Kultur

Tagesspiegel unter Bild-Niveau – Gehts noch?

Der Berliner Tagesspiegel ist eine Tageszeitung, die ich gelegentlich ganz gerne lese. Aktuell wollte im Tagesspiegel-Magazin ein Journalist lustig sein. Andere würden das folgende vielleicht als üble Nachrede oder Rufschädigung betrachten und vielleicht einen Anwalt einschalten – mach ich aber nicht. Der/Die Journalist(in) schreibt in einem polemischen Bericht mit dem Namen „Hi Freaks“ u.a. folgendes:

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

DIE INTERNET-PIRATEN

So sehen sie aus: Unauffällig. Manchmal mit Pinguin auf dem Shirt.

Das steckt dahinter: Die Warez-Szene (sprich: „Wärs-Szene“) liebt Daten, solange sie illegal sind. Alles, was heruntergeladen werden kann, wird heruntergeladen. Und zwar aus Überzeugung.

Dagegen rebellieren sie: die Plattenindustrie, die Filmindustrie, Microsoft. Das ganze verdammte System.

Da trifft man sie: In Online-Tauschbörsen, im Internet-Café, im Linux-Laden in der Tucholskystraße in Mitte.

So kommt man ins Gespräch: „Die bei der GEZ sind alles Nazis, oder?“

Hallo Tagesspiegel! Euch ist da ein kleiner Fehler unterlaufen: Die Piraten treffen sich im Pirate Cinema oder in der c-base! Der Linux-Laden in der Tucholskystrasse in Mitte ist der newthinking store. Im newthinking store erwirbt man Hardware mit Freier Software vorinstalliert, dazu gibts auch T-Shirts mit Pinguine drauf – oder netteren Motiven. Wir veranstalten mehrmals die Woche kostenlose Veranstaltungen, die Menschen die Prinzipien von Freier Software und Open Content nahe bringen. Wir unterstützen oftmals Menschen unentgeldlich dabei, sich von Monopol-Produkten zu emanzipieren, indem wir Ihnen helfen, ein Linux-System zu installieren und / oder die passenden Treiber für ihre Hardware zu finden.Wir veranstalten sehr kostengünstige Workshops, um sich in verschiedene Thematiken zu vertiefen, die woanders leicht das zehnfache kosten. Das ist ein legales Geschäftsmodell, was Tagesspiegel-Journalisten wohl nicht verstanden haben. Andere würde dies auch als gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen kommunizieren. Nichts daran ist illegal.

Also beim nächsten Witz mal bitte vorher genauer nachschauen, dann können wir vielleicht auch lachen.

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70 Kommentare
  1. Auch ihr Anspruch hinsichtlich der „Manga-Menschen“ verärgert mich direkt zutiefst ! Wie kann so etwas nach dem Debakel das ich vor kurzem im Eins Live Radio erleben musste(dabei wurden ebenfalls alle die Manga mögen(es lief die Connichi zu der Zeit) als Gothic verehrend und bedrohlich dargestellt) nochmals in der Öffentlichkeit passieren ? Solche Aussagen sind für mich ebenfalls beleidigend: „Mädchen kombinieren Grufti-Look mit Schuluniform, Jungs sehen aus wie Bill von Tokio Hotel, nur mit mehr Schminke und längeren, noch grelleren Strähnen im Haar.“ .
    Selbst wenn es lustig gemeint war ist es dennoch abgrundtief falsch und eine Beleidigung !

  2. Echter Wahnsinn.
    Aber ehrlich, ich würde sofort einen Strafantrag wg. Verleumdung und übler Nachrede stellen. Evtl. ist sogar Beleidung drin.
    MfG
    Jim

  3. Unter dem angegebenen Link steht „Von Sebastian Leber“, dies sollte eigentlich somit der Autor sein.
    Ein wirklich schrecklicher Artikel ist das.

  4. Es ist schon reichlich peinlich, dass ein Journalist sowas verfasst und es offensichtlich für veröffentlichungswürdig hält, lustig ist es nicht. Erbärmlich ist es dann vom entsprechenden Redakteur, das so abzusegnen.

    1. Bin erstaunt, wie viele Heulsusen sich hier äußern.

      Ein klitzekleines bißchen Kritik und die nicht seefesten
      Hallogalli-Freibeuter vom Stamme „NIMM“ keifen von „Verleumdung“ und leiden unter Verfolgungswahn. Oh je…

  5. Also ICH würde da nicht lange überlegen. Wenn ein Journalist mein Unternehmen auf diese Weise beschreiben würde, macht der ganz schnell Bekanntschaft mit einem Rechtsanwalt.

