Berlin
-
: Feedbackanfrage: Thesen zum Onlinewahlkampf
: Feedbackanfrage: Thesen zum Onlinewahlkampf Mathias Richel (Ja, vom GK Netzpolitik der SPD) hat mich um Hilfe gebeten. Es geht um das Panel “Fazit zum Onlinewahlkampf der Bundestagswahl 2009“ nächstes Wochenende auf dem Politcamp Berlin.
Mathias hat für die Diskussion im Vorfeld sechs „steile Thesen“ ausgearbeitet, bräuchte für die aber noch ein wenig Feedback. Ich würde gerne helfen, im Moment ist es aber ganz schlecht. Termine und so. Sei’s drum, vielleicht hat ja jemand von euch/Ihnen Zeit und Lust. Bitte hier entlang: „Sechs steile Thesen zum Onlinewahlkampf 2009 und im allgemeinen“
-
: Beta-Programm der re:publica’2010 ist online
: Beta-Programm der re:publica’2010 ist online Wir haben heute eine Beta-Programm-Version unserer re:publica’2010 veröffentlicht. Die re:publica ist eine Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft, die vom 14.–16. April zum vierten Mal stattfindet. Veranstaltet wird die re:publica’2010 von newthinking communications und Spreeblick. Während im vergangenen Jahr 1600 Menschen kamen, rechnen wir dieses Jahr mit bis zu 2500 Teilnehmern. Die Veranstaltung findet parallel im Friedrichstadtpalast, Kalkscheune und Quatsch Comedy Club statt.
Das Thema der re:publica’2010 ist „nowHere“. Damit meinen wir einerseits die Echtzeitkommunikation, andererseits wird die re:publica 2010 deutlich internationaler und wir bringen zahlreiche spannende Projekte und Blogger aus anderen Ländern und Kulturkreisen auf die Bühne.
Das aktuelle Programm ist eine Beta-Version. Nicht alle der über 150 Referenten und Referentinnen haben bisher ein fertiges Abstract geschickt und es finden sicherlich noch Verschiebungen von einzelnen Slots statt. Ich freue mich auch schon auf den Abend, wo ich nicht mehr vorm schlafen gehen gedanklich noch Slots hin- und herschiebe.
Aus Netzpolitik-Sicht gibt es einige Highlights. Eine komplette Subkonferenz rund um das Thema Netzneutralität veranstalten wir am Donnerstag, den 15. April. Diese wird freundlicherweise komplett von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und wird wohl die erste Konferenz sein, die in Deutschland das Thema Netzneutralität aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Ebenfalls am Donnerstag ist ein einzelner Track den Makers gewidmet. Da kann man basteln lernen. Am Freitag, den 16. April haben wir einen kleinen Schwerpunkt auf das Thema Opendata und OpenGovernment.
-
: Datengarten 36: Hack the Wiki
: Datengarten 36: Hack the Wiki Am kommenden
MittwochDonnerstag gibt es wieder einen Datengarten im Chaos Computer Club Berlin. Thema ist diesmal „Hack the Wiki“.An der Wikipedia gibt es vieles zu verbessern – nicht nur am Inhalt. Für interessierte Hacker und andere technik-affine Lebensformen gibt es verschiedene Möglichkeiten, an der Benutzeroberfläche zu drehen, Vorgänge zu Scripten oder Anfragen an die Wiki-Datenbank zu stellen. Damit lässt sich schon einiges anstellen, vielleicht ja sogar sofort und vor Ort.
Daniel Kinzler aka brightbyte wird in das Thema einführen.
11. März 2010, 20 Uhr im CCCB, Marienstr. 11, 10117 Berlin
-
: Wer hat Angst vorm Googlemann?
: Wer hat Angst vorm Googlemann? Das Chaosradio auf Fritz hat am Mittwoch über „Wer hat Angst vorm Googlemann? Über Risiken und Nebenwirkungen bei der Onlinenutzung.“ berichtet.
Jeder kennt es, jeder nutzt es – der Name der Firma Google ist zum Synonym zur Suche nach Daten im Internet geworden. Etwas zu googlen ist einfach und bequem. Aber der Datenhunger von Google wird immer größer, und es zeichnet sich ab, daß Google nicht nur alles über die Welt weiß und wissen will, sondern auch über uns. Wenn Google weiß, was du suchst, weiß Google auch, wer du bist. Aber das ist längst nicht alles, was Google über dich wissen will.
