Digital Rights

  • : NetzpolitikTV 027: Mininova.org
    NetzpolitikTV 027: Mininova.org

    NetzpolitikTV Episode 027 ist ein Interview mit Erik Dubbelboer, dem Präsidenten der Bittorrent-Plattform Mininova.org. Im Gegensatz zu ThePirateBay.org ist Mininova.org kein Bittorrent-Tracker. Es ist eine Suchmaschine für das Bittorrent-Netzwerk. Dahinter steht eine Firma, die von fünf niederländischen Studenten gegründet wurde. Die Plattform zählt zu den grössten Webseiten der Welt mit über zwei Millionen Unique-Visitors am Tag. In dem Interview geht es um das Geschäftsmodell dahinter, die Geschichte von Mininova, welche Technologie im Hintergrund läuft, welche Regeln die Plattform hat (No porn – „we want to profile ourselves as an familiy-friendly site“), wie die Filmindustrie darauf reagiert und wie die Zukunft der Plattform aussehen könnte. Die Vision ist, dass irgendwann die Content-Industrie für den Service bezahlt, ihre Inhalte verfügbar zu machen.

    Das Interview ist 17 Minuten lang und liegt als OGG Theora und Flash-MP4 zum anschauen, sowie als MP3 zum anhören auf diesem Server.

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    31. Oktober 2007 3
  • : Heute Abstimmung bei ICANN über Whois-Datenbank
    Heute Abstimmung bei ICANN über Whois-Datenbank

    Die ICANN tagt wieder, diesmal in Los Angeles. Heute gibt es dort eine Abstimmung über Datenschutz bei den Whois-Datenbanken. Wenn man eine Domain beantragt, muss man personenbezogene Daten angeben. Diese finden sich in der Whois-Datenbank und werden gerne missbraucht: Für Spam, Identitätsdiebstahl und andere Dinge. Darüber soll jetzt abgestimmt werden. Gegen mehr Datenschutz ist, wie immer, die Content-Industrie. Die beklagt sich, dass abmahnen ohne die Daten schwieriger wird. Wie es letztendlich ausgeht ist noch unklar.
    Hier sind schomal zwei Artikel aus dem Vorfeld der Entscheidung:

    Guardian: Whois database targeted for destruction.

    The long-running attempt by privacy advocates to bin the Whois database will be up for vote at the ICANN meeting in Los Angeles tomorrow. Cheerleaders for the six-year-old „sunset proposal“ say people shouldn’t be required to give up personal information to the web to register a domain name. It is frequently abused by spammers and fraudsters, they argue.

    Spiegel: Das Ende der Whois-Datenbanken?

    Über die die Whois-Datenbanken kann jeder herausfinden, wer wirklich hinter einem Web-Angebot steht. Für Kunden, Fahnder und viele andere mit legitimen Interessen sind diese Infos Gold wert – für Spammer und Betrüger allerdings auch. In den USA hat die Debatte über ein Ende von Whois begonnen.

    31. Oktober 2007
  • : Ab morgen: Fingerabdruck im Pass
    Ab morgen: Fingerabdruck im Pass

    Morgen kommt der neue Reisepass mit Fingerabdrücken. Heute ist also die letzte Chance, sich noch einen ohne erkennungsdienstliche Behandlung einen Pass zu holen – sofern die Bürgerämter noch offen haben. Die TAZ berichtet darüber: Pass mit Fingerabdruck kommt.

    BERLIN taz Am Donnerstag geht es los: Dann werden neue Reisepässe ausgestellt, und zwar mit Fingerabdruck. Sie bilden die zweite Generation elektronisch lesbarer Reisepässe. Die erste Generation gibt es bereits seit November 2005: Diese enthalten in einem Chip ein digitales Foto. Nun kommt nur zwei Jahre später der nächste Pass auf den Markt. In diesem enthält der Chip zusätzlich zum Foto zwei Fingerabdrücke.

    31. Oktober 2007
  • : Heute im Chaosradio: Big Brother Awards 2007
    Heute im Chaosradio: Big Brother Awards 2007

    Heute Abend gibt es um 22 Uhr wieder ein Chaosradio auf Radio-Fritz zu hören. Frank Rosengart und Constanze Kurz stellen die Preisträger der „Big Brother Awards 2007″ ausführlich vor.

