Generell
Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.
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: FoeBuD enttarnt RFID-Chips in Kleidung
: FoeBuD enttarnt RFID-Chips in Kleidung
In einer publikumswirksamen Aktion vor einem Geschäft der Bekleidungskette „Gerry Weber“ in Bielefeld lasen Aktivisten die Daten von in der Kleidung eingenähten Funkchips aus. Eine Reportage der ARD, die die Aktion mit einem Kamerateam begleitete, wird nächsten Montag ab 21 Uhr auf WDR ausgestrahlt.Die sogenannten RFID-Chips haben eine Reichweite von bis zu acht Metern und können von allen handelsüblichen Lesegeräten ausgelesen werden. Ihre eindeutige Identifikationsnummer ermöglicht eine Wiedererkennung und somit die Erstellung von Bewegungsprofilen.
Der 1987 gegründete „Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs“ FoeBuD fordert seit Längerem zur Entfernung der zu Logistikzwecken eingenähten Etiketten beim Kauf von Kleidungsstücken auf und versucht, einheitliche Warnhinweise für mit RFID-Technik markierte Produkte durchzusetzen.
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: Piratebay wird in den Niederlanden geblockt (UPDATE)
: Piratebay wird in den Niederlanden geblockt (UPDATE)
Zwei holländische Provider (XS4All und Ziggo) wurden gestern vom Den Haager Bezirksgericht verurteilt, die Torrent-Website „The Pirate Bay“ für ihre Kunden innerhalb von 10 Tagen zu sperren. Sollte dies nicht geschehen, droht eine Strafe von 10.000€ täglich. Die Richter schlossen sich in nahezu allen Punkten der Rechteinhaberorganisation BREIN an. Das vollständige Urteil ist hier einsehbar. Laut dem Urteil benutzten rund 30% der Kunden des Anbieters Ziggo und 4,5% der XS4All-Kunden das BitTorrent-Protokoll, um urheberrechtlich geschützte Inhalte herunterzuladen. Dies habe auch einen sofortigen illegalen Upload zur Folge:Characteristic for the BitTorrent protocol is that the user that a file or a part thereof has downloaded, the downloaded (part of) the file in principle immediately available to the network for other users. A user who downloads (called a leecher) is, in principle, a user who automatically uploads (called a seeder). In this way, the availability of resources and the speed with which they can be downloaded quickly.
Auf andere Torrent-Sites wie www.bitreactor.to oder www.torrent-finder.info wird in dem Urteil dagegen nicht weiter eingegangen. Nach Presseangaben will XS4All Berufung gegen das Urteil einlegen, während BREIN weitere Klagen gegen andere Provider anstrebt.
UPADTE:
In Punkt 5.4 des Urteils wird verfügt, dass die beiden betroffen Provider nicht nur drei IP-Adressen und 24 bekannte Domains von thepiratebay sperren müssen. Vielmehr darf die BREIN schriftlich oder per E‑Mail weitere IPs und URLs von Mirror-Seiten an die Provider schicken. Diese müssen dann auch innerhalb von 10 Tagen unter Strafandrohung geblockt werden. Diese Sperren werden auch nicht mehr richterlich überprüft, die (private) Gesellschaft BREIN bestimmt im Alleingang, was geblockt wird.
