Deutschland

  • : Bundesrat wünscht Zugriff der Sicherheitsbehörden auf Kundendaten
    Bundesrat wünscht Zugriff der Sicherheitsbehörden auf Kundendaten

    Der Bundesrat hat Änderungswünsche beim Telemediengesetz und möchte Sicherheitsbehörden auf Kundendaten von Internetanbietern zugreifen lassen: Länder wollen Kundendaten zur vorbeugenden Straftatenbekämpfung nutzen.

    Laut Beschluss sollen die Anbieter von Tele- und Mediendiensten nicht nur verpflichtet werden, „für Zwecke der Strafverfolgung, zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben der Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder, des Bundesnachrichtendienstes oder des Militärischen Abschirmdienstes oder zur Durchsetzung der Rechte am geistigen Eigentum“ Auskunft über Daten wie Name, Anschrift oder persönliche Nutzerkennungen zu geben. Die gleiche Auflage müsse vielmehr auch für die „vorbeugende Bekämpfung von Straftaten“ gelten. Der Bundesrat stört sich ferner an der Formulierung im TMG-Entwurf, wonach der Diensteanbieter im Einzelfall Auskunft über die Daten erteilen „darf“. Sie fordern eine Klarstellung, dass die Abgabe der Informationen tatsächlich verpflichtend sei.

    22. September 2006 6
  • : GPL siegt vor Gericht
    GPL siegt vor Gericht

    Harald Welte hat mit GPL-Violations.org den ersten offiziellen Sieg der GPL erstmals in einem zivilrechtlichen Verfahren in Deutschland errungen: GPL besteht vor Gericht.

    Im konkreten Fall hatte Welte die Firma D‑Link wegen einer GPL-Verletzung auf Auskunft und Kostenerstattung verklagt. In einem Urteil vom 6. September 2006 hat das Landgericht Frankfurt am Main der Klage stattgegeben. Die Begründung des noch nicht rechtskräftigen Urteils ist bei der Anwaltskanzlei JBB, die Welte vertreten hat, erhältlich. Die Anwälte berichten, dass das Gericht insbesondere auch zu kartellrechtlichen Fragen Stellung bezogen hat. Das Gericht erklärte die GPL für wirksam, selbst dann, wenn die GPL kartellrechtlich ein Problem habe. Das ist allerdings unwahrscheinlich, zumindest wurde in den USA bereits eine Kartellklage sang- und klanglos abgewiesen.

    Heise berichtet auch: Deutsches Gericht bestätigt Gültigkeit der GPL

    D‑Link hatte ein Linux-basiertes NAS-Gerät mit WLAN-Anbindung vertrieben, ohne die GPL beizulegen und die Quelltexte der Linux-Firmware offenzulegen – beides macht die GPL zur Voraussetzung, wenn man eine GPL-lizenzierte Software wie Linux vertreiben will. Welte mahnte das Unternehmen daraufhin ab. D‑Link unterzeichnete zwar die Unterlassungserklärung, veröffentlichte die Quelltexte im Internet und sagte zu, alle Abnehmer des Gerätes über den GPL-Verstoß zu informieren, aber weigerte sich, eine Rechtspflicht anzuerkennen, die geforderte Auskunft über Herkunft und Abnehmer der Geräte zu erteilen und die angefallenen Kosten für Abmahnung, Kauf und Untersuchung eines Geräts zu erstatten. Welte klagte daher vor dem Landgericht Frankfurt, vertreten von dem Anwalt Till Jaeger, Mitbegründer des Instituts für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software (ifrOSS).

    22. September 2006
  • : Popkomm ohne Popkomm
    Popkomm ohne Popkomm

    Eigentlich hätte Markus garnicht einfach so als Journalist über die popkomm berichten dürfen. Denn schließlich ist in der popkomm-Welt ein Onlinemedium nicht als Presse definiert. So wie die Musikindustrie es verpasste passable Angebote fürs Netz zu schaffen – ehe sie mit der Verteufelung von Filesharingusern begann, so verpasst sie es jetzt zu ihrer größten Messe uns Netz-Journalisten als solche anzuerkennen.

    Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit-Abteilung der Messe wusste am Telefon um unseren Stellenwert als Blog netzpolitik.org zwar deutlich bescheid. Und wenn es nach unserer, dem Menschen „am Counter unten“ vorgesetzten, Gesprächpartnerin ginge, würden wir auch sofort akkreditiert werden. Aber auf die popkomm käme man eben nur gemäß den Akkreditierungsrichtlinien – und diese schließen „Mitglieder von Internet-Redaktionen“ wegen der „allgemeinen Zugänglichkeit des Internets und der damit verbundenen mangelnden Überprüfbarkeit der eigenen journalistischen Leistung“ aus, wenn sie keinen anerkannten Presseausweis besitzen.

    Vielen Dank an die Mitarbeiterinnen der Tageszeitung aus Berlin, die uns Unterschlupf gewährte!

    Dass man aber auch ohne auf der popkomm anwesend zu sein gute Schlagzeilen generieren kann, zeigt eine Aktion des CCC Regensburg: Diese verteilten unter dem Titel „Pimp my Rights, Vol. I“ Audio-CDs mit Freier Musik an Passanten auf der Straße. Ganz ohne Popkomm.

    Pimp my Rights, Vol. I

    Das Statement von Tina aus dem Chaostreff Regensburg dazu:

    Dass sich die Musikindustrie seit längerem bei ihren Kunden unbeliebt macht, ist kein Geheimnis: da werden Gleichnisse herbeigezerrt, die CD-tauschende und ‑kopierende Jugendliche explizit mit Pädophilen und Nazis vergleichen; in Werbespots werden grade männliche Jugendliche, die Musik tauschen, kriminalisiert und herabgewürdigt und jetzt finanzieren unsere CD-Käufe seit Neuestem auch noch Razzien bei: genau, uns – den Endkunden.

    Ich finds mitlerweile doch ganz lustig, dass die popkomm nach Berlin gezogen ist. Aber in Regensburg wär sie bestimmt auch gut aufgehoben.

    21. September 2006 8
  • : Popkomm
    Popkomm

    Ich war heute auf der Popkomm, aber von dort gibt es nicht viel zu berichten. Ich hab mir die Keynote von Gilberto Gil angeschaut, aber er musste wohl als Kulturminister von Brasilien eine Arbeits-Rede vom Blatt ablesen, wo er die Musikwirtschaft nach Brasilien zu einer Musikmesse einlud und die eigene Musikwirtschaft lobte.

    Wer mehr über brasilianische Musik erfahren will, kann dies u.a. bei Wikipedia tun. Und hier ist nochmal ein kurzes Video, wo Gilberto Gil mit Stallman jammt. Die anderen Videos finden sich hier.

    21. September 2006 6
  • : FAZ über Internetzensur und die Rolle der Suchmaschinen
    FAZ über Internetzensur und die Rolle der Suchmaschinen

    Die FAZ berichtet über Internetzensur und die Rolle der Suchmaschinen: Loch im Netz.

    Ob die Website tatsächlich gegen deutsches Recht verstößt, kann der Nutzer allerdings nicht erkennen. Viele Zensurfälle dürften fragwürdig sein. Die Beschwerden, die die Online-Dienste erreichen, betreffen unter anderem mißliebige Meinungsäußerungen, angeblich falsche Tatsachenbehauptungen oder Verletzungen des Urheberrechts. In den Vereinigten Staaten ist es Scientology gelungen, durch eine Beschwerde bei Google.com die Löschung der Internetseite eines Kritikers aus dem Suchindex zu erwirken. Die fragliche Seite, Xenu.net, ist infolgedessen auch über Google.de nicht auffindbar. Nach Angaben von Scientology hatte der Kritiker Texte, Fotos und eingetragene Markenzeichen der Organisation auf seine Homepage gestellt und damit gegen das Digital Millennium Copyright Act verstoßen.

    21. September 2006
  • : Brüssel bestätigt: USA erhalten Zugriff auf vorratsgespeicherte Kommunikationsdaten
    Brüssel bestätigt: USA erhalten Zugriff auf vorratsgespeicherte Kommunikationsdaten

    Pressemitteilung vom 20.9.2006

    In einer schriftlichen Stellungnahme vom 15.09.2006 bestätigt Innenkommissar Frattini, auf Vorrat gespeicherte Kommunikationsdaten „können im Rahmen bestehender Rechtshilfeabkommen in Strafverfahren ausgetauscht werden“, unter anderem mit den USA. Besorgte Europaabgeordnete hatten bei der Kommission nachgefragt, ob Gerüchte zutreffen, wonach die USA um Zugriff auf die Kommunikationsdaten aller EU-Bürger gebeten hätten. Einer EG-Richtlinie vom März 2006 zufolge soll ab Mitte 2007 EU-weit über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren gespeichert werden, wer mit wem per Telefon, Handy oder Email in Verbindung gestanden hat.