    Die Big Brother Awards sind eine Negativ-Auszeichnung für Firmen, Politiker und Behörden, die sich ganz besonders um die Verletzung des Datenschutzes und der Privatsphäre verdient gemacht haben. Der Chaos Computer Club ist Teil der Jury, die dieses Jahr unter fast 500 Vorschlägen die Preisträger in acht Kategorien ausgewählt hat. Im Chaosradio stellen wir Euch die diesjährigen Preisträger vor und möchten eure Vorschläge hören: Wer sind die größten Datenkraken, bei wem sind Eure Daten in besonders schlechten Händen?

    31. Oktober 2007
  • : Vorratsdatenspeicherung am Mittwoch im Rechtsausschuss
    Vorratsdatenspeicherung am Mittwoch im Rechtsausschuss

    Am kommenden Mittwoch behandelt der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages abschliessend die Vorratsdatenspeicherung. Das bedeutet, dass die zweite und dritte Lesung, wie vermutet, am Donnerstag oder Freitag im Plenum stattfindet. Damit ist dann die Vorratsdatenspeicherung durch den Bundestag durch. Sehr praktisch, dass die dezentralen Kundgebungen und Mahnwachen des AK-Vorratsdatenspeicheurng am kommenden Dienstag, den 6. November, überall in Deutschland stattfinden.

    31. Oktober 2007 2
  • : Telepolis-Interview mit Wolfgang Schäuble
    Telepolis-Interview mit Wolfgang Schäuble

    Telepolis hat ein Interview mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble über Überwachung und Datenschutz, Freiheit und Sicherheit: „Es wird nie zur ‚uneingeschränkten’ Anwendung freiheitsbeschränkter Maßnahmen kommen“.

    Sie haben am 9. Oktober in Berlin gemeinsam mit Peter Schaar dessen Buch vorgestellt. Wie würden Sie die wichtigsten Gedanken des Buches zusammenfassen und wo weichen Sie vom Inhalt des Buches ab?

    Wolfgang Schäuble: Herr Schaar ist ein engagierter Kämpfer für den Datenschutz. Das achte ich sehr. Sein Buch ist eine gute Sammlung der in den letzten Jahren diskutierten und gegenwärtig anstehenden Datenschutzthemen. Anders als Herr Schaar bin ich nicht nur für den Datenschutz, sondern auch für die Sicherheit in diesem Lande zuständig. Insofern unterscheiden sich unsere Blickwinkel. Der Innenminister muss das „große Ganze“ sehen, und da bin ich eher geneigt, der Sicherheit als Grundbedingung für die Freiheit einen größeren Stellenwert einzuräumen als Herr Schaar. In der Grundtendenz, dass Datenschutz ein wichtiges Verfassungsgut ist, unterscheiden wir uns aber gar nicht.

    31. Oktober 2007 5
  • : Frontal21: Bürger unter Generalverdacht
    Frontal21: Bürger unter Generalverdacht

    Frontal21 berichtete heute über die Vorratsdatenspeicherung: Bürger unter Generalverdacht.

    E‑Mails, SMS, Telefonate – nichts soll künftig mehr privat bleiben. Die Bundesregierung will die Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten aller Bürger per Gesetz ermöglichen. Kritiker befürchten eine verdachtlose Totalüberwachung für Deutschland und warnen: Schon heute würden heimlich die persönlichen Daten von Internetnutzern gesammelt.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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    Findet sich hier auch in der ZDF-Mediathek.

    31. Oktober 2007 10
  • : Preisverleihung der BOBs-Awards 2007 in Berlin
    Preisverleihung der BOBs-Awards 2007 in Berlin

    Am 15.11. 2007 findet die Preisverleihung der BOBs-Awards 2007 von der Deutschen Welle im Museum für Kommunikation in Berlin statt. Beginn ist 20 Uhr und der Eintritt ist frei.

    Am 14. November trifft sich die internationale Jury in Berlin und ermittelt gemeinsam die Preisträger der Jury-Awards. Am darauf folgenden Tag, den 15.11.2007, werden die Gewinner auf einer öffentlichen Veranstaltung, in Anwesenheit der Jury bekannt gegeben. An diesem Abend wird die Jury – 15 bekannte Blogger und Experten aus 10 Ländern – nicht nur die Gewinner verkünden, sondern auch einen Einblick in Tendenzen und Besonderheiten ihrer jeweiligen Blogwelten geben. Die Preisverleihung wird von der Deutschen Welle gemeinsam mit dem Museum für Kommunikation in Berlin veranstaltet.

    E sgibt auch gute Netlabel-Musik im Anschluss an den offiziellen Teil.