-
: Leistungsschutzrecht politisch bereits halbtot
: Leistungsschutzrecht politisch bereits halbtot Bei einer Diskussionsveranstaltung am 25. Februar auf Einladung des Providerverbandes Eco mit Vertretern von Google, Axel Springer und 1&1 in der Britischen Botschaft in Berlin äußerte sich der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag Siegfried Kauder: ein Leistungsschutzrecht sei offenbar nicht notwendig. Er sehe zwar die Probleme der Verlage im Netz, aber: „Sind wir aufgerufen, da was zu regulieren?“
Die Debatte finde derzeit zurecht zwischen denen statt, denen es im Netz gut geht, und denen, bei denen die Einnahmen nicht ausreichten. „Compliance heisst das neue Wort – und dafür braucht es kein Gesetz.“ Kauder zu Christoph Keese von Axel Springer: „Fühlen Sie sich bitte nicht zu sehr auf der sicheren Seite, nur weil es im Koalitionsvertrag steht.“ Es sei nicht so, dass derjenige schon gewonnen habe, der die besseren Lobbyisten ins Feld führe.
Diese klare Ansage ist ein harter Rückschlag für Springers Bemühungen. Zuständig für das Urheberrecht ist der Rechtsausschuss des Bundestages, dem CDU-Politiker Kauder vorsitzt.
Der am Montag in der ‚Zensursula’-Anhörung wegen seiner Fragen an Franziska Heine noch scharf kritisierte Kauder sagte zudem, dass er sich dafür einsetze, Politik zu entschleunigen. Denn derzeit sei es so: ‚Wir führen Phantomdiskussionen mit Experten im Bundestag’, lang nachdem der Entwurf schon auf dem Tisch legen würde. Was kaum zu übersehen ist.
-
: Dokumentation der Spontan-Demo vor Schloß Bellevue
: Dokumentation der Spontan-Demo vor Schloß Bellevue
Von der Spontan-Demonstration gegen das Zugangserschwerungsgesetz vor dem Schloß-Bellevue vor wenigen Stunden gibt es erste Fotos. Das hier eingebaute Foto ist von Bernd Brincken und steht unter der CC-BY-SA-Lizenz. Andere finden sich beim FLickr-Nutzer Piratepix. Wo gibts noch mehr? Ein kurzes dunkles Video hat nouveaucologne bei blip.tv online gestellt. Was gibts noch an Dokumentation im Netz zu finden? Verlinkt es in den Kommentaren. -
: Google Streetcar zurück überwachen
: Google Streetcar zurück überwachen
Die Künstlergruppe Free Art and Technology (F.A.T.) Lab hat sich auf der Transmediale kreativ mit Google-Kritik auseinander gesetzt. Dabei ist auch diese Aktion entstanden, wo man in Berlin einem Google Streetcar einen GPS-Tracker angehängt hat und die Fahrt mit Google-Maps auf einer Karte dokumentiert hat.F.A.T. Lab has tracked down the Google streetcar with a GPS tracker. Come help us find and tell your friends about the evils being committed by Google’s streetviews car and crew.
Bei F.A.T. Lab im Blog gibts noch mehr nette Aktionen.
Update: Hätte man sich denken können, war eine Kunst-Aktion und nicht real.
-
: Polizeikongress ohne Chaos Computer Club
: Polizeikongress ohne Chaos Computer Club In Berlin findet gerade der „Europäischer Polizeikongress“ statt. Dort kann man kostenlos teilnehmen, wenn man zur Presse gehört, Abgeordneter ist oder bei einer Sicherheitsbehörde beschäftigt ist. Man kann aber auch 895 Euro bezahlen, um dabei zu sein. Ein Berliner IT-Sicherheitsexperte war auf Firmenticket dabei und saß im Saal, als der Innenstaatssekretär Ole Schröder gerade redete. Bis er aus dem Saal geholt wurde mit der Begründung, dass er vom Chaos Computer Club sei. Er sei persönlich bekannt“, was daran liegen mag, dass er ab und an für den Chaos Computer Club medial in Erscheinung tritt.
Man fragt sich ja, was das Innenministerium und/oder die Sicherheitsbehörden zu befürchten haben, wenn ein Hacker sich die Reden eines Staatssekretärs anhören möchte und auch dafür zahlt.
Update: Das Innenministerium weist mich zu Recht daraufhin, dass sie mit der Organisation nichts zu tun haben. Es wäre aber freundlich, wenn man von Seiten des Innenministeriums trotzdem bei den Organisatoren Beschwerde einlegen würde.
