Deutschland

  • : Studie zu Wirtschafts-nahen Think-Tanks und Patriotismuskampagnen
    Studie zu Wirtschafts-nahen Think-Tanks und Patriotismuskampagnen

    Sehr interessant ist die 49-seitige Studie „Die zweite Welle der Wirtschaftskampagnen“, die Rudolf Speth für die Hans Böckler Stiftung erstellt hat. In der Studie geht es um Kampagnen und Thinktanks wie „Du bist Deutschland“, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ und die „Stiftung Marktwirtschaft“. Detailliert wird beschrieben, wie diese entstanden sind, wer dahinter steht und wie sie arbeiten.

    In der Pressemeldung zur Veröffentlichung („Aktuelle Welle von Kampagnen will mit Emotionen und Patriotismus Botschaften der Wirtschaft platzieren“) heisst es:

    Es ist eine neue Form von Kampagnen entstanden. Sie verbindet Elemente der Werbung mit dem Lobbying. Die Akteure sammeln sich unter einem Kampagnendach, um ihre Interessen durchzusetzen. Auffällig ist, dass nicht selten der Absender undeutlich bleibt. Beispiel dafür ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), deren grundsätzliche Arbeitsweise Dr. Speth bereits in einer anderen Studie untersucht hat. Die Verbindung zum Auftraggeber ist lockerer und für Außenstehende nicht immer deutlich. Das schafft neue Freiheiten in der Kampagnenführung.

    Auch Blogs werden in der Pressemeldung genannt:

    Mit dem Blogging ist ein Journalismus entstanden, der Kampagnen gefährlich werden kann. Die Reaktionen der Blogger werden für die politische Diskussion immer wichtiger. In ihnen zeigt sich eine neue demokratische Kultur, die Marketing-Strategien durchkreuzen kann.

    Allerdings bewegt sich der Autor in diesem Feld noch etwas unsicher, wenn man auf Seite 34 der Studie beim Kapitel über Gegenreaktionen zur „Du bist Deutschland“-Kampagne folgende Stilblüte liest:

    Heftige Gegenreaktionen gab es auch aus der Bildbloggingszene, beispielsweise von www.flickr.com, eine Seite, in der Blogger ihre Fotos und Montagen einstellen können.

    Die Studie ist lesenswert, kostet gedruckt 10 Euro und wer nett fragt, bekommt vielleicht auch wie ich ein Rezensionsexemplar als PDF zugemailt.

    [via]

    9. August 2006
  • : TVU Player 2.2 erschienen: internationales P2P-Breitband-TV
    TVU Player 2.2 erschienen: internationales P2P-Breitband-TV

    Liebe TVU Networks aus Shanghai, Euer neuer Player ist ja schön und netter anzusehen als in der alten Version. Es macht auch nichts, dass er noch ab und an abstürzt, denn endlich kann ich einige der Fernsehkanäle von daheim in Taipei gucken, ohne doch noch eine Satellitenschüssel kaufen zu müssen. (Das geht ja mit der Software von pplive.com auch ganz gut, nur braucht der auch noch so viel extra Medienabspielsoftware.) Und endlich kann ich auch javafrei das Deutsche Welle-TV gucken. Während der WM machte es auch nichts, hab ich mir sagen lassen, wenn Bild und Ton etwa 90 Sekunden später kamen als gegenüber beim Nachbarn. Ist das bei der Bundesliga dann auch so? Macht alles nichts. Mir gefällts, übersichtlich-simples Interface. Danke auch für das Forum, wo ich mir Kanäle dazuwünschen darf.

    Aber: Ich hätte den Player gerne auch als Open Source-Produkt für Linux, bitte, wenn es keine Umstände macht. Dann kann ich es am Arbeitsplatz nutzen, so es die Bandbreite hergibt. Dazu würde ich vorübergehend auch übersehen, dass die Technologie auf (womöglich) geschützten und systemisch heiklen Patenten beruhen. Dankeschön.

    Ach, falls wer in Shanghai arbeiten will: die Firma sucht Leute, die auch unter Linux entwickeln können. Offsite geht aber leider nicht, und wer die Jobbeschreibung nicht lesen kann braucht sich auch nicht zweisprachig bewerben. Ob da doch noch was Freies bei rauskommt?

