Bangladesch

  • Internet-Sicherheitsgesetz: Amnesty kritisiert massive Einschränkung der Meinungsfreiheit in Bangladesch
    Der Schriftsteller Mushtaq Ahmed wurde wegen des Gesetzes festgenommen und starb nach zehn Monaten ohne Gerichtsverhandlung im Gefängnis.
    Internet-Sicherheitsgesetz Amnesty kritisiert massive Einschränkung der Meinungsfreiheit in Bangladesch

    Laut Amnesty International wurden in Bangladesch seit 2018 hunderte Menschen inhaftiert, weil sie im Internet ihre Meinung gesagt haben. Die Menschenrechtsorganisation zeigt nun anhand von zehn Beispielen, warum das Gesetz gefährlich ist.

    26. Juli 2021
  • : Nach Kritik an Regierung: Fotograf und Blogger Shahidul Alam in Bangladesch verhaftet
    Shahidul Alam bei der re:publica 2012.
    Nach Kritik an Regierung: Fotograf und Blogger Shahidul Alam in Bangladesch verhaftet

    Die Regierung in Bangladesch nutzt ein drakonisches Kommunikationsgesetz, um freie Meinungsäußerung zu unterdrücken. Letztes Opfer wurde der der prominente Fotograf und Blogger Shahidul Alam, der Kritik am gewaltsamen Vorgehen der Polizei gegenüber Demonstranten geübt hatte.

    8. August 2018
  • : Twitter: Verkauf von Daten, die Nutzer gefährden können
    Twitter: Verkauf von Daten, die Nutzer gefährden können

    Dass Nutzern durch die Auswertung ihrer Daten Schaden und erhebliche Gefahren drohen können, ist kein Geheimnis. Twitter verkauft die Daten seiner Nutzer, sieht sich aber außer Stande, sie auch davor zu schützen, dass die detaillierten Informationen in die Hände repressiver Regimes fallen.

    31. Oktober 2016 16
  • : Dokumentarfilm: Mit Likes Geld verdienen
    Still aus "Like". Foto: Garrett Bradley
    Dokumentarfilm: Mit Likes Geld verdienen

    Garrett Bradley hat einen Kurzfilm über Menschen in Bangladesch gemacht, deren Job es ist Postings und Seiten auf Facebook zu liken.

    Die Dokumentarfilmregisseurin erwartete im Vorfeld eigentlich eine Ausbeutungssituation mit schlechten Arbeitsbedingungen und langen Arbeitszeiten. Doch alles kam ganz anders, verrät sie im Interview mit The Intercept:

    When I pitched the story, I pitched it sort of as a sweatshop/labor story — this thing where people were getting paid very low wages and working very long hours, and that this was something that we shouldn’t be supporting. But when I got to Bangladesh, it was immediately clear to me that it’s like a complete opposite scenario. That this work was really no different from what web developers in the early 2000s were doing — where it was a really cool job, you didn’t have to have a boss, you could work from home, you had a sense of autonomy and authority over your own life. And most of the people doing this work were young men who were educated, had gone to college. This was a choice, it wasn’t something they were falling into.

    Der Film „Like“ ist auf The Intercept in voller Länge zu sehen.

    Mit einem ähnlichen Thema beschäftigt sich am 26. April auch eine Veranstaltung in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Unter dem Motto „Die Müllabfuhr im Internet“ werden die Arbeitsbedingungen philippinischer „Content Moderators“ gezeigt, die in ihrer Arbeit einem endlosen Strom von Bildern, die als „unangemessen“ markiert wurden, ausgesetzt sind.

    30. März 2016 3
  • : 45. Netzpolitischer Abend am 2. Februar in Berlin
    45. Netzpolitischer Abend am 2. Februar in Berlin

    Wie immer am ersten Dienstag im Monat findet am 2. Februar der mittlerweile 45. Netzpolitische Abend in der c‑base Berlin statt.