-
: Dorkbot.bln
: Dorkbot.bln Im Rahmen der Transmediale gibt es am morgigen Montag in der C‑Base das jährliche Dorkbot.bln – Event mit dem Untertiel „Doing strange things with electricity“.
Das sind die Themen:
TALKAOKE (The People Speak, London); C‑BASE 3D-PRINTER (c‑lab team); SCREAM_PONG (libavg-Team);C‑ROVE (Insp. Benone & Mars, c‑base Open Moon Project); OpenDorks
Beginn ist 20 Uhr. Eintritt ist 5 Euro, wenn man keinen Transmediale-Pass hat.
-
: Innenministerium lädt zum Kaffeekränzchen
: Innenministerium lädt zum Kaffeekränzchen Am morgigen Montag findet der erste Dialog “Perspektiven Deutscher Netzpolitik” mit dem Schwerpunkt „Datenschutz und Datensicherheit“ statt, wozu das Bundesinnenministerium eingeladen hat. Die Einladung mit den Fragestellungen und die Teilnehmerliste habe ich vor über einer Woche schon gebloggt. Als Feedback auf den Blog-Beitrag kamen einige Lesermails mit dem Vorschlag, da nicht hinzugehen, weil die Veranstaltung nur eine Farce sei und zur Image-Bildung der Bundesregierung verwendet wird. Christian Rath schreibt heute in der Taz auch in die Richtung und nimmt als Beleg einen Artikel von de Maiziere, in dem dieser den Wunsch hat, das Vertrauen in den Staat durch diese Veranstaltungen wieder her zu stellen: Union sucht Kontakt zur „Netzgemeinde“.
Nun ist es durchaus vertretbar, wenn man diese Veranstaltung als Farce und PR-Gag bezeichnet, die Konsequenz wäre aber selbst dann nicht, eine solche Einladung zu ignorieren. Von unserer Seite kommt immer das Argument, dass Politiker uns nicht zuhören. Wenn wir also ihre Einladung ablehnen, können diese das gegen uns verwenden. Wenn wir hingehen, können wir ihnen klar unsere Meinung sagen. Und warum sollte ich meine Meinung zur Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung und den vielen anderen staatlichen Überwachungsmassnahmen ändern – nur weil der Innenminister mich zum Kaffee trinken eingeladen und dabei nett angelächelt hat? Vertraue ich deshalb auf einmal dem Staat, der mir nicht mehr vertraut? Ich lass mich mal überraschen, wie die Veranstaltung wird und werde bei Twitter und evtl. hier von dort berichten.
Am Ende werden es keine Kaffeekränzchen mit oder ohne Blogger und Innenminister sein, sondern Aufklärung, Protest und grundrechtsfreundliche Lösungsansätze, die etwas ändern können.
-
: 1,1 Millionen Strafe für Arbeitnehmerüberwachung
: 1,1 Millionen Strafe für Arbeitnehmerüberwachung Arbeitnehmerüberwachung ist teuer, aber noch nicht teuer genug: Die Deutsche Bahn muss dem Land Berlin für die umfassende Arbeitnehmerüberwachung eine Strafe in Höhe von 1,1 Millionen Euro zahlen. Dazu komme noch knapp 800.000 Euro Zahlungen an private Ermittler, die diese Überwachung im Auftrag der Deutschen Bahn erledigt haben. Die letzte Zahl stammt aus dem Jahresbericht 2008 des Berliner Datenschutzbeauftragten. Die Arbeitnehmerüberwachung war war heute nochmal Thema im Unterausschuss Datenschutz und Informationsfreiheit des Ausschusses für Inneres, Sicherheit und Ordnung im Berliner Abgeordnetenhaus.
Deutlich schmerzhafter wäre es, wenn es für solche eklatanten Datenschutz-Vergehen höhere Strafen geben würde. Immerhin klingt die Relation 800.000 Euro für Überwachung und 1.100.000 Euro als Strafe dafür fast wie letzteres aus der Portokasse bezahlt.
-
: Berliner Gewerbeauskunft ist offline
: Berliner Gewerbeauskunft ist offline Vor einem Monat haben wir über ein Datenleck bei der Berliner Online-Gewerbeauskunft berichtet. Es war problemlos möglich, rund 350.000 Grunddaten von Berliner Firmen aus dem System zu ziehen. Dadurch wurden Invers-Suchen möglich und es fanden sich dann auch zahlreiche angemeldete Gewerbe, die eher heikler Natur sind, wie z.B. angemeldete Prostituierte mit Adressen.
