Deutschland

  • : c’t über den Abmahnwahn
    c’t über den Abmahnwahn

    In der aktuellen c’t gibt es einen Artikel zum Abmahnwahn, der auch online veröffenlticht wurde: Lücken im System – Warum der Abmahnungsmissbrauch in Deutschland floriert.

    Das Netz als Versorgungswerk

    Das Internet bietet unzählige neue Gelegenheiten für Abmahnungen – und es erleichtert Abmahnanwälten das Geschäft ungemein. Nach einmaliger Prüfung eines Musterfalls finden sie mit minimalem Aufwand viele gleichartige Verstöße. Dann können sie bei gleichem Anwaltshonorar pro Rechtsbelehrung serienweise abkassieren. Dies hat sich natürlich herumgesprochen. Das Geschäft mit dem Abmahnwesen floriert, zu den seriösen Kanzleien gesellen sich immer mehr windige Advokaten, die zusammen mit ihren Mandanten auf das schnelle Geld aus sind.

    Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die Rechtsanwaltsschwemme sein, die seit vielen Jahren anhält: Waren im Jahr 1990 noch 56 638 Anwälte bei den deutschen Kammern zugelassen, sind es heute mehr als 138 000. In 16 Jahren hat sich die Zahl also mehr als verdoppelt. Jährlich steigt sie kontinuierlich weiter um rund fünf Prozent (siehe Abbildung auf Seite 150, c’t 13/2006).

    All die neuen Juristen wollen beschäftigt sein. Während alteingesessene Kanzleien die Vertretung in Bagatellfällen oftmals ablehnen, sind die frischen Kräfte am Markt nicht nur weniger wählerisch, sondern oft aus eigenem Antrieb sehr kreativ. So kommt es, dass heute Änderungen der Gesetzeslage oder neue Auslegungen von geltendem Recht blitzschnell wahrgenommen und in kostenpflichtige Abmahnungen umgemünzt werden.

    17. Juni 2006 2
  • : Sicherheitsrisiko Kopierer
    Sicherheitsrisiko Kopierer

    Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über das Sicherheitsrisiko durch eingebaute Festplatten in Kopierern: Kopiergeräte – Voller Geheimnisse.

    „Wer vertrauliche Unterlagen kopiert, sollte sich bewusst sein, dass eine Kopie des Dokuments auf der internen Festplatte gespeichert wird“, warnt Martin Rost vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein.
    […]
    Wer also im Büro Privatkopien macht, muss damit rechnen, dass sein Chef die Dokumente zu sehen bekommt. Datenschützern bereitet das Kopfzerbrechen: „Private Daten auf dem Betriebs-PC zu speichern, ist schon heute nicht erlaubt, weil jeder Befugte reinschauen kann“, sagt Rost.
    […]
    Beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist das Problem bekannt. Ein Mitarbeiter bestätigt, dass Firmen durch solche Spionage bereits Aufträge verloren hätten.

    [Danke an Andreas K. per Mail]

    16. Juni 2006 1
  • : Wikipedia: Wenn die Deutschen etwas machen, dann richtig
    Wikipedia: Wenn die Deutschen etwas machen, dann richtig

    Gerade in den Kulturnachrichten vom Deutschlandradio um 15:30h gekommen:

    Wikipedia-Gründer: Deutsche schreiben die besten Beiträge.
    Wenn die Deutschen etwas machen, dann richtig. Das gilt auch für das Internet. Dieses ist zwar eine amerikanische Erfindung, aber der deutsche Teil des Wissensportals Wikipedia hat die qualitativ besten Beiträge. Findet jedenfalls der Wikipeka-Gründer Jimmy Wales, und der muss es schließlich wissen. Wales sprach auf einer Konferenz in Göttingen, auf der gezielt Akademiker als Autoren für das Online-Lexikon angeworben werden sollen.

    16. Juni 2006 9
  • : epd über Urheberrechte im Dokumentarfilm
    epd über Urheberrechte im Dokumentarfilm

    Der evangelische Pressedienst (epd) berichtet über den „dokville 2006“: Fragen des Urheberrechts – Kongress, welcher in Stuttgart Anfang des Monats stattgefunden hat: Wem gehört der Ton?