    [Danke Mathias!]

    8. August 2006 2
  • : Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules
    Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules

    Volker Grassmuck hat für Telepolis die Themen der kommenden Wizards of OS 4 zusammengefasst: Information Freedom Rules.

    Wir schreiben das Jahr 2006. 15 Jahre nach Start der GNU General Public License, 10 Jahre nachdem John Perry Barlow die Unabhängigkeit des Cyberspace erklärte und 5 Jahre nach Gründung der Wikipedia. Zeit für eine Bestandsaufnahme.

    Freie Protokolle ermöglichen das Internet. Freie Software dominiert auf den Servern. Die Freiheitsbewegung in den Wissenschaften geht mit großen Schritten voran. Die freie, kooperative Online Enzyklopädie Wikipedia ist als Referenz fest etabliert. Und jeden Tag sind es mehr Menschen, die kulturelle Ausdrucksformen jeder Art frei erschaffen und miteinander austauschen.

    Unbedingt vormerken und kommen: „Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules“ – 14.-16 September in Berlin.

    7. August 2006 2
  • : Bundesdruckerei schaut in die Zukunft
    Bundesdruckerei schaut in die Zukunft

    Die privatisierte Bundesdruckerei hat auf ihrer Homepage eine Chronik zu „125 Jahre Bundesdruckerei“ veröffentlicht. Auf der letzten Seite geht es vom Jahr 2000 bis in die Zukunft des Jahres 2010. Und da steht dann prognostizierend:

    Die Grenzen der Industriestaaten werden von der Bundesdruckerei mit automatischen Erkennungssystemen ausgestattet, die Personen quasi im Vorbeigehen identifizieren. Dazu gehören auch Identitätskarten mit Chips, die dreidimensionale biometrische Merkmale speichern. Zehn Jahre später sind solche Ausweise nicht mehr nötig. Maschinen sind in der Lage, Menschen zweifelsfrei zu erkennen. Vollelektronische Systeme ermöglichen vielfältige Zugangskontrollen im privaten und staatlichen Bereich.

    Das ist doch Realsatire, oder?

    Update: Dank für den Hinweis in den Kommentaren. Steht da wohl schon seit zwei Jahren so auf der Seite.

    [Danke an Torsten]

    7. August 2006 6
  • : Deutsche Stiftung Eigentum
    Deutsche Stiftung Eigentum

    Heute bekam ich eine Einladung zu einem Kongress mit dem Titel „Geistiges Eigentum: Schutzrecht oder Ausbeutungstitel – Zustand und Entwicklungen im Zeitalter von Digitalisierung und Globalisierung“. Das ist normalerweise nichts ungewöhnliches, solche Einladungen bekomme ich häufig. Interessant an dieser war nur der Veranstalter: „Deutsche Stiftung Eigentum“. Kannte ich noch nicht und scheint ein weiterer Think-Tank zu sein, der „Geistiges Eigentum“ weiter in der Politik verankern möchte. Das Kuratorium und der Stiftungsrat sind voller Professoren wie Hans-Olaf Henkel, bekannt aus Christiansen, dem „Konvent für Deutschland“ und vom BDI.

    Die Stiftung wurde 2003 offiziell anerkannt. Vorher gab es ein Kuratorium, welches schonmal einen „Bericht zur Lage des Eigentum“ herausbrachte, wie eine Pressemitteilung verkündete:

    Als Höhepunkt der Arbeit des Kuratoriums hebt er die Herausgabe des „Berichtes zur Lage des Eigentum“ hervor, der im April 2002 dem Parlament übergeben wurde. Der Bericht fand eine ausführliche Würdigung als wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung über das „Konzept Eigentum“.

    Übrigens ist die Stiftung natürlich vollkommen unabhängig und nicht von Partikularinteressen geleitet:

    Die Stiftung wird sich daher aktiv in den öffentlichen Meinungsbildungsprozeß einschalten, und dabei Gefährdungen des in der Verfassung festgelegten Grundgedankens des privaten Eigentums aufzuzeigen. Dies wird wissenschaftlich fundiert und überparteilich erfolgen. Die Stiftung bediene nicht Interessen, sondern trete für eine Idee und damit für das Ganze ein.