  6. Ich finde das zwar unverschämt, aber dann auch wieder nicht so schlimm. Das kann erst mal schocken, wenn man ganz unvermittelt einen negativen Bericht über die eigene Person in der Zeitung findet. Aber andererseits: Der Artikel versucht erkennbar, satirisch und überzeichnend zu sein; der Artikel macht dich nicht direkt erkennbar, und auch um den Newthinking Store zu erkennen, braucht man Ortskenntnisse; die Grenze zu Beleidigug ist m.E. noch weit nicht erreicht.

    Und außerdem wird Sebastian Leber (wenn er es denn ist) ein ganz ähnliches Gefühl bekommen wie du, wenn er diesen Artikel liest. Strafe genug?

  7. erinnert mich auch vom textstil her tatsächlich irgendwie an bild. kurze sätze und absätze, englische wörter werden „erklärt“ („wischel käi“), übermäßiger fettdruck.

    wenn der troll witzig sein wollte, hat er definitiv versagt, pool’s closed.

  8. Also mit Satire hat das Ganze nur auf den ersten wohlwollenden Blick zu tun. Das Ganze hat bestenfalls Schülerzeitungsniveau (und ich meine nicht die guten Schülerzeitungen!).
    Witzig wäre es eventuell gewesen, hätte der bemühte Schreiber noch einen Absatz angehängt:

    DIE JOURNALISTEN (PRESSE)

    So sehen sie aus: Abgetragene Lederjacke oder Wolljacket, Jeanshemd, Wollkravatte, Jeans, bemüht abgeklärter Gesichtsausdruck mit unsicheren Seitenblicken, halblange ungepflegte Haare (80er Jahre-Schnitt), abgetretene Mokassins

    Das steckt dahinter: Sie haben für das was sie tun eine – nun ja – Ausbildung. Deshalb halten sie sich für den Klerus der Meinungsbildung – alles andere sind nur Laien, oder noch schlimmer, Blogger. Am meisten leiden sie darunter, dass sie i.d.R. nur von denen ernst genommen werden, die vom Journalismus nicht mal die geringste Ahnung haben.

    Dagegen rebellieren sie: Journalisten rebellieren mehrheitlich gegen die Bedeutungslosigkeit des eigenen Seins. In besonders depressiven Phasen versuchen sie schon mal mit einer sogenannten Glosse fröhlichere Gruppierungen in das eigene Jammertal hinabzuziehen.

    Da trifft man sie: Immer dort wo etwas los ist. Nicht, weil der Journalist selbst ein Macher ist, sondern ein introvertierter Schreiberling, der das Leben gern aus der zweiten Reihe betrachtet. Konkret auf seinen Voyeurismus angesprochen, antwortet der Journalist reflexhaft mit dem (leider) unsterblichen Hajo Friedrichs-Zitat, man solle sich eben mit keiner Sache gemein machen, nicht mal mit ner guten.

    So kommt man ins Gespräch: „In Secondlife kann man auch mit Pflanzen Sex haben können. Das sollte mal wer recherchieren…“

  9. Hmm… also wenn ich den unterstellten GEZ-Nazi-Vergleich und Bezug zur Warez-Traiders-Szene nehme, dann ist die Idee von ninjaturkey zu wohlwollend.

    Das steckt dahinter: Sie schmeissen ständig Drogen ein und fühlen sich dann unglaublich am Puls der Zeit, wo sie alles notieren, was sie von ihrem Fenster aus beobachten können oder aus dem Ticker völlig egal welcher Agentur kommt. Manche betätigen sich auch als Spanner vor den Fenstern 14-jähriger Mädchen, das ist dann besonders investigativ.

    So kommt man ins Gespräch: Findest du nicht auch, dass wir Rentner, die zuviele Leserbriefe schreiben, verprügeln sollten?

