Deutschland

  • : Piratenpartei wurde gegründet
    Piratenpartei wurde gegründet

    Die Piratenpartei Deutschland hat sich heute in Berlin gegründet: Deutsche Piratenpartei kämpft für die freie Wissensgesellschaft

    10. September 2006 6
  • : Demo gegen Überwachung, 20. Oktober in Bielefeld (zum Big Brother Award)
    Demo gegen Überwachung, 20. Oktober in Bielefeld (zum Big Brother Award)

    Nach dem ob der kurzen Vorbereitungszeit ganz vielversprechenden Start der Demo „Freiheit statt Sicherheitswahn“ im Juni wird es im Oktober die nächste bundesweite Demo geben. Diesmal haben die Leute im Westen der Republik mal die Chance teilzunehmen, denn sie findet am Nachmittag vor der Verleihung des Big Brother Award in Bielefeld statt. Hier der Aufruf. Und ja: Entgegen anderslautender Gerüchte gibt es Bielefeld wirklich.

    Freiheit statt Angst – Demo gegen Sicherheits- und Überwachungswahn
    Aufruf zur Demo in Bielefeld am Freitag, den 20. Oktober ab 15 Uhr

    8. September 2006 1
  • : Klagewellen machen freie Infrastrukturen kaputt
    Klagewellen machen freie Infrastrukturen kaputt

    Golem berichtet über ein Urteil des Landgericht Hamburg, das kürzlich feststellte, dass WLAN-Betreiber für die Sicherung ihres Routers zu sorgen haben. Anderenfalls liege ein Verstoß gegen zumutbare Prüfungspflichten vor: Ungeschütztes WLAN kann teuer werden – LG Hamburg stuft Betreiber eines offenen WLAN als Störer ein.

    Ein ungeschütztes WLAN mit Internetzugang berge die „keinesfalls unwahrscheinliche Möglichkeit, dass von – unbekannt – Dritten, die die ungeschützte Verbindung nutzen, solche Rechtsverletzungen begangen werden“, so das LG Hamburg. Dies löse Prüf- und gegebenenfalls Handlungspflichten aus, um der Möglichkeit solcher Rechtsverletzungen vorzubeugen.
    […]
    Das Gericht betont, dass allein das Einrichten eines Passwort-Schutzes nach einer bereits erfolgten Rechtsverletzung nicht ausreicht. Das legt nahe das eine WEP-Verschlüsselung nach Ansicht des Gerichts ausreichend Schutz bietet, obwohl sich diese mit einfachen mitteln knacken lässt.

    Ich weiss gerade gar nicht, wem man mehr danken soll. Dem Landgericht Hamburg für dieses innovative Urteil oder der klagenden Plattenfirma. Wenn dieses Urteil Schule macht, könnte dies Auswirkungen auch auf freie WLAN-Netze haben. Ich teile zuhause mein WLAN gerne mit der Nachbarschaft. Als ich in meine Wohnung einzog, fand ich zwar genug WLAN-Netze vor, aber alle waren verschlüsselt. So konnte ich dann erstmal Wochen auf Internet verzichten, bis mein Provider endlich mal DSL legte. Seitdem teile ich mein Netz dort gerne, weil ich die 6 MB Flatrate nur Abends und / oder Nachts nutze. Viele tun das hier in Berlin und ich bin auch glücklich, dass ich nicht nur in vielen Cafes und Restaurants, sondern auch in vielen kulturellen Plätzen freies WLAN bekomme. Initiativen wie Freifunk.net promoten freie Infrastrukturen und das sind sehr sinnvolle Initiativen, um eine digitale Spaltung zu bekämpfen, was eigentlich Aufgabe der Kommunen sein müsste. Man nennt sowas auch „Aktive Bürgergesellschaft“ in Neudeutsch und Politiker träumen doch immer von einem solchen zivilgesellschaftlichen Engagement der Bürger. Und das soll jetzt zu Ende sein, weil man ständig Gefahr läuft, dass die Musikindustrie einem das freie WLAN wegklagt und einen mit hohen Schadensersatzforderungen zivilrechtlich ruiniert? Copyright kills Innovation?

