten zu gern in den Computer von Verdächtigen hineinschauen dürfen – online, in Echtzeit und natürlich heimlich. Der sogenannte Bundestrojaner droht ein staatliches Schnüffelwerkzeug zu werden, das den Zugriff auf die intimsten Daten des Digitalbürgers ermöglichen soll. In der Folge wäre neben Mail‑, Chat‑, Audio- und Videoüberwachung mittels des ferngesteuerten Rechners auch Erpressungen durch das Einschleusen von gefälschten Beweisen auf die Platte des Bürgers möglich.

    Chaosradio beleuchtet die technischen und rechtlichen Hintergründe, mögliche Abwehrmaßnahmen und wirft einen Blick in andere Länder, wo solches staatliches Cracking schon angewendet wird. Dabei werden wir versuchen, die häufigsten Fragen zum Thema zu beantworten: Was unterscheidet eigentlich die Online-Durchsuchung von einer normalen Hausdurchsuchung? Wie kann ich mich schützen? Hilft da mein Virenscanner? Hilft es, die Festplatte zu verschüsseln? Sind freie Betriebssysteme gegen den Bundestrojaner immun?

    24. März 2007 1
  • : Review: Staat surft mit – Journalisten unter Generalverdacht
    Review: Staat surft mit – Journalisten unter Generalverdacht

    Gestern Abend gab es die Diskussion „Staat surft mit – Journalisten unter Generalverdacht?“ in Berlin. Ich war nicht da, aber hier sind einige Berichte aus dem Netz dazu.

    Heise: SPD-Sprecher: Online-Durchsuchungen kommen auf jeden Fall.

    Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, ließ am gestrigen Dienstag bei einer Diskussion unter dem Aufhänger „Staat surft mit“ keinen Zweifel an seinem Segen für den Bundestrojaner: „Das werden wir selbstverständlich machen, allerdings mit klarer Rechtsgrundlage“, betonte der Abgeordnete zum Streitthema Online-Durchsuchungen auf der Tagung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin. „Das Internet ist eine Welt, in der jede Sauerei dieser Welt stattfindet“, begründete der Innenexperte sein Plädoyer. Die Koalition werde daher „mit Augenmaß das Erforderliche tun, um diese Sauereien zu bekämpfen.“ Die „Gespensterdebatten“ von Datenschützern und anderen Gegnern einer weiteren Befugnis zur staatlichen Bespitzelung versteht Wiefelspütz dagegen nicht. Da werde immer so getan, „als wären wir ein Überwachungsstaat“. Dabei fordere hierzulande niemand Folter oder Guantanamo.

    Telepolis: „Das Internet ist eine Welt, in der jede Sauerei stattfindet“.

    Jörg Ziercke: „Wir haben das Problem der Kryptierung und Anonymisierung. Wenn Sie heute eine Festplatte mit 300 Gigabyte verschlüsselt haben, können Sie diese praktisch nicht entschlüsseln. Das World Wide Web wird zunehmend zum eigentlichen Speicherplatz, nicht mehr der häusliche PC. Wir können bei schwersten Straftaten nur mitgehen, wenn der Richter die Anordnung gibt, wenn der Staatsanwalt das überwacht und der Bundesdatenschützer das ganze kontrolliert.“

    Doch schon bei der Diskussion, noch bevor es überhaupt einen konkreten Referentenentwurf im Parlament gibt, winkt Peter Schaar, der derzeitige Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, ab. Die Erfahrungen im europäischen Ausland lassen Zweifel an der Überwachbarkeit von schwersten Straftaten aufkommen. „Praktisch kann ich mir das nicht vorstellen, weil die Kriminellen sich zu schützen verstehen. Was ist die nächste Stufe? Wir haben eine immer währende Aufrüstung. Die Befugnisse, wenn sie einmal erteilt werden, werden nicht zurückgenommen“, warnt Schaar. Auch die so genannte Kontodaten-Überwachung sollte terroristische Tätigkeiten anhand von signifikanten Geldflüssen erkennbar werden lassen. Bereits zwei Jahre später sei das Verfahren auf alle Finanzämter ausgeweitet worden. „Da frage ich mich, wo ist da die Grenze?“, mahnt der Bundesdatenschützer.

    Währenddessen verkündet die FDP-Fraktion:

    Die Bundesregierung hält schon bisher Online-Durchsuchungen ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage für rechtmäßig. Das ergab eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Innenexperten Hartfrid WOLFF.
    […]
    Offenbar hat die Regierung die Öffentlichkeit in der Diskussion um Online-Durchsuchungen bisher getäuscht. Auf die Frage nach der gesetzlichen Grundlage zu den von Bundesinnenminister Schäuble verlangten Online-Durchsuchungen hat die Bundesregierung erklärt, das Bundesamt für Verfassungsschutz habe schon jetzt das Recht zu Online-Durchsuchungen.
    Die Regierung bezieht sich dabei auf § 8 Abs. 2 des Bundes-verfassungsschutz-Gesetzes. Dessen Wortlaut benennt explizit zulässige Methoden der Informationsbeschaffung, sieht ausdrücklich allerdings keine Onlinedurchsuchungen vor.
    Ob das als rechtliche Grundlage ausreicht, ist mehr als zweifelhaft, wie das Innenministerium ja auch sofort einräumt. Die Bundesregierung erweckt mit dieser Aussage allerdings den Verdacht, dass sie umfangreicher als bisher zugegeben Online-Durchsuchungen praktiziert hat, ohne dass es eine ausreichende gesetzliche Grundlage dafür gibt.

    Schizophren? Hartfrid WOLFF ist übrigens nicht verwandt mit Innenminister Ingo Wolf (auch FDP), der die Online-Durchsuchung ohne Bedenken in NRW legalisiert hat.

    news.aktuell hatte nicht nur zur Diskussion eingeladen, sondern hat auch ein paar Stimmen als Zitate gesammelt und veröffentlicht: Journalisten fürchten um den Informantenschutz.

    Einen Blogbericht gibt es noch bei BlackblogX.

    21. März 2007 2
  • : Netzneutralität: Es geht hier um Geld, Rechte – und um Marktverständnis
    Netzneutralität: Es geht hier um Geld, Rechte – und um Marktverständnis

    Technology Review hat ein Interview mit dem Eco-Geschäftsführer Harald Summa zum Thema Netzneutralität: „Das Internet könnte sich von heute auf morgen verändern“.

    TR: Gibt es Gesetzesbemühungen pro Netzneutralität, die auf Bundes- oder EU-Ebene laufen? Oder ist man hier noch nicht so weit wie in den USA?

    Summa: Weder im Bund noch bei der EU sieht man die Notwendigkeit für Gesetze, da die bestehenden Rahmen als ausreichend erachtet werden.
    […]
    TR: Sehen Sie eine kommende Kleinstaaterei im Internet? Bereits heute blockieren US-Medienkonzerne den ausländischen Zugriff z.B. auf TV-Shows, die man in den USA kostenlos sehen kann.

    Summa: Kleinstaaterei ist das nicht. Es geht hier um Geld, Rechte – und um Marktverständnis. Die derzeitigen Verfahren in den USA könnten von heute auf morgen das Internet verändern.

    21. März 2007 1