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Dokumentarfilm: Mit Likes Geld verdienen

Garrett Bradley hat einen Kurzfilm über Menschen in Bangladesch gemacht, deren Job es ist Postings und Seiten auf Facebook zu liken. Die Dokumentarfilmregisseurin erwartete im Vorfeld eigentlich eine Ausbeutungssituation mit schlechten Arbeitsbedingungen und langen Arbeitszeiten. Doch alles kam ganz anders, verrät sie im Interview mit The Intercept: When I pitched the story, I pitched it…

  • Markus Reuter
Still aus "Like". Foto: Garrett Bradley

Garrett Bradley hat einen Kurzfilm über Menschen in Bangladesch gemacht, deren Job es ist Postings und Seiten auf Facebook zu liken.

Die Dokumentarfilmregisseurin erwartete im Vorfeld eigentlich eine Ausbeutungssituation mit schlechten Arbeitsbedingungen und langen Arbeitszeiten. Doch alles kam ganz anders, verrät sie im Interview mit The Intercept:

When I pitched the story, I pitched it sort of as a sweatshop/labor story — this thing where people were getting paid very low wages and working very long hours, and that this was something that we shouldn’t be supporting. But when I got to Bangladesh, it was immediately clear to me that it’s like a complete opposite scenario. That this work was really no different from what web developers in the early 2000s were doing — where it was a really cool job, you didn’t have to have a boss, you could work from home, you had a sense of autonomy and authority over your own life. And most of the people doing this work were young men who were educated, had gone to college. This was a choice, it wasn’t something they were falling into.

Der Film „Like“ ist auf The Intercept in voller Länge zu sehen.

Mit einem ähnlichen Thema beschäftigt sich am 26. April auch eine Veranstaltung in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Unter dem Motto „Die Müllabfuhr im Internet“ werden die Arbeitsbedingungen philippinischer „Content Moderators“ gezeigt, die in ihrer Arbeit einem endlosen Strom von Bildern, die als „unangemessen“ markiert wurden, ausgesetzt sind.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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3 Kommentare zu „Dokumentarfilm: Mit Likes Geld verdienen“


  1. Grauhut

    ,

    Und sobald sie durch eine KI ersetzt sind wird die Welt ein besserer Ort sein!?


  2. Hm, vielleicht sollte die Müllabfuhr für Deutschland wieder in Deutschland informiert werden über den Müll aus Deutschland?
    Ist nicht nur ein bildliches Problem im Internet, ist auch ein bürokratisches Problem in den Behörden.
    Das wollen aber vielleicht viele Müllmanager nicht wahrhaben.
    Erdfische könnten mal um die Ecke schauen und beim Römerkreisel die Ämter und Gerichte im Blick haben. Das läuft was schief. Stichwort: Jugendamt, Betreuungsgericht, Amtsgericht usw.
    Lieben Gruß SUSI

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