    „Was ist, wenn in einem Dokumentarfilm Musik im Hintergrund läuft oder der Mitwirkende ein Lied pfeift?“ Oder: Wie geht man vor, wenn ein Dokumentarist eine Hochzeit in China dreht, für die das Hochzeitspaar sich einen Song von Madonna für die Zeremonie gewünscht hat? Oder: Was kann es kosten, wenn das Handy eines Protagonisten klingelt und die Rechte für die Klingeltöne bei einem großen Konzern liegen, wie jüngst in den USA geschehen?

    Das waren einige der praktischen Fragen, die auf dem „dokville“-Kongress „Auf schmalem Grat – Copyright und Rechte“ diskutiert wurden. Die zweitägige Veranstaltung am 1. und 2. Juni wurde organisiert vom Stuttgarter Haus des Dokumentarfilms und war gut besucht – ein Zeichen, dass das Thema aktuell ist. Und zwar auf mehreren Ebenen.

    16. Juni 2006 1
  • : Diskussion: Münchens Weg weg von Microsoft
    Diskussion: Münchens Weg weg von Microsoft

    Das WirtschaftsForum der Sozialdemokratie in München lädt am kommenden Dienstag zu einer Informationsveranstaltung mit anschließender Diskussion zum Thema: „Münchens Weg weg von Microsoft“. Als Referent wird Wilhelm Hoegner, Leiter der Hauptabteilung Informationstechnologie der Landeshauptstadt München anwesend sein.

    Am Dienstag, den 20. Juni 2006 um 19 Uhr, Unionsbräu, Einsteinstr. 42, Grüner Saal, (ÖPNV Max-Weber-Platz).

    Die Entscheidung des Stadtrates der LHS München, vom Jahre 2003 an künftig ohne Microsoft-Produkte auskommen zu wollen, hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Microsoft befürchtete einen Dominoeffekt. Die Stadt München sah den pessimistischen Voraussagen, die Abnabelung von Microsoft sei für eine Kommune von der Größe Münchens nicht zu schaffen, mit Fassung entgegen.
    Konnte sich München gegen Microsofts Marktmacht behaupten? Ist die Alternative der opensource-Programme auf Linux-Basis tragfähig?

    Für diese Fragen und ihre Beantwortung steht Dipl.-Ing. Wilhelm Hoegner zur Verfügung, der als Leiter des Amtes für Informations- und Datenverarbeitung die EDV-Politik der Stadt vorbereitet hat und nun die Umsetzung verantwortet.

    16. Juni 2006 1
  • : Datenspuren-Mitschnitte sind online
    Datenspuren-Mitschnitte sind online

    Die Mitschnitte des Datenspuren06-Symposiums vom Chaos Computer Club in Dresden sind jetzt im freundlichen Ogg-Format online erhältlich.

    z.B. Jens Ohlig über Zensur in China (16MB).

    [Danke an Patrick für die Mail]

    16. Juni 2006
  • : 26.000 Euro – Der teuerste Video-Podcast aller Zeiten?
    26.000 Euro – Der teuerste Video-Podcast aller Zeiten?

    Vier mal Video-Podcasts mit Angela Merkel kosten schlappe 26.000 Euro – natürlich ohne Ausschreibung. Für das Geld wäre doch sicher noch ein Lächeln-Filter drin gewesen, oder?

    Mehr gibts beim Stern: Was die Kanzlerin für ihre Video-Podcasts zahlt.

    [via]

    16. Juni 2006 2
  • : Brandenburg will Polizeigesetz verschärfen
    Brandenburg will Polizeigesetz verschärfen

    Das brandenburger Innenministerium unter Schönbohm hat gestern einen Referentenentwurf füre ein neues und verschärftes Polizeigesetz vorgelegt. Darin sind gesetzliche Rahmenbedingungen für die automatische Erfassung von Autokennzeichen im fließenden Verkehr, IMSI-Catchern zur Handyortung und eine Regelung zur Videoüberwachung enthalten. Dies berichtet die Berliner Zeitung: Handybesitzer überall zu orten. Während die CDU erwartungsgemäss mit dem Entwurf zufrieden ist, wird die Innenexpertin beim Koalitionspartner SPD, Britta Stark, mit den Worten zitiert: „Wir unterstützen alles, was die Verbrechensbekämpfung im Interesse der Bürger unterstützt – die Totalüberwachung wird es mit uns aber nicht geben.“

    15. Juni 2006 1
  • : Kleiner Nachrichtenüberblick zu Google-Kritik
    Kleiner Nachrichtenüberblick zu Google-Kritik

    Courtesy of the Europtopics-Newsletter der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es einen kleinen, nichtnerdischen Überblick zu Kritik an Google (quasi unverändert übernommen):

    Der kalifornische Internetgigant Google hat unter den Suchmaschinen ein Quasi-Monopol und weitet seine Geschäftsfelder weiter aus – von der Verarbeitung von Satellitenbildern bis zur individuellen Kommunikation. Kritiker sehen in der Expansion von Google, das einst für Informationsfreiheit stand, nun deren größtes Hindernis.

