Digital Rights

  • : DJV-Sprecher irgendwie gegen Vorratsdatenspeicherung
    DJV-Sprecher irgendwie gegen Vorratsdatenspeicherung

    Hendrik Zörner vom Deutschen Journalistenverband erklärt in der TAZ, dass die geplanten neuen Sicherheitsgesetze die Arbeit vieler Journalisten bedrohen: „Wir haben alle etwas zu verbergen“. Uns konkret unterstützen wollen sie dabei nicht. Stattdessen gibts ein wenig Lobbyarbeit um die eigenen Privilegien zu schützen.

    Bürgerrechtler sagen, die Journalisten- und Verlegerverbände träten nicht öffentlichkeitswirksam genug gegen Schäubles Gesetzesideen auf.

    Unsinn. Wir haben unsere Bedenken seit langem öffentlich gemacht. Wir sitzen als Experten in den Anhörungen des Bundestages und formulieren dort sehr deutlich unsere Kritik. Die Verleger tun ebenfalls ihr Bestes.

    Warum rufen Sie nicht zu Protesten auf.

    Was würde das bringen? Bei der letzten Demonstration gegen die Überwachungsgesetze in Berlin gingen maximal 15.000 Menschen auf die Straße. Das Thema interessiert die Leute nicht so, wie es angemessen wäre. Mit Lobbyarbeit im Bundestag erreichen wir mehr.

    Es ist doch aber auffällig, dass sich 2003 fast alle bedeutenden Zeitungen in Deutschland zu einer Kampagne gegen das Verstümmeln von Interviews zusammenfinden konnten, etwas Ähnliches bei sehr viel tiefer gehenden Einschnitten aber nicht zustande kommt.

    Ich kann nur wieder fragen, was das Ergebnis dieser Kampagne war. Das Thema lief eine Woche lang in den Medien und danach sprach nie wieder jemand darüber. Ergebnisse gab es nicht.

    Mal wieder ein nettes Beispiel für Ursache und Wirkung. Wenigstens war das Thema 2003 mal für eine Woche in den Medien. Das wäre für die Vorratsdatenspeicherung auch mal angesagt, um der breiten Bevölkerung mal zu erklären, was da gerade für sie und über sie beschlossen wird. Und hier könnten die grossen Medien uns unterstützen.

    10. Oktober 2007 1
  • : 2. und 3. Lesung zur Vorratsdatenspeicherung im Bundestag
    2. und 3. Lesung zur Vorratsdatenspeicherung im Bundestag

    Der Termin für die 2./3. Lesung zur Vorratsdatenspeicherung ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der 8./9. November. Alle Aktionen sollten bis dahin gemacht werden. Eventuell passiert es auch in der Woche danach, was aber unwahrscheinlicher ist. Das Gesetz soll ja zum 1. Januar in Kraft treten und es muss dafür im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Das dauert ein wenig und es gibt im November und Dezember nur wenige „Sitzungswochen“ im Bundestag.

    Es ist also ein Monat Zeit, nochmal seine/n Abgeordnete/n zu kontaktieren. Dies kann per Post, e‑Mail, Fax oder Abgeordnetenwatch erfolgen.

    Die Aktionen zum Endspurt werden im Wiki des AK-Vorratsdatenspeicherung koordiniert und geplant.

    10. Oktober 2007 8
  • : Überblick: Online-Durchsuchung beim Bundesverfassungsgericht
    Überblick: Online-Durchsuchung beim Bundesverfassungsgericht

    Hier mal ein kleiner Nachrichtenüberblick:

    Frankfurter Rundschau: Zweifel an Gesetz zur Online-Durchsuchung.

    In der teilweise lebhaften Verhandlung bestritten die Prozessvertreter Nordrhein-Westfalens, dass das Gesetz dem Verfassungsschutz das heimliche Kopieren der Festplatte erlaube. Vielmehr dürfe nur auf die per Internet geführte Kommunikation zugegriffen werden, also auf E‑Mail-Dateien oder über das Internet heruntergeladene Dateien, die verschickt werden sollen. Auf gespeicherte private Briefe dürfe der Verfassungsschutz hingegen nicht zugreifen.

    Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, zog diese Interpretation in Zweifel und fragte den Prozessvertreter Dirk Heckmann, ob ihm eigentlich dasselbe Gesetz vorliege wie dem Bundesverfassungsgericht. Die Interpretation Heckmanns nannte Papier „ansprechend“, sie entspreche aber nicht dem Gesetzestext.

    Anders als die Vertreter Nordrhein-Westfalens geht der Erste Senat davon aus, dass das Gesetz dem Verfassungsschutz nicht nur die Überwachung des E‑Mail-Verkehrs und der Internet-Kommunikation, sondern auch den Zugriff auf die Festplatte mit gespeicherten Dateien erlaubt. Die Vertreter der Landesregierung versicherten, dass das Gesetz noch nie zur Anwendung kam.

    Silicon: Bundestrojaner nur ein Ablenkungsmanöver?

    Der Datenschützer Patrik Breyer hingegen warnt, dass die Diskussion um Online-Durchsuchungen quasi als „Scharmützel“ als Ablenkungsmanöver von dem „Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG A“ dienen.

    Damit würde das Bundeskriminalamt erstmals die Erlaubnis bekommen, selbst sozusagen exekutivisch tätig zu werden. Rasterfahndung, der große Lauschangriff, Telefonüberwachung und Online-Durchsuchung sollen dann auch bei Privatunternehmen erlaubt werden.

    Netzeitung: Verfassungsrichter von NRW-Gesetz verwirrt.

