Digital Rights
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: Urheberrecht mit der FDP
: Urheberrecht mit der FDP Die FDP-nahe Friedrich Naumann Stiftung veranstaltet vom 8. – 26. Oktober 2007 ein Online-Seminar zum Thema „Das Urheberrecht in der digitalisierten Welt“.
Es ist so einfach – und das macht es schwierig: Mit einem Klick können digitale Inhalte kopiert werden. Kopie und Original sind so gut wie gar nicht zu unterscheiden und der Rechteinhaber guckt in Zeiten der Verbreitung über das Internet in die Röhre. Auf der anderen Seite müssen sich Leser und Zuschauer immer fragen, darf ich das? Eine Kopie der DVD machen oder muss ich meinem Kind selbst gebrannte CDs wegnehmen, weil sonst die Polizei vor der Tür steht? Im Seminar diskutieren Experten mit Ihnen, was das Urheberrechtsgesetz für Ihre Tätigkeiten bedeutet und wir wollen herausfinden, welche Lösung die unterschiedlichen Interessen am besten berücksichtigt. Die Erkenntnisse aus den Expertendiskussionen und Chats werden zusammengetragen und die Teilnehmer formulieren Forderungen an die Politik und stimmen darüber ab. Diese Forderungen werden als Ergebnis des Seminars veröffentlicht und den offiziell den zuständigen Fachpolitikern im Bundestag übergeben.
Das ist insofern interessant, als dass die angekündigten Experten aus Prof. Thomas Dreier und dem FDP-Mediensprecher Hans-Joachim Otto bestehen. Otto ist einer der grössten Verfechter von DRM im Bundestag, ein entschiedener Gegner der Kulturflatrate und die FDP setzt sich in allen Rahmengesetzgebungen für mehr DRM und für eine Kriminalisierung von Tauschbörsennutzern ein. Für mich sind sie daher unwählbar. Thomas Dreier ist dagegen ein Befürworter der Privatkopie und alternativer Lizenzierungen.
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: Chaosradio Folge 46: Eine analytisch-philosophische Begriffsklärung zu „Sicherheit“
: Chaosradio Folge 46: Eine analytisch-philosophische Begriffsklärung zu „Sicherheit“ Chaosradio Folge 46 dreht sich diesmal um den Begriff „Sicherheit“. Tim Pritlove und Pavel Mayer versuchen sich an einer analytisch-philosophischen Begriffsklärung. On das innerhalb von zwei Stunden klappt, hört ihr hier: MP3.
Tim Pritlove und Pavel Mayer haben nichts besseres zu tun und reden daher ein wenig über Sicherheit. Das Gespräch ist der Versuch, den Begriff in seine aktuell gültigen Bedeutungsbestandteile aufzuteilen und Beispiele für Sicherheitsprobleme in Technik und Gesellschaft aufzuzeigen und letztlich eine analytisch-philosophische Diskussion mit offenem Ende, die zum Nachdenken anregen soll.
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: Razzien bei Internetnutzern in Bangladesh
: Razzien bei Internetnutzern in Bangladesh e‑bangladesh.org berichtet von Razzien bei Internetnutzern in Bangladesh: Crackdown on internet users in Bangladesh. Demnach ziehen Staatsvertreter von Haus zu Haus und von ISPs zu ISPs, um alle Internetnutzer zu erfassen. Vielleicht ist man dort von der Situation in Birma aufgeschreckt, wo die Informationskontrolle durch das Regime nur durch das Abschalten des Internets weitgehend ermöglicht wurde?
RAB (Rapid Action Battalion) members assisted by BTRC (Bangladesh Telecommunication Regulatory Commission) officials are conducting house-to-house searches in Dhaka, Chittagong and Sylhet pinpointing each and every internet user with a fast connection. In an unprecedented move that clearly violates privacy rights and threatens freedom of speech and communication, a special cell comprising RAB and BTRC officials are now collecting user details — name, address, login and usage statistics — from all the ISPs (Internet Service Provider) in order to profile more than 450,000 internet subscribers in the country.
Officials from different ISPs in Dhaka, Sylhet and Chittagong have confirmed to E‑Bangladesh that they were verbally instructed late September by the authorities to:
# Provide a list of all their subscribers with name, address and connection details.
# Share the admin password of internet gateway servers.
# Facilitate installation of “traffic scanners” provided by RAB on gateway routers.A memo issued by BTRC that instructed ISPs to share/reveal sensitive private data of internet users, business details and technical information was leaked to E‑Bangladesh. This memo, BTRC/E&O/ISP-Gen.(302)/2007–1697, issued on September 26, was signed by Dilshat Ara Shela, Assistant Director Engineering & Operations, BTRC. It instructed and advised 72 ISPs in Dhaka, Chittagong and Sylhet:
# To provide BTRC with details of bandwidth lease and usage.
# To provide details of “corporate/dedicated/shared” clients: Name, address, IP.
# To provide copies of technical agreements with connectivity providers.
# To reveal individual client MRTG URL with user id and password.“ISPs must have complete information regarding the exact location of the client,” the memo advised. Failure to comply with BTRC demands may result in closure of the ISP, it warned.
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: Kommenden Dienstag: Der kleine Rechtsabend
: Kommenden Dienstag: Der kleine Rechtsabend Am kommenden Dienstag Abend findet um 19:30 im newthinking store in Berlin-Mitte „Der kleine Rechtsabend“ statt. Zu Gast ist der Rechtsanwalt Dr. Till Jaeger von ifrOSS.