    Gehen wir mal ein wenig weiter in die Zukunft: Was ist, wenn die Stadt Berlin mal endlich ein öffentliches WLAN errichtet, wie es andere Metropolen weltweit auch planen oder verwirklichen? Soll man dann zukünftig nur Bürgern einen Netzzugang darüber verschaffen, die sich registrieren? Oder Verwaltungen trauen sich erst gar nicht, eine solche Initiative anzupacken wegen der möglichen Folgen? Danke für die Klagewellen.

    Siehe auch Heise: Unverschlüsseltes WLAN hat Folgen.

    Siehe auch „Mini-Provider und Schwarz-Surfer – Rechte und Pflichten in Wireless-Netzen“ von Rechtsanwalt Joerg Heidrich ais der c´ t Heft 13/2004.

    Die Betreiber von WLAN-Hotspots haften als Access-Provider nicht für die Rechtsverletzungen Dritter, die innerhalb des von ihnen betriebenen Netzes begangen werden. Allerdings müssen sie im Zweifelsfalle selbst nachweisen, die Handlungen nicht begangen zu haben, da sie nach außen zunächst als Verantwortlicher für die IP auftreten. Das Einloggen in ein ungeschütztes Netzwerk ist strafrechtlich nicht relevant. Allerdings kann der unerbetene Surfer dem Betreiber gegenüber zur Erstattung der dadurch gegebenenfalls entstandenen Kosten verpflichtet sein.

    8. September 2006 21
  • : CRE038 Reise in die Vergangenheit
    CRE038 Reise in die Vergangenheit

    Tim Pritlove hat für Chaosradio Express ein langes Gespräch mit Peter Glaser über die Geschichte des Chaos Computer Club geführt: Reise in die Vergangenheit.

    Am 12. September 2006 jährt sich die Gründung des Chaos Computer Clubs zum 25. Mal. Wir nehmen dieses Datum zum Anlass, einmal einen ausführlichen Blick auf die damalige Zeit zu richten. Peter Glaser ist 1983 zum Club gestossen und war über lange Zeit selbst massgeblich in die Aktivitäten der Gemeinschaft eingebunden. So hat er auch über lange Zeit die Datenschleuder inhaltlich mitgestaltet.

    Im Gespräch mit Tim Pritlove zeichnet Peter Glaser ein Fühlbild der damaligen Zeit, der Motivation der Leute, die sich im Club organisierten und der Wirkung des Clubs auf die deutsche Gesellschaft der 80er Jahre. Dabei kommt auch sehr viel Persönliches zur Sprache.

    Das Gespräch ist fast 2,5 Stunden lang und findet sich hier als MP3.

    8. September 2006
  • : Neuer Strategieansatz für mehr Netz- und Informationssicherheit
    Neuer Strategieansatz für mehr Netz- und Informationssicherheit

    Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages informiert über eine Initiative der EU-Kommission: Neuer Strategieansatz für mehr Netz- und Informationssicherheit (PDF).

    Im Rahmen der Schaffung eines einheitlichen europäischen Informationsraumes rückt die Frage nach der Sicherheit von Netzen und Informationssystemen immer mehr in den Vordergrund. Im Zuge der fortschreitenden technischen Entwicklung und der damit auftretenden Regulierungslücken entsteht hier zunehmend neuer Handlungsbedarf. Daher hat sich die Europäische Kommission entschlossen die Diskussion um die Netz- und Informationssicherheit mit der Vorlage eines Strategiepapiers neu zu beleben. Sie …

    8. September 2006
  • : DVD im Deutschlandfunk-Interview
    DVD im Deutschlandfunk-Interview

    Heute gabs im Deutschlandfunk-Magazin ein Interview mit Roland Schäfers von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz. Hier ist ein MP3, auf der Webseite hab ich keinen Text dazu gefunden.