    Das Programm besteht dieses Mal wahrscheinlich aus fünf Vorträgen:

    • Peter Schaar: Datenschutz in Europa: Was bringt die EU-Datenschutzreform? Welche Auswirkungen hat das Safe Harbour-Urteil des Europäischen Gerichtshofs?
    • Shopnokothok: Die Verfolgung von Bloggern in Bangladesch
    • Ben Wagner & Thomas Dullien: Quadratur des Kreises? Menschenrechte, Überwachungstechnik & Wassenaar
    • Arne Semsrott: Frag den Bundestag – Wie wir gemeinsam die Aktenschränke des Bundestags befreien (angefragt)
    • Nana Karlstetter & Marie Gutbub: Einladung zum Logan CIJ Symposium

    Die c‑base befindet sich in der Rungestraße 20, 10179 Berlin. Der Einlass ist wie immer ab 19 Uhr, los gehts um 20 Uhr. Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, gibt es einen Live-Stream. Der Eintritt ist frei.

    Die Aufzeichnungen der Januar-Ausgabe sind bereits online verfügbar.

    26. Januar 2016
  • : Bangladesch: Facebook und Messengerdienste seit zwei Wochen gesperrt
    <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" >CC BY 2.0</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/zeevveez/7186553884/" >zeevveez</a>
    Bangladesch: Facebook und Messengerdienste seit zwei Wochen gesperrt

    Als am 18. November 2015 die Gnadengesuche zweier Oppositionspolitiker aus Bangladesch, die 2013 wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden waren, abgelehnt worden sind, gab es etwa eine Stunde lang in ganz Bangladesch kein Internet. Die Sperre von Facebook sowie Messengern wie WhatsApp und Viber besteht weiterhin, also bereits seit zwei Wochen.

    Aus Angst vor Unruhen im Zuge der Bestätigung der Todesstrafen, im Sinne der „Nationalen Sicherheit“, wies die bangladeschische Regierung Telekommunikationsanbieter am 18. November an, Facebook, Whatsapp und Viber und später weitere Dienste zu sperren – dass daraufhin alles gesperrt wurde, sei allerdings ein „Missverständnis“ gewesen. Während nach wenigen Stunden die meisten Dienste wieder online waren, sind es Facebook sowie die zwei Messengerdienste bis heute nicht.

    Am 28. November gab die Regierung Bangladeschs bekannt, eine Vereinbarung mit Facebook treffen zu wollen, die das Unternehmen verpflichtet auf Anfrage Nutzerdaten herauszugeben. Dies solle die „Cybersecurity“ des Landes sicherstellen. Seit 2013, als Facebook erstmals den „Global Government Requests Report“ veröffentlichte, wurden auf Bitten der bangladeschischen Regierung keinerlei Benutzerdaten herausgegeben – die Chancen für ein Gelingen des gewünschten Abkommens stehen daher eher schlecht.

    Den Einwohner_innen Bangladeschs, die über VPNs oder Proxies auf Soziale Netzwerke zugreifen, warf der Telekommunikationsminister Tarana Halim vor, illegal zu handeln. Richtig einig scheint man sich über das Social Media Verbot allerdings nicht zu sein, so aktualisiert der Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie, Zunaid Ahmed Palak, regelmäßig seine Facebook-Seite – und fordert „Be Digital Build Digital“.

    Cumar Debul Dey, ein Richter des Supreme Court, forderte am 26. November die Regierung auf, die Sperren innerhalb von 24 Stunden aufzuheben. Diese seien „willkürlich“ und verletzten die Grundrechte der Bürger_innen Bangladeschs. Zudem seien sie ein Hindernis auf dem Weg zu einem „digitalen Bangladesch“, wie es sich Premierministerin Hasina Wajed wünsche. Bisher gab es jedoch keine Reaktion auf seine Forderung.

    Internationale Aufmerksamkeit wurde Bangladesch dieses Jahr vor allem durch Anschläge auf Blogger_innen zuteil, mindestens vier säkuläre Aktivist_innen sind seit Jahresbeginn von Islamist_innen grausam ermordet worden. Deutschlandradio Kultur veröffentlichte gestern einen Beitrag, in dem der Vater eines ermordeten Bloggers, ein aktiver Blogger und ein Islamist ihre Sicht der Dinge schildern.

    2. Dezember 2015 2
  • : Neuseelands Geheimdienst arbeitet mit und gegen Bangladesch
    Neuseelands Geheimdienst arbeitet mit und gegen Bangladesch

    The Intercept und The New Zealand Herald haben neue Erkenntnisse zur Arbeit des neuseeländischen Geheimdienstes GCSB aus den Snowden-Dokumenten veröffentlicht. Notizen und Berichten zufolge hat dieser Daten mit Geheimdienstlern in Bangladesch geteilt – einem Staat, der vielfach durch die Verletzung von Menschenrechten aufgefallen ist. Und der noch dazu zu selbst zu prioritären Geheimdienstzielen Neuseelands gehört. Als Grund für die Geheimdiensthilfe wird in NSA-Berichten Terrorismusbekämpfung genannt.

