Deutschland

  • : Kopierschutz entmündigt!
    Kopierschutz entmündigt!

    Disclaimer: Alles Material dieses Beitrages steht auch zu kommerziellen Zwecken unter der Quellangabe „CCC“ honorarfrei zur Verfügung. Die traditionelle Presse ist herzlichst eingeladen, sich zu bedienen.

    Heute beginnt in Berlin die Internationale Funkausstellung (IFA). Übliche Verdächtige aus dem netzpolitischem Umfeld brachten einen Warnhinweis vor der Bevormundung durch Kopierschutzsysteme am Messegelände an:

    Hier ein zweiminütiges Beweisvideo via YouTube. Es lässt sich auch als kleine (8 MB) und große (27 MB) Datei im Freien Standard OGG sowie mit H264 kodiert (AVI, 20 MB) herunterladen. Gerne stellen wir zur Weiterverwendung das Quellmaterial in Originalqualität (DV) zur Verfügung. Bitte schreibt eine Mail an wetter(@)berlin.ccc.de.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    Passend dazu gibt es hier mal fünf kurze Punkte, weshalb Du Dich kritisch mit dem dort beworbenen Themen DRM / Kopierschutztechnologien auseinander setzen solltest.

    Warum solltest Du Dir Gedanken darüber machen?

    1) Du verliert die Kontrolle über Deine eigene Hardware. Die Kontrolle über Deine eigenen Computer und elektronischen Geräte übernehmen die Anbieter der DRM-Systeme. Diese können Dein Medienverhalten einschränken und überwachen. Und Dir jederzeit den Zugriff auf die erworbenen Medien entziehen. Schau mal in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

    2) Du verlierst traditionelle Verbraucherrechte. Du verlierst das Recht, die erworbenen Medien zu verkaufen oder zu verleihen. Du wirst nicht mehr in der Lage sein, Privatkopien anzufertigen oder Deine Medien mit Freunden und Deiner Familie zu teilen.

    3) Du solltest Dir Sorgen um Deine Privatsphäre machen. Möchtest Du, dass eine detaillierte Übersicht über Dein Medienverhalten ähnlich gespeichert wird, wie Deine Telefonrechnung? Auf den Servern von Firmen, die Du nicht kontrollieren kannst und ggf. mit dem Zugriff durch Sicherheitsbehörden? Wo Data-Mining Programme mehr über Dich herausfinden können, als Du denkst? Willst Du, dass die Musikindustrie weiss, wann Du im Schlafzimmer Kuschelrock hörst?

    4) DRM-Infrastrukturen eigenen sich hervorragend zur Zensur. Mit denselben Systemen, die hier Deinen Medienkonsum kontrollieren wollen, können in z.B. China auf allen Rechnern die Wörter „Demokratie“ oder „Dalai Lama“ zensiert werden.

    5) Kopierschutz und DRM-Infrastrukturen sind teuer und müssen von irgendwem bezahlt werden. Die Rechnung ist ganz einfach: Du zahlst als Verbraucher höhere Preise und die Künstler bekommen weniger Einkommen.

    Kopierschutz entmündigt Dich in Deinem Medienkonsum. Nutze Deine Macht als Verbraucher und boykottier diese Technologien einfach!

    Natürlich gibt es noch mehr Punkte, weshalb man DRM boykottieren sollte. Du kannst ja weitere Punkte in den Kommentaren ergänzen.

    In hoher Auflösung gibt es die Bilder hier, hier und hier. Nachdruck ist mit Quellenangabe „CCC“ oder „Chaos Computer Club“ ausdrücklich erlaubt.

    – More coming soon –

    31. August 2006 58
  • : Wighnomy Brothers
    Wighnomy Brothers

    Das für mich unerwartete Highlight auf der c/o pop war Samstags Nachts ein Live-Set von den „Wighnomy Brothers“ aus Jena. Das hat noch mehr gerockt als die ganze Kompakt-Labelnight am Abend zuvor. Auf ihrer Webseite gibt es ein paar Links zu Live-Sets von vergangenen Festivals und Parties.

    30. August 2006 3
  • : 6. internationale literaturfestival berlin
    6. internationale literaturfestival berlin

    Im Rahmen des 6. internationalen literaturfestivals berlin vom 5. bis 16. September 2006 gibt es auch drei Veranstaltungen mit einem netzpolitischen Bezug.

    Am 9. Spetember findet um 14:30h im Haus der Berliner Festspiele/Foyer die Diskussion „China, Blicke: Internet in China“ statt.

    Julien Pain (F), Internetexperte der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ und Prof. Dr. Jörg Becker (Universität Marburg) diskutieren mit anderen Teilnehmern die aktuelle Situation des Internet in China.

    Die nächsten beiden Veranstaltungen finden am 10. September statt:

    12:30h, Haus der Berliner Festspiele/Foyer:

    Internet und Demokratie

    Sohrab Mahdavi(Iran), Patricia de Souza(Peru/Frankreich)
    Moderation: Caroline Fetscher

    Das Internet ist für Journalisten in politisch restriktiven Systemen zum oft einzig verbliebenen Medium ihrer Berufsausübung geworden. Newsrooms und unabhängige Nachrichtendienste sind zu einer „Gegenöffentlichkeit“ geworden. Zwar finden Zensurbehörden immer wieder Wege, Seiten zu sperren, aber gleichzeitig ist noch kein Mittel gefunden, die vitale weblog-Szene zu kontrollieren, die ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung praktiziert. Die Zirkulation der Informationen durch diese privaten Verteiler ist zu einer wichtigen „basisdemokratischen“ Instanz geworden. Welche Rolle spielt das Medium in demokratischen und restriktiven Gesellschaften?