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: Die Musikindustrie vs. Irland
: Die Musikindustrie vs. Irland
In Irland hat die Musikindustrie eine Zivilklage (Plenary Summon) gegen den Staat eingereicht, da sie der Meinung ist das Land tue nicht genug, um die durch Filesharing auftretenden Gewinneinbußen zu verhindern. Offenbar will man bei der Politik Druck ausüben, die Gesetze zugunsten der Rechteinhaber zu ändern, nachdem im Dezember eine Three-Strikes-Regelung gerichtlich als zu großer Eingriff in die Privatsphäre abgelehnt wurde. Eine gesetzliche Neuregelung, die das Blockieren von Anschlüssen ermöglichen würde, wurde für Mitte Januar angekündigt, die Klage dient also eher als Absicherung bzw. Druckmittel, wenn der politische Prozess in Stocken geraten sollte. -
: Wikistream – Wikipedia beim Wachsen zuschauen
: Wikistream – Wikipedia beim Wachsen zuschauen
Dass in der Wikipedia, der nach eigenen Angaben inzwischen umfangreichsten Enzyklopädie der Welt, auch zehn Jahre nach der Gründung ständig neue Artikel hinzukommen und bestehende verbessert werden, ist den meisten Usern durchaus klar. Wikipedia veröffentlicht seit Jahren regelmäßige Statistiken, die die meisten Fragen beantworten.Einen vollkommen neuen Ansatz geht aber Wikistream: Das kleine OpenSource-Tool zeigt sämtliche Änderungen an allen größeren Wikipedia-Sprachversionen live an. Neu hochgeladene Wikimedia-Fotos werden sofort als Hintergrund der Seite angezeigt. Einige Filteroptionen erlauben z.B. nur die Updates der deutschen Wikipedia anzuzeigen oder nur Änderungen, die mehr als 1000 Zeichen umfassen. Wem es zu schnell geht (was bei mehreren hundert Updates pro Minute leicht passieren kann) der kann den Strom jederzeit mit der „p“-Taste pausieren.
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: Polit-Neulinge: Erfahrungen mit Journalisten
: Polit-Neulinge: Erfahrungen mit Journalisten NDR-Zapp hat gestern einen Bericht von Daniel Bröckerhoff über „Polit-Neulinge: Erfahrungen mit Journalisten“ gesendet.
Politiker und die Presse – von jeher ein nicht ganz unkompliziertes Verhältnis. Das, was Journalisten berichten, gefällt vielleicht nicht immer. Manch einer glaubt, er könne Berichterstattung beeinflussen, was ihm aber kräftig auf die Füße fallen wird. Bundespräsident Wulff bekommt das gerade deutlich zu spüren. Aber es gibt natürlich genauso Journalisten, die sich im Umgang mit Politikern nicht ganz fair verhalten. ZAPP hat drei junge Abgeordnete besucht, die ganz neu und frisch in der Politik sind, und mit ihnen über ihre Erfahrungen mit den Medien gesprochen. Ein einseitiger Bericht – nämlich rein aus Sicht dieser Politiker.
Das Interview mit Marina Weisband, der politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei, gibt es auch in vollen 26 Minuten auf der Webseite und auf Youtube:
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: Pseudonym ist besser
: Pseudonym ist besser Seit letztem Jahr wissen wir, dass Blogger unter Pseudonym für glaubwürdiger gehalten werden, seit diesem Jahr, dass Kommentatoren mit Pseudonymen besser sind. Jedenfalls wenn man den jeweiligen Untersuchungsergebnissen glaubt.
Ob das was mit geringerem Sendungsgbedürfnis und dem Zurücknehmen-können der eigenen Person zu tun hat? Die Zahlen der Firma Disqus geben darüber leider keine Auskunft. Allerdings liefert ein anderer Mechanismus eine nette Alternativhypothese: Klarnamensidentifikation war gleichbedeutend mit Über-Facebook-eingeloggt-sein. Schreiben Personen, die sich bei anderen Diensten über Facebook einloggen, im Schnitt weniger intelligente Kommentare? Man möchte es nicht ausschließen. Ebensowenig wie die Vermutung, dass die Kommunikation innerhalb von Facebook intelligenter wird wenn der Datenschutz verbessert und Pseudonyme zugelassen werden.
