Aus der Reihe

  • : Livebloggen bei Lautgeben
    Livebloggen bei Lautgeben

    Passend zum TV-Duell auf allen Kanälen gibt es bei Lautgeben eine Liveberichtstattung direkt aus einem IRC-Chat. Hier findet sich die Anleitung zum Livebloggen.

    4. September 2005
  • : Spanischer Internet-Aktivist erliegt Krebs
    Spanischer Internet-Aktivist erliegt Krebs

    Manchmal gibt es traurige News jenseits von Bürgerrechtsabbau & Co. Diese hier ist so eine. Chris Nicol, ein vor allem im WSIS-Prozess sehr engagierter Netz-Aktivist aus Barcelona, hat es leider nicht geschafft, seinen Krebs zu besiegen. Chris gründete die spanische Netz-NGO Pangea, eine Mitgliedsorganisation der Association of Progressive Communications, in deren Vorstand er auch sass.

    APC schreibt über ihn in einem Nachruf u.a. folgende Worte:

    On Monday 29 August 2005 the APC network lost someone who was a colleague, a leader and a friend.

    Chris Nicol, member of the APC council and also of the APC executive board, died in Barcelona after more than a year of struggling against cancer. For much of the time during this battle Chris was winning, continuing to work, travel and network when the difficult cycle of surgery and treatment left him with any spare time.

    Chris was an Australian who had been living in Barcelona for around 25 years. He also spent time in Nicaragua in the period just after the Sandinistas overthrew the Somoza dictatorship. Chris worked in the British Council in Barcelona for many years, he taught English and set down roots in Catalunya in many ways – politically, culturally, socially and through his long relationship with his partner Chenchy. Chris was also active in the Barcelona solidarity movement with the Zapatistas, organising, raising funds, helping out where he could. And he loved music, wine, and nature.

    He was deeply committed to APC strengthening its advocacy role, to being more than a provider of member services. He was one of the first people in APC to raise the issue of free software, to start using GNU/Linux on his desktop, and to develop projects to support organisations in migrate their desktop environments to free and open source software.

    Er ist u.a. Autor von “ICT Policy: A Beginner’s Handbook”, einem wirklich gut gelungenem Leitfaden für Netzpolitik mit vielen Illustrationen und einsteigerfreundlichen Texten, wo drin der gesamte Komplex Netzpolitik anschaulich vermittelt wird.

    Die PDF-Fassung kann als 6.2MB grosses (gepacktes) File heruntergeladen werden, ebenso gibt es eine HTML-Version davon.

    Wirklich schade, mit ihm konnte man eine Menge Spass haben und er war eine tolle Persönlichkeit, mit dem man sehr interessante Gespräche führen konnte.

    1. September 2005
  • : IFA-Homepage schliesst aus
    IFA-Homepage schliesst aus

    Was wir von der neuen tollen Medienwelt voller Konvergenz zu erwarten haben, beweist gerade die Internationale Funkausstellung in Berlin mit ihrer Webseite:

    Bitte benutzen Sie Internet Explorer 5.0+
    oder Netscape Navigator 7.0+

    Apple und Linux-Nutzer bleiben aussen vor, wer nutzt schon Netscape in Zeiten von Firefox? Der neben mir sitzende Mac hatte sich gerade extra noch einen IE 5.2 installiert, womit das aber auch nicht klappte. Passender Hinweis für Apple-Nutzer auf der Seite: Nutzen Sie Netscape 6.0 oder den Mozilla (Beide klappen natürlich nicht, trotz Empfehlung!). Finde ich prima, das ist wenigstens eine konsequente Aussage für die neue DRM-Welt und Monokulturen…

    Spinnen die?

    30. August 2005 7
  • : FITUG läßt Kindern und Netzbürger die Wahl
    FITUG läßt Kindern und Netzbürger die Wahl

    Alvar Freude hat für FITUG drei Wahl-Werkzeuge gebastelt, die zumindest in einer Beta-Version soeben online gegangen sind, wie die Pressemitteilung verkündet:

    FITUG läßt Kindern und Netzbürger die Wahl

    Parallel zur Bundestagswahl am 18. September 2005 bietet FITUG allen interessierten Kindern und Internetnutzern die Wahl. Nach der Hilfestellung „Wen Wählen?“ können noch nicht Wahlberechtigte in einem Kinderwahllokal in ihrer Nähe wählen gehen. Wahlberechtigte Internetnutzer können zusätzlich online die Stimme abgeben. Diese Wahlmöglichkeit hat selbstverständlich keinen Einfluß auf das offizielle Wahlergebnis.