    Und um 17:00, Haus der Berliner Festspiele/Foyer

    Die Digitalisierung der Archive
    Moderator: Robin Meyer-Lucht
    Wolfgang Ernst, Medienwissenschaftler HU Berlin, Roland Kamzelak, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Jens Redmer, Google Book Search und Hans Uszkoreit, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Entwickler „dropping knowledge“, diskutieren die Risiken und Chancen der Digitalisierung klassischer Archive und die Form der Archive der Zukunft.

    30. August 2006
  • : Neue Vorschläge für Daten in der Anti-Terror-Datei
    Neue Vorschläge für Daten in der Anti-Terror-Datei

    Wenn das mit den Diskussionen um die Anti-Terror-Datei so weiter geht, dann verramscht die Grosse Koalition im Moment unsere Bürgerfreiheiten: Neue Vorschläge für Daten in der Anti-Terror-Datei.

    Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz gab gegenüber der Financial Times Deutschland an, dass neben der Religionszugehörigkeit auch „sexuelle Auffälligkeiten“ in der Datei gespeichert werden könnten. In der Talkshow „Das Duell“ auf n‑tv ging Wiefelspütz noch einen Schritt weiter und erklärte, die Geheimdienste müssten als Experten und Profis selbst bestimmen, was in die Anti-Terror-Datei aufgenommen werden soll. Wiefelspütz’ Gegenpart, der Unions-Fraktionsvizepräsident Wolfgang Bosbach, verlangte im Interview mit der Tageszeitung Die Welt, dass in der Datei Waffenbesitz und Waffengebrauch vermerkt werden sollen. Außerdem möchte Bosbach die Fingerabdrücke von Einreisenden „aus Problemstaaten“ in die Datei aufnehmen lassen. Wer zu den Problemstaaten gehört, darüber machte Bosbach keine Angaben. Auch die Tatsache, dass Fingerabdrücke mit den kommenden biometrischen EU-Visa in dem Schengen-Informationssystem II (SIS II) gespeichert werden, spielt für Bosbach keine Rolle.

    Das grosse Problem neben der (verfassungsmässig sinnvollen) Aufhebung der Trennung von Geheimdiensten und Polizei (Wir haben mit Gestapo und Stasi im letzten Jahrhundert genug schlechte Erfahrungen damit gemacht) ist ja immer, wer wie Terror und Terrorismus definiert.

    Und da sind dann mal schnell Menschen in einer Datei, die mit Greenpeace einen Castorzug anhalten oder sich auf der falschen Demo aufhalten. Und so einfach kommt man aus diesen Dateien nicht mehr raus, oftmals hilft dann eigentlich nur noch, wenn man sich in ein Parlament wählen lässt. Bei dem Thema „sexuelle Auffälligkeiten“ lässt sich auch schon erahnen, dass dies in Bayern anders aufgefasst werden dürfte als im liberalen Norden. Wird dann auch schon vermerkt, dass man homosexuell ist? Bleibt zu hoffen, dass die Sicherheitsfanatiker mit all ihren Plänen nicht durchkommen. Irgendwann bleibt nicht mehr viel, was man an usnerer Demokratie noch beliebig abholzen könnte, wenn mal die nächste Terrordrohung durch die Medien wandert.

    30. August 2006 7
  • : Die Befreiung der Information – GNU/Linux und die Folgen
    Die Befreiung der Information – GNU/Linux und die Folgen

    Im „Matthes & Seitz Berlin“-Verlag ist von André Spiegel das Buch „Die Befreiung der Information. GNU,Linux und die Folgen“ erschienen.

    Die Spielregeln, nach denen die Gesellschaft mit Information umgeht, haben begonnen, sich zu verändern. Es geht dabei um hohe Ideale, aber auch um viel Geld und um mächtige Interessen. André Spiegel dokumentiert in allgemeinverständlicher Weise, was sich zur Zeit in den planetaren Datennetzen abspielt. Er geht auf die Zukunft des Buches in der digitalen Welt ebenso ein wie auf die Geschichte und Prinzipien des Wikipedia-Projekts. Sein Buch ist eine faszinierende Reise durch eine Welt der freien Information, die bereits keine Utopie mehr ist, sondern oft nur einen Mausclick entfernt.

    Das Buch steht unter der „Creative Commons Namensnennung, Keine Bearbeitung, Keine kommerzielle Verwendung, in der Version 2.0 für Deutschland“ Lizenz und kann als PDf kostenfrei heruntergeladen und wahlweise im HTML-Format auf der Webseite durchgelesen werden.

    Zur Qualität kann ich (noch) nichts sagen.

    30. August 2006
  • : Die FAZ zur c/o pop
    Die FAZ zur c/o pop

    Die FAZ berichtete gestern über c/o pop, wo ich letzte Woche in Köln verweilte: Musik ist eine Nähmaschine.

    Die Musikbranche glaubt gern an Wunder. Worauf hat man nach den gigantischen Umsatzeinbrüchen seit den späten Neunzigern nicht alles seine Hoffnung gesetzt – auf Musikportale im Netz, auf Kopierschutz und Schulhofrazzien, auf „Cross-Marketing“ und Superstarwahlen und schließlich, als letzte Wunderwaffe, auf Klingeltöne. Warum es also nicht einmal mit Massagen probieren? Gleich hinter dem Eingang der Kölner Popmesse c/o Pop stößt der Besucher auf das Angebot: „Gehetzt, genervt, verspannt – relaxt auf den Masssagestuhl! Die Minute für achtzig Cent“. Das ist billiger als ein Download bei I‑Tunes, aber vermutlich für den pfiffigen Anbieter um einiges ertragreicher.