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: Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus
: Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat das Buch „Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus“ lizenziert und als Nummer 1198 in ihre Schriftenreihe aufgenommen. Für 4,50 Euro erhält man dort das 462 Seiten dicke Buch von Wolf Schneider und Paul-Josef Raue, im Buchhandel ist es teurer.Journalist – für viele ein Traumberuf. Texten, interviewen, recherchieren, immer am Puls der Zeit und nah dran am Geschehen. Aber was müssen Journalisten eigentlich können? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Und wie gelingt der Einstieg in den Job? Die erfahrenen Journalisten Wolf Schneider und Paul-Josef Raue stellen Arbeitstechniken, Formate und Redaktionsalltag vor. Anhand anschaulicher Beispiele zeigen sie, wie es richtig geht – und wie auf gar keinen Fall. Sogar auf die für Journalisten zentrale Frage „Wie gewinne ich den Leser?“ haben sie die Antwort parat. Dieses Standardwerk dient Berufseinsteigenden, Volontären und Jungredakteuren seit Langem als ideale Orientierung. Die überarbeitete und erweiterte Neuausgabe ergänzt das Handbuch um alles Wissenswerte zum Online-Journalismus sowie zur Arbeit in und mit PR und Pressestellen.
Update: Nach Erscheinen gibt es viel Kritik an dem Buch, vor allem an einem komischen Verständnis des Online-Journalismus, was in diesem Buch vermittelt werden soll. Ich hab das Buch nicht gelesen und kann es nicht einschätzen. Ich hatte es nur verlinkt, weil ich es im Katalog der BpB gesehen habe und Grundwissen für Einige sicher immer sinnvoll ist.
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: Aus der Reihe: Die schönsten esoterischen Programmiersprachen.
: Aus der Reihe: Die schönsten esoterischen Programmiersprachen. Programmierer sind ernste Menschen. Stundenlang sitzen sie vor Bildschirmen, zerbrechen sich den Kopf über abstrakte Algorithmen und tun täglich Dinge, von denen die meisten Menschen nicht einmal eine Ahnung haben, dass es sie gibt. Eines würde man von diesem Menschenschlag am wenigsten erwarten: Einen Hang zur Esoterik.
Ganz so vernünftig scheinen aber nun doch nicht alle Programmierer zu sein. Einige sind offenbar sogar ziemlich verrückt. Anders könnte man sich die Entstehung esoterischer Programmiersprachen, manchmal auch einfach exotische Programmiersprachen genannt, nicht erklären. Sie haben keinerlei praktischen Nutzen. Sie wurden erfunden um eine Idee auszudrücken, einen Rekord aufzustellen, oder auch nur so zum Spaß. Hier ein paar schöne Beispiele:
SPL (Shakespeare Programming Language)
SPL (siehe Bild oben) ist ein ganz besonderes Kleinod unter den Programmiersprachen. Der Programmcode sieht aus wie eines von William Shakespeares Theaterstücken. Variablen werden folgerichtig nach Shakespeares Charakteren benannt, Zahlen über die Aneinanderreihung von Adjektiven ausgedrückt.
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: Visualisierung: Wie lange braucht man von A nach B?
: Visualisierung: Wie lange braucht man von A nach B?
In dieser kleinen Tech-Demo von Stefan Wehrmeyer wird die Fahrtdauer der Berliner U- und S‑Bahn übersichtlich angezeigt. Die Ausgangsstation wandert nach Anklicken ins Zentrum der Grafik, alle anderen Stationen verteilen sich je nach Fahrtdauer auf der Karte. Dabei gilt: Ein Ring entspricht fünf Minuten Fahrtzeit.Inspiriert ist das Tool von Projekten wie Mapnificent und Timemaps.nl, die mit hoher Genauigkeit anzeigen, welche Gegenden einer Stadt man mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln in einer gegebenen Zeit erreichen kann.
Für deutsche Städte sind solche Projekte zur Zeit noch schwierig umzusetzen, da die ÖPNV-Datenbanken größtenteils nicht öffentlich zugänglich sind. Organisationen wie z.B. das Open Data Network setzen sich dafür ein, das zu ändern.