Die Berliner Senatsverwaltung hat die Sache dann etwas runter gespielt und erklärt, dass das nicht so schlimm sei. Das sahen wir etwas anders. Denn es wurde explizit aus Datenschutzgründen kein Suchfeld angeboten, womit man nach der Gewerbe-Tätigkeit suchen konnte, was aber durch das Auslesen möglich wurde.
Heute war der Fall ein Thema im Berliner Abgeordnetenhaus. Und dabei kam heraus, dass die Berliner Gewerbeauskunft offline gegangen ist und erst wieder im März online gehen soll. Sieht so aus, als ob die Lösung doch nicht so koscher war, wie von Seiten der Senatsverwaltung kommuniziert. Im März soll es bessere Schutzmöglichkeiten gegen ein maschinelles Auslesen der Daten geben, wie Captchas und eine Registrierung per Fax bei Sammelauskünften.
Vor einem Monat haben wir auch drei Fragen zu der Sache an die Pressestelle der Senatsverwaltung für Wirtschaft geschickt. Diese wurden bisher nicht beantwortet.
-
: Gemeinsam ein Buch über Free Culture schreiben
: Gemeinsam ein Buch über Free Culture schreiben Im Rahmen der bevorstehenden Transmediale soll in einem „Book Sprint“ innerhalb von fünf Tagen gemeinsam ein Buch über „Free Culture“ geschrieben werden. Ein „Book Sprint“ ist inspiriert mit einem „Code Sprint“. Bei letzterem setzen sich Freie Software Entwickler zusammen und schreiben zusammen Code. Das Prinzip wird nun beim „Transmediale Book Sprint“ für das Schreiben eines Buches genutzt.
Am 12. Januar gibt es um 13 Uhr im St. Oberholz in Berlin-Mitte ein Info-Treffen dazu. Der Book Sprint soll vom 18–22. Januar in Berlin und online stattfinden. Aus der Ankündigung:
“’Traditional book production time lines are normally measured in months and years. Book Sprints produce comparable content in 2–5 days.“’
In 5 days, we’ll write a full, ready-print book about Free Culture – with your help!
Sound impossible? It’s not. Find out from the *only* people in the world experimenting with this method and see the (free) software they have built to support collaborative authoring and Book Sprints.
As an example, the “How to Bypass Internet Censorship“ book was written in 5 days. The sprint brought eight people together from around the world. We started work on the text at 9:00 AM Monday and finished with a beer on Friday at 6:00PM. At that moment, with the click of a button, we generated the book-ready source files and uploaded them to the print-on-demand service. “’220 page book finished in 5 days.“’
The “Introduction to the Command Line“ was also produced in a Book Sprint and has been described by Free Software Foundation Board Members as the best book on the topic. The really unusual part of this books story is that it was written by 20 people all working remotely, collaborating to make a “’280 page book in just 2 days.“’
Der Transmediale Book Sprint wird in Kooperation mit FLOSS Manuals stattfinden.
-
: Berlin – Welt-Hackerhauptstadt
: Berlin – Welt-Hackerhauptstadt Philip Banse hat für den Deutschlandradio Länderreport eine Art Liebeserklärung an Berlin in Form einer Story gemacht: Berlin – Welt-Hackerhauptstadt.
Hacker dringen in Computersysteme ein, zeigen Sicherheitslücken auf und verweisen auf technische Schwachstellen. Häufig sind sie Bastler und Enthusiasten, die Neues entdecken. Die Berliner Hacker-Szene ist vielfältig und genießt international hohes Ansehen.
-
: WLAN in Berlin ist wohl vom Tisch
: WLAN in Berlin ist wohl vom Tisch Die neverending Story „Freies WLAN in Berlin“ soll wohl kommende Woche in der Senatssitzung endgültig beerdigt werden. Nach Angaben der Morgenpost Online konnten sich die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wirtschaft nicht auf ein gemeinsames Konzept einigen. Das ist keine Neuigkeit, aber nun gibt es wohl eine Senatsvorlage der Wirtschaftsverwaltung für die kommende Sitzung am 12. Januar:
„Der Senat beschließt, die Durchführung eines Wettbewerbsverfahrens zur Errichtung eines privat finanzierten und betriebenen öffentlich zugänglichen WLAN im Berliner Innenstadtbereich unter exklusiver Nutzung der öffentlichen Verkehrsanlagen (Lichtmasten der Straßenbeleuchtung und Lichtsignalanlagen) nicht weiter zu verfolgen.“
Interessant ist mittlerweile die politische Konstellation in Berlin, nachdem sich auch die CDU mittlerweile als Befürworter eines kommunalen WLAN-Netzes zu Wort meldet. Die war jahrelang still gewesen. Nur von der FDP hab ich bisher keine Stimme zum Thema vernommen. Bleiben aber vier von fünf Parteien, die allesamt WLAN für Berlin fordern. Und der Senat scheitert an diesem Vorhaben.