    30. Oktober 2007
  • : Info-Hippie
    Info-Hippie

    Die Taz hat ein Interview mit Cory Doctorow: „Ich bin doch kein Info-Hippie“.

    Da fallen Ihre libertären Ansichten mit Verlagsinteressen zusammen. Sie machen aber auch nicht gerade den Eindruck, als ginge es Ihnen um die uneingeschränkte Befreiung des geistigen Eigentums.

    Ich bin doch kein Info-Hippie. Zunächst verteile ich meine Geschichten kostenlos im Netz, weil ich so viele Bücher wie möglich verkaufen und steinreich werden will. Aber es gibt noch andere Gründe. Künstlerisch sehe ich das Kopieren als integrale Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts an. Nie war es jedoch so schwierig, etwas zu kopieren. Durch den DRM-Kopierschutz werden innovative Impulse verhindert.

    Zumindest in der Musikindustrie bahnt sich gerade ein Umdenken an: Hier sind Digital-Rights-Management-Systeme auf dem Rückzug.

    Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die Musikindustrie ist so verzweifelt, dass ihr nichts anderes mehr übrig bleibt. Der Aktienmarkt hat endlich erkannt, dass es eine furchtbare Art des Geschäftemachens ist, Fans zu kriminalisieren und Sachen zu verkaufen, die niemand haben will. Gleichzeitig rüstet gerade die Fernsehindustrie auf. Besonders europäische Sender versuchen, eine Form von DRM mit weitreichenden Kontrollfunktionen zu etablieren. Die Zugangsbeschränkungen sollen so weit gehen, dass die Sender bestimmen, wer ein legitimes Mitglied einer Familie ist und mitgucken darf.

    Welche Folgen hat ein restriktives Urheberrecht für die Gesellschaft?

    Ich denke, es ist schlecht für eine Gesellschaft, wenn ihre Mitglieder dafür kriminalisiert werden, dass sie Kultur lieben und miteinander teilen. Das Problem ist nicht, dass wir alle dafür ins Gefängnis wandern. Die Gefahr liegt darin, dass die Autoritäten nun für alles, was ihnen nicht passt, eine Entschuldigung haben, Menschen zu belangen. Eine Demokratie bricht zusammen, wenn erst mal jeder schuldig ist. Deswegen macht es für mich kommerziell, künstlerisch und ethisch Sinn, meine Bücher frei im Internet zu verteilen. Was für eine wunderbare Welt ist das, wo du mit der Sache am meisten Geld verdienst, die dich auch die beste Kunst erschaffen lässt und dazu noch gut für dein Gewissen ist?

    29. Oktober 2007 2
  • : Netzpolitik-Podcast 053: The Pirate Bay!
    Netzpolitik-Podcast 053: The Pirate Bay!

    Und nochmal für den Podcast-Feed: Netzpolitik-Podcast Episode 053 ist ein Interview mit Peter von ThePirateBay.org. Das Gespräch geht über die Geschichte des Bittorrent-Trackers, welche mediale Werbe-Wirkung Razzien der schwedischen Polizei entfachen können, was für Technik im Hintergrund läuft, etwas Statistiken und die allgemeine Motivation, die Seite zu betreiben. Das Interview gibt es als MP3 zum anhören. Ist leider etwas leise, da mit internem Mikrophon aufgenommen: Also einfach etwas lauter drehen.

    29. Oktober 2007
  • : NetzpolitikTV 026: The Pirate Bay!
    NetzpolitikTV 026: The Pirate Bay!

    NetzpolitikTV Episode 026 ist ein Interview mit Peter von ThePirateBay.org. Das Gespräch geht über die Geschichte des Bittorrent-Trackers, welche mediale Werbe-Wirkung Razzien der schwedischen Polizei entfachen können, was für Technik im Hintergrund läuft, etwas Statistiken und die allgemeine Motivation, die Seite zu betreiben. Das Interview gibt es als Ogg Theora und MP4-Flash zum anschauen, sowie als MP3 zum anhören.

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    Das Interview ist leider etwas leise, da mit internem Mikrophon aufgenommen: Also einfach etwas lauter drehen.