    „Frattini macht dankenswerterweise deutlich, dass die Bundesregierung bereit ist, die Privatsphäre aller EU-Bürger an die US-Geheimdienste zu verscherbeln. Aus ähnlichen Skandalen der jüngsten Zeit hat man offenbar nichts gelernt. Einmal mehr wird den USA die Möglichkeit zur Wirtschaftsspionage auf dem goldenen Tablett serviert“, sagte der Politikwissenschaftler Ralf Bendrath vom Netzwerk Neue Medien. „Die heimliche Auswertung europäischer Kontobewegungen durch US-Geheimdienste im Rahmen von SWIFT, die vom Europäischen Gerichtshof für illegal erklärte Weitergabe von Flugpassagierdaten, oder auch die flächendeckende US-Abhöraktion in Europa mit dem Echelon-System zeigen, dass sich hier eine verhängnisvolle Tradition der transatlantischen Überwachung herausgebildet hat. Wir werden das nicht weiter dulden“, ergänzte der Datenschützer und FIfF-Vorstand Werner Hülsmann. „Schon bei den Flugpassagierdaten ist nicht mehr nachvollziehbar, wie diese genutzt werden“, so Twister (Bettina Winsemann) von STOP1984. „Ob sie nun in das US-amerikanische Passagierüberwachungssystem CAPPS eingeflossen sind oder nicht, konnte nie eindeutig geklärt werden. Sind die privaten Kommunikationsdaten erst einmal über den großen Teich gewandert, wird die informationelle Selbstbestimmung der Bürger letztendlich ebenso zur Farce wie die Sicherheit europäischer Firmengeheimnisse.“

    Die nun vorliegende Stellungnahme der EU-Kommission widerlegt das Versprechen von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die Kommunikationsdaten würden nur zur Verfolgung schwerer Straftaten und nur aufgrund richterlicher Genehmigung genutzt werden. Tatsächlich sollen den Plänen der Bundesregierung zufolge die Datenbestände einer Vielzahl von Stellen offen stehen:

    • den Strafverfolgungsbehörden für Ermittlungen wegen allen „erheblichen“ oder „mittels Telekommunikation begangenen“ Straftaten,
    • den Geheimdiensten, und zwar ohne richterliche Genehmigung,
    • ausländischen Staaten, ebenfalls ohne richterliche Genehmigung und ohne Kontrolle über die Weiterverwendung der Daten,
    • der Musikindustrie zur Verfolgung „offensichtlicher Rechtsverletzungen“ im Internet, insbesondere zum Vorgehen gegen private Tauschbörsennutzer.

    Das Bundesjustizministerium arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf zur Einführung einer Vorratsdatenspeicherung in Deutschland. Das von der Justizministerin persönlich vorangetriebene Vorhaben bekommt jedoch zunehmend Gegenwind. Dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg liegt seit Juli eine Nichtigkeitsklage gegen die Brüsseler Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung vor. Die Opposition im Deutschen Bundestag will die Regierung auffordern, den Ausgang dieser Klage abzuwarten, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Für ein solches Moratorium haben sich mit Siegfried Kauder (CDU) und Jörg Tauss (SPD) auch erste Politiker der Koalition ausgesprochen.

    „Die Vorratsdatenspeicherung privatester Kommunikationsdaten widerspricht jeglicher Verhältnismäßigkeit und würde sich verheerend auf die Meinungsfreiheit auswirken,“ warnte die Bürgerrechtlerin Twister (Bettina Winsemann). „Gespräche mit der Telefonseelsorge, mit Anwälten, mit Presseinformanten – all dies würde für die zugriffsberechtigten Personen und Behörden ein offenes Buch werden. Die Speicherung von Geschäftskontakten würde auch der Wirtschaftsspionage Tür und Tor öffnen.“ (…) Verschiedene Bürgerrechts- und Datenschutzverbände rufen unterdessen zu einer „Demonstration gegen Sicherheits- und Überwachungswahn“ am 20. Oktober in Bielefeld auf (www.freiheit-statt-angst.de). Am gleichen Tag werden dort die diesjährigen Big Brother Awards verliehen. (…)

    Der gesamte Text | erste Reaktion bei heise

    21. September 2006 10
  • : SuMA-Veranstaltung zu Suchmaschinen in Berlin
    SuMA-Veranstaltung zu Suchmaschinen in Berlin

    Nächste Woche Donnerstag gibt es das 3. SuMa-eV Forum in Berlin zum Thema „Suchmaschinen: In Technik, Wirtschaft und Medienkunst“.