    Mit dem oben genannten Kongress soll nun ein weiterer „Bericht zur Lage des Geistigen Eigentums“ vorbereitet werden. Die Ergebnisse dieses Kongresses sollen dann in einen nicht-öffentlichen Nachfolgekongress mit Wissenschaftlern hineinfliessen, die dann wiederum diesen Bericht schreiben und dann dem Bundestag übergeben sollen. Was bei diesem Beicht herauskommen wird, lässt sich schon an den Unterstützern des Kongresses erkennen: BASF, „Deutschland – Land der Ideen“, Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.. Als Redner sind u.a. der deutsche Börsenverband und Kurt Biedenkopf als Keynotespeaker dabei. Wie immer bei solchen Veranstaltungen wird Dr Günter Krings von der CDU sicher wieder alle Forderungen aufsaugen und sie in den Bundestag einbringen.

    Klingt das unabhängig und wissenschaftlich?

    7. August 2006 4
  • : Was speichern die Mautbrücken?
    Was speichern die Mautbrücken?

    Die Diskussion um die „Mautfahndung“ ist ja im vollem Gange. Ich fands bisher mühseelig, bei jedem neuen Begehren eines konservativen Sicherheitsfanatikers darüber zu bloggen. Aber hier sind mal ein paar interessante News: LKW-Maut: Von der Maut- zur Fahndungstechnik.

    Alle Mautbrücken registrieren damit nach Aussage von Toll Collect jederzeit den LKW-Verkehr und speichern dabei

    1. das Bild des Fahrzeugs,
    2. den Namen der Person, die das Motorfahrzeug führt (wenn in der OBU eingegeben),
    3. den Ort und die Zeit der mautpflichtigen Bundesautobahnbenutzung,
    4. das Kennzeichen des Fahrzeugs oder der Fahrzeugkombination sowie
    5. die für die Mauthöhe maßgeblichen Merkmale des Fahrzeugs oder der Fahrzeugkombination.

    Doch nur ein Bruchteil dieser Brücken überträgt im „Beweismittelmodus“ ihre Daten online in das Kontrollzentrum von Toll Collect, wo alle Daten maximal 72 Stunden gespeichert sein dürfen, ehe sie zur Abrechnung weitergereicht werden (wo die Daten zwei Monate lagern dürfen). Die übrigen Brücken speichern ihre LKW-Daten (die PKW-Daten werden noch im Prozess der Datenaufnahme gelöscht) auf der Festplatte der Mautkontrollbrücke, wo sie nach 24 Stunden überschrieben werden. Ein polizeiliches Fahndungssystem, das diese Mautdaten nutzen will, muss also sicherstellen, dass alle Daten vor dem Überschreiben von den Festplatten gesichert werden.

    Dazu passt auch der Artikel „LKW-Maut: Fahndung kontra informationelle Selbstbestimmung“, wo einige kritische Meinungen zusammengestellt wurden.

    7. August 2006 4
  • : Podcasting-Special beim Deutschlandradio
    Podcasting-Special beim Deutschlandradio

    Das Deutschlandradio hatte am Samstag in der Sendung „Computer und Kommunikation ein Special zum Thema „Podcasting“:

    Abonnement per RSS (MP3)
    Radio zum Mitnehmen (MP3)
    Das Digitale Logbuch: Joggen mit Dr. Angela (MP3)
    Jagd auf User (MP3)
    Zukunftsmarkt Podcasting (MP3)

    7. August 2006 1
  • : Telepolis über die DRM-Kompetenz von Bitkom
    Telepolis über die DRM-Kompetenz von Bitkom

    Torsten Kleinz remixed bei Telepolis die Studie über die digitale Medienwelt im Auftrag vom Verbraucherzentrale Bundesverband und die MP3-Partyhinweise von Bitkom, über die ich zuletzt mal geschrieben hatte: Copyright-Verwirrung.