    Die Kläger sehen durch das Gesetz gleich drei Grundrechte verletzt: die Unverletzlichkeit der Wohnung, wo die privaten Rechner ja meistens stehen. Denn im Gegensatz zu einer Wohnungsdurchsuchung bekommt der PC-Nutzer bei der Online-Durchsuchung nicht mit, wenn das eingeschleuste Spionageprogramm Festplattendaten oder andere Informationen an die Fahnder sendet. Hinzu kommt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung – weil unklar ist, wann die gewonnenen Informationen gelöscht werden – sowie das Fernmeldegeheimnis. Denn die Fahnder können neben E‑Mails etwa auch über das Internet geführte Telefonate abgreifen, bevor sie verschlüsselt durchs Netz schlüpfen. Auch Details wie die Tatsache, dass Ausgespähte nicht in jedem Fall im Nachhinein benachrichtigt werden, sorgten für Kritik. Zudem sehen die Kläger die gebotene Trennung von Polizei und Geheimdiensten gefährdet.

    In der heutigen Taz ist ein Interview mit dem NRW-Verfassungsschutzchef Möller: „Schäubles Pläne sind überflüssig“.

    Taz: Im NRW-Gesetz ist ja auch ganz allgemein vom „Zugriff auf informationstechnische Systeme“ die Rede.

    Möller: Gemeint sind nur Zugriffe zur Aufklärung des Internets und seiner Kommunikationseinrichtungen. Das hätte man vielleicht deutlicher formulieren können.

    […]

    Taz: Mit welchen Methoden wollen Sie heimlich auf den Computer dieser Person zugreifen? Mit staatlicher Hackersoftware, dem sogenannten Bundestrojaner?

    Möller: Wir benutzen hier die gleichen Methoden, die auch für das Bundeskriminalamt diskutiert werden. Derartige Maßnahmen führen wir aber nicht selbst durch, sondern lassen uns im Wege der Amtshilfe unterstützen.

    Taz: Von wem?

    Möller: Von anderen Sicherheitsbehörden, mehr werde ich dazu nicht sagen.

    Welche Sicherheitsbehörde könnte das denn sein? Ich vermute mal den BND, könnte es aber vll auch das BSI sein?

    Ein schönes PLädoyer gab es wohl von Andreas Pfitzmann. Heise berichtet darüber: Informatiker plädiert vor Bundesverfassungsgericht für „Schutz des Denkens“.

    Für Pfitzmann ist eine Debatte, die die Online-Durchsuchung nur unter dem Artikel 13 des Grundgesetzes (Unverletzlichkeit der Wohnung) wertet, rückwärts gewandt. Vielmehr müsse überlegt werden, wie sich die Zukunft der Computertechnik gestalten wird.

    Mensch und Computer würden in naher Zukunft immer engere symbiotische Verbindungen eingehen, wie es bei Menschen mit intelligenten Hörgeräten heute bereits ersichtlich werde: „Wir werden in diese Rechner zunehmend verloren gegangene Fähigkeiten auslagern, um sie so wiederzugewinnen. Wir werden an sie persönlichste Denk- und Merkfunktionen delegieren, um uns zu entlasten“, so Pfitzmann in seiner Argumentation.

    Daher sei die Debatte um die Zukunft der Online-Durchsuchung künftig weniger mit einer klassischen Hausdurchsuchung vergleichbar als vielmehr ein direkter körperlicher Eingriff, der mit der „Verabreichung bewusstseinsverändernder Drogen zum Zewcke des Erlangens von Aussagen“ vergleichbar, meint Pfitzmann. Aus diesem Grunde müsse das Verfassungsgericht ein „grundlegendes Urteil zum Schutz unseres Denkens- und Merkens“ fällen. Mit der computerunterstützten Persönlichkeitserweiterung gehe es bei der Entscheidung zur Online-Durchsuchung künftig zentral um den „Schutz des autonomen und unbeobachteten Denkens“, so Pfitzmann in seinem Plädoyer.

    tagesschau: Karlsruhe kündigt Grundsatzurteil an.

    Das Bundesverfassungsgericht will grundsätzlich über die Zulässigkeit von Online-Durchsuchungen entscheiden. Das machte Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier in einer Anhörung über das nordrhein-westfälische Verfassungsschutzgesetz deutlich. Es erlaubt als bisher einziges Gesetz das heimliche Ausspähen privater Computer. Laut Papier geht es – auch vor dem Hintergrund geplanter Befugnisse des Bundeskriminalamts – um die Klärung der Frage, wie weit hier der verfassungsrechtliche Schutz der Privatsphäre reicht. Das Verfahren werfe einige „grundlegende Fragen über das Spannungsverhältnis von Freiheit und Sicherheit auf“, sagte der Vorsitzende des Ersten Senats. Deswegen werde auch das Urteil „weit“ über das NRW-Gesetz hinaus Bedeutung haben.

    Reuters: Verfassungsrichter sehen Online-Durchsuchung skeptisch.

    Der Rechtsvertreter der Düsseldorfer Landesregierung, Dirk Heckmann, argumentierte, ein wehrhafter Staat müsse Terroristen und Extremisten dort bekämpfen, wo sie agierten – im Internet. Der Staatsrechtler beteuerte, die Behörden wollten nicht auf die gesamte Festplatte zugreifen. Ziel seien nur dort gespeicherte Kommunikationsdaten etwa zu E‑Mails. Das stieß bei Papier auf Stirnrunzeln: Er frage sich, ob man vom gleichen Gesetz spreche, sagte der Verfassungsgerichtspräsident. Heckmann habe wohl einiges weginterpretiert.

    Der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Heinz Fromm, forderte, auch der Geheimdienst müsse zur Herstellung von Waffengleichheit Computer überwachen dürfen. Das Internet sei zum virtuellen Trainingslager für den realen Terrorismus geworden. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, schlug in der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ vom Donnerstag eine Kontrolle der Maßnahmen durch ein parlamentarisches Gremium vor.