  10. nicht Rechtsschutzversichert? das sollte man als Unternehmer immer sein!
    auch nicht lange überlegen: Alle Angriffe (und solch deutliche zudem) gleich durch einen Anwalt überprüfen lassen. Oft reicht ein böder Brief (z.B. bei einem Blog) und schon wird der Beitrag verändert/gelöscht. Im vorliegenden Fall scheint mir ein Vorgehen mittels anwalt sogar nötig zu sein, da der rufschaden für den Händler sehr hoch sein kann…

  11. Nun, wenigstens steht jetzt der Name von diesem Subjekt in dem Artikel. Es ist schade, dass Zeitungen immer mehr dazu übergehen billige Leute als Journalisten zu deklarieren, weil sie Qualitätsjournalisten nicht mehr bezahlen wollen. Dann kommt so ein Mist heraus und die Leute kaufen und lesen noch weniger diese Revolverblätter.
    Es steht den Zeitungen jederzeit frei, wieder zu der gewünschten Qualität zurück zu kehren. Es wäre ein überzeugendes Argument für viele Menschen diese Zeitungen zu lesen.

  12. Was für ein furchtbar bemüht witziger Artikel. Glosse würde ich das nicht nennen, da sind einfach ein paar Vorurteile hingerotzt worden. Aber: mit „Dort trifft man sich“ sind stellenweise genaue Angaben zu einem Comic-Laden, einem Biomarkt und einem Linux-Laden gemacht, die dem Berliner (von wegen überregionale Tageszeitung) durchaus etwas sagen und besagten Läden schaden können.

  13. Hallo!

    > und wenn ich böse gewillt wäre, würde ich jetzt einen Anwalt einschalten und eine Gegendarstellung verlangen.

    Du musst nicht böse gewillt sein, um das zu tun. Du musst viel mehr den Willen haben, das Wissen, das du hier verbreitest auch „Offlinern“ zukommen zu lassen und der Meinungsmache von Lobbies entgegenzuwirken.

  14. Schrecklich, freie Meinungsäußerung zu dulden , wie ?
    Das sieht doch ein Blinder, dass das nicht ernst gemeint ist.
    Da hätt ich ein wenig mehr Humor von jemand erwartet, der genau wie der Tagesspiegel inkompetente und inakzeptable Behauptungen aufstellt, nämlich dass Teile eines “ Schwarzen Blocks “ bei der Demo am 22.9. ihre “ Agressionen ausgelebt “ hätten …

  15. Wenn man so eine Weile drüber nachdenkt, könnte Linux-Laden einfach nur eine wohl besonders insider-mäßig gemeinte Alliteration sein (das nach subjektivem Empfinden von der deutschen Presse bis zum Erbrechen am häufigsten genutzte sprachliche Mittel). Dann aber immer noch eine sachlich verfehlte. Doch wo sich Anfäger-Autoren (von ratlosen Redakteuren rekrutiert) zusammenfinden, kommt es eben häufig zu bloßen Geschrei-Glossen ohne Correct-Content (ok, der letzte ist schon arg schief) :P

  16. @noweblog

    Anwalt fände ich auch übertrieben. Aber es ist schon heftig, wenn behauptet wird, in der und der Firma treffen sich „Illegale“. Auch wenn’s als Satire daher kommt.

  17. Bei aller Sympathie für freie Software, dieses Blog, seine Ziele und insbesondere seine Haltung zur „Sicherheits“politik: Es enttäuscht mich doch wirklich, dass ihr wohl nicht in der Lage seit, satirische Kritik zu ertragen. Denn dass es sich hier darum handelt, steht wohl außer Frage.
    Ob die Satire gelungen ist, darüber kann man schlecht streiten: Das ist Geschmackssache. Ich für meinen Teil finde den Artikel sehr gelungen und habe auch bei den anderen Schilderungen sehr lachen müssen, einige dieser „Freaks“ kommen auch in meiner Umgebung vor.
    Dass dieser Artikel überzeichnet, (bewusst) mit Vorurteilen überfrachtet und auch gemein ist, ist auch unbestreitbar, aber genau darin liegt der Sinn der Satire. Der Autor weiß sicher selbst, dass nicht jeder, der euren Laden besucht, mit Pinguin auf dem Shirt rumläuft und dass es sich – genau wie bei Emos – nicht um eine geschlossene und organisierte Szene handelt.
    Zu illegalen Downloads: Ich bin mir sicher, dass sich unter den Lesern dieses Blogs und wahrscheinlich auch unter den regelmäßigen Besuchern des „New Thinking Stores“ viele gibt, die Urheberrechte, also das Recht eines Musikers, am Verkauf seiner Lieder etwas zu verdienen, generell nicht akzeptieren. Versteht mich nicht falsch: Auch ich halte DRM für einen Irrweg, aber mir ist durchaus bewusst, dass auch Künstler ein Recht darauf haben, von ihren Werken zu profitieren.
    Um zum Ende zu kommen: Ich finde es schade, das ein Blog, das ich bisher immer als Verteidiger von Demokratie und Bürgerrechten wahrgenommen habe, sich jetzt so auf einen satirischen Artikel stürzt, den ich ziemlich harmlos und völlig von der Meinungs- und Satirefreiheit gedeckt sehe.
    Ich kann zwar nachvollziehen, dass nicht gut gefunden wird, als Basis einer illegalen Bewegung tituliert zu werden, allerdings wage ich zu bezweifeln, dass sich jemand duch einen solchen Artikel vom Besuch des Geschäfts abhalten lassen würde, zumal der Artikel ja klar als nicht ernst gemeint zu erkennen ist.
    Ansonsten wünsche ich euch allen noch ein schönes Wochenende!
    Gruß,
    Robert