    29. Oktober 2007 4
  • : Kleine Änderung bei der Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung
    Kleine Änderung bei der Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung

    Es gibt kleine Änderungen am Regierungsentwurf zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung. Leider ist die Vorratsdatenspeicherung davon nicht betroffen. Konkret sollen Änderungen vorgenommen werden, „wonach bei Journalisten gefundenes Material nur dann in einem Strafverfahren verwendet werden darf, wenn es dabei um eine Tat mit einem Strafmaß von mehr als fünf Jahren Gefängnis geht.“ Hier geht es vor allem um „sogenannte Zufallsfunde bei Hausdurchsuchungen“. Das berichtet die Frankfurter Rundschau mit einem Verweis auf Jörg Tauss von der SPD: Nicht besser als Ärzte oder Therapeuten. Dieser wertet das als Teilerfolg der Medienpolitiker, die sich aber insgesamt nicht gegen die SPD-Rechtspolitiker durchsetzen konnten. Wie das immer so ist.

    Die Änderung ist zwar wichtig und richtig. Aber sie ändert nichts daran, dass die Pressefreiheit trotzdem massiv durch die Vorratsdatenspeicherung angegriffen wird. Denn noch immer kommt die Vollprotokollierung der Verbindungsdaten, was generell die Kommunikation zwischen Informanten (Whistleblower) und Journalisten / Bloggern deutlich erschwert.

    29. Oktober 2007
  • : Bilder im Staatsdienst oder: Der ePass kommt.
    Bilder im Staatsdienst oder: Der ePass kommt.

    Telepolis berichtet über die die zweite Stufe der Digitalisierung der Sicherheitsdaten von Bundesbürgern, die am 1. November startet: Bilder im Staatsdienst oder: Der ePass kommt.

    Beschränkt man die Aufmerksamkeit jedoch zunächst einmal auf den unmittelbar bevor stehenden Einsatz neuer Funktionen des ePasses, so zeichnet sich in der Einführung bildgestützter Identifikationssysteme vor allem aber eine Umkehrung in Sicherheitsverständnis und Sicherheitsverhältnis zwischen Staat und Bürger ab. Staatliche Akteure haben in sicherheitspolitischer Hinsicht längst nicht mehr primär den Schutz unbescholtener Bürger im Sinn, sondern sprechen einen Generalverdacht gegen die gesamte Bevölkerung aus. Auch wenn Bilder bzw. biometrische Personendaten nicht in einer zentralen Datei gespeichert werden dürfen, ist der ePass doch ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung der Machtphantasie vom kollektiven Verbrecheralbum.

    29. Oktober 2007
  • : J!Cast 44 Jugendschutz im Internet
    J!Cast 44 Jugendschutz im Internet

    Der J!Cast Nummer 44 dreht sich rund um das Thema „Jugendschutz im Internet“:

    In der Frage, wie sicher jugendgefährdende Inhalte im Internet verschlüsselt sein müssen hat nunmehr am 18.10. der BGH entschieden und bestätigt, was eigentlich zu erwarten war. Demnach ist das PostIdentverfahren die einzige Möglichkeit, nach deutschen Anforderungen solche Inhalte im Internet anzubieten. In einem anderen Fall geht er im Umgang mit jugendgefährdenden Medien im Versandhandel sogar noch weiter und verlangt ein Einschreiben, das nur persönlich entgegengenommen werden darf.

    Aber dienen diese Entscheidungen tatsächlich dem Jugendschutz oder führen sie nur dazu, dass sämtliche Pornoanbieter ins Ausland abwandern, von wo aus sie ohne jegliche Jugendschutzbestimmungen Inhalte auch gen Deutschland verbreiten können? Warum wird eigentlich in diesem Bereich nicht harmonisiert? Und wie könnte eine tatsächlich effektive Umsetzung des Jugendschutzes im Internet aussehen?

    Über all diese Fragen habe ich – zum ersten Mal über Skype – mit Ansgar Heitkamp , wiss. Mitarbeiter am Zentrum für Informationsrecht in Düsseldorf gesprochen, der in Stockholm lebt. Dabei hat mir Ansgar mit diesem ganz speziellen schwedischen Anfang einen lang gehegten Wunsch erfüllt… aber hört selbst.

    Hier ist die 12MB grosse MP3.

    29. Oktober 2007 2
  • : Was weiß mein großer Bruder alles über mich?
    Was weiß mein großer Bruder alles über mich?

    Die kleine Illustration über die Vorratsdatenspeicherung und den Bundestrojaner hat der Wetterfrosch gebastelt:

    akvds_kinder-v01_475×333px.png

    Gibts auch als PDF in grösser.