    AFP: Verfassungsgericht hat Bedenken gegen Online-Durchsuchung.

    Karlsruhe (AFP) — Das Bundesverfassungsgericht wird die Verdächtiger durch den Staat allenfalls mit strengen Auflagen zulassen. Dies ergab sich aus den bei der mündlichen Verhandlung zum nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetz in Karlsruhe. Im Zentrum der Verhandlung stand aber der Streit von Union und SPD um die von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) im BKA-Gesetz geplanten Online-Durchsuchungen. Mit Blick auf das Verfahren stellten sich Polizeiverbände erneut hinter Schäubles Pläne, während Datenschützer verfassungsrechtliche Bedenken anmeldeten.

    Süddeutsche: Murks – und doch ein Segen.

    Das Bundesverfassungsgericht verleiht keine Titel, Orden und Ehrenzeichen. Gleichwohl war die mündliche Verhandlung zum nordrhein-westfälischen Computer-Durchsuchungsgesetz so etwas Ähnliches; sie war die Verleihung eines Negativ-Ordens. Nach der Karlsruher Gerichtssitzung vom Mittwoch trägt dieses Landesgesetz jetzt den inoffiziellen Titel „legislativer Murks des Jahres“.

    Doch es gibt ja bekanntlich kaum einen Schaden, der nicht auch einen Nutzen hat. Das Gericht nimmt den NRW-Murks zum Anlass, sich sehr grundsätzliche Gedanken zur Zulässigkeit einer virtuellen Observation zu machen, und dafür gegebenenfalls die Anforderungen zu formulieren. Das ist ein Glücksfall für die Bundesregierung und den Bundestag.

    Phoenix: NRW-Gesetz vor dem Verfassungsgericht.

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    10. Oktober 2007 12
  • : MediaBerkman: Drew Clark on the Politics of Telecom, Media and Technology
    MediaBerkman: Drew Clark on the Politics of Telecom, Media and Technology

    Bei MediaBerkman gibt es ein interessante Gespräch mit Drew Clark vom Center for Public Integrity über “Media Tracker, FCC Watch, and the Politics of Telecom, Media and Technology.”

    Drew, a senior fellow and project manager at the Center, not only provided great insight into the difficult and confusing intersection of technology & politics, but also dove into specific examples such as, the FCC’s 700 MHz auction and the Connect Kentucky project. For more information on Drew’s work, the Center for Public Integrity, and future luncheon guests, check out the Events & Webcast blog.

    Hier ist die MP3.

    10. Oktober 2007
  • : Unsubscribe – Kampagne für Menschenrechte von Amnesty International
    Unsubscribe – Kampagne für Menschenrechte von Amnesty International

    Amnesty International hat die internationale Kampagne „unsubscribe – unite against human rights abuse in the „war of terror“ gestartet. Unsubscribe will die klare Message aussenden, dass man nicht länger die Menschenrechtsverletzungen im Namen des „Krieg gegen den Terrorismus“ toleriert.

    Governments take for granted that you support their actions in the war on terror. The truth is you’ve never been given a choice. Until now. This is your chance to say NO, I didn’t sign up to a world governed by fear culture & accepting of racial discrimination. I didn’t sign up to secret detention, torture,… (more) rendition and the ill treatment of prisoners at Guantanamo Bay. Most petitions ask you to add your name to a list; this one asks you to take it off.

    Die Kampagne nutzt ein ziemlich unübersichtliches Design. Villeicht ist das eine Anspielung an den MySpace-Zeitgeist. Allerdings geht damit ein wenig die sehr nette Einbindung an verschiedene Soziale Medien verloren. Auf der Seite kann sich man nach dem Vorbild von PledgeBank zu Aktionen bekennen, wie dass PersonX sich an einer Petition oder an der Verbreitung von Banner beteiligt hat. Das ist gut gelöst und sorgt für mehr Partizipation und Transparenz unter den freiwilligen Helfern (Im englischen auch Volunteers genannt). Nutzer können Bilder und eigene Ansichten hochladen. Man kann sich auf der Seite auch direkt verschiedenen Gruppen in diversen Social-Networks anschliessen.

    Es gibt verschiedene Widgets wie Filme, Slideshows und Banner zum einbetten in die eigene Webseite. Hier ist mal der gute Kampagnenfilm:

    Insgesamt eine interessante Netz-Kampagne mit vielen Social Media-Komponenten, die leider an einer noch etwas komischen Usability leidet. Aber vielleicht ist das gerade Teil der Strategie von „Unsubscribe“.

    Hab ich schon geschrieben, dass wir auch gerne mal in Kundenprojekten unsere Vorstellungen von zeitgemässen Netz-Kampagnen umsetzen würden? Wer daran Interesse hat, kann sich gerne bei newthinking communications melden. Wir haben genug Ideen und Erfahrungen in der digitalen Welt.

    10. Oktober 2007 5
  • : China: Eine Reise in das Herz der Internetzensur
    China: Eine Reise in das Herz der Internetzensur

    Reporter ohne Grenzen hat zusammen mit den Chinese Human Rights Defenders einen Report über die Schlüsselmechanismen der chinesischen Online-Zensur erstellt: A “Journey to the Heart of Internet censorship” on eve of party congress. Hier ist der Report zu finden.

    “This system of censorship is unparalleled anywhere in the world and is an insult to the spirit of online freedom,” the two organisations said. “With less than a year to go before the Beijing Olympics, there is an urgent need for the government to stop blocking thousands of websites, censoring online news and imprisoning Internet activists.” This report shows how the CCP and the government have deployed colossal human and financial resources to obstruct online free expression. Chinese news websites and blogs have been brought under the editorial control of the propaganda apparatus at both the national and local levels.