Dr. Till Jaeger ist Rechtsanwalt in Berlin und gehört zu den ersten, die sich mit Rechtsfragen Freier Software bzw. Open Source Software sowie Open Content Lizenzen beschäftigt haben. Er ist Mitbegründer des „Instituts für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software“ (ifrOSS). Dort steht die wissenschaftliche Arbeit im Softwarerecht und Urheberrecht im Vordergrund sowie Vortrags- und Seminartätigkeit. Seit Anfang des Jahres 2001 ist er Partner der Kanzlei JBB Rechtsanwälte und damit auch in der täglichen Praxis in diesen Rechtsgebieten tätig, sowohl beratend als auch forensisch. Till Jäger stellt sich verschiedenen Fragen aus den Bereichen Software und Internet. Es können Themen wie GPL3 oder Haftung im Internet besprochen werden.
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: Taz erklärt die Wahlcomputer
: Taz erklärt die Wahlcomputer Die Taz erklärt nochmal ausführlich, warum das mit den Wahlcomputern eine schlechte Idee ist: Wunschwahl in 60 Sekunden. Der Artikel basiert auf einem Gutachten von Frank Rieger und Constanze Kurz vom Chaos Computer Club, das die beiden in der Informatiker-Fachzeitschrift „Informatik Spektrum“ veröffentlicht haben.
Sowohl Kurz als auch Rieger sind Mitglieder des Chaos Computer Club (CCC). Bürgerrechtler wie sie warnen schon seit längerem vor den Gefahren der Wahl per Knopfdruck. Einer klagte sogar in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht, das sich vermutlich Anfang des nächsten Jahres mit dem elektronischen Urnengang befassen wird. Doch die Befürworter der Wahlcomputer hatten Bedenken zumeist als Panikmache abgetan. Damit dürfte es nun vorbei sein, denn „dass unsere Veröffentlichungen von zwei unabhängigen Gutachtern geprüft werden, ist ein wissenschaftliches Qualitätssiegel“, sagt Hermann Engesser, Chefredakteur von Informatik Spektrum: „Natürlich können auch Gutachter irren, aber allzu oft passiert das nicht.“
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: Rasterfahndung: Wildes Rastern bringt nichts
: Rasterfahndung: Wildes Rastern bringt nichts Die Zeit hat ein Interview mit dem Juristen Dirk Pehl vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, der den Erfolg von Rasterfahndungen in einer Studie wissenschaftlich untersucht hat: „Wildes Rastern bringt nichts“.
ZEIT online: Ist eine präventive Rasterfahndung, wie sie das neue BKA-Gesetz zur Terrorismusbekämpfung vorsieht, also sinnlos?
Pehl: Die Rasterfahndung ist präventiv überhaupt erst einmal angewendet worden, unmittelbar nach dem 11. September 2001. Das hat zu keinem Ergebnis geführt. Bei dieser Rasterfahndung hat man nach völlig unauffälligen Personen gesucht, sogenannten Schläfern. Die kann man aber mit einer Rasterfahndung nicht finden.
[…]
ZEIT online: Mit dem Gesetz nimmt man es offenbar nicht so genau …Pehl: Ja, in zwei Dritteln der Fälle wurden die Verdächtigen, gegen die weiter ermittelt wurde, nicht benachrichtigt – obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist. Das ist eines der großen Probleme. Es ist nicht klar, wer informieren muss. Die Staatsanwaltschaft sagt, es sei Sache der Polizei, die Betroffenen in Kenntnis zu setzen. Die Polizei sagt, die Staatsanwaltschaft sei dafür verantwortlich. Es fehlt eine eindeutige Zuständigkeitsregelung. Eigentlich müssten auch die Datenschutzbeauftragten im Vorfeld informiert werden. Das war bei keiner repressiven Rasterfahndung der Fall.
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: Neues vom Grundrechteabbau
: Neues vom Grundrechteabbau Viele Links haben sich mal wieder in den letzten drei Tagen angesammelt…
Heise: „Ist das heute die Geburtsstunde von Big Brother EU?“
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zog eine saure Miene, EU-Justizkommissar Franco Frattini winkte mit großer Geste ab. Sie reagierten auf eine Frage, die in der Luft lag. Vier Stunden lang hatten die Innenminister der 27 EU-Staaten am Montag in Lissabon über weitreichende Schritte im Kampf gegen Terroristen beraten, als ein Reporter der angesehenen spanischen Zeitung El País wissen wollte: „Ist das heute die Geburtsstunde von Big Brother EU?“
Passend dazu auch die Tageschau: EU-Innenminister wollen Datenbank nach US-Vorbild.
Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sprach sich für die Datenbank aus. Ein elektronisches Register mit biometrischen Daten sämtlicher Nicht-EU-Bürger, die in die Gemeinschaft einreisten oder sie wieder verließen, biete die Möglichkeit, „größere Fälschungssicherheit mit einem schnelleren Ablauf der Kontrollen zu verbinden“. Schäuble hatte ein solches Register bereits im Zuge der Verhandlungen mit den USA über die Speicherung von Fluggastdaten gefordert.
Die TAZ berichtet über die finanziellen Nebenkosten der Vorratsdatenspeicherung: Big Brother verteuert Telefon und Mail.
332 Millionen Euro für die Vorratsdatenspeicherung sind laut dem Eco-Papier nur der Anfang. Nach der Einführung der neuen Technik für die Vorratsdatenspeicherung kämen auf die Unternehmen ab 2013 jährlich noch einmal gut 73 Millionen Euro zu, um die Technik regelmäßig zu erneuern. Personal- und Betriebskosten sind dabei nicht mitgerechnet. „Diese Kosten werden ebenfalls beträchtlich sein“, glaubt Eco-Sprecherin Maritta Strasser, „wir können sie aber nicht seriös schätzen, dazu gibt es zu viele unterschiedliche Beschäftigungsmodelle.“
Währenddessen prüft der Bundesgerichtshof Anklagen gegen „militante gruppe“: Büchner und ein schwarzer Beutel.