  18. Das Niveau von dieser Satire ist weit unter dem was die Golem oder Heise Trolle im durchschnitt so leisten.
    Hätte bis jetzt wirklich nicht gedacht das es jemand tatsächlich schafft das unterste Troll niveau auch noch zu unterbieten.

    Der hätte sich mal bei Spämmy DX und co inspirieren lassen sollen, dann wäre ja möglicherweise noch was (ironisch) witziges bei raus gekommen.

    Naja wegen solch billiger Satire gleich denn Anwalt einschalten wäre dann doch wohl etwas übertrieben.
    Schließlich muss man sich ja nicht auf das Niveau der GEZ oder Musikindustrie herablassen die gleich alles verklagt was nicht passt.
    Denoch finde ich es ziemlich heftig wenn solche Unwahrheiten verbreitet werden.

    Am besten man schickt der Zeitung nen Mail mit einem Link auf diesen Thread.
    Dann können sie mal sehen was die Netzpolitik leser von dieser Art von satire halten.

  19. Hi Markus,
    ein in meinen Augen stilvoller Weg damit umzugehen ist es der Redaktion (der Beilage) den Abdruck einer der hier geäusserten Parodien (stelln wa was zusammen) unter dem Titel „Der Möchtegernjournalist“ vorzuschlagen, solang diese oberhalb der Gürtellinie bleibt, knapp ist und konkreten Bezug auf Lebers Text nimmt.
    Das sollen die mal mit nem kleinen Entschulidungs-Absatz als Gastbeitrag anstelle einer Richtigstellung in die nächste Ausgabe an selber stelle setzen. Basta. Das sollte dem Jugen am meisten weh tun.

  20. Es geht nicht darum, ob die Satire erkennbar ist oder, nicht, ob sie gelungen ist, oder nicht. Es geht darum, dass Linux-User mit der Warez-Szene gleichgesetzt und illegale Aktivitäten mit dem newthinking store (mit Angabe der Adresse) verknüpft werden. Gegen Satire über Linux-Freaks ist nichts einzuwenden. Aber das geht weit über Satire hinaus in den Bereich der üblen Nachrede.

  21. Ich finds schade das du den Absatz über die „internet piraten“ aus dem kontext gerissen hast.
    Liest man sich nur diesen Absatz durch, könnte man natürlich sofort denken das man beleidigt und was weiß ich was alles wird.

    Ließt man sich aber den ganzen artikel durch, merkt man das das ganze nur eine aufzählung dummer klischees ist, und das so ziemlich über jede randgrupppe die derzeit so etwas bekannter ist.
    Also immer locker im schritt bleiben. Das ganze ist Gossen-Journalismus und währe in einer schlechten Schülerzeitung besser aufgehoben, aber was solls, man lacht drüber und hats noch 2 minuten wieder vergessen…

  22. Bei den heutigen Presserechtskammern sollte es doch kein Problem sein.
    Schliesslich wird es ausser Dir noch jemanden geben, der denken könnte, dass Du erkennbar bist und es böse gemeint sein könnte.
    Reicht doch inzwischen für eine Einstweilige Verfügung…

  23. schon mal darüber nachgedacht, dass es der eigene umgang, sprich das eigene verhalten, ist, was leute dazu veranlaßt, solche „satireversuche“ zu schreiben?

    was dort als freiheit, auch in den news lieber markus, verkauft wird, spottet jeder beschreibung. und über diverse ftp’s beim ccc und diversen veranstaltungen müssen wir uns auch nicht unterhalten.