    Wen Wählen?

    Um die Qual der Wahl zu mildern bietet FITUG eine wahlkreisspezifische Hilfestellung. Anhand eines Fragenkatalogs kann jeder prüfen, mit welchen der regionalen Wahlkreiskandidaten er wie stark übereinstimmt. Unter http://wen-waehlen.de/ bekommt man den direkten Draht zu seinen Abgeordeten in spe.

    Die Bearbeitung der Rückmeldungen dauert noch an.

    Kinderwahltag

    Kinder und Jugendliche, die schon einmal an der demokratischen Willensbildung teilnehmen wollen, können in speziellen Kinderwahllokalen am Wahlsonntag bis 17 Uhr wählen gehen. Mit ihrem Kinder- oder Schülerausweis können sie wählen wie die Großen. Nach 17 Uhr sind sie zur Auszählung eingeladen. Die Orte der Kinderwahllokale und anschließend die Ergebnisse
    sind unter http://www.kinderwahltag.de/ abrufbar. Die Wahlzettel enthalten die gleiche Auswahl wie die Wahlzettel der Bundestagswahl des entsprechenden Wahlkreises.

    Wir benötigen für die Durchführung des Kinderwahltags noch die regionale Unterstützung von Erwachsenen als Organisatioren und Wahlhelfer. Bitte melden Sie sich bei uns! Darüberhinaus würden wir uns über Unterstützung für den Druck von Kinderwahlzetteln freuen.

    Netzwahltag

    Zum Test eines Internet-Wahlverfahrens bieten FITUG unter http://www.netzwahltag.de/ die Möglichkeit zur Brief- und Direktwahl. Interessierte Netzbürger registrieren sich bei einem unserer Wahlhelfer mit Ausweis und Wahlbenachrichtigungskarte. Diese elektonische Wahlbenachrichtigung wird anschließend in einen blind signierten Wahlschein
    getauscht. So anonymisiert kann jeder zum Wahltag genau einmal wählen. Die Wahlmöglichkeiten stimmen mit denen der Bundestagswahl des entsprechenden Wahlkreises überein.

    Wir benötigen für die Durchführung des Netzwahltages noch die regionale Unterstützung von Erwachsenen als Registratoren. Kenntnis im Umgang mit elektronischen Signaturen ist wünschenswert.

    29. August 2005
  • : Hinweise gesucht: Brauche MP3-Player
    Hinweise gesucht: Brauche MP3-Player

    Für Interviews, die ich hier später Podcasten kann, wollte ich mir einen tragbaren MP3-Player zulegen. Nun gibt es ja eine Übersättigung des Marktes und vor lauter Produkten von Marken- und NoName-Unternehmen weiss man nicht mehr, was denn gute Qualität hat. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Leser dieses Blog, der/die sich schonmal intensiver damit beschäftigt hat, bzw. aus eigener Erfahrung einen Player empfehlen kann?

    Meine Anforderungen:

    MP3 und Ogg sollten unterstützt werden, auf WMA-DRM verzichte ich gerne. Aufnahmen sollten definitiv nicht im WMA-Format gemacht werden, sondern möglichst im MP3-Format mit mindestens 192KHz. Ein externes Micro sollte anschliessbar sein, die Qualität der Aufnahme darf nicht schlecht sein, ich will das Teil überwiegend zum Aufnehmen und weniger zum Musikhören nutzen. Mehr als 1GB Speicherplatz ist sicherlich sinnvoll, es müssen aber nicht sofort 20 GB sein, kann aber. Eine gute Usability ist notwendig, das Display sollte mehr Informationen bieten als nur den derzeitigen Song. Und ich möchte komfortabel durch die MP3s navigieren können. USB 2.0 ist wohl Standard und sollte es bei mir auch sein. Mein Betriebssystem ist Linux, Geräte, welche Windows oder Mac voraussetzen, kommen nicht in Frage (Falls es die noch gibt?). Gibt es Alternativen zum Apfel und wenn ja welche? Über sachdienliche Hinweise freue ich mich.