    DRM – digitales Rechtemanagement – sollte eigentlich Klarheit für die Konsumenten bringen, wie sie korrekt mit digitalen Waren umzugehen haben. Doch in der Realität ist die Situation verworrener als je zuvor. Selbst Experten können kaum noch dazu raten, welche Angebote unbedenklich sind und wo Kunden übervorteilt werden

    Eigentlich müsste die Überschrift ja „Urheberrechts-Verwirrung“ heissen, oder? :-)

    7. August 2006 1
  • : Online-Seminar zu „Bürgerfreiheit statt Überwachungsstaat“
    Online-Seminar zu „Bürgerfreiheit statt Überwachungsstaat“

    Die Friedrich Naumann Stiftung bietet wieder ein Online-Seminar zum Thema „Bürgerfreiheit statt Überwachungsstaat“ an, was am 14. August 2006 startet.

    Freiheit und Sicherheit stehen für Liberale immer in einem Spannungsverhältnis zueinander. Wesentliche Aufgabe des Staates ist es, Freiheit und Eigentum seiner Bürger zu schützen. Gleichzeitig sind der Schutz der Menschen vor staatlichen Übergriffen und der Schutz der Privatsphäre ein vorrangiges Ziel. In Zweifelsfällen stehen Liberale immer auf der Seite der Freiheit.

    Die stetige Telefonüberwachung, Speicherung von Internetdaten, Erfassung von genetischen Fingerabdrücken – die verfassungsrechtlich geschützte Position des Bürgers wird immer mehr eingeschränkt. In einem weiteren Schritt wurden die Konten der Bundesbürger „gläsern“: Seit mehr als einem Jahr dürfen Arbeitsagenturen und andere Behörden nahezu alle Daten zu Konten und Depots abfragen. Das Bankgeheimnis ist damit faktisch abgeschafft.

    [via]

    7. August 2006 1
  • : Nominierungsrekord bei der BigBrotherAwards
    Nominierungsrekord bei der BigBrotherAwards

    Im Vorfeld der diesjährigen BigBrotherAwards verkündet der Foebud einen Nominierungsrekord: Mehr als 350 Zuschriften für Datenkraken gab es dieses Jahr. Im letzten Jahr waren es nur 230. Die Entscheidungen der Jury werden am Freitag, den 20. Oktober 2006 bekannt gegeben.

    7. August 2006
  • : Electronic Voting rückt näher
    Electronic Voting rückt näher

    Richard Sietmann ist für Heise gerade auf einem internationalen Workshops on Electronic Voting in Bregnenz und berichtet ausführlich darüber. Das ist sicherlich eher eine Qual als eine spannende Sache. Hier gibt es die ersten beiden Berichte: eVoting: „Allmählich wird es ernst“.

    Die elektronische Stimmerfassung soll „alle Prinzipien demokratischer Wahlen und Abstimmungen beachten“, heißt es darin unter Bezugnahme auf die Grundsätze allgemeiner, freier, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahlen; des weiteren soll eVoting „so zuverlässig und sicher sein wie demokratische Wahlen und Abstimmungen ohne elektronische Hilfsmittel“. Als dritten Kernpunkt stellte Remmert die Empfehlung heraus, dass, solange die Zugänge zum Online-Voting nicht universell verfügbar seien, sie nur ergänzend zu den bisherigen Wahlformen der Präsenz- und Briefwahl eingesetzt werden dürften.

    Kleine News am Rande: Der Europarat plant für 2008 ein Forum zur „Future of Democracy“. Damit ist natürlich die Stimmabgabe mittels Computer alle paar Jahre gemeint, da soll nicht wirklich über die Zukunft der Demokratie durch neue Partizipationsmodelle und dergleichem geredet werden.

    Hier gehts weitgehend um die Frage des Stimmtausches: eVoting: Nur die letzte Stimme zählt.