    „Windows Vista ULTIMATE 32bit unbeaufsichtigt 768MB
    Adobe Photoshop Elements v6.0
    Microsoft Office 2007
    Ratatouille TELECINE Line Dubbed German XviD VCF
    Zimmer 1408 Reencode by WeB 700 MB Source DVD Mr.Propper
    Planet Terror UNRATED AC3 Dubbed German NTSC DVDR-NTG“

    und so weiter.

  24. Satire? Wie kann man bei der heutigen Politik noch Satire von ernstgemeinten Aussagen trennen? Der zweite Korb der Urheberrechtsnovelle klang auch nach Satire – aber jetzt ist es beschlossene Sache, obwohl es eigentlich Stoff für ein Kabarett wäre. Genauso solche Ideen wie Online-Durchsuchung. In einer Zeit, wo es so aussieht als wenn die Politik die Bevölkerung sändig nur veräppeln will, aber am Ende es bitterernst meint, verschwinden die Grenzen von Satire und Ernst.

    OK: Ihr erkennt es als Satire. Aber das ist keine Garantie dafür, daß der Otto-Normal-Bürger das dann auch so sieht. Außerdem kann man über dieses (lustig gemeinte) Mittel auch Vorurteile schüren. Ist immerhin kein Einzelfall, oder?

  25. Diplomatisch wäre eine Betrachtung des Sachverhaltes durch den Bundespresserat, welcher durch die großen Medien des Landes konstituiert ist, durchaus sinnvoll.

    Hatte mit denen in ähnlicher Sache schonmal was am Hut, könnte da gerne mal ein Schreiben aufsetzen.

  26. Mir als Nicht-Berliner ist die Verknüpfung zum newthinking-Store nicht unmittelbar bewusst. Wenn sie aber in der Leserschaft des Tagesspiegels zu erwarten ist, dann ist eine legitime Lesart „Verleumdung“, wenn auch in einer satirischen Verpackung. (Aber ein Unrecht wird nicht zu Recht, weil jemand einen guten oder schlechten Witz dabei erzählt). Ansonsten muss man natürlich die Souveränität besitzen, über sich selbst lachen zu können. Aber ein Witz und Verleumdung sind eben zwei unterschiedliche Paar Schuhe.

  27. Na der newthinking store wird direkt, indirekt genannt: Googlest Du nach „Linux Tucholskystraße“, findest Du den Store. Googlest Du nach „Linux-Laden in der Tucholskystraße“, findest Du nur dieses Blog und den Tsp. Artikel.

  28. Hallo Leute,

    ich kann die Aufregung von Markus und den anderen hier gut verstehen. Aber der Text ist trotzdem nicht mehr und nicht wneiger als eine eher schlecht gelungene Glosse. Kein persönlicher Angriff, kein Hetztext oder sonst etwas. Man sollte auf Spatzen nicht mit Kanonen schießen, heißt ein altes Sprichwort.

    Sonst steht man selbst am Ende ganz schnell als jemand da, der keinen Spass versteht und der journalistische Meinungsäußerungen nicht zulassen will. Ganz gefährliche Opferecke, das. Dorthinein haben sich im Übnrigen viele soziale Bewgungen bisher begeben und es ist ihnen nicht gut bekommen. Die Bürgerrechtler müssen da nicht auch noch hinterherlaufen. Ich finde, so etwas sollte man ertragen können.

  29. interessant auch, dass dieses thema zu sehr viel mehr diskussion anregt als die meisten anderen hier. liegt das daran, dass andere inhalte etwas abstrakter ist / scheint ? oder das z.b. die onlinedurchsuchung eh schon anderswo diskutiert wird ?
    übrigens bin ich auch der vorherrschenden meinung, rechtliche maßnahmen sind hier genau so verfehlt wie bei „herr hartz, ich will auch zu den nutten“. wobei letzteres hingegen noch als satire erkennbar war.