    Update: Danke schonmal für die schnelle Kommentierung! Bisher ist klar: Der Apfel eignet sich definitiv nicht für meine Zwecke und Anforderungen. Interessanter scheinen die Firmen Typhoon, Trekstore und iriver zu sein.

    29. August 2005 16
  • : Livebloggen aus dem Verbraucherministerium
    Livebloggen aus dem Verbraucherministerium

    Der Tag der offenen Tür im Verbraucherschutzministerium hat heute um 10h begonnen. Wir sind im zweiten Hinterhof untergebracht, wo die Themenparks „Garten“ und „Büro“ sind. Wobei unser Pavillion wohl das „Büro“ darstellt. Um uns herum gibt es Stände der Stiftung Warentest, Verbraucherschutzzentrale Berlin, irgendeinem Freilandlabor und wenigen anderen Ökoständen. Wir haben Glück gehabt, dass wir nicht mit den Themenparks „Kindern“ und „Bauernhof“ zusammen gelegt worden, die sind im vorderen Hof. Ich vergesse irgendwie immer, dass das BMVEL ja noch das ehemalige Landwirtschaftsministerium ist. Uns wurde zwar eine DSL-Leitung zur Verfügung gestellt, die Zugangsdaten dafür mussten wir allerdings nachträglich von Zuhause holen. Danke schön, das hätte durch bessere Kommunikation im Vorfeld verhindert werden können. Aber jetzt haben wir hier ein Funknetz geschaffen und kommen wenigstens ins Netz.

    27. August 2005
  • : Telekom-Aktionswochen?
    Telekom-Aktionswochen?

    Wieder „gute“ Nachrichten aus dem Büro: Nachdem gestern der ganze Tag wegen irgendeines Fehlers bei der Telekom (wo wir fürs Netz noch nicht einmal Kunde sind) das DSL ausgefallen war, wird heute noch eins drauf gesetzt: Wegen einem Fehler in einer Verbindungsstelle gibt es jetzt kein DSL und kein ISDN. Prima, danke! Und wer kompensiert bitte schön, dass ohne Netz und Telefon kaum produktiv gearbeitet werden kann? Zum Glück sitze ich noch zuhause, mit Netz und Telefon. Und werde auch erst rüberfahren, wenn alles wieder läuft.

    Update: Diesmal ging es „relativ“ schnell, nur ca. 2h offline. Trotzdem echt nervig.

    26. August 2005
  • : Netzausfall: Danke Deutsche Telekom AG!
    Netzausfall: Danke Deutsche Telekom AG!

    Kaum zu glauben: Durch irgendeinen Defekt hatten wir heute fast den kompletten Arbeitstag kein Netz im Büro. Die Telekom brauchte auch „nur“ fast sieben Stunden Zeit, um Berlin-Mitte mal wieder ans DSL-Netz anzuschliessen…

    25. August 2005 2
  • : Nächsten Tage viel digitaler Verbraucherschutz in Berlin
    Nächsten Tage viel digitaler Verbraucherschutz in Berlin

    Ganz viel Verbraucherschutz in den nächsten Tagen in Berlin: Morgen lädt die Initiative D21 um 10h in die Mercedes-Welt, Salzufer 1. Dort gibt es ein „Diskussionsforum“ zum Thema „Internet: Wohin surft der Verbraucherschutz?“ – Unternehmensfragen an die Politik“. Wie die Wirtschaft zum Thema Verbraucherschutz steht, wird ganz gut aus einem Interview ersichtlich, was Edda Müller, die Präsidentin der Verbraucherzentrale Bundesverband zuletzt der Netzeitung gab. Ich werde nicht hingehen, ist garantiert ein langweiliger Lobbyistenauflauf zur Frühstückszeit und ich hab noch genug Verbraucherschutz am Wochenende, denn:

    Am Wochenende ist „Tag der offenen Tür bei der Bundesregierung“. Das Verbraucherschutzministerium hatte das Netzwerk Neue Medien angefragt, als Vertreter des digitalen Verbraucherschutzes einen Stand zu machen und wir haben unter der Bedingung zugesagt, dass wir ein freies Netz bekommen. Digitaler Verbraucherschutz lässt sich halt online und digital anschaulicher erklären, als rein analog und offline. Nun wird extra für uns eine temporäre DSL-Leitung gelegt, wir bringen einen WLAN-Router mit und stehen interessierten Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung. Ich hoffe nur, dass mein Wochenende nicht darin bestehen wird, von Morgens bis Abends unentgeldlich allen Fragenden in einfachen Worten für mich eher uninteressante Themen wie Phishing und Spam zu erklären. Das macht vielleicht ein bis zweimal Spass, danach wirds nur noch nervig. Vor allem, wenn man dafür ein Wochenende opfert, wo freie Wochenenden für mich eher selten sind. Falls jemand noch helfen möchte, bitte bei mir melden. Vor allem am Samstag könnten wir wegen Urlaubs- und Grippezeit noch Unterstützung gebrauchen.

    25. August 2005
  • : Ge- Heist- Spiegelt…
    Ge- Heist- Spiegelt…

    Irgendwann ist immer das erste Mal. So eben, als nach Heise, Netzeitung, Blogs auch der Spiegel hierhin verlinkte. War schon verwundert, dass der Server das „geheist werden“ locker verkraftete. Aber Spiegel-Artikel auf Startseite zur Mittagspausenzeit war einfach zuviel. Jetzt läufts und wir können wieder durchatmen. Danke für die Vorschläge, die „Alt+F4“-Aktion auch noch bei BoingBoing und Slashdot zu announcen . Im Moment weiss ich nicht, ob ich das wirklich möchte, obwohl es natürlich nett wäre. Vielleicht schaffen wir noch statische Seite bis heute Abend mit einer englischen Übersetzung.

    Update: Kaum war dieser Beitrag gespeichert, stand die Story schon auf BoingBoing. Wir haben es dann gerade noch geschafft, den Apache herunter zu fahren, um wenigstens die Story als statische Seite anzubieten. Ganz schön viele Zugriffe in kürzester Zeit…

    19. August 2005
  • : Berichterstattung: Microsoft im Parlament
    Berichterstattung: Microsoft im Parlament

    Ein Pinguin zwischen den Schlipsen!Am gestrigen Abend war die Lobby der Berliner Abgeordneten Hausen gut gefüllt: Microsoft lud zu Speis und Trank sowie einer Informationsveranstaltung über sich selbst. Geladen waren die Abgeordneten aller Fraktionen, wobei die Grünen geschloßen nicht erschienen, und ausgewählte Pressevertreter. Wir dachten uns, dass Lobbying auch mal etwas transparenter ablaufen kann: Und waren als Embedded Journalists dabei, u.a. mit einem Audio-Live-Stream der Lobbyveranstaltung via UMTS (Der gestern hier zu hören war).

    Guten Appetit, liebe Politiker!Dort, wo in früheren Zeiten die KPD gegründet wurde, im Feststaal des Berliner Abgeordnetenhauses, begrüßte Walter Momper (Präsident des Hauses, SPD) das größte Softwareunternehmen der Welt. Er bedankte sich mehrfach für das Kommen. Microsoft kostet der Abend ja auch genug an Miete.

    Hier durften die Pinguine nicht reinDer Redner für Microsoft, Wolfgang Branoner „Director“ von Microsoft Deutschland für den „Public Sector“ und ehemaliger Wirtschaftssenator Berlins, sprach in seiner Rede oft davon, hier keine Produkte verkaufen zu wollen. Das macht man ja auch später und an einem anderen Ort. Eine Tupper-Party hatten wir auch nicht erwartet.

    Bericht und Fotos von der Veranstaltung und der Aktion vor Ort …

    18. August 2005 53
  • : Fernseh-Gleichschaltung
    Fernseh-Gleichschaltung

    Wieso müssen ARD und ZDF quasi in Gleichschaltung dieselben Bilder eines Papstes in einem gläsernen Auto zeigen – und das zur Primetime? Wo ist bitte schön die News? Es dürften doch flächendeckend in ganz Deutschland beide Sender überall zu sehen sein, da reicht doch einer! Und was dazu gelabert wird, ist fast noch schlimmer als Günther Netzer bei Fussballspielen.