    Einen abschliessenden Kommentar hatte ich wohl noch nicht geschrieben. Von der Konferenz hatte ich mir progressiveres erwartet als weiterhin Katerstimmung. Das allgemeine Ambiente war sehr angenehm, das Wetter draussen zu kalt und verregnet (dafür konnten die Veranstalter nichts), aber die Parties waren weitgehend grossartig. Hat sich also gelohnt und man muss nicht nach Barcelona zum Sonar Festival fliegen, um ein vergleichbares cooles Festival zu erleben.

    [Danke Mo]

    30. August 2006
  • : Der Papst-Podcast ist da
    Der Papst-Podcast ist da

    Passend zum Papst-Besuch in Bayern, welcher in zwei Wochen stattfinden wird, gibt es jetzt schon im Vorfeld den „Papst-Podcast“. Aber nicht der Benedikt spricht den, sondern beispielsweise die Experten vom Regensburger Bischofshof, welche die Leibspeisen des Papstes schon lange kennen.

    Zum Besuch von Papst Benedikt XVI. in Bayern gibt es einen eigenen „Papst-Podcast“. In aktuellen Audiofiles liefert der Podcast Informationen zur Vorbereitung der Papstvisite, aber auch praktische Servicehinweise und Hintergrundinformationen während des Besuchs.

    Getragen wird die Plattform von der Radioredaktion des Bistums Regensburg, der Diözese Passau und des Sankt Michaelsbundes, der die Radioarbeit im Erzbistum München und Freising verantwortet.

    Als Alternative kann ich auch den Godcasting-Podcast empfehlen:

    http://www.godcasting.de/category/podcast/feed/rss2/

    29. August 2006
  • : Wizards of OS 4 – Die Show des Freien Wissens
    Wizards of OS 4 – Die Show des Freien Wissens

    Hier ist die aktuelle Pressemitteilung zur „Show des Freien Wissens“ auf der kommenden Wizards of OS 4 in Berlin.

    » Freies Wissen? Freies Wissen!

    Von freier Software hat inzwischen schon fast jeder gehört. Aber freies Wissen, freie Filme, Musik, Infrastruktur – was soll das sein? Die Show des Freien Wissens, eine Publikumsveranstaltung im Rahmen des Informatikjahres, zeigt am 16. September in der Columbiahalle Berlin auf unterhaltsame Weise, was es damit auf sich hat.

    Der Siegeszug freier Software ist unaufhaltsam: Mittlerweile laufen 70 Prozent aller Webserver unter dem freien Betriebssystem GNU/Linux, der Firefox-Browser erobert die Herzen der Web-Surfer, OpenOffice die Büros. IBM, Google, Yahoo und viele andere Firmen investieren Milliarden Euro in die Entwicklung freier Software. Doch von freien Inhalten haben bisher die wenigsten gehört. Dabei sind auch freie Musik, Filme und Texte längst ein Bestandteil des Internet-Alltags – nur findet die „heimliche Revolution“, wie die Entwicklung bisweilen genannt wird, ohne großes Getöse statt. Das ist zwar sympathisch, aber fast ein wenig schade – denn hier passiert etwas, was größte Aufmerksamkeit verdient.

    Die Show des freien Wissens, die am 16. September um 15 Uhr in der Columbiahalle Berlin stattfindet, gibt der „heimlichen Revolution“ des freien Wissens eine Bühne. Äußerst unterhaltsam, nicht nur für Computer-Experten verständlich und spannend vermittelt die Show Grundlagen und Inhalte von freiem Wissen und freier Software. Helge Haas, bekannt als Fernseh-Moderator von ARD-Wissenschaftssendungen wie Q21 und Kopfball, stellt die spannendsten Projekte und ihre Macher vor. Zum Beispiel: Musiker, die ihre Songs kostenlos im Internet zur Verfügung stellen und trotzdem Geld mit ihrer Musik verdienen. Die Berliner Freifunk-Initiative, die an einem flächendeckenden freien Internet-Zugang in der Stadt arbeitet. Und der „Elvis des Cyberspace“ und Urheberrechts-Reformer Larry Lessig. Die Show richtet sich an ein Publikum von Jung und Alt, bietet neben dem 90-minütigen Bühnenprogramm die Gelegenheit mitzumachen und die Experten selbst zu befragen – und es winken attraktive Preise. Und das Beste: Der Eintritt zur Show des Freien Wissens ist, wie sollte es anders sein, frei. Einlass ab 14.30 Uhr. Um Anmeldung im Internet wird gebeten: www.wizards-of-os.org/show.

    Macher und Projekte des freien Wissens: Die Höhepunkte der Show

    Bestes Beispiel für freies Wissen ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die inzwischen nahezu jeder Surfer kennt, und die zu den 20 populärsten Websites der Welt gehört. Doch die meisten Nutzer machen sich wenig oder keine Gedanken darüber, dass Wikipedia nur entstehen konnte, weil ihr Wissen frei ist – frei im Sinne von freier Rede, nicht von Freibier, wie es Richard Stallman, der Vater der Free-Software-Bewegung, so unnachahmlich ausdrückte. Denn die Texte dürfen verändert und weiter gegeben werden – aber nur unter der Bedingung, dass das, was daraus entsteht, wieder verändert und weiter gegeben werden darf. Durch diesen “Vererbungseffekt “ ist garantiert, dass das Wissen nicht angeeignet werden kann und so immer wieder die Grundlage bildet für neues Schaffen, neue Werke, neue Kreativität.