    Für den Staat Bangladesh heißt das primär die Bekämpfung politischer Dissidenten, ihre Verfolgung und Folter. An vorderster Front steht dabei das „Rapid Action Battalion,“ die Anti-Terror-Einheit der bangladeschischen Polizei, die für ihr brutales Vorgehen bekannt ist. Und so steht die Einheit wiederum seit 2003 selbst auf einer Beobachtungsliste des GCSB, der aus US-Gebäuden Telefongespräche abhörte. Aus einem geheimen Bericht von 2009 geht hervor, dass „RAB ein aktives Ziel des GCSB war und dies auch in Zukunft interessant sein dürfte.“

    16. April 2015
  • : Die Schweiz exportiert Überwachungstechnologien an repressive Staaten
    Die Schweiz exportiert Überwachungstechnologien an repressive Staaten

    Wie das schweizerische Tagblatt vor einigen Tagen berichtete, hat das Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) widerwillig eine Liste veröffentlicht, die Informationen über bewilligte Exporte von Dual-Use-Gütern und deren Bestimmungsländern beinhaltete. Unter Dual-Use-Technologien werden Produkte verstanden, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke verwendet werden können. Konkret handelt es sich in diesem Fall um den Export von IMSI-Catcher, die sich als Basisstationen von Mobilfunkbetreibern ausgeben, um Anrufe, SMS und Metadaten mitschneiden zu können. Diese Geräte werden allerdings überwiegend im Rahmen von polizeilichen Überwachungs- und Zugriffsmaßnahmen verwendet. Der veröffentlichten Liste ist zu entnehmen, dass unter anderem das repressiv regierte Land Äthiopien Empfänger von IMSI-Catchern war. Weiterer Bestimmungsländer der Exporte waren Kuwait, Qatar, Libanon, Indonesien, Litauen und Thailand. Aserbaidschan, Bangladesh, Hongkong, Marokko oder Tunesien erhielten Geräte, um diese zeitweise zu „testen“.

    Das heißt: Es handelte sich um Lieferungen für Vorführzwecke. […] «Für definitive Exporte bedarf es eines neuen Gesuchs.» Die Vermutung liegt aber auf der Hand, dass das Seco kaum die Zustimmung verweigert, wenn es Tests zustimmte.

    Pikant sei vor allem die Lieferung an Bangladesh. Wir berichteten bereits über die paramilitärische Spezialeinheit Rapid Action Battalion aus dem südasiatischen Land, die einen Ruf als „Todesschwadron“ hat. Deren Vertreter waren in der Vergangenheit zu Besuch in Zürich, um Überwachungstechnologien bei der Firma NeoSoft zu kaufen. In dem Artikel von Tobias Graefer aus dem Tagblatt heißt es weiter:

    Das Seco reichte 2014 Strafanzeige gegen die Firma Neosoft ein, weil es sie verdächtigt, in Zürich ohne Erlaubnis Leute der Eliteeinheit RAB aus Bangladesh geschult zu haben. Das Seco will nicht sagen, ob es sich bei der temporären Bewilligung um das RAB handelte. Es habe aber keine definitive Genehmigung für die Ausfuhr von Imsi-Catchern für das Land erteilt.

    Der Artikel von Tobias Graefer aus dem Tagblatt ist hier abzurufen.

    14. Januar 2015 2
  • : Bericht: Schweizer Firma NeoSoft soll IMSI-Catcher an Todesschwadronen aus Bangladesch verkaufen (Updates)
    Mitglieder des Rapid Action Battalion.
    Bericht: Schweizer Firma NeoSoft soll IMSI-Catcher an Todesschwadronen aus Bangladesch verkaufen (Updates)

    Eine paramilitärische Spezialeinheit aus Bangladesch war letzte Woche in Zürich, um Überwachungstechnologie aus der Schweiz zu kaufen. Das berichtet die linke Wochenzeitung WOZ nach eigener Recherche. Demnach ging die Firma NeoSoft auf das Angebot ein, das bereits im April bekannt wurde.

    4. September 2014 1