    [Danke Bernhard]

    Auch spannend: Am 12. September gibt es dort um 19:15 „Von Jägern und digitalen Sammlern – Die neue Welt der elektronischen Überwachung

    Überall reichen die Hightech-Sensoren in den US-amerikanischen Alltag hinein: Kameras sind an öffentlichen Plätzen installiert, Handys und Autos sind ausgestattet mit GPS-Sendern; selbst Softwareprogramme haben die Mittel der Datenerfassung bereits eingebaut.

    7. September 2006 2
  • : Süddeutsche über den Präventionsstaat
    Süddeutsche über den Präventionsstaat

    Lesenswert ist der Kommentar von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung zur Innenminister-Konferenz zur Terrorismusbekämpfung und die Einführung einer neuen Anti-Terror-Datei: Der Präventionsstaat.

    Das neue Gefahrenrecht verlangt daher nicht mehr, wie es die Strafprozessordnung bislang tat, einen konkreten Tatverdacht als Eingriffsschwelle; es lässt vielmehr die bloße Möglichkeit genügen, dass der Betroffene sich verdächtig machen könnte. Die rechtsstaatlichen Regularien gelten dem neuen Gefahrenrecht als hinderliche Förmlichkeiten. Bei der Gefahrenvorbeugung ist daher schon heute den Sicherheitsbehörden mehr erlaubt, als ihnen bei der Strafverfolgung je erlaubt war. Präventive Logik ist expansiv: Wer vorbeugen will, weiß nie genug! Und so verwandelt sich der Rechtsstaat, Gesetz für Gesetz, in einen Präventionsstaat.

    7. September 2006 3
  • : ZEIT-Dossier über die Wikipedia
    ZEIT-Dossier über die Wikipedia

    In der aktuellen (Offline) ZEIT ist ein längerer und lesenswerter Artikel über die Wikipedia. Vor allem die Entstehungsgeschichte und die beiden Gründungspersönlichkeiten Jimmy Wales und Larry Sanger werden in ihrem Werdegang beschrieben. Nachdem Jimmy Wales auf der letzten Wizards of OS 3 Konferenz war, ist bei der kommenden Wizards of OS 4 Larry Sanger in einem Panel zu „Quality Management in Free Content“ dabei.

    Vielleicht kommt der Artikel ja noch in den nächsten Tagen online.

    [Danke Roman]

    7. September 2006 3
  • : Die Einladepolitik von Sabine Christiansen
    Die Einladepolitik von Sabine Christiansen

    Lobbycontrol hat die Einladepolitik der Sabine Christiansen Talkshow untersucht und kommt zu der wenig überraschenden Erkenntnis, dass die Teilnehmer doch überwiegend aus denselben Lobbynetzwerke stammen: Sabine Christiansen – Schaubühne der Einflussreichen und Meinungsmacher. Weite Teile der Gesellschaft, wie z.B. Bürgerinitiativen und Verbraucherorganisationen, dürften übrigens überhaupt nicht mittalken.

    Die Studie zeigt den Bedarf für eine konzeptionelle Neuausrichtung der Sendung. “In der jetzigen Form genügt die Sendung nicht dem öffentlich-rechtlichen Bildungs- und Informationsauftrag”, so Müller. „ARD und NDR müssen jetzt die Weichen für eine konzeptionelle Neuausrichtung der Sendung nach Christiansens angekündigtem Abgang Mitte 2007 stellen.“ LobbyControl fordert, die Verzerrung des Themenspektrums und der eingeladenen Gäste sowie die Intransparenz der Interessenverflechtungen der Gäste zu beenden.

    Eine Kurzfassung gibt es als PDF.