Es kommt Bewegung in den Rechtsstreit um eine angeblich in Deutschland operierende linksextreme Gruppe. Zwei Monate nachdem vier junge Männer unter dem Vorwurf (Angeblicher Schlag gegen Militante Gruppe, festgenommen und inhaftiert wurden, einer Organisation mit dem Namen „militante gruppe“ (mg) anzugehören, wird der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofes (BGH) ab Freitag Beschwerden beider Seiten prüfen. Dabei geht es zunächst um die Haftverschonung eines der Beschuldigten. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die vorläufige Entlassung von Andrej H. Beschwerde eingelegt. Die fünf Richter werden aber auch darüber entscheiden müssen, ob die mg überhaupt als terroristische Vereinigung einzustufen und das harsche Vorgehen der Staatsanwaltschaft damit gerechtfertigt ist.
In Grossbritianien gibt es jetzt ein Gesetz, was Bürger verpflichtet, die eigenen Krypto-Schlüssel auszuhändigen: UK: Schlüsselübergabe oder Gefängnis.
Um an die Schlüssel zu gelangen, benötigen die Behörden „die angemessene Erlaubnis einer richterlichen Autorität, des Polizeipräsidenten, des Zollpräsidenten oder einer Person, die im Rang eines Brigadiers oder höher steht“, wie es im RIPA heißt. Mit einer solchen Erlaubnis ausgestattet, können die Behörden dann dem oder der Betroffenen in folgenden Fällen eine „Abschnitt-49-Benachrichtigung“ schicken: „im Interesse der nationalen Sicherheit; zur Verhinderung oder Aufdeckung eines Verbrechens; im Interesse des wirtschaftlichen Wohlergehens des UK; um Behörden die effektive Durchführung einer gesetzlichen Handlung oder Pflicht zu ermöglichen“. In den meisten Fällen soll statt der Schlüsselübergabe auch die Übergabe des Klartextes von Kommunikationsinhalten und anderen Daten genügen.
Bei einer Verweigerung drohen bis zu fünf Jahre Knast. Es wird auch schon diskutiert, ob man zukünftig noch über Flüghäfen in Grossbritanien transit fliegen kann, wenn man die eigene Privatsphäre schützen möchte. Sieht aber nicht gut aus.
Heise: Berliner Polizei wird technisch aufgerüstet.
Die Strafverfolger der Hauptstadt sollen technisch deutlich besser ausgestattet werden. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat für die kommenden beiden Jahre 4,2 Millionen Euro in seinem Haushaltsentwurf eingeplant, um für die Polizei unter anderem ein Biometriesystem zur elektronischen Aufnahme von Fingerabdrücken sowie verbesserte Anlagen zur Telefonüberwachung anzuschaffen.
Das birtische Militär setzt auf Drohnen bei der Terror-Überwachung: Military spy planes monitor terror suspects.
The intelligence agencies are using military aircraft equipped with sophisticated surveillance equipment to eavesdrop on and monitor the movements of suspected terrorists, the Guardian has learned.
Und zum Schluss noch ein schönes Interview mit Patrick Breyer vom AK Vorratsdatenspeicherung bei Telepolis: Ermittlungen gegen alle, die die Internetseiten aufgerufen haben.
Telepolis: In Deutschland filmte das iranische Fernsehen die Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung, während das deutsche Fernsehen ausschließlich über die Mönchsmärsche in Myanmar berichtete – die wiederum im dortigen Fernsehen kaum erwähnt wurden. Wie konnte eine Demonstration mit 10 bis 15.000 Teilnehmern so weitgehend vollständig ignoriert werden?
Patrick Breyer: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen berichtete in den Nachrichten zum Teil durchaus in zwei, drei Sätzen über die Demonstration, etwa das ZDF. Dagegen wurden den Überwachungsplänen der Bundeskanzlerin zur Online-Durchsuchung erheblich längere Sendezeiten eingeräumt. Ich würde mir wünschen, dass in Fernsehberichten zur inneren Sicherheit, auch in den Nachrichten, immer auch Kritikern Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wird, weil sich die Zuschauer sonst keine unabhängige Meinung bilden können. Dies ist vor allem deswegen wichtig, weil die vorherrschende Sicherheitsideologie in der Politik so verbreitet ist, dass sich innerhalb der großen Parteien keine glaubwürdigen, grundsätzlichen Kritiker mehr finden. Woran die spärliche Berichterstattung liegt, weiß ich nicht. Es wäre aber auch für mich interessant zu erfahren, wenn Sie Medienvertreter dazu befragen könnten.
Komischerweise hat die „Freiheit statt Angst“-Demonstration in ausländischen Fernsehsendern mehr Aufmerksamkeit bekommen, als hier in Deutscland. Selbst CNN und BBC scheinen berichtet zu haben. Und dann auch noch das iranische Fernsehen…
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: Free Burma / Birma / Myanmar
: Free Burma / Birma / Myanmar Die TAZ berichtet über den von Oslo aus sendenden Exilsender Democratic Voice of Burma: Die Quelle im Hinterhof.
„So einen Stress haben wir noch nicht erlebt“, sagt Khing Maung Win. Er ist Redaktionschef der Democratic Voice of Burma (DVB), eines TV- und Radiosenders, der seit 15 Jahren aus einem Osloer Hinterhof sendet. In diesen Tagen hat man die Sendungen über Kurzwelle und Satellit von den üblichen zwei auf neun Stunden verlängert. Und die Telefone stehen nicht still. Von Medien in aller Welt wird DVB in diesen Tagen der Proteste gegen die birmesische Militärjunta zitiert. CNN, BBC, eine Lokalzeitung in Nordnorwegen, eine indische Radiostation – sie alle bekommen von dem Exilsender Informationen. „Wir geben alles, was wir wissen, gern an andere Medien weiter“, sagt der Redaktionschef.
Avaaz.org, sowas wie ein internationales MoveON.org, hat eine Online-Peition, die an die chinesische Regierung gerichtet ist: Seite an Seite mit der burmesischen Demokratiebewegung.