    Diese Zeitschriften und Artikel werden zitiert:

    Frankreich – Alternatives économiques: Quand Internet bouscule les marchés – Internet réinvente le commerce
    » zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)

    Großbritannien – The Economist: Fuzzy maths – In a few short years, Google has turned from a simple and popular company into a complicated and controversial one
    » zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)

    Spanien – El País: Cruce de alianzas en Internet – Las compañías se lanzan a cerrar acuerdos, presionadas por la ‚hiperactividad’ de Google y la caída de los valores en Bolsa
    » zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)

    Schweiz – L’Hebdo: «La chute de la maison Google? Possible!» – Olivier Andrieu, spécialiste français de l’internet, recense les facteurs qui pourraient bien causer la perte du géant de la recherche en ligne. Etonnant.
    » zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)

    Wie immer gibts auch eine Kategoriensuche bei der bpb:
    » weitere Artikel zum Thema(Medien/Global)

    [via bpb]

    15. Juni 2006 6
  • : Wissenschaftler untersuchen das Freizeitverhalten von Hackern
    Wissenschaftler untersuchen das Freizeitverhalten von Hackern

    Warum hängen Nerds und Geeks immer so lange vor ihrem Rechner herum? Der Psychologe Falko Rheinberg von der Universität Potsdam veröffentlichte nun eine Studie zur Motivationsanalyse von Hackern und ihrem Verhalten außerhalb der Arbeitszeit. Insgesamt 300 Probanden, darunter Informatikstudenten, ‑fachschaften und Mitglieder des Chaos Computer Club, nahmen an der Umfrage teil. Dabei stellte Rheinberg fest: Den größten Anreiz hat das stundenlange Ausharren vor dem Rechner, wenn es um Dinge geht, „die etwas mit gemeinsamen Aktionen am Rechner und mit Vernetzungen zu tun haben“. Der gemeinschaftliche Gedanke ist also laut der Studie am wichtigsten für die User. Ein weiteres Ergebnis war aber auch die völlig unterschiedliche Motivation von „Hackern“ und „Crackern“, die beide unerlaubt in geschützte Systeme eindringen, dabei aber von völlig gegensätzlichen Anreizen angetrieben werden.

    Die mehrheitlich männlichen PC-User (87 Prozent) lassen sich nun in drei Typen unterscheiden: Die zweckorientierten Nutzer stellen mit 58 Prozent mehr als die Hälfte dar und sind die typischen Freizeitbastler, die gerne Zeit für die Optimierung ihres Rechners aufbringen. Die zweite Gruppe der selbstbezeichneten „Hacker“ (22 Prozent) liebt es, in der Freizeit fremde Systeme zu überwinden, um eventuell Informationen für alle offen zu legen. Das bezweckt die dritte Gruppe auch, nur haben die „Cracker“ (20 Prozent) zweifelhafte Absichten, wenn sie in Systeme eindringen und dort Schaden anrichten, indem sie Informationen verändern oder zerstören. Deshalb muss zwischen den beiden letztgenannten „Hackern“ und „Crackern“ eine Unterscheidung gemacht werden: Beide legen zwar einiges Engagement an den Tag, in geschützte Systeme einzudringen, doch unterscheiden sie sich in ihrer jeweiligen Motivation völlig. Während die „Hacker“ laut der Studie durch Kompetenzfreude angetrieben werden und dadurch eine größere Expertise erlangen können, handeln die „Cracker“ andererseits mehr aus einer „rebellischen Illegalität“ motiviert heraus. Doch destruktive Energie sei oft weniger freudvoll und effizient, so Rheinberg.

    Hat eigentlich jemand unter den LeserInnen an dieser Befragung mitgemacht?