    Die zentrale Rolle der Suchmaschinen in der Informationsgesellschaft hat sich auf hohem Niveau etabliert. Gleichzeitig wächst von vielen Seiten die Kritik an den monopolartigen Strukturen des digitalen Wissenszugangs und der Ruf nach Alternativen wird (endlich) unüberhörbar lauter.

    Das 3. SuMa-eV Forum wird Trends, Richtungen, Probleme und Alternativen vorstellen und diskutieren. Dabei werden drei Richtungen genauer betrachtet: Entwicklungen in der Technik, in der Wirtschaft und deren Reflexionen in der Medienkunst. Die Veranstaltung findet statt am

    Donnerstag, den 28.9.2006, ab 13.00 Uhr

    in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund, In den Ministergärten 10, 10117 Berlin

    20. September 2006 1
  • : Urheberrecht auf der Popkomm
    Urheberrecht auf der Popkomm

    Stefan Krempl berichtet auf Heise über Diskussionen auf der Popkomm zum Urheberrecht und der Zukunft der Musikwirtschaft: Musikwirtschaft will Zugangsanbieter zur Kasse bitten.

    Hier nur mal ein paar Zitate:

    „Wir müssen die Internetzugangsanbieter davon abhalten, unsere Inhalte weiter zu entwerten“ – Shira Perlmutter vom internationalen Branchenverband der Musikindustrie IFPI.

    Bleibt die Frage, wie die IFPI sich das vorstellt. Sollen die Provider zukünftig Ports sperren oder ihren Kunden den Zugang kündigen, wenn diese Tauschbörsen nutzen? Wa sist mit legalen Nutzungen von Tauschbörsen wie dem Download der neuesten Knoppix-DVD oder CC-lizenzierten Materialien?

    „Wir brauchen Geschäftsvereinbarungen mit Providern und Telcos“, forderte die Vertreterin von Indie-Labels. Die Zugangsanbieter könnten sich nicht länger darauf zurückziehen, nur „dumme Leitungen“ zur Verfügung zu stellen. Vielmehr müssten sie die Tatsache anerkennen, dass ihre Backbones mit Hochgeschwindigkeit geschützte und für die Nutzer attraktive Inhalte liefern würden. „Dafür wollen wir beispielsweise 50 Euro verlangen“, erläuterte Wenham ihr Erlösmodell. Dies sei letztlich im Interesse aller Beteiligten. Es gehe dabei schlicht um die Anerkennung des Werts digitaler Unterhaltungsinhalte.

    Wie auch Stefan Krempl schon anschliessend schreibt, ist das Modell nicht weit weg von der Idee eienr Content-Flatrate. Bleibt die Frage, wie sich denn die Indie-Labels die 50 Euro vorstellen. Sollen Internetzugänge zukünftig 50 Euro teurer werden, damit Filesharing vielleicht legalisiert / tolleriert wird? Ich zahle im Moment weniger als 50 Euro für 6 MBit Flatrate inkl. ISDN für quasi alles – 50 Euro mehr dafür finde ich ein wenig arg unrealistisch und fantasiert. Aber vielleicht ist das ja die bewährte politische Strategie, erstmal mit Wunschvorstellungen in eine Debatte zu gehen, um beim Poker eine gute Ausgangsbasis zu haben? Im Interesse aller Beteiligten ist das in dieser Form sicher nicht. Ich bin mal auf ein Papier dazu gespannt, wo mehr Infos enthalten sind.

    Politiker gabs auch dort, u.a. Herr Otto von der FDP:

    Der FDP-Medienpolitiker Hans-Joachim Otto gab dennoch die Losung aus, DRM-Systeme weiter zu fördern und durchzusetzen, damit Pauschalabgaben möglichst überflüssig werden. „Soviel DRM und individuelle Vergütung wie möglich“, gab er als Ziel aus.