    [via]

    7. September 2006 3
  • : CFP für zweiten „World Usability Day“ in Berlin
    CFP für zweiten „World Usability Day“ in Berlin

    Dieses Jahr findet zum zweiten Mal der weltweite „World Usability Day“ unter dem Motto „Making life easy“ statt. Von den Veranstaltungen in über 70 Städten war der Berliner WUD im Jahr 2005 mit mehr als 100 Besuchern ein großer Erfolg. Die Veranstaltung 2006 in Berlin steht unter dem Motto „Qualifikation – Kooperation – Integration“. Die Organisatoren haben jetzt einen Call for Papers gestartet, der noch bis zum 1. Oktober läuft.

    Aus dem Motto ergeben sich die Themengebiete des Tages:

    Qualifikation: Wie und wo kann man Usability-Kompetenz erwerben?

    Kooperation: Wie arbeiten Usability Professionals mit Entwicklern, Designern, Produktmanagern und Kunden zusammen?

    Integration: Wie wird Usability in Entwicklungsprozesse integriert?

    Unser Publikum sind Interessierte an Aus-und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich des Usability Engineering, Entscheider aus Wirtschaft und Verwaltung, die Usability in ihre Prozesse einbinden wollen und Software-Entwickler, die vor der Zusammenarbeit mit Usability-Professional keine Angst haben.

    7. September 2006
  • : Microsoft macht Marktforschung
    Microsoft macht Marktforschung

    Microsoft hat das Forschungsunternehmen Ipsos damit beauftragt, „Persönlichkeiten“ aus Politik, Gesellschaft und Technologie anzurufen und einen Fragebogen im Bereich „Sozial- & Politikforschung“ zu den Themen Open Source, Geistiges Eigentum, Gesellschaftliche Verantwortung von Technologieunternehmen und Werbung beantworten zu lassen.

    Woher ich das weiß? Ipsos rief mich gerade an und obwohl der Auftraggeber Microsoft nicht genannt wurde, liessen meine Erfahrung mit Marktforschung bei den Fragen und Themen bei mir keinen Zweifel aufkommen, dass es sich um Microsoft handelt. Dazu waren die Fragen zu Microsoft-zentriert und wieso sollte IBM ein Interesse daran haben, meine Meinung zu erfahren?

    Ich bin mir immer noch unsicher, wie man bei sowas am Besten reagiert. Am Anfang ist es ja nicht klar, wer der Auftraggeber ist. Spätestens nach fünf Minuten war es dann aber zu offensichtlich und ich habe die Antworten eigentlich nur noch im Zufallsprinzip gegeben, mir also Zahlen ausgedacht. Interessant war es aber schon, die Strategie der Microsoft Marketforschung zu erfahren. Wie man MS im Gegensatz zu SAP, Google, IBM oder Linux in bestimmten Bereichen vergleicht. Es wurde u.a. gefragt, welche Firma (inkl. Linux) das Geistige Eigentum am Besten achtet, ob Gesetze dazu verschärft werden sollten oder nicht, was man vom sozialen Engagement von IBM und Microsoft mitbekommen hat, ob der Staat Open Source Software unterstützen sollte und wie man das EU-Verfahren gegen Microsoft bewertet.

    Aber letztendlich weiss ich immer noch nicht, wie ich beim nächsten Mal reagiere. Einfach auflegen oder abbrechen, wenn die Intention offensichtlich wird oder gar nicht erst mitmachen?

    7. September 2006 5
  • : *iPod:youTube* – Das Internet und die Zukunft der Musik
    *iPod:youTube* – Das Internet und die Zukunft der Musik

    Podiumsdiskussion mit anschließender Lounge, veranstaltet von Heinrich-Böll-Stiftung und Netzwerk Neue Medien am Dienstag, den 19. September 2006 um 20:00 Uhr im Grüner Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

    Mit:

    *Peter Zombik* (*IFPI*, Verband der deutschen Phonoindustrie)

    *Stephan Benn* (*VUT*, Verband unabhängiger Tonträgerhersteller)

    *Johnny Haeusler* (Blogger von *spreeblick.com*)

    *Moritz Sauer* (Netlabel-Katalog *phlow.net*)

    Moderation: *Katja Husen* (Netzwerk Neue Medien)

    DJ: *Verena Dauerer* (debug)

    Das Internet hat die Musikindustrie im rasanten Tempo verändert, wenn nicht sogar fast schon abgelöst. Bands werden heute immer öfter per Filesharing entdeckt und populär. Selbst etablierte Künstlerinnen und Künstler veröffentlichen ihre neuen Werke zuerst auf digitalen Plattformen wie „MySpace“ oder „Yahoo Music“.

