Kultur

Popkomm ohne Popkomm

Eigentlich hätte Markus garnicht einfach so als Journalist über die popkomm berichten dürfen. Denn schließlich ist in der popkomm-Welt ein Onlinemedium nicht als Presse definiert. So wie die Musikindustrie es verpasste passable Angebote fürs Netz zu schaffen – ehe sie mit der Verteufelung von Filesharingusern begann, so verpasst sie es jetzt zu ihrer größten Messe uns Netz-Journalisten als solche anzuerkennen.

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Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit-Abteilung der Messe wusste am Telefon um unseren Stellenwert als Blog netzpolitik.org zwar deutlich bescheid. Und wenn es nach unserer, dem Menschen „am Counter unten“ vorgesetzten, Gesprächpartnerin ginge, würden wir auch sofort akkreditiert werden. Aber auf die popkomm käme man eben nur gemäß den Akkreditierungsrichtlinien – und diese schließen „Mitglieder von Internet-Redaktionen“ wegen der „allgemeinen Zugänglichkeit des Internets und der damit verbundenen mangelnden Überprüfbarkeit der eigenen journalistischen Leistung“ aus, wenn sie keinen anerkannten Presseausweis besitzen.

Vielen Dank an die Mitarbeiterinnen der Tageszeitung aus Berlin, die uns Unterschlupf gewährte!

Dass man aber auch ohne auf der popkomm anwesend zu sein gute Schlagzeilen generieren kann, zeigt eine Aktion des CCC Regensburg: Diese verteilten unter dem Titel „Pimp my Rights, Vol. I“ Audio-CDs mit Freier Musik an Passanten auf der Straße. Ganz ohne Popkomm.

Pimp my Rights, Vol. I

Das Statement von Tina aus dem Chaostreff Regensburg dazu:

Dass sich die Musikindustrie seit längerem bei ihren Kunden unbeliebt macht, ist kein Geheimnis: da werden Gleichnisse herbeigezerrt, die CD-tauschende und -kopierende Jugendliche explizit mit Pädophilen und Nazis vergleichen; in Werbespots werden grade männliche Jugendliche, die Musik tauschen, kriminalisiert und herabgewürdigt und jetzt finanzieren unsere CD-Käufe seit Neuestem auch noch Razzien bei: genau, uns – den Endkunden.

Ich finds mitlerweile doch ganz lustig, dass die popkomm nach Berlin gezogen ist. Aber in Regensburg wär sie bestimmt auch gut aufgehoben.

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8 Kommentare
  1. Der Kunde kann sich noch helfen; der Musikindustrie ist nicht mehr zu helfen.

    Danke für den Link zum „Pimp My Rights“-Sampler: Der bietet mehr Qualität und Vielfalt als viele der bedauernswerten „wir brauchen DRM, um unsere Müll zu schützen“-Künstler und zwanghaft gesuchte Superstars.

  2. Gott sei Dank sind nicht alle Branchen so antiquiert wie die Musik-Branche. Von dem Eventveranstalter iir bin ich Blogger sofort als Pressevertreter zu seiner Veranstaltung zugelassen worden. Man sieht, es geht auch anders.

    Als Musikfan finde ich es traurig, zu sehen wie eine Branche sich selbst ruiniert und nicht in der Lage ist, neue attraktive Angebot zu entwickeln. Die Schallplatte als Geschäftmodell ist schon Jahrzehnte alt. Das DMR ist nichts weiter als ein Versuch dieses veralterte Geschäftmodell zu retten.

    Für Kosumenten müssen Angebot einfach und unkompliziert sein. Wenn ich zukünftig das Risiko habe, bei einem Crash meiner Festplatte 1.000de von EUR durch Musikdateien zu verlieren, kaufe ich keine Musik mehr.

  3. Freie Musik und mein fetter werdendes Sparschwein!
    Dass die Musikindustrie ihre Felle davonschwimmen sieht ist einleuchtend. Aber so wie sie reagiert, das ist Panik. Pure Panik! Wenn ich mir die Kinospots anschaue, hatte ich immer das Gefühl „schuldig“ zu sein. Ich habe darauf hin beschlossen nur mehr freie Musik downzuloaden. Jetzt verdient niemand mehr etwas an mir und ich spare mir monatlich knapp 30 Euro.
    Tipps für freie Musik:



  4. wahrscheinlich ladest du auch vom neppstar runter. da hat aber wohl jemand was gegen wirklich freie musik und hat deinen link gelöscht :-(

    ps: ich kauf mir auch nix mehr und lad auch nur mehr freie musik runter!
    opsound ist ebenfalls ein geheimtip!

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