    Wieder mal ein grandioses Beispiel für Anschein und Wirklichkeit der „Bürgerrechtspartei FDP“. Ich hatte ja mal letztes Jahr zur Cebit das ungemein erfreuliche Vergnügen, in einem Bus auf der Rückfahrt von der Cebit im Rahmen einer von der Telekom gesponsorten Politiker-Butterfahrt (Mach ich nie wieder) auf dem Platz hinter zwei Mitarbeitern von Herrn Otto zu sitzen, die sich stundenlang (viel Stau) über alles Mögliche unterhielten. War grausam und interessant zugleich. U.a. sprachen sie auch über DRM und ihren Gesprächen mit dem Bitkom. Soviel politische / technische Naivität hatte ich nicht für Möglich gehalten, die glaub(t)en anscheinend alles ungefragt, was die Lobbyisten denen erzählten. Unfassbar.

    Vorher in dem Artikel nochmal der Hinweis von unerwarteter Seite, die der „Datenschutzpartei“ FDP doch mal zu Denken geben sollte:

    Dagmar Sikorski-Großmann vom Deutschen Musikverleger-Verband befand ebenfalls, dass „es noch kein wirksames DRM gibt“. Ein perfektes Inhaltekontrollsystem stoße zudem „an Grenzen des Datenschutzes“.

    Update: Über dpa/OTS lief noch eine eingekaufte Zusammenfassung der Diskussion von der Rechtsanwaltskanzlei, die den Moderator stellte. Daher hier als Ergänzung nochmal die „progressive“ Linkspartei, die bei Heise nicht vorkam:

    Für einen besseren Schutz der Kreativen plädierte auch die Journalistin und Bundestagsabgeordnete Dr. Luc Jochimsen (Linkspartei.PDS): „Es ist falsch anzunehmen, dass der Zugang zu kreativen Werken wie Musik stets umsonst sein muss. Auf ein Musikkonzert kann ich mit einer Eintrittskarte ja auch nicht sieben Freunde mitnehmen.“

    Hilfe, kann der Frau nicht mal einer erklären, dass das Recht auf Privatkopie mit den bis zu sieben Kopien ein Verbraucherrecht ist und sie die falschen Analogien zieht? Solche Statements hört man normalerweise von Dr Krings von der CDU, aber von der Linkspartei? Da läuft irgendwas schief!

    20. September 2006 2
  • : Kabinett segnet Anti-Terror-Datei ab
    Kabinett segnet Anti-Terror-Datei ab

    Heise: Kabinett segnet Anti-Terror-Datei ab

    Unter dem Namen „Gemeinsame-Dateien-Gesetz“ hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung gemeinsamer Dateien von Polizeibehörden und Nachrichtendiensten des Bundes und der Länder beschlossen. Kernstück des Entwurfs ist die Einrichtung der umstrittenen Anti-Terror-Datei (ATD) als Kombination einer „Index“- und einer „Volltextdatei“. Daneben werden mit dem Gemeinsame-Dateien-Gesetz aber auch die Einrichtung und der Betrieb von so genannten „Projektdateien“ abgesegnet. Projektdateien sollen befristete Datensammlungen sein, die Polizei und Nachrichtendienste gemeinsam anlegen dürfen, wenn sie in besonderen Situationen gemeinsame Arbeitsgruppen im „Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum“ (GTAZ) bilden. In den Erläuterungen (PDF-Datei) zum Gemeinsame-Dateien-Gesetz heißt es, dass die Projektdatei nur anlassbezogen eingerichtet werden darf, während die Anti-Terror-Datei (ATD) ein langfristiger Datenspeicher ist.

    In der Pressemitteilung des BMI heisst es u.a.:

    Dieses Konzept stellt eine intelligente Kombination von Index- und Volltextlösung dar. Die Antiterrordatei gibt den Sicherheitsbehörden auf den ersten Blick die Informationen, die erforderlich sind, um eine gesuchte Person zu identifizieren und zu erkennen, welche anderen Behörden ebenfalls über Informationen zu dieser Person verfügen. Sie stellt zudem sicher, dass die jeweiligen Behörden sich in einem zweiten Schritt miteinander in Verbindung setzen und kommunizieren. Sie gewährleistet, dass die bisherigen Regelungen für die Kommunikation zwischen Polizeien und Nachrichtendiensten weiterhin beachtet werden.