    The use of the Internet keeps growing in China. The country now has more than 160 million Internet users and at least 1.3 million websites. But the Internet’s promise of free expression and information has been nipped in the bud by the Chinese government’s online censorship and surveillance system. “Journey to the Heart of Internet Censorship” explains how this control system functions and identifies its leading actors such the Internet Propaganda Administrative Bureau (an offshoot of the Information Office of the State Council, the executive office of the government), the Bureau of Information and Public Opinion (an offshoot of the party’s Publicity Department, the former Propaganda Department) and the Internet Bureau (another Publicity Department offshoot).

    The report also documents how the Beijing Internet Information Administrative Bureau has in practice asserted its daily editorial control over the leading news websites based in the nation’s Capital. It gives many examples of the actual instructions issued by officials in charge of this bureau. The last part of the report gives the results of a series of tests conducted with the mechanism of control through filtering keywords. These tests clearly show that, though there are still many disparities in the levels of censorship, the authorities have successfully coerced the online media into submission to censor themselves heavily on sensitive subjects.

    Der Report empfiehlt die Nutzung von Proxy-Servern und die Nutzung von „neueren Internettechnologien“ wie Blogs, Diskussionsforen und VOIP.

    10. Oktober 2007
  • : Der Bundestrojaner in Karlsruhe
    Der Bundestrojaner in Karlsruhe

    Anlässlich der Verhandlung über die Online-Durchsuchung in NRW fand heute eine mediale Inszenierung vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe statt:

    karlsruhe_butrojaner2.jpg

    10. Oktober 2007 3
  • : Mittwoch: Bundesverfassungsgericht verhandelt die Online-Durchsuchung
    Mittwoch: Bundesverfassungsgericht verhandelt die Online-Durchsuchung

    Morgen verhandelt das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerden gegen die „Online-Durchsuchung“ im Verfassungsschutzgesetz NRW. Über die „heimliche Onlinedurchsuchung“ bzw. den „Bundestrojaner“ wurde ja hier schon einiges berichtet. Es geht um eine heimliche Durchsuchung von Computersystemen die an das Internet angeschlossen sind. Exakter kann man dies kaum definieren, denn es weiß keiner genau, wie so etwas in der Praxis durchführbar wäre. Dies zeigen auch die Dokumente, die netzpolitik.org vor einigen Wochen zugespielt wurden. Das Bundesjustizministerium hatte Fragen an das Bundesinnenministerium gestellt und diese haben darauf geantwortet. Markus hatte da ein paar Highlights zusammengestellt. Inzwischen hat die Bundesregierung ja schon eigene Erfahrungen gemacht, als Trojaner aus China auf den Rechnern verschiedener Ministerien gefunden wurden.

    bunt-ccc-ritt-auf-dem-bundestrojaner-foebudorg.jpg
    Bunt – CCC: Ritt auf dem Bundestrojaner (foebud.org)

    Auf Bundesebene wird ein Gesetz zu einer solchen Online-Durchsuchung fleißig diskutiert, eine Grundgesetzänderung wird angedacht. Im Dezember 2006 trat ein Änderungsgesetz zum nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetz in Kraft, das dem Verfassungsschutz u.a. die Erlaubnis gibt, heimlich auf Computer zu zugreifen. Verfassungsbeschwerde haben eine Journalistin, ein Mitglied des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Linkspartei.PDS und drei Rechtsanwälte eingelegt.
    Wer will kann hingehen, Infos in der Pressemitteilung des Verfassungsgerichts.

    Mehr Infos:

    Zusammenfassung von Markus zum Thema vom 29.08.
    Netzpolitik-Podcast mit Constanze Kurz zum Thema Online-Durchsuchung
    Die geleakten Dokumente des Bundesinnenministeriums zur Online-Durchsuchung

    9. Oktober 2007 1
  • : Chaosradio Express: Der Elektronische Reisepass
    Chaosradio Express: Der Elektronische Reisepass

    Die Folge 047 von Chaosradio Express dreht sich um „Der Elektronische Reisepass„Der Elektronische Reisepass“. Constanze Kurz und Starbug geben Tim Pritlove einen detaillierte Blick auf die Technik des neuen Deutschen Reisepasses.

    Starbug und Constanze Kurz vom Chaos Computer Club erklären im Gespräch mit Tim Pritlove die Technik und die Implikationen des neuen elektronischen Reisepasses sowohl in seiner aktuellen Form als auch der neuen Version, die im November 2007 eingeführt wird. Es wird kurz die Geschichte des ePasses und die Hintergründe seiner Einführung sowie die Bedeutung von biometrischen Merkmalen im Grenzverkehr diskutiert. Weitere Themen sind die Effektivität und Genauigkeit von biometrischen Erkennungssystemen, die Anforderungen für Passfotos und warum man nicht lachen darf, photoshoppende Passfoto-Fotografen, die RFID-Technik im Chip des Passes, die auf dem Chip enthaltenen Daten und das Protokoll zum Zugriff auf diese Daten, sonstige Sicherheitsmerkmale der Pässe, wie ein Pass herausbekommt wie spät es ist, die versteckten Kosten der Biometrie, wer nicht biometrisch erfassbar ist und was man gegen die Erfassung der eigenen Fingerabdrücke tun kann.

    Und hier ist die MP3.