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: Can I has thesis? Lolspeak auf den Grund gegangen
: Can I has thesis? Lolspeak auf den Grund gegangen
Das recht aktuelle Internet-Phänomen der sogenannten Lolspeak („I can haz cheezeburger?“), das vor allem im Zusammenhang mit der Sichtung von Lolcats vorkommt, ist erstmals einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen worden. Jordan Lefler reichte im Dezember eine Master-Thesis an der University of Louisiana ein. Das 122-seitige Werk trägt den bezeichnenden Titel „I can has thesis: A linguistic analysis of lolspeak“.While Lolspeak is predominantly an internet fad at the moment, the question of how much it and other pop orthography may influence the future of English is a relevant one to consider.
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: Wie man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt
: Wie man keine elektronische Gesundheitskarte bekommt Widerstand gegen
#eGK – Anleitung: Trollen auf höchstem Niveau http://ur1.ca/7dyf3Dieser Tweet des Chaos Computer Club spricht eine interessante Thematik an: Die elektronische Gesundheitskarte kommt – aber was passiert wenn keiner mitmacht?
Die elektronische Gesundheitskarte (kurz e‑Card) wurde 2004 von SPD und Grünen beschlossen, die Umsetzung wurde aber bereits mehrmals verschoben. Bis zum Ende des Jahres sollen jetzt endlich 70% der Versicherten mit der neuen Chipkarte ausgestattet sein. Am Einsatz der Karte ändert sich jedoch vorerst nichts: Das System der elektronischen Patientenakte, auf die der Arzt mit Hilfe der e‑Card zugreifen kann, wurde vorerst ausgesetzt. Außer einem aufgedruckten Foto bietet die Karte keine Neuerungen.
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: MENA: 2011, ein Jahr des Ringens und des Triumphs für Blogger
: MENA: 2011, ein Jahr des Ringens und des Triumphs für Blogger Dieser Beitrag ist eine freie Übersetzung des Artikels MENA: 2011, a Year of Struggle and Triumphs for Bloggers von Jillian C. York und steht unter einer CC-BY-Lizenz.
Trotz der riesigen Erfolgen durch die Nutzung von Sozialen Medien, die im Jahr 2011 im gesamten Mittleren Osten und in Nordafrika erzielt worden sind, würde man es sich zu einfach machen, wenn man übersieht, wie schwer Blogger und Netzbürger in diesen Regionen immer noch zu kämpfen haben. Gerade 2011 war ein außerordentlich schwieriges Jahr für die freie Meinungsäußerung, von der Abschaltung des Internets in Ägypten bis hin zur Bedrohung, Verhaftung und dem Verschwinden von Bloggern von der Maghreb bis zum Golf.
Iran: Kein Platz für freie Meinungsäußerung
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: 3D-Drucker als Open-Source-Hardware
: 3D-Drucker als Open-Source-Hardware
Bisher sind 3D-Drucker eine Nischenerscheinung. Das soll sich jedoch demnächst ändern. Unter 3Ders.org wird ein Bausatz des in Hong Kong angesiedelten Start-Ups Makible vorgestellt, der das 3D-Drucken zuhause für 300 US-Dollar (etwa 235 €) ermöglichen soll. Der Drucker soll so kompakt gebaut sein, dass er auf einen Schreibtisch passt, die damit erzeugten Modelle können in etwa DIN A5 groß und ca. 10cm hoch sein.Das besondere an 3D-Druckern: Sie sollten die Fähigkeit haben, sich zum größten Teil selbst zu reproduzieren, so dass neben einigen handelsüblichen Materialien, die man in einem gut ausgestatteten Baumarkt bekommt, nichts weiter benötigt um einen weiteren Drucker herzustellen. Die meisten der Bauteile stehen unter OpenSource-Lizenzen wie der GPL. Auch die Creative Commons-Lizenzen werden für freie 3D-Modelle immer häufiger genutzt. Eine aktive Community sorgt hier für permanente Verbesserungen der Geräte.