    Seit Lawrence Lessig, Jura-Professor in Stanford, die Creative-Commons-Lizenzen entwickelt hat, verbreiten sich freie Inhalte wie ein Lauffeuer. Diese CC-Lizenzen erlauben es Kreativen, ihre Werke anderen auf einfache Art und Weise zur Verfügung zu stellen, so dass diese daraus Neues entwickeln können. Bereits vier Jahre nach der „Erfindung“ der Lizenzen stehen mehr als zehn Millionen CC-lizenzierte Werke im Internet bereit, um von anderen nicht nur genutzt, sondern auch re-mixed, neu arrangiert und umgeschrieben zu werden. Ein guter Anlass, sich von Lawrence Lessig selbst berichten zu lassen, wie er auf die Idee kam und was ihn antreibt. Der „Elvis des Cyberspace“, wie ihn das Kult-Magazin Wired nennt, wird in der Show zu Gast sein.

    Ebenso wie der Netlabel-Musiker Disrupt aus Leipzig, der seine Dub-Reggae-Stücke frei zum Download zur Verfügung stellt – so wie Tausende andere Musiker, die ihre Musik bekannt machen wollen und dank des Internet nicht mehr auf den Plattenvertrag eines Major Labels angewiesen sind. Der Musikjournalist und Buchautor Moritz mo. Sauer, selbst Betreiber eines Netlabels, das bereits für den Grimme-Online-Award nominiert war, wird Hintergründe erläutern und Chancen für Musiker aufzeigen. Vielleicht sitzt der nächste, bislang unentdeckte Netz-Star ja bereits im Publikum.

    Die neueste Entwicklung sind freie Filme. Mit freier Software produziert, unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, ist etwa die Fantasy-Animation „Elephants Dream“ gerade zum Shooting Star der Filmwelt aufgestiegen: weit mehr als eine halbe Million Downloads sprechen für sich. Die ersten Re-Mixes des Films, dank CC-Lizenzierung selbstverständlich legal und erwünscht, sind inzwischen ebenfalls im Netz zu bewundern. „Elephants Dream“ ist einer der erstaunlichen Filme, die im Filmprogramm der „Show des Freien Wissens“ zu sehen sind.

    Die Show des freien Wissens wird vom WOS (Wizards of OS) e.V. in Zusammenarbeit mit dem Berliner Medienkulturzentrum c‑base und dem mit dem Grimme Online Award ausgezeichneten Urheberrechtsportal iRights.info veranstaltet. Sie ist Teil des Wissenschaftsjahres 2006, das die Informatik und ihrer vielfältige Anwendung beleuchtet. Das Informatikjahr wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiiert, durchgeführt wird es gemeinsam mit mehr als 350 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur.

    » Show des Freien Wissens, Samstag, 16. September 2006, 15.00 Uhr, Columbiahalle, Columbiadamm 13–21, 10965 Berlin

    Zum Disclaimer: Ich bin als Mitglied des Programmkomitees an der Organisation beteiligt, netzpolitik.org ist Medienpartner und newthinking ist normaler Partner der WOS4.

    29. August 2006 1
  • : Bitkom fordert Klarstellung bei Informationspflichten des Telemediengesetzes
    Bitkom fordert Klarstellung bei Informationspflichten des Telemediengesetzes

    Heise berichtet über ein Positionspapier des Bitkom zum Telemediengesetz: IT-Branchenverband gegen vorauseilende Überwachungspflicht für Provider.

    Konkret erscheint der Lobby-Vereinigung eine Klarstellung nötig, dass private Homepages wie Vereinsseiten, Weblogs, Meinungsforen, Fotosites oder Chats nicht den allgemeinen Informationspflichten des TMG unterliegen. Dies müsse auch dann gelten, wenn diese Dienste oder Informationen anbieten, die anderswo nur gegen Entgelt zu erhalten seien. Der Verband denkt dabei auch an Shareware- oder Open-Source-Angebote. Diese würden das Wesen des Internet ausmachen, das laut dem Bitkom „gerade dem freien und ungehinderten Austausch von Informationen zwischen unterschiedlichen Beteiligten dienen soll“, könnten aber auch Alternativen zu kostenpflichtigen Diensten darstellen. Der TMG-Entwurf sieht vor, dass „geschäftsmäßige“ Anbieter von Telemedien ihre Identität preisgeben und etwa die Adresse oder Telefon- und Faxnummern veröffentlichen müssen. Solche Verpflichtungen könnten der Eingabe zufolge gerade Weblog- und Forenbetreiber in ihrer „Kommunikationsfreiheit unangemessen einschränken“.

    Diese Klarstellung ist wichtig und notwendig. Beim ersten Anlauf unter der alten Regierung hatten wir dies auch noch kritisiert und Verbesserung gefordert.

    Passend dazu sei auch nochmal auf den Chaosradio Express-Podcast Nr 29 verwiesen, wo Tim Pritlove mit Alvar Freude über die Themen “Haftung für Links und das Telemediengesetz” geredet hat.

    29. August 2006
  • : Fünf Thesen zur Zukunft des Fernsehens?
    Fünf Thesen zur Zukunft des Fernsehens?

    Auf SpOn werden „Fünf Thesen zur Zukunft des Fernsehens“ vorgestellt. Dabei musste der Autor „tief in die Glaskugel schauen“, um auf folgende Thesen zu kommen: Die Zukunft bringt grössere, schärfere, hochauflösendere, interaktivere Fernseher und man kann überall fernsehen. Soweit, sogut. Nur dass man diese Thesen schon seit mehr als einem Jahrzehnt hört – auch wenn es jetzt mal realer wird. Besonders innovativ ist da nichts.