    18. August 2005 1
  • : BBC: Hitchikers Guide to the Galaxy spielen
    BBC: Hitchikers Guide to the Galaxy spielen

    Kann sich noch jemand an Infocom-Adventures erinnern? Ender der 70er kam mit Zork eines der ersten Textadventures heraus. Meine ersten Erlebnisse mit „Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ war nicht das gleichnamige Buch von Douglas Adams, sondern das Textadventure von Infocom. Später las ich das Buch, was zum lösen des Adventures ausserordentlich praktisch war. Gerade habe ich bei BBC – Radio4 eine Seite gefunden, wo man das Adventure mit Grafiken hinterlegt online spielen kann.

    17. August 2005 1
  • : Ping-Probleme mit WordPress
    Ping-Probleme mit WordPress

    Seit einiger Zeit pingt dieses WordPress-Blog leider nicht mehr an Technorati und Blogstats. Was mich verwundert, da dieselben Einstellungen in anderen Blogs problemlos funktionieren. Mittlerweile bin ich mit meinem Latein am Ende. Vielleicht kann mir ja jemand mitteilen, was ich falsch mache?

    In den Optionen sind folgende Pings eingerichtet:

    http://xmlrpc.blogg.de/
    http://rpc.technorati.com/rpc/ping
    http://ping.blo.gs/
    http://api.my.yahoo.com/RPC2
    http://rpc.blogrolling.com/pinger/
    http://ping.rootblog.com/rpc.php
    http://rcs.datashed.net/RPC2

    12. August 2005 1
  • : Ein Jahr netzpolitik.org
    Ein Jahr netzpolitik.org

    Heute vor einem Jahr und zwei Tagen habe ich mit einem Eintrag dieses Blog begonnen, einer Pressemitteilung, welche wir über die Freie Software Presseagentur zum Thema Softwarepatente veröffentlicht hatten. Was die Wenigsten wissen ist, dass unter dieser Domain schonmal ein Blog aktiv war, nur im Jahre 2003.Damals nutzte ich noch Nucleus als Software und berichtete „Tagebuch-ähnlich“ von meinen Reisen zu UN-Konferenzen im Rahmen des ersten World Summit on the Information Society und zum Lobbying gegen Softwarepatente in Strassburg, kurz vor der ersten Abstimmung im Europaparlament. Es trug den Untertitel „Backpacking to World Politics“ und ich schilderte meine Erfahrungen und Erlebnisse als junger Mensch in Genf und Strassburg – „bewaffnet“ mit meinem Notebook, Schlafsack und Isomatte. (Hab gerade tatsächlich noch einen Teil im Google-Cache gefunden) Grosse Reisen konnte ich mir nicht leisten und glücklicherweise bekam ich wenigstens die Fahrtkosten mit der Bahn finanziert, 14h Zugfahren, bis ich endlich in Genf ankam. Hotelkosten zahlte mir leider niemand und so nächtigte ich mit dem Schlafsack in Hotelzimmern von Freunden. Die Erlebnisse waren für mich damals sehr beeindruckend, endlich mal viele Menschen persönlich zu treffen, von denen ich immer nur gelesen hatte, bzw. nur virtuell kannte. Danach konzentrierte ich mich erstmal auf andere Dinge, wie den Aufbau meiner Firma und politischem Engagement.

    Bis mich letztes Jahr wieder das Bloggen packte. Eigentlich hatte ich das Konzept für dieses Blog schon seit Jahren im Kopf. Damals noch als Portal gedacht wollte ich mit vielen anderen darüber berichten, was im Bereich Netzpolitik passiert. Leider gab es nie konkrete Zusagen, dies gemeinschaftlich zu machen. Und auch die Technik war noch nicht so ausgereift. Im Endeffekt war der Overhead auch immer zu hoch, Texte zu schreiben und sich dann noch um HTML-Formatierungen zu kümmern. Bis sich Blogs durchsetzten. Und mit ihnen easy-to-use publishing Möglichkeiten. Ich liebe dieses Medium, den HTML-Overhead vergessend, kann ich einfach drauf los schreiben, Informationen remixen und neu zusammenstellen, Wissen teilen und Bewusstsein für die Themen der digitalen Welt von morgen schaffen, die leider immer noch zu wenig Beachtung finden. Und neben all den Erfahrungen, die ich dabei sammeln kann, macht es eine Menge Spass.