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: Indien: Apple, Nokia und RIM ermöglichen staatliche Spionage
: Indien: Apple, Nokia und RIM ermöglichen staatliche Spionage Nachdem indische Hacker, die sich „Lords of Dharmaraja“ nennen, letzte Woche nach eigenen Angaben Teile des Quellcodes von Symantecs „Norton Antivirus“ veröffentlichten, legen sie nun brisante Informationen nach:
So sollen laut geleakten indischen Regierungsdokumenten die Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM), Nokia und Apple in ihre Smartphones eine Backdoor eingebaut haben, die es der Regierung ermöglich, die Nutzer der Handys zu überwachen. Beigelegt wurden Protokolle von internem E‑Mail-Verkehr der United States-China Economic and Security Review Commission (USCC) sowie eine Abwesenheitsmeldung des russischen Botschafters in Canberra.Offenbar ist es dem indischen Militär also nicht nur möglich, die Telefone von Mitarbeitern ausländischer Firmen zu überwachen. Die Überwachung wird im Rahmen staatlicher Industriespionage bereits konkret durchgeführt.
Indiens Kommunikationsminister Kapil Sibal erregte zuletzt Anfang Dezember Aufmerksamkeit, als er eine Vorabüberprüfung aller Social-Media-Inhalte forderte und damit den Unmut der Netzgemeinde auf sich zog.
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: Horst Seehofer: In die Vorratsdatenspeicherung eingeklickt
: Horst Seehofer: In die Vorratsdatenspeicherung eingeklickt Horst Seehofer war übers Wochenende auf Interview-Tournee zum Thema Internet. Im Deustchlandfunk äußerte er sich über Kritik an Wulff im Internet. In dem Thema ist er wohl Experte, weil er sich über Weihnachten mal „eingeklickt“ hat:
Capellan: Gestatten Sie trotzdem noch eine Frage. Wenn man sich anschaut, was durchs Internet geistert: Der Bundespräsident wird an den Pranger gestellt, es gibt etliche Satiren. Das haben wir ja so auch noch nicht erlebt in dieser Form. Wir reden viel von der „Würde des höchsten deutschen Staatsamtes“. Kann er da wirklich noch glaubwürdig auftreten, oder ist das Amt doch nicht beschädigt auch dadurch?
Seehofer: Herr Capellan, ich hätte große Schwierigkeiten, in einem Land zu leben, wo wir unser Vertrauen in eine politische Persönlichkeit davon abhängig machen, wo er Gegenstand des Internetprangers ist oder nicht. Da hätte ich schon unzählige Male mein Amt zur Verfügung stellen müssen. Ich habe mich mal aus Interesse da über Weihnachten eingeklickt, und ich muss Ihnen sagen, was da so unterwegs ist, ist jenseits meiner Vorstellungskraft.Das hat mit menschlichem, vernünftigen Umgang mit einer Thematik nichts zu tun. Also ich würde uns dringend raten, den Internetwahn, der ja modern geworden ist und infolge alle Persönlichkeiten – das können Sie über Schauspieler, über Kirchenvertreter, über Politiker nach Belieben im Internet feststellen: Der Internetpranger als solcher ist für uns nicht Maßstab der Bewertung.
Und bei Süddeutsche.de hat Seehofer Netzsperren abgelehnt, dafür aber die Vorratsdatenspeicherung gelobt, in die er sich „tief in die Materie reingekniet“ habe. Wahrscheinlich meint er mit „tief… reingekniet“, dass er die Zusammenfassung einiger spektakulärer Kriminalfälle auf zwei Seiten gelesen hat, womit der BKA seit einiger Zeit hausieren geht inklusive der unbewiesenen Legende, dass diese Fälle ohne Vorratsdatenspeicherung nicht gelöst werden konnten.
Süddeutsche.de: Den Piraten hat neben dieser Debatte um Internetsperren vor allem der Streit um die Vorratsdatenspeicherung Aufschwung verliehen. Müssten Sie nicht Abstriche bei Ihrer restriktiven Haltung machen, um den Zulauf für die Piraten einzudämmen?