Nach jahrzehntelanger brutaler Militärdiktatur erheben sich die Bürger von Burma – und sie brauchen unsere Unterstützung. Die Proteste begannen mit Mönche und Nonnen: Aus Dutzenden wurden erst Hunderte, dann Tausende und nun schliesst sich die breite Bevölkerung an. Die letzten Proteste der Demokratiebewegung, im Jahre 1988, wurden vom Militär brutal im Keim erstickt. Doch falls die Weltöffentlichkeit die Bewegung unterstützt, kann es diesmal anders herauskommen. Wir werden unsere Petition an die Medien und die Mitglieder des Sicherheitsrates senden (insbesondere an China, den Hauptprotektoren der Militärdiktatur). Wir müssen der burmesischen Demokratiebewegung unsere volle Unterstüzung zusichern:
Da gibt es schon über eine halbe Million Unterschriften.
Bei der Heinrich-Böll-Stfitung findet sich ein ausführlicher „Hintergrund zu den aktuellen Entwicklungen in Myanmar/Burma“:
Die seit zehn Tagen von buddhistischen Mönchen angeführten landesweiten Protestmärsche haben die isolierte südostasiatische Militärdiktatur Myanmar / Burma schlagartig auf die Titelseiten der internationalen Medien katapultiert. Die Ausweitung und neue, politische Qualität der Protestwelle überraschte nicht nur internationale Burma-Experten, sondern offensichtlich auch die burmesische Militärregierung, die Bevölkerung und selbst ihre zentralen Akteure, die buddhistischen Mönche.
Empfehlenswert sind auch die englischsprachigen Plattformen Irrawaddy.org und Mizzima.com, die ausführlich über Birma/Burma/Myanmar berichten.
John Palfrey vom Berkman Center wurde von der Technology Review zur Internetzensur interviewt: Burma’s Internet Crackdown.
TR: How does this shutdown compare with other state-controlled actions you’ve documented?
JP: I’ve never seen anything like this cutoff to the Internet at such a broad scale so crudely and completely. They’ve taken the nuclear-bomb approach. We’ve witnessed what appear to be denial-of-service-type attacks during elections, for instance, but nothing so large-scale like this shutdown. Still, information has leaked out. So the military junta has found that given the many roots to the global telecommunications infrastructure, it’s very hard to cut off a place entirely.
TR: How, exactly, have people been getting information out?
JP: I really don’t know. We’ve tried not to ask people what they are doing in unprotected e‑mails, because of possible surveillance. There’s a „first, do no harm“ principle here.
TR: Generally, then, what’s the next step for Burmese citizens?
JP: Unfortunately, if the Internet is cut off entirely, it’s hard to imagine a good way around the blocking. Satellite imagery has gotten in and out, it seems, so perhaps there’s hope through that technology, but it would be very risky for those on the ground participating in such a system. The hope, I suppose, is that the military junta restores at least some form of Internet and cell access. The most clever people in Burma will find a way to use it to get information through the blockages. But the future of access to information about Burma, and by people within Burma, looks bleak.
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: The MediaDefendr (beta) ‑Remixen für Einsteiger
: The MediaDefendr (beta) ‑Remixen für Einsteiger Die „MediaDefendr (beta)“ – Webseite bietet einen leichten Einstieg in das Remixen von Musik. In Tutorials wird gezeigt, wie man mit der freien Software Audacity all die Musik mixen kann, die freundlicherweise von Musikunternehmen in Zusammenarbeit mit der Firma Mediadefender in Tauschbörsen zur Verfügung gestellt wird:
The MediaDefendr (beta) Story
MediaDefendr (beta) went official on Tuesday, 7 Aug 2007 at 15:14:59 ‑0700 when the forward-thinking folks at Universal Music Group demonstrated their willingness to take risks in the name of art by approving the launch of the MediaDefendr (beta) project. MediaDefendr (beta) is about Web 2.0 and Web 2.0 is about participation, community, and YOU. Crowdsourcing and collective affinity spacework is changing the media environment and our friends in the music industry are here to say “Thanx 4 da add”.
When we dropped RIAAMix, Vol. 1 two years ago, Web 2.0 had not yet emerged. It’s time to upgrade the movement and joyfully ride the participation superhighway to rip, mix, and spoof collaboratively – forever. Join the fun in our tutorial section! Just click this arrow to get started!
Sehr nett gemacht.
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: Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Moses Kisembo
: Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Moses Kisembo Moses Kisembo arbeitet als Consultant und Koordinator für die Netzwerk-Organisation I‑Network Uganda, welche verschiedene Akteure, die sich mit Informations- und Kommunikationstechnologien für Entwicklung in Uganda beschäftigen, zusammenbringt. In dem 17-minütigen Interview berichtet er u.a. von dem „Rural Information Systems“-Projekt als Beispiel dafür, wie Bauern in ugandischen Dörfern von Internet-Nutzung profitieren können und in dem z.B. auch Wikis eingesetzt werden. Moses erläutert des weiteren, wo er die Chancen des Web 2.0 für ländliche Entwicklung in Uganda sieht, was die besonderen Schwierigkeiten sind und wie man daher an entsprechende Projekte herangehen sollte. Wir beziehen uns im Gespräch auf die vorhergehende Podiumsdiskussion, in der er auf die besondere Bedeutung der Entwicklung von Inhalten im ländlichen Raum hinwies.
Hier der Podcast:
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: Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Tobias Eigen
: Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Tobias Eigen Tobias Eigen gründete vor 8 Jahren Kabissa – Space for Change in Africa. Kabissa unterstützt afrikanische zivilgesellschaftliche Organisationen in der Nutzung des Internets für ihre Arbeit.