    Ein Problem mit Online-Wahlen ist die Wahrung des Wahlgeheimnisses. Dieses soll nach herrschender Meinung nicht nur sicherstellen, dass der Wähler sein Votum frei von Druck oder Beeinflussung abgibt, sondern zugleich allen anderen Wählern die Gewissheit geben, dass sich der Gleichheitsgrundsatz – „ein Wähler, eine Stimme“ – nicht durch Stimmenkauf aushebeln lässt. Wenn nun aber jeder von zu Hause oder vom Arbeitsplatz aus seine Stimme online abgeben kann, ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Familie, Arbeitskollegen oder Interessengruppen in ungebührlicher Weise auf die Entscheidung Einfluss nehmen. „Es erscheint nahezu unmöglich, in unbeaufsichtigten Distanzwahl-Szenarien die familiäre Stimmabgabe durch technische Maßnahmen zu verhindern“, konzediert denn auch der Kommentar-Anhang zu den eVoting-Standards des Europarats.

    So, und um diese Informationen nochmal richtig einzuordnen, sollte man sich den Artikel „Demokratie-Auflösung, Abteilung Wahlcomputer“ von Andreas Bogk in seinem Blog mal durchlesen. Er hat sich die Stellungnahme des Bundesministeriums des Inneren zu den Wahleinsprüchen wegen Verwendung von Wahlgeräten mal genauer angesehen und diese kommentiert. Vertrau keinem Wahlcomputer, den Du nicht selbst gefälscht hast…

    3. August 2006 1
  • : Aktion: Die CIA spioniert – auch auf Deinem Konto? Frag Deine Bank!
    Aktion: Die CIA spioniert – auch auf Deinem Konto? Frag Deine Bank!

    Über die europäische Finanzgesellschaft SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), über die praktisch alle Auslands- und Eil-Überweisungen deutscher Banken laufen, hatten wir hier ja schon öfters berichtet. Die Organisation wurde mit der Aufdeckung vor wenigen Wochen bekannt, dass bereits seit 2001 jährlich die Daten von mindestens 20 Millionen Überweisungen ohne Gerichtsbeschluß an US-Behörden weitergegeben werden. Einfach so.

    Die Bundesregierung gibt sich nach einem Artikel von Tagesschau.de machtlos und verweist die Verbraucher an ihre jeweiligen Banken:

    „Wir haben keinen Zugriff auf ein belgisches Unternehmen“, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, in Berlin. Die Bundesregierung werde die Amerikaner aber sicherlich im Rahmen der Gespräche der sieben führenden Industrieländer (G7) auf das Thema ansprechen. Indirekt appellierte Albig an deutsche Bankkunden, bei ihren Instituten nachzufragen, was diese für den Schutz der Kontendaten unternehmen. Die deutschen Anteilseigner der belgischen Gesellschaft müssten sicher stellen, „dass dort nur Dinge geschehen“, die vor den Kunden der von Swift vertretenen Kreditinstitute auch zu verantworten seien. Es sei Sache der deutschen Unternehmen, diese belgische Gesellschaft zu nutzen oder nicht. Am Ende entscheide der Markt, ob die Kunden der deutschen Banken dies so akzeptierten.

    Diese indirekte Aufforderung der Bundesregierung mit dem Verweis auf den Markt sollte man doch einfach mal als Verbraucher befolgen. Quintessenz.at hat für österreichische Bankkunden eine Mustervorlage für ein Auskunftsbegehren gegenüber den Banken erstellt und bietet diese auf ihrer Webseite an. Wir haben daraufhin die Musterbriefe ein wenig an das deutsche Datenschutzgesetz und die hiesigen Verhältnisse angepasst und stellen sie hier zur Verfügung. Kopiert sie, druckt sie aus und schickt sie mit den passenden Daten ausgefüllt an Eure Bank.

    * Winword 97/2000/XP DOC
    * OpenOffice OpenText ODT
    * RichTextFormat RTF
    * Acrobat PDF (zum handschriftlichen Ausfüllen – hat wer eine Acrobat Vollversion für eine Version mit Screen-Formular?)

    Wer kreative Antworten von seiner Bank erhält hat, möge sie doch bitte hier als Kommentar einfügen.

    Hier ist ein erstes Banner:

    Worum gehts nochmal bei SWIFT?