    Doch welche Konsequenzen und Herausforderungen bedeuten diese Entwicklungen für das gesamte Musik-Business? Wie behaupten sich Musiker in einer zunehmend vernetzten Gesellschaft? Benötigt man heute noch die traditionellen Vertriebs- und Veröffentlichungswege?

    In der digitalen Welt des Internets sind es zumeist die Konsumenten selbst, die das Marketing in Musik-Blogs, über Chat-Propaganda in Filesharing-Börsen wie Soulseek oder sozialen Plattformen wie „YouTube“ übernehmen. Doch diesen neuen Freiheiten sind weniger technische, als vielmehr rechtliche Grenzen gesetzt. Neben der Frage nach neuen Einkommensquellen spielt vor allem das geltende Urheberrecht eine bedeutende Rolle. Denn es hält mit den neuesten digitalen Entwicklungen – wie dem Aufkommen einer verstärkten „Remix- und Austausch-Kultur“ – nicht mehr Schritt.

    Acht Jahre nach der Napster-Revolution wird immer noch fieberhaft nach neuen Verdienst- und Vertriebswegen für Musik und kulturelle Produktionen gesucht. Während Rechteinhaber und Online-Anbieter wie „iTunes“ oder „MusicLoad“ von neuen Geschäftsmodellen mit Hilfe von Kopierschutzsystemen träumen, setzen andere auf das Prinzip Offenheit: Die Netlabels mit ihren frei downloadbaren Musik-Tracks, die Creative-Commons-Bewegung mit extra dafür zugeschnittenen Lizenz-Paketen und natürlich die Heerschar der Blogger.

    Unsere Diskussion bringt unterschiedliche Standpunkte an einen Tisch und vermittelt zwischen traditionellen Bedenken und heutigen und zukunftsorientierten Visionen. Dabei werden aktuelle Tendenzen und Entwicklungen aufgegriffen, um die Kernfrage zu diskutieren: Welche Chancen eröffnet die Digitalisierung für Musiker und Labels?

    7. September 2006 3
  • : Bundesregierung reagiert auf SWIFT
    Bundesregierung reagiert auf SWIFT

    Aus dem Bundesfinanzministerium ist ein Dokument über SWIFT zur Financial Times Deutschland geleckt: Regierung sieht Swift in einer Grauzone. Daraus geht wohl hervor, dass die Bundesregierung erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Weitergabe von Finanzdaten an die USA durch die belgische Finanzagentur Swift hat. Und auch die Bundesbank wusste seit 2002 Bescheid, sah aber anscheinend keinen Anlass, die Vorfälle zu melden…

    Darin heißt es, der Sachverhalt sei einer „juristischen Grauzone“ zuzuordnen. Es sei zwar zu früh für eine abschließende Bewertung des Vorgangs, da noch nicht alle Informationen vorlägen. Allerdings sei „fraglich, ob das umfangreiche Vertragsverhältnis zwischen Swift und den Nutzern den deutschen und europäischen datenschutzrechtlichen Vorgaben standhält“.

    Die Bundesbank hatte bereits eingeräumt, dass sie 2002 über die Herausgabe der Daten informiert worden war. Diese liege aber „außerhalb des Einfluss- und Aufgabenbereichs“ der Zentralbanken, die alleine für die Finanzstabilität zuständig seien. Für Diskussionen könnte aber sorgen, warum – wenn die Berliner Darstellung korrekt ist – die Bundesbank das Finanzministerium nicht über die Praxis informiert hat.