In Kürze wird es einen „Web 2.0 Relaunch“ von Kabissa geben, über den Tobias in dem 20-minütigen Interview berichtet. Die neue (Drupal/CivicCRM-basierte) Plattform wird ein einfach zu bedienendes Tool-Set von Blogs, persönlichen Profilen, Wikis etc. enthalten, aus denen sich die afrikanischen Kabissa-Mitglieder ihre Sites/Blogs/online Social Networks selbst zusammenstellen können. Im Laufe der Zeit sollen weitere Funktionalitäten hinzukommen – alles im Detail im Interview erläutert. Es geht zudem um die Anfänge von Kabissa, wie afrikanische Menschenrechtsorganisationen das Internet nutzen, und um Tobias’ Perspektiven auf die besonderen Chancen und Herausforderungen des Internets für NGOs in Afrika. Tobias bezieht sich auf das Beispiel von Greenlight Nigeria, ein Web-Projekt zur Wahlbeobachtung in Nigeria. Ausserdem weist er auf das Kabissa Research Paper „Web 2.0 in African Civil Society“ im Kabissa Wiki hin.
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: Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Ethan Zuckerman
: Netzpolitik-Podcast: Web2forDev – Interview mit Ethan Zuckerman 
Ethan Zuckerman ist Mitgründer von Global Voices Online und Geekcorps. Am Berkman Center for Internet and Society arbeitet er an Projekten wie den Global Attention Profiles. Er ist bekannt für sein ausführliches Live Blogging von Konferenzen. Mitte der 90er war er Mitgründer von Tripod.
Nach seiner Keynote am 3. Konferenztag hatte ich die Gelegenheit für ein 15-minütiges Interview mit Ethan. Es geht v.a. um Global Voices, Blogger in Afrika, die Bedeutung afrikanischer Blogs in den Ländern selbst und im Ausland, um das Verhältnis von traditionellen Medien und Blogs, um die innovative Nutzung alternativer Technologien wie Mobilfunk, und um die wichtige Rolle von Menschen beim Filtern, Bewerten und Organisieren der vielfältigen online Informationen.
Die kenianische Website auf die er sich als Beispiel bezieht ist Mzalendo – Eye on Kenyan Parliament.
Hier ist die MP3 dazu.
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: Verdächtig: Auffällig oft auf Polizei-Seiten surfen
: Verdächtig: Auffällig oft auf Polizei-Seiten surfen Wer öfters mal auf eine Webseite der Polizei surft, macht sich schon verdächtig. Focus-Online berichtet über einen abstrusen Fall im Zusammenhang mit dem BKA-Honeypot: Polizei verfolgt Online-Besucher.
Offenbar ist dies nicht das erste Mal, dass die Polizei gegen die Besucher der eigenen Webseiten ermittelt. Der Systemadministrator Jan Grewe berichtet FOCUS Online, dass er bereits vor zwei Jahren von der Polizei befragt worden sei. Verdachtsmoment gegen ihn: Er hatte sich zu häufig Informationen über einen Bombenanschlag in Köln angesehen. Bei dem Attentat im Juni 2004 waren in Köln 22 Personen verletzt worden. Täter und Motive sind bis heute unklar.
Ein Jahr nach dem Anschlag bekam Grewe Besuch von zwei Polizeibeamten, die ihn zwei Stunden lang befragten. Erst im Verlauf des Gesprächs erfuhr Grewe, wie die Polizisten auf ihn gestoßen waren. „Sie erklärten mir, ich sei auffällig oft auf den Seiten der Polizei gesurft“, erklärt Grewe. Die Beamten hatte bei Grewes Provider angefragt und so seine Identität feststellen können.
Sein Interesse an dem Fahndungsaufruf der Polizei konnte Grewe recht einfach begründen. Er hatte der Polizei ein Jahr zuvor den entscheidenden Hinweis auf die Überwachungskameras gegeben, die die mutmaßlichen Täter vor der Tat aufgezeichnet hatten. Grewe rechnete sich Chancen auf die Belohnung von 10 000 Euro aus, sollten die Bilder dieser Kameras zur Verhaftung der Täter führen. Nach dem Besuch der Beamten hörte Grewe nichts mehr von der Polizei.
Das klingt ja so, als ob jeder Abonnent eines Polizei-Ticker-Feed automatisch in so ein Raster fallen würde. Denn RSS-Feeds ruft man meist regelmässiger ab und jeweils wird die IP-Adresse gespeichert.
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: Wir speichern nicht – We respect your privacy
: Wir speichern nicht – We respect your privacy Der Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung hat heute eine Kampagne für ein anonymes Internet gestartet: „Wir speichern nicht – We respect your privacy“. Mit der Kampagne klärt der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Anbieter von Internetportalen darüber auf, wie sie ihren Nutzern ein vollständig anonymes Surferlebnis ermöglichen können. Zur Belohnung winkt ein Gütesiegel.
Die im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zusammengeschlossenen Bürgerrechtler haben eine Kampagne gestartet, die für das anonyme Angebot von Internetdiensten wirbt. Das Portal der Kampagne, www.wir-speichern-nicht.de, erläutert: „Wie beim Lesen eines Buches oder beim Versenden eines Briefes stellen wir sicher, dass dem Nutzer auch im Internet niemand über die Schulter blicken kann. Nur bei Protokollierungsfreiheit können die Nutzer unbefangen lesen, schreiben und diskutieren. Das nützt nicht nur ihnen (z.B. vertraulich Hilfe suchen bei Anwälten, Ärzten, Drogenberatung, AIDS-Beratung…), sondern allen (z.B. der Politik durch unbefangene Kritik auf die Beine helfen, Missstände anonym gegenüber der Presse aufdecken).“
Anbieter von Internetportalen, Online-Shops, Foren, Blogs und anderen Angeboten finden auf der Kampagnenseite Anleitungen, wie sie ihr Angebot speicherfrei gestalten können. Auf diese Weise könnten sich Anbieter vor Bußgeldern, Klagen und Abmahnungen schützen, erklären die Bürgerrechtler unter Hinweis auf ein aktuelles Urteil, das die Protokollierung von Surfspuren verbietet. „Wer glaubhaft versichern kann, keine IP-Adressen zu speichern, schützt seine Server vor polizeilicher Beschlagnahme und Betriebsunterbrechung“, heißt es weiter.