Vielleicht spielt da auch ein kleiner Partei-Streit in der Koalition ein Jahr vor der nächsten Berliner Wahl eine Rolle. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist in SPD-Hand, während die Senatsverwaltung für Wirtschaft (usw) von Die Linke geführt wird. Etwas überrascht es doch, dass der SPD-Teil die Pläne verhindert, hatte sich die SPD mit dem Thema vor zwei Jahren doch ganz modern zeigen wollen.
Nun wird das Thema vermutlich beerdigt, was schade ist. Allerdings haben wir die Bemühungen für das Festhalten an einem „privat finanzierten und betriebenen WLAN“ immer kritisch begleitet.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Endlich über eine kommunale WLAN-Versorgung nachdenken und ein echtes freies WLAN schaffen. Aber es bieten sich auch Chancen für freie Funknetze. Der Senat sollte sich nun bemühen, die Entwicklung und den Ausbau der vielfältigen freien Funknetze in Berlin zu fördern.
-
: Neues Berlin – Portrait in der RBB-Abendschau
: Neues Berlin – Portrait in der RBB-Abendschau Die RBB-Abendschau hat mich in der Rubrik „Neues Berlin“ in der heutigen Ausgabe portraitiert und dabei auch über den Fall des Datenlecks bei der Berliner Gewerbeauskunft berichtet. Das Video gibts als Real-Stream auf der RBB-Webseite oder in Flash bei Youtube:
-
: Datenleck bei der Berliner Online-Gewerbeauskunft
: Datenleck bei der Berliner Online-Gewerbeauskunft Auf berlin.de findet sich die „eAuskunft – die Online-Gewerbeauskunft“ als eGovernment-Projekt. Aus der Selbstbeschreibung:
„Berlin bietet mit der eAuskunft als erste deutsche Großstadt eine durchgängige Online-Auskunft aus dem Gewerberegister an. Sie können frei in den Grunddaten der Berliner Unternehmen suchen.“
Auf der Seite kann man konkret nach Firmensuchen und bekommt Grundstammdaten wie Adresse und Tätigkeit angezeigt. Auch kann man nach Straßen sortiert suchen und findet dort alle angemeldeten Gewerbe.
Eine Quelle brachte uns einen Datensatz von 350.000 Grunddaten vorbei. (Kommentar der Senatsverwaltung: Das sind nahezu alle Berliner Firmen.) Unsere Quelle hatte mit einem Script massenhaft alle einzelnen Firmen ausgelesen. Das kann man z.B. durch ein Berliner Straßenverzeichnis machen, indem man alle Straßen von A‑Z durchlaufen lässt und die einzelnen Daten abspeichert. Das Auslesen ist nicht strafbar, weil die Datensätze nicht urheberrechtlich geschützt sind. Ist das jetzt nur ein OpenGovernment – Feature? Nicht wirklich, denn einerseits fehlen natürlich die offenen Schnittstellen. Andererseits geht es hier auch um sensible Daten, die man nicht freiwillig dem Staat gibt, sondern weil man es bei der Anmeldung eines Gewerbes tun muss. In dem Datensatz fanden sich auch jeweils die Tätigkeitsfelder. Damit wurden Invers-Suchen möglich, z.B. nach einzelnen Tätigkeitsfeldern.
Das ist ein Datenschutzproblem und sollte eigentlich verhindert werden. Denn das Gesetz zur eAuskunft schreibt vor, dass man nicht nach der Tätigkeit alleine suchen darf. Deshalb fehlt diese Funktion auch in der eAuskunft. Wir haben nach einzelnen Tätigkeiten gesucht, die uns etwas heikel vor kamen. Alleine aus den Suchbegriffen „Prostitution“, „Begleit-Service“ (Davon sind manche auch nur Senioren-Begleitung, etc.) und „Erotik“ haben wir knapp 1850 Datensätze heraus gefischt. Hier ist eine bereinigte Liste nur mit den aussortierten Tätigkeitsfeldern und ohne private Angaben als CSV-Datei. Einzelne Personen, die z.B. legal ein Gewerbe auf Prostitution angemeldet haben, konnten wir auch in sozialen Netzwerken als Privatperson entdecken, wo nichts von ihrer Berufstätigkeit zu finden war. Mit der Liste hätten wir auch problemlos ein Google ‑Maps Mash-Up bauen können, wo auf einer Berliner Landkarte die Standorte aller legal angemeldeten Prostituierten angezeigt werden.