  30. Hallo Markus,

    ich kann Deinen Ärger gut verstehen und finde Deine Reaktion ausgezeichnet (bloggen statt klagen). Echte Satire, immer, gerne! Diese hier fand ich klasse: http://www.linux.com/feature/114286

    Ich habe einige Sachen unter freien Lizenzen veröffentlicht und lade mir Musik legal bei Jamendo runter. Ich will ein Notebook ohne Windows dabei haben, klaue mir aber kein Windows, wenn ich eins brauche. NUR: Gewisse Kreise sind sehr daran interessiert, Ideen wie „Bittorrent = Raubkopierer“ oder „kein Windows mitgekauft = Raubkopierer“ zu streuen. Dagegen musizieren, filmen, schreiben, sprechen und bloggen wir ständig an. Die Gleichsetzung wäre ja auch nicht so schlimm, wenn nicht gleichzeitig das Mantra „Raubkopierer = Hochkriminelle“ durch Gesetze und Lobbies verbreitet würde. Weil ein Tagesspiegel-Leser dank deren sogenannten Journalisten anfällig für derlei Lobbies ist, schadet solche „Satire“ unserer Sache leider sehr. (Wobei ich mit „unserer Sache“ nicht Linux-Weltherrschaft meine, sondern einfach die *Möglichkeit*, freie Inhalte und freie Software zu verwenden.)

  31. Es geht hier nicht um die Humorlosigkeit einer Glosse und auch nicht um einer Opferdenke.

    Vielleicht sollte man Geschichtsaufarbeitung wirklich um ein paar weitere Scherze über Nazivergleiche bereichern. Warum nicht. Und sicher gibt es auch in dieser Szene Spinner, die solche Sätze mal halb-ernstgemeint fallen lassen.

    Das aber im direkten Bezug mit einer Adresse, Firma, Institution zusammenzubringen is aber einfach mal echt daneben.

    Grade „Journalisten“ wissen doch, dass man sich mit Nazivergleichen, auch humoresken, erstmal nur Ärger einhandelt.

    Gestern ärgerte Sebastian uns. Heute ärgern wir uns, morgen wird sich der Tagesspiegel ärgern und am Ende gibts Ärger für Sebastian.

    Der scheints einfach nicht begriffen zu haben und ist nicht mehr Aufmerksamkeit wert. Also lasst uns das hier nicht zum meist kommentierten Posting werden lassen p u n k t

  32. claudia: wenn man sich im umfeld der größten warez-umschlagplattform in deutschland bewegt, muss man sich nicht wundern. die ftp’s waren ein kleines augenzwinkern, auch da müßte markus wissen, wovon die rede ist.

  33. Claus, ich weiss tatsächlich nicht, was Du mit dem kleinen Augenzwinkern gemeint hast. Ansonsten hab ich Gulli.com ein Interview gegeben. Ja und? Rechtfertigt das so eine Art von „Glosse“?

    Ich habe auch nicht vor, das mit einem Anwalt zu klären. Mir gehts in der Sache darum, dass ein Medium mit dem Anspruch eines „Qualitätsjournalismus“ so einen Beitrag veröffentlicht. Und dafür von mir Kritik bekommt. Und wie Detlev schon bei Kommentar 13 schrieb, ist meiner Meinung nach durch die Verbindung einer satirisch gemeinten und schlecht umgesetzten „Glosse“ eine Grenze überschritten worden, weil konkrete Orte davon betroffen sind. Da sind wir dann bei Diskussionen über Presse-Ethik und Verantwortung von Medien angelangt. Ich werd da mal am Montag anrufen und freundlich nachfragen, was man sich dabei gedacht hat.

    Die von Journalisten ab und an gern gebrachte (und trotzdem falsche) „Kausale-Kette“ „Linux / Warez / Illegal“ ist auch kritisierungswürdig. Die Erweiterung mit einem als „typischen Spruch“ deklarierten Nazivergleich auch.

    Ansonsten verwundert mich auch etwas die Kommentarfreudigkeit.

  34. http://events.ccc.de/congress/2006/FTP (natürlich nicht mehr aktiv)

    ein größeres augenzwinkern gibt es nicht. und natürlich hast du da nicht nur ein interview gegeben. man spielt link-ping-pong, man kennt sich. und nun tue nicht so überrascht.

    und ja ich weiß ja auch ihr habt alle negative kenntnis von diversen sachen.

    und vielleicht noch eines: ich habe nirgendwo geschrieben, dass die glosse gut oder gerechtfertigt ist, sie ist es nicht. ich wollte nur die frage stellen, ob sie wirklich so überrascht. das netz ist ein offenes buch.