    29. Oktober 2007 4
  • : CCC hackt Basistechnologie des Hamburger Wahlstifts
    CCC hackt Basistechnologie des Hamburger Wahlstifts

    Das für die Hamburg Wahl am 24.02.2008 geplante Verfahren des Digitale Wahlstift Systems (DWS) wurde vom CCC Hamburg analysiert und die Basistechnologie angegriffen. Durch einen trojanischen Wahlstift können somit Schadroutinen auf die ca. 1300 unter Windows XP laufenden Wahllokalcomputer eingeschleust werden. Die eigentliche politische und endgültige Absegnung des DWS bei einem interfraktionellen Treffen heute wurde somit von einer Expertenanhörung am 09.11. abhängig gemacht. Die bisher für die Sicherheit angeführten Zertifizierungen von BSI und PTB sowie ULD stehen noch aus.

    Die bei Unregelmäßigkeiten auftretenden Unterschiede zwischen digitalem und Papierwahlzettel – von letzteren werden zu Kontrollzwecken nur noch 1,3% ausgezählt – sollen bald durch eine Änderung des Bürgerschaftswahlgesetzes geklärt werden: Das digitale Ergebnis soll Vorrang genießen. Damit wird der Papierwahlzettel obsolet und die Täuschung des Wählers perfekt, denn faktisch unterscheidet sich das Digitale Wahlstift System nicht mehr von NEDAP Wahlcomputern. Schlimmer noch: Durch den Einsatz von nicht für Wahlen entwickelten Stiften und Windows XP Laptops zur Stimmauszählung scheinen die Angriffsszenarien endlos.

    25. Oktober 2007 12
  • : Bundesregierung will deutsche Kommunikationsprofile an 52 ausländische Staaten weiter geben
    Bundesregierung will deutsche Kommunikationsprofile an 52 ausländische Staaten weiter geben

    Die aktuelle Pressemitteilung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung vom 25.10.2007: Bundesregierung will deutsche Kommunikationsprofile an 52 ausländische Staaten weiter geben.

    Unter dem Schlagwort „Cybercrime-Konvention“ will die Bundesregierung sensible Daten über unsere Kommunikation, Handystandorte und Internetnutzung an ausländische Staaten wie Azerbaijan, Russland und die USA weiter geben. Bürgerrechtler schlagen Alarm und fordern einen „Stopp der geplanten Datenhalden mit weltweitem Lagerverkauf“.

    Anfang November entscheidet der Deutsche Bundestag über einen Gesetzentwurf, der die Erstellung von Kommunikations‑, Bewegungs- und Internetnutzungsprofilen für alle Menschen in Deutschland vorsieht (sog. Vorratsdatenspeicherung). Die Zivilgesellschaft läuft seit Monaten Sturm gegen das verbreitet als verfassungswidrig angesehene Vorhaben. Nun ist ein Beschluss der Bundesregierung vom 28.09.2007 bekannt geworden, wonach Deutschland dem „Übereinkommen des Europarats über Computerkriminalität“ beitreten soll. Dieser Beitritt würde 52 Staaten in Europa und weltweit den Zugriff auf die ab 2008 in Deutschland zu speichernden Vorratsdaten eröffnen – nicht nur zur Verfolgung von Computerstraftaten, sondern jeglicher im Ausland mit Strafe bedrohter Handlung.

    Der Jurist Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung erklärt: „Die Ratifizierung dieses Übereinkommens würde Deutschland
    verpflichten, jeder Anforderung unserer Kommunikationsdaten durch ausländische Ermittlungsbehörden unverzüglich und ‚im größtmöglichen Umfang’ Folge zu leisten. Ausländische Staaten könnten ohne rechtsstaatliche Sicherungen, also ohne vorherige richterliche Anordnung, ohne Schutz engster Vertrauensbeziehungen, ohne nachträgliche Benachrichtigung der Betroffenen, ohne Beschränkung der Nutzung oder Weitergabe der Daten und ohne Rechtsschutz durch unabhängige Gerichte auf sensibelste Daten über unser Privatleben und unsere sozialen Beziehungen zugreifen. Der Vertrag ist damit fundamental unvereinbar mit dem deutschen Grundgesetz und der Europäischen Menschenrechtskonvention. Der Deutsche Bundestag muss dem Abkommen seine Zustimmung verweigern.“