    9. Oktober 2007 1
  • : Morgen bei Phoenix
    Morgen bei Phoenix

    Morgen bringt Phoenix verschiedene interessante Beiträge zum Thema Datenschutz:

    10.45 Buchpräsentation „Das Ende der Privatsphäre. Der Weg in die
    Überwachungsgesellschaft“
    Gespräch Wolfgang Schäuble (Bundesinnenminister) mit Buchautor Peter
    Schaar (Bundesbeauftrager für den Datenschutz) Berlin.
    (VPS 10.00)

    11.30 Wer hat meine Daten?
    Wie wir täglich ausgespäht werden
    Film von Detlev Koßmann und Erich Schütz, SWR/2006
    (VPS 10.00)

    12.15 Aktuelles zur Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über
    die umstrittene Zulässigkeit von Online-Durchsuchungen
    Karlsruhe.
    (VPS 10.00)

    Vor allem Aufnahmen des ersten und dritten Beitrages würden mich freuen. Der zweite Beitrag lief schon öfters, ist aber auch sehr empfehlenswert!

    9. Oktober 2007 2
  • : „Das Ende der Privatsphäre“ mit Peter Schaar und Wolfgang Schäuble
    „Das Ende der Privatsphäre“ mit Peter Schaar und Wolfgang Schäuble

    Heute gibt es mal einen interessanten Datenschutz-Event im politischen Berlin, der für grosses Medieninteresse sorgt. Ich sitze gerade in der Bertelsmann-Hauptstadtrepräsentanz und unser Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar stellt gleich sein neues Buch „Das Ende der Privatsphäre – Der Weg in die Überwachungsgesellschaft“ vor. Und nicht nur er wird auf dem Podium sitzen, unser Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wird das Buch mit vorstellen. Das ist übliche Praxis im politischen Berlin, also einen politischen Gegner bei einer Buch-Vorstellung mitwirken zu lassen. Dies sorgt für mehr mediale Aufmerksamkeit. Und so sind hier auch ziemlich viele Journalisten und Kameras versammelt. (Irgendwie bin ich auch mal wieder der einzige in einem vollen Raum, der einen Computer dabei hat und nutzt. Ob das am Altersdurchschnitt liegt?)

    schaarschaueble.jpg

    Mit nur fünf Minuten Verspätung sind alle auf dem Podium eingetroffen. Ich hatte schon mit mehr Verspätung gerechnet. Nun bringen sich die letzten Kameras in Stellung und es ist wie immer dabei etwas hektisch. Wenn alles gut geht, bleibt die erste Reihe vor mir frei und ich hab freie Bildbahn.

    9. Oktober 2007 13
  • : Zypries hält Klage gegen Vorratsdatenspeicherung geheim
    Zypries hält Klage gegen Vorratsdatenspeicherung geheim

    Pressemitteilung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung vom 09.10.2007:

    Zypries hält Klage gegen Vorratsdatenspeicherung geheim

    Das Bundesjustizministerium hat die Herausgabe einer Klageschrift gegen die EG-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung verweigert. Bürgerrechtler werten dies als Ausdruck einer zunehmenden Nervosität der Bundesregierung und der zuständigen Ministerin Brigitte Zypries in Bezug auf eine laufende Nichtigkeitsklage gegen die Richtlinie.

    Der im März 2006 beschlossenen EG-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung zufolge soll künftig gespeichert werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E‑Mail in Verbindung gestanden hat. Nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Mai 2006 die Fluggastdatenübermittlung in die USA für unzulässig erklärte , weil die Europäische Gemeinschaft für die innere Sicherheit nicht zuständig sei, hat Irland im Juni 2006 Nichtigkeitsklage gegen die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung eingereicht. Diese Richtlinie soll ebenfalls einer verbesserten Strafverfolgung dienen. Die Entscheidung des EuGH wird in wenigen Monaten erwartet.

    Unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz hat der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, ein bundesweiter Zusammenschluss von Bürgerrechtlern, Datenschützern und Internet-Nutzern, vom Bundesjustizministerium die Herausgabe der Klageschrift Irlands gegen die Richtlinie beantragt. Das Dokument soll die Einschätzung vieler Rechtsexperten untermauern, dass die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung nichtig ist und deswegen in Deutschland nicht umgesetzt werden darf. Die Koalition arbeitet derzeit an dem Gesetz, das die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland einführen würde. Das Justizministerium hat die Anträge auf Herausgabe der Klageschrift nun mit der Begründung abgelehnt , eine Offenlegung könne dem laufenden Gerichtsverfahren schaden und die „Integrität“ des Verfahrens gefährden.

    „Vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags über die Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof bis zum Deutschen Anwaltverein – Rechtsexperten rechnen durchweg damit, dass die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung schon in wenigen Monaten in Luxemburg für nichtig erklärt wird“, erklärt Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

    „Drückt die Koalition noch kurz vorher eine Totalprotokollierung der Telekommunikation in Deutschland durch, verletzt sie nicht nur die Grundrechte von 80 Millionen Bürgerinnen und Bürgern, sondern verursacht auch vergebliche Millionen- bis Milliardenkosten für Wirtschaft und Verbraucher. SPD und Union sollten endlich einsehen, dass alle Signale auf rot stehen und ein ‚weiter wie bisher’ unweigerlich dazu führen würde, dass ein verfassungswidriges Gesetz
    eine nichtige EU-Richtlinie umsetzt. Das ist den Bürgern nicht zu mehr vermitteln“, ergänzt Ralf Bendrath vom Netzwerk Neue Medien.