    Illegale Weitergabe von Finanzdaten – Ohne jemals einen Anspruch vor einem ordentlichen Gericht geltend gemacht zu haben, hat das US-Finanzministerium solange Druck ausgeübt, bis eine Einigung hinter verschlossenen Türen erzielt war. Nach den Regeln internationaler Datenzentren steht auch in New York ein Datenzentrum mit einer vollständigen Kopie aller Transaktionsdaten innerhalb der EU. Nach Angaben von SWIFT hätten ohne Einigung alle Daten beschlagnahmt werden können. Übermittelt wurden mehr als 100 Millionen Datensätze von Überweisungen.

    Verdacht auf Wirtschaftsspionage – Schon in der Causa der Weitergabe detaillierter Informationen über Flugbuchungen in die USA (Passenger Name Records), welche ähnlich wie die Finanzdaten bei SWIFT über das europäische Buchungssystem Amadeus laufen, wurde der Verdacht auf Wirtschaftspionage laut. Die Weitergabe dieser Daten wurde im Juni 2006 vom Europäischen Gerichtshof für illegal erklärt. Über die Leitungen von SWIFT werden täglich Transaktionen von 8000 Finanzinstituten weltweit abgewickelt und damit internationale Handelsbeziehungen im Detail abgebildet.

    Verletzung des Bankgeheimnis – Für die Wahrung des Bankgeheimnisses sind in erster Linie die Banken selbst verantwortlich. Diese können und müssen dafür sorgen, dass der millionenfache Vertrauensbruch sofort gestoppt wird. Nach fast fünf Jahren wird es nun Zeit, dass sich die Banken darum kümmern, wie mit unseren Finanzdaten umgegangen wird, die sie an SWIFT weitergeben. Denn es sind die Banken, die garantieren müssen, dass Dienstleister den gleichen Standard beim Datenschutz garantieren, wie sie selbst mit dem Bankgeheimnis versichern.

    Weiterführende Links

    * Privacy International: An Open Letter to the CEO of SWIFT on other covert programmes for access to financial data
    * Terrorist Finance Tracking Program raises privacy questions
    * ULD: US-Behörden kontrollieren weltweiten Banktransaktionsdaten von SWIFT
    * SWR: Datenschützer prüfen US-Bankdatenüberwachung
    * ULD: ULD ermittelt bei Banken wegen Datenweitergabe an CIA
    * DER STANDARD: CIA schnüffelt durch Bankdaten
    * EU-Datenschützer gehen gemeinsam gegen SWIFT-Affäre vor
    * NZZ: Datenschutz – ein vernachlässigtes Grundrecht
    * ÖÖN: US-GEHEIMDIENSTE: Auch Vertreter Österreichs deckte jahrelangen Bruch des Bankgeheimnisses
    * DIE PRESSE: Sorge über Datenweitergabe an USA
    * FTD: US-Geheimdienste greifen auf deutsche Bankdaten zu
    * FUZO: SWIFT-Bankdaten wurden „abgepresst“
    * HANDELSBLATT: Swift rückte Kontodaten freiwillig heraus
    * NZZ CIA untergräbt Bankgeheimnis
    * DER SPIEGEL Banken schweigen, Verbraucherschützer alarmiert

    3. August 2006 18
  • : Sind die e‑Pässe fälschungssicher?
    Sind die e‑Pässe fälschungssicher?

    Wired berichtet über die Ankündigung des deutschen Security-Consultants, Lukas Grunwald, dass der RFID-Chip in dem „fälschungssicheren“ neue Pass relativ leicht zu fälschen sein soll: Hackers Clone E‑Passports.

    In a demonstration for Wired News, Grunwald placed his passport on top of an official passport-inspection RFID reader used for border control. He obtained the reader by ordering it from the maker – Walluf, Germany-based ACG Identification Technologies – but says someone could easily make their own for about $200 just by adding an antenna to a standard RFID reader.

    He then launched a program that border patrol stations use to read the passports – called Golden Reader Tool and made by secunet Security Networks – and within four seconds, the data from the passport chip appeared on screen in the Golden Reader template. Grunwald then prepared a sample blank passport page embedded with an RFID tag by placing it on the reader – which can also act as a writer – and burning in the ICAO layout, so that the basic structure of the chip matched that of an official passport.

    As the final step, he used a program that he and a partner designed two years ago, called RFDump, to program the new chip with the copied information. The result was a blank document that looks, to electronic passport readers, like the original passport.