    6. September 2006 1
  • : Vortrag: Drupal: Unter der Fahne ‚Social Software’
    Vortrag: Drupal: Unter der Fahne ‚Social Software’

    Am morgigen Dienstag wird unser Cheftechniker Mark Washeim bei uns im newthinking store einen Vortrag zum Thema „Drupal: Unter der Fahne ‚Social Software’ “ halten. Drupal ist schon seit einiger Zeit eines meiner Lieblingssysteme und wir realisieren immer mehr Kundenprojekte damit. Tolle Freie Software. Beginn ist 19:30h.

    Ich kann mir den Vortrag nicht anschauen, da ich gerade in Frankfurt angekommen bin, um an den Eschborner Fachtagen 2006 der GTZ teilzunehmen, die dieses Jahr das Motto „WISSEN MACHT ENTWICKLUNG – Erfahrung teilen, Neues gestalten“ haben. Doch davon morgen mehr.

    4. September 2006 3
  • : Netzeitung-Interview mit Peter Schaar
    Netzeitung-Interview mit Peter Schaar

    Die Netzeitung hat ein längeres Interview mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar: «Seit 9/11 wird deutlich mehr überwacht».

    Netzeitung: Sehen Sie Anzeichen dafür, dass sich Deutschland nach und nach zu einem Überwachungsstaat entwickelt?

    Schaar: Wir entwickeln uns zu einer Gesellschaft, in der immer mehr Überwachung stattfindet. Ich habe den Eindruck, dass die Diskussion vielfach verkürzt geführt wird. Bisweilen wird ausgeblendet, was die jeweilige Maßnahme bewirken kann und ob es Alternativen gibt, die angestrebten Ziele, insbesondere mehr Sicherheit im öffentlichen Raum, zu erreichen. Das sehe ich außerordentlich kritisch, zumal die Überwachung ganz überwiegend Unverdächtige betrifft. Das ziellose Erheben und Auswerten von Daten halte ich nicht nur für einen wenig effizienten, sondern auch für einen verfassungsrechtlich höchst problematischen Weg.

    Netzeitung: Was kann man dagegen tun?

    Schaar: Ich setze auf eine kritische Öffentlichkeit und auf die politisch Verantwortlichen. Die Politik sollte immer eine genaue Vorstellung davon entwickeln, was effektive Maßnahmen sind und wie die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden können.

    Thematisch passen dazu auch:

    tagesschau.de: Ministerrunde berät über innere Sicherheit – Einigung über Anti-Terror-Datei erwartet
    tagesschau.de: Hintergrund – Die geplante Anti-Terror-Datei

    rabenhorst: Das Trennungsgebot
    rabenhorst: Überlegungen zur Anti-Terror-Datei

    4. September 2006 2
  • : Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2006
    Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2006

    Die Humanistische Union Berlin blianziert aus ihrer Sicht in einem Report wichtige Entwicklungen der Berliner Innenpolitik: Bürgerrechte in Berlin 2001 – 2006.

    Hier mal ein paar thematisch passende Ausschnitte:

    Videoüberwachung
    Während die Videoüberwachung in öffentlichen Gebäuden geregelt ist und immer mit der Zustimmung des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit erfolgt, wurden in privaten Gebäuden zunehmend Kameras installiert. Besonders bedenklich ist die fast flächendeckende Überwachung privat-öffentlicher Räume wie Bahnhöfe, Kaufhauspassagen, Mietskasernen und Bürgersteigen vor Privathäusern. Die BVG begann am 1. April 2006 einen einjährigen Modellversuch auf den U‑Bahn-Linien 2, 6 und 8. Dort werden die Bahnsteige automatisch in einer 24-Stunden-Schleife aufgezeichnet. In einigen Bussen der BVG wird derzeit automatisch aufgezeichnet und nach wenigen Minuten wieder gelöscht. Die Fahrerin muss die Aufzeichnung per Knopfdruck starten. Ab diesem Moment wird aufgezeichnet. Die letzten sieben Minuten vor dem Knopfdruck sind auch aufgezeichnet. Durch eine von der Humanistischen Union 2002 unterstützte Klage gegen Dussmann konnte die dortige Videoüberwachung eingeschränkt werden. Denn das Kaufhaus überwachte nicht nur seine Geschäftsäume, sondern auch die vor dem Gebäude liegenden Arkaden und Teile der Straße.