    In Deutschland laufen Datenschützer gemeinsam mit Journalisten‑, Wirtschafts- und Verbraucherverbänden seit Monaten Sturm gegen die Pläne der großen Koalition, die Kommunikationsdatenerfassung noch dieses Jahr umzusetzen. „Eine derart weitreichende Registrierung des Verhaltens der Menschen in Deutschland halten wir für inakzeptabel“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung vom Januar. 45 Verbände aus allen Bereichen der Gesellschaft fordern inzwischen, die Pläne zumindest bis zur anstehenden Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs auf Eis zu legen. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat schon mehr als 6.000 Vollmachten für eine Verfassungsbeschwerde gegen das geplante Gesetz gesammelt. Ende September haben in Berlin 15.000 Menschen gegen die Vorratsdatenspeicherung und andere Überwachungsvorhaben demonstriert. Letzte Woche wurde ein Urteil bekannt, das dem Bundesjustizministerium eine „Verletzung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung“ attestierte, weil es Daten über die Besucher seines Internetportals auf Vorrat gespeichert hatte.

    9. Oktober 2007 4
  • : NetzpolitikTV 025: Vorratsdatenspeicherung und Menschenrechte
    NetzpolitikTV 025: Vorratsdatenspeicherung und Menschenrechte

    NetzpolitikTV Folge 025 ist ein Interview mit Rikke Frank Joergensen von Digital Rights Denmark und European Digital Rights über die Vorratsdatenspeicherung in Europa und die Auswirkung auf Menschenrechte. Das Interview hab ich auf dem letzten Chaos Communication Congress gemacht und es lag leider zulange auf meinem Rechner herum. Dafür ist es immer noch aktuell. Auch hatte ich zum ersten Mal zufällig mit Ann Harrison eine Ko-Moderatorin. Das Interview sollte eigentlich kurz sein, weil wir in einem hässlichen und lauten Treppenhaus standen, aber Ann hatte noch verschiedene interessante Fragen und wir haben die Kamera laufen lassen.

    Das Ergebnis gibt es in einer hohen Ogg-Theora Videoqualität und als kleiner komprimiertes MP4-Flash. Dazu auch als MP3 zum anhören.

    Hier klicken, um den Inhalt von video.google.com anzuzeigen.

    8. Oktober 2007 4
  • : In Europa entsteht ein sicherheitsindustrieller Komplex
    In Europa entsteht ein sicherheitsindustrieller Komplex

    Telepolis hat ein Interview mit Ben Hayes von der Bürgerrechtsorganisation Statewatch: „In Europa entsteht ein sicherheitsindustrieller Komplex!“

    Das klingt erst einmal nicht besonders beeindruckend. Gibt es denn überhaupt eine wirklich gemeinsame europäische Sicherheitspolitik?

    Ben Hayes: Für die Mitgliedsstaaten ist die EU eine Möglichkeit, Maßnahmen durchzusetzen, die in den nationalen Parlamenten keine Chance hätten. Viele Überwachungsmaßnahmen, wie die Vorratsdatenspeicherung oder flächendeckende Fingerabdrucksammlungen, kamen so zustande. Solche Maßnahmen nutzen den Behörden in allen Ländern und werden von ihnen vorbehaltlos unterstützt. Wenn es aber um Institutionen auf der europäischen Ebene geht, die nur dem sogenannten europäischen Projekt zugute kommen (wie beispielsweise die European Rapid Reaction Force als europäische Quasi-Armee), dann sind sie nicht wirklich interessiert.
    […]
    Ist diese Sicherheitspolitik im Interesse aller EU-Staaten?

    Ben Hayes: In Europa entsteht ein sicherheitsindustrieller Komplex, der sozusagen den alten militärisch-industriellen Komplex beerbt, wie Ike Eisenhower ihn einst beschrieben hat. Die Rüstungsunternehmen haben ihre Arbeit diversifiziert und produzieren heute auch Sicherheitstechnologie für den zivilen Einsatz. Auf diesen Märkten treffen sie sich mit IT-Unternehmen. Beispiele für die „doppelte Nutzung“ von Sicherheitstechnologie sind optische Überwachungssysteme, biometrische Identifikation, unbemannte Aufklärungsflugzeuge (Unmanned Arial Vehicles) oder Technologien zur Verteidigung von kritischen Infrastrukturen. Natürlich ist der Einsatz von solchen Technologien in manchen Fällen sinnvoll. Andererseits wird militärisches Gerät, das früher nur im Krieg zum Einsatz kam. immer häufiger für die normale Polizeiarbeit eingesetzt. Es findet sozusagen deren Militärisierung statt.

    Große IT- und Rüstungsfirmen wie Thales oder Siemens treiben diese Entwicklung voran. Sie sind mit den fünf einflussreichsten Mitgliedsstaaten verwoben, mit Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Hochrangige Militärs arbeiten eng mit den Vertretern dieser Industrie zusammen. Der Einfluss des sicherheitsindustriellen Komplexes zeigt sich zum Beispiel im aktuellen Forschungsrahmenprogramm der EU, das für die Sicherheitsforschung jährlich 400 Millionen Euro vorsieht.

    8. Oktober 2007 3
  • : BigBrotherAwards Verleihung am Freitag, 12.10.2007 in Bielefeld
    BigBrotherAwards Verleihung am Freitag, 12.10.2007 in Bielefeld

    Am kommenden Freitag gibt es in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld die 8. BigBrotherAwards-Verleihungsgala unter dem Leitmotto: „Wer ist die größte Datenkrake im Land?“. (18–20 Uhr)

    Die Big Brother Awards, „die Oscars für Überwachung“ (Le Monde), sind eine Ehrung, die bei den damit Ausgezeichneten nicht eben beliebt ist. Die BigBrotherAwards brandmarken nun schon im achten Jahr Firmen, Personen, Institutionen, die besonders böse aufgefallen sind durch Verletzung von Datenschutz und Bürgerrechten, durch Installation von Überwachungstechnik und uferloses Datensammeln.[…]

    2007 gibt es nicht nur 20 Jahre FoeBuD, sondern auch das 30-jährige Jubiläum des Bundesdatenschutzgesetzes zu feiern. Aus diesem Anlass haben DVD und FIfF ihre Fachtagungen auf den 12. und 13. Oktober 2007 ebenfalls nach Bielefeld verlegt und einige Prominenz geladen. So gibt es hier zwei Tage volles Programm zu Datenschutz und Bürgerrechten. Das Highlight am Freitag abend ist die große BigBrotherAwards-Gala mit Kabarett (Guido Meyer), Musik (Roth, Käppchen & Wolf), Moderation (Andreas Liebold), allen Jury-Mitgliedern und – vielleicht – den unglücklichen Gewinnern. Anschließend laden wir zum Sektempfang.