    Da bin ich mal gespannt. Allerdings wäre ich auch nicht sonderlich überrascht, wenn das so einfach klappen würde.

    3. August 2006 4
  • : TAZ über den Berliner Internetwahlkampf
    TAZ über den Berliner Internetwahlkampf

    Die TAZ schreibt sympathisch über den Berliner Internetwahlkampf: Wähler fischen im virtuellen Netz.

    Bei ihren Wahlkampfauftritten im Internet setzen die Parteien mehrheitlich auf Seriosität. Nur die Linkspartei hat jugendkonforme Gimmicks im Angebot. Moderne Kommunikationsformen wie Blogs fehlen fast überall

    2. August 2006
  • : Peter Schaar über die Sammelwut von Regierungen, Geheimdiensten und Banken
    Peter Schaar über die Sammelwut von Regierungen, Geheimdiensten und Banken

    Der Bundesdatenschützer Peter Schaar im Interview mit der Berliner Zeitung über die Sammelwut von Regierungen, Geheimdiensten und Banken: „Wir bekommen eine Überwachungsgesellschaft“.

    In allen Bereichen erheben Firmen und Behörden inzwischen Daten. Kann der Einzelne das noch steuern?

    Ich erkenne zwar keine bewusste Planung zur Einführung eines Überwachungsstaates. Das wäre ein autoritäres Konzept, um den Bürger zu kontrollieren. Wir sind aber auf dem Weg in eine Überwachungsgesellschaft. In vielen Fällen werden Daten des Einzelnen erhoben und genutzt, ohne dass er dies erfährt oder bemerkt – und das bei einer sich rasant entwickelnden Technologie mit immer ausgefeilteren Methoden, um große Datenmengen zu erschließen. Der Einzelne hat darauf nur noch wenig Einfluss.

    1. August 2006 5
  • : Zitat des Tages: Heute die GEMA
    Zitat des Tages: Heute die GEMA

    Die GEMA hat endlich mal etwas revolutionäres festgestellt und gehandelt: 6484 erkannte Werke.

    „Wir gingen sehr lange davon aus, dass das Programm in den Diskotheken identisch mit dem Programm aus dem Radio ist“, sagt Hans-Herwig Geyer, Gema-Sprecher in München.

    Und zwar ging es um die Schlüsselverteilung der GEMA-Tantiemen und die grosse Frage, wieso Britney Spears und der ganze Rest aus dem Radio (soviele sind das dann auch wieder nicht) immer den ganzen Kuchen bekamen und die Indies eher kaum etwas. Man zählte halt immer nur die Radioairplays. Das ist ja jetzt geklärt und man hat ein revolutionäres System in Form einer Blackbox in 100 ausgewählten Clubs aufgestellt, das automatisch erkennen soll, welche Musik der/die DJ(ane) gerade gespielt hat. Die scheinen aber wiederum weitgehend in Clubs zu stehen, wo Radio-Musik gespielt wird, oder aber die manuelle (!) Auswertung zeigt leichte Mängel: Nach einem Testjahr waren die Gewinner aus der Blackbox-Auswertung Michael Jackson und Bruce Springsteen… In dem Artikel standen keine Zahlen, aber irgendwo hab ich mal gelesen, dass diese Blackboxen extrem teuer waren/sind.

    Dieses nach Angaben der Gema repräsentativ in 100 deutschen Clubs verteilte System schneidet Teile des jeweiligen DJ-Programms mit, die Mitschnitte werden später von Experten ausgewertet – durch Zuhören. Wie kompliziert das ist, kommt auf das Genre an. In Mainstream-Discotheken ist das kein Problem, weil da die Hitparade rauf und runter gedudelt wird. In Underground-Clubs gestaltet sich die Sache schwieriger. Die Stücke werden ineinander gemischt und in Geschwindigkeit und Tonhöhe verändert.

    Wie muss man sich eigentlich den Job dieses „Zuhör-Experten“ vorstellen? Sitzen die die ganze Woche über in ihrem Büro und hören sich die Musik des vergangenen Wochenendes an?