    Rasterfahndung
    Ebenfalls wurde 2004 die Rasterfahndung im ASOG eingeschränkt. Der Grund dafür war die nach dem 11. September 2001 eingeleitete Rasterfahndung. In einem umfangreichen Bericht stellte der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit fest, dass sie besonders in der ersten Phase gegen bestehende Gesetze verstoßen hatte. Außerdem führte diese Rasterfahndung, wie die vorherigen Rasterfahndungen nicht zu Verhaftungen von Terroristen. Es wurden nur die Daten Tausender Unschuldiger auf einen vagen Verdacht hin überprüft. In das ASOG wurde aufgenommen, dass die Rasterfahndung auch bei „Gefahr in Verzug“ von einem Richter genehmigt werden muss. Der Antrag muss eine Errichtungsanordnung, ein Datensicherheitskonzept, eine Risiko-Analyse und eine Beschreibung der technisch-organisatorischen Maßnahmen enthalten.

    Informationsfreiheitsgesetz (IFG)
    Am Schluss der jetzigen Legislaturperiode wurde das Berliner IFG auf Initiative des Senates, hier besonders der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt durch die Ausweitung eines Ausnahmetatbestandes geschwächt Für diese Schwächung stimmten die SPD und die Linkspartei.PDS. Bündnis 90/Die Grünen stimmten dagegen. CDU und FDP enthielten sich.

    Ganz aktuell sind die Wahlprüfsteine zu bürgerrechtlichen Fragestellungen im Abgeordnetenhauswahlkampf 2006, die von den Parteien schon beantwortet worden sind.

    Parallel zur Abgeordnetenhauswahl in zehn Tagen gibt es auch noch eine kleien Volksabstimmung für etwas mehr demokratische Partizipationsmöglichkeiten. Im Hauptstadtblog gibt es dazu eine Übersicht: Wie war das mit der Volksabstimmung?

    Falls ich dazu komme, werde ich zum Ende der Woche hin nochmal eine Übersicht über die jeweiligen Parteipositionen zu netzpolitischen Themen bloggen.

    4. September 2006 1
  • : Verfassungsschutz NRW soll Hacken dürfen
    Verfassungsschutz NRW soll Hacken dürfen

    Der Landtag von Nordrhein-Westfalen berät gerade über eine Änderung des Verfassungsschutzgesetzes. Unter anderen soll dem Geheimdienst nun auch gestattet werden:

    heimliches Beobachten und sonstiges Aufklären des Internets, wie insbesondere die verdeckte Teilnahme an seinen Kommunikationseinrichtungen bzw. die Suche nach ihnen, sowie der heimliche Zugriff auf informationstechnische Systeme auch mit Einsatz technischer Mittel.

    So weit, so unstrittig und auch bei heise und anderswo bereits berichtet. Die Bewertung ist allerdings umstritten. Karsten Rudolph, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, bewertet das als „staatlich organisierten Hausfriedensbruch“. Der Leiter des Verfassungschutzes, Hartwig Möller, erwiderte, die Rechte des Geheimdienstes würden nur nur transparenter gemacht. In der Tat steht auch im derzeit geltenden Gesetz schon drin, dass der Dienst diese Sachen unternehmen darf:

    die Sichtbarmachung, Beobachtung, Aufzeichnung und Entschlüsselung von Signalen in Kommunikationssystemen; (…)
    weitere vergleichbare Methoden, Gegenstände und Instrumente zur heimlichen Informationsbeschaffung, insbesondere das sonstige Eindringen in technische Kommunikationsbeziehungen durch Bild‑, Ton- und Datenaufzeichnungen.