    Es wird auch einen Live-Stream geben. Den verlink ich dann mal später in der Woche.

    7. Oktober 2007 5
  • : LKA Bayern nutzt Online-Durchsuchung – oder auch nicht?!
    LKA Bayern nutzt Online-Durchsuchung – oder auch nicht?!

    Der Spiegel berichtet, dass das LKA in Bayern und der Zollfahndungsdienst VOIP-Telefonate abhören. Laut Spiegel soll das mit einem „Bundestrojaner“ erfolgen. Das braucht man dazu technisch gar nicht unbedingt und mittlerweile gibt es auch ein Dementi vom LKA, was verschiedene andere Medien berichten: Behörde bestreitet Einsatz von Trojanern – LKA belauscht Internet-Telefonate.

    Diese Methode sei allerdings bisher in weniger als zehn Fällen eingesetzt worden, sagte LKA-Sprecher Ludwig Waldinger tagesschau.de: „Nur in Fällen schwerster Straftaten und mit richterlicher Genehmigung.“ Die Daten würden auf dem Weg zwischen den Kommunikationspartnern abgehört. Waldinger bestritt, dass zum Mithören der Voice-over-IP-Gespräche über eine heimlich auf dem Computer des Verdächtigen installiert Software, einen so genannten Trojaner, abgehört würde: „Das würde technisch auch keinen Sinn machen.“ Ein entsprechender Bericht des „Spiegel“ sei falsch, sagte Waldinger.

    Frank Rieger vom CCC wird dazu noch zitiert:

    Der Sicherheitsexperte Frank Rieger vom Chaos Computer Club hält die Installation eines Trojaners zum Belauschen verschlüsselter Gespräche für übertrieben: Dienstanbieter wie Skype würden seiner Ansicht nach wahrscheinlich mit Ermittlern kooperieren und ihnen die Überwachung ermöglichen. „Skype gehört eBay, und eBay ist stolz auf die Zusammenarbeit mit Ermittlern“, meint Rieger zu tagesschau.de. Das Mithören unverschlüsselter Voice-over-IP-Gespräche sei für die Sicherheitsbehörden ohnehin verhältnismäßig einfach.

    Siehe auch Onlinejournalismus.de: Späteinsteiger SpOn und das LKA-Dementi.

    Heise berichtet: LKA Bayern bestreitet Trojaner-Einsatz beim VoIP-Abhören.

    Erfolgt die Internet-Telefonie unverschlüsselt etwa auf P2P-Basis, haben die Lauscher noch leichtes Spiel. Sie können die Daten dann direkt am Teilnehmeranschluss ­ also in der Regel an der DSL- oder ISDN-Leitung abgreifen. Für das Abhören von Internet-Telefonie per SIP-Server (Session Initiation Protocol) war laut Bundesnetzagentur Anfang 2006 zunächst eine Übergangslösung in Kraft getreten. Dabei wird allein eine Überwachung der Signalisierung durchgeführt, die gemäß dem SIP-Protokoll am Server abgegriffen werden kann.

    Einzelne Anbieter können technisch zwar auch schon die eigentlichen Gesprächsinhalte erfassen. Darauf wurde zunächst aber im Sinne der Gleichbehandlung aller Provider und angesichts damals fehlender internationaler Standards verzichtet. Auch im März hieß es von Technikern noch, dass das analoge Abhören am Verteilerkasten leichter sei als das umständliche Herausfischen der VoIP-Daten aus dem Netz. Das bayerische LKA selbst hat keine Einzelheiten über die eingesetzte Bespitzelungsmethode verraten.

    Und auch die Taz: Behörden spähen Privatcomputer aus.

    Für die Notwendigkeit einer eigenen Quellen-TKÜ-Rechtsgrundlage spricht zweierlei. Zum einen muss dabei der Computer via Internet oder auf anderem Wege heimlich manipuliert werden. Das ist ein stärkerer Eingriff, als den Datenfluss bei der Vermittlung der Telekom abzugreifen. Außerdem lässt sich bei der Quellen-TKÜ der Zugriff nicht exakt auf Telekommunikation begrenzen. Auch wenn nur „Voice‑, Video- und Textmeldungen“, so die Bundesregierung, protokolliert werden, so wird das Mikrofon des Computers eben nicht nur für Telefonate benutzt, sondern zum Beispiel auch zum Aufsprechen eigener Memos. Und die Tastatur dient nicht nur zum Tippen von E‑Mails, sondern auch von Texten, die lediglich auf dem eigenen Computer gespeichert werden sollen.

    7. Oktober 2007 10
  • : USA scheinen an deutschem Mautsystem interessiert
    USA scheinen an deutschem Mautsystem interessiert

    Liegt wohl an den tollen Überwachungsmöglichkeiten von Toll Collect: USA zeigen angeblich Interesse an deutschem Mautsystem.

    Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel wollen die USA möglicherweise das deutsche Mautsystem einführen. US-Verkehrsministerin Mary Peters soll in der letzten Woche gegenüber Wolfgang Tiefensee Interesse an dem satellitengestützten System gezeigt haben. Auf reges Interesse sollen dabei vor allem die Möglichkeiten der Preisdiskriminierung gestoßen sein, die das deutsche System bietet. Sie ermöglichen potentiell eine Entlastung von Straßen und Brücken, indem zu Stoßzeiten automatisch eine höhere Gebühr berechnet wird. In den USA sind bereits zahlreiche Straßen und Brücken mautpflichtig, abgerechnet wird jedoch meist durch Zugangsautomaten oder Schrankenhäuschen. Nicht ganz unwahrscheinlich ist, dass beim amerikanischen Interesse auch die Überwachungsmöglichkeiten des Systems eine Rolle spielen.

    7. Oktober 2007 1
  • : Österreichs Konservatove wollen Wahlen übers Internet
    Österreichs Konservatove wollen Wahlen übers Internet

    Die ÖVP möchte in Österreich zur nächsten Europalwahl 2009 per Internet wählen lassen: ÖVP will bei E‑Voting Druck machen.

    ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon kündigte am Sonntag mehr Druck in Richung Koalitionspartner in Sachen E‑Voting an. Der Vorschlag der ÖVP-Perspektivengruppe, Wählen per Internet zu ermöglichen, wurde von der SPÖ abgelehnt. Er hoffe, den Koalitionspartner in dieser Frage überzeugen zu können, damit das E‑Voting bei der EU-Wahl 2009 bereits möglich ist, sagte Missethon.

    Man rennt dort der Illussion hinterher, dass man damit die Wahlmotivation unter jungen Menschen erhöhen könnte. Bin mal gespannt, wie man das technisch umzusetzen gedenkt. Vielleicht sollte man die digitalen Wahlurnen in einer StudiVZ-Gruppe aufstellen?

    7. Oktober 2007 3
  • : China scheint RSS zu zensieren
    China scheint RSS zu zensieren

    Ars Technica berichtet, dass „The Great Firewall of China“ nun wohl auch RSS-Feeds zensiert: China’s Great Firewall turns its attention to RSS feeds.

    Unfortunately, China appears to have finally gotten wise to RSS as of late—reports have been popping up from our readers and around the web of not being able to access FeedBurner RSS feeds as early as August of this year. More recent reports tell us that the PSB appears to have extended this block to all incoming URLs that begin with „feeds,“ „rss,“ and „blog,“ thus rendering the RSS feeds from many sites—including ones that aren’t blocked in China, such as Ars Technica—useless.

    So what is a feed-deprived Internet user in China to do? Well, there are a few workarounds, some of which may be simpler than others. Some of our readers in China tell us that web-based feed aggregators, such as NewsGator Online, (sort of) help provide access to RSS feeds. One reader says that if he has the aggregator set to display the full post (or however much of the post is made available) and clicks through to read more, everything is just fine. On the other hand, if he has it set to just display a stub from the feed and clicks the title to read more, „that is when you get the ’server stopped responding’ error so familiar to users behind the [Great Firewall]!“

    7. Oktober 2007 1
  • : Tagesspiegel unter Bild-Niveau – Gehts noch?
    Tagesspiegel unter Bild-Niveau – Gehts noch?

    Der Berliner Tagesspiegel ist eine Tageszeitung, die ich gelegentlich ganz gerne lese. Aktuell wollte im Tagesspiegel-Magazin ein Journalist lustig sein. Andere würden das folgende vielleicht als üble Nachrede oder Rufschädigung betrachten und vielleicht einen Anwalt einschalten – mach ich aber nicht. Der/Die Journalist(in) schreibt in einem polemischen Bericht mit dem Namen „Hi Freaks“ u.a. folgendes:

    DIE INTERNET-PIRATEN

    So sehen sie aus: Unauffällig. Manchmal mit Pinguin auf dem Shirt.

    Das steckt dahinter: Die Warez-Szene (sprich: „Wärs-Szene“) liebt Daten, solange sie illegal sind. Alles, was heruntergeladen werden kann, wird heruntergeladen. Und zwar aus Überzeugung.

    Dagegen rebellieren sie: die Plattenindustrie, die Filmindustrie, Microsoft. Das ganze verdammte System.

    Da trifft man sie: In Online-Tauschbörsen, im Internet-Café, im Linux-Laden in der Tucholskystraße in Mitte.

    So kommt man ins Gespräch: „Die bei der GEZ sind alles Nazis, oder?“

    Hallo Tagesspiegel! Euch ist da ein kleiner Fehler unterlaufen: Die Piraten treffen sich im Pirate Cinema oder in der c‑base! Der Linux-Laden in der Tucholskystrasse in Mitte ist der newthinking store. Im newthinking store erwirbt man Hardware mit Freier Software vorinstalliert, dazu gibts auch T‑Shirts mit Pinguine drauf – oder netteren Motiven. Wir veranstalten mehrmals die Woche kostenlose Veranstaltungen, die Menschen die Prinzipien von Freier Software und Open Content nahe bringen. Wir unterstützen oftmals Menschen unentgeldlich dabei, sich von Monopol-Produkten zu emanzipieren, indem wir Ihnen helfen, ein Linux-System zu installieren und / oder die passenden Treiber für ihre Hardware zu finden.Wir veranstalten sehr kostengünstige Workshops, um sich in verschiedene Thematiken zu vertiefen, die woanders leicht das zehnfache kosten. Das ist ein legales Geschäftsmodell, was Tagesspiegel-Journalisten wohl nicht verstanden haben. Andere würde dies auch als gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen kommunizieren. Nichts daran ist illegal.

    Also beim nächsten Witz mal bitte vorher genauer nachschauen, dann können wir vielleicht auch lachen.

    6. Oktober 2007 70