    In einem anderen Fall wird in zehn Jahren vielleicht mal ein Gema-Sprecher sagen:

    „Wir gingen sehr lange davon aus, dass Podcaster in einem Podcast Lieder nur zu 50% spielen wollten und die Podcasts nie länger als 30 Minuten waren“…

    [via]

    1. August 2006 7
  • : Vom Voipen und Phishen: Der neue Duden
    Vom Voipen und Phishen: Der neue Duden

    Seit letzter Woche enthält die 24. Auflage des Duden ganze 3.000 neue Wörter. Darunter finden sich auch einige Begriffe aus dem IT-Bereich und der Welt des Internets: Wie Golem.de berichtet, haben unter anderem Blogs und das Voipen eigene Einträge. Auch das so genannte Phishing taucht in dem Standardwerk für die deutsche Rechtschreibung auf: Endlich hat das digitale Ausspionieren von persönlichen Daten wie von Passwörtern oder der Bankverbindung sein anerkanntes Plätzchen im Duden gefunden.

    Andere Neuzugänge klingen dagegen befremdlich: Unter dem Voipen versteht der Duden „über das Internet telefonieren“. Das umschreibt den Vorgang des VoIP zwar schwammig, dafür kann nun jeder in einer Konversation Aussagen wie „Ich voipe dich später“ fallen lassen. Diese Wendung wird im Moment erwiesenermaßen von fast niemandem im Arbeitsalltag benutzt – wo man gerade glaubte, wenigstens in der Umgangssprache dem „Skypen“ verfallen zu sein. Doch diese überaus beliebte VoIP-Software ist dem Duden bislang unbekannt geblieben.

    Wie ein Blog nun zu deklinieren ist, hat sich mit der Neuauflage des Rechtschreibstandards geklärt: Es heißt das oder der Blog, beziehungsweise Weblog. Beide Schreibweisen sind bei dieser „tagebuchartig geführten, öffentlich zugänglichen Webseite zu einem bestimmten Thema“ möglich, wie der Duden erklärt.

    1. August 2006 3
  • : c/o pop in Köln
    c/o pop in Köln

    Zwischen dem 23. – 27. August findet in Köln die c/o pop statt, wo wir Medienproduktion mit Freier Software vorstellen, und ich werde wieder für eine Woche im Rheinland sein. Das Programm ist viel spannender als die Popkomm – was sowohl die Musik als auch die Konferenz betrifft.

    31. Juli 2006
  • : Digital-Phlow Interview mit Digitale Kultur e.V.
    Digital-Phlow Interview mit Digitale Kultur e.V.

    Bei Phlow gibts jetzt den „digital Phlow“ als Podcasting-Interview Reihe. In der ersten Ausgabe hat Moritz Sauer die beiden Vorstandsmitglieder von Digitale Kultur e.V., Tobias Heim und Stefan Kesseler, zur Demoscene und Verwandten Themen befragt (MP3 / 9MB).

    31. Juli 2006
  • : Interview: EC-Karten sind unsicher
    Interview: EC-Karten sind unsicher

    Am Samstag war Andreas Pfitzmann beim Deutschlandradio zum Thema EC-Kartensicherheit zu hören (MP3). Hier ist das Transcript: Sehr schlechte Karten. Sieht alles ganz böse aus.…

    Andreas Pfitzmann: Die genauen Details einer solchen Masche kann man natürlich nicht vorhersehen. Was absehbar war, ist, dass es eine sehr schlechte Idee ist, ein System so zu bauen, dass Kunden gezwungen sind, ein Geheimnis wie ihre PIN einzugeben in ein fremdes Gerät. Und ein Bankautomat, egal wo er steht, ist erst einmal ein fremdes Gerät.

    Solche Angriffe sind seit langem bekannt. Wir sagen den Banken, dass sie substantiell etwas tun müssen. Sie müssen letztlich ihr Konzept mit dem Elektronic Banking, mit den Geldautomaten, komplett überarbeiten. Aber die Banken sagen seit 15 Jahren: „Das ist uns zu teuer, das lohnt sich nicht, sollen doch die Kunden damit klarkommen!“

    31. Juli 2006 3