Dieser Artikel ist mehr als 19 Jahre alt.

c’t über den Abmahnwahn

In der aktuellen c’t gibt es einen Artikel zum Abmahnwahn, der auch online veröffenlticht wurde: Lücken im System – Warum der Abmahnungsmissbrauch in Deutschland floriert. Das Netz als Versorgungswerk Das Internet bietet unzählige neue Gelegenheiten für Abmahnungen – und es erleichtert Abmahnanwälten das Geschäft ungemein. Nach einmaliger Prüfung eines Musterfalls finden sie mit minimalem Aufwand…

  • Markus Beckedahl

In der aktuellen c’t gibt es einen Artikel zum Abmahnwahn, der auch online veröffenlticht wurde: Lücken im System – Warum der Abmahnungsmissbrauch in Deutschland floriert.

Das Netz als Versorgungswerk

Das Internet bietet unzählige neue Gelegenheiten für Abmahnungen – und es erleichtert Abmahnanwälten das Geschäft ungemein. Nach einmaliger Prüfung eines Musterfalls finden sie mit minimalem Aufwand viele gleichartige Verstöße. Dann können sie bei gleichem Anwaltshonorar pro Rechtsbelehrung serienweise abkassieren. Dies hat sich natürlich herumgesprochen. Das Geschäft mit dem Abmahnwesen floriert, zu den seriösen Kanzleien gesellen sich immer mehr windige Advokaten, die zusammen mit ihren Mandanten auf das schnelle Geld aus sind.

Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die Rechtsanwaltsschwemme sein, die seit vielen Jahren anhält: Waren im Jahr 1990 noch 56 638 Anwälte bei den deutschen Kammern zugelassen, sind es heute mehr als 138 000. In 16 Jahren hat sich die Zahl also mehr als verdoppelt. Jährlich steigt sie kontinuierlich weiter um rund fünf Prozent (siehe Abbildung auf Seite 150, c’t 13/2006).

All die neuen Juristen wollen beschäftigt sein. Während alteingesessene Kanzleien die Vertretung in Bagatellfällen oftmals ablehnen, sind die frischen Kräfte am Markt nicht nur weniger wählerisch, sondern oft aus eigenem Antrieb sehr kreativ. So kommt es, dass heute Änderungen der Gesetzeslage oder neue Auslegungen von geltendem Recht blitzschnell wahrgenommen und in kostenpflichtige Abmahnungen umgemünzt werden.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

2 Kommentare zu „c’t über den Abmahnwahn“


  1. […] Da die aktuelle CT (13/2006) das Thema Abmahnung ausführlich behandelt, und ich jedem Interessierten rate, da mal einen langen Blick reinzuwerfen, habe ich mich entschlossen, eine kleine Seite dazu aufzumachen mit einer Sammlung von Links zur eigenen Information. Bei Zeit und Gelegenheit werde ich sie weiter vervollständigen. Hilfe dazu nehme ich gerne an. Auch Netzpolitik hat sich dem Thema kurz angenommen. […]


  2. […] Netzpolitik] Category: Hacking/Making/Coding/IT You can follow any responses to this entry through the RSS […]

Dieser Artikel ist älter als 19 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.