    Meiner Meinung müsste man im 2006 auch noch die These „Fernsehen wird vielfältiger durch Citizen Journalism“ heute in einer solchen Thesensammlung vorkommen. Diese Vielfalt wird vermutlich das Fernsehen im nächsten Jahrzehnt entscheidender verändern als schärfer, hochauflösender und grösser. An Videoplattformen, Videoblogs und RSS können wir jetzt schon sehr unscharf erkennen, wohin die Reise führen wird.

    29. August 2006 4
  • : Volkszählung 2010/2011
    Volkszählung 2010/2011

    Das Bundeskabinett hat heute beschlossen, dass Deutschland sich 2010/2011 an einer EU-weiten Volkszählung beteiligt. Dabei sollen nach Angaben des Innenministerium die Daten überwiegend durch Erhebungen bei Einwohnermeldeämtern oder der Bundesagentur für Arbeit gewonnen werden. Dieses so genannte registergestützte Verfahren würde nur rund 450 Millionen Euro anstatt 1,4 Milliarden Euro kosten wie bei einer traditionellen Volkszählung. Die erhobenen Daten sollendurch die Befragung von Immobilienbesitzern und Hausverwaltern per Post sowie stichprobenartige Interviews ergänzt werden.

    In einer AFP-Meldung äusserte sich der Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar dazu:

    Nach Ansicht des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar ist gegen eine registergestützte Volkszählung „grundsätzlich nichts einzuwenden“. Er werde jedoch nach der Maßgabe des Bundesverfassungsgerichts von 1983 „sorgfältig darauf achten, dass nur die Daten erhoben werden, die erforderlich und gesetzlich erlaubt sind“, erklärte Schaar in Bonn. Die Daten dürften etwa nicht in die Verwaltung zurückfließen und in Besteuerungsverfahren oder zur Korrektur der Melderegister verwendet werden.

    Grosse Freude über die Datenerhebnung gbts bei unserem Innenminister Wolfgang Schäuble, der dieses Vorhaben als „lohnende Investion“ bezeichnete, da „ungenaue Daten zu kostspieligen Fehlplanungen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft führen könnten.“

    Bei dpa gibt es das ganze Vorhaben etwas ausführlicher erklärt: Intensive Vorbereitung des registergestützten Zensus beginnt.

    Ziel des Zensus ist es, verlässliche Zahlen zur Bevölkerung in Deutschland und deren Arbeits- und Wohnverhältnissen zu gewinnen. Diese Eckdaten werden außerdem eine Vielzahl von Statistiken, wie zum Beispiel die Bevölkerungsfortschreibung oder den Mikrozensus, auf eine neue Grundlage stellen. Im Unterschied zu früheren Jahrzehnten erfolgt keine traditionelle Volkszählung, bei der alle Einwohner befragt werden. Das Verfahren des registergestützten Zensus nutzt stattdessen hauptsächlich Verwaltungsregister – vor allem die der Kommunen und der Bundesagentur für Arbeit. Daneben werden Informationen über Gebäude und Wohnungen, über die es keine flächendeckenden Verwaltungsdaten gibt, postalisch bei den Gebäude- und Wohnungseigentümern erfragt. Ergänzende Stichproben ermitteln per Interviews beispielsweise Daten zu Ausbildung und Bildung, die ebenfalls nicht in den Verwaltungsunterlagen vorliegen. Bei allem geht es nicht um die individuellen Lebensverhältnisse der einzelnen Bürgerinnen und Bürger. Vielmehr sollen – bei strikter Wahrung des Statistikgeheimnisses – Strukturdaten ermittelt werden.

    Noch ausführlicher informiert das Bundesinnenministerium: Deutschland beteiligt sich mit einer registergestützten Zählung an der kommenden Volkszählungsrunde der EU 2010/2011.

    Und ich bin gerade etwas verwundert, weshalb auf bundesregierung.de ausgiebig über die Papstaudienz von Angela Merkel informiert, ich aber dort keine Infos zu diesem Vorhaben finden konnte.

    29. August 2006 18
  • : Auf dem Weg zum Wiki – Bibliographisches Institut stellt Lexikon online
    Auf dem Weg zum Wiki – Bibliographisches Institut stellt Lexikon online
    Wenige Wochen nach dem allgemeinen Neustart der Website meyers.de, mit der das Bibliographische Institut & F.A. Brockhaus (BIFAB) die Marke „Meyers Lexikonverlag“ präsentiert, geht nun ein Lexikon online, das technisch auf der Mediawiki-Software aufbaut, die zum Betrieb der Online-Enzyklopädie Wikipedia entwickelt und eingesetzt wird. Elementare Wiki-Funktionen sind dabei jedoch ausgeschaltet, die Hinweise auf Mediawiki ergeben sich nur indirekt aus noch nicht gesperrten Funktionen.„Meyers Lexikon Online“ basiert nach Verlagsangaben auf der gedruckten Taschenbuchausgabe in 26 Bänden, die in diesem Jahr in zehnter Auflage neu erscheinen wird. BIFAB verspricht die Möglichkeit, in 150.000 Stichwörtern nachschlagen zu können. Nach der Laufnummernvergabe in Mediawiki befinden sich jedoch weniger als 90.000 einzelne Seiten in dem Wiki, inclusive Layout-Elementen, und mehreren Fehlerkorrekturen, Querverweisen und Platzhaltereinträgen.