    Beim Bundesdatenschutzbeauftragten gibts Zweifel: Gesetzentwurf zur Anti-Terror-Datei birgt schwerwiegende verfassungsrechtliche Risiken

    „Der vorliegende Gesetzentwurf birgt schwerwiegende verfassungsrechtliche Risiken. Erstmals sollen damit in der Bundesrepublik Deutschland gemeinsame Dateien von Polizeien und Nachrichtendiensten des Bundes und der Länder errichtet werden. Für die Aufklärung und Bekämpfung des internationalen Terrorismus ist gewiss die Beschleunigung der informationellen Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden notwendig. Um so wichtiger erscheint es, dass auch in Zukunft die Trennung von polizeilicher Exekutivgewalt und nachrichtendienstlichen Informationssammlungen gewahrt bleibt. In einzelnen Punkten, die im Zusammenhang zu sehen sind, geht der Gesetzentwurf über das verfassungsrechtlich Zulässige erheblich hinaus.

    So dürfen in der Anti-Terror-Datei nur solche personenbezogene Daten gespeichert werden, die zur Identifizierung von Personen und für eine Gefährdungseinschätzung bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus geeignet und erforderlich sind. Tatsächlich enthält der Gesetzentwurf jedoch einen recht umfangreichen Datenkatalog mit teilweise sensitiven Informationen. Umso wichtiger wäre es, den Kreis der beteiligten Behörden im Hinblick auf das sensible Datenmaterial zu beschränken. Statt dessen ist vorgesehen, auch weiteren Polizeivollzugsbehörden auf unterer Ebene den Zugriff auf die Datei einzuräumen, was im Hinblick auf das Trennungsgebot sehr kritisch zu sehen ist.[…]

    20. September 2006 5
  • : Audiomitschnitt von *iPod:youTube* – Das Internet und die Zukunft der Musik
    Audiomitschnitt von *iPod:youTube* – Das Internet und die Zukunft der Musik

    Gestern Abend fand die von der Heinrich Böll Stiftung und dem Netzwerk Neue Medien organisierte Diskussionsrunde „*iPod:youTube* – Das Internet und die Zukunft der Musik“ im Grünen Salon in Berlin statt.

    Der Saal war voll, die Diskussion spannend und abwechslungsreich und die Zuschauer kamen auch oft genug zu Wort. Herr Zombik von der IFPI hatte einen schweren Stand und musste weitgehend allen Recht geben. Etwas überraschend: Am Ende der Diskussion fanden ganze drei Personen im Raum DRM gut – inklusive zweier Referenten auf dem Podium.

    Wir haben alles mitgeschnitten und heute gibts erstmal als MP3 (87MB) und OGG (99MB) die Audioversion. Bis zum Wochenende haben wir hoffentlich die 2,5 Stunden Video bearbeitet und eine weitere Folge NetzpolitikTV mit den Reaktionen der Referenten nach der Diskussion fertig.

    Und hier gibts Bilder von der Veranstaltung.

    20. September 2006 10
  • : Mitschnitt des 7. Berliner Webmontag
    Mitschnitt des 7. Berliner Webmontag

    Hier ist ein Audiomitschnitt (MP3) des 7. Berliner Webmontag, der diese Woche bei uns im newthinking store stattfand. Die Beiträge waren:

    * newsride.org – Web-Demokratie-Plattform: “Newsride is a social community aimed at news junkies and politically interested surfers.” (Relaunched, Arash Yalpani)
    * Netlabels: Geschichte, Entwicklung und Blick in die Zukunft! Vor- und Nachteile von digitalen Labels für Musiker auf dem Weg ins Web 2.0‑Zeitalter (Moritz “mo.” Sauer, Phlow)
    * eBay Webservices: APIs, Affiliate Programme, SDKs und mehr für Mashups und zum Geld verdienen (Björn Behrendt, http://entwickler.ebay.de)
    * “A new AJAX Approach”: TwoBirds – Frameworks sind die anderen? (Frank Thürigen, http://system.dlv.phpb002.de)

    Meinen Vortrag zum Thema „Social Software bei NonProfits“ hab ich auf den nächsten Webmontag verschoben, weil ich dieses Mal wieder moderieren musste.