    [via]

    14. Juni 2006
  • : Scannt Eure WM-Tickets, ehe es wer anders tut!
    Scannt Eure WM-Tickets, ehe es wer anders tut!

    Der Chaos Computer Club sucht WM-Tickets, um sich genauer anzuschauen, was auf den RFID-Chips gespeichert ist. Also am besten vor dem Spiel mal bei einer von mehreren Anlaufstellen in Deutschland vorbeischauen.

    Die Tickets zur Fussballweltmeisterschaft enthalten einen Funkchip, der Daten über den Ticketinhaber enthält. Welche persönlichen Daten das Ticket ungefragt drahtlos preisgibt hat die FIFA bislang nicht klar stellen können. Sicher ist schon einmal: Es ist nicht nur eine pseudonyme Nummer enthalten, sondern auch, für welches Spiel das Ticket konkret gilt. Weitere Informationen können wir nur durch Eure Mithilfe ermitteln!

    Auch Fotos oder Scans der Tickets sind willkommen. Mehr beim CCC.

    14. Juni 2006 1
  • : Dokumentarfilm zur Überwachung sucht Sendeplatz
    Dokumentarfilm zur Überwachung sucht Sendeplatz

    Roman Mischel und Fiete Stegers von onlinejournalismus.de haben einen 45-Minuten Dokumentarfilm mit dem Titel „Alltag Überwachung“ gemacht und suchen nun Käufer und Sender. Es gibt einen vierminütigen Trailer, der schon sehr vielversprechend aussieht.

    13. Juni 2006 1
  • : HiB: Bundestagsabgeordnete werden wohl nicht überwacht
    HiB: Bundestagsabgeordnete werden wohl nicht überwacht

    Aktuell bei „Heute im Bundestag“:

    Berlin: (hib/JBU) Abgeordnete des Deutschen Bundestages werden und wurden nicht durch die Nachrichtendienste des Bundes oder durch nachrichtendienstliche Mittel überwacht. Dies erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/1740) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16/1520). Zu Maßnahmen der Landesbehörden für Verfassungsschutz äußere sie sich nicht. Die Fraktion hatte in ihrer Anfrage auf Presseberichte verwiesen, die auf eine Überwachung von Bundestagsabgeordneten durch deutsche Geheimdiensten hindeuteten.

    Sarkastisch kann man wohl dazufügen, dass der Bundesregierung zumindest nichts davon bekannt ist…

    13. Juni 2006 3
  • : FDP kopiert Grüne mit Wiki-Diskussion zur Digitalen Gesellschaft
    FDP kopiert Grüne mit Wiki-Diskussion zur Digitalen Gesellschaft

    Die FDP kopiert die Grünen mit einer Programm-Diskussion in einem Wiki zum Thema „Digitale Gesellschaft“ und verkauft das Ganze als „Unsere Liberale Kommunikationsplattform ist in der politischen Landschaft einmalig.“

    Würden sie doch im politischen Alltag die nicht-kommerzielle Privatkopie ebenso unterstützen, wie sie es in der politischen Kommunikation im Netz einfach praktizieren.

    [via]

    13. Juni 2006 1
  • : Hintergrundinformationen zu Linux in die Berliner Verwaltung!
    Hintergrundinformationen zu Linux in die Berliner Verwaltung!

    Zur aktuellen Berliner Debatte rund um die Modernisierung der IT-Verwaltungsinfrastruktur spiele ich jetzt mal ein wenig Informationsfreiheitsgesetz und stelle hier mal einige wichtige Papiere und Berichte der Berliner Senatsverwaltung des Inneren zusammen. Diese braucht man, um den gestern publizierten Bericht des Berliner Senats zur Aufforderung des Abgeordnetenhauses, eine herstellerunabhängige IT-Strategie auf Basis Offener Standards vorzulegen, zu verstehen.

    Haushalts- und Vermögensrechnung von Berlin für das Haushaltsjahr 2001, Drucksachen 15/837 und 15/2848, hier: IT-Einsatz in der Berliner Verwaltung von der Senatsverwaltung des Inneren vom 10.11.2004 (Rote Nummer 2798)

    Empfehlung des Unterausschusses „Haushaltskontrolle“ des Hauptausschusses vom 4. Februar 2005 (Rote Nummer 2798 A)

    Folgebericht: IT-Einsatz in der Berliner Verwaltung, hier: Ergänzung des Berichtes von der Senatsverwaltung des Inneren vom 10.11.2004 (Rote Nummer 2798 B)

    Einzelplan 05 – Senatsverwaltung für Inneres – Auflistung der 388 Fachverfahren der Berliner Verwaltung von der Senatsverwaltung des Inneren vom 5.9.2005 (Rote Nummer 3130 A)

    Zwischenbericht „Umstellung der Software von Microsoft nach Linux“ (Ankündigung einer Verzögerung) von der Senatsverwaltung des Inneren vom 17.10.2005 (Rote Nummer 3130 B)

    Anlage: „Projektbericht Open4Future“ – eine von Novell erstellte „Machbarkeitsstudie für den Einsatz von OSS in der Verwaltung der Berliner Bezirke“ (21 Seiten).