    Leser können sich, wie in Mediawiki vorgesehen, wahlweise einen Benutzeraccount zulegen, wenn sie den Nutzungsbestimmungen des Verlages zustimmen. Dort wird das Bearbeiten von Artikeln explizit untersagt. Ausgenommen sind Diskussionsbeiträge und Feedback an die Redaktion. Ein per Hand eingegebener Edit-Link zur Fehlerkorrektur in Artikeln führt zu einer gesperrten Seite. Auf den Diskussionsseiten lassen sich nur neue Einträge einstellen, jedoch keine Antworten auf bestehende Fragen verfassen.

    Wer auf Lücken in dem Lexikon stößt, kann der Redaktion einen Vorschlag für einen neuen Artikel zusenden, dieser kann neben dem Stichwort selbst auch einen Formulierungsforschlag für den Artikel als solchen enthalten. Der Verlag lässt sich in den Nutzungsbestimmungen umfassende Rechte zur Verwendung von Diskussionsbeiträgen zusichern, eine Vergütung findet nicht statt. Ob darunter auch lexikalische Artikel fallen, bleibt offen.

    3. Mit dem Einstellen von Diskussionsbeiträgen erhält BIFAB das nicht exklusive, zeitlich und räumlich unbeschränkte Recht zur Verbreitung der eingestellten Inhalte.

    Weder für angemeldete noch für nichtangemeldete Benutzer auf einfachem Weg einsehbar ist die Versionsgeschichte eines Artikels, beispielsweise eine erfolge Fehlerkorrektur in Lebensdaten der kubanischen Führung. Diese Informationen sind durch das händische Ändern der URL mit Mediawiki-Kenntnissen einholbar. Der Verlag hat hier eine Sperre eingebaut, die zu häufiges Abfragen von Daten von einer IP aus unterbinden soll.
    Mediawiki steht wie Linux unter der GPL, einer Lizenz, die die freie Verwendung und Modifizierung der Software auch für kommerzielle Zwecke erlaubt. Irreführend ist daher auch die Nutzungsbestimmung, die hier auch mit einem direkten Verweis auf Software solche Freiheiten verneint:

    1. Bestimmte Materialien (einschließlich Software) im Zusammenhang mit den Webseiten, die online oder offline eingesetzt werden, sind für BIFAB und/oder Dritte durch gewerbliche Schutzrechte, Urheberrecht oder sonstige Rechte geschützt. Der Kunde erwirbt daran keine über die oben eingeräumte Nutzungsberechtigung hinausgehenden Rechte.

    BIFAB ist nicht der erste Anbieter von unfrei lizenzierten lexikalischen Inhalten, der Anleihen am Wiki-Konzept und Wikipedia nimmt. Im April 2005 führte der Software-Riese Microsoft auf der englischsprachigen Version des Online-Nachschlagewerkes Encarta ein „edit this page“-Werkzeug ein, in dem Benutzer Textvorschläge an eine Redaktion schicken konnten. In den Medien wurde dies allgemein als „wikieske Funktion“ betitelt.

    Unter dem Projektnamen „aLEXander“ arbeitet der Verlag mit österreichischen Partnern an einem Communityprojekt, das Tagesnachrichten und lexikalische Inhalte des „Brockhaus Multimedial“ zusammenbringen soll. Ein Termin für den Start von aLexander steht noch nicht fest, nach einem Readers-Edition-Artikel wurde der Prototyp aus dem Netz genommen. Die Domain www.ask-lex.com ist derzeit noch nicht aktiv.

    29. August 2006
  • : Schwarzbuch Datenschutz ist erschienen
    Schwarzbuch Datenschutz ist erschienen

    Passend zum kommenden Weihnachtsgeschäft ist das „Schwarzbuch Datenschutz“ erschienen.

    Mautdaten für die Fahndung, Anti-Terror-Dateien, Konsumprofile durch Kundenkarten, Adresshandel, geheimdienstliche Ausforschung von Journalisten, Scoring, Videoüberwachung, RFID-Schnüffelchips… das Thema „Datenschutz“ hat mittlerweile eine breite Öffentlichkeit erreicht – nicht zuletzt wegen der BigBrotherAwards. Den Bürgerinnen und Bürgern ist keineswegs egal, was mit ihren Daten passiert.

    Deshalb gibt es nun das „Schwarzbuch Datenschutz“. Es dokumentiert die übelsten Datensammler aus sechs Jahren BigBrotherAwards und bietet zu allen Preisträgern aktuelle Ergänzungen. Dazu ein Index, Buch- und Filmtipps sowie ein Beitrag mit dem programmatischen Titel „Tausche Bürgerrechte gegen Linsengericht“. Das Buch versammelt Beiträge von Alvar Freude, Frank Rosengart, Fredrik Roggan, Karin Schuler, padeluun, Rena Tangens, Rolf Gössner, Thilo Weichert und anderen. Der Autor und Bachmann-Preisträger Peter Glaser schrieb das Vorwort „Orwellness“.

    Rena Tangens & padeluun (Hg.)
    Schwarzbuch Datenschutz
    Ausgezeichnete Datenkraken der BigBrotherAwards
    broschiert, 192 Seiten, 13,90 Euro
    Edition Nautilus, ISBN: 3894014946

    29. August 2006 1
  • : Weltreport zur Informationsfreiheit 2006
    Weltreport zur Informationsfreiheit 2006

    Die Webseite freedominfo.org hat Anfang Juli einen Weltreport zur Informationsfreiheit veröffentlicht, den ich gerade gefunden habe: „Freedom of Information Around the World 2006: A Global Survey of Access to Government Records Laws“ (PDF / 1MB). Demnach gibt es mittlerweile in 68 Staaten Informationsfreiheitsgesetze. Neuerdings auch in Deutschland.