Hat der Anbieter sein Portal speicherfrei gestaltet, so darf er es mit einem Gütesiegel schmücken, das den Schriftzug trägt: „Wir speichern nicht – We respect your privacy“.
Die Bürgerrechtler hoffen, bald auch dem Bundeskriminalamt das Siegel verleihen zu dürfen. In den letzten Tagen war bekannt geworden, dass das BKA seit 2004 speichert, wer dessen Internetseiten zur „militaten gruppe“ betrachtet hat. Gegen diese Personen sollen nun Ermittlungen eingeleitet werden. „Der Fall verdeutlicht, wie unschuldige Internetsurfer aufgrund einer Vorratsdatenspeicherung in Mitleidenschaft gezogen werden können. Wenn das BKA alle Daten löscht und die Protokollierung künftig deaktiviert, sind wir gerne bereit, ihm unser Siegel zu verleihen“, so der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.
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: Internet für Einsteiger
: Internet für Einsteiger Fefe hat sich das Impressum von BKA.de angeschaut und folgendes Passus gefunden:
Das Spiegeln sowie das Downloaden der BKA-Website ist untersagt.
Mit anderen Worten: Das BKA untersagt, dass man sich die Webseiten im Browser anschaut. (Vielleicht werden deswegen einfach IP-Adressen untersucht?)
Soviel zur IT-Kompetenz des Bundeskriminalamtes. Die sind sich ja auch sicher, dass das mit dem Bundestrojaner und der Online-Durchsuchung schon irgendwie rechtstaatlich und technisch hinhauen soll.
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: Urteil: Vorratsspeicherung von Kommunikationsspuren verboten
: Urteil: Vorratsspeicherung von Kommunikationsspuren verboten Patrick Breyer hat wieder zugeschlagen und gegen das Bundesjustizministerium wegen der Speicherung von IP-Adressen der Nutzer geklagt. Die Thematik ist ja gerade aktuell wegen der BKA-Praxis. Ein Berliner Gericht hat nun dem Bundesjustizministerium in einem Grundsatzurteil untersagt, das Verhalten der Besucher des Internetportals des Ministeriums aufzuzeichnen. Laut Patrick ist dies „Ein Urteil mit Folgen für Internetbranche und Politik.“
Mit Urteil vom 27.03.2007 hat das Amtsgericht Berlin Mitte dem Bundesjustizministerium untersagt, „[personenbezogene] Daten des Klägers, die im Zusammenhang mit der Nutzung des Internetportals ‚http://www.bmj.bund.de‚ übertragen wurden, über das Ende des jeweiligen Nutzungsvorgangs hinaus zu speichern“. Die Aufbewahrung solcher Kommunikationsspuren ermöglicht es, das Surf- und Suchverhalten von Internetnutzern detailliert nachzuvollziehen. In einer solchen Vorratsprotokollierung liegt aber eine „Verletzung des Rechts auf informelle Selbstbestimmung“ der Betroffenen, so das Gericht. Insbesondere dürften sogenannte IP-Adressen nicht gespeichert werden, weil „es durch die Zusammenführung der personenbezogenen Daten mit Hilfe Dritter bereits jetzt ohne großen Aufwand in den meisten Fällen möglich [ist], Internetnutzer aufgrund ihrer IP-Adresse zu identifizieren.“ Auch Sicherheitsgründe rechtfertigten eine personenbeziehbare Erfassung des Verhaltens sämtlicher Nutzer nicht, auch nicht für kurze Zeit.
Das nunmehr rechtskräftige Urteil hat Signalwirkung für die gesamte Internetbranche, in der die personenbeziehbare Aufzeichnung des Nutzerverhaltens weithin üblich ist (sogenannte „Logfiles“ oder „Clickstream“), etwa bei Großunternehmen wie Google, Amazon und eBay. Der Jurist Patrick Breyer, der das Verfahren initiiert hatte, stellt auf seiner Internetseite Daten-Speicherung.de eine Musterklage bereit, mit deren Hilfe sich jeder gegen die Protokollierung seiner Internetnutzung wehren kann. Breyer: „Selbst der Deutsche Bundestag protokolliert gegenwärtig das Verhalten der Nutzer seines Internetportals auf Vorrat – unter Verstoß gegen seine eigenen Gesetze. Ich fordere alle öffentlichen Stellen des Bundes und der Länder auf, die rechtswidrige Vorratsspeicherung spätestens bis zum Jahresende abzustellen. Andernfalls müssen weitere Gerichtsverfahren eingeleitet werden.“ Das Bundesjustizministerium erstellt inzwischen nur noch anonyme Statistiken über die Nutzung seines Internetportals (ohne IP-Adressen).