    Bericht: „Umstellung der Computer – Software in der Hauptverwaltung von Microsoft auf Linux“ von der Senatsverwaltung des Inneren vom 3.8.2005 (Rote Nummer 3130)

    Einzelplan 05 – Senatsverwaltung für Inneres – Fortentwicklung der IT-Planungsübersicht zu einem Projekthaushalt von der Senatsverwaltung des Inneren vom vom 3.08.2005 (Rote Nummer 3136)

    Bericht des Berliner Senats zur Aufforderung des Abgeordnetenhauses, eine IT-Strategie auf Basis Offener Standards vorzulegen vom 28.3.2006 (Rote Nummer 3779)

    Nochmal ergänzend: Bericht „Umstellung der Software von Microsoft nach Linux“ von der Senatsverwaltung des Inneren vom 28.03.2006 (Rote Nummer 3130 C)

    13. Juni 2006 1
  • : Berliner Senat will keine Freie Software
    Berliner Senat will keine Freie Software

    Nachdem im Dezember letzten Jahres der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses vom Berliner Senat gefordert hatte, bis März eine Fahrplan für eine Migration der Landesinfrastruktur hin zu Freier Software vorzulegen, gibt es jetzt eine Antwort des Senats, die Heise vorliegt: Berliner Senat sperrt sich gegen vollständige Linux-Migration.

    Die von dem Beschluss angemahnte Migration hin auf freie Software „erscheint dem Senat als nicht marktkonforme, technologisch und insbesondere wirtschaftlich nicht vertretbare Maßnahme“, konstatiert der heise online vorliegende Bericht zur Position des Parlaments. In seinen Konsequenzen sei der Beschluss der Abgeordneten auch so „nicht umsetzbar“, heißt es in dem vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Innensenator Ehrhart Körting (beide SPD) unterzeichneten Papier. Die vollständige Umrüstung widerspreche den Zielen der Berliner IT-Strategie.

    Allerdings scheint die Begründung eher bemüht und politisch motiviert zu sein als dass es technische Bedenken gäbe. Zumindest klingt das os, wenn schon die eigene SPD-Fraktion von einem „armseligen Papier“ redet:

    Aber in der SPD-Fraktion zeigt sich die Basis ebenfalls sehr unzufrieden mit der Stellungnahme des Senats. „Die Schlange windet und windet sich“, ist dort zu vernehmen. Nach „einem Vierteljahr Arbeit hoch bezahlter Beamter und zusätzlicher Experten“ sei ein „armseliges Papier“ herausgekommen.

    So werde etwa die Tatsache ignoriert, monieren die sozialdemokratischen Kritiker, dass irgendeine Migration weg von Windows NT4 generell stattfinden müsse. Gleichzeitig falle kein Wort über die Kosten des Hardware-Ersatzes von mindestens einem Drittel aller Berliner Verwaltungscomputer im Fall einer Migration nach Windows XP und des dabei gleichfalls erforderlichen Anwendungstransfers. Es gehe auch im Beschluss der Abgeordneten nicht um eine vom Senat unterstellte „Hau-Ruck-Umstellung“, sondern um Vorgaben für unbedingt notwendige Neubeschaffungen und Updates. Eine wirkliche Öffnung der Infrastrukturen sei generell erst über die Jahre hinweg zu erwarten. Der Senatsbericht dürfe daher auf keinen Fall abgenickt werden, um eine „proprietäre Migration“ zu verhindern.

    Über die engen Beziehungen zwischen dem Berliner Senat und der Firma Microsoft hatten wir ja im Herbst vergangenen Jahres schon ausführlich berichtet, als Microsoft als erste Firma überhaupt eine Party im Abgeordnetenhaus schmeissen dürfte – mit Beteiligung des Senates und zufällig mitten in der Debatte um einen Nachfolger für die alten Windows Versionen.