Wir haben den Berliner Datenschutzbeauftragten und die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen über das Problem informiert. Die Senatsverwaltung hat sofort zugesichert, das Problem rasch zu lösen. Eine schriftliche Antwort auf unsere kurzen Fragen zur Problematik wurde uns für spätestens Mitte Januar angekündigt… Wir hoffen mal, dass die Problematik vorher gelöst wird. Das wird sicherlich durch die Berichterstattung beschleunigt.
Die lustigste Tätigkeitsbeschreibung, die wir finden konnten, war übrigens „Software-Entwicklung, Server-Vermietung, Datenschutzlösung und Spirituosenhandel“. Wir verraten jetzt mal nicht, welche Firma dies konkret war.
-
: Immer noch kein freies WLAN für Berlin
: Immer noch kein freies WLAN für Berlin Die neverending Story rund um ein freies WLAN in Berlin geht mal wieder in die Verlängerung. Jetzt hat auch die CDU einen Antrag ins Abgeordnetenhaus eingebracht und in einer parlamentarischen Anfrage die Senatsverwaltung gefragt, was Stand der Dinge ist. Heise hat die Zusammenfassung. Demzufolge eignen sich die meisten Straßenlampen nicht für eine WLAN-Infrastruktur, weil die Antennen das Stadtbild verunschönen würden. In einem Großteil der Lampen im Ostteil soll es Probleme geben, die Stromversorgung zu gewährleisten. Klingt natürlich alles nach Ausreden. Warum sind zahlreiche andere Metropolen weltweit in der Lage, eine solche Infrastruktur aufzubauen?
Etwas entlarvend ist die Antwort der Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus (Linke) von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Heise zitiert:
„Aus wirtschaftspolitsicher Sicht wäre ein privatbetriebenes WLAN unter Nutzung der öffentlichen Verkehrsanlagen des Landes Berlin zu begrüßen“, erklärte Nehring-Venus. Besonders für medienaffine junge Berliner und Touristen sei es wünschenswert, an jedem Ort der Innenstadt kostengünstig ins Internet zu kommen. Doch gerade an den touristisch interessanten Straßen und Plätzen dürften Betreiber die Lampen nicht nutzen, weil sie entweder stadtbildprägend oder gasbetrieben sein. Das Thema WLAN könne aber ohnehin bald überholt sein: Die Mobilfunkunternehmen bieten nach Angaben der Staatssekretärin mit Pauschaltarifen und Angeboten für Internetzugang für einen Tag „attraktive Alternativen für den mobilen Internetzugang“.
Freies WLAN wird nicht als kommunale Daseinsvorsorgen angesehen, sondern man möchte das gerne privatisieren. Was dann wieder kein freies WLAN wäre, sonderm im Extremfall eine monopolisierte Infrastruktur.
Mal schauen, ob es bis zur nächsten Berliner Landtagswahl in 2011 noch irgendwelche Schritte geben wird. Bis auf die FDP haben jetzt alle Parteien die Position entwickelt, dass Berlin ein freies WLAN braucht. Der Berliner Senat ist aber anscheinend nicht in der Lage, das dann auch umzusetzen. Und das ist schade.
-
: 26C3 – Programm ist online
: 26C3 – Programm ist online Das Programm für den 26. Chaos Communication Congress ist in einer vorläufigen Version online.
-
: re:publica´2010: Vorverkauf und Call-for-Papers
: re:publica´2010: Vorverkauf und Call-for-Papers Die re:publica´2010, unsere Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft, findet vom 14.–16. April 2010 zum vierten Mal in Berlin statt. Die Vorbereitungen laufen schon seit einiger Zeit und jetzt wurde offiziell der Vorverkauf und einen Call-for-Paper gestartet. Noch gibt es Blogger-Tickets für 50 Euro und reguläre Tickets für 70 Euro. Dazu haben wir einen Business-Tarif mit 350 Euro, falls jemand offiziell eine Rechnung für Firma haben will und überhaupt die re:publica fördern möchte. Die Vorverkauf-Tickets sind reglementiert, d.h. irgendwann steigen sie im Preis.
Und wer beim Call-for-Papers mitmachen will, kann dieses Formular nutzen.