  35. Die Kommentarfreudigkeit überrascht mich irgendwie gar nicht. Mir fallen spontan verschiedene Gründe ein, warum die Kommentarfrequenz hier erwartbar höher ist, als bei anderen Postings:

    – bezogen auf die Abmahnwelle: Subjektiv erlebte Kränkung „Die ™ schicken ja auch immer gleich einen Anwalt, da sollte man es umgekehrt auf jeden Fall auch tun“

    – Übersättigungseffekt bei datenschutzrechtlichen Themen: Gegen Online-Durchsuchungen und VDS helfen wohl nur noch Gerichte, da beteiligen sich einige, werden aber auch müde (außer vielleicht im Heise-Forum :P) immer und immer wieder die gleichen Argumente zu diskutieren

    – es ist Samstag

    – Satire ist Geschmackssache, das macht die Diskussion herrlich einfach subjektiv

    – den Protest gegen den Artikel im Tagesspiegel durch eine möglichst lange und ausgiebige Diskussion verdeutlichen wollen

    – oder eben (bei mir vor allem:) Vorm Lernen drücken ;-)

  36. Skandal! Und noch viel schlimmer an dem Artikel: Das Zitat von Homer Simpson bei den „Fallobst-Essern“ ist falsch (das ist nicht von Homer Simpson)!

  37. was einem vielleicht etwas entgeht, wenn man den artikel nur online liest: er ist auf der wöchentlichen jugend-seite „werbinich“ des tagesspiegels entschieden. das macht es nicht besser, aber der autor ist kein gelernter journalist, sondern ein jugendlicher.

  38. Mir gehts in der Sache darum, dass ein Medium mit dem Anspruch eines “Qualitätsjournalismus”

    STOP ! genau eben nicht (mehr ?). wer sagt denn, dass der tagesspiegel diesen anspruch hat ? glaubt jemand von euch ernsthaft, die süddeutsche, FAZ oder ZEIT hätten so einen merkbefreiten „artikel“ (ob satire oder nicht, es ist IMHO einfach schlecht) abgedruckt ?

  39. Also wenn Frutarier nur essen, wofür keine Pflanzen sterben müssen und dann auf Nüsse, Samen und Fallobst stehen, dann ist das doch eigentlich Abtreibung! Oder? Sowas von unlogisch dieser Artikel :O( (oder die Frutarier).

  40. Hmm, scheint, dass da jemand lustig sein wollte. Aber sowohl witzig als auch satirisch ist’s nicht, jedenfalls ist die Satire für mich nicht erkennbar. Und auch wenn, wäre das Zusammenwürfeln von Linux, Warez und GEZ mehr als fraglich.

  41. Dieser Unsinn im Tagesspiegel erinnert mich an einen ganz fürchterlichen „Buch-Auftrag“, den ich vor einiger Zeit ablehnen musste. Ich hoffe nur (ohne jetzt irgendwelche Verschwörungstheorien schüren zu wollen), dass Sebastian Leber nicht von einem ehemals mächtigen Musikmanager und seiner Posse zu diesem Text „inspiriert“ wurde. Es wäre nicht der erste Subkulturangriff, der in dieser Art auf die Kappe des letzteren ginge.

    Die Verantwortlichen beim Tagesspiegel sollten sich in aller Deutlichkeit von solchem Müll distanzieren.

  42. Lieber Markus,
    I second 22. creepy_nerves: Ich finde das sau lustig – das ist doch von vorne bis hinten totaler Blödsinn, nur albern. Schade, dass es dich auf’m falschen Fuss erwischt hat. Könntest du versuchen, die Perspektive zu wechseln? Jemand der sich über die ganzen Gruppen und Subkulturen lustig machen will? Man, Furries- total lustig schon der Einstieg, Pelzige, wer kommt denn auf sowas? Ich finde das kreativ im besten Sinne. Ich wünsch dir, dass du dafür nen anderen Artikel findest, über den du dann so richtig gut lachen kannst. Poste dann doch den link mal hier, denn es gibt anscheinend einige, die diesen Humor nicht teilen, aber vielleicht deinen? Take it easy – nimm nen Keks…

  43. Ich lach mich tot. Mit Euren Kommentaren bestätigt ihr den Freak-Eindruck, den der Autor von Euch hat. Wieso nicht einfach mal locker bleiben und über den Dingen stehen?

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