    29. August 2006
  • : Maxell und MTV unterstützen Privatkopie
    Maxell und MTV unterstützen Privatkopie

    Maxell und MTV unterstützen die Privatkopie Verwundert reibe ich mir diesen Morgen die Augen: entgegen anderslautender Statements unterstützen der Musikdauersender MTV und der Tonträgerhersteller Maxell offenbar doch die Erstellung von Privatkopien. Bei der typischen rotationsbasierten Programmgestaltung würde das einen beachtlichen Teil der Mainstream-Musik betreffen, zumal die Top 20 ja den dicksten „revenue stream“ erzeugen. Kann das wahr sein? Jedanfalls, wie man auf entsprechenden CD‑R Rohlingen IMO unschwer erkennen kann, wurde extra dafür sogar ein knallfarbenes Logo entwickelt! Das ist ein sehr lobenswertes Statement gegen die politisch noch schwammigen Verweise auf mangelnden Verhandlungsspielraum im „Zweiten Korb“ der Novellierung, die schon viel Kritik auf sich gezogen hat.

    Der nächste logische Schritt in der Kamagne müsste dann sein, dass MTV auch die ausgestrahlte Musik selber zum Download anbietet, die somit legal erworben werden kann. Oder evtl. sogar fertig gebrannte CDs direkt beim Sender bestellt werden können, natürlich auf originalen Maxell-Datenträgern, in bester DRM-freier Qualität, und auf dauerhaft haltbaren Rohlingen. Damit könnte man dem weit verbreiteten Protest gegen DRM sinnvoll begegnen. Wir fänden das auch gut.

    (Ein Klick auf das Bild führt auf die vollständige Ansicht des Covers. Das Bild ist etwas verschwommen, weil ich die Schutzfolie nicht entfernt habe.)

    29. August 2006
  • : Mehr Datenschutz bei Berliner Melderegister gefordert
    Mehr Datenschutz bei Berliner Melderegister gefordert

    Wenn man in Berlin wohnt, zieht man relativ oft um. Zumindest statistisch gesehen im Vergleich zu anderen Orten in Deutschland. Nach einem Umzug wundert man sich immer über all die Werbe-Post, die einem dann in den Briefkasten wandert. Und das zu einem Zeitpunkt, wenn man noch nicht einmal alle Rechnungen, etc. umgezogen hat. Dies scheint ein Datenschutz-Problem beim Melderegister zu sein. Der Berliner Landesdatenschutzbeauftragte Alexander Dix plädiert laut Heise für eine Stärkung der Bürgerrechte im Einwohnerregister. Bei der laufenden Novelle des Berliner Meldegesetzes sollen seiner Meinung nach Bürger bessere Auskunfts- und Kontrollmöglichkeiten über die behördliche Datenweitergabe erhalten.

    Mehr gibts bei Heise: Mehr Datenschutz bei Berliner Melderegister gefordert.

    Dix macht sich weiter dafür stark, dass der Bürger künftig bei An- oder Ummeldung entscheiden kann, ob seine Daten von der Meldebehörde an Adressbuchverlage weitergegeben werden und ob sie beispielsweise gedruckt oder elektronisch veröffentlicht werden dürfen. Bislang kann er nur einen pauschalen Widerspruch einlegen. Wird nun seine Einwilligung gemäß dem Opt-in-Verfahren verlangt, setzen sich die Betroffenen eher mit den Risiken dieser technischen Entwicklung auseinander, hofft Dix. Dazu gehöre auch die von vielen als Plage empfundene Belästigung durch unerwünschte Direktwerbung.

    28. August 2006
  • : HAZ über Creative Commons und Netlabels
    HAZ über Creative Commons und Netlabels

    Die Hannoverische Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtete am Wochenende über Creative Commons und Netlabels und zitierte mich in einem Artikel: Die Gema und die Creative-Commons-Lizenz: Das Entweder-oder-Problem

    Verwundert bin ich immer noch über die Annahme der GEMA, dass nur „Hobbymusiker“ CC-Lizenzen verwenden würde:

    Für den Pressesprecher der Gema, Hans-Herwig Gayer, liegt da der Knackpunkt: „Man muss sich entscheiden, ob man professionell oder im Hobbybereich Musik machen will.” Dies scheint eine endgültige Entscheidung. Denn einerseits kann ein CC-lizenziertes Werk nicht bei der Gema aufgenommen werden, andererseits kann man bei der Gema nur mit seinem Gesamtwerk Mitglied werden.

    Das mag in Deutschland so sein, gerade wegen der GEMA-Problematik. In anderen Länder sehen wir ganz andere Beispiele. Ich würde z.B. die Beastie Boys, Gilberto Gil, Brian Eno und Pearl Jam nicht gerade als Hobby-Musiker bezeichnen.

    In dem Artikel „Zukunftsmusik“ geht es explizit um Netlabels. Vorgestellt wurden 12rec.net, Pentagonik und Pulsar-Records. Die sind übrigens alle sehr zu empfehlen.

    28. August 2006 8
  • : OLG-Begründung zum „Heise-Forenurteil“
    OLG-Begründung zum „Heise-Forenurteil“

    Heise berichtet über die Begründung des OLG zum „Heise-Forenurteil“:

    Das hanseatische Oberlandesgericht (OLG) hat am heutigen Montag die schriftliche Begründung zu seinem Urteil gegen den Heise Zeitschriften Verlag nachgereicht (Az. 324 O 721/05, PDF). Am 22. August hatte das Gericht entschieden, dass der Verlag ein Artikelforum auf heise online dann auf rechtswidrige Beiträge hin überwachen muss, wenn er konkret auf dort bereits stattgefundene Rechtsverstöße hingewiesen wurde.