    Das auch als „Cybercrime-Konvention“ bekannte Übereinkommen wurde 2001 von Vertretern nationaler Sicherheitsbehörden hinter verschlossenen Türen ausgehandelt und anschließend unter anderem von der Bundesregierung unterzeichnet. Das Abkommen ermöglicht ausländische Datenanforderungen zur Verfolgung jeder Straftat, selbst leichter Vergehen wie dem Austausch von Musik im Internet, und ebenso zum Zweck präventiver Ermittlungen ohne konkreten Tatverdacht. Besonders in außereuropäischen Staaten wie den USA besteht die Gefahr, dass mithilfe übermittelter Daten Europäer als vermeintliches Sicherheitsrisiko eingestuft werden, sie bei der Einreise festgehalten und vernommen werden oder ihnen die Einreise gänzlich verweigert wird, dass erlangte Informationen quasi lebenslänglich auf Vorrat abgespeichert werden und freizügig an andere Behörden und Geheimdienste weiter gestreut werden, auch an
    kooperierende ausländische Unrechtsstaaten. In Extremfällen könnten die Daten aus Deutschland genutzt werden, um Europäer im Ausland aufzugreifen, sie in Geheimgefängnisse wie Guantanamo zu verbringen oder an ihnen gar die Todesstrafe zu vollstrecken, wie es in der Vergangenheit vorgekommen ist.

    „Die Versicherung, die Daten würden im Zuge der Vorratsdatenspeicherung nur für sechs Monate gespeichert, ist damit eine Farce“, kritisiert Twister (Bettina Winsemann) vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. „Am Beispiel der Fluggastdaten hat sich bereits gezeigt, dass die Daten in absurden Überwachungssystemen landen und der Einzelne keinerlei Möglichkeit mehr hat, den Weg seiner eigenen Daten überhaupt nachzuvollziehen oder sich gegen Fehlinterpretationen zu wehren. Auch die Speicherdauer kann nicht mehr überprüft werden, weil viele Systeme miteinander verknüpft werden. Alle beruhigenden Worte, die Vorratsdatenspeicherung werde nur im Mindestmaß umgesetzt, dienen somit lediglich dazu, den Leuten Sand in die Augen zu streuen. Davon abgesehen ergeben sich immer
    genauere Profile, die im Ausland auch zur Wirtschaftsspionage genutzt werden können, z.B. wenn man Kommunikationsdaten und
    Fluggastdaten eines Managers miteinander verbindet.“

    Der Vorsitzende der Medienkommission beim SPD-Parteivorstand, Marc Jan Eumann, forderte gestern, die geplante Vorratsdatenspeicherung müsse „bis zur erwarteten Entscheidung des EuGH befristet und vor dem Hintergrund dieser Entscheidung korrigiert werden“. Werner Hülsmann vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung erklärt dazu: „Die jetzt vorgeschlagene Befristung würde nichts daran ändern, dass die Vorratsdatenspeicherung eklatant verfassungswidrig ist und verheerende Auswirkungen auf die freie Kommunikation in unserer Gesellschaft hätte. Die einzig richtige Entscheidung ist eine Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung oder zumindest deren Aussetzung bis zur in wenigen Monaten erwarteten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs über die dort vorliegende Nichtigkeitsklage.“

    25. Oktober 2007 10
  • : Noch mehr Links
  • : Technische Beschreibung der Internetzensur in Birma
    Technische Beschreibung der Internetzensur in Birma

    Die OpenNet Initiative hat eine ausführliche technische Beschreibung der Internetzensur in Birma veröffentlicht: Pulling the Plug: A Technical Review of the Internet Shutdown in Burma. Den Text gibt es auch als PDF.

    mm-timeline.png

    This bulletin examines the role of information technology, citizen journalists, and bloggers in Burma and presents a technical analysis of the abrupt shutdown of Internet connectivity by the Burmese government on September 29, 2007, following its violent crackdown on protesters there. Completely cutting international Internet links is rare. Nepal, which severed all international Internet connections when the King declared martial law in February 2005, is the only other state to take such drastic action. Although extreme, the measures taken by the Burmese government to limit citizens’ use of the Internet during this crisis are consistent with previous OpenNet Initiative (ONI) findings in Kyrgyzstan, Belarus, and Tajikistan, where authorities controlled access to communication technologies as a way to limit social mobilization around key political events. What makes the Burmese junta stand out, however, is its apparent goal of also preventing information from reaching a wider international audience.

    The shutdown of Internet connectivity was precipitated by its use by citizens to send photographs, updates and videos that documented the violent suppression of protests in Burma, information that contributed to widespread international condemnation of the Burmese military rulers’ gross violations of human rights. We examine the impact of communication technology in shaping these key political events in Burma, the limitations of these tools, and the prospects for the next round of information wars.

    25. Oktober 2007 3