    Im letzten Jahr ist viel passiert, hier in diesem Blog, um Netz und in der realen Welt.

    Erste grössere Aufmerksamkeit kam mit dem Livebericht unseres kleinen Hacks der MSN-Promotour im Februar: Microsoft auf Promo-Tour bei uns im Büro. Ganz verwundert war ich über die Nominierung bei den Freedom Blog Awards von Reporter ohne Grenzen in der Kategorie „Internationales“. Als einziges deutschsprachiges Blog unter lauter englischsprachigen Blogs in einem internationalen Wettbewerb fühlte ich mich geehrt, machte mir aber keine Hoffnungen auf den Gewinn. Um so verwunderter war ich über die Pressemitteilung, die mich zum Gewinner erklärte. Ich musste sie zweimal lesen und mir das Ergebnis nochmal von Freunden bestätigen lassen. Danke nochmal an alle, die für mich gestimmt haben. Seitdem steigen die Zugriffszahlen konstant und pendeln sich gerade im Sommerloch bei ca. 2500 verschiedenen Besuchern am Tag ein. Als ich anfing, hätte ich nie geglaubt, dass sowas mal möglich sein würde.

    Mittlerweile bekomme ich auch immer mehr Hinweise per Mail, für die ich danken will. Ebenso Andreas und Carsten, die mir mit der Technik etwas den Rücken freihalten. Dazu noch Bea, meiner „Assistentin“, die unter „Blu“ öfters schöne Texte hier reinstellt, die bei uns im Büro entstanden sind, sowie Philipp und Wetter, die partiell auch Artikel dazu liefern. Vor allem, wenn ich wieder mal zu lange unterwegs bin. Und meiner Freundin, der ich manchmal weniger Aufmerksamkeit schenken kann, als sie verdient, wenn ich Abends noch vorm Notebook sitzend schnell etwas schreiben will. Mal schauen, wie es sich weiter entwickelt. Ich will eigentlich noch viel mehr Interviews mit interessanten Menschen aus dem Netzpolitik-Kontext machen. Und vielleicht finden sich noch mehr Mitschreiber. Was auch noch auf der To-Do Liste steht, ist ein richtiges Logo für netzpolitik.org. Vielelicht findet sich ja mal jemand, der mir eines macht, was mir dann auch gefällt.

    Abschliessend kann ich nur sagen: Uns gehört das Netz!

    12. August 2005 3
  • : ZDF-Pressestelle erklärt das Klicken eines Links
    ZDF-Pressestelle erklärt das Klicken eines Links

    Das ZDF lädt zur Pressevorführung ein. Verwundert stelle ich fest, wie niedrigschwellig das Klicken auf einen Link erklärt wird:

    Bitte folgen Sie dem Link:

    [Link zu einer Pressevorführung des ZDF]

    Sollte sich der Hyperlink nicht direkt aus dieser mail aufrufen lassen, helfen folgende Schritte:

    1. Linkzeile markieren und den Inhalt in die Zwischenablage kopieren
    2. Internet-Browser starten bzw. zum Internet-Browser wechseln, falls dieses Programm bereits läuft
    3. Cursor in die Adresszeile des Browsers setzen und dort den Inhalt der Zwischenablage einfügen
    4. ENTER-Taste drücken

    Also entweder hält das ZDF Journalisten für extrem blöd (Was ich mir nicht vorstellen kann) oder sie haben schon genug Erfahrungen gesammelt, dass ein Teil ihrer Zielgruppe keinerlei Plan vom Bedienen eines Computers hat…

    5. August 2005 2
  • : Server war mal down
    Server war mal down

    So, jetzt ist wieder alles online. Schuld war ein Update auf ein neues Betriebssystem. Doch beim booten traten Probleme auf, so dass der Provider erstmal ins Rechenzentrum musste, um uns über die Fehlermeldung aufzuklären. Alles gar nicht so einfach in der Ferienzeit, aber nun klappt wieder alles prima.