Dass das Urteil dem Bundesjustizministerium eine „Verletzung des Rechts auf informelle Selbstbestimmung als Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts gemäß der Art. 1 und 2 GG“ attestiert, ist besonders pikant, weil die Koalition unter Führung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) ab 2008 eine allgemeine Vorratsspeicherung von Telefon‑, Handy‑, E‑Mail- und Internetdaten einführen will. Dadurch würden Kommunikationskontakte und Bewegungen der gesamten Bevölkerung nachvollziehbar. Rechtsexperten warnen seit langem, dass CDU, CSU und SPD damit massiv gegen das im Grundgesetz verbriefte Recht auf informationelle Selbstbestimmung aller 82 Mio. Bundesbürger verstoßen würden. Über 40 Datenschutz‑, Berufs- und Wirtschaftsverbände haben die Koalition bereits aufgefordert, das Vorhaben auf Eis zu legen, bis der Europäische Gerichtshof über eine dagegen anhängige Klage entschieden hat. Breyer: „Das vorliegende Urteil zeigt, dass das Bundesjustizministerium nicht in der Lage ist, die rechtlichen Vorgaben zum Schutz unserer Privatsphäre einzuhalten. Mit der aktuell geplanten Zwangsprotokollierung jeglicher Telekommunikation in Deutschland (Vorratsdatenspeicherung) wird sich dies verheerend auswirken. Ich beobachte mit Sorge, dass auf Seiten des Staates zunehmend eine Nützlichkeitslogik an die Stelle der strikten Beachtung und Respektierung von Gesetz und Verfassung tritt. Das Bundesverfassungsgericht musste in den letzten Jahren immer öfter verfassungswidrige Gesetze der Politik aufheben. Wie kann die Politik vom Bürger glaubwürdig die strenge Einhaltung der Gesetze verlangen (’Null Toleranz’), wenn sie selbst immer häufiger die Gesetze bricht?“
Das Urteil gegen das Bundesjustizministerium ist inzwischen rechtskräftig. Das Amtsgericht hatte die Berufung zwar zugelassen. Das Ministerium wollte vor dem Landgericht Berlin aber lediglich klargestellt wissen, dass die nicht personenbeziehbare Protokollierung des Nutzungsverhaltens (ohne IP-Adressen) zulässig bleibt. Auch die von der Koalition geplante Verpflichtung zur Vorratsdatenspeicherung würde ausschließlich für Telekommunikationsunternehmen gelten und deswegen an dem Speicherverbot für Internetangebote nichts ändern. Breyer: „Das Urteil ist eine weitere Schlappe für den Bundesdatenschutzbeauftragten, der die Speicherpraxis des Bundesjustizministeriums zuvor als zulässig bezeichnet hatte. Auch eine Vorratsdatenspeicherung durch Internet-Zugangsprovider hält der Bundesdatenschutzbeauftragte für rechtmäßig, obwohl die Gerichte das Gegenteil festgestellt haben. Wenn sich die Datenschutzbeauftragten auf politische Reden und Sanktionen in einzelnen Missbrauchsfällen beschränken, anstatt gegen die massenhaft rechtswidrige Datensammlung in Wirtschaft und Staat vorzugehen, machen sie sich letztlich überflüssig. Ich plädiere für die Einführung eines Verbandsklagerechts für private Datenschutzverbände.“
Herzlichen Glückwunsch zum Erfolg! Und wer klagt nun gegen das BKA?
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: Aktion! Transskript: Philosophisches Quartett mit Schily
: Aktion! Transskript: Philosophisches Quartett mit Schily Hier mein Startschuss das gestrige „Philosophische Quartett“ mit Schily und Sloterdijk mal ordentlich zu transskribieren (Video: AVI, 840 MB und als MPEG TS, RAW DVB, 2,8 GB, Release it!, Audio: Mitschnitt, 15 MB, OGG, fast komplett).
Aktion!!
Kurz gesagt: Ich schreibs runter, wer sinnvoll die Woche rumkriegen will, korrigiert Tipp‑, Großklein- und später Satzbaufehler in diesem Wiki. Die Mitschrift ist schon fast fertig!In dieser Nacht gab es eine tolle Diskussion im philosophischen Quarett des ZDFs. Lasst sie uns aufschreiben.
Es ging über Bürgerrechte, Freiheit, Sicherheit und so weiter … bei Peter Sloterdijk auf den Sofas saßen nebst Otto Schily auch der schweizer Journalist Frank A. Meyer und Rüdiger Safranski. Mitunter eine sehr heitere Runde. (Welcher Caterer schenkt denen eigentlich den Wein ein?)
Wir transkribieren die ganze Nummer! Danach kann man die Argumente auch schön formalisieren. Aber erstmal abtippen!
Das Tippen übernehm ich erstmal – wer auch nen Mitschnitt hat, kann sich ja mal melden und mitmachen – und wer Groß- und Kleinschreibung sowie die Rechtschreibfehler korrigieren mag, ist auf dieser Wikiseite gut aufgehoben.
update von markus: ich hab den artikel mal neu angelegt, da zu früher stunde einiges zu schnell ging.…
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: BKA fahndet mit Honeypots? (Update)
: BKA fahndet mit Honeypots? (Update) Das BKA betreibt eine Unterseite zur „Militanten Gruppe“ auf der eigenen Webseite. Laut einem Bericht des Tagesspiegel nutzen sie die gesammelten IP-Adressen, um über die Provider Auskunft zu bekommen, wer sich die Seiten anschaut. In der IT-Technik nennt man dies „Honeypot“. Und an dem Beispiel kann man sehen, wozu das BKA auch die Online-Durchsuchung und die Vorratsdatenspeicherung gebrauchen könnte: Erstmal schaut man sich an, wer auf die Seite kommt. Das können auch Wissenschaftler und Journalisten, bzw. auch nur interessierte Bürger sein. Mit dem Instrument der Vorratsdatenspeicherung wäre es einfacher, die IP-Adressen auszuwerten. Und mit der Online-Durchsuchung könnte man dann mal mit dem Bundestrojaner vorbeischauen, was sich hinter den IP-Adressen befindet.
Das skizzierte Szenario kann natürlich auch nur ein unrealistisches Horrorszenario sein. Bis eben wusste ich allerdings nicht, dass das BKA IP-Adressen von eigenen Angeboten auswertet: BKA registriert Besucher seiner eigenen Website.
Dem Tagesspiegel liegt ein Vermerk der Behörde vor, aus dem die Speicherung der Adressen hervorgeht. Auf diese Weise wollten die Beamten, „möglicherweise relevante IP-Adressen“ – es geht um Zahlenkolonnen, die der eindeutigen Identifizierung von Rechnern dienen – sammeln, um ihre bislang erfolglosen Ermittlungen gegen mutmaßlich terroristische Gruppe voranzubringen. Das BKA versuchte auch, einen Teil aller Computerbesitzer zu identifizieren, die im Frühjahr die betreffende BKA-Website besucht hatten. Die Behörde beantragte dazu Auskünfte bei der Telekom und der spanischen „Telefonica“.