    Dieses Mal hat Christian den Mitschnitt gemacht. Die ersten drei Minuten des Mitschnitts klingen nicht so gut wie der ganza Rest, da zuerst ein externes Mikro ausprobiert wurde und dann der Mitschnitt über die Anlage ging.

    20. September 2006
  • : Anti-Hacker-Gesetze werden in Deutschland verschaerft
    Anti-Hacker-Gesetze werden in Deutschland verschaerft

    Das Bundeskabinett hat heute den Regierungsentwurf eines Strafrechtsänderungsgesetzes zur Bekämpfung der Computerkriminalität beschlossen: Besserer Schutz vor Hackern, Datenklau und Computersabotage.

    Der heutige Regierungsentwurf setzt den EU-Rahmenbeschluss über Angriffe auf Informationssysteme sowie das Europarat-Übereinkommen über Computerkriminalität in nationales Recht um:

    * Künftig soll bereits der unbefugte Zugang zu besonders gesicherten Daten unter Überwindung von Sicherheitsvorkehrungen unter Strafe gestellt werden (§ 202a StGB). Ein Verschaffen von Daten wird nicht mehr erforderlich sein. Damit wird klargestellt, dass „Hacking“ strafbar ist.
    * Computersabotage ist bisher nur bei Angriffen gegen Betriebe, Unternehmen und Behörden strafbar (§ 303b StGB). Künftig sollen auch private Datenverarbeitungen geschützt werden. Ferner werden Störungen durch unbefugtes Eingeben und Übermitteln von Computerdaten unter Strafe gestellt, um „DoS-Attacken“ erfassen zu können, bei denen die Dienste eines Servers durch eine Vielzahl von Anfragen so belastet werden, dass dessen Kapazitäten nicht ausreichen und der Zugang für berechtigte Kontaktaufnahmen mit dem Server blockiert oder erschwert wird. Besonders schwere Fälle der Computersabotage können künftig mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bestraft werden.
    * Das Sichverschaffen von Daten aus einer nichtöffentlichen Datenübermittlung oder aus der elektromagnetischen Abstrahlung einer Datenverarbeitungsanlage soll unter Strafe gestellt werden (§ 202b StGB neu).
    * Besonders gefährliche Vorbereitungshandlungen zu Computerstraftaten werden künftig strafbar sein. Sanktioniert wird insbesondere das Herstellen, Überlassen, Verbreiten oder Verschaffen von „Hacker-Tools“, die bereits nach Art und Weise ihres Aufbaus darauf angelegt sind, illegalen Zwecken zu dienen (§ 202c StGB neu).

    Man beachte das „Verbreiten und Herstellen von Hacker-Tools“. Hier waren mal wieder Juristen am Werk, die vom IT-Administrations-Alltag wenig verstehen.

    Hier ist der Regierungsentwurf als PDF.

    20. September 2006 13
  • : Gesundheitskarte wird dreimal so teuer?
    Gesundheitskarte wird dreimal so teuer?

    Die FAZ berichtet, dass die geplante elektronische Gesundheitskarte „nur“ dreimal so teuer werden soll, wie geplant:

    Die Karte wird demnach deutlich teurer, als Schmidt behauptet. Mindestens 3,9 Milliarden Euro errechneten die Berater. Möglicherweise kostet das Lieblingsprojekt der Ministerin sogar sieben Milliarden Euro. Darin sind die 585 Millionen Euro, die allein die Anschaffung der neuen Karte für alle 82 Millionen Versicherten kostet, noch nicht einmal enthalten. Das Gesundheitsministerium bestreitet, daß es Mehrkosten gibt.

    19. September 2006 3
  • : HU beschliesst Kampagne gegen Vorratsdatenspeicherung
    HU beschliesst Kampagne gegen Vorratsdatenspeicherung

    Der Bundesverband der Humanistischen Union hat am vergangenen Wochenende ihren HU-Verbandstag gehabt. Dort wurde eine Kampagne gegen die Vorratsdatenspeicherung beschlossen, wie die TAZ heute berichtet: Kein unbeschwertes Plaudern mehr.