    Die öffentlichen Begründungen für die Änderung sind allerdings reichlich absurd. Innenminister Ingo Wolf (FDP) verweist darauf, dass die Kofferbomber sich die Anleitungen zum Bombenbau im Internet besorgt hätten. Demnach müsste der Verfassungsschutz sich auch für Chemiebücher der Oberstufe interessieren und sämtliche Schulbibliotheken überwachen. Wolf sagte ausserdem, bisher habe der Dienst nur Aktivitäten ausländischer Netzwerke im Internet verfolgen können, mit der neuen Regelung würde man auch im Inland aktive Gruppen überwachen können. Die „Welt“ hat das auch gleich so übernommen. Das sind allerdings zwei unterschiedliche Änderungen, die nichts miteinander zu tun haben. Zum einen wird der Katalog der Befugnisse in §5 um den„Internet“-Absatz erweitert. Das gilt aber für alle Tätigkeiten des Verfassungsschutzes.

    Zum anderen wird der §5a geändert, der die Auskunftspflichten von Banken, Telekommunikationsdienstleistern und anderen Branchen regelt. Die mussten bisher nur Informationen an den Geheimdienst rausrücken, wenn die angebliche Bedrohung aus dem Ausland kam. Nach der neuen Fassung sollen sie auch die Neugier der Schnüffler befriedigen müssen bei

    Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind oder eine ungesetzliche Beeinträchtigung der Amtsführung der Verfassungsorgane des Bundes oder eines Landes oder ihrer Mitglieder zum Ziel haben

    Das wird uns als „Terrorismus“ verkauft, kann aber auch jede andere politische Opposition treffen, die mit dem derzeitigen System nicht einverstanden ist. Interessanterweise sollen mit dem neuen Gesetz die Auskunftspflichten für Postdienstleister und Fluglinien wieder gestrichen werden.

    Was diese „Internet“-Regelung für Folgen haben wird, bleibt abzuwarten. Nachdem die CDU-Innenminister ja schon gegen Anonymisierungsdienste Sturm laufen, dürften dann demnächst auch Virenscanner und Firewalls verboten werden, weil sie ja den Antiterror-Kampf der Geheimdienste unterlaufen könnten. Witzigerweise hat der nächste Kongress des in NRW beheimateten Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik das Motto „Innovationsmotor IT-Sicherheit“.

    1. September 2006 8
  • : WOS4 – Netlabel Parties
    WOS4 – Netlabel Parties

    Noch zwei Wochen bis zur Wizards of OS 4 und z.B. diesen Netlabel-Parties:

    31. August 2006 1
  • : The BOBS – Deutsche Welle International Weblog Awards 2006
    The BOBS – Deutsche Welle International Weblog Awards 2006

    Heute wurden wieder „The Best of Blogs – Deutsche Welle International Weblog Awards“ gestartet. Im Gespräch mit DW-WORLD.DE erläutert Julien Pain von Reporter ohne Grenzen die Bedeutung von Weblogs: Weblogs verändern die Medienlandschaft.

    In diesem Zusammenhang betont Pain die wichtige Rolle, die Weblogs in der Medienlandschaft spielen: „Das Großartige an Weblogs ist, dass sie Menschen, eine Stimme geben, die zuvor stumm waren. Sie geben Menschen eine Stimme, die ihre Meinung in Ländern frei äußern wollen, in denen aber freie Meinungsäußerung gefährlich sein kann.“ Jeder könne sein eigenes Weblog aufsetzen, erklärt Pain, ob man mit der politischen Linie oder aber dem Diktator seines Landes übereinstimme oder nicht. „Ich glaube fest daran, dass Weblogs – überall auf der Welt – die Medienlandschaft verändern werden.“

    31. August 2006