Microsoft macht Marktforschung

Microsoft hat das Forschungsunternehmen Ipsos damit beauftragt, „Persönlichkeiten“ aus Politik, Gesellschaft und Technologie anzurufen und einen Fragebogen im Bereich „Sozial- & Politikforschung“ zu den Themen Open Source, Geistiges Eigentum, Gesellschaftliche Verantwortung von Technologieunternehmen und Werbung beantworten zu lassen.


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Woher ich das weiß? Ipsos rief mich gerade an und obwohl der Auftraggeber Microsoft nicht genannt wurde, liessen meine Erfahrung mit Marktforschung bei den Fragen und Themen bei mir keinen Zweifel aufkommen, dass es sich um Microsoft handelt. Dazu waren die Fragen zu Microsoft-zentriert und wieso sollte IBM ein Interesse daran haben, meine Meinung zu erfahren?

Ich bin mir immer noch unsicher, wie man bei sowas am Besten reagiert. Am Anfang ist es ja nicht klar, wer der Auftraggeber ist. Spätestens nach fünf Minuten war es dann aber zu offensichtlich und ich habe die Antworten eigentlich nur noch im Zufallsprinzip gegeben, mir also Zahlen ausgedacht. Interessant war es aber schon, die Strategie der Microsoft Marketforschung zu erfahren. Wie man MS im Gegensatz zu SAP, Google, IBM oder Linux in bestimmten Bereichen vergleicht. Es wurde u.a. gefragt, welche Firma (inkl. Linux) das Geistige Eigentum am Besten achtet, ob Gesetze dazu verschärft werden sollten oder nicht, was man vom sozialen Engagement von IBM und Microsoft mitbekommen hat, ob der Staat Open Source Software unterstützen sollte und wie man das EU-Verfahren gegen Microsoft bewertet.

Aber letztendlich weiss ich immer noch nicht, wie ich beim nächsten Mal reagiere. Einfach auflegen oder abbrechen, wenn die Intention offensichtlich wird oder gar nicht erst mitmachen?

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5 Kommentare
  1. Nenn ruhig Ross und Reiter, also nimm in Deinen Antworten deutlich Deine hier immer wieder gezeigte Position ein. Wenn man schon mal gefragt wird…

  2. Es ging um eine ganze Menge. Einerseits klassische Marktforschungsfragen, was man denn von den letzten Werbekampagnen so alles mitbekommen hat. Dies dient i.d.R. dazu, eigene Marketingaktionen zu evaluieren.

    Ansonsten gab es viele Fragen in die Richtung, was man von offenen Standards hält; welche Firmen am ehesten offene Standards unterstützen; wer als wie Innovativ wahrgenommen wird; welche Schulungs- und Aktionsprogramme (wie Schlaumäuse – Microsoft Produkte für Kindergärten) bekannt sind und wie diese ankommen; was man von den Google Web-zentrierten Services denkt und natürlich ob man die Microsoft Konkurrenzprodukte mitbekommen hat; welches Unternehmen als aggressiv in seinem Geschäftsgebahren wahrgenommen wird; ob man ein IT-Unternehmen in den letzten Monaten durch bestimmte Aktionen als positiver oder negativer wahrnimmt, etc. Dann gab es viele Multiple-Choice Fragen, wo man verschiedene Antworten zur Verfügung hätte a la „Worauf sollte der Staat bei der Beschaffung achten“: a) Interoperabilität, b) Offener Quellcode, c) Sicherheit, d) blabla… Hab nicht mehr alles im Kopf, beim nächsten Mal schreib ich mit.

    Ich bin mir nicht so sicher, ob ich alle Fragen wahrheitsgemäss beantworten soll. Man hilft dadurch der Microsoft Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, effektiver zu arbeiten und sich besser in der Öffentlichkeit und im politischen Raum zu positionieren.

  3. Ich würde denen eine Teufel helfen, ihre quasi Monopolstellung weiter zu Sichern.

    OpenSource-Software ist inzwischen in guter Qualität für alles Mögliche da, Linux reift immer mehr zur Alternative zu Windows. Nachvollziehbar, dass MS nervös wird und gerne rechzeitig wissen möchten, wie sie weiter Krake bleiben dürfen.

    Für mich ist MS unheimlich, wie alle Monopolstrukturen. Ich würden denen nicht auch noch bei der strategischen Planung helfen.

    Just my 2 Cent

  4. Monopolisierung in jeder Art und Weise verhindert und zerstört alle Arten von Entwicklungen. Ich bin für Vielfalt und Weiterentwicklung aller Arten und nicht für die Verdummung der Massen zugunsten einiger Weniger

    Mit freundlichem Grusz,

    marcus regenberg,Krefeld

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