    4. August 2005
  • : Mehr Awards zum wählen
    Mehr Awards zum wählen

    Die US Netz-Verbraucherschutzorganisation Public Knowledge veranstaltet zum zweiten Mal den IP3-Award:

    “We live in a world in which the law and policies surrounding intellectual property, information policy, and the Internet are increasingly interconnected, and even converging with one another. This new three-dimensional policy arena poses important challenges for us, but it also creates important opportunities for creative individuals in each of the three underlying fields of endeavor to advance the public interest. For this reason, Public Knowledge has instituted the annual IP3 Awards, given to individuals who over the past year (or over the course of their careers) who have advanced the public interest regarding one of the three kinds of „IP“ – Intellectual Property, Information Policy, and the Internet Protocol.

    Bis zum 1. August können Vorschläge an geschickt werden. Letztes Jahr gewannen u.a. DJ Danger Mouse (Grey Album) und Brewster Kahle, einer der Gründer des Internet Archive.

    Und dann fragt PoliticsOnline wie jedes Jahr nach „The 10 Who Are Changing the World of Politics & Internet“:

    „This year marked the toughest year ever in choosing the 20 finalists. The integration of politics and the Internet has spread like wildfire around the globe, reflected in this year’s diverse, international nominees.“

    Ich wundere mich ein wenig über die Vornominierungen. Die meisten Plattformen kenne ich, aber richtig umwerfendes ist nicht dabei. Wundere mich auch, dass Firmen wie JibJab nominiert wurden. Die haben zwar einen netten Flash-Film zur US-Präsidentschaftswahl gemacht, wo Kerry und Bush ähnlich wie im „Bundesdance“ wild rumhüpften, aber eine Revolution sehe ich da weniger. Wahrscheinlich lag es an der Zahl von mehr als 60 Millionen Menschen, die das angeklickt hatten. Mit Accenture eDemocracy Services kann man auch eine Unternehmensberatung wählen. Die haben aber nichts mit der Arbeitsamt-Software zu tun, die Accenture halb in den Sand gesetzt hatte, oder? Der Begriff eDemocracy wird ja so inflationär verwendet, dass selbst sowas darunter fallen kann.

    Da wähl ich lieber Adam Curry (Podcasting), das Digital Divide Network oder das BBC Action Network. Aber es gibt leider nur eine Stimme.

    19. Juli 2005
  • : Scriptkiddie rennt rum und verändert Spreeblick
    Scriptkiddie rennt rum und verändert Spreeblick

    Entweder ist es ein guter Buzz-Marketing-Gag von Johnny oder ein Scriptkiddie rennt rum, um zu defacen. Wahrscheinlich ist letzteres. Auf jeden Fall hat jemand Spreeblick geändert. Tolle Aktion. Der Typ rennt laut Google gerade rum und setzt seine „Duftmarke“ in Form eines Bildes wahllos in Foren.

    Update: Ist jetzt halbwegs um 22:38h beseitigt worden. Das ging ja schnell.

    14. Juli 2005 1
  • : Wie macht man Eltern Angst vorm Internet?
    Wie macht man Eltern Angst vorm Internet?

    Wie macht man Eltern Angst vorm Internet? Entweder schickt man sie zu einem Aufklärungsseminar des Bildungswerk der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung oder sie lesen Chiemgau-Online. Noch besser ist beides: Tacherting: Drogen, Okkultismus und Pornografie

    Einen Informationsabend, der vielen Eltern die Augen öffnete, veranstalteten die Volksschulen Tacherting und Engelsberg, indem sie über das Bildungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung den Internet-Fahnder Rainer Richard aus München in den Gasthof „Pertlwirt“ einluden. Er zeigte den Zuhörern auf sehr anschauliche und teilweise schockierende Art und Weise auf, welche enormen Gefahren das Internet für Kinder und Jugendliche birgt. Das kriminelle Online-Spektrum reicht von Pornografie über Gewaltverherrlichung, Rassismus und Drogenmissbrauch bis hin zu pädophilen Chatroom-Nutzern.

    Wenn das Thema nicht so Ernst wäre, könnte man den Artikel glatt als gute Real-Satire durchgehen lassen. Der letzte Absatz zu Medienkompetenz ist wenigstens noch vertretbar.

    13. Juli 2005 3