Seehofer: Auch ich war bei der Vorratsdatenspeicherung zunächst skeptisch. Ich habe mich dann allerdings tief in die Materie reingekniet, mit Fällen, in denen schwerste Verbrechen nur mit Hilfe dieser Fahndungsmethode aufgeklärt werden konnten. In der Güterabwägung mit der Sicherheit der Bevölkerung bin ich eindeutig für die Sicherheit – und damit für die Vorratsdatenspeicherung der Telefonverbindungsdaten.
Sonst wäre er in der Güterabwägung sicherlich zu der Erkenntnis gekommen, dass die Vorratsdatenspeicherung vollkokmmen unverhältnismäßig ist, die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht stellt und nicht mal einen signifikanten Erfolg in der Kriminalitätsaufklärung bringt.
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: IFG-Anfrage zum Wulff-Diekmann-Telefonat
: IFG-Anfrage zum Wulff-Diekmann-Telefonat Mathias Schindler hat heute Akteineinsicht in das Transcript vom Dialog zwischen Christian Wulff und dem Anrufbeantworter von Kai Diekmann im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes beim Bundespräsidalamt beantragt. Die komplette Anfrage findet man bei fragdenstaat.de:
hiermit beantrage ich Akteneinsicht nach § 1 des Gesetzes zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes (IFG)
sowie § 3 Umweltinformationsgesetz (UIG), soweit Umweltinformationen im Sinne des § 2 Abs. 3 UIG betroffen sind,
sowie § 1 des Gesetzes zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Verbraucherinformation (VIG), soweit Informationen im Sinne des § 1 Abs. 1 VIG betroffen sindund zwar zu folgendem Vorgang:
Abschrift des Telefonates von Bundespräsident Christian Wulff auf dem Anrufbeantworter des BILD-Chefredakteurs Kai Diekmann am 12. Dezember 2011.
Nach Presseberichten (z.B. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807624,00.html) liegt diese Abschrift dem Bundespräsidialamt vor.
Wir sind auf die Reaktion gespannt.
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: Digital AlterNatives with a cause?
: Digital AlterNatives with a cause? Das Hivos Knowledge Programme und das Centre for Internet and Society haben gemeinsam eine Buchserie veröffentlicht, die Beiträge zu der Frage enthält, wie Menschen mit Hilfe neuer Medien ihre Umwelt verändern.
Als Herausgeber fungierten dabei Nishant Shah and Fieke Jansen. Ersterer hatte zu diesem Thema auch auf der re:publica 2010 gesprochen. Die Beiträge stammen von Teilnehmern dreier Workshops, die in Taiwan, Chile und Südafrika abgehalten worden waren und sind in vier Bände unterteilt: „To Be“, „To Think“, „To Act“ und „To Connect“.
Die Themenfelder haben sich dabei etwas vom üblichen Diskurs wegverlagert, was die Herausgeber so erklären:
One of the knowledge gaps that this book tries to address is the lack of digital natives’ voices in the discourse around them. In the occasions that they are a part of the discourse, they are generally represented by other actors who define the frameworks and decide the issues which are important. Hence, more often than not, most books around digital natives concentrate on similar sounding areas and topics, which might not always resonate with the concerns that digital natives and other stake-holders might be engaged with in their material and discursive practice. […] As a result, the usual topics like piracy, privacy, cyber-bullying, sexting etc. which automatically map digital natives discourse, are conspicuously absent from this book. Their absence is not deliberate, but more symptomatic of how these themes that we presumed as important were not of immediate concerns to most of the participants in the workshop who are contributing to the book.
Die Bücher stehen unter CC BY-NC-SA 3.0 und können unter anderem hier heruntergeladen werden: http://cis-india.org/digital-natives/front-page/blog/dnbook.
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: Spielerischer Zugang zu Open Data
: Spielerischer Zugang zu Open Data Basiernd auf dem Artikel bei owni.eu stellen wir drei der schönsten OpenData-Projekte 2011 vor. Sie bieten einen intuitiven, spielerischen Zugang zu frei verfügbaren Informationen.