    „Diese Vorratsspeicherung verstößt eindeutig gegen europäisches und deutsches Verfassungsrecht“, erklärte HU-Vorstandsmitglied Nils Leopold beim HU-Verbandstag. „Der Staat darf Daten nicht einfach ins Blaue hinein sammeln, nur weil sie in Zukunft mal für die Strafverfolgung interessant sein könnten“, so Datenschützer Leopold. „Die Unbefangenheit der Kommunikation ist beeinträchtigt, wenn man bestimmte Leute nicht mehr anruft, aus Angst, dass das gespeichert wird“, ergänzt Rosi Will, Rechtsprofessorin aus Berlin. Auch ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags sah im August „erhebliche Bedenken“ gegen die EU-Richtlinie.

    19. September 2006
  • : WOS4-Recordings
    WOS4-Recordings

    Die ersten Mitschnitte der Wizards of OS 4 sind mittlerweile als MP4 oder OGG verfügbar.

    Hier mal ein paar Highlights:

    Keynotes: Information Freedom Rules (OGG | MP4)

    The Read-Write Society (Keynote Lawrence Lessig) (MP4 | OGG)

    Netlabels: Niche, Long Tail, Blueprint? (MP4 | OGG)

    Open Spectrum (MP4 | OGG)

    18. September 2006
  • : Netzpolitik-Podcast mit Georg Greve von der FSFE
    Netzpolitik-Podcast mit Georg Greve von der FSFE

    Ein weiteres Interview habe ich auf der WOS4 mit Georg Greve, dem Präsidenten der Free Software Foundation Europe gemacht. (Wikipedia | Sein Blog „Freedom Bits“). In dem Interview geht es um Freie Software, warum Software eine (junge) Kulturtechnik ist, wie man sich für Freie Software politisch und gesellschaftlich einsetzen kann, und vieles mehr.

    Hier ist das Interview als MP3 (25 MB / 26 Minuten), eine befreite OGG-Version wird es auch noch geben.

    18. September 2006 4
  • : Wos4 – Medienspiegel
    Wos4 – Medienspiegel

    Hier ist mal ein kleiner Medienüberblick über die Wizards of OS 4.

    Viele Bilder finden sich bei Flickr mit dem Tag „WOS4“.

    Eine Blog-Übersicht findet man bei Technoratig und bei Google Blogsearch.

    18. September 2006 1
  • : Frei zum Download: Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kreativität
    Frei zum Download: Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kreativität

    Die deutsche Übersetzung des letzten Werkes von Lawrence Lessig („Free Culture“), „Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kreativität“, ist jetzt vom Münchener Verlag OpenSourcePress unter eine Creative Commons Lizenz gestellt worden. Dies ermöglicht jetzt bequeme Zitate, ohne aus dem Buch abschreiben zu müssen. Allerdings empfehle ich trotzdem den Kauf des Buches – es lohnt sich.

    18. September 2006 1
  • : Die Show des freien Wissens im Offenen Kanal
    Die Show des freien Wissens im Offenen Kanal

    Einer der zahlreichen Höhepukte der Wizards of OS4 war die „Show des freien Wissens“. Ein Mitschnitt der sehenswerten Show wird am Mittwoch um 10:00 Uhr im Berliner Offenen Kanal übertragen. Die Show dauert mindestens zwei Stunden (Ich weiss nicht, ob der OK die Überlänge mitsendet) und wird nur im Kabelnetz übertragen.

    Ich würde mich über einen digitalen Mitschnitt freuen.

    17. September 2006
  • : Heute Nacht im ZDF: Big Google
    Heute Nacht im ZDF: Big Google

    Heute Nacht gibts im ZDF-nachtstudio eine kulturelle Gesprächsrunde mit Volker Panzer zum Thema: Big Google – die geheime Macht der Suchmaschinen

    Google ist in Deutschland sicherlich die bekannteste Suchmaschine. Jeder, der ein Mal „gegoogelt“ hat, wird es bei der nächsten Suche wieder tun. Aber was für Spuren hinterlassen wir dabei im World Wide Web? Und wem nutzen diese Daten wenn überhaupt?

    Gäste:

    Stefan Keuchel
    Sybille Krämer
    Kathrin Passig
    Wolfgang Sander-Beuermann
    Hendrik Speck

    Die Sendung läuft um 0:50 Uhr. Kann die vielleicht jemand mitschneiden?

    [via]

    17. September 2006 4