    Ich werde mal ausführlicher über dem Bericht schreiben, wenn ich ihn gelesen habe. Bei der Pressestelle der Berliner SPD-Fraktion geht leider im Moment niemand ans Telefon, die scheinen schon Fussball zu schauen.

    Am 22. Juni wird sich der Ausschuss für Verwaltungsreform und Kommunikations- und Informationstechnik im Abgeordnetenhaus wieder mit der Linux-Migration beschäftigen. Da bin ich leider schon in Brasilien, aber ich werd mal schauen, dass jemand da mitbloggen kann, wenn der Ausschuss öffentlich tagt.

    Update:

    Und hier ist die Antwort des Senats als PDF. Ich freue mich über Peer-Review und Bemerkungen in den Kommentaren. Im Laufe der Woche werde ich noch eine Argumentationshilfe verfassen, die wir den Fraktionen schicken. Nach einem kurzen Überfliegen kann ich mich der Meinung aus der SPD-Fraktion anschliessen – besonders gut argumentativ ist die Antwort nicht, eher bemüht. Die darin zitierten Papiere habe ich in Papierform, ich werde mal schauen, dass ich sie schnell noch in digitaler Form bekomme,um sie online stellen zu können.

    Update: Alle notwendigen Bericht und Papiere finden sich hier: Hintergrundinformationen zu Linux in die Berliner Verwaltung!

    12. Juni 2006
  • : Doch nicht soviel Kontrolle in den WM-Stadien
    Doch nicht soviel Kontrolle in den WM-Stadien

    Die Sicherheit in den WM-Stadien und die vielen Debatten rund um die umstrittenen Massnahmen – Alles für die Katz und nur ein Bluff? Scheint so, wenn man Medienberichten glaubt.

    Frankfurter Rundschau: Ungezügelter Zugang.

    Die Warnungen der Polizei, die über Lautsprecher wegen der Gefahr von Kartenfälschungen von einem Kauf dringend abrieten, verhallten ebenso ungehört wie die vom Frankfurter Polizeipräsidenten Achim Thiel verbreitete Botschaft, an den Eingängen werde „zu 100 Prozent kontrolliert.“ Das ist nach den ersten Eindrücken nämlich ausgemachter Unsinn. Die Realität in München und Gelsenkirchen, Hamburg oder Frankfurt war am ersten WM-Wochenende eine andere: Die meisten erlebten das, was Guillo aus Brüssel am Samstagabend in Hamburg widerfuhr. Er war mit drei Freunden gekommen, einer hatte ein Ticket mit falschem Namen und wollte umschreiben. Ging aber nicht, weil den freundlichen Volunteers im stickigen Stadium Ticket Center keine Umbuchung vorlag. „Wir sind 800 Kilometer hierher gefahren, und jetzt das.“ Schließlich versuchte es der Kumpel mit dem falschen Namen, was gut ging: Abgleichungen mit dem Personalausweis bei den Kontrollen waren nicht sichtbar. Wer den Pass in der Hand hatte, wurde mit Augenzwinkern durchgewunken, so ähnlich überprüfen Busfahrer die Monatstickets beim Einsteigen.

    Heise: Fußball-WM: Lückenlose Kontrolle gescheitert.

    Nicht in allen WM-Städten konnte sich das inoffizielle Motto „Friede, Freude, Fußballgucken“ durchsetzen. Bei der Ausgabe der VIP-Tickets zum Eröffnungsspiel in München sollen sich nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung tumultartigen Szenen abgespielt haben, bei denen am Ende die Tickets einfach in die Menge geworfen wurden. Die Mehrzahl der VIPs sollen am Betreten der Schlemmerzone interessiert gewesen sein, weniger an dem Eröffnungsspiel.

    12. Juni 2006
  • : Journalismus und Urheberrecht
    Journalismus und Urheberrecht

    Hallo, de.internet.com, was ist wohl an dieser Meldung bei Euch falsch?