Ist das eigentlich Datenschutz-konform? Das hier scheint die Webseite zu sein. (Draufklicken auf eigene Gefahr)
Update:
Der Tagesspiegel hat jetzt einen längeren Artikel dazu online gestellt: Der falsche Klick.
Ursprünglich hatte das BKA die Identität von 417 Personen feststellen wollen. Dabei handelte es sich nicht um Tatverdächtigte, sondern offenbar um alle Personen, die sich zwischen dem 28. März und dem 18. April diesen Jahres auf den Internetseiten des Bundeskriminalamtes über die „Militante Gruppe“ informieren wollten. Weil aber ein großer Teil der IP-Adressen von Providern stammte, die diese nur kurze Zeit speichern, wurde die Identifizierung von „nur“ rund 120 Telekom-Kunden beantragt. Das BKA habe „einen weiteren Teil“ der IP-Adressen „resseorganen bzw. einzelnen Firmen oder Universitäten“ zugeordnet, heißt es. „Anhand dieser Daten werden weiterführende polizeiliche Ermittlungen wie unter anderem die Identifizierung weiterer Mitglieder der „militanten gruppe“ (mg) ermöglicht“, begründen die Beamten ihren Antrag . Sie verweisen zudem auf die „zeitliche Dringlichkeit der Bearbeitung“, da die Speicherfrist für die IP-Adressen und deren Zuordnung zu bestimmten Kunden begrenzt sei. Die Bundesregierung arbeitet gegenwärtig an einem neuen Gesetz, das Internetprovidern eine längere Datenspeicherung vorschreibt.
Ausserdem hat sich die Frage geklärt, ob die BKA-Praxis Datenschutz-konform ist. Anscheinend nicht, wie ein aktuelles Urteil zeigt: Vorratsspeicherung von Kommunikationsspuren verboten.
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: China: Pakt zur Selbstdiziplinierung
: China: Pakt zur Selbstdiziplinierung Das Deutschlandradio hat am Samstag über den „Pakt zur Selbstdiziplinierung“ in China geschrieben, wo Unternehmen wie Yahoo und MSN mit der chinesischen Regierung kooperieren.
Mit dem Slogan „Einer weiß es immer“ warb vor einiger Zeit Yahoo in Deutschland für einen seiner zahlreichen Suchdienste. Auf dem chinesischen Markt würde diese Werbung seltsam klingen, denn dort wissen vor allem Sicherheitsdienste, wer was im Internet tut. Westliche Firmen sind dabei fleißige Zuträger.
Hier ist die MP3.
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: Jugendmedientage 2007
: Jugendmedientage 2007 Am Freitag war ich bei den Jugendmedientagen 2007 in Leipzig, um über „Grenzenlos 2.0″ zu diskutieren. Das war eine sehr nette Diskussion mit vielen interessierten jugen Menschen. Zu den Jugendmedientagen kommen junge Menschen zwischen 15 und 25. Das Durchscnittsalter lag wohlbei 18,5 Jahren. Die Teilnahme kostet 50 Euro, dafür werden die Fahrtkosten und die Unterkunft übernommen und man erhält ggf. Schulfrei. Wer also jung ist und Interesse hat, sollte sich bei der Jugendpresse Deutschland informieren, wann die nächsten Jugendmedientage 2008 stattfinden. Dort erhält man übrigens auch einen Jugendpresseausweis, was für junge Blogger auch interessant sein dürfte.
Über die Diskussion wurde anschliessend auch ein Podcast gemacht: Netz-Freiheit für alle. (MP3)
29.09.2007: In der Anonymität der Netzes kann gebloggt, gepodcastet und vieles mehr werden, was des Menschen Herz bewegt. Der Autor und Journalist Farhad Payar, Karolin Sengebusch vom Eurient e.V., der ARD-Auslandskorrespondent Andreas Franz und Markus Beckedahl von netzpolitik.org diskutierten über Meinungs- und Pressefreiheit und die Möglichkeiten und Chancen des Web 2.0. Steffi Hanschke war dabei.
Jan Schmidt war auch vor Ort und hat ausführlich über verschiedene Veranstaltungen gebloggt:
Abends diskutierten zum Thema “Grenzenlos 2.0″ Farhad Payar (Deutsche Welle), Karolin Sengebusch (Eurient), Markus Beckedahl (netzpolitik.org) und Andreas Franz (MDR) – auch das eine sehr spannende Runde, in der es zunächst um die Potenziale des Internets ging, Gegenöffentlichkeiten zu schaffen und auch über Ländergrenzen hinweg politische Unterstützung zu mobilisieren. Später schwenkte auch diese Diskussion zumindest für eine Weile auf Themen wie Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner um; Markus Beckedahl fasste dies prägnant zusammen: “Das Internet kann beides sein – Instrument für freie Meinungsäußerung UND Werkzeug der staatlichen Überwachung.” Auch hier hat mich die lebhafte Diskussion mit dem Publikum (per Mikro und per Chatwall) sehr begeistert; es klingt pathetisch und altersweise, aber es ist meines Erachtens tatsächlich ungeheuer wichtig, dass junge (wie ältere) Leute die “Werkzeughaftigkeit” des Internet erkennen und sehen, dass es für ganz unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden kann, weswegen gerade im Umgang mit persönlichen Daten besondere Vorsicht geboten ist.
Seine Einschätzung zu der lebhaften Diskussion mit den jungen Menschen teile ich. Hatte nicht so eine gute Diskussion über die Chancen und Risiken des Internets erwartet. Das hat echt Spass gemacht.
Das Jugendmedien-Blog informiert regelmässig über „junge Medien“ aus Deutschland.