Vor einem Monat haben wir über ein Datenleck bei der Berliner Online-Gewerbeauskunft berichtet. Es war problemlos möglich, rund 350.000 Grunddaten von Berliner Firmen aus dem System zu ziehen. Dadurch wurden Invers-Suchen möglich und es fanden sich dann auch zahlreiche angemeldete Gewerbe, die eher heikler Natur sind, wie z.B. angemeldete Prostituierte mit Adressen.
Die Berliner Senatsverwaltung hat die Sache dann etwas runter gespielt und erklärt, dass das nicht so schlimm sei. Das sahen wir etwas anders. Denn es wurde explizit aus Datenschutzgründen kein Suchfeld angeboten, womit man nach der Gewerbe-Tätigkeit suchen konnte, was aber durch das Auslesen möglich wurde.
Heute war der Fall ein Thema im Berliner Abgeordnetenhaus. Und dabei kam heraus, dass die Berliner Gewerbeauskunft offline gegangen ist und erst wieder im März online gehen soll. Sieht so aus, als ob die Lösung doch nicht so koscher war, wie von Seiten der Senatsverwaltung kommuniziert. Im März soll es bessere Schutzmöglichkeiten gegen ein maschinelles Auslesen der Daten geben, wie Captchas und eine Registrierung per Fax bei Sammelauskünften.
Vor einem Monat haben wir auch drei Fragen zu der Sache an die Pressestelle der Senatsverwaltung für Wirtschaft geschickt. Diese wurden bisher nicht beantwortet.