    Tausende privater eDonkey-Nutzer müssen mit Klage rechnen – Zweiter Korb der Urhebernovelle hat Bagatellklausel nicht eingeführt

    Die zweite Urheberrechtsnovelle hat bedeutende Konsequenzen für die Strafbarkeit von Filesharing, weshalb Tausende privater eDonkey-Nutzer mit Klage rechnen müssen. Das hat Rechtsanwältin Nina Haberkamm von derKanzlei maas_rechtsanwälte im Interview mit de.internet.com erklärt. Entgegen dem ursprünglichen Plan der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, eine Bagatellklausel im Urheberrecht – die so genannte „Raubkopierer-Klausel“ – einzuführen, und damit den Massenverfahren der Staatsanwaltschaften gegen Filesharing-Nutzer ein Ende zu setzen, hat die Bundesregierung bei der zweiten Reformstufe des Urheberrechts diese Bagatellklausel nun doch nicht eingeführt, so Haberkamm. „Nach dieser Regelung wären rechtswidrige Vervielfältigungen straffrei geblieben, wenn sie nur in geringer Zahl und ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch hergestellt worden wären. Ziel dieser Regelung sollte unter anderem die ‚Entkriminalisierung von Schulkindern’ sein.“

    12. Juni 2006
  • : Google-Earth und Wikipedia als Terrorhelfer
    Google-Earth und Wikipedia als Terrorhelfer

    Nachdem im Aprtil schon verschiedene Medien über die potentiellen Gefahren für die innere Sicherheit durch Google-Earth berichtet hatten, ist diese Nachricht jetzt passend zur WM auch bis nach Mainz zum ZDF vorgedrungen: Terrorhelfer Google Earth? Der daraus entstandene Artikel ist aber gut geworden und verbreitet weniger Panik als die Überschrift aussagt.

    Die grössere Gefahr drohe sowieso durch Wikipedia, wo man schnell und bequem die geografischen Koordinaten für die Programmierung einer Kurzstreckenrakete bekomme, ohne wild durch Google Earth zu klicken. ;)

    Kurzstreckenraketen gibt es nicht im Supermarkt. Wer sich eine solche Waffe beschaffen und sie fachgerecht bedienen kann, der braucht für die exakten Koordinaten kein Google Earth, meint auch der Fuldaer EDV-Experte Volker Heil. Die geografischen Daten des Berliner Olympiastadions, der Hamburger AOL- oder der Münchener Allianz-Arena kann man zudem bequem im Online-Lexikon Wikipedia nachschlagen. Nicht Google Earth und ähnliche Programme seien das Problem, sondern die Raketen und dass es dafür einen Schwarzmarkt gibt, sagt Heil.

    12. Juni 2006 3
  • : Links und Logo: Grüne Jugend vs Gesundheitsministerium
    Links und Logo: Grüne Jugend vs Gesundheitsministerium

    Über die kreative Linking-Police des Bundesgesundheitsministeriums hatte ich schonmal im Januar vergangenen Jahres geschrieben. In dem Ministerium ist man der Meinung, dass alle Links auf die Ministeriumsseite binnen 24 Stunden gemeldet werden müssen und man dann von der Gnade abhängig ist, ob man weiterhin verlinken darf. Rechtlich ist das kompletter Unsinn und einer Regierungsseite mehr als unwürdig.

    Auch der Grünen Jugend war diese Linking Policy aufgefallen, und da dort des öfteren die Drogenpolitik des Bundesgesundheitsministeriums kritisiert wird und selbstverständlich Links dazu gehören, schrieb man das Ministerium an und teilte die Links mit. Der darauf entstehende Mail-Dialog wurde immer bizarrer und führte über die Öffentlichkeitsabteilung direkt in die Rechtsabteilung. Mittlerweile geht es nicht mehr um die Setzung von Links sondern um die Frage, ob die Grüne Jugend auf ihren Seiten in einigen Artikeln zur Dokumentation das Logo des Ministeriums benutzen darf. Dies wurde von der Rechtsabteilung mit einem Verweis auf ihre Urheberrechte untersagt und mit rechtlichen Schritten gedroht. Die Grüne Jugend hat das gesetzte Ultimatum verstreichen lassen und den kompletten Mail-Dialog transparent auf ihrer Seite veröffentlicht. Ich bin mal gespannt, wie es weitergeht.

    Unterhaltungscharakter hat das Ganze durchaus und ds Rechtsverständnis des Gesundheitsministeriums kann man durchaus als merkwürdig bezeichnen. Vielleicht kann ja mal einer der mitlesenden Journalisten in der Pressestelle anrufen und mal nach dem Stand der Dinge der rechtlichen Schritte fragen?

    11. Juni 2006 20