    Das bedeutet jetzt:

    Allgemein gesprochen hält der OLG-Senat „eine spezielle Überwachungspflicht des Betreibers dann für angemessen, wenn dieser entweder durch sein eigenes Verhalten vorhersehbar rechtswidrige Beiträge Dritter provoziert hat, oder wenn ihm bereits mindestens eine Rechtsverletzungshandlung von einigem Gewicht im Rahmen des Forums benannt worden ist, und sich die Gefahr weiterer Rechtsverletzungshandlungen durch einzelne Nutzer bereits konkretisiert hat“. Weil der Verlag sein Forum gewerblich betreibe, sei ihm eine Überwachung überdies „eher zuzumuten“ als privaten Forenbetreibern.

    28. August 2006
  • : Bundestags-Kunstwerk darf nicht in Weblog
    Bundestags-Kunstwerk darf nicht in Weblog

    Man mag es gar nicht glauben: Im Bundestag gibt es das Kunstwerk „Der Bevölkerung“. Früher sollten die Abgeordneten aus ihren Wahlkreisen ein bisschen Erde mitbringen und gemeinsam in dem überdimensionierten „Blumentopf“ schmeissen. Das Projekt findet sich immer noch im Bundestag und die SPD-Politikerin Petra Tursky-Hartmann hat in ihrem Weblog „Hotel Falkenstein“ drei selbstgemachte Bilder davon veröffentlicht. Daraufhin bekam sie Post von der VG Bild-Kunst. In einem offenen Brief an den Bundestags-Präsidenten beschrieb sie, was dann passierte:

    Das Fotografieren dieser Kunstwerke ist bislang nicht explizit verboten gewesen. Allerdings stellt die Veröffentlichung dieser Fotos im Internet eine Nutzung dar, die der Genehmigung der Rechtsinhaber bedarf. Die VG Bild-Kunst hat mir angeboten, dass ich meine Fotos gegen Lizensierung auch in Zukunft auf meiner Homepage, die keine kommerziellen Interessen verfolgt, veröffentlichen darf. Das Honorar für die Veröffentlichung dieser drei Fotos beträgt monatlich 2.- € plus 7% MwSt. Entsprechend den Forderungen der Verwertungsgesellschaft habe ich ab 1. August 2006 einen auf ein Jahr befristeten Vertrag in Höhe von 25,68 € abgeschlossen. Vor einigen Tagen hat mich nun die VG Bild-Kunst informiert, dass der Künstler Hans Haacke die Zustimmung zur Veröffentlichung meines Fotos – obwohl ich bereit bin, das geforderte Honorar an die VG Bild-Kunst zu zahlen – verweigert.

    In dem offenen Brief stellt sie jetzt folgende Fragen:

    1. Wie viele Bundestagsabgeordnete haben bislang Fotos von „Der Bevölkerung“ auf ihren Homepages veröffentlicht und für die Veröffentlichung entsprechender Fotos Honorar an die VG Bild-Kunst gezahlt?
    2. Wie oft wurde vom Künstler Hans Haacke bereits ein Veröffentlichungsverbot für Fotos von „Der Bevölkerung“ ausgesprochen?
    3. Wie hoch ist die Summe, die für das Kunstwerk „Der Bevölkerung“ aus Steuermitteln aufgewendet wurden?
    4. Ist dem Bundestagspräsidium bekannt, dass die „Bevölkerung“ von einer Verwertungsgesellschaft vermarktet wird?
    5. Ist der Deutsche Bundestag ein öffentlicher Raum oder eher eine Art Museum, wo die Schrankenregelung des Urheberrechts (§ 59) gilt?

    Mehr gibts auch bei Heise: Der Bevölkerung gewidmetes Kunstwerk darf nicht auf private Homepage. Unklar ist, ob sich das Bewusstsein der SPD-Fraktion in Sachen Urheberrechtsreform wandelt, wenn man mal alltägliche Probleme im Internet live erleben dürfte.

    28. August 2006 5
  • : Wegen Terrorismus-Gefahr: Windows verbieten?
    Wegen Terrorismus-Gefahr: Windows verbieten?

    Tagesschau.de hat Kai Hirschmann, Terrorismusexperte am Essener Institut für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik, zu Massnahmen gegen den „dschihadistischem Terrorismus“ befragt: ‚Auch Terroristen arbeiten mit Windows“.

    tagesschau.de: Würde es denn etwas nutzen, Verschlüsselungs- und Anonymisierungssoftware zu verbieten?

    Hirschmann: Ich glaube nicht, dass das weiter hilft. Das wäre auch nur ein Kurieren an Symptomen. Verfügt ein Terrorist über die notwendige Entschlüsselungssoftware für verschlüsselte Nachrichten, kann man an diesen Schlüssel herankommen, wenn man Zugang zur Szene hat und Informationen sammeln darf. Zudem nutzen die Terroristen Standardverfahren, die man als Computerprogramme in jedem Elektronikfachmarkt kaufen kann. Das sind keine Top-Secret-Militärlösungen. Die Terroristen verlassen sich auf übliche Lösungen, wie sie Nachrichtendienste oder Militär verwenden. Sie müssen sich auf Lösungen verlassen, die funktionieren: Terroristen arbeiten auch mit Windows.

    28. August 2006 4