Dieses von National Geographic gestaltete Applet gibt anläßlich der Geburt des 7.000.000.000sten Menschen im Oktober schnell und visuell sehr ansprechend Auskunft über Lebens‑, Einkommens- und Bildungssituation der Einwohner der Erde. Sehr interessant ist die Aufschlüsselung über die Verteilung von Handys und Computern in der Weltbevölkerung auf Seite 4.
Mit „What’s your Economic Outlook?“ bietet die New York Times eine Statistik der etwas anderen Art. Statt Prozentangeaben („17,2% der weiblichen Jugendlichen schätzen ihre Jobchancen als schlecht ein“) wandern hier die Umfrageteilnehmer auf einem virtuellen Parkett zu den Positionen die sie verteten. Wenn man mit der Maus über eine Person fährt, wird ihre individuelle Meinung zum Thema angezeigt. Ausprobieren!
Wenn es ein Thema gibt, über das Menschen überall auf der Welt ständig sprechen, dann ist es das Wetter. Das Tool WeatherSpark visualisiert Unmengen von Wetterdaten in einer ansprechend gestalteten Timeline. Prognosen für die nächsten Wochen können genauso abgelesen werden wie Temperaturkurven aus den 50er Jahren. Luftdruck, Temperaturkurven, Regenrisiko und Sonnenstunden sind nur einige der Kennzahlen, die man mit weatherspark betrachten kann.
Das sind nur drei der unter owni.eu vorgestellten OpenData-Visualisierungsprojekte. Weiterlesen lohnt sich!
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: Neues von OpenStreetMap und OpenSignalMaps
: Neues von OpenStreetMap und OpenSignalMaps Pascal Neis und Alexander Zipf von der Universität Heidelberg haben gemeinsam mit Dennis Zielstra von der University of Florida in einer Studie, die im Future Internet-Journal veröffentlicht wurde, das Potenzial von OpenStreetMap untersucht und das Kartenwerk in Deutschland mit einem proprietären Anbieter (TomTom Multinet 2011) verglichen. Sie kommen dabei zu ähnlichen Ergebnissen, wie vor Jahren mehrere Vergleichsstudien zwischen Wikipedia und verschiedenen herkömmlichen Lexika (vgl. 1, 2): Das Nutzer-generierte, offene und freie Projekt kann sich mit dem Kommerziellen durchaus messen und ist ihm in einigen Belangen bereits überlegen. Neben der Stärke bei Fußgänger‑, Forst- und Feldwegen, bei denen OpenStreetMap schon heute ein deutlich umfangreicheres Netz umfasst, holt das Projekt auch beim Verkehrsnetz auf. Wenig überraschend ist dabei, dass die Erfassung des Straßennetzes durch OpenStreetMap mit der Bevölkerungsdichte in einer Region korreliert.
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: OpenCulture.com – Kulturgut für alle
: OpenCulture.com – Kulturgut für alle
Die englischsprachige Website OpenCulture.com hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vielen Kulturgüter, die unter Public Domain stehen, zentral an einem Ort zu sammeln. Zur Auswahl stehen hunderte Filme, eBooks, Hörbücher, Sprachkurse, Onlineseminare und Anderes.Gerade die Auswahl an Hörbüchern begeistert: Von Science-Fiction-Klassikern wie „1984″ (George Orwell) und dem „Foundation-Zyklus“ (Isaac Asimov) über die unsterblichen Werke von William Shakespeare bis hin zu Charles Bukowski, dem Enfant Terrible der amerikanischen Literatur ist vieles geboten. Wer schon immer Monumentalwerke wie James Joyces „Ulysses“ oder „Krieg und Frieden“ von Tolstoi lesen wollte, aber wegen dem schieren Umfang der Werke nicht traute, hat